FinanzenWohngebäudeversicherung

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Wohngebäudeversicherung Test: Wohngebäudeversicherung Aufmacher Finanzen Foto: Gorodenkoff / Adobe Stock

Die beste Wohn­gebäude­versicherung

Aktualisiert:
Letztes Update: 2. September 2024

Wir haben den Vergleich überprüft. Unsere Empfehlungen sind weiterhin aktuell.

Eine Wohngebäudeversicherung – am besten mit Elementarschadenschutz – ist für Hausbesitzer sehr wichtig. Das wird mit jedem Hausbrand und mit jeder Naturkatastrophe klar: Die Schadensstatistik des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ermittelte hier bereits 2020 mindestens 5,8 Milliarden Euro an Schadenssumme. Im Durchschnitt betrug der Schadensbetrag etwa 2.600 Euro, und das vor der verheerenden Flut- und Überschwemmungskatastrophe in Teilen von Nordrhein-Westfalens und Rheinland-Pfalz, die sich vom 14. auf den 15. Juli 2021 ereignete. Den Gesamtschaden alleine hierfür schätzt die Münchener Rückversicherung auf 33 Milliarden Euro.

»Eine Wohngebäudeversicherung und auch ein zusätzlicher Elementarschadenschutz ist eine elementar wichtige Absicherung«, sagt so auch Elke Weidenbach, Versicherungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Und hier liegt auch bereits die erste Tücke: Der Elementarschadenschutz, der zum Beispiel für die Überschwemmungsschäden im Jahr 2021 aufkommt, ist nicht fester Bestandteil der Versicherung, sondern muss zusätzlich gebucht werden – was nicht immer ganz einfach ist.

Die Wohngebäudeversicherung ist zwar in Deutschland keine Pflichtversicherung, de facto aber sehr stark verbreitet. Denn: Sobald ein Verbraucher einen Kredit bei seiner Bank haben möchte, wird dort kontrolliert, ob hier eine Versicherung existiert. Noch eine Besonderheit: Die Versicherung wird quasi beim Hauskauf gleich mitgekauft, sie erlischt nicht durch einen Eigentümerwechsel. Dadurch ist das Haus wirklich durchgehend versichert.

Der Nachteil: „Das führt dazu, dass einige noch veraltete Verträge haben“, so Verbraucherschützerin Elke Weidenbach. Zwar sind alte Verträge möglicherweise günstiger, „aber sie umfassen vielleicht auch nicht den aktuellen Stand der Absicherung“, so Weidenbach. Deshalb ist es sinnvoll, sich die aktuellen Tarife anzuschauen. Wir haben 18 Tarife verglichen und unsere Empfehlungen in der Kurzübersicht zusammengefasst:

Kurzübersicht

Unser Favorit

Barmenia Premium

Barmenia macht bei den Konditionen der Wohngebäudeversicherung praktisch alles richtig. Einziger Minuspunkt: Die Feuerrohbauversicherung gilt nur für zwölf Monate
Zahnzusatzversicherung Test: Barmenia Neu
  • Hotelkosten werden bei Schadensfall übernommen
  • Ableitungsrohre auf dem Grundstück versichert
  • Sachverständigenkosten werden übernommen
  • Anprall von Fahrzeugen abgedeckt
  • Rauch- und Rußschäden sehr gut versichert
  • Feuerrohbauversicherung nur für zwölf Monate

Durchs Band sehr gute Leistungen bietet der Tarif Premium der Barmenia Wohngebäudeversicherung. Dank Innovationsklausel bleibt der Tarif auch in Zukunft auf dem neuesten Stand. Das Unternehmen ist zudem sehr transparent in Bezug auf die Versicherungsunterlagen. Als sehr großes Versicherungsunternehmen bietet die Barmenia auch bei ihrem Premium-Tarif der Wohngebäudeversicherung einen guten Service, etwa, wenn es um die Übernahme von Hotel-, Einlagerungs oder Reisekosten aufgrund eines Schadensfalls geht.

Entgegenkommend

Domcura Top-Schutz

Die Kunden müssen die Obliegenheitspflichten befolgen, sonst zahlt die Versicherung oft nicht. Die Domcura ist aber sehr entgegenkommend und zahlt sogar, wenn die Pflichten grob fahrlässig verletzt werden.
Test: Domcura
  • Besonders fair bei grober Fahrlässigkeit
  • Ableitungsrohre auf dem Grundstück versichert
  • Sachverständigenkosten werden übernommen
  • Anprall von Fahrzeugen abgedeckt
  • Rauch- und Rußschäden sehr gut versichert

Einen sehr guten Schutz bietet der Tarif Top-Schutz der Domcura an: Der Tarif bietet als Highlight auch eine Schadensbegleichung bei fahrlässig verletzten Obliegenheitspflichten. Als Tochterunternehmen des Finanzdienstleisters MLP bietet der Top-Schutz der Domcura-Wohngebäudeversicherung einen guten Schutz. Eine Besonderheit: Auch eine grob fahrlässige Obliegenheitsverletzung wird von der Domcura hingenommen und mit bis zu 50.000 Euro beglichen.

Naturgewalt ohne Selbstbehalt

InterRisk XXL

Viele Tarife verlangen, dass bei Elementarschäden ein Selbstbehalt aus der eigenen Tasche bezahlt wird – nicht so die XXL Wohngebäudeversicherung von InterRisk.
private Haftpflichtversicherung Test: Interrisk
  • Kein Selbstbehalt bei Elementarschäden
  • Ableitungsrohre auf dem Grundstück versichert
  • Sachverständigenkosten werden übernommen
  • Anprall von Fahrzeugen abgedeckt
  • Rauch- und Rußschäden sehr gut versichert
  • Relativ teuer

XXL sind die Leistungen des Tarifs XXL der InterRisk tatsächlich: Die kleine Gesellschaft zeigt durchweg sehr gute Versicherungsbedingungen, bei denen die InterRisk auf einen Selbstbehalt bei Naturgewalten verzichtet. Wer den Elementarschadenschutz im Tarif XXL der InterRisk, einem Tochterunternehmen der österreichischen Versicherungsgruppe Vienna Insurance Group, mitversichert, muss im Schadensfall keinen Selbstbehalt leisten. Das ist eine Besonderheit und am Markt nicht unbedingt üblich.

