Nehmt euch in Acht vor den Göttern der Berge
Das leise Klingeln vermischt sich bei jedem Schritt mit dem Rhythmus des eigenen Atems. Es ist die Bärenglocke, die an jedem Rucksack befestigt ist und uns Wanderer auf den Gipfel des Vulkans Meakan begleitet – eine lebensrettende Vorsichtsmaßnahme, denn überall in dieser Region leben Braunbären, die man nicht überraschen sollte, wenn man auf leisen Sohlen auf dem weichen, alle Geräusche schluckenden Waldboden unterwegs ist. Zwar sind die wilden Braunen grundsätzlich scheu und gehen den Menschen aus dem Weg. Doch steht der Wind für die Witterung ungünstig und sind die Schritte nahezu lautlos, kann es zu plötzlichen Begegnungen kommen – und gefährlich werden. Deswegen hallt das Glöckchenklingeln der zahlreichen Wanderer als feine, stete Geräuschkulisse durch den Wald und die kahle Hochebene.
Japans letzte Ureinwohner
Der Schichtvulkan befindet sich im Herzen von Hokkaido, der zweitgrößten Insel und nördlichsten Präfektur Japans. Hokkaido ist mit einer Fläche von 83.400 Quadratkilometern so groß wie Österreich, aber deutlich dünner besiedelt. Und die Insel vereint immer wieder auf engstem Raum ganz unterschiedliche Landschaften von ausgedehnten Nadel- und Laubwäldern über Berge und Vulkane bis hin zu Seen, Flüssen und schroffen Küsten. Sechs Nationalparks schützen die wilde, ursprüngliche Natur auf Hokkaido, unter deren fünf Millionen Einwohnern auch 30.000 Ainu sind, die letzten Ureinwohner Japans.





