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Romed Baumann auf der Streif : Das „Piefke-Zebra“ fühlt sich pudelwohl

  • -Aktualisiert am

Flink in Kitzbühel: Romed Baumann bei der Abfahrt auf der Streif Bild: AFP

Der Österreicher Romed Baumann wechselt ins deutsche Ski-Team. Ein paar Fans nennen ihn „Vaterlandsverräter“. Auf der legendären Streif zeigt er nun eine starke Abfahrt – und schwärmt von den Deutschen.

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          „Bester Deutscher ist natürlich ein super Titel“, sagte Romed Baumann nach der Abfahrt von Kitzbühel: „Ungewohnt schon, aber es fühlt sich gut an.“ Den siebten Platz hatte der 34-Jährige am Samstag belegt, was für sich genommen schon nicht schlecht ist. Aber für Baumann, der eigentlich Österreicher ist, fühlte es sich angesichts seiner Vorgeschichte fast wie ein Sieg an. „Es ist auf jeden Fall eine Genugtuung.“ Noch im vergangenen Jahr war er an seinem persönlichen Tiefpunkt angekommen, durfte am Hahnenkamm nicht mal mitfahren. „Bin rumgelaufen wie ein geschlagener Hund.“ Doch dann war ihm das Schicksal hold, die Liebe spielte mit – und es zahlte sich aus, dass er über Grenzen ging.

          Baumann ist in St. Johann in Tirol geboren, keine Auto-Viertelstunde entfernt von der Streif, dem heiligen Berg der Skination. Aufgewachsen ist er in Hochfilzen, der Biathlon-Hochburg gleich um die Ecke, doch sein Herz galt und gilt dem alpinen Skilauf. Schon mit drei Jahren, so wird überliefert, bekam der kleine Romed sein erstes Paar Ski, wie es sich eben gehört für einen waschechten Tiroler Bub. Und dann nahm eine leidliche Erfolgsgeschichte ihren Lauf. 2004, mit gerade mal 18 Jahren, debütierte Baumann im Weltcup. Im Winter zuvor war er Junioren-Weltmeister geworden. Und in den Jahren danach entwickelte er sich zu einer festen Größe im rot-weiß-roten Skiteam. Fuhr alle Disziplinen, von Abfahrt bis Slalom, war immer dabei. Ein Siegfahrer ist zwar nicht aus ihm geworden, aber doch einer, der „lieferte“, wie es im Jargon heißt.

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