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Vergleichstabelle

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Unser Favorit
Zahnzusatzversicherung Test: Barmenia Neu
Barmenia Premium
Entgegenkommend
Test: Domcura
Domcura Top-Schutz
Naturgewalt ohne Selbstbehalt
private Haftpflichtversicherung Test: Interrisk
InterRisk XXL
private Haftpflichtversicherung Test: Alte Leipziger Versicherung Akti
Alte Leipziger Comfort
private Haftpflichtversicherung Test: Janitos
Janitos Best Selection
Test: Rheinland
RheinLand Premium
Test: Dema
Dema Immo Protect Komfort
Kfz-Versicherung Test: Europa
Europa Exklusiv
Test: Gvv Direkt
GVV Direkt Premium
Kfz-Versicherung Test: Huk 24 Logo
HUK24 Classic
private Haftpflichtversicherung Test: Gev
GEV Basis-Schutz mit Plus Schutz
Wgv
WGV Optimal
private Haftpflichtversicherung Test: Adcuri
Adcuri Top-Schutz
Test: Konzept Und Marketing Gruppe
Konzept und Marketing Allssafe Domo Easy
Test: Neuendorfer
Neuendorfer Komfort-Plus-Schutz
Kfz-Versicherung Test: Huk Coburg
HUK Coburg Basis
Test: Bayerische Hausbesitzer
Bayerische Hausbesitzer Premium-Deckung
Unser Favorit
Barmenia Premium
Zahnzusatzversicherung Test: Barmenia Neu
  • Hotelkosten werden bei Schadensfall übernommen
  • Ableitungsrohre auf dem Grundstück versichert
  • Sachverständigenkosten werden übernommen
  • Anprall von Fahrzeugen abgedeckt
  • Rauch- und Rußschäden sehr gut versichert
  • Feuerrohbauversicherung nur für zwölf Monate
Entgegenkommend
Domcura Top-Schutz
Test: Domcura
  • Besonders fair bei grober Fahrlässigkeit
  • Ableitungsrohre auf dem Grundstück versichert
  • Sachverständigenkosten werden übernommen
  • Anprall von Fahrzeugen abgedeckt
  • Rauch- und Rußschäden sehr gut versichert
Naturgewalt ohne Selbstbehalt
InterRisk XXL
private Haftpflichtversicherung Test: Interrisk
  • Kein Selbstbehalt bei Elementarschäden
  • Ableitungsrohre auf dem Grundstück versichert
  • Sachverständigenkosten werden übernommen
  • Anprall von Fahrzeugen abgedeckt
  • Rauch- und Rußschäden sehr gut versichert
  • Relativ teuer
Alte Leipziger Comfort
private Haftpflichtversicherung Test: Alte Leipziger Versicherung Akti
  • Feuerrohbauversicherung für 36 Monate
  • Ableitungsrohre auf dem Grundstück versichert
  • Sachverständigenkosten werden übernommen
  • Anprall von Fahrzeugen abgedeckt
  • Rauch- und Rußschäden sehr gut versichert
  • Teuer
Janitos Best Selection
private Haftpflichtversicherung Test: Janitos
  • Hotelkosten werden bei Schadensfall übernommen
  • Sachverständigenkosten werden übernommen
  • Anprall von Fahrzeugen abgedeckt
  • Rauch- und Rußschäden sehr gut versichert
  • Teuer
  • Ableitungsrohre auf dem Grundstück könnten besser abgesichert sein
RheinLand Premium
Test: Rheinland
  • Feuerrohbauversicherung für 36 Monate
  • Ableitungsrohre auf dem Grundstück versichert
  • Sachverständigenkosten werden übernommen
  • Anprall von Fahrzeugen abgedeckt
  • Rauch- und Rußschäden sehr gut versichert
  • Relativ Teuer
Dema Immo Protect Komfort
Test: Dema
  • Sachverständigenkosten werden übernommen
  • Anprall von Fahrzeugen abgedeckt
  • Rauch- und Rußschäden sehr gut versichert
  • Ableitungsrohre auf dem Grundstück nicht sehr gut versichert
  • Übernahme der Hotelkosten könnte besser sein
Europa Exklusiv
Kfz-Versicherung Test: Europa
  • Hotelkosten werden bei Schadensfall übernommen
  • Anprall von Fahrzeugen abgedeckt
  • Rauch- und Rußschäden sehr gut versichert
  • Sachverständigenkosten könnten besser abgedeckt sein
  • Ableitungsrohre auf dem Grundstück nicht sehr gut versichert
GVV Direkt Premium
Test: Gvv Direkt
  • Gute Absicherung von Rauch- und Rußschäden
  • Gute Konditionen für Anprall von Fahrzeugen
  • Schutz bei Versichererwechsel und Vorsorgeversicherung sehr gut
  • Hotelkosten und Sachverständigenkosten könnten besser abgedeckt sein
  • Ableitungsrohre auf dem Grundstück nicht sehr gut versichert
HUK24 Classic
Kfz-Versicherung Test: Huk 24 Logo
  • Hotelkosten werden bei Schadensfall übernommen
  • Sachverständigenkosten werden übernommen
  • Anprall von Fahrzeugen abgedeckt
  • Rauch- und Rußschäden sehr gut versichert
  • Ableitungsrohre auf dem Grundstück schlecht abgesichert
GEV Basis-Schutz mit Plus Schutz
private Haftpflichtversicherung Test: Gev
  • Ableitungsrohre auf dem Grundstück versichert
  • Sachverständigenkosten werden übernommen
  • Anprall von Fahrzeugen abgedeckt
  • Rauch- und Rußschäden sehr gut versichert
  • Übernahme von Hotelkosten nur durchschnittlich
  • Ableitungsrohre auf dem Grundstück nur schlecht abgesichert
WGV Optimal
Wgv
  • Ableitungsrohre auf dem Grundstück versichert
  • Sachverständigenkosten werden übernommen
  • Anprall von Fahrzeugen abgedeckt
  • Rauch- und Rußschäden sehr gut versichert
  • Übernahme von Hotelkosten nur durchschnittlich
  • Ableitungsrohre auf dem Grundstück nur schlecht abgesichert
Adcuri Top-Schutz
private Haftpflichtversicherung Test: Adcuri
  • Absicherung bei Anprall von Fahrzeugen sehr gut
  • Hoher Schutz bei Versichererwechsel und Vorsorgeversicherung
  • Rauch- und Rußschäden könnten besser abgesichert sein
  • Ableitungsrohre auf dem Grundstück nicht sehr gut versichert
Konzept und Marketing Allssafe Domo Easy
Test: Konzept Und Marketing Gruppe
  • Ableitungsrohre auf dem Grundstück versichert
  • Sachverständigenkosten werden übernommen
  • Anprall von Fahrzeugen abgedeckt
  • Rauch- und Rußschäden sehr gut versichert
  • Hotelkosten könnten besser abgedeckt werden
  • Ableitungsrohre auf dem Grundstück nur schlecht versichert
Neuendorfer Komfort-Plus-Schutz
Test: Neuendorfer
  • Hotelkosten werden bei Schadensfall übernommen
  • Rauch- und Rußschäden abgedeckt
  • Ableitungsrohre auf dem Grundstück und Sachverständigenkosten könnten besser abgesichert sein
  • Anprall von Fahrzeugen nur schlecht
  • Unzureichender Schutz bei Versichererwechsel
HUK Coburg Basis
Kfz-Versicherung Test: Huk Coburg
  • Sehr guter Schutz bei Sachverständigenkosten werden übernommen
  • Rauch- und Rußschäden werden übernommen
  • Anprall von Fahrzeugen gut abgedeckt
  • Sehr guter Schutz bei Versichererwechsel
  • Hotelkosten werden nur schlecht übernommen
  • Ableitungsrohre auf dem Grundstück nicht gut abgedeckt
  • Keine gute Vorsorgeversicherung
Bayerische Hausbesitzer Premium-Deckung
Test: Bayerische Hausbesitzer
  • Sehr gute Übernahme von Rauch- und Rußschäden
  • Hervorragender Schutz bei Versichererwechsel
  • Gute Vorsorgeversicherung
  • Schlechte Abdeckung bei Anprall von Fahrzeugen
  • Ableitungsrohre auf dem Grundstück nicht gut versichert
  • Hotelkosten werden nur durchschnittlich übernommen
Naturgefahren Selbstbehalt in Prozent
10
10
10
–
10
10
10
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Naturgefahren, mindester Selbstbehalt (Euro)
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500
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Naturgefahren, Selbstbehalt höchstens (Euro)
5.000
5.000
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5.000
0
5.000
5.000
5.000
500
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Berechnung nach Wert 1914 oder Wohnfläche
1914
Wohnfläche
Wohnfläche
Wohnfläche
1914
Wohnfläche
Wohnfläche
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Wohnfläche
Wohnfläche
Wohnfläche
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Wohnfläche
Wohnfläche
1914
Wohnfläche
1914
Feuerrohbauversicherung Anzahl Monate
36
12
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24
24
36
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Unter Dach und Fach: Wohngebäude­versicherungen im Vergleich

„Eine Wohngebäudeversicherung ist zwar gesetzlich nicht vorgeschrieben, aber dennoch sehr wichtig“, skizziert Elke Weidenbach und zeichnet hier einen Dreiklang: Hausratversicherung, (Gebäude-)Haftpflichtversicherung und Wohngebäudeversicherung sind Absicherungen, die für jeden relevant sein können.

