Mode für Fortgeschrittene : Warum es fürs Alter keinen Dresscode gibt

Das Grau-in-Grau der Generation 60 plus ist nur noch vermeintlich typisch. Die sogenannten Best-Ager wollen sich so kleiden, wie sie sich fühlen – nämlich um einiges jünger. Nun reagiert die Industrie.
Eine Frau mit halblangen, braun gefärbten Haaren, sie mag schon über 70 sein, passiert eine Baustelle. Baustellen sind in Berlin nichts Ungewöhnliches. Was überrascht, ist der Look der älteren Dame. Denn sie sieht aus, als wäre sie geradewegs einer Anzeige von Céline entsprungen: mit dem wadenlangen, weißen Kleid, dazu schwarze Sandalen mit kleinem Absatz und ein ebenfalls schwarzer Kurzmantel, der von weitem wie ein Oversize-Blazer aussieht. Die Lederhandtasche hält sie wie zur Clutch gefaltet im Arm. Ein derart minimalistischer, moderner Look lässt sich theoretisch nicht nur in der Werbung französischer Modehäuser verorten, sondern auch auf den Straßen Stockholms oder Paris – an Frauen von Mitte dreißig.





