Ein Sturz vom Klettergerüst, Fieber mitten in der Nacht oder ein verdorbener Magen nach dem Eis am Strand: Mit Kindern kann im Urlaub schnell etwas passieren. Dann zum Arzt zu gehen, ist im Ausland schnell teuer – ein Krankenhausaufenthalt erst recht. Eine Auslandskrankenversicherung hilft weiter.
Das Wichtigste in Kürze
- Versicherung für die ganze Familie: In einem Familientarif sind zwei Erwachsene und die Kinder über einen einzigen Beitrag versichert. Bedingung: Jede Person muss namentlich in der Police stehen.
- Altersgrenze bei Kindern: Bis zu welchem Alter Kinder mitlaufen, hängt vom Tarif ab. Meist liegt die Grenze zwischen 18 und 25 Jahren. Babys können ab Geburt mitversichert werden, müssen dafür aber ebenfalls angemeldet sein.
- Ab 25 Euro möglich: Eine Jahrespolice für die ganze Familie gibt es ab rund 25 Euro. Mit jedem weiteren Kind lohnt sie sich mehr, weil der Preis gleich bleibt.
Warum Familien bei der Auslandskrankenversicherung besondere Anforderungen haben
Im Ausland zahlt die gesetzliche Krankenversicherung nur begrenzt, außerhalb Europas oft gar nicht. Darauf weist die Verbraucherzentrale hin. Für Familien kommt noch einiges dazu. Heißt: Mehr Personen, mehr Risiko. Und Kinder holen sich leichter Schürfwunden, Infekte oder bekommen Fieber – in fremden Umgebungen und einem fremden Klima geht das teils noch schneller.
Dazu kommt, was Eltern sofort kennen: Ein krankes Kind bleibt nie allein. Muss es ins Krankenhaus, will ein Elternteil dabei sein. Und wer betreut so lange die Geschwister? Für solche Fälle haben Familientarife eigene Leistungen, die eine Single-Police nicht kennt.
Familienpolice oder Einzelverträge?
Für Familien lohnt sich fast immer der Familientarif. Er versichert zwei Erwachsene und die Kinder über einen Beitrag, und der liegt unter der Summe einzelner Verträge:
- So zahlt eine einzelne Person für eine gute Auslandskrankenpolice rund 10 bis 20 Euro pro Jahr. Vier Einzelverträge (Eltern und zwei Kinder) kommen damit schnell auf 60 Euro und mehr.
- Den Familientarif gibt es ab rund 25 Euro, gängige Marken-Tarife kosten 40 bis 55 Euro. Und er bleibt gleich teuer – egal, ob ein Kind mitreist oder vier. Je mehr Kinder, desto größer also der Vorteil. Ein Paar ohne Kinder ist dagegen mit einem eigenen Paartarif oft günstiger dran.
Was als Familie gilt, legt jeder Anbieter selbst fest. Oft sind es zwei Erwachsene mit Kindern, oft bis zu fünf oder sieben. Bei manchen Tarifen gilt das sogar unabhängig von Verwandtschaft und gemeinsamem Wohnsitz.
Für die meisten Familien passt dabei die Jahrespolice wohl am besten. Sie deckt beliebig viele Reisen im Jahr ab, jede bis zu einer Höchstdauer von meist 56 Tagen. Wer nur einmal verreist, fährt mit einer Einmalpolice günstiger. Und für eine durchgehende Reise über mehrere Monate braucht es einen speziellen Langzeittarif.
Worauf Eltern achten sollten
Vor Abschluss einer Versicherung sollten Eltern aber einige Dinge beachten:
Altersgrenze der Kinder: Bis wann ein Kind mitversichert ist, ist von Tarif zu Tarif verschieden. Mal endet der Schutz mit 18, mal erst mit 25 Jahren. Je nach Anbieter zählt das Alter bei Abschluss oder bei Reisebeginn. Manche Policen enden, sobald das Kind die Grenze erreicht, andere erst zum nächsten Versicherungsjahr. Klären Sie das vorab, damit das Kind rechtzeitig eine eigene Police bekommt und nicht womöglich während einer Reise aus der Versicherung herausfällt.