Wohngebäudeversicherung Test: Wohngebäudeversicherung

Und auch so ist die Wahlfreiheit faktisch bei vielen Hausbesitzern eingeschränkt: Wird die Immobilie nämlich durch eine Bank finanziert, dann verlangt diese als Absicherung mindestens eine Feuerversicherung, die in der sogenannten verbundenen Wohngebäudeversicherung ohnehin enthalten ist. Überhaupt: Reine Feuerversicherungen sind im Wohngebäudebereich eher unüblich geworden. In der verbundenen Wohngebäudeversicherung sind folgende Risiken abgedeckt:

  • Schäden durch Feuer
  • Schäden durch Blitzschlag
  • Schäden durch Sturm
  • Schäden durch Hagel
  • Schäden durch Leitungswasser

Die Kostenerstattung kann im Extremfall bis zum kompletten Wiederaufbau eines Hauses führen, aber auch einzelne Reparaturen sind gedeckt, insofern sie mit Risiken verbunden sind.

Durch die enge Verbindung der Versicherung zum Haus und Gläubiger ergibt sich noch eine Besonderheit bei der Kündigung des Vertrags: „Hier muss nämlich der im Grundbuch eingetragene Gläubiger zustimmen“, beschreibt Weidenbach. Damit will er eine nahtlose Versicherung sicherstellen. „Und das macht er natürlich nur dann, wenn die neue Versicherung einer Kostenübernahme bereits zugesagt hat.“ Weil das so ist, geht die Wohngebäudeversicherung bei einem Verkauf der Immobilie an den neuen Besitzer über, „sie klebt quasi am Haus“, so Weidenbach. Zwar gibt es in diesem Moment ein vierwöchiges Sonderkündigungsrecht, „aber in der Regel ist es sinnvoller, sich in Ruhe um einen neuen Vertrag zu kümmern, weil die Wahl des neuen Versicherungsschutzes und die Abstimmung mit den Gläubigern eh etwas Zeit benötigt.“ Deshalb sollte der Verbraucher mit ordentlich Vorlauf vor der Kündigungsfrist des Alt-Vertrages mit der Suche beginnen.

Die Wohngebäude­versicherung klebt an der Immobilie

Eine Versicherung, die so eng mit der Immobilie verknüpft ist, wird auch weniger oft gekündigt oder gewechselt: „Dabei macht natürlich die Kontrolle der Vertragskonditionen Sinn“, so Weidenbach. Aktuelles Beispiel: Altverträge berücksichtigen eventuell noch nicht neue Heiz- oder Energiegewinnungsformen wie die Wärmepumpe oder die Photovoltaik-Anlagen. Ist eine solche Anschaffung geplant, „sollte vorher bereits der Versicherer kontaktiert werden“, so Weidenbach. „Wie überhaupt immer, wenn sich was Grundlegendes an dem Haus ändert.“ Denn sonst kann es sein, dass die Versicherung im Schadensfall nicht zahlt. Und auch so bieten neuere Verträge eine Option an, die vor 20 Jahren noch nicht üblich war: die automatische Leistungsanpassung an den aktuellen Standard. Das ist oftmals aber eher bei den Premium-Tarifen dabei. Bei der Wohngebäudeversicherung ist die Klausel aber eben wegen des seltenen Wechsels sinnvoll.

Neben der verbundenen Wohngebäudeversicherung ist auch noch einmal durch die fatalen Überschwemmungen Mitte 2021 in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz eine weitere Absicherung in den Blickpunkt gerückt, die nicht standardmäßig in die Wohngebäudeversicherung integriert ist: die Elementarversicherung. „Dieser Zusatz ist wirklich sehr wichtig“, so Weidenbach.

Was ist der Unterschied zwischen der Wohngebäude­versicherung, Haftpflicht­versicherung und Hausrat­versicherung?

Immer wieder verwechseln Verbraucher die Leistungen der unterschiedlichen Versicherungspolicen: Die Haftpflichtversicherung zahlt nur für Schäden anderer, die man zu verantworten hat. Beim Beispiel Haus: Wenn dort etwa ein Dachziegel herunterfällt und ein Auto beschädigt wird, dann zahlt dafür die Haftpflichtversicherung des Hausbesitzers. Das ist im Falle des Vermieters die Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung und im Falle des Selbstnutzers meistens die private Haftpflichtversicherung.

Das Problem: Eine solche Versicherung zahlt nur, wenn jemand haften kann. Für höhere Gewalt kann niemand die Verantwortung übernehmen. Sprich: die Versicherung zahlt auch nicht. Zum Beispiel für Überschwemmungsschäden ist also nicht die Haftpflichtversicherung zuständig.

Die Hausrat­versicherung übernimmt das Inventar

Hier wird dann zudem zwischen Inventar und Gebäudesubstanz unterschieden: Für das Inventar ist die Hausratversicherung zuständig. Sie begleicht zum Beispiel Schäden durch Einbruchdiebstahl, Raub, Vandalismus, Feuer, Schäden durch Leitungswasser, Sturm, Hagel und Blitzschlag. Sie zahlt aber nur bis zur versicherten Summe. Wenn der Wert des Inventars falsch eingeschätzt wird, kann es zu einer Unterversicherung kommen und der Schaden wird nur teilweise erstattet.

Das Pendant dazu für die Gebäudesubstanz ist die Wohngebäudeversicherung. Im Regelfall deckt sie Schäden ab, die durch Feuer, Blitzschlag, Explosion, Implosion, Anprall eines Luftfahrzeuges, seiner Teile oder Ladung, Leitungswasser, Rohrbruch und Frostschäden und Sturm und Hagel entstanden sind – auch hier gibt es Unterschiede in den Versicherungsbedingungen.

Aber beide Versicherungen zahlen im Falle von Überschwemmungen nur, wenn ein zusätzlicher Elementarschadenschutz vereinbart wurde. Dieser lässt sich oft über einen Zusatz mitversichern. So ist es zumindest im Generellen geregelt. Der Teufel liegt aber im Detail.

Was ist der Elementar­schadenschutz?

„Ohne eine Elementarschadenversicherung wird zum Beispiel gar nicht im Falle einer Überschwemmung gezahlt“, beschreibt Elke Weidenbach. Die Versicherungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat deshalb extra für die Überschwemmungsopfer eine Hotline eingerichtet. „Oft hängt die Leistung auch konkret von den vereinbarten Klauseln ab.“

Prinzipiell kann eine Elementarschadensicherung die finanzielle Regulierung von Überschwemmung, Rückstau, Erdsenkung, Erdrutsch, Erdfall, Lawinenabgang, Schneedruck und auch eines Vulkanausbruchs enthalten. Auch, selbst ein Vulkanausbruch in Deutschland merkwürdig klingt: Die Vulkaneifel gilt nämlich als aktives Gebiet, obwohl ein Ausbruch vermutlich noch sehr weit in der Zukunft liegt.

