Ein Girokonto gehört bei den persönlichen Finanzen zur Grundausstattung – ohne geht es quasi fast nicht mehr. Deswegen bieten in der Regel alle Banken Girokonten an, darunter auch Bunq.
Die niederländische Bank mit Sitz in Amsterdam wurde 2012 gegründet und erhielt 2014 die Banklizenz. 2015 ging der Anbieter dann mit eigener Bunq App an den Start. Seitdem hat sich das Unternehmen nach eigenen Angaben zur zweitgrößten Neobank Europas mit 20 Millionen Nutzern entwickelt.
Aber wie gut ist das Angebot wirklich? Wie ist das Preis-Leistungs-Verhältnis im Vergleich zu anderen Anbietern und gibt es besondere Extras? Wir haben uns das Girokonto genauer angeschaut.
Bunq Girokonto auf einen Blick
- Auswahl aus mehreren Kontomodellen
- In-App- und SOS-Chat
- Besondere Features und Extras je nach Kontomodell
- Keine physische Karte beim kostenlosen Kontomodell
- Keine Bargeldeinzahlungen beim kostenlosen Kontomodell
- Kostenpflichtige Bargeldabhebungen
| Kontoführung | Kostenlos bis 18,99 Euro pro Monat |
| Unterkonten | 3 bis 25 mit eigener IBAN |
| Karten | 1 bis 3 physische und 1 bis 25 virtuelle Karten |
| Bargeld | Abhebungen teils kostenpflichtig, bis zu 6 Mal kostenlos pro Monat; Einzahlungen erst ab kostenpflichtigen Tarifen möglich |
| Fremdwährung | Im Basistarif mit Aufschlag, sonst mit kostenlosen Transaktionen |
| Einlagensicherung | 100.000 Euro |
Quelle: Bunq. Stand: März 2026.
Bunq Girokonto im Detail
Kontoführung bei Bunq
Bunq hat vier verschiedene Kontomodelle mit unterschiedlichen Kontoführungsgebühren:
- Bunq Free: kostenlos
- Bunq Core: 3,99 Euro pro Monat
- Bunq Pro: 9,99 Euro pro Monat
- Bunq Elite: 18,99 Euro pro Monat
Für Minderjährige und Studenten bis zum 26. Lebensjahr bietet die Bank Bunq Pro kostenlos an. Optional kann auch auf Bunq Elite für vergünstigte 9 Euro pro Monat geupgraded werden.
Gut zu wissen: Bei Bunq lassen sich mehrere Unterkonten mit eigenen IBANs erstellen. Bunq Free ermöglicht bis zu drei IBANs, Bunq Core bis zu fünf. Kunden von Bunq Pro und Bunq Elite können bis zu 25 IBANs nutzen.
Dispo- und Kreditmöglichkeiten
Bei Bunq gibt es weder einen Dispo noch Kreditmöglichkeiten. Damit möchte die Bank nach eigenen Angaben verhindern, dass sich ihre Kunden verschulden. Ratenzahlungen lassen sich über Bunq allerdings abwickeln.
Virtuelle und physische Karten
Auch bei der Anzahl der Karten unterscheidet sich das Angebot. Im kostenlosen Kontomodell Bunq Free ist keine physische Karte enthalten, dafür eine virtuelle. Bunq Core bietet sowohl eine physische als auch eine virtuelle Karte an. Bei Bunq Pro und Bunq Elite erhalten Kunden je drei physische und bis zu 25 virtuelle Karten.
Wer seine Karte personalisieren möchte, zahlt ab Bunq Core pro Karte einmalig 9,99 Euro extra. Eine Metal-Card gibt es bei Bunq Pro und Bunq Elite für einmalig 99 Euro.
Bargeld ein- und auszahlen
Grundsätzlich lässt sich bei Bunq Bargeld ein- und auszahlen, obwohl die Bank kein klassisches Filialnetz und auch keine Geldautomaten hat.
Bargeld einzahlen funktioniert in Deutschland und Österreich mit Barzahlen/Viacash bei teilnehmenden Partnern. Dazu gehören beispielsweise Supermärkte oder Drogerien. Bei Bunq Core, Pro und Elite lassen sich pro Monat 100 Euro kostenlos einzahlen. Für alles darüber fällt eine Gebühr von 2,5 Prozent auf den Betrag oberhalb der 100 Euro an. Bei 200 Euro wären das zum Beispiel 2,50 Euro (= 2,5 Prozent von 100 Euro).
Wichtig: Bei Bunq Free kann man kein Bargeld einzahlen.
