Ein Urlaubstag voll mit Bewegung und Sightseeing steckt in den Knochen. Im Hotelzimmer angekommen, möchte man nur noch etwas trinken und sich ausruhen. Nun stellt sich die Frage, ob das Leitungswasser bedenkenlos genießbar ist.
In vielen Ländern ist das eine berechtigte Frage, da das Leitungswasser nicht überall wie in Deutschland strengen Verordnungen unterliegt und zu unterschiedlichen Krankheiten führen kann. Selbst das Center for Disease Control and Prevention rät daher zu Vorsicht und empfiehlt, sich über Wasserfiltersysteme zu informieren.
Eine Lösung dafür verspricht der LifeStraw Sip. Der Strohhalm ist laut Hersteller der erste wiederverwendbare Wasserfilterstrohhalm aus Edelstahl. Während des Trinkens sollen Mikroplastik, Bakterien und Parasiten aus dem Trinkwasser entfernt werden. Jedes Leitungswasser wird damit genießbar.
LifeStraw Sip
LifeStraw gehört zur Schweizer Firma Vestergaard. Der erste Wasserfilter wurde in den 1980er Jahren zur Bekämpfung der Guineawurm-Krankheit entwickelt. In Zusammenarbeit mit dem Carter Center entstand ein einfacher Maschenfilter, der die Guineawurm-Larven aus dem Trinkwasser filtert. Die Technologie hat sich bis heute weiterentwickelt; längst werden die Filter nicht mehr nur in humanitären Krisensituationen angewandt. Mittlerweile gibt es zahlreiche Wasserfilterprodukte für Outdoor-Aktivitäten wie Wandern oder Reisen.
Alle LifeStraw-Produkte werden von den hauseigenen ISO-zertifizierten Laboren sowie von weiteren, unabhängigen Laboren getestet und erfüllen die Normen der US Environmental Protection Agency (EPA). Dennoch wollten wir uns ein eigenes Bild des LifeStraw Sip machen und haben die Wirkung des Filters im Labor analysieren lassen.
So funktioniert’s
Der Strohhalm basiert auf einer Hohlfasermembran-Technologie. Der Filter hat winzige Poren mit einer Größe von etwa 0,2 Mikrometern. Den Strohhalm kann man sich wie ein Sieb vorstellen: Größere Mikroorganismen, Schmutz und Schwebstoffe werden zurückgehalten. So werden Verunreinigungen aus dem Wasser entfernt, während man die Flüssigkeit durch den Strohhalm saugt.
Chemikalien oder Aktivkohlefilter finden sich nicht im Strohhalm. Das Wasser wird also rein mechanisch bereinigt. Um den Sip zu verwenden, taucht man ihn in ein Behältnis oder Glas und saugt wie bei einem gewöhnlichen Strohhalm. Am Anfang ist das etwas schwierig, da man den Widerstand durch die Hohlfasermembran spürt.
Laut Hersteller kann man den Strohhalm auch für andere kohlensäurefreie Getränke verwenden, etwa für Cocktails oder Säfte. Allerdings muss man beachten, dass Fruchtfleisch die Membran verstopfen kann. Bis zu 1.000 Liter Wasser soll der Strohhalm filtern können.
Laut Hersteller entfernt der LifeStraw Sip 99,999 Prozent aller Parasiten, 99,999999 Prozent aller Bakterien und 99,999 Prozent an Mikroplastik. Diese Angaben sind zertifiziert durch den sogenannten NSF/ANSI P231-Standard. Die P231-Norm gibt die Wirksamkeit der mikrobiologischen Wasseraufbereitung an und wird vom NSF International in Zusammenarbeit mit dem American National Standards Institute (ANSI) festgelegt. Das NSF International ist eine unabhängige Organisation zur Produkttestung und Zertifizierung.
An der Stelle ist wichtig zu erwähnen, dass der NSF/ANSI P231-Standard zwar Bakterien und Parasiten einschließt, aber keine Viren oder chemische Verunreinigungen wie Schwermetalle, Pestizide oder organische Chemikalien umfasst.
Der Labortest
Um den LifeStraw Sip in der Praxis zu testen, haben wir eine Probe Leitungswasser vom Labor Ivario analysieren lassen. Zugegeben: Das Trinkwasser in Deutschland unterliegt strengen Verordnungen. In der Regel sollte man darin keine Bakterien wie E.coli vorfinden.

Im Leitungsnetz des Hauses können aber etwa durch veraltete Rohre Schadstoffe abgegeben werden, außerdem entstehen hier oft Legionellen. Für den Test haben wir uns ein handelsübliches Wasseranalyse-Set besorgt, mit dem Verbraucher die Wasserqualität in ihrem Haushalt überprüfen lassen können.
Ivario Wasseranalyse Premium
Für den Test haben wir zwei Proben genommen. Einmal haben wir das ungefilterte Wasser direkt aus dem Hahn entnommen, einmal haben wir das Wasser mithilfe eines Trichters durch den Strohhalm gefiltert. Anschließend haben wir diese Proben ins Labor geschickt. Im akkreditierten Labor von Ivario wurde das Wasser auf 50 Prüfwerte untersucht, darunter Mineralstoffe, Legionellen und Krankheitserreger.

Bei der Laborauswertung fällt hauptsächlich der Legionellen-Wert im Wasser ins Auge. Beim ungefilterten Leitungswasser ist der Grenzwert laut Trinkwasserverordnung mit > 160 kbE/100 Milliliter überschritten. Das gefilterte Wasser aus dem Strohhalm hingegen besitzt lediglich einen Legionellen-Wert von < 2kbE/100 Milliliter.
Da Legionellen sich ausschließlich im Wasser vermehren und nicht von außen in die Probe eingebracht werden können, belegt das Testergebnis, dass der Strohhalm effektiv Legionellen aus dem Wasser herausfiltert.
Fazit
Der LifeStraw Sip ist praktisch für alle Reisenden, die sich keine Gedanken über die Qualität des Leitungswassers machen möchten. Der Strohhalm ist leicht und kann in der beiliegenden Box bequem transportiert werden.
Die Wirksamkeit der LifeStraw Filter wurde von mehreren, unabhängigen Laboren bestätigt. Uns gefällt besonders die Transparenz im Hinblick auf Testung, zu jedem Produkt kann man online das »Performance Data Sheet« herunterladen und die einzelnen Normen nachlesen.
Das LifeStraw Sortiment deckt alle Einsatzbereiche ab – von der Wasserkaraffe für zu Hause bis zum Strohhalm-Filter, den man an jede Plastikflasche dranschrauben kann.



















