Die heutige Hundesteuer hat ihren Ursprung im damaligen Preußen. Im 19. Jahrhundert wurde sie eingeführt, frei nach dem Motto »Wer sich Tiere zum Vergnügen leisten kann, könne sich auch eine Sonderabgabe leisten« (Quelle: Stadtmuseum Berlin). Mit Blick in die Vergangenheit gibt es die Hundesteuer aber schon deutlich länger – bereits im 15. Jahrhundert mussten Bauern das sogenannte Hundekorn an den Staat abdrücken.
Während andere Länder wie Frankreich oder Dänemark die Hundesteuer noch vor dem Jahrtausendwechsel abgeschafft haben, streiten sich die Parteien in Deutschland immer wieder darum. Bisher bleibt die Hundesteuer als wichtige Zusatzeinnahme für Kommunen bestehen.
Doch wie viel müssen Hundehalter eigentlich bezahlen? Unterscheiden sich die Beiträge nach Städten und Hunderassen? Wir sorgen für einen Überblick.
Das Wichtigste in Kürze:
- Die Hundesteuer ist in Deutschland nicht einheitlich geregelt. Kommunen entscheiden selbst über die Höhe.
- Gefährliche Hunde (sogenannte Listenhunde) sind meist deutlich teurer als andere Hunderassen. Die Kosten können sogar vierstellig sein.
- Nicht jeder muss Hundesteuer zahlen. Wer seinen Hund beruflich oder gesundheitlich benötigt, kann möglicherweise eine Steuerbefreiung oder -ermäßigung beantragen. Aber auch hier entscheiden die Kommunen individuell.
Wie hoch ist die Hundesteuer in Deutschland?
Die Hundesteuer ist nicht überall in Deutschland gleich hoch. Da es sich dabei um eine kommunale Steuer handelt, legen die Gemeinden die Höhe selbst fest. Unterschiede gibt es auch je nach Rasse. Listenhunde sind beispielsweise teurer.
Hundesteuer in den größten Städten je Bundesland
Alle Kommunen in Deutschland aufzulisten, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Daher konzentrieren wir uns auf die größten Städte pro Bundesland. Die Unterschiede haben wir in der nachfolgenden Tabelle zusammengefasst.
| Städte | Kosten für den ersten Hund | Kosten für den zweiten Hund | Listenhunde |
| Stuttgart | 144 Euro | 288 Euro | 816 Euro |
| Mannheim | 144 Euro | 288 Euro | 744 Euro |
| Karlsruhe | 132 Euro | 132 Euro | keine Angabe |
| München | 100 Euro | 100 Euro | 800 Euro |
| Nürnberg | 132 Euro | 132 Euro | 1.056 Euro |
| Augsburg | 84 Euro | 120 Euro | bis zu 840 Euro |
| Berlin | 120 Euro | 180 Euro | 120 Euro |
| Potsdam | 108 Euro | 144 Euro | 648 Euro |
| Cottbus | 72 Euro | 108 Euro | 540 Euro |
| Brandenburg an der Havel | 72 Euro | 84 Euro | keine Angabe |
| Bremen | 150 Euro | 150 Euro | keine Angabe |
| Hamburg | 90 Euro | 90 Euro | 600 Euro |
| Frankfurt am Main | 102 Euro | 102 Euro | 900 Euro |
| Wiesbaden | 180 Euro | 180 Euro | 180 Euro |
| Kassel | 90 Euro | 120 Euro | keine Angabe |
| Rostock | 108 Euro | 144 Euro | 1.000 Euro |
| Schwerin | 108 Euro | 200 Euro | 700 Euro |
| Neubrandenburg | 96 Euro | 150 Euro | 600 Euro |
| Hannover | 150 Euro | 267 Euro | 720 Euro |
| Braunschweig | 120 Euro | 204 Euro | 600 Euro |
| Oldenburg | 108 Euro | 132 Euro | keine Angabe |
| Köln | 174 Euro | 174 Euro | keine Angabe |
| Düsseldorf | 96 Euro | 150 Euro | 600 Euro |
| Dortmund | 156 Euro | 204 Euro | 468 Euro |
| Mainz | 186 Euro | 216 Euro | 600 Euro |
| Ludwigshafen | 145 Euro | 180 Euro | 840 Euro |
| Koblenz | 108 Euro | 180 Euro | 960 Euro |