Wohngebäudeversicherung Test: Wohngebäudeversicherung
Schon bei der Unterscheidung zwischen Rückstau und Überschwemmung kann es aber zu Problemen kommen. Der Unterschied ist nicht rein akademischer Natur:

  • Überschwemmungen: Überschwemmungen treten ein, wenn ein Gewässer über die Ufer tritt und für Schäden sorgt. Auch Schäden durch Grundwasser können versichert sein, wenn es erst an die Oberfläche gelangt und dann ins Haus eindringt. Und letztlich können hiermit auch Überflutungen aufgrund von Regenfällen gemeint sein.
  • Rückstau: Mindestens genauso schädlich ist der sogenannte Rückstau. Dieser entsteht, wenn Wasser aus den Abwasserrohren zurückdrängt.

An vielen Orten ist man es nach Hochwassern gewohnt, dass vor allem das zurückdrängende Wasser für weitere Schäden sorgt. Zudem ist es manchmal schwer zu unterscheiden, was genau die Schadensursache ist. Ist zum Beispiel der Eintritt von Grundwasser nicht versichert, die Überschwemmung aber schon, dann ist im zweifelsfrei schwer zu klären, was tatsächlich die Ursache des Schadens ist – und es kann zum Streit kommen. Ob diese Schäden teilweise oder ganz abgedeckt sind: Darüber klärt ausschließlich ein Blick in die konkreten Versicherungskonditionen auf.

Bei Wasserschäden sind die Klauseln häufig stark eingeschränkt

Und die können es in sich haben: So entschied schon 2017 das Oberlandesgericht Hamm, dass Rückstau nicht gleich Rückstau ist. Eine Versicherungsgesellschaft hatte die entsprechende Klausel so stark eingeschränkt, dass eine Hausbesitzerin nach einer Überschwemmung der Kanalisation und dem daraus resultierenden Überlauf des Abflussrohres der Dachterrasse auf dem Schaden sitzen blieb. Die Versicherung argumentierte, dass es sich hierbei nicht um einen Rückstau im Abflussrohr handelte. Sprich: Es konnte zwar kein Wasser aufnehmen, aber durch das Abflussrohr wurde kein Rückstau verursacht. Die Versicherungsbedingungen deckten aber nur die Schäden ab, die direkt als Rückstau aus den Leitungsrohren entstanden sind.

Konkret steht hier in der Urteilsbegründung (OLG, Az. 20 U 23/17 vom 26.04.2017): „Nach den Bedingungen kann der Begriff ʺRückstauʺ so zu verstehen sein, dass ein Rückstau nur dann vorliegt, wenn Wasser aus dem Rohrsystem des versicherten Gebäudes austritt. Ein Rückstau im Sinne dieser Versicherungsbedingungen liegt dann nicht vor, wenn Niederschlagswasser nicht mehr von der Rohrleitung des Gebäudes aufgenommen werden kann.“

Und weiter: „Denn allein die Tatsache, dass eine Elementarschadensversicherung abgeschlossen worden ist, bedeutet nicht, dass sämtliche Risiken abgedeckt sein müssten. Versichert sind nur die vertraglich vereinbarten Risiken.“

Für den Laien sind solche Spitzfindigkeiten in den Versicherungsklauseln nicht einfach zu durchschauen. Aber dennoch: „Es ist deshalb umso wichtiger, hier ganz genau die Klauseln zu kontrollieren, um solche Dinge zu entdecken“, so Weidenbach. „Sonst wiegt man sich in falscher Sicherheit.“ Die einschlägigen Tests der Stiftung Warentest und die Versicherungsberatung der VerbraucherzentraleNRW helfen dabei.

Klassische Überschwemmungs­gebiete erhalten nur schwer Versicherungsschutz

Eine Statistik des GDV zeigt: Lediglich 46 Prozent aller Gebäude sind aktuell gegen Elementarschäden versichert, mit teils gravierenden Unterschieden in Bezug auf die Bundesländer. So sind es im stark von den aktuellen Überschwemmungen betroffenen Nordrhein-Westfalen 47 Prozent, im ebenfalls stark betroffenen Rheinland-Pfalz aber nur 37 Prozent. Schlusslicht ist demnach Bremen mit 23 Prozent. Und besonders gut versichert sind die Hausbesitzer in Baden-Württemberg mit 94 Prozent aller Gebäude.

Ein Grund dafür ist nicht immer nur die fehlende Erfahrung oder Bereitschaft der Hauseigentümer, sondern schlicht der zu hohe Preis. Denn natürlich kalkulieren Versicherungsgesellschaften ein Risiko auf Grundlage der Risikoeinschätzung beispielsweise wie oft eine Überschwemmung in der Vergangenheit vorkam „Fakt ist, dass für ein Versicherungsunternehmen in einem Überschwemmungsgebiet das Risiko stark steigt“, so Versicherungsexpertin Elke Weidenbach. Zwar sind die Überschwemmungen von 2021 in dieser Fläche bisher unvorstellbar gewesen. „Aber in klassischen Hochwassergebieten ist der Elementarschutz schon heute gar nicht oder nur zu sehr hohen Kosten versicherbar“, so Weidenbach Das könnte immer mehr auch für weitere Gebiete in Deutschland gelten.

Die Versicherungswirtschaft hat für die Gefährdung durch Hochwasser ein Bewertungssystem entwickelt: ZÜRS-Geo. Dieses hilft den Unternehmen bei der Beantwortung der Frage, welches Gebäude in welchem Ausmaß hochwassergefährdet ist. Eingeordnet wird dabei in vier Gefahrenklassen, nämlich von nach gegenwärtiger Datenlage nicht betroffenen Gebäuden (Zone 1) bis zu Gegenden, in denen Hochwasser mindestens ein Mal in zehn Jahren vorkommt (Zone 4). Konkret gibt es folgende Zonen:

ZÜRS Zone 1: Im jeweiligen Gebiet tritt Hochwasser alle 200 Jahre oder seltener auf.

ZÜRS Zone 2: Im entsprechenden Gebiet ist Hochwasser statistisch gesehen alle 100 bis 200 Jahre zu erwarten.

ZÜRS Zone 3: In entsprechenden Gebiet ist alle 10 – 50 Jahre mit einem Hochwasser zu rechnen.

ZÜRS Zone 4: Das ist die höchste Risikoklasse. Hier treten statistisch betrachtet Hochwasser alle zehn Jahre oder häufiger auf.

Für die Starkregenbeurteilung gibt es ähnliche Risikoeinschätzungen der Versicherer. Auch Hausbesitzer können sich über die Überschwemmungsgefährdung ihrer Grundstücke informieren. So führen die Bundesländer bzw. Kommunen und örtlichen Stadtwerken Hochwasser, Grundhochwasser und Starkregenkarten.

Letzten Endes wird deutlich: Eine Versicherung sollte auch – wenn es geht – den Elementarschadenschutz umfassen.

Welche Kriterien für die Beitragshöhe relevant sind

Die Versicherungsbeiträge bei der Wohngebäudeversicherung hängen von vielen verschiedenen Faktoren ab. Zentral sind hierbei:

  • Wohnfläche oder Basisjahr 1914: In irgendeiner Form wird der Bauwert der Immobilie berechnet, den die Versicherungsgesellschaft bei einem Totalschaden begleichen muss.
  • Lage: Bestimmte Lagen bieten höhere Risiken, etwa, was die Überschwemmungsgefahr betrifft. Dies wird ebenfalls in den Prämien berücksichtigt.
  • Alter: Ein sehr wichtiger Faktor ist auch das Alter einer Immobilie. Manche Versicherungsgesellschaften wollen sogar alte Gebäude gar nicht versichern, ist hier doch ein Schadensfall deutlich häufiger. Andere Versicherungsgesellschaften rechnen Aufschläge hinzu.
  • Elementarschadenschutz: Die Ausweitung der Wohngebäudeversicherung auf den Elementarschadenschutz erhöht ebenfalls die Kosten für die Versicherung.

