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Tennis in Deutschland : Warum es Boris Becker wieder besser geht

  • -Aktualisiert am

Die Faust geballt: Boris Becker. Bild: EPA

Bei der deutschen Mannschaft fühlt sich Boris Becker sichtlich wohl. Jüngst erhielt er zudem den deutschen Fernsehpreis. Und ein neuer Werbespot bringt auch noch einige Sympathiepunkte.

          Boris Becker geht es wieder besser. Ob finanziell, das weiß nur er selbst. Aber Geld ist ja nicht alles im Leben. Nach Wochen und Monaten, in denen fast ausschließlich schlechte Nachrichten auf ihn einprasselten, gibt es Erfolgserlebnisse, die sein ramponiertes Bild in der Öffentlichkeit ein bisschen aufpolieren, die ihm ein bisschen der Würde verleihen, die einem Tennis-Idol zusteht. Für seine Fachkommentare im Zusammenspiel mit Moderator Matthias Stach auf dem Fernsehsender Eurosport erhielt er kürzlich den deutschen Fernsehpreis, und für einen neuen Werbespot erntete er Lob von allen Seiten. Zudem erfüllt ihn seine im vergangenen September übernommene Aufgabe beim Deutschen Tennis-Bund (DTB) mit Befriedigung, ja man kann sagen, mit Glück.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Als Head of Men’s Tennis schwebt er über dem Verband wie ein guter Geist. Er repräsentiert wieder das deutsche Tennis, er bringt sich in den wichtigen Gremien mit seinen Ansichten ein, ohne unter dem Druck zu stehen, für Konzepte und Strategien verantwortlich zu sein. Und vor allem gibt er beim Davis Cup als Art Supervisor den Spielern seine Erfahrungen weiter.

          Was bei seinem ersten Auftritt im vergangenen September in Portugal noch ein wenig verkrampft begann, aber im Relegationsspiel mit dem Verbleib in der Weltgruppe immerhin ein gutes Ende fand, hat sich nun, Anfang Februar, viel besser eingespielt. Der Weltranglisten-Fünfte Alexander Zverev gewann am Freitag in Brisbane gegen den Davis-Cup-Debütanten Alex De Minaur in 3:54 Stunden 7:5, 4:6, 4:6, 6:3, 7:6 (7:4). Im fünften Satz lag Zverev bereits mit 0:3 zurück, kam aber wieder zurück und hatte im Tiebreak bessere Nerven als sein 18 Jahre alter Kontrahent. Danach allerdings verlor Jan-Lennard Struff sein Einzel. Doch die gezeigten Leistungen verbreiten Optimismus.

          Becker bewegt sich so natürlich im deutschen Davis-Cup-Team, das an diesem Wochenende in Brisbane gegen Australien versucht, das Viertelfinale zu erreichen, wie man es von einer Legende nur erhoffen kann. Von der Distanz, die in Portugal noch deutlich spürbar war, ist nur so viel geblieben, wie sie Becker nötig und nützlich erscheint. So hielt er sich bei der Auslosung und anderen öffentlichen Auftritten mit dem Team in Brisbane stark im Hintergrund, um Teamchef Michael Kohlmann und den Spielern das Licht der öffentlichen Aufmerksamkeit zu lassen. Während der Vorstellung der Mannschaft stand er am Rand und machte mit seiner Handykamera Aufnahmen, die er dann auf „Instagram“ postete, ganz so, als sei er ein Fan.

          Manchmal verleiht er mit der Körpersprache und dem Gestus seiner Anwesenheit dem Geschehen etwas Gravitätisches, Staatstragendes, Unnahbares. Aber fast ausschließlich gegen Personen außerhalb des Teams. Gegenüber den Spielern, Trainern und Betreuern verhält er sich wie ein Gleicher unter Gleichen. Manchmal auch zu seinem Leidwesen. Am Basketballspiel zwischen Spielern und Betreuern wollte der 50-Jährige unbedingt teilnehmen, was angesichts seiner angegriffenen Gesundheit (zwei künstliche Hüften, mehrfach operierte Knie und Sprunggelenke) keine besonders gute Idee war. Er zog sich eine Wadenverletzung zu. „Völlig unwichtig“, wie Becker hinterher meinte.

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