| Saarbrücken | 120 Euro | 168 Euro | keine Angabe |
| Neunkirchen | 84 Euro | 108 Euro | keine Angabe |
| Homburg | 96 Euro | 120 Euro | 480 Euro |
| Leipzig | 150 Euro | 150 Euro | keine Angabe |
| Desden | 108 Euro | 144 Euro | keine Angabe |
| Chemnitz | 110 Euro | 145 Euro | 825 Euro |
| Magdeburg | 114 Euro | 114 Euro | keine Angabe |
| Halle (Saale) | 120 Euro | 180 Euro | 720 Euro |
| Dessau-Roßlau | 90 Euro | 180 Euro | 700 Euro |
| Kiel | 150 Euro | 225 Euro | keine Angabe |
| Lübeck | 144 Euro | 144 Euro | 618 Euro |
| Flensburg | 132 Euro | 180 Euro | 600 Euro |
| Erfurt | 108 Euro | 132 Euro | 564 Euro |
| Jena | 102 Euro | 120 Euro | 600 Euro |
| Gera | 96 Euro | 124,80 Euro | 672 Euro |
Quelle: Kaufkompass-Recherche. Stand: Februar 2026. / Die Daten stammen von den jeweiligen Websites der Städte. Deren Aktualität konnten wir nicht überprüfen.
Selbst innerhalb der Bundesländer kann die Hundesteuer von Stadt zu Stadt stark variieren. Listenhunde kosten allerdings überall deutlich mehr. Spitzenreiter ist Nürnberg mit einer Steuer von 1.056 Euro für gefährlich eingestufte Hunde.
Ab welchem Alter muss Hundesteuer bezahlt werden?
In den meisten deutschen Gemeinden wird die Hundesteuer ab dem dritten Lebensmonat des Hundes fällig. Nach Aufnahme des Hundes hat man zwei bis vier Wochen Zeit, um das Tier anzumelden. Wer einen erwachsenen Hund adoptiert, wird sofort steuerpflichtig.
Für welche Hunde muss man keine Hundesteuer zahlen?
Hundesteuer muss man nicht für alle Hunde zahlen. Es gibt Situationen, in denen sie ermäßigt oder gestrichen werden kann. Darüber entscheiden die Kommunen jedoch auch individuell. Gründe können sein:
- Hund aus dem Tierheim: Wie der NDR 2025 berichtete, hat der Stadtrat in Uelzen (Niedersachsen) entschieden, keine Hundesteuer mehr auf Tierheimhunde zu verlangen. Entscheidungen wie diese können förderlich sein, wenn weniger Menschen auf Züchter zurückgreifen und lieber einen Hund aus dem Tierheim adoptieren.
- Beruflich genutzte Hunde: Die Hundesteuer entfällt häufig auf beruflich genutzte Hunde, darunter auch Wach- oder Therapiehunde. Polizeihunde sind in der Regel deutschlandweit steuerfrei.
- Assistenzhunde: Personen, die aufgrund einer Behinderung auf einen Hund angewiesen sind, können sich ebenfalls von der Hundesteuer befreien lassen. Das gilt beispielsweise für blinde oder hörgeschädigte Menschen.
Wann sind Rentner von der Hundesteuer befreit?
Rentner sind nicht automatisch von der Hundesteuer befreit. Einige Gemeinden erlauben aber einen Antrag bei geringem Einkommen oder beim Erhalt von Grundsicherung. Das gilt auch für Erwerbstätige. Wer als bedürftig gilt und finanzielle Unterstützung vom Staat erhält, kann möglicherweise eine Steuerermäßigung oder -befreiung beantragen.
Warum gibt es keine Katzensteuer?
Mehrere Aspekte sprechen gegen eine Katzensteuer. Zum einen ist es deutlich schwerer, den Bestand zu kontrollieren und zu erfassen, zum anderen besteht die Gefahr, dass bei der Einführung einer Katzensteuer Tiere ausgesetzt werden. Interessanterweise wurde eine Katzensteuer in der Vergangenheit nie eingeführt. Denn während Hunde als Luxusgut galten, waren Katzen vorwiegend Mäusefänger und damit Nutztiere.