Welche Vertragsklauseln wichtig sind

Eine verbundene Wohngebäudeversicherung bietet über den Standardschutz hinaus sehr viele weitere, bessere Absicherungen an, die bei einem Vertragsabschluss berücksichtigt werden sollten. Eine Auswahl:

  • Elementarschadenschutz: Der Elementarschadenschutz ist – sofern in der jeweiligen Region versicherbar – auf jeden Fall eine sehr sinnvolle Erweiterung des Wirkungsgrades der Wohngebäudeversicherung.
  • Automatische Anpassung: Es gibt Tarife, die sich automatisch auf verbesserte, neue Versicherungsbedingungen „updaten“. Da die Wohngebäudeversicherung eng mit der Immobilie verbunden ist und ein Wechsel seltener, ist das eine sinnvolle Option.
  • Grobe Fahrlässigkeit: Man lässt eine Kerze aus Versehen brennen oder heizt im Winter nicht genug. Schon kann es zu großen Schäden an der Immobilie kommen, die nur dann von der Versicherung beglichen werden, wenn auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit ausdrücklich verzichtet wird. Diese Klausel ist also sehr wichtig.
  • Abbruch- und Aufräum-, Bewegungs- und Schutzkosten: Wenn zum Beispiel Äste aufs Dach fallen und diese entfernt werden müssen oder die Reste der abgebrannten Immobilie entsorgt werden muss, dann zahlt die Versicherung das nur, wenn es in den Klauseln eingeschlossen ist. Auch diese ist sehr wichtig.
  • Folgen von Überspannungs­schäden: Wenn elektrische Anlagen nach einem Blitzschlag beschädigt werden, kann das sehr teurer werden. Viele Versicherungen bieten auch hier eine Begleichung der Schäden an.
  • Kurzschluss- und Sengschäden: Auch so kann es zu einem Kurzschluss kommen. Bei einer entsprechenden Klausel zahlt dann die Versicherung.
  • Mehrkosten durch behördliche Auflagen: Behörden können anordnen, dass zum Beispiel Maßnahmen am Erdreich durchgeführt werden, wenn durch einen Brand giftige Stoffe hineingelangt sind. Ein guter Versicherungstarif übernimmt diese Kosten.
  • Wasserzu- und Wasserableitungsrohre: Für die Immobilie werden viele Rohre benötigt, um Wasser heranzutransportieren und auch ins Abwasser abzugeben. Sofern hier Schäden auftreten, sollte die Versicherungsgesellschaft das bezahlen.
  • Photovoltaik- und Wärmepumpe: Gerade die Absicherung moderner Heizungssysteme wird immer wichtiger – und ist zumindest bei Immobilien wichtig, bei denen diese verbaut sind.
  • Einbruch: Eine Absicherung von Einbrüchen kennt man von der Hausratversicherung. Aber auch bei einer Wohngebäudeversicherung spielen sie eine Rolle, denn die Einbrecher können hohe Schäden an der Substanz hinterlassen, zum Beispiel zerstörte Fenster und Türen. Eine gute Wohngebäudeversicherung begleicht solche Schäden.
  • Rückstau: Gerade bei der Überschwemmungen wird eine Gefahr oft unterschätzt, nämlich das zurückdrängende Wasser etwa aus den Abwasserrohren. Wie man sich leicht vorstellen kann, kann das hohe Schäden verursachen. Eine gute Versicherung begleicht die daraus entstandenen Schäden.
  • Hotel- und Einlagerungs­kosten: Wenn eine Immobilie unbewohnbar wird, dann ist es gut, wenn Kosten für das Hotel und für die Einlagerung übernommen werden.
  • Feuerrohbauversicherung: Wenn sich das Haus noch in der Fertigstellung befindet, sollte es ebenfalls versichert sein. Viele Versicherungsgesellschaften bieten diese Absicherung quasi als Vorläufer bei Abschluss einer Wohngebäudeversicherung kostenlos an. Ohne eine solche Absicherung wird ohnehin die Finanzierung der Immobilie schwierig.

Probleme wegen der Obliegenheits­pflichten

Gerade auch bei der Wohngebäude- und auch Elementarschadenversicherung sind häufig sogenannte Obliegenheitspflichten vereinbart. „An die muss sich der Hausbesitzer auf jeden Fall halten“, so Versicherungsexpertin Weidenbach.

In den Musterversicherungsbedingungen des GDV, der Interessenvertretung der Versicherungswirtschaft, gibt es hierzu Vorschläge. Hier steht zum Beispiel zu den sogenannten Obliegenheitspflichten, dass der Versicherungsnehmer »Abflussleitungen auf dem Versicherungsgrundstück freizuhalten und vorhandene Rückstausicherungen stets funktionsbereit zu halten« habe. Rückstausicherungen verhindern eben, dass durch die Abwasserrohre Wasser zurückdrängen kann. Wer sie nicht hat, wird meist Probleme mit der Schadensbezahlung bekommen.

Aber das ist nur ein Beispiel. Es gibt zum Beispiel auch Klauseln, die vorschreiben, dass Gegenstände im Keller in einer bestimmten Höhe gelagert werden müssen oder die Kellerfenster wasserdicht versiegelt sind. Wer sich nicht daran hält, geht im Schadensfall leer aus. Aber es gibt auch andere Verletzungen der Obliegenheitspflichten. Das trifft zum Beispiel zu, wenn der Schaden nicht umgehend gemeldet oder bei einem Einbruch nicht umgehend die Polizei verständigt wurde.

Umbauten müssen immer gemeldet werden

Aber auch Umbauten, die nicht gemeldet werden, stellen eine solche Verletzung dar. Und das hat ja auch seine Logik: Das Versicherungsunternehmen kalkuliert seine Police nach den gemeldeten Gegebenheiten. Wenn aber zum Beispiel einfach ein Anbau vorgenommen wurde oder im Keller ein Swimmingpool installiert wurde, dann ändert sich die Risikoabschätzung.

„Ganz schlechte Karten hat hier, wer sich nicht an geltende Vorschriften hält, also beispielsweise ohne Genehmigung eine bauliche Veränderung am Haus durchgeführt hat“, so Weidenbach. Viele Fälle sind aber oft nicht so eindeutig. Prinzipiell sind die Musterversicherungsbedingungen des GDV auf jeden Fall nur Empfehlungen. Die Versicherungsgesellschaften müssen sich daran nicht halten.

Unser Favorit

Unser Favorit

Barmenia Premium

Barmenia macht bei den Konditionen der Wohngebäudeversicherung praktisch alles richtig. Einziger Minuspunkt: Die Feuerrohbauversicherung gilt nur für zwölf Monate
Zahnzusatzversicherung Test: Barmenia Neu
  • Hotelkosten werden bei Schadensfall übernommen
  • Ableitungsrohre auf dem Grundstück versichert
  • Sachverständigenkosten werden übernommen
  • Anprall von Fahrzeugen abgedeckt
  • Rauch- und Rußschäden sehr gut versichert
  • Feuerrohbauversicherung nur für zwölf Monate

Sehr gute Leistungen, die dank Innovationsklausel auch in der Zukunft gelten, bietet der Tarif Premium der Barmenia Wohngebäudeversicherung. Das Unternehmen ist zudem sehr transparent in Bezug auf die Versicherungsunterlagen.

Sicherlich ein Highlight des Tarif Premium der Barmenia Versicherung sind die sehr guten Leistungen rund um Hotel- und Einlagerungskosten, wenn diese etwa nach einem abgebrannten Haus notwendig werden. Etwas eingeschränkter ist hingegen die Rohbauversicherung bei unfertigen Gebäuden.

