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Weine für den Spätsommer Test: Aufmacher Sommerwein 2026 Getränke Foto: F.A.Z. Kaufkompass

Für letzte laue Abende: Weine für den Spätsommer im Überblick

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Alle Jahre wieder appellieren die Weinhändler an den Durst ihrer Kunden: Und so haben wir vier verschiedene Weinkollektionen von zwei Online-Händlern getestet, die Lust auf Wein an lauen Abenden machen.

Alle vier Pakete verfolgen ein Ziel: den Weinliebhaber mit der nötigen Leichtigkeit zu erfrischen, die es braucht, um einem alkoholischen Getränk auch im Spätsommer Appetitlichkeit zu verleihen.

Zwei Pakete widmen sich italienischen Weinen: eines Weißweinen vom Gardasee rund um Pinot Grigio und Garganega, das andere Rosatos aus Venetien und Apulien aus Primitivo und Pinot Grigio. Das dritte Paket enthält französische Rosés aus unterschiedlichen Rebsorten, das vierte eine Kollektion deutscher Grauburgunder aus Baden und der Pfalz.

Der Vorsatz ist gut, doch können die Weine ihr Versprechen einlösen? Die Pakete werden zu verlockenden Preisen angeboten – im Schnitt rund 7,30 Euro pro Flasche. Damit liegen sie spürbar über dem Billigdiscounter-Niveau, erreichen aber noch lange nicht die Höhen ambitionierter Erzeuger. Wenig überraschend stammen die Sommerkracher nicht von kleinen Familiengütern, sondern von Großkellereien, Genossenschaften oder großen Betrieben, die auch Trauben anderer Erzeuger zukaufen.

Die vier Weinkollektionen im Überblick

Grauburgunder aus Deutschland

Vicampo Sommerliche Grauburgunder-Highlights

Das Paket beinhaltet Weißweine aus Baden und der Pfalz, die für ihren vollmundigen, kräftigen Charakter bekannt sind.

Das Paket »Sommerliche Grauburgunder-Highlights« beinhaltet trockene Weißweine aus Baden und der Pfalz; besonders entlang der Rheinebene werden größere Mengen produziert. Weißweine aus den südlichen Regionen Deutschlands sind für ihren vollmundigen, kräftigen Charakter bekannt.

Qualitativ gesehen schneiden die vier Grauburgunder in unserem Check am besten ab. Vor allem der Grauburgunder von Karl Pfaffmann ist für den Preis bemerkenswert. Zwei weitere Weine schlagen sich ebenfalls qualitativ gut. Als gehaltvollere Sommerweine, die sich flugs wegtrinken lassen, sind sie wie gemacht. Lediglich den Wein von Kesselring empfinden wir als nicht ganz so rund.

Der Karl Pfaffmann Lebenswerk Grauburgunder (2025) aus der Pfalz zeigt in der Nase feine, herbe Noten und ist etwas rauchig. Im Mund bringt er eine aktive, feine Säurespur, reife Birnen- und Apfelnoten und Anklänge an Honigmelone mit. Trotz der Fülle bleibt der Wein gut in der Spur. Der Wein aus der Pfalz bietet ein saftiges Finale, macht Spaß.

Der Farbenmeer Grauburgunder bringt verhaltene, zarte Grauburgunder-Frucht in die Nase und hat etwas Apfel-Käsekuchen im Duft. Im Mund zeigen sich dann breite Aromen, spürbare Restsüße und auffallend niedrige Säure. Dadurch ist er vom Typ her eher feinherb. Im Finale zeigt sich eine buttrig-breite Frucht mit Malz-Anklängen – für den Preis akzeptabel.

Der Schiefermühle Grauburgunder zeigt schlanken Duft und leicht rauchige Anklänge in der Nase. Im Mund bildet er dann süßlich-breite Grauburgunderfrucht, die Säure wirkt weich, weshalb der Wein leider wenig Spannung zeigt. Im Finale bringt er apfelige Frucht und Karamellnoten ins Spiel. Insgesamt ist er akzeptabel.

