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Fahrerwechsel im Rennsport : Das heikle Spiel der Formel 1

  • -Aktualisiert am

Keiner der großen Teamchefs traut es sich zu, Fernando Alonso auf Kurs zu bringen. Schade. Bild: AFP

Sommerpause? Das Schweigen der Motoren täuscht. Die Formel 1 läuft im Rotationsmodus. Das könnte sich für manchen Steuermann als Reise nach Jerusalem entpuppen. Und nach dem Urlaub ist der Platz plötzlich weg.

          Sommerpause? Vorsicht. Dass sich die Räder in der Formel 1 im Moment nicht drehen dürfen, stimmt zwar. Die Branche bewegt sich aber trotzdem. Großhirne zermartern sich den Kopf, welcher Fahrer in der ersten Saison-Halbzeit schnell genug war für eine Vertragsverlängerung und wer ausgetauscht werden sollte. Ein heikles Spiel auf dem Weg zum Grand Prix in Spa-Francorchamps am 1. September. Es könnte sich für manchen wackeren Steuermann als Reise nach Jerusalem entpuppen. Wenn die Urlaubs-Musik verstummt, ist der Platz weg. Das Schweigen der Motoren täuscht. Die Formel 1 läuft im Rotationsmodus.

          Weil Spekulationen in der Regel langweilig sind, soll es hier um Fakten gehen: Max Verstappen wäre gerne einmal so richtig gegen Fernando Alonso gefahren. Das sagt der Niederländer. Wahrscheinlich, um den zweimaligen Weltmeister aus Spanien lässig abhängen zu können. So wie der Landsmann nach den Ferien den Wohnwagen. Immer gerne mitgenommen, aber immer schön hintendran.

          Nun steht der hochbegabte Steuerkünstler von Red Bull nicht allein mit seiner Sehnsucht nach dem vielleicht komplettesten Rennfahrer der jüngeren Vergangenheit. Eigentlich wollen alle Spannungsfreunde, dass Alonso seinen selbstgewählten Rückzug in die Welt der Langstreckenkreisler zugunsten eines Comebacks in die Formel 1 umkehrt. Fahrer, Fans, Rennstreckenbesitzer, nicht zuletzt das Formel-1-Management und wohl auch einige Teamchefs. Einige. Nicht alle. Das ist interessant.

          Einer der profiliertesten, schnellsten, brillantesten Rennfahrer steht nicht auf jeder Wunschliste für 2020? Das unüberhörbare „Nein“ von Red Bulls Sportdirektor Marko auf die Anfrage von Alonso wird ergänzt durch eine inoffizielle Absage aus dem Hause Mercedes. Beide hätten die Freiheit, Platz zu schaffen. Ferrari ist 2020 besetzt mit Vettel und Leclerc.

          Für die großen drei kommt der Asturier demnach nicht in Frage. Das mag strategische Gründe haben. Es stecken auch allzu menschliche dahinter. Alonsos Egozentrik ließ manch ausgebufften Teamchef bis in die Gegenwart schwer nach Luft schnappen. Alonsos Kraft kann Teams sprengen. Das bedeutet zweierlei: Seine Sensibilität reicht nicht weit genug über das Gefühl für den Boliden hinaus. Und keiner der großen Teamchefs traut es sich zu, Alonso auf Kurs zu bringen. Schade.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

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