https://www.faz.net/-gtm-762ge

2:1 gegen Hoffenheim : Frankfurt greift wieder an

Hoffenheimer Niedergeschlagenheit: Die Routiniers Delpierre und Wiese wirken ratlos Bild: REUTERS

Der Frankfurter Niederlage zum Auftakt in Leverkusen folgt ein 2:1 gegen Hoffenheim. Die Eintracht ist auf Kurs. Marco Kurz und die TSG rutschen auf den vorletzten Platz.

          2 Min.

          Kein guter Tag für Patrick Ochs. Da stand der Hoffenheimer Verteidiger endlich mal wieder in der Startelf - und schon gab es eine Niederlage. Eine ziemlich schmerzhafte, denn der langjährige Eintracht-Profi Ochs wurde von seinen alten Kameraden geschlagen. Am Ende hieß es 2:1 für die Frankfurter Eintracht, die ihr kurzfristiges Zwischentief aus der Vorwoche - 1: 3 in Leverkusen und Randale auf den Rängen - vorerst überwunden hat und Tabellenplatz vier mit jetzt 33 Punkten festigte. Martin Lanig war es, der den Ball in der 35. Minute an Tim Wiese vorbei in das Hoffenheimer Tor spitzelte. In der Folge trafen noch der Hoffenheimer Kevin Volland (65.) und der Frankfurter Stefan Aigner (67.).

          Dass Lanig, einst von 2003 bis 2006 für die Kraichgauer in der Regionalliga am Ball, überhaupt zum Einsatz kam, lag am Krankenstand der Frankfurter. Der Aufsteiger musste von Beginn an auf zwei seiner Besten verzichten. Kapitän Pirmin Schwegler, immerhin die letzten zwanzig Minuten am Ball, hatte seine Fieberattacken einigermaßen überwunden - Rechtsverteidiger Sebastian Jung aber nicht.

          Es mutete ein wenig nach einer vermeintlichen Frankfurter Verlegenheitself an, die Trainer Armin Veh aus der Not heraus zusammenstellte. Doch der Coach zeigte wieder einmal ein glückliches Händchen. Die Entscheidung, in der Innenverteidigung auf den wieder einsatzfähigen Brasilianer Bamba Anderson zu setzen und den aus Wolfsburg in die Heimat zurückgekehrten Marco Russ auf der Bank zu lassen, war folgenreich. Bislang nämlich verlor die Eintracht keines ihrer vorangegangenen Spiele, in denen Anderson mit dem peruanischen Abwehrchef Carlos Zambrano gemeinsame Sache machen durfte.

          Trapp verhindert Hoffenheimer Führung

          Die Partie gegen die abstiegsbedrohten Hoffenheimer stand unter einem besonderen Fokus. Eine Woche nach den Entgleisungen von Leverkusen, wo zündelnde Frankfurter Feuerwerker dem Verein großen Schaden zufügten, zeigte sich das Eintracht-Publikum kämpferisch. „Keine Macht den Idioten. Ihr nervt!“, hieß es auf dem einen Spruchband. Auf einem anderen wurde energisch gefordert: „Pyromanen aussortieren!!!“ Die gute Nachricht: Es blieb friedlich in der Frankfurter Arena, in der sich 38.100 Zuschauer bei frostigen Temperaturen vom Spiel der Eintracht erwärmen lassen wollten. Für einen ersten Höhepunkt hätte schon Karim Matmour sorgen können. Doch der algerische Stürmer köpfte völlig freistehend an die Latte (19.). Auch Lanig hätte schon früher treffen können (24.). Die Hoffenheimer, frisch verstärkt durch den Mainzer Neuzugang Eugen Polanski, hatten zwei gute Szenen durch Takashi Usami (17.) und Firmino (49.). Doch stand ihnen jeweils der stark reagierende Eintracht-Schlussmann Kevin Trapp im Weg.

          „Pro Choreo, ohne Pyro“: Klare Botschaft von Fans an Fans in der Frankfurter Arena
          „Pro Choreo, ohne Pyro“: Klare Botschaft von Fans an Fans in der Frankfurter Arena : Bild: REUTERS

          Sowohl in der ersten Halbzeit als auch nach dem Seitenwechsel war es die Eintracht, die mehr Spielanteile hatte. Trotzdem musste sie auf der Hut sein. Und tatsächlich: In der 65. Minute fiel der Ausgleich. Nach einer scharf getretenen Hereingabe von Kapitän Andreas Beck verlängerte Volland mit der Hacke zum 1:1. Doch die Freude bei den Hoffenheimern, die schon seit neun Spielen auf einen Sieg in der Bundesliga warten, währte nicht lange. Nur 120 Sekunden nach dem Ausgleich stellte der reaktionsschnelle Aigner nach einem Eckball von Bastian Oczipka mit dem 2:1 wieder die knappe Frankfurter Führung her. Und weil es dabei blieb, durfte sich die Eintracht gleich doppelt freuen. Zwei Siege in einer Saison gegen Hoffenheim - das hatte es noch nicht gegeben.

          Eintracht Frankfurt - 1899 Hoffenheim 2:1 (1:0)

          Eintracht Frankfurt: Trapp - Celozzi, Zambrano, Anderson, Oczipka - Lanig (70. Schwegler), Rode - Aigner (89. Russ), Meier, Inui (71. Occean) - Matmour
          1899 Hoffenheim: Wiese - Beck, Delpierre, Vestergaard, Ochs - Weis (76. Derdiyok), Polanski - Advincula (46. Roberto Firmino), Volland, Usami (70. Grifo) - Joselu
          Schiedsrichter: Drees (Münster-Sarmsheim)
          Zuschauer: 38.100
          Tore: 1:0 Lanig (35.), 1:1 Volland (65.), 2:1 Aigner (67.)
          Gelbe Karten: Rode (4), Russ (2), Zambrano (8) / Advincula (1), Usami (2)

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Wollen keine Spaltung: Biden und Harris am 1. Dezember in Wilmington

          Joe Biden gegen Spaltung : Die Botschaft lautet Zuversicht

          Biden glaubt, dass Kompromisse zwischen Demokraten und Republikanern möglich sind – trotz aller Polarisierung. Ein Einlenken beim Abzug der Soldaten aus Deutschland scheint ein erstes Zeichen dafür zu sein.
          Pfizer stellt den Impfstoff in Belgien und den Vereinigten Staaten her.

          Impfstoffherstellung : Qualitätsproblem bremst Biontech

          Pfizer und Biontech müssen ihrem hohen Tempo Tribut zollen und können nur halb so viele Impfstoffdosen liefern wie ursprünglich geplant. Wer macht das Rennen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.