Im Duft ist der Kesselring Gönnheim Grauburgunder verschlossen mit einem Hauch Fruchtdrops in der Nase. Im Mund ist er dann unschlüssig, eiert etwas am Gaumen herum, geht in die Breite und wirkt indifferent. Zudem weist der Weißwein eine etwas aufgesetzte Note auf und wird eher breit und süßlich im Finale. Insgesamt überzeugt er uns weniger.

Die Weine des Pakets sind bei Vicampo auch einzeln erhältlich.

Karl Pfaffmann
Lebenswerk Grauburgunder trocken (2025)
Weine für den Spätsommer Test: Karl Pfaffmann Lebenswerk
Kesselring
Gönnheim Grauburgunder trocken (2025)
Weine für den Spätsommer Test: Kesselring Gönnheim Grauburgunder
Farbenmeer
Grauburgunder trocken (2025)
Weine für den Spätsommer Test: Farbenmeer Grauburgunder
Schiefermühle
Grauburgunder trocken (2025)
Weine für den Spätsommer Test: Schiefermühle Grauburgunder
Weißweine vom Gardasee

Hawesko Weinpaket »Grüße vom Gardasee«

Das Paket widmet sich vier Weißweinen rund um den Gardasee, die etwas Flair vom Süden versprühen.

Die vier Weißweine des Pakets »Grüße vom Gardasee« von Hawesko versprühen den Flair des Südens und sind zurzeit durchaus in Mode. Weißweine vom Gardasee, allen voran der Lugana DOC, wachsen am wärmebegünstigten Süd- und Ostufer auf kalkhaltigem Moränenschotter. Das macht sie zu Weinen mit unverwechselbarer Herkunft.

Bei den »Grüßen vom Gardasee-2 ist die qualitative Spreizung enorm: Der Tre Sorelle und der Ca’di Sogno sind überzeugende Weißweine der Rebsorte Garganega, die man auch aus dem Soave DOC kennt. Der Lago Venti und Palazzo Cavalieri sind dagegen mehr oder weniger enttäuschend wässrig oder unangenehm bitter. Es gibt am Gardasee unter den DOC-Weinen eben eine gläserne Preisdecke, unter der die Luft dann doch recht dünn wird.

Der Tre Sorelle Garda Bianco hat seinen Preis, ist aber ausgewogen und trotz seiner Leichtigkeit ausreichend pointiert und fein: In der Nase zeigt er süßlichen Apfelduft mit leicht herben Noten im Hintergrund. Im Mund ist er dann überraschend kraftvoll, hat eine schöne Würzigkeit sowie eine elegante Säure und ist dabei leicht und mit feiner Frucht. Im Finale zeigt sich etwas Gerbstoff. Dennoch ist er zart gebaut und durchaus fein und heiter mit feiner Salzigkeit am Ende. Zusammenfassend ist er gut gemacht, hat aber auch seinen Preis.

Trotz zurückhaltendem Duft ein Charmeur: Der Ca‘ di Sogno hat in der Nase nur einen schwachen Duft, im Mund dann aber eine zurückhaltende Säurespur und einen Hauch Gerbstoff, der den Wein am Gaumen griffig macht. Er hat Spiel und bringt eine eher neutrale Leichtigkeit, ist aber nicht dünn. Der Weißwein zählt zum Typ Durstlöscher mit leicht salziger Note im Finale. Er macht durchaus Spaß!

Der Lago Venti Pinot Grigio hat einen schwach apfelig-herben Duft in der Nase. Im Mund bildet er ebenfalls herbe Akzente: einen Hauch Bittermandel, aber hat auch etwas Unangenehmes, Unreifes und läuft nicht richtig rund. Im Finale zeigt er dann noch bittere Noten, die auch den günstigen Preis nicht akzeptabler werden lassen.

