Die schönsten Sportbücher des Jahres
Der moderne Fußball: „Zieht man dieses Geld raus, kollabiert alles, im globalen Maßstab.“
Titel: Miguel Delaney: States of Play: How Sportswashing Took Over Football. Orion Publishing Group. London 2024. 528 Seiten. Ab 21 Euro.
Kurzkritik: Ja, sagte Miguel Delaney, der Fußball-Chefautor des Londoner „Independent“, neulich in einem Interview, da stehe schon der Begriff Sportswashing auf dem Cover seines Buchs. Aber im Grunde sei sein Eindruck: Den Staaten, die das Spiel für ihre geopolitischen Ziele nutzen, gehe es gar nicht darum, irgendetwas reinzuwaschen. Sondern um Machtpolitik. Der Drang autokratisch regierter Staaten, sich des Sports zur Durchsetzung politischer Ziele zu bemächtigen, in dem finanzielle Mittel in zuvor nicht gekannter Höhe aufgewendet werden, nimmt weiter zu. Der gemeinsame Nenner, auf den sich die politischen Ziele bringen lassen, ist – man mag nun Qatar, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate mitdenken, sollte aber Russland, auch Aserbaidschan oder, abseits des Fußballs, China nicht vergessen – der Erhalt der jeweiligen Machtstruktur, bisweilen auch die staatliche Struktur selbst. Auf der anderen Seite stehen Fußballunternehmen, die sich auf Gedeih und Verderb ihrem Turbokapitalismus verschrieben haben. Delaney verhandelt eine entscheidende Frage: Wem gehört das Spiel? So umfassend und so zupackend wie kaum einer vor ihm. chwb.
Für: Demokraten





