Vivid Money wirbt mit kostenlosem Geschäftskonto, hohen Guthabenzinsen und vielen Zusatzfunktionen für Selbstständige und Unternehmen. Dazu gehören virtuelle Karten, Unterkonten mit eigener IBAN und Integrationen für die Buchhaltung. Gerade für kleinere Unternehmen und Freiberufler klingt das zunächst attraktiv.
Allerdings unterscheidet sich Vivid in einigen Punkten deutlich von klassischen Geschäftsbanken. Denn Vivid ist keine Bank, sondern ein sogenanntes E-Geld-Institut. Das hat unter anderem Auswirkungen auf die Nutzung bestimmter Bankfunktionen.
Welche Vor- und Nachteile das im Alltag hat und für wen sich das Konto trotzdem lohnen kann, haben wir uns genauer angeschaut.
Vivid Geschäftskonto Standard auf einen Blick
- Kostenlose Kontoführung
- Eigenes Zinskonto
- Umfangreiche Zusatzfunktionen
- Kein echtes Bankkonto
- Unübersichtliche Website
| Kontoführung | Kostenlos |
| Virtuelle Karte | Kostenlos |
| Physische Visa-Debitkarte | Kostenlos |
| Zinssatz | 4 Prozent in den ersten vier Monaten (max. 100.000 Euro), danach 0,5 Prozent |
| Anzahl IBANs | Unbegrenzt |
| Integration mit Buchhaltungstools | Ja |
| Lastschriftverfahren mit allen Unternehmen | Ja |
| Sofortüberweisungen | Kostenlos |
| Bezahlen mit Apple oder Google Pay | Ja |
| Support | 24/7 per Chat |
| Einlagensicherung | Ja, aber eingeschränkt |
Quelle: Vivid. Stand: April 2026.
Vivid im Überblick
Vivid Money wurde 2019 gegründet und bietet digitale Finanzlösungen für Privat- und Geschäftskunden an. Hinter dem Angebot stehen mehrere Unternehmen innerhalb der Vivid-Gruppe. Für deutsche Geschäftskunden sind unter anderem die Vivid Money S.A. mit Sitz in Luxemburg sowie die niederländische Vivid Money B.V. relevant.
Vivid besitzt dabei keine klassische Banklizenz, sondern arbeitet als E-Geld-Institut mit Partnerbanken zusammen. Das Unternehmen kann dadurch moderne Banking-Funktionen und vergleichsweise günstige Konditionen anbieten, verzichtet aber teilweise auf klassische Bankleistungen traditioneller Banken.
Vivid Geschäftskonto Standard im Detail
Kontoführung, Karten und Zinsen bei Vivid
Das Vivid Geschäftskonto Standard selbst sowie eine virtuelle und eine physische Karte sind bei Vivid kostenlos. Kontoeröffnungs- oder Kontoführungsgebühren fallen nicht an. Es lassen sich außerdem eine unbegrenzte Anzahl von Konten mit deutschen IBANs erstellen.
Eine Besonderheit: Wer bei Vivid ein Geschäftskonto eröffnet, hat die Möglichkeit auf ein Zinskonto mit 4 Prozent Zinsen in den ersten vier Monaten. Anschließend reduziert sich der Zinssatz auf 0,5 Prozent. Das Angebot kann sich im Vergleich zu klassischen Banken sehen lassen. Andere Finanzplattformen bieten allerdings mehr. Kunden von Tide erhalten beispielsweise 4,25 Prozent für vier Monate (anschließend 1 Prozent), Finom verspricht 5 Prozent für fünf Monate (danach bis zu 1,75 Prozent).
Insgesamt gibt es bei Vivid vier Kontomodelle für Selbstständige (Standard, Prime, Pro und Pro+) und drei für Unternehmen (Free Start, Basic und Pro). Größere oder komplexe Unternehmen können zusätzlich noch zwischen Enterprise und Enterprise+ wählen. In diesem Ratgeber konzentrieren wir uns auf das kostenlose Standard-Modell.
Überweisungen
SEPA-Instant-Überweisungen sind bei Vivid kostenlos, eingehende SWIFT ebenfalls. Für ausgehende SWIFT fällt eine Gebühr von fünf Euro an. Wer seine Karte aufladen möchte, kann das bis zu 200 Euro gebührenfrei tun. Danach fallen ein Prozent Gebühren an, mindestens jedoch 0,49 Euro.
Bargeld einzahlen und auszahlen
Bei Vivid lässt sich kein Bargeld einzahlen. Kunden haben lediglich die Möglichkeit, Geld auf ihre Debitkarte zu laden. Auszahlungen sind möglich und bis zu 100 Euro kostenlos. Für Beträge darüber werden 2 Prozent fällig.
Wer mit Karte in einer anderen Währung zahlt oder Abhebungen in einer anderen Währung tätigt, muss grundsätzlich mit einer Gebühr von 2 Prozent rechnen.
Dispo und Kreditmöglichkeiten
Da Vivid keine Bank ist, gibt es weder Dispo noch geduldete Kontoüberziehung. Allerdings ermöglicht das Unternehmen Vivid-Business-Kunden Finanzierungsmöglichkeiten. Kredite bis 200.000 Euro werden mit einer Laufzeit von zwölf Monaten und einer einmaligen Gebühr herausgegeben. Die Gebühr hängt von der Laufzeit und Kredithöhe ab und beginnt bei 6,5 Prozent.
