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Das kann unter den Weihnachtsbaum

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10. Dezember 2015 • Tolle Technik muss nicht teuer sein. Deshalb gibt es schon einen Geschenketipp ab 13 Euro. Für 100 Euro kann man sich täglich einen leckeren Kaffee machen oder einen Bus zusammenbauen. Selbst ein feines Smartphone kann es für weniger als 400 Euro unter den Baum schaffen. Und ein Armband als Werkzeugkastenersatz und ein Fußballspiel auf der Konsole empfehlen sich außerdem. Hier die Geschenketipps der Technikredaktion.

Die Fangemeinde ist geteilt: Fifa 15 behalten oder 16 kaufen? Von HOLGER APPEL

Wer Fußball auf Playstation 4 oder X Box One liebt, für den stellt sich jedes Jahr zu Weihnachten dieselbe Frage: Das neue Fifa-Spiel kaufen oder nicht? Und jedes Jahr fällt die Antwort gleich aus: Ja. Diesmal lautet sie: Ja oder nein. Auch Fifa 16 kann wieder mehr als sein Vorgänger. Natürlich ist die Eröffnungspartie wieder der Klassiker, Real Madrid spielt gegen den FC Barcelona, Cristiano Ronaldo trifft auf Lionel Messi, im Bernabéu Stadion. Die Partie gehört mittlerweile zum Auftakt wie das berühmte Vorwort in Asterix-Heften „Wir befinden uns im Jahre 50 v.Chr. Ganz Gallien ist von den Römern besetzt... Ganz Gallien? Nein!“.

Dann laufen die aktuellen Mannschaften auf, die Grafik ist auch wieder ein wenig feiner geworden. Was den Könner am ferngelenkten Ball verwundert, ist die neue Kameraperspektive und die Schnelligkeit des Spiels. Manchmal rauscht der Ball am Spieler vorbei, ohne dass der den Fuß ans Leder kriegt. Das Spiel gegen den Computer ist schwieriger geworden, weil dessen Abwehr besser und höher steht. Dagegen hat es die Abwehr im Match Mann gegen Mann schwerer, das Dribbling des Angreifers scheint durchschlagkräftiger als die Grätsche des Verteidigers.

Das alles mag an persönlicher Tagesform liegen. Was aber wirklich nervt, ist die auf der PS 4 genannte Taste L1, mit der der kontrollierte Spieler gewechselt werden kann. Leider wechselt der Computer nicht immer auf den Spieler, den der Kommandant am Controller im Sinn hat. Unerklärliche Fehlpässe waren früher auch seltener. Jetzt ist die Fangemeinde geteilt: Manche finden Fifa 15 besser, andere wollen Fifa 16 unbedingt haben. Nur das jedenfalls hat jetzt kleinlicher pfeifende Schiedsrichter mit Freistoßspray. Und weil die Macher von EA Sports mit der Zeit kicken, sind jetzt auch die Frauennationalmannschaften am Ball. 70 Euro kostet Fifa 16 im Playstation-Store.

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Der Trend geht zum Zweit-Smartphone Von MICHAEL SPEHR

Welches Smartphone darf unter den Weihnachtsbaum? Nur eins? Nein, die Tendenz zum Zweit- und Drittgerät ist ungebrochen, und wer heuer ein neues Gerät sucht, achtet natürlich auch aufs Betriebssystem. Dass es ein iPhone sein muss, gilt manchen als Selbstverständlichkeit. Die aktuellen Modelle des Jahres 2015 sind das iPhone 6s und 6s Plus, die Größe ist der wichtigste Unterschied. Beide sind uneingeschränkt empfehlenswert. Mit einem älteren 6er-Gerät aus dem Jahrgang 2014 macht man ebenfalls nichts verkehrt. Die Neuerungen liegen in den inneren Werten, beim Prozessor und der Kamera, das Äußere ist weitgehend identisch. Wie immer gilt: Das iPhone ist teuer, aber es erzielt gebraucht hohe Preise, die Qualität stimmt.

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Soll es ein Androide sein, ist unser Tipp ein Schnäppchen: Das Honor 7 der gleichnamigen Huawei-Tochtermarke kostet weniger als 350 Euro, überzeugt mit guter Verarbeitungsqualität und Kamera und bietet manches schöne Extra, wie etwa den Fingerabdruckscanner als biometrisches Sicherheitsmerkmal. Das über Android gelegte Emui-System gefällt, es hat viele Anleihen bei Apple genommen.

Wer indes eher in Richtung Microsoft schaut, entdeckt zwei neue Lumias auf der Zielgeraden in Richtung Weihnachtseinkauf: Lumia 950 und 950 XL kommen in diesen Tagen in den Handel und sind die neuen Flaggschiffe mit Windows-Betriebssystem. Beide bringen eine 20-Megapixel-Kamera mit Zeiss-Optik mit, von 600 Euro an ist man dabei. Oder doch lieber ein Blackberry? Ist das Nischensystem für kluge Manager gefragt, kann ein Blackberry Passport für unter 500 Euro ein Objekt der Begierde sein. Denn der kanadische Hersteller setzt jetzt auf Android als Unterbau, der neue Priv ist das erste Modell – und ebenfalls einen Blick wert.