Die Barmenia ist eine sehr etablierte Versicherungsgesellschaft. Konkret: Sie existiert mit ihren Vorläufern bereits seit 1904 und die Barmenia AG hatte 2021 eine Bilanzsumme von etwa 13,5 Milliarden Euro. Sehr vorbildlich organisiert die Versicherung die Bereitstellung der Versicherungsbedingungen. Sie sind am Ende der Produktseite per Klick downloadbar.

Die „Stiftung Warentest“ hat zudem den Tarif Premium der Versicherungsgesellschaft mit „sehr gut“ (0,6) bewertet.

Detailbewertung des Tarifs

Standardmäßig bei allen von uns empfohlenen Tarifen sind bis zur Höhe der Versicherungssumme mitversichert: Grobe Fahrlässigkeit, Elementarschadenschutz, Mehrkosten durch behördliche Auflagen, Rückstau, Einbruch, Kurzschluss- und Sengschäden, Überspannungsschäden, Abbruch- und Aufräum-, Bewegungs- und Schutzkosten.

Der Tarif Premium versichert zahlreiche über den Standard hinausgehende Dinge:

Automatische Anpassung: Mit einer Innovationsklausel werden beitragsfreie Bedingungsverbesserungen automatisch umgesetzt. Außerdem werden mindestens die GDV-Empfehlungen umgesetzt.

Photovoltaik- und Wärmepumpe: Photovoltaikanlagen inklusive Zubehör sowie Anlagen der regenerativen Wärme- und Warmwasserversorgung sind mitversichert, „ergänzende Gefahren“ aber nur dann, wenn sie vereinbart wurden.

Wasserrohre: Mit der Einschränkung auf maximal 20.000 Euro sind auch Schäden an Ableitungsrohren außerhalb des Gebäudes und Grundstücks versichert. Die Einschränkung entfällt, wenn das Gebäude nicht älter als 30 Jahre ist oder in den letzten 10 Jahren vor Eintritt des Schadensfalls eine Dichtheitsprüfung vorgenommen wurde und dabei keine Mängel festgestellt wurden bzw. diese behoben wurden.

Einbruch: Die Schäden durch Einbruch sind komplett versichert.

Bei Sturmschäden gibt es keine Mindest­windstärke

Windstärken: Beim Tarif Premium gibt es keine Mindest-Windstärke, ab der die Versicherung erst einen Schaden reguliert.

Feuerrohbauversicherung: Die Barmenia-Versicherung bietet im Tarif Premium eine Rohbauversicherung an, die maximal 12 Monate gültig ist.

Hotel- und Einlagerungs­kosten: Hotelkosten in Höhe von 150 Euro pro Tag werden für bis zu 1 Jahr übernommen, auch Transport- und Lagerkosten werden bis zu einem Jahr übernommen. Muss wegen des Schadens eine Urlaubs- oder Dienstreise storniert werden, zahlt die Barmenia im Premium-Tarif ab einer voraussichtlichen Schadenshöhe von 5.000 Euro bis zu 10.000 Euro.

Selbstbehalt Naturgewalten: Einen Selbstbehalt von 10 Prozent der Schadenssumme, aber nicht mehr als 5.000 Euro veranschlagt die Barmenia-Versicherung im Schadensfall bei den sogenannten Elementargewalten.

Unbenannte Gefahren: Auch Gefahren, die nicht in den Versicherungsbedingungen genannt werden, sind mit einem Selbstbehalt von 10 Prozent, maximal 5.000 Euro – soweit vereinbart – mitversicherbar.

Beschwerdestatistik

Die Barmenia-Versicherung nimmt an dem Versicherungsombudsmannverfahren der Branche teil. Hier werden keine nach Unternehmen aufgegliederte Statistiken veröffentlicht. Aber Verbraucher können sich auch bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) beschweren, die eine eigene Beschwerdestatistik für die Wohngebäudeversicherung führt. Hier ist die Barmenia-Versicherung 2022 mit 86.436 Verträgen in diesem Segment und drei Beschwerden aufgeführt.

Weitere Empfehlungen

Entgegenkommend

Domcura Top-Schutz

Die Kunden müssen die Obliegenheitspflichten befolgen, sonst zahlt die Versicherung oft nicht. Die Domcura ist aber sehr entgegenkommend und zahlt sogar, wenn die Pflichten grob fahrlässig verletzt werden.
Test: Domcura
  • Besonders fair bei grober Fahrlässigkeit
  • Ableitungsrohre auf dem Grundstück versichert
  • Sachverständigenkosten werden übernommen
  • Anprall von Fahrzeugen abgedeckt
  • Rauch- und Rußschäden sehr gut versichert

Einen sehr guten Schutz bietet der Tarif Top-Schutz der Domcura an. Der Tarif bietet als Highlight auch eine Schadensbegleichung bei fahrlässig verletzten Obliegenheitspflichten.

Eine Besonderheit: Auch eine grob fahrlässige Obliegenheitsverletzung wird von der Domcura hingenommen und mit bis zu 50.000 Euro beglichen. Daneben bietet sie einen sehr guten Standard bei Hotel- und Einlagerungskosten und steht auch als kostenlose Rohbauversicherung für 24 Monate zur Verfügung.

Die Domcura besteht als Versicherungsunternehmen seit 1980, ist also ein etabliertes Unternehmen. Die Domcura ist eine Tochter des Allfinanz-Konzerns MLP, der sich auf den Vertrieb von Finanzprodukten an Akademiker fokussiert hat und stark an Hochschulen auftritt. Die Versicherungsbedingungen sind zwar etwas versteckt, aber übers Web downloadbar.

Die Stiftung Warentest hat zudem den Tarif Top-Schutz der Versicherungsgesellschaft mit „sehr gut“ (0,6) bewertet. Standardmäßig bei allen von uns empfohlenen Tarifen sind bis zur Höhe der Versicherungssumme mitversichert: Grobe Fahrlässigkeit, Elementarschadenschutz, Mehrkosten durch behördliche Auflagen, Rückstau, Einbruch, Kurzschluss- und Sengschäden, Überspannungsschäden, Abbruch- und Aufräum-, Bewegungs- und Schutzkosten.

Die Domcura unterscheidet nach Gebäudetypen. Untersucht wurden hier der Tarif für das Einfamilienhaus. Der Tarif Top-Schutz versichert zahlreiche über den Standard hinausgehende Dinge:

Automatische Anpassung: Mit einer Innovationsklausel werden beitragsfreie Bedingungsverbesserungen automatisch umgesetzt. Außerdem werden mindestens die GDV-Empfehlungen umgesetzt.

Photovoltaik- und Wärmepumpe: Photovoltaikanlagen inklusive Zubehör sowie Anlagen der regenerativen Wärme- und Warmwasserversorgung sind mitversichert.

Wasserrohre: Mit der Einschränkung auf maximal 20.000 Euro sind auch Schäden an Ableitungsrohren außerhalb des Gebäudes und Grundstücks versichert. Die Einschränkung entfällt, wenn das Gebäude nicht älter als 30 Jahre ist oder in den letzten zehn Jahren vor Eintritt des Schadensfalls eine Dichtheitsprüfung vorgenommen wurde und dabei keine Mängel festgestellt wurden bzw. diese behoben wurden.

Einbruch: Die Schäden durch Einbruch sind komplett versichert.

Windstärken: Die Versicherung zahlt ab der Windstärke 8.

Feuerrohbauversicherung: Die Domcura-Versicherung bietet im Tarif Top-Schutz eine Rohbauversicherung an, die maximal 24 Monate gültig ist.

