Ein Geschäftskonto gehört für viele zum Business dazu. Die Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau (IHK) empfiehlt Unternehmern sogar insgesamt fünf Konten – zwei geschäftliche Girokonten, zwei geschäftliche Tagesgeldkonten und ein privates Girokonto. Die Menge braucht allerdings nicht jeder. Je nach Branche und Anzahl der Kontobewegungen reicht auch je eines. Doch was genau bringt überhaupt ein Geschäftskonto? Wir beleuchten Hintergründe, Funktionen und Kosten.
Das Wichtigste in Kürze:
- Ein Geschäftskonto trennt private Einnahmen und Ausgaben von geschäftlichen und sorgt so für mehr Überblick.
- Banken bieten Geschäftskonten häufig mit besonderen Features und Leistungen an, zum Beispiel einer besseren Übersicht durch Unterkonten.
- Geschäftskonten sind nicht für alle gesetzlich verpflichtend. Lediglich Kapitalgesellschaften müssen das private Konto vom beruflichen trennen.
Was ist ein Geschäftskonto?
Ein Geschäftskonto ist ein Bankkonto, das speziell für geschäftliche Einnahmen und Ausgaben genutzt wird. Technisch gesehen ist es ein für Selbstständige und Freiberufler ausgelegtes Girokonto. Es trennt private Einnahmen und Ausgaben von beruflichen und sorgt so für mehr Übersicht. Vor allem für die Buchhaltung und Steuererklärung ist das wichtig.
Für wen lohnt sich ein Geschäftskonto?
Ein Geschäftskonto kann sich eigentlich für alle Unternehmer, Solo-Selbstständigen und Freiberufler lohnen. Teilweise ist es sogar gesetzlich verpflichtend. Kapitalgesellschaften wie eine GmbH, UG oder AG müssen beispielsweise ein separates Konto für ihre geschäftlichen Transaktionen führen. Bei allen anderen ist es freiwillig. Sinnvoll kann es dennoch sein, denn:
- Einzelunternehmer profitieren davon, wenn die Buchhaltung, der Zahlungsverkehr und steuerliche Informationen getrennt vom privaten Konto laufen.
- Freiberufler mit mehr als ein paar Rechnungen im Monat sparen sich Zeit – vor allem, wenn der Steuerberater Kontoauszüge benötigt.
- Selbstständige mit Angestellten müssen den Überblick über alle Gehälter bewahren. Besonders wenn es eine Firmenkarte gibt, sollte die nichts mit dem privaten Girokonto zu tun haben.
Welche Funktionen bietet ein Geschäftskonto?
Geschäftskonten haben manchmal besondere Funktionen, die Selbstständige und Freiberufler entlasten. Dazu gehören zum Beispiel Unterkonten für eine bessere Übersicht und integrierte Rechnungstools. Sie helfen dabei, Rechnungen direkt im Konto zu erstellen (inklusive Umsatzsteuer) und zu verschicken und eingehende Zahlungen zu sortieren. Was man im privaten Girokonto manuell erledigen muss, passiert im Geschäftskonto automatisch.
Buchhaltungssoftwares wie Lexoffice oder Sevdesk lassen sich ebenfalls integrieren. Unterm Strich kann ein gut ausgewähltes Geschäftskonto Zeit und Nerven sparen.
Was kostet ein Geschäftskonto?
Geschäftskonten sind häufig nicht kostenlos. Neben Kontoführungsgebühren fallen in der Regel auch Kosten für alle Transaktionen an. Die Preise dafür variieren je nach Anbieter; oft sind es zwischen 0,10 und 0,40 Euro.
Es gibt auch Konten, bei denen eine bestimmte Anzahl an Buchungen inklusive ist. Dafür ist die monatliche Gebühr dann teilweise höher. Auch für zusätzliche Unterkonten verlangen manche Banken Geld.
In unserem Vergleich der besten Geschäftskonten haben wir 30 Angebote untersucht. Die Kontoführungsgebühren schwanken bei den Top 7 zwischen null und 25 Euro pro Monat. Unser Testsieger, das Business Smart Konto von N26, kostet zum Beispiel 4,90 Euro pro Monat.
Wer Bargeld abheben möchte, muss ebenfalls mit Gebühren rechnen. Bei manchen Banken ist allerdings eine geringe Anzahl an kostenlosen Bargeldabhebungen inklusive.
Vorteile und Nachteile eines Geschäftskontos?
Bisher klingt ein Geschäftskonto nach einem Must-have für Selbstständige und Freiberufler. Aber gibt es auch Nachteile? Wir haben recherchiert.
Vorteile und Nachteile von Geschäftskonten
| Vorteile | Nachteile |
| Private und geschäftliche Ausgaben klar getrennt | Mögliche zusätzliche Kontoführungsgebühren |
| Bessere Übersicht über den Cashflow | Mehr Verwaltungsaufwand |
| Zugriff auf zusätzliche Features und Funktionen | Aufwendigere Kontoeröffnung |
| Einfachere Buchhaltung und Steuererklärung | |
| Je nach Anbieter bessere Konditionen oder einen höheren Überziehungsrahmen |
Quelle: Kaufkompass-Recherche. Stand: 8. Dezember 2025.
»Echte« Nachteile gibt es bei einem Geschäftskonto eigentlich nicht. Es können lediglich je nach Anbieter und Kontomodell mehr Gebühren anfallen. Die Kontoeröffnung kann etwas aufwendiger sein, allerdings ist sie eine einmalige Sache, und man muss sich um zwei Konten kümmern. Wer jedoch alle Finanzen über das private Girokonto laufen lässt, hat ebenfalls einen gewissen Verwaltungsaufwand.
Wie eröffnet man ein Geschäftskonto?
Um ein Geschäftskonto zu eröffnen, werden ein paar Unterlagen benötigt. Neben den gängigen Nachweisen wie einem gültigen Personalausweis oder Reisepass benötigt man je nach Unternehmensart laut Sparkasse noch:
- Bonitätsauskunft (zum Beispiel Schufa)
- Steuerbescheide
- Gewerbeanmeldung
- Steuernummer
- Handelsregisterauszug
- Nachweise über Berufsstand (wichtig für Notare, Rechtsanwälte und Treuhänder)
Ansonsten läuft die eigentliche Kontoeröffnung genauso ab wie beim Girokonto – abhängig von der Bank entweder online oder persönlich in der Filiale. Online stellen Sie dafür einen Antrag und verifizieren Ihre Identität. Das geht in der Regel per Videocall mit einem geschulten Mitarbeitenden oder per Postident. Sobald die Bank alle Unterlagen überprüft hat, schaltet sie das Konto frei. Das geschieht meist innerhalb weniger Tage. Die Karte gibt es anschließend postalisch.
Fazit: Worauf es bei einem Geschäftskonto ankommt
Ein gutes Businesskonto trennt private und geschäftliche Ausgaben und reduziert Stress bei der Buchhaltung und Steuern. Entscheidend sind transparente Gebühren, eine übersichtliche Struktur und passende Features. Bei vielen Transaktionen lohnen sich Konten mit einer großen Anzahl an inkludierten Buchungen. Insgesamt kommt es auf die Branche und Art der Selbstständigkeit an. Verpflichtend sind Geschäftskonten nur für Kapitalgesellschaften – alle anderen können frei entscheiden. Wichtig ist, Prioritäten richtig zu setzen und Preise zu vergleichen.