Der Palazzo Cavalieri Pinot Grigio weist einen feinen, reifen Duft in der Nase auf, zeigt aber wenig Grauburgunderfrucht. Im Mund ist der Weißwein dann rund, weich, harmlos und hat eine gewisse Saftigkeit. Er hat zwar eine längere Wasserphase, ist aber durchaus trinkbar. On the Rocks und beim Picknick wird er wahrscheinlich seine Dienste tun. Das Finale zeigt eine leicht herb-fruchtige Würzigkeit.

Tre Sorelle
Garda Bianco (2025)
Weine für den Spätsommer Test: Tre Sorelle Garda Bianco
Palazzo Cavalieri
Pinot Grigio (2025)
Weine für den Spätsommer Test: Palazzo Cavalieri Pinot Grigio
Ca’di Sogno
Garda Bianco (2025)
Weine für den Spätsommer Test: Ca'di Sogno Garda Bianco
Lago Venti
Pinot Grigio (2024)
Weine für den Spätsommer Test: Lago Venti Pinot Grigio (2024)
Rosés aus Italien

Vicampo Italienische Rosato-Highlights

Bei diesem Paket kommen zwei Rosé-Typen zum Einsatz: aus Apulien und aus DOC-Gebieten im Veneto.

Das Paket »Italienische Rosato-Highlights« von Vicampo stellt je zwei Weine aus ganz unterschiedlichen Anbaugebieten vor: Apulien ganz im Süden Italiens und das Veneto. Die beiden Veneto-Weine sind aus der weißen Rebsorte Pinot Grigio (Grauburgunder) gemacht. Stilistisch sind sie das rechte Gegenteil zu den Süditalienern.

Die vier italienischen Rosatos sind insgesamt eher medioker – der Primitivo Rosato kann mit seinen künstlichen Noten wirklich nicht verzücken, während sein Kollege Taje der Genossenschaft Torrevento noch rund und saftig daherkommt: harmlos, aber gut. Am besten ist noch der rötlich gekelterte Pinot Grigio Rosato (Grauburgunder) von Cinque Isole: Ein unterhaltsamer Spaßmacher, was man aber von seinem Kollegen von Colle Imperiale leider nicht behaupten kann.

Im Glas hat der Torrevento Primitivo Rosato mittleres Lachsrot. Er duftet verhalten nach roten Beeren, zeigt im Mund dann eine feine Säurespur und hat, dank der feinen Fruchtsäure, durchaus Eleganz und Saftigkeit. Der Taje Rosato hat kaum Gerbstoff und bleibt ganz auf der fruchtigen Seite. Kleiner Tipp: Auf Eis ist er ein besonders heiterer Begleiter für hitzige Tage.

Spaßbringer aus Norditalien aus der Rebsorte Grauburgunder alias Pinot Grigio – hier als Rosato: Im Glas zeigt der Cinque Isole hell-pinkes Lachsrot. In der Nase erkennt man leichte Erdbeerfrucht und etwas Blütenduft. Im Mund erschmeckt man leichte Gerbstoffe, zarte Beerenfrucht und eine gewisse Wasserphase. Er zeigt zurückhaltende Frucht, zarte Restsüße und ist dabei durchaus elegant. Ein akzeptabler Spätsommerwein und Spaßmacher im Glas – auch mit Eiswürfeln.

Der Paolicelli Primitivo Rosato zeigt ein helles Pink im Glas und hat eine zurückhaltende Kirschfrucht in der Nase. Im Mund wird er dann dropsig-süß, hat kaum Säure, ist ohne Spannung und bildet eine künstliche Aromatik. Die Gerbstoffe im Finale geben dann der geschmacklich starken Süße etwas Grip. Insgesamt ist er jedoch wenig überzeugend.

Der Colle Imperiale Pinot Grigio Rosato zeichnet ein helles Lachsrot im Glas ab, zeigt in der Nase aber kaum Duft. Im Mund bilden sich ein leichter Gerbstoff und eine zurückhaltende Säurespur, aber er zeigt kaum Aroma und eine längere Wasserphase. Im Finale bleibt er zurückhaltend, mit einer fruchtigen Wassermelonen-Aromatik.