Hotel- und Einlagerungs­kosten: Hotelkosten in Höhe von 150 Euro pro Tag werden für bis zu 1 Jahr übernommen, auch Transport- und Lagerkosten werden bis zu einem Jahr übernommen.

Selbstbehalt Naturgewalten: Einen Selbstbehalt von zehn Prozent der Schadenssumme bzw. mindestens 500 Euro, aber nicht mehr als 5.000 Euro veranschlagt die Domcura-Versicherung im Schadensfall bei den sogenannten Elementargewalten.

Unbenannte Gefahren: Auch Gefahren, die nicht in den Versicherungsbedingungen genannt werden, sind mit einem Selbstbehalt von 250 Euro und bis maximal 250.000 Euro als Baustein versicherbar.

Die Domcura-Versicherung nimmt an dem Versicherungsombudsmannverfahren der Branche teil. Hier werden keine nach Unternehmen aufgegliederte Statistiken veröffentlicht. Aber Verbraucher können sich auch bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) beschweren, die eine eigene Beschwerdestatistik für die Wohngebäude­versicherung führt. Hier ist die Domcura-Versicherung für das Jahr 2022 nicht aufgeführt.

Naturgewalt ohne Selbstbehalt

InterRisk XXL

Viele Tarife verlangen, dass bei Elementarschäden ein Selbstbehalt aus der eigenen Tasche bezahlt wird – nicht so die XXL Wohngebäudeversicherung von InterRisk.
private Haftpflichtversicherung Test: Interrisk
  • Kein Selbstbehalt bei Elementarschäden
  • Ableitungsrohre auf dem Grundstück versichert
  • Sachverständigenkosten werden übernommen
  • Anprall von Fahrzeugen abgedeckt
  • Rauch- und Rußschäden sehr gut versichert
  • Relativ teuer

XXL sind die Leistungen des InterRisk XXL-Tarifs. Die kleine Gesellschaft zeigt durchweg sehr gute Versicherungsbedingungen. Besonders hervorzuheben: Sie verzichtet auf einen Selbstbehalt bei Naturgewalten.

Wer den Elementarschadenschutz im Tarif XXL der InterRisk mitversichert, braucht im Schadensfall keinen Selbstbehalt leisten. Das ist sehr viel großzügiger, als sonst am Markt üblich. Auch die Hotel- und Einlagerungskosten sind gut versichert. Etwas schwammig sind hingegen die Bedingungen rund um Wasserrohre.

Die InterRisk Versicherung wurde 1990 gegründet und gehört zu 100 Prozent der österreichischen Versicherungsgruppe Vienna Insurance Group. Die Versicherungsgesellschaft hatte 2022 eine Bilanzsumme von etwa 367 Millionen Euro. Bei der Mutter geht die Gründung auf das Jahr 1824 zurück. Sie hat eine Bilanzsumme von etwa 50 Milliarden Euro. Etwas unübersichtlich sind die Versicherungsbedingungen organisiert: versteckt unter dem Punkt »Downloads« unter dem Reiter »Details« – hier gibt es sehr viele, lange Dokumente. Trotzdem: Alles lässt sich von der Website herunterladen.

Die „Stiftung Warentest“ hat den Tarif XXL der Versicherungsgesellschaft InterRisk mit „sehr gut“ (0,6) bewertet.

Standardmäßig bei allen von uns empfohlenen Tarifen sind bis zur Höhe der Versicherungssumme mitversichert: Grobe Fahrlässigkeit, Elementarschadenschutz, Mehrkosten durch behördliche Auflagen, Rückstau, Einbruch, Kurzschluss- und Sengschäden, Überspannungsschäden, Abbruch- und Aufräum-, Bewegungs- und Schutzkosten.

Alle Standards sind vorbildlich abgedeckt

Der Tarif XXL versichert zahlreiche über den Standard hinausgehende Dinge:

Automatische Anpassung: Mit einer Innovationsklausel werden beitragsfreie Bedingungsverbesserungen automatisch umgesetzt. Außerdem werden mindestens die GDV-Empfehlungen umgesetzt.

Photovoltaik- und Wärmepumpe: Photovoltaikanlagen inklusive Zubehör sowie Anlagen der regenerativen Wärme- und Warmwasserversorgung sind mitversichert, auch ergänzende Anlagen.

Wasserrohre: In Höhe der Versicherungssumme sind auch Schäden an Ableitungsrohren außerhalb des Gebäudes und Grundstücks versichert, wenn das Gebäude nicht älter als 30 Jahre ist und im Schadensfall ein Prüfbericht zur Dichtigkeit vorliegt. Allerdings ist dies nicht so klar formuliert, denn wie alt dieser Bericht sein darf, ist nicht geregelt.

Einbruch: Die Schäden sind komplett versichert.

Windstärken: Beim Tarif XXL gibt es keine Mindest-Windstärke, ab der die Versicherung erst einen Schaden reguliert.

Feuerrohbau­versicherung: Die InterRisk-Versicherung bietet eine Rohbauversicherung an, die maximal 24 Monate gültig ist.

Hotel- und Einlagerungs­kosten: Unterbringungskosten werden für 200 Tage übernommen. Einen Höchstbetrag pro Tag definiert die Versicherungsgesellschaft dabei nicht. Auch Transport- und Lagerkosten werden bis zu einem Jahr übernommen. Außerdem übernimmt die Versicherung bei einem „erheblichen Versicherungsfall“ . Also voraussichtlich Sachschäden in Höhe von mindestens 5.000 Euro – die Fahrtmehrkosten bei einem Reiseabbruch, auch für mitreisende Angehörige.

Selbstbehalt Naturgewalten: Die InterRisk-Versicherung verzichtet im Tarif XXL komplett auf eine Selbstbeteiligung bei Elementarschäden, sofern diese mitversichert sind.

Unbenannte Gefahren: Auch Gefahren, die nicht in den Versicherungsbedingungen genannt werden, sind optional versicherbar, Hier wird kein Selbstbehalt verlangt.

Die InterRisk-Versicherung nimmt an dem Versicherungsombudsmannverfahren der Branche teil. Hier werden keine nach Unternehmen aufgegliederte Statistiken veröffentlicht. Aber Verbraucher können sich auch bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) beschweren, die eine eigene Beschwerde-Statistik für die Wohngebäudeversicherung führt. Hier ist die InterRisk-Versicherung für 2022 mit 150.544 Verträgen in diesem Segment und 3 Beschwerden aufgeführt.

Was gibt es sonst noch?

Andere Tarife können wir leider nicht im Detail behandeln, da wir nicht auf die detaillierten Versicherungsbedingungen Zugriff hatten. Bei Updates fügen wir aber natürlich neue Tarife hinzu.

So haben wir bewertet

Wir haben uns dafür entschieden, möglichst hochwertige Leistungen zu begutachten, so dass in den Empfehlungen in der Regel die Premium-Tarife der Versicherungsgesellschaften aufgeführt sind. Relevantere Unterschiede gibt es in vielen Tarifoptionen:

Elementarschadenschutz: Wir haben nur Versicherungstarife berücksichtigt, die den Ellementarschadensschutz anbieten.

Automatische Anpassung: Die automatische Anpassung an bessere, zukünftige Versicherungsbedingungen ist eine nette Option. Auch die Einhaltung der GDV-Bestimmungen ist hilfreich. Wir weisen bei unserer Tarifanalyse darauf hin, wenn dies (nicht) der Fall ist.

Grobe Fahrlässigkeit: Wir halten es für inakzeptabel, wenn ein Tarif bei grober Fahrlässigkeit die Schäden nicht zahlt. Deshalb bieten alle von uns empfohlenen Versicherungstarife das an.

