Landwirtschaft : Schweineleben

Wie geht es dem Schwein, bevor es zur Wurst wird? Der Stall, in dem die Antwort zu finden ist, steht ziemlich sperrig da im Nieselregen Niedersachsens. Beobachtungen aus zwanzig sorglosen Wochen vor der Schlachtung.
Mit dem Schwein ist es wie mit einem Photon in der Quantenphysik. Indem man es beobachtet, verändert man sein Verhalten.
Die Frage lautet: Wie geht es dem Schwein, bevor es zur Wurst wird? Der Stall, in dem die Antwort zu finden ist, steht ziemlich sperrig da im Nieselregen Niedersachsens. Wer reingeht, scheucht die Tiere auf. Sie springen hysterisch hoch und grunzen wild durcheinander. Das wahre Leben der deutschen Hochleistungsschweine erkennt man nicht vis-à-vis, sondern nur aus der Distanz: Man muss vorsichtig von draußen durch das Fenster des Stalls hineinsehen, sodass die Schweine nicht merken, dass sie beobachtet werden. Dann sieht man die Wirklichkeit; die große Müdigkeit. Zweihundert Schweine liegen auf dem Plastikboden und schlafen. Jetzt. In einer Stunde. Zwei Stunden später auch. Nur manchmal fressen ein paar, manchmal kämpfen zwei gegeneinander.