Torrevento
Primitivo Taje Rosato (2025)
Weine für den Spätsommer Test: Torrevento Primitivo Taje
Casa Vinicola Botter
Paolicelli Primitivo Rosato (2025)
Weine für den Spätsommer Test: Casa Vinicola Botter Paolicelli Primitivo Rosato
Cinque Isole
Pinot Grigio Rosato (2025)
Weine für den Spätsommer Test: Cinque Isole Pinot Grigio Rosato
Colle Imperiale
Pinot Grigio Rosato (2025)
Weine für den Spätsommer Test: Colle Imperiale Pinot Grigio Rosato
Rosés aus Frankreich

Hawesko Weinpaket »La Vie en Rosé«

Die vier Weine aus dem Paket »La Vie en Rosé« appellieren an südfranzösisches Savoir-vivre.

Die vier Kandidaten der Weinkollektion »La Vie en Rosé« von Hawesko appellieren an südfranzösisches Savoir-vivre. Da scheint es keine Rolle zu spielen, dass es sich bei drei von ihnen um Tafelwein-Qualitäten »Vin de France« handelt.

In Frankreich prägen vor allem renommierte Herkünfte wie Rosé de Provence AOC oder Tavel AOC den Ruf des Rosés. Erzeugt wird er aber fast überall im Land, besonders im Süden, häufig als IGP-Weine.

Drei der Weine sind eben Vin de France, was früher der Kategorie Tafelwein entsprach, einer ein IGP, also eine regionale Herkunftsbezeichnung unterhalb der AOC. Tatsächlich ist der Wein mit dem billig wirkenden Eigenlabel Paul Bouchon von Hawesko eine Überraschung: Er vermeidet jeden Fehler, sprintet geradeaus ins Ziel und erreicht dabei eine gute Zeit. Er macht tatsächlich Spaß! Auch der IGP-Wein La Vie Jolie schlägt sich wacker – ob mit oder ohne Eiswürfel, er funkt reichlich Vergnügen ins Glas. Dafür müssen wir aber leider dem La Petite Fleur und dem La Vin Rosé Coquette eine gelbe beziehungsweise rote Karte erteilen: Den Weinen ist die Massenherkunft deutlich anzuschmecken.

Masse und Klasse – eine seltene Kombination einer Weinmarke: Der Paul Bouchon zeigt im Glas ein sehr helles Rosé. In der Nase ist er dann beinahe neutral im Duft mit leicht süßlicher Frucht. Im Mund bringt er zarten Gerbstoff, feine Erdbeerfrucht und eine neutrale Phase in der Mitte. Im Finale erwartet einen dann ein saftiges Finish mit roten Beerenfrüchten. Warum nicht? Ein Tafelwein, Massenware, … aber gut gemacht. Ein Tipp: Schön kalt genießen und nicht ans Etikett denken (am besten in eine Karaffe umfüllen).

Kein großer Wein, aber als problemloser Spaßbringer durchaus geeignet: Der La Vie Jolie kommt mit einem hellen Lachsrot ins Glas und hat in der Nase zurückhaltende Frucht und etwas rote Johannisbeeren. Im Mund packt er gut zu, hat feine Gerbstoffe und auch etwas Süße am Gaumen, ohne klebrig zu sein. Erdbeeren und Cassisnoten, eine Spur Pfeffer runden den Wein ab und sorgen für eine appetitliche Dynamik am Gaumen. Massenware? Ja! Aber er macht Freude und ist damit akzeptabel.

Der La Fleur Saint-Michel La Petite Fleur Rosé zeigt sich in hellem Lachsrot und mit dropsiger Nase. Im Mund kristallisiert sich vor allem Süße heraus, die insgesamt zu sticky wirkt. Der Rosé hat kaum Säure und Gerbstoff. Schließlich folgt eine längere Wasserphase und kaum Aroma. Den Abschluss macht ein künstliches und süßliches Finale. Dieser Wein macht wenig Spaß.