Windstärke: Die Versicherung sollte mindestens ab Windstärke 8 leisten; besonders gute Tarife verzichten aber sogar darauf.

Abbruch- und Aufräum-, Bewegungs- und Schutzkosten: Die Kosten hierfür sollten in kompletter Höhe übernommen werden.

Folgen von Überspannungs­schäden: Überspannungsschäden sollten versichert sein.

Kurzschluss- und Sengschäden: Auch so kann es zu einem Kurzschluss kommen. Bei einer entsprechenden Klausel zahlt dann die Versicherung.

Mehrkosten durch behördliche Auflagen: Wenn behördliche Anordnungen zu höheren Kosten führen, übernehmen diese die empfohlenen Versicherungstarife.

Wasserzu- und Wasser­ableitungsrohre: Die Schäden an Wasserrohren sollten versichert sein. In der Höhe gibt es hier durchaus Unterschiede.

Photovoltaik- und Wärmepumpe: Wir weisen darauf hin, ob und zu welchen Bedingungen die von uns empfohlenen Versicherungstarife auch Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen mitversichern.

Einbruch: Die Schäden durch Einbruch sollten komplett versichert sein.

Rückstau: Schäden durch Rückstau sollten durch die Versicherung abgedeckt werden. Natürlich darf die Versicherungsgesellschaft dafür vorbeugende Maßnahmen verlangen – Stichwort Obliegenheitspflichten.

Feuerrohbauversicherung: Die von uns empfohlenen Tarife bieten mindestens sein Absicherung von 12 Monaten gegen Feuerschaden bei einem unfertigen Gebäude an.

Hotel- und Einlagerungskosten: Optional, aber durchaus sinnvoll, ist die Begleichung von Hotel-, Einlagerungs- und Reiserücktrittskosten. Wir weisen in unseren Empfehlungen auf die entsprechenden Rahmenbedingungen hin.

Selbstbehalt Naturgewalten: Viele Versicherungsgesellschaften arbeiten mit Selbstbehalten. Dieser sollte zehn Prozent der Schadenssumme und 5.000 Euro nicht übersteigen.

Unbenannte Gefahren: Auch die Versicherung von »unbenannten Gefahren« kann Unsicherheit im Schadensfall nehmen. Wir weisen in den Tarifanalysen darauf hin, inwiefern es hier entsprechende Klauseln gibt.

Teilnahme am Ombudsmann­verfahren der Versicherer: Ein absolutes Ausschlusskriterium für die Aufnahme einer Versicherung war es, wenn diese nicht an dem Ombudsmannverfahren der Versicherer – quasi die Minimalleistung an Verbraucherschutz – teilnehmen. Das ist zwar relativ selten der Fall, aber deswegen konnte unter anderem der Tarif eines deutschen Automobilclubs nicht berücksichtigt werden. Der Versicherungsombudsmann veröffentlicht eine generelle Statistik zu Beschwerdefällen. Im Jahresbericht 2022 werden die Beschwerdefälle für Gebäudeversicherungen zusammengefasst. Demnach gab es hier 2022 1.769 Beschwerden, was auf jeden Fall ein höhere Wert ist. Die Statistik ist nicht nach Versicherungsunternehmen aufgeschlüsselt.

Gute Auffindbarkeit aller notwendigen Unterlagen auf der Website: Die Versicherer sollten die notwendigen Vertragsgrundlagen auffindbar – am besten sehr einfach – auf der Website zur Verfügung stellen. Leider ist kein nicht Standard. Wir halten es aber für ein sehr wichtiges Transparenzkriterium. Deshalb haben wir in unseren Empfehlungen ausschließlich Tarife berücksichtigt, bei denen wir die Bedingungen über die Website direkt herunterladen konnten.

Darüber hinaus haben wir ausschließlich Tarife berücksichtigt, die bei der „Stiftung Warentest“ mindestens die Note „sehr gut“ erhalten haben. Aber Vorsicht: Ein und dieselbe Versicherungsgesellschaft bietet durchaus Tarife an, die mit „sehr gut“ oder auch mit „mangelhaft“ bewertet wurden.

Die Preise in der Vergleichstabelle richten sich nach einem Modellhaus der Stiftung Warentest, dem Neubau in Düsseldorf mit 150 Quadratmetern in Zürs 2.

Die wichtigsten Fragen

Welche Wohngebäudeversicherung ist die beste?

Unser Favorit unter den Wohngebäudeversicherungen ist der Premium-Tarif der Barmenia. Die Konditionen sind durchs Band sehr gut und wegen der Innovationsklausel bleiben die Bedingungen auch in Zukunft aktuell. Auch andere Wohngebäudeversicherungen konnten uns überzeugen: Der Domcura Top-Schutz gefällt uns wegen seiner großzügigen Klauseln zu Fahrlässigkeit und der XXL-Tarif von Interrisk überzeugt durch die Übernahme von Schäden durch Naturgewalten ohne Selbstbehalt.

Was ist eine Unterversicherung?

Eine Unterversicherung bedeutet, dass ein Haus unter dem tatsächlichen Wert versichert wird. Im Schadensfall führt das dazu, dass auch nur ein Teil der Kosten durch die Wohngebäudeversicherung übernommen wird. Viele Versicherungsgesellschaften bieten deshalb an, dass sie auf den Einwand der Unterversicherung verzichten, wenn zum Beispiel eine bestimmter Betrag pro Quadratmeter pauschal als Versicherungssumme angenommen wird.

Was sind die Herausforderungen bei einem Haus, welches unter Denkmalschutz steht?

Einige Versicherungsunternehmen sehen das Stellen eines Hauses unter Denkmalschutz als eine anzeigenpflichtige Gefahrenerhöhung an. Und wieder andere geben in ihren Versicherungsbedingungen an, dass dies auch ein Kriterium für die Beitragsbemessung ist. Vom Grundsatz her ist eine Versicherung eines denkmalgeschützten Hauses also möglich. Aber es gibt Versicherungsgesellschaften, die generell keine älteren Gebäude versichern wollen. Deshalb ist es wichtig, sich mehrere parallele Angebote einzuholen.

Was soll ich tun, wenn die Versicherung die Wohngebäudeversicherung kündigt?

Es kann vorkommen, dass eine Versicherungsgesellschaft nach einem höheren Schadensfall oder auch generell bei einer Häufung von Schadensfällen die Kündigung ausspricht. Das wichtigste: Versuchen Sie zunächst, mit der Versicherungsgesellschaft ins Gespräch zu kommen. Vielleicht ist eine Versicherung mit einem höheren Selbstbehalt weiterhin möglich oder mit bestimmten Ausschlüssen? Es ist für Sie viel einfacher, eine neue Versicherungsgesellschaft zu finden, wenn Ihr Vertrag nicht von der Versicherungsgesellschaft gekündigt wurde, sondern von Ihnen.

Kann ich eine Wärmepumpe oder eine Photovoltaik-Anlage mitversichern?

Ja, das geht bei vielen Versichern ohne Probleme, ist in manchen Tarifen auch schon enthalten. Allerdings kann die Absicherung sehr unterschiedlich ausfallen. Mal sind nur die Anlagen selbst versichert, mal auch alles damit zusammenhängende. Und es kann auch eine Kompensation eines Ertragsausfalls vereinbart sein. In jedem Fall gilt: Sollten Sie sich auch bei einem bestehenden Wohngebäudeversicherungsvertrag entschließen, eine Wärmepumpe oder eine Photovoltaik-Anlage einzubauen, dann müssen Sie darüber die Versicherungsgesellschaft informieren – wie immer, wenn sich eine wesentliche Voraussetzung ändert.

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