Buchhaltung, Rechnungen & Co.: zusätzliche Leistungen bei Vivid
Das Leistungsspektrum der zusätzlichen Funktionen von Vivid ist umfangreich und für jeden Tarif gleich, auch für den kostenlosen Standard-Tarif. Die nachfolgende Tabelle fasst die Optionen übersichtlich zusammen.
| Rechnungsstellung | Kostenlos |
| Unterlagen für die Buchhaltung hochladen | 25 |
| Software-Verknüpfungen (zum Beispiel Lexware Office, DATEV) | Kostenlos möglich |
| Gebühr beim Empfang von Kartenzahlungen von Kunden mit EWR-Karten | Ab 0,79 Prozent (plus 0,25 Euro) |
| Steuererklärung für Freiberufler | Kostenlos |
| Zertifizierte Steuerberatung | 99 Euro pro Monat oder 990 Euro pro Jahr |
| Kartenlesegerät | Kostenlos |
| Virtuelle Teammitglieder (KI-Assistenten für Personal & Recht) | Kostenlos |
Quelle: Vivid. Stand: April 2026.
Zusätzliche Features des Vivid Geschäftskontos
Das Vivid Geschäftskonto bietet aber noch weitere Produkte an.
Geld investieren mit dem Vivid Geschäftskonto
Mit dem Vivid Geschäftskonto können Sie auch kostenlos ein Firmendepot für Aktien-, ETFs- oder Krypto-Investments eröffnen. Mit dem Crypto-Earn-Konto lassen sich Kryptowährungen »staken«. Im Gegenzug erhalten Sie regelmäßig Belohnungen in derselben Kryptowährung (bis zu 8 Prozent effektiver Jahreszins laut Vivid). Das kann für erfahrene Trader, die sich der Risiken bewusst sind, interessant sein.
Staking kann ein passives Einkommen generieren, solange der Coin stabil bleibt. Kryptowährungen sind jedoch bekannt dafür, häufig stark zu schwanken.
Cashback bei Vivid
Mit dem Vivid Geschäftskonto lassen sich auch Cashback-Aktionen nutzen. Das Unternehmen wirbt im kostenlosen Standard-Modell mit 0,1 Prozent Cashback auf alle Ausgaben und bis zu zwei Prozent auf ausgewählte Kategorien und Marken wie beispielsweise Lidl, Amazon oder Facebook-Werbung. In den kostenpflichtigen Tarifen sind die Prozentsätze höher.
Kundenservice und Erreichbarkeit
Vivid lässt sich nach eigenen Angaben per Live-Chat, WhatsApp und E-Mail erreichen. In der Vivid App gibt es zudem noch einen eigenen Nachrichtendienst. Der Kundenservice soll rund um die Uhr erreichbar sein.
Der Support wird auf Trustpilot sowohl positiv als auch negativ bewertet. Insgesamt erreicht Vivid auf der Bewertungsplattform 4,7 von 5 Sternen bei mehr als 26.000 Bewertungen. Einige Nutzer schreiben, dass ihnen schnell geholfen wurde und der Service kompetent, professionell und freundlich war. Andere bemängeln, dass sie lange auf Antworten warten mussten und gar keine Rückmeldung erhalten haben.
Erfahrungen mit der Vivid App
Kunden bewerten die Vivid App im Apple App Store und Google Play Store mit 4,5 beziehungsweise 4,6 von 5 Sternen. Besonders gelobt werden die einfache und praktische Bedienbarkeit und die schnelle Kontoeröffnung. Es gibt aber auch Kritik. Manche Nutzer klagen über technische Probleme und unerwartet eingefrorene Konten. Der Kundenservice scheint in der App auf Anfragen ebenfalls nicht schnell genug zu helfen. Auf Bewertungen in den App Stores hingegen reagiert Vivid zügig – allerdings meist mit generischen Antworten.
Einlagensicherung
Auch wenn Vivid keine Bank ist, wird das Vermögen von Kunden geschützt. Nach eigenen Angaben sind Kundengelder, die bei Natixis (BPCE-Gruppe) gehalten werden, über die französische gesetzliche Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro abgesichert. Die Grenze gilt pro Person.
Fazit
Das Vivid Geschäftskonto Standard ist vor allem ein digitales Finanztool für Selbstständige und kleinere Unternehmen, die ihre Finanzen flexibel und weitgehend kostenfrei organisieren wollen. Besondere Stärken sind die kostenlose Kontoführung, die integrierten Zusatzfunktionen wie Rechnungsstellungen, Buchhaltungstools und Cashback sowie die vergleichsweise hohen Zinsen in den ersten vier Monaten.
Ein Knackpunkt ist aus unserer Sicht jedoch die unübersichtliche Website. Die Fülle der Informationen kann überfordern und an manchen Stellen fehlen nötige Einordnungen, beispielsweise, ob das Zinskonto verpflichtend oder freiwillig ist. Vivid ist außerdem keine klassische Bank, sondern eine E-Geld-Plattform. Dadurch fehlen Dispo- und Überziehungsoptionen sowie die Möglichkeit, sich Bargeld auszahlen zu lassen.
Insgesamt eignet sich Vivid für Nutzer, die digital arbeiten, viele Prozesse automatisieren wollen und kein klassisches Bankkonto benötigen. Wer maximale Sicherheit und eine vollständige Banking-Struktur mit Bargeldfunktionen sucht, ist möglicherweise bei einer traditionellen Bank besser aufgehoben.
















