Kolumne Geschmackssache : Tuttifrutti gibt’s im Fernsehen, nicht im Fass

Jugend schützt vor Weisheit nicht: Lisa Bunn aus Nierstein in Rheinhessen ist kaum dreißig Jahre alt und keltert schon Weine von verblüffender Reife.
Lisa Bunn ist nicht Donald Trump, Gott bewahre, Himmel hilf! Was sollte auch eine rheinhessische Jungwinzerin mit dem alternden Hauptdarsteller der Reality-Horror-Show „Ich bin dann mal Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, und zwar in echt“ gemein haben? Das eine oder andere verbindet den Oberherumkommandierenden und die Weinbäuerin aber doch. Beide haben Vorfahren, die aus rheinland-pfälzischen Winzerdörfern stammen. Und beide neigen dazu, ihrem Besitz den eigenen Namen zu geben. Während Donald Trump nicht nur New York, sondern sogar unschuldige uruguayische Strandbäder mit der präpotenten Prunksucht seiner Trump Towers tyrannisiert, hat Lisa Bunn das Familienweingut ihrer Vorfahren vor mittlerweile vier Jahren – offensichtlich mit einem Selbstbewusstsein, das Alexanders des Großen würdig wäre – nach sich selbst umbenannt.