Mitreisende Kinder: Jedes Kind muss namentlich in der Police stehen, sonst ist es nicht versichert. Viele Tarife schützen die Kinder auch dann, wenn sie getrennt von den Eltern unterwegs sind, etwa auf Klassenfahrt. Oft sind Stief-, Adoptiv- und Pflegekinder eingeschlossen.
Babys und Kleinkinder: Ein Kind lässt sich ab Geburt mitversichern. Kommt Ihr Baby während der Laufzeit zur Welt, müssen Sie es aktiv nachmelden und in den Vertrag aufnehmen. Ohne diese Meldung besteht in der Regel kein Schutz.
Vorerkrankungen des Kindes: Hat Ihr Kind eine chronische Krankheit (etwa Asthma, Allergie oder Diabetes), geben Sie das vor Abschluss an. Verschweigen Sie es, kann der Versicherer im Ernstfall die Übernahme der Kosten verweigern. Über eine ganze Reise wiegt das schwer.
Ausschlüsse: Nicht alles ist abgedeckt. Riskante Sportarten wie Tauchen oder Klettern, eine Schwangerschaft und aufwendige Zahnbehandlungen sind je nach Tarif nur eingeschränkt oder gar nicht versichert. Planen Sie so etwas, lohnt der Blick in die Bedingungen.
Selbstbeteiligung: Wählen Sie einen Tarif ohne Eigenanteil. Bei mehreren Personen kann sich die Selbstbeteiligung sonst schnell zu einem ordentlichen Betrag summieren.
Welche Leistungen besonders wichtig sind
Manche Leistungen sind wichtiger als andere. Sie sollten besonders priorisieren:
Krankenrücktransport: Der Tarif sollte den Rücktransport schon zahlen, wenn er medizinisch sinnvoll ist, nicht erst, wenn er medizinisch notwendig ist. Diese Formulierung ist wichtig. Gerade bei einem Kind zählt, dass es schnell in die Versorgung im vertrauten Zuhause kommt.
Rooming-in: Muss ein Kind ins Krankenhaus, übernehmen gute Tarife die Unterbringung eines Elternteils gleich mit. So bleiben Sie über Nacht bei Ihrem Kind, ohne dass Extrakosten entstehen. Prüfen Sie die Altersgrenze, manche Tarife zahlen das nur bis zu einem bestimmten Alter des Kindes.
Notfallbetreuung der Kinder: Werden die Eltern selber krank, organisiert ein guter Tarif die Betreuung oder Rückreise der Kinder und übernimmt die Kosten. Auf einer Familienreise zählt das zu den wichtigsten Leistungen überhaupt.
Telefonische Unterstützung: Eine Assistenz-Hotline, die rund um die Uhr erreichbar ist, ist im Ausland viel wert. Sie nennt eine geeignete Klinik, schaltet im Notfall ein Krankenhaus ein und sichert die Kostenübernahme zu. Mit einem kranken Kind in einem fremden Land entlastet das enorm.
Fazit: Worauf Familien bei der Auswahl achten sollten
Für die Familie ist der Familientarif fast immer die richtige Entscheidung. Denn es gilt ein Beitrag für alle, der niedriger ist als die Summe einzelner Verträge. Und: Mit weiteren Kindern wird es nicht teurer. Wichtig ist allerdings, jedes Kind namentlich einzutragen, einen Tarif ohne Selbstbeteiligung zu wählen und auf einen Rücktransport zu achten, der schon bei medizinischer Sinnhaftigkeit zahlt. Bei kleinen Kindern können zudem die Kostenübernahme für das Rooming-in im Krankenhaus und für eine Notfallbetreuung entscheidend sein. Klären Sie außerdem vor der Buchung eines Tarifs, was dieser zu Vorerkrankungen und Ausschlüssen sagt.
