Mit hellem Lachsrosa im Glas und Erdbeerduft in der Nase macht der La Coquette Rosé im Mund einen dünnen Anfang. Es folgt viel Wasser, dann zarte Gerbstoffe, dann wieder lange nichts. Schließlich kann man eine Ahnung von Erdbeeren und entfernter Salzigkeit erschmecken. Im Finale wird der Rosé etwas besser als zwischendurch. Insgesamt hat er keine Fehler, aber viel mehr ist auch nicht drin. Der La Coquette wäre mit reichlich Eiswürfeln, am Meer und bei Gegenwind vielleicht noch ganz okay …

Paul Bouchon
Rosé (2025)
Weine für den Spätsommer Test: Paul Bouchon Rosé
La Fleur Saint-Michel
La Petite Fleur Rosé (2025)
Weine für den Spätsommer Test: La Fleur Saint-Michel La Petite Fleur Rosé
La Vie Jolie
Rosé (2025)
Weine für den Spätsommer Test: La Vie Jolie Rosé
La Coquette
Rosé (2025)
Weine für den Spätsommer Test: La Coquette Rosé

Alle Infos zum Thema

Zwischen Schwere und Leichtigkeit: Was Weine für den Spätsommer ausmacht

Damit ein Weißwein oder Rosé im Spätsommer Spaß macht, muss er bestimmte Kriterien erfüllen – und die empfinden viele Weintrinker ähnlich: Er sollte nicht zu alkoholstark sein. 12 Prozent sind ein guter Richtwert, weniger geht natürlich auch.

Zudem sollten Sommerweine fruchtige Typen sein, die auch stark gekühlt ausreichend Aromatik bieten. Beim Weißwein etwa Apfel-, Birnen- oder Honigaromen, beim Rosé Noten von Kirsche oder Erdbeere. Beim Rosé darf der Gerbstoff (die Tannine) durchaus spürbar sein, sollte sich aber harmonisch ins Gesamtbild einfügen. Bei der Farbe ist je nach Rebsorte und Produktionsweise alles erlaubt: von Goldgelb bis leuchtend Rot.

Bleibt die Frage nach der Restüße, also dem Anteil an Fruchtzucker der Trauben, der nach der Gärung noch im Wein vorhanden ist. Hier scheiden sich die Geister: Die einen mögen es knochentrocken und säurebetont, die anderen leicht fruchtig-süßlich. Entscheidend ist, dass die Süße gut integriert ist. Der Wein darf nicht pappig oder klebrig wirken. Gleiches gilt für die Säure: Auch hier ist im Sommer vor allem Harmonie gefragt.

Die Temperatur

Kälte unterdrückt Aromen. Das bedeutet aber auch, dass man Fehler oder weniger zuträgliche Noten deutlich schwächer herausschmeckt. Bei einfachen Weinen kann das durchaus ein Vorteil sein. Unter Weinkennern heißt es nicht umsonst: »Man kann jeden Wein trinken, egal wie schlecht er ist – man muss ihn nur stark genug herabkühlen.« Wer es eilig hat, kann die Flasche auch kurz ins Eisfach legen – nur bitte nicht vergessen, sie rechtzeitig herauszunehmen. Sonst wird der Korken herausgedrückt und der im Wein enthaltene Weinstein fällt beim Auftauen als kleine Kristalle aus.

Als Faustregel gilt: Im Sommer bei großer Hitze 2 bis 4 Grad, sonst 4 bis 6 Grad. Die Flasche sollte sich beim Umfassen richtig kalt anfühlen, dann stimmt’s!

Und Eiswürfel? An warmen Tagen genauso erlaubt wie ein Schuss Mineralwasser! Hauptsache, es schmeckt!

Rosé oder Weißwein?

