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8. Dezember 2024 · Sie haben schon so viele Bücher? Aber diese noch nicht. Und Ihre Freunde und Verwandten auch nicht. Wir haben Geschenkbücher ausgewählt, die wir selbst noch nicht hatten.

Er hat etwas gegen Uniformierung – und eine klare Vorstellung davon, was Kunst nicht ist. Ein flott gesprayter Flamingo schmückt diese Biographie (Res Strehle: „Harald Naegeli. Nur fliegen kann er nicht.“ Diogenes, 208 S., 34 Euro) über den „Sprayer von Zürich“. Eine Zeit lang lebte der Schweizer Künstler nach polizeilicher Verfolgung im Exil in Düsseldorf. Sein Protest in den Straßen Zürichs war illegal, sein bewegtes Leben voller Kunst und Lyrik ist inspirierend. Am 4. Dezember ist er 85 Jahre alt geworden. (lesp.)


Als Student an der Düsseldorfer Uni hat es Campino damals „gerade mal bis in die Mensa geschafft“. Als Gastprofessor an seiner Alma Mater macht er sich aber gut. Der Punker, schon 62 Jahre alt, erzählt von lyrischen Vorbildern wie Kästner, Heine, Tucholsky, Ringelnatz und Patti Smith (Campino: „Kästner, Kraftwerk, Cock Sparrer. Eine Liebeserklärung an die Gebrauchslyrik“, Piper, 160 S., 16 Euro). Wie nebenbei ist ihm eine kleine Autobiographie gelungen, vom „Ratinger Hof“ über den ungeliebten Wehrdienst bis heute, zum „Gegenwind“ und zum „Wandel des Sagbaren“. Gut, dass er das sagt! (kai.)


Barbara Klemm, jahrzehntelang Redaktionsfotografin der F.A.Z., ist für ihre ikonischen Aufnahmen von Menschen bekannt – nicht für ihre Landschaftsfotos. Mit diesem Band („Barbara Klemm: „Strahlendes Schwarz“. Mit einem Essay von Péter Nádas. Verlag Thomas Reche, 72 S., 48 Euro) wird sich das ändern. „Der ästhetische, spirituelle und anthropologische Charakter ihrer Arbeit“, schreibt Péter Nádas, „zeigt sich in ihren Landschaftsbildern am stärksten, da auf ihnen niemand zu sehen ist.“ Man sieht es. (kai.)


Dieses herrlich illustrierte Buch (Peter Bellerby: „Der Globenmacher“, Knesebeck, 240 S., 36 Euro) erzählt, wie jemand auf die eher skurrile Idee kommen kann, Globen herzustellen. Wie es der Zufall will, ist es die Geschichte eines Engländers: Peter Bellerby führt auf sehr persönliche Weise ein in ein faszinierendes Kunsthandwerk, das heute, da jeder die Welt zu kennen glaubt, rar geworden ist. Mit historischen, wissenschaftlichen und technischen Exkursen ergänzt, nimmt er uns mit auf eine ganz eigene Reise um die Welt. (nle.)


Glaubt man Inès de la Fressange, der Autorin des Vorworts dieser Sammlung (Sophie Gachet, „Handtaschen“, Prestel, 480 S., 59 Euro), ist eine Handtasche die äußere Darstellung der tief im Menschen vergrabenen Persönlichkeit – und mehr noch sind es die Objekte, die in ihr getragen werden. Was vermögen die Accessoires 66 verschiedener Marken zu sagen? Welche Stars entscheiden sich für welche Luxusobjekte? Eine große Auswahl an Bildern zeigt die Begleiter, von A wie Acne Studios bis Z wie Zadig & Voltaire. (lesp.)


Schon ihr Bildband „Metropolis, Berlin“ zeigte einen ganz anderen Blick auf eine hoch und runter fotografierte Stadt. Und nun New York, wo Barbara Wolff in nur einem Monat ein großes Spektrum an Perspektiven aufgetan hat (Barbara Wolff: „New York, Sidewalk Closed“. Mit einem Essay von Daniel Blochwitz. Lunik, 144 S., 49,90 Euro). Es war ausgerechnet im Juni 2023, als der Rauch brennender kanadischer Wälder in die Stadt zog. Der graue Schimmer gibt den wunderbaren Straßenszenen einen melancholischen Hintergrund. (kai.)


Nur wer in einem Haus lebt, kann darüber nachdenken, es zu verlassen. Aber wer weiß schon, ob das Haus seinen Besitzer einfach gehen lassen will? Diese Geschichte (Jacqueline Kornmüller: „Das Haus verlassen“, Galiani Berlin, 96 S., 22 Euro) zeichnet nach, welch innige Beziehung zwischen Haus und Bewohner entstehen kann. Nicht nur in Worten lässt sich nachvollziehen, wie man mit seinem Haus Schluss machen könnte. Kat Menschik, aus unserer Sonntagszeitung bekannt, illustriert die Erzählung mit ihrem phantastischen Witz. (lesp.)


