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Alpin-Weltcups : Deutsche Ski-Teams mit heftigen Niederlagen

  • Aktualisiert am

„Ich kann selber gar nicht sagen, was da war“: Viktoria Rebensburg Bild: AFP

Diesen Samstag zum Auftakt der Januar-Klassiker wollen die deutschen Skirennfahrer schnellstmöglich vergessen. Sowohl beim Riesenslalom in Adelboden als auch bei der Abfahrt in Zauchensee gibt es Enttäuschungen.

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          Als Viktoria Rebensburg in Zauchensee ungläubig auf die Anzeigetafel blickte, war Stefan Luitz in Adelboden schon kommentarlos aus dem Zielraum verschwunden. Die deutschen Ski-Asse haben am Samstag heftige Niederlagen kassiert. Zum Auftakt der Januar-Klassiker setzte sich vor allem die Krise von Luitz fort, der wie schon in Alta Badia vor Weihnachten im ersten Durchgang des Riesenslaloms zu langsam war für den Finaleinzug. Öffentlich analysieren wollte der Allgäuer den nächsten Dämpfer dieses Winters nicht und berichtete lediglich, dass es ihm nicht gut gehe. Luitz hatte schon am Vorabend bei der Startnummernvergabe angeschlagen gefehlt.

          Zusammengenommen nur zwei Top-20-Plätze sprangen für das deutsche Team beim Herren-Riesentorlauf in der Schweiz und der Damen-Abfahrt in Österreich heraus. Beste Athletin in den Salzburger Bergen war weder Rebensburg noch Mit-Favoritin Kira Weidle, sondern Michaela Wenig auf Platz 19 mit 2,10 Sekunden Rückstand auf Siegerin Corinne Suter (Schweiz).

          In Adelboden hoffte Alexander Schmid als Achter des ersten Laufes auf einen Erfolg, verpatzte dann aber das Finale und landete nur auf dem 20. Rang. „Es hat an manchen Toren ein bisschen gezwickt und dann wird man durchgereicht“, erzählte Schmid, der 2,43 Sekunden langsamer als Sieger Zan Kranjec aus Slowenien. Im ersten Lauf habe er noch Spaß gehabt, sich im Finale aber „den Schneid abkaufen lassen. Ich muss das Positive mitnehmen, letztlich muss man darauf aufbauen.“

          Luitz steckt indes tiefer in der Krise. Er hatte eigentlich gehofft, dass die Ergebnisflaute durch Platz zwei im Parallel-Riesenslalom von Alta Badia im Dezember zu Ende sei. Doch das neue Jahr ging für den 27-Jährigen wieder mit einer Pleite los. ARD-Experte Felix Neureuther kritisierte, sein früherer Teamkollege und Kumpel „hat nichts auf die Reihe gekriegt. Die Körpersprache war eine mittlere Katastrophe.“ Luitz’ Riesenslalom-Bilanz des Winters: Rang 16 zum Auftakt in Sölden, dann ein Ausfall in Beaver Creek und jüngst zwei verpasste Finals. „Er fährt einfach im Moment nicht gut“, sagte DSV-Alpinchef Wolfgang Maier, der sich weitere Kommentare verkniff.

          Auch Rebensburg war in Altenmarkt weit von der Spitze entfernt und hatte dafür zunächst keine Erklärung. „Ich habe eigentlich keine großen Fehler gemacht. Ich kann selber gar nicht sagen, was da war“, äußerte sie. Auf den grippalen Infekt, der ihr zuletzt zehn geplante Trainingstage vermasselt hatte, wollte sie die Niederlage nicht schieben. Ein Faktor dürften unterschiedliche Bedingungen gewesen sein - das Rennen wurde wegen Nebels verkürzt und mehrmals kurz unterbrochen. „Einmal voll Gegenwind, mal Rückenwind. Abfahrt ist manchmal schwer zu begreifen und zu erklären“, sagte die 30-Jährige.

          Teamkollegin Weidle hatte mit einer Trainingsbestzeit am Donnerstag Hoffnungen geweckt auf eine vordere Plazierung, landete im Rennen aber sogar noch einen Platz hinter Rebensburg auf Rang 24. „Das war von oben bis unten nicht mein Lauf“, berichtete sie. „Schon beim Runterfahren habe ich gemerkt, dass es nichts wird.“

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