Beides hat seinen Reiz, ebenso wie gekühlter Rotwein. Rosés haben in der Regel weniger Säure als Weißweine, dafür aber mehr Gerbstoff. Wer draußen auf der Terrasse trinkt, muss sich beim Essen keine Gedanken machen: Am besten beide Weintypen öffnen und nach Lust und Laune einschenken.

Die Weine vom Gardasee

Schon lange lockt der größte See Italiens die Menschen mit seiner Verbindung aus italienischer Leichtigkeit und dramatischer Landschaftskulisse an. Wer dort Urlaub macht, begegnet auch den Gardasee-Weinen, die fast ausschließlich am Süd- und Ostufer wachsen – etwa Lugana DOC oder Bardolino DOC. Dort fallen die Hügel sanft ab und der Weinbau findet hier ideale Bedingungen vor. Der Gardasee ist ein glaziales Restgewässer, das sich nach dem Rückzug der alpinen Eismassen gebildet hat. An seinen Ufern türmt sich Moränenschotter, der zusammen mit einer beachtlichen Wärmesumme hervorragende Voraussetzungen für den Weinbau schafft. Das Ergebnis: Weine mit unverwechselbarer Herkunft – darunter Rebsorten und Typen, die als spätsommerliche Begleiter ideal sind, nicht nur am See, sondern auch diesseits der Alpen.

Rosatos aus Italien vs. Rosé aus Frankreich

Italien bietet eine große Bandbreite an Rosés: Im Süden, in Apulien, sorgen hohe Wärmesummen in der Regel für kräftige Rotweine aus der Rebsorte Primitivo. Aus denselben Trauben lassen sich aber auch leichtere Rosatos keltern. Und dann kommt noch der Pinot Grigio alias Grauburgunder aus dem Norden ins Spiel: nicht etwa als Weißwein. Sondern dank seiner dunkel gefärbten Traubenschale taucht er hier in den letzten Jahren vermehrt als Rosato auf.

In Frankreich definieren beim Rosé die bekannten Rosé-Anbaugebiete Rosé de Provence AOC oder Tavel AOC, wo der Bartel qualitativ den Most herholt. Dabei werden in fast allen Anbaugebieten Frankreichs Rosés erzeugt, vor allem im Süden, oft als IGP-Weine. Solche wiederum, die als „Vin de France“-Verschnitte auf den Markt kommen, sind dann Blends aus ganz unterschiedlichen Grundweinen.

Stilistisch unterscheiden sich italienische Rosatos und französische Rosés kaum. Lediglich beim Primitivo Rosato schmeckt man oft die geringere Säure und eine deutlichere Restsüße heraus. Das muss man mögen.

Made in Germany: Grauburgunder

Der Grauburgunder ist in den südlichen Regionen Deutschlands für vollmundige, kräftige Weißweine bekannt. Werden die Trauben nicht zu reif geerntet, lassen sich daraus aber appetitliche Weine mit milder Säure und moderatem Alkohol erzeugen. Besonders in der Pfalz und in Baden werden entlang der Rheinebene größere Mengen produziert.

So haben wir bewertet

Sommerweine werden eiskalt getrunken. Und das ist wörtlich zu nehmen, denn gerade bei hohen Temperaturen ist es wichtig, die Weine gut herunterzukühlen, egal ob Weißweine oder Rosé. Selbst manche Rotweine profitieren davon, sie gut einzukühlen. Wir haben die 20 Weine auf 2 bis 4 Grad Celsius gekühlt, also genau so, dass das Glas beim Einschenken beschlägt.

Da es sich um vier Gruppen handelt, die jeweils eigene Bewertungskriterien erfordern, vergleichen wir die Weine nur innerhalb dieser Gruppen miteinander. Ziel ist es, Weine zu finden, die in ihrem Preissegment überzeugen.

Wir bewerten vor allem Duft, Geschmack, Harmonie und die Länge des Finales – die Farbe spielt fast keine Rolle. Außerdem achten wir darauf, ob die Weine offensichtliche Weinfehler aufweisen oder Noten zeigen, die auf mangelnde Qualität hindeuten. Bei Weißweinen sind das oft Bittermandelnoten, die auf unzureichende Traubenqualitäten hinweisen.