Filterkaffee zu Weihnachts­plätzchen Von MARCO DETTWEILER

Es werden vermutlich wieder viele Kaffeevollautomaten unterm Weihnachtsbaum liegen. Auch die Nespressomachine wird ein beliebtes Geschenk sein. Beides ist teuer. Entweder die Maschine selbst, die man mit Bohnen füttert, oder die Kapseln, die man für einen Kaffee braucht. Wir empfehlen, mal einen Filterkaffee auszuprobieren. Dafür braucht wenig Zubehör für wenig Geld. Das japanische Unternehmen Hario hat den Filterkaffee wieder hipp gemacht. Marketingmaßnahmen könnten dafür verantwortlich gewesen sein.

Vielleicht sind es aber auch die Accessoires, denn diese funktionieren einfach gut. Man braucht für den morgendlichen oder nachmittäglichen Filterkaffee: Buono Wasserkessel, Skerton-Mühle, V60-Porzellanfilter mit passenden Papiereinsätzen und die Kaffeekanne aus Glas. Das kostet zusammen zirka 100 Euro und ist die derzeit angesagteste Methode, Kaffee frisch aufzubrühen. Es geht auch mit Melittas Plastikfilter, einem Blitzwasserkocher und einer Porzellankanne. Hauptsache man nimmt sich etwas Zeit und achtet vor allem auf die Bohnen. Dann ist das alltägliche Genusserlebnis garantiert. Und für den Espresso kann man ja auch ins Café gehen.

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Heavy Metal Von HANS-HEINRICH PARDEY

Fünfundzwanzig Jahre Garantie gibt Tim S. Leatherman, Erfinder und Hersteller des ersten Multitools, das seinen Namen zum Gattungsbegriff gemacht hat, auf seine neueste Kreation: Ein rund 150 Gramm schweres Armband für rund 200 Euro, etwa drei Zentimeter breit, wahlweise silberfarben oder mattschwarz aus gehärtetem Chrom-Nickel-Kupfer-Edelstahl, dessen Glieder 25 Werkzeuge enthalten. Mit ihnen kann man Flaschen öffnen, Kreuzschlitzschrauben festdrehen und Sechskantmuttern lösen oder anziehen und noch vieles mehr. Zur Benutzung des einzelnen Werkzeugs wird das Armband abgenommen und als Handgriff zusammengelegt. Es gibt auch eine Version mit einer Uhr darin.

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Trick mit Henkel Von LUKAS WEBER

Leuten, die gern kochen, kann man manchmal mit kleinen Dingen eine große Freude machen. Das gilt vor allem, wenn sie so originell sind wie das Multi-Sieb von Tupperware. Das Gerät aus Polypropylen sieht auf den ersten Blick aus wie ein gewöhnliches Sieb mit Henkeln, offenbart aber auf den zweiten Blick oder beim ersten Gebrauch seine Besonderheit: Der Boden ist abgeflacht, aber nicht einfach, sondern gleich zweifach. Die erste Ebene in der waagerechten Position dient dem Marinieren oder Einweichen – nichts läuft aus, weil es Ablaufschlitze nur an einer Seite gibt, und dort auch nur recht weit oben. Die zweite Fläche hat eine deutliche Neigung zu den Schlitzen. Wieder steht das Sieb von alleine, aber diesmal kann die Flüssigkeit auslaufen. Das Multi-Sieb ist laut Anbieter bestens geeignet zum Abtropfen von Hülsenfrüchten und Reis, und auch das Waschen von empfindlichen Lebensmitteln wie Beeren soll funktionieren. Der Wasserdurchlass ist allerdings geringer als bei herkömmlichen Küchensieben. Verkauft wird das Multi-Sieb nicht nur auf den bekannten Partys, sondern auch im Online-Handel für rund 13 Euro.

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Ein VW Bus für 100 Euro Von BORIS SCHMIDT

Er ist nun schon vier Jahre auf dem Markt und so gesehen beinahe selbst schon ein Klassiker: Der VW Bus von Lego. Er ist das ideale Geschenk für das Kind im Mann, das dann endlich wieder zum Legostein greifen darf. Und dann gleich zu 1334 Stück. Die Altersangabe ist nicht ohne Grund „16+“, angeblich beträgt die reine Bauzeit gut acht Stunden. Am besten man nimmt sich aus Mamas Küchenschrank 15 Schüsseln, damit man bei den vielen Teilen nicht den Überblick verliert. Gleich zwei Anleitungen zeigen, wie man’s macht. Auf unserem Bild wird schon vor Weihnachten gebaut, es gibt ja auch noch Geburtstage im November oder Dezember! Vorbild für das Modell ist ein VW Campingbus aus dem Jahr 1962. Das fertige Lego-Auto ist 30 Zentimeter breit und 14 Zentimeter hoch. Bei Lego kostet es 99,90 Euro. Im Angebot gibt es auch einen Mini Cooper (85,49 Euro) oder einen Ferrari F40 für 89,90 Euro. Aber der VW Bus hat den meisten Charme.

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Quelle: F.A.Z.

Veröffentlicht: 10.12.2015 13:38 Uhr