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Neureuther gegen Hirscher : Das Duell der Slalomkünstler

  • -Aktualisiert am

Felix Neureuther in seinem Element: Beim Slalom am Lauberhorn in Wengen Bild: dpa

Im Slalom-Weltcup liegt derzeit Felix Neureuther knapp vor seinem größten Konkurrenten Marcel Hirscher. Jeder Wackler kann den Kampf der beiden entscheiden. Doch Hirscher hat noch größere Ziele im Sinn.

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          Der Slalom am Ganslernhang ist genau so viel wert wie die Abfahrt auf der Streif - zumindest wenn man das Preisgeld betrachtet: 90.000 Schweizer Franken kassieren die Sieger. Mehr als beim Hahnenkammrennen in Kitzbühel lässt sich im alpinen Skisport bei keinem Rennen verdienen. Für Felix Neureuther könnte dieser Sonntag also zu einem beachtlichen Zahltag werden, der Partenkirchner ist - trotz immer wieder auftretender Verletzungen - in beeindruckender Form.

          Vergangenen Sonntag gewann er in Wengen und übernahm die Führung im Slalom-Weltcup von seinem österreichischen Konkurrenten Marcel Hirscher. Wengen - das war eine Demonstration der Stärke, Neureuther brachte einen zweiten Lauf ins Ziel, der ihm nicht nur seinen elften Weltcup-Erfolg sicherte, sondern auch viel Schulterklopfen einbrachte.

          Kampf um den Gesamtweltcup

          Im Slalom geht es im Januar Schlag auf Schlag. Erst Wengen, an diesem Sonntag (10:15 und 13:30 Uhr) Kitzbühel, am Dienstag der Nacht-Event in Schladming - und dann, vom 2. bis 15. Februar, die WM in den Vereinigten Staaten. Neureuther gegen Hirscher, das ist das Duell der Slalomkünstler, das der Österreicher im vergangenen Jahr haarscharf für sich entschied, und das auch in dieser Saison wieder Spitz auf Knopf steht. Jeder Ausfall, jeder Wackler kann den Kampf entscheiden.

          Felix Neureuther kann in dieser Saison bisher mehr als zufrieden mit sich sein.
          Felix Neureuther kann in dieser Saison bisher mehr als zufrieden mit sich sein. : Bild: AFP

          Neureuther ist dabei in einer besseren Position, er kann sich ganz auf sich und Hirscher konzentrieren, während der Österreicher noch andere, größere Ziele hat. Er kämpft gegen den norwegischen Speedfahrer Kjetil Jansrud um den Gesamt-Weltcup, und deshalb hat er in Kitzbühel eine Sonderschicht eingelegt. Am Freitag ist er den Super-G gefahren, um in der Kombinationswertung Punkte zu sammeln - und das ausgerechnet auf der gefürchteten Streif, auch wenn der Super-G nur über ein paar Passagen der Strecke führte. Als Edeltechniker, wie Hirscher einer ist, hier zu starten, das heißt schon einiges, das kostet Überwindung.

          Sonderrecht für den österreichischen Skiheld

          Weil es nicht gerade ungefährlich ist, hatte sich Hirscher mit Nachdruck ein Sonderrecht erbeten, das kann er sich als österreichischer Skiheld erlauben. Und so durfte er vor der Hahnenkamm-Woche die Strecke exklusiv testen, inklusive der legendären Hausberg-Passage. Heimvorteil nennt man das auch in Österreich. Ohne dieses Spezialtraining wäre er nicht gefahren, sagt Hirscher, „denn das da oben hat mit normalem Skifahren nichts zu tun“.

          Der Österreicher Marcel Hirscher würde gerne Sieger im Gesamtweltcup werden.
          Der Österreicher Marcel Hirscher würde gerne Sieger im Gesamtweltcup werden. : Bild: AFP

          Gelohnt hat sich die Mutprobe auf alle Fälle, Hirscher brachte im Super-G seinen Lauf als 44. mit Mühe unfallfrei nach unten, im Slalom wurde er Zweiter, was ihm in der Summe Platz zwei in der Kombination und damit mehr Punkte als Jansrud einbrachte, der nur Siebter wurde. „Heute bin ich ein kleiner Held“, sagte Hirscher im Ziel. „Aber es hätte genauso ein großer Depp daraus werden können.“ Neureuther hat sich den Hochgeschwindigkeits-Ausflug des Kollegen mit Interesse angeschaut. Ob das in Zukunft auch für ihn eine Option ist, ließ er offen. „Träumen kann man immer“, sagte er. Aktuell sei es aber nicht vorstellbar. Neureuther bleibt Techniker. Da gibt es genug zu tun - und genug zu gewinnen.

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