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Körbel vor dem DFB-Pokalfinale : „Ich setze 50 Euro auf die Eintracht“

  • -Aktualisiert am

Gemeinsam erfolgreich: Karl-Heinz Körbel (links) und Lajos Detari feiern den Sieg des DFB-Pokals 1988. Bild: imago

Dass alles gegen Frankfurt spricht, hält Rekordspieler Karl-Heinz Körbel im Pokalfinale gegen die Bayern für eine Chance. Sein Rat: An Lajos Detari ein Vorbild nehmen und sich dem Gänsehautgefühl hingeben.

          5 Min.

          Was halten Sie vom neuen Eintracht-Trainer Adi Hütter?

          Peter Heß
          Sportredakteur.

          Ich bin wie viele überrascht von der Entscheidung, aber ich muss sagen: Ich freue mich auf ihn. Unser früherer Eintracht-Profi Christoph Spycher, der jetzt Sportchef bei Hütters Klub Young Boys Bern ist, hat ihn als Glücksgriff für die Eintracht bezeichnet. Und Christoph ist ein sehr glaubwürdiger Mensch so wie Philipp Lahm. Natürlich muss man wie bei Niko Kovac abwarten, wie Hütter sich schlägt. Er braucht am Anfang auch etwas Glück. Aber was man über ihn hört, macht mich optimistisch. Er soll sehr gut mit den Spielern umgehen und eine Mannschaft weiterentwickeln können. Genau das braucht die Eintracht.

          Haben Sie noch einen Spielerpass?

          Der hängt bei Organisationschef Rainer Falkenhain im Büro an der Wand. Ob er noch gültig ist, weiß ich nicht.

          Falls ja, sollte Sie Trainer Niko Kovac in die Startelf nehmen und ein paar Minuten spielen lassen. Mit Ihnen hat die Eintracht alle vier Pokalendspiele gewonnen und auch das Uefa-Cup-Finale.

          Das habe ich schon immer gesagt. Stepi (Trainer Dragoslav Stepanovic, d. Red.) vor der Begegnung am letzten Spieltag in Rostock, als wir Meister werden konnten, Friedhelm Funkel vor dem Pokalfinale 2006 gegen die Bayern und auch Niko letztes Jahr vor dem Endspiel gegen Dortmund. Sie haben es nicht verstanden, erst nach den Niederlagen wollten sie es dann auch. Jetzt, da Matthäus auch noch mal angefangen hat (Comeback für ein Punktspiel in der Kreisliga, d. Red.), müsste ich mir das wirklich überlegen. (lacht)

          Neu bei der Eintracht: Adi Hütter beerbt Niko Kovac als Trainer in Frankfurt.
          Neu bei der Eintracht: Adi Hütter beerbt Niko Kovac als Trainer in Frankfurt. : Bild: dpa

          Haben Sie jemals ein Endspiel verloren?

          Nein. Ob es an mir gelegen hat, weiß ich nicht. Aber ich hatte diesen unbändigen Willen, unbedingt gewinnen zu wollen. Der Gedanke, bei der Siegerehrung als Zweiter dazustehen, war mir unerträglich. Auch in den entscheidenden Spielen gegen den Abstieg war das so. Ich wollte es unbedingt vermeiden, und wir schafften es durch bedingungslosen Willen. Als wir am letzten Spieltag 1989 in Hannover spielten und zurücklagen, war die Mannschaft tot. Ich war der Einzige, der noch unbedingt das Ausgleichstor wollte, das uns in die Relegation rettete. Und ich habe es erzielt.

          Diese Mentalität hat in dieser Saison die Eintracht insgesamt ausgezeichnet. Bis auf die letzten Spiele. Wie erklären Sie sich das Nachlassen?

          Wir sollten jetzt nicht alles schlechtreden. Die zweieinhalb Jahre mit Trainer Niko Kovac waren überragend, die letzten drei Wochen lassen wir mal weg. Wie Niko aus all den Spielern aus den verschiedenen Nationen eine echte Mannschaft formte, war eine außergewöhnliche Leistung. Sehr viele sagen, Kovacs Weggang hätte dazu geführt, dass auf der Zielgeraden Europa verpasst wurde. Aber ich wage zu bezweifeln, ob wir erfolgreicher die Saison zu Ende gespielt hätten, wenn der Wechsel zu den Bayern länger geheim geblieben wäre. Es kam viel zusammen: Verletzte und die Unruhe im Verein. Wir schafften es nur nach ganz oben, weil die Spieler 110 Prozent gaben. Das hat im Endspurt nicht mehr geklappt.

          Aus Ihrer Profi-Erfahrung: Was ist mit der Eintracht passiert nach Bekanntgabe der Trennung: Sind einige Spieler eingeknickt, verweigerten sie Kovac die Gefolgschaft?

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