Bargeld bei Bunq abheben
Wer sich Bargeld auszahlen lassen möchte, muss ebenfalls mit Gebühren rechnen.
| Kontomodell | Gebühr |
| Bunq Free | 2,99 Euro pro Transaktion |
| Bunq Core | 0,99 Euro für die ersten fünf Abhebungen, danach 2,99 Euro |
| Bunq Pro | Erste sechs Abhebungen kostenlos, danach 0,99 Euro für fünf weitere. Für alles darüber 2,99 Euro |
| Bunq Elite | Erste sechs Abhebungen kostenlos, danach 0,99 Euro für fünf weitere. Für alles darüber 2,99 Euro |
Quelle: Bunq. Stand: März 2026.
Bunq fürs Ausland
Kartenzahlungen in Fremdwährungen sind – wie bei vielen anderen Banken – auch bei Bunq kostenpflichtig. Beim kostenlosen Modell Bunq Free erwartet Kunden der echte Mastercard-Wechselkurs inklusive 0,5 Prozent Wechselkurs-Risiko. Das gilt für 1.000 Euro pro Jahr, danach fallen 1,5 Prozent des Transaktionsbetrages an.
Bei den übrigen Kontomodellen sind es dauerhaft der echte Mastercard-Wechselkurs inklusive 0,5 Prozent Wechselkurs-Risiko.
Überweisungen
Bunq bietet Echtzeit-Überweisungen in andere Währungen an. Die Kosten variieren. Von Euro zu USD oder GBP fallen 0,70 Euro an. Von Euro zu SEK, NOK, DKK, PLN und AUD erhöht sich die Gebühr auf einen Euro. Wer in andere Währungen überweist, muss drei Euro zahlen.
Reisen mit dem Bunq Girokonto
Wer gerne auf Reisen geht, findet bei Bunq Elite eine Besonderheit: In diesem Kontomodell ist eine kostenlose Reiseversicherung inklusive. Anspruch besteht jedoch nur, sofern »die Unterkunft, (der) Transport oder das Mietfahrzeug (…) vollständig mit der versicherten Karte« bezahlt wurden (Quelle: Bunq).
In allen Kontomodellen lassen sich zudem bis zu 90 Prozent bei Roaming-Kosten mit einer eSIM sparen. Bunq Elite bietet Urlaubern zusätzlich viermal 2 GB Datenvolumen kostenlos pro Jahr.
Den besten Wechselkurs erhalten Bunq-Kunden mit dem ZeroFX-Feature. Bei Bunq Core, Pro und Elite gilt das für unbegrenzte Summen. Bei Bunq Free auf 1.000 Euro pro Jahr.
Ein nettes Extra: Bei den kostenpflichtigen Kontomodellen lassen sich Zahlungen aufteilen und sofort begleichen – zum Beispiel bei gemeinsamen Reisen und Aktivitäten mit Freunden.
Die nachfolgende Tabelle fasst alle Reise-Features noch einmal übersichtlich zusammen:
| Bunq Free | Bunq Core | Bunq Pro | Bunq Elite | |
| Reiseversicherung | nein | nein | nein | ja |
| eSIM | ja | ja | ja | 4 × 2 GB kostenlos pro Jahr |
| ZeroFX | 1.000 Euro pro Jahr | Unbegrenzt | Unbegrenzt | Unbegrenzt |
| Zahlungen aufteilen | nein | ja | ja | ja |
Quelle: Bunq. Stand: März 2026.
Gemeinschaftskonten
Das Bunq Girokonto kann man auch als Gemeinschaftskonto nutzen. Es gibt aber eine Einschränkung für Kunden von Bunq Free: Im kostenlosen Kontomodell können Gemeinschaftskonten nur durch eine Einladung von Bunq Core-, Pro- oder Elite-Nutzern eröffnet werden. Gleiches gilt bei Gemeinschafts-Sparkonten und einem gemeinsamen Kontozugang.
Bei Bunq Core, Pro und Elite bietet die Bank außerdem 30 Prozent Rabatt auf Gruppen-Abos.
Investieren & Sparen
Geld anlegen und investieren? Ist mit dem Bunq Girokonto möglich. Dieses Angebot gilt für alle Kontomodelle. In den ersten drei Monaten lässt sich beispielsweise kostenlos in Aktien investieren. Bei Bunq Pro gibt es anschließend 20 Prozent auf die Handelsgebühren, bei Bunq Elite 50 Prozent.
Auch mehr als 350 Kryptowährungen hat die Bank im Angebot. Die Kosten pro Trade hängen vom Bunq-Modell ab:
| Bunq Free | 1,99 Prozent pro Trade |
| Bunq Core | 0,99 Prozent pro Trade |
| Bunq Pro | 0,49 Prozent pro Trade |
| Bunq Elite | 0,25 Prozent pro Trade |
Quelle: Bunq. Stand: März 2026.
Budgets & Ersparnisse
Bunq wirbt damit, Kunden beim Budgetieren und Sparen zu unterstützen. Folgende Möglichkeiten gibt es je nach Kontomodell:
| Bunq Free | Bunq Core | Bunq Pro | Bunq Elite | |
| Easy Budgeting | nein | nein | ja | ja |
| Einnahmen sortieren | nein | nein | ja | ja |
| Ausgabelimits | nein | nein | ja | ja |
| Zweit-PIN | nein | ja | ja | ja |
| Automatisches Aufrunden | nein | nein | ja | ja |
| Transaktionsnotizen | nein | nein | ja | ja |
| Kundenkarten | nein | ja | ja | ja |
Quelle: Bunq. Stand: März 2026.
