Zum Tod Martin Greenfields : Seine Anzüge trugen sechs Präsidenten

Ausgerechnet in Auschwitz musste er das Nähen lernen. Er überlebte das Konzentrationslager, wurde zu Amerikas bestem Herrenschneider und kleidete unter anderem Frank Sinatra, Paul Newman sowie Barack Obama ein.
Nähen musste Maximilian Grünfeld ausgerechnet in Auschwitz lernen, es sollte sein Überleben sichern und ihn später zum besten Herrenschneider Amerikas machen. 1928 im tschechoslowakischen Pavlovo in eine jüdische Familie geboren, wurde er im Alter von 14 Jahren gemeinsam mit seinen Eltern und Geschwistern ins Konzentrationslager transportiert. Zuvor hatte er als Mechaniker gearbeitet, weshalb man ihn direkt bei der Ankunft von seiner Familie trennte und zur Arbeit in der Wäscherei abkommandierte. Dort riss er aus Versehen den Kragen vom Hemd eines Aufsehers, der ihn aufforderte, den Schaden zu reparieren. Der Junge hatte zuvor nie eine Nadel in der Hand gehabt, lernte schnell, steckte sich aber danach das reparierte Hemd selbst unter die eigene Kleidung. „An dem Tag, als ich das Hemd zum ersten Mal trug, lernte ich, welche Macht Kleidung hat“, schrieb Martin Greenfield (wie er sich nach seiner Ankunft in Amerika nannte) in seinen Memoiren.
Zugang zu allen FAZ+ Beiträgen (Originalpreis: 13,80 €) jetzt nur 0,99 €
Zugang zu allen FAZ+ Beiträgen (Originalpreis: 13,80 €) jetzt nur 0,99 €
- Mit einem Klick online kündbar