Seit 2018 sind Martin Schümberg und Georg Waldmüller in Innsbruck mit ihrem „Futterkutter“ unterwegs. Vom Lastenfahrrad aus bieten sie mittags Suppen, Eintöpfe, Currys und Salate aus vielen Ländern der Welt an – mitsamt wiederbefüllbarem Einmachglas. 60 Rezepte haben sie in Buchform gesammelt (Martin Schümberg, Georg Waldmüller: „Futterkutter. Die Welt auf deinem Löffel.“, Tyrolia, 200 S., 29 Euro), schön präsentiert, eingängig beschrieben, gut nachzukochen. Und auch der Marillenknödel danach fehlt nicht. (nle.)


Seine Bezeichnung klingt bürokratisch, seine Gestalt wirkt erhaben, seine Geschichte ist atemraubend: Der K2, mit 8611 Meter der zweithöchste Gipfel nach dem Mount Everest, gilt als schwierigster Berg der Welt. Kein anderer Achttausender habe ihm so viel abverlangt wie der K2, sagt der Extrembergsteiger Hans Kammerlander, der mit dem bewährten Ko-Autor Walther Lücker ein großartiger Führer ist durch Abenteuer, Dramen und Todesfälle am K2 (Hans Kammerlander, Walther Lücker: „K2. Der härteste Berg der Welt“, Benevento, 274 S., 28 Euro). Ein Buch zum Schwärmen und Schaudern. (nle.)


Unzensierte Kreativität: Jedes Jahr von neuem ist dieser Kalender („Buchkinderkalender 2025“. Buchkinder Leipzig e.V., Ringbindung, 22,50 Euro) ein Ausflug in die Köpfe kleiner Meister, die so malen (und das Gemalte schriftlich kommentieren), wie ihre Intuition es will. Wer wissen möchte, wie Picasso sein Lebensziel erreichte, wieder so malen zu lernen wie unverbildete Kinder, muss nur die zwölf Monatsbilder genießen. (S.T.)


Was haben Möbel mit Demokratie zu tun? Diese Frage beantwortet eine Collage aus Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden. Die Bilder dieses Bandes (Charlotte und Peter Fiell: „Skandinavisches Design“, Taschen, 512 S., 25 Euro) zeigen skandinavische Einrichtungsobjekte, die man nicht aus einem bekannten schwedischen Einrichtungshaus kennt. Über Möbelstücke hinaus finden Designliebhaber detaillierte Informationen zu Glas, Keramik, Textilien oder Schmuck – von 1900 bis heute. (lesp.)


Kann man Peter Lindberghs Fotografien als gotisch bezeichnen, fragt Kunsthistoriker Martin Harrison in seinem Vorwort zu diesem Buch (Dior Lindbergh. New York/Archives, Taschen, 504 S., 25 Euro) – und schwärmt dann von dessen strengen Schwarz-Weiß- Kontrasten, die an expressionistisches Kino erinnerten. Der größte Gegensatz findet sich schon in Lindberghs Idee, die berühmtesten Stücke aus 70 Jahren Dior-Designgeschichte ausgerechnet in der hektischen Kulisse der Metropole New York zu fotografieren – das will man immer wieder anschauen. (marw.)


Städte wachsen und entwickeln sich – und das nicht ohne Plan. Ansiedlung und Ausrichtung der in den Nullerjahren in Frankfurt entstandenen Gebäude stehen im Zeichen ihrer Zeit: der Hoffnung auf eine glänzende Zukunft. Gesammelt in einem Band (Freunde Frankfurts, Wilhelm E. Opatz, „Architekturführer Frankfurt 2000-2009", Junius, 208 S., 48 Euro), bringen zahlreiche Autoren Licht in die Architektur der Stadt. Was formte Gebäude wie das Haus L, das Main Plaza oder das Haus am Dom, wer ergänzt deren Eigenbedeutung als Bewohner, wer macht sie zu dem, was sie sind? (lesp.)


Dieser Foliant zeigt die britischen Inseln in kolorierten Fotos der vorigen Jahrhundertwende (Sebastian Dobson, Sabine Arqué: „British Isles 1900. A Portrait in Colour“. Taschen, 608 S., 150 Euro). Auch wenn sich in den letzten 124 Jahren viel verändert hat – wenig zum Besseren -, versteht man nach dem reuefreien Genuss dieser Sinnesfülle an langen Winterabenden so manche Eigenart der Briten besser, beispielsweise den grässlichen Plumpudding oder die Manie fürs Gärtnern. Und die Landschaftsparks hat man noch nie so romantisch verwunschen erlebt. (S.T.)


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