Bunq Pro und Bunq Elite bieten für ihren teureren Preis auch beim Sparen besondere Funktionen an.
Mit dem Easy Budgeting und der Funktion, Einnahmen zu sortieren, können Kunden separate Konten für jede Ausgabenkategorie einrichten und Zahlungen automatisch budgetieren und sortieren. Wer Ausgaben reduzieren möchte, kann bei den genannten Modellen Ausgabelimits setzen. Zahlungen lassen sich auch aufrunden und die Differenz sparen oder Notizen zu Transaktionen hinzufügen.
Eine Zweit-PIN, um von mehreren Konten mit einer Karte zu bezahlen, gibt es bei allen Modellen außer bei Bunq Free. Gleiches gilt für das Hinzufügen von Kundenkarten.
API & Workflows
Wer technisch versiert ist, kann bei Bunq Pro und Bunq Elite sein Banking durch Tools wie Open API (mit Code) oder Zapier (ohne Code) umbauen. Nach eigenen Angaben lässt sich Bunq mit über 4.000 Apps verbinden, wodurch sich Finanzprozesse automatisieren oder vereinfachen lassen. Diese Optionen gibt es allerdings nur bei den zwei teureren Kontomodellen.
Erfahrungen mit der App
Die Bunq App ist sowohl im Apple App Store als auch im Google Play Store verfügbar und mit 4,5 beziehungsweise 4,1 von 5 Sternen sehr gut bewertet (Stand: 5. März 2026). Im Apple App Store liegen mehr als 13.000 Bewertungen vor, im Google Play Store mehr als 35.000.
Kunden loben vor allem die Übersichtlichkeit und einfache Bedienbarkeit der App. Durch flexible Unterkonten lassen sich die Finanzen leicht überblicken und ordnen. Zahlungen scheinen im In- und Ausland problemlos abzulaufen. Es gibt aber auch kritische Stimmen. Kunden bemängeln, dass der Support freundlicher und schneller sein könnte und der KI-Chatbot in manchen Fällen nicht ausreichend funktioniert. Mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis sind ebenfalls nicht alle zufrieden. Ein Pluspunkt: Bunq antwortet in der Regel auf Bewertungen.
Einlagensicherung
Bei Bunq sind Vermögen bis 100.000 Euro durch die gesetzliche Einlagensicherung der Niederlande geschützt. Falls die Bank im unwahrscheinlichen Fall ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann, sorgt die De Nederlandsche Bank dafür, dass die Einlagen inklusive Zinsen bis eben genannter Summe pro Person geschützt sind.
Konto bei Bunq eröffnen: So geht’s
Laut Bunq kann man ein Girokonto innerhalb von fünf Minuten eröffnen. Im ersten Schritt müssen Kunden dafür die Bunq App herunterladen und dort den vollen Namen, die Anschrift, die Mail-Adresse sowie die Telefonnummer angeben. Anschließend lässt sich die Identität ganz einfach mit einem Video-Selfie bestätigen. Sobald das abgeschlossen ist, funktioniert das Banking.
Fazit
Das Bunq Girokonto richtet sich klar an Nutzer, die ihr Banking konsequent digital und möglichst flexibel organisieren wollen. Der größte Unterschied zu klassischen Konten liegt weniger in den Grundfunktionen, sondern mehr bei den Zusatzfeatures: Eine bestimmte Anzahl an Unterkonten mit eigener IBAN, virtuelle Karten und automatisierte Budget-Tools ermöglichen Kunden, ihre Einnahmen und Ausgaben genau zu strukturieren. Besonders bei den kostenpflichtigen Tarifen Pro und Elite lassen sich Finanzen automatisieren. Mit der Reiseversicherung bei Bunq Elite und integrierten eSIM-Optionen hebt sich Bunq auch beim Thema Reisen von anderen Anbietern ab.
Lediglich beim Bargeld gibt es Kritikpunkte. Einzahlungen sind begrenzt und Abhebungen je nach Tarif kostenpflichtig. Außerdem verzichtet Bunq bewusst auf Dispo- und Kreditmöglichkeiten, was nicht zu jedem Nutzer passt.
Unterm Strich ist das Bunq Girokonto eine auf den Kunden anpassbare Banking-Plattform und für diejenigen sinnvoll, die möglichst flexibel und digital bleiben möchten und ihr Konto sowieso nicht überziehen. Wer viel Bargeld nutzt oder ein günstiges Allround-Konto sucht, wird teilweise bei anderen Banken bessere Konditionen finden.