Ein weiteres Kriterium ist das Zusammenspiel von Alkohol, Säure und Restsüße aus nicht vergorenem Zucker der Trauben. Zu viel Alkohol macht Sommerweine schwer und unausgewogen. Zwölf Prozent Alkohol sind hier ein guter Mittelwert. Bei der Säure kommt es auf die Qualität an: Ist sie harmonisch, fein, spritzig und anregend? Oder wirkt sie stählern, stark, unreif oder einfach nur unangenehm sauer? Ähnlich verhält es sich bei der Restsüße: Eine gewisse Menge an unvergorenem Zucker hat praktisch jeder Wein. Bleibt sie etwas höher, kommt es auf die Säure als Gegenpart an – ist diese harmonisch, kann eine leichte Restsüße durchaus akzeptabel schmecken.

Ist bei Rosés eine gewisse Menge Gerbstoffe vorhanden, kann eine ganz leichte Restsüße durchaus positive Effekte erzielen. Die absolute Menge an Restzucker allein sagt also wenig über die Qualität aus. Ist die Süße jedoch sehr hoch und die Säure sehr niedrig, entsteht immer ein süßer Geschmackseindruck. Solche Weine, besonders Rosés, können unharmonisch schmecken. Dann entstehen klebrige Eindrücke und der Wein macht häufig keinen Spaß mehr.

Und genau darum geht es bei Spätsommerweinen: Spaß. Wir haben nicht nach Vollendung oder Exzellenz gesucht, sondern vor allem darauf geachtet, dass sich alles harmonisch zusammenfügt und am Ende ein angenehmer Geschmackseindruck entsteht – genau das, was man für ein Picknick, beim Grillen, auf der Terrasse oder bei strahlendem Sonnenschein gerne zu sich nimmt.

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Die wichtigsten Fragen

Wie unterscheiden sich Grauburgunder und Pinot Grigio?

Die Rebsorte Grauburgunder heißt in Italien Pinot Grigio. Genetisch gesehen sind sie identisch. Da jedoch das Klima anders ausfällt, sind auch die daraus gewonnenen Weine unterschiedlich. Nördlich der Alpen entstehen Weine mit starken Frucht- und Honigaromen, die eine gewisse aromatische Süße aufweisen, auch wenn sie trocken sind. Sie haben etwas mehr Alkohol und sind weich und rund in der Aromatik. In Italien fällt die gleiche Rebsorte anders aus: Sie sind häufig durchgegoren, trocken mit leichten Gerbstoffen und golden in der Farbe. Sie sind deutlicher von Apfelnoten als von Honigmelone geprägt, insgesamt etwas dünner, vor allem wenn es sich um Massenweine handelt. Eine Besonderheit sind Grauburgunder, die zu Rosés verarbeitet werden: Der Grauburgunder hat, wie der Name schon andeutet, Farbstoffe in den Beerenschalen. Werden wie bei Rotweinen Saft und Schalen zusammen vergoren, entsteht ein heller Roséton. Meist kommen dann auch die Gerbstoffe ins Spiel, denn die Traubenschalen enthalten sogenannte Tannine, die ein herbes Geschmacksbild verursachen können. Am Ende entsteht ein Wein, der kaum Gemeinsamkeiten mit den Grauburgundern nördlich der Alpen hat, auch wenn es sich um die identische Rebsorte handelt.

Wie werden Rosés gemacht?

Rosé entsteht, indem geerntete Rotweintrauben (oder auch Grauburgundertrauben) angequetscht und dann Saft und Schalen zusammen vergoren werden – aber eben nur für kurze Zeit. Wird der Most von der Maische schnell getrennt, entsteht sehr heller Rotwein – der Rosé. So wird nur ein kleiner Teil der Farbstoffe aus den Bärenschalen herausgelöst und es entsteht der begehrte Farbton. Dieser kann lachsrot, hellrot oder transparentrot ausfallen, je nachdem, wie lange die Schalen mit vergoren werden und um welche Rebsorte es sich handelt. Es ist also KEIN Mix aus Weißwein und Rotwein.

