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Pakete zurückschicken : Warum die Deutschen so viel retournieren

Ein Mitarbeiter eines Paketlieferdienstes stapelt Sendungen in einem Lkw. Bild: ZB

Die Deutschen haben eine neue Disziplin, in der sie wohl Weltmeister sind: Sie retournieren online bestellte Artikel, als gäbe es kein Morgen. Warum tun wir uns und unserer Umwelt das an?

          10 Min.

          Ben Mertens hat Kunden, die kommen jeden Tag, manchmal sogar mehrmals. Für einen Einzelhändler könnte das ein großes Glück sein. Ben Mertens aber hat nicht viel davon. Außer vor allem Arbeit. Denn diese Kunden kommen nicht etwa so regelmäßig, um hier einzukaufen, in dem Foto- und Schreibwarengeschäft in Düsseldorf. Wenn sich die Tür mit einem Klingeln öffnet, tragen viele was Schweres oder Sperriges hinein. Oder sie verlassen derart bepackt den Laden.

          Jennifer Wiebking

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Gleich hinter dem Eingang, bevor es um Stifte und Hefte geht, um Bastelartikel und Passbilder, läuft man zunächst auf einen Counter der Deutschen Post zu. Mertens’ Chef Dieter Wagner hat die gelben Leuchtkästen und den Schalter im Oktober vor einem Jahr einrichten lassen. Seitdem kommen Kunden, die Pakete abholen, sie an Ort und Stelle aufreißen – und gleich wieder zur Retoure aufgeben. Und es kommen Kunden wie jene Dame, die jeden Tag hier ist: „Sie holt ihre Pakete ab, und zwei Stunden später ist sie wieder da.“ Mit denselben Paketen, vielleicht mit einem Teil weniger, der Rest geht retour. Zurück an Zalando. „Meistens sind es bei ihr Zalando-Pakete“, weiß Mertens. „Wie bei allen.“ Im Fenster des Fotoladens steht ein mannshoher Wagen. Wenn um die Mittagszeit der DHL-Bote vorbeikommt, ist dieser voll beladen. Manchmal stapeln sich die Kisten auch drum herum. Die Mehrheit weiß mit orangefarbener Schrift. Schrei vor Glück.

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