Welche Rolle spielen die Rebsorten bei den Rosés?

Rosés aus der Rebsorte Primitivo sind häufig kraftvoller, farbintensiver und runder, da die Säure der Trauben in Süditalien geringer ausfällt als im Norden. Doch Primitivo ist eine heikle Sorte, schnell kann es passieren, dass aus dem Massenträger billige, unangenehme, manchmal auch klebrige Rosés entstehen. Rosés aus Südfrankreich werden häufig aus den Rebsorten Grenache, Syrah, Cinsault und anderen gemacht und dort in größeren Mengen erzeugt. Wenn man viele Weine aus unterschiedlichen Weinbaugebieten miteinander verschneidet, entsteht das, was man früher Tafelwein nannte und heute Vin de France heißt, also ein Verschnitt von mehr oder weniger billigen Grundweinen ist. Das muss nicht schlecht sein, ist in der Qualität aber trotzdem limitiert. Die Ausnahme bilden Trauben aus einer bestimmten Herkunft, den so genannten AOC. Diese Weine werden aus Trauben der jeweiligen geschützten Ursprungsgebiete erzeugt und haben damit eine höhere Qualitätsstufe wie z. B. Rosés aus der AOC Tavel oder AOC Rosé de Provence.

Was ist eigentlich die Rebsorte Garganega und wo kommt sie her?

Die Rebsorte Garganega ist eine sogenannte autochthone Rebsorte. Das bedeutet, sie stammt aus einem kleinen geographisch eingegrenzten Gebiet und ist oft nur dort zu finden. Das Verbreitungsgebiet des Garganega erstreckt sich vom ehemaligen Vulkankegel Soave östlich von Verona bis hin zu den Südrändern des Gardasees im Westen. Es sind weiße Weine mit eleganten, feinen Aromen und auch einer gewissen Salzigkeit im Finale, aber nie überbordend intensiv, sondern immer heiter und sanft – »sanft« genau das bedeutet übrigens auch das Wort Soave. Übrigens auch eine DOC, also geschützte Herkunftsbezeichnung.

Sind Weine aus geschützten Herkunftsbezeichnungen wie AOC und DOC besser?

Viele Weinbaugebiete sind als geschützte geographische Herkunft definiert. Je enger und genauer die Regeln sind, desto höher ist die Qualitätsbezeichnung. In Italien und Frankreich sind das DOC bzw. AOC, in Deutschland QbA. Stammen die Trauben aus mehreren dieser Gebiete, aber immer noch aus einer bestimmten Region, können sie als IGP oder IGT abgefüllt werden (in Deutschland existiert diese Kategorie praktisch nicht). Das heißt, das Einzugsgebiet der Tauben ist deutlich größer, meistens sind die Weine auch deutlich billiger im Preis. Diese werden häufig von großen Genossenschaften oder Kellereien abgefüllt. Werden Weine aus einem ganzen Land, z. B. in Frankreich, miteinander verschnitten, dann heißen sie Vin de France. Hierbei handelt es sich meist um sehr billige Massenweine.

Wie schmecken Weine draußen – beim Grillen oder Picknick?

Wind und Luftzug sind der Tod jeder Weinaromatik. Draußen ist es nahezu unmöglich, hervorragende Weine zu verkosten oder ihre sublime Aromatik zu erfassen: Die Luft trägt alle feinen Aromennoten auf Nimmerwiedersehen davon. Daher ein Tipp: Weine über 20 Euro zu Hause und drinnen trinken. Und beim Grillen kommt noch der Rauch hinzu – da kann kein Grand Cru reüssieren und schmeckt wie vom Discounter. Dafür kann man einfache Weine servieren und hemmungslos vom Verschorlen Gebrauch machen oder seinen Favoriten on the Rocks genießen.

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