Der Mietwagen ist gebucht, das Hotel will eine Kaution blocken, und plötzlich reicht der Kreditrahmen nicht mehr aus. In solchen Fällen kann es helfen, Geld auf die Kreditkarte zu überweisen. Doch das klappt nicht bei jeder Karte und jeder Bank gleich. Dieser Ratgeber erklärt, wann eine Überweisung möglich ist, worauf man bei IBAN und Verwendungszweck achten sollte – und was zu tun ist, wenn etwas schiefläuft.
Das Wichtigste in Kürze
- Nicht bei jeder Karte möglich: Prepaid-Karten müssen aufgeladen werden, bei Charge- und Revolving-Karten hängt es vom Anbieter ab. Debit-Kreditkarten lassen sich meist nicht separat aufladen.
- Verwendungszweck ist entscheidend: Bei Sammelkonten muss in der Regel die Kreditkartennummer angegeben werden. Fehler können die Gutschrift um mehrere Tage verzögern.
- Kosten vorher prüfen: Die Überweisung selbst ist oft kostenlos, Gebühren können aber je nach Anbieter, Überweisungsart oder bei einer Rücküberweisung von der Karte entstehen.
Kann man Geld auf eine Kreditkarte überweisen?
Ja, das ist bei vielen Karten grundsätzlich möglich. Eine einheitliche Regel gibt es jedoch nicht – entscheidend sind der Anbieter und der jeweilige Kartentyp. Manche Anbieter akzeptieren Einzahlungen nur zum Ausgleich offener Beträge, andere erlauben ein echtes Guthaben. Bei manchen Karten ist eine Überweisung technisch gar nicht vorgesehen.
Einige Karten haben eine eigene IBAN, auf die sich Geld direkt überweisen lässt. Die korrekte IBAN und den nötigen Verwendungszweck findet man meist in der Banking-App, im Online-Banking, auf der Abrechnung oder in den FAQ des Anbieters.
Viele Banken führen nicht für jeden Kunden eine eigene IBAN, sondern nutzen aus Effizienzgründen ein zentrales Sammelkonto. Alle Überweisungen laufen dort zunächst zusammen und werden erst im nächsten Schritt automatisch sortiert. Damit das Geld auf dem richtigen Kartenkonto landet, ist die Kreditkartennummer im Verwendungszweck oft zwingend erforderlich. Die Bank ordnet die Zahlung dann automatisch dem richtigen Kartenkonto zu. Fehlt die Angabe oder ist sie fehlerhaft, kann die Zahlung nicht sofort zugeordnet werden und wird meist erst nach einigen Tagen geklärt oder zurückgebucht.
Je nach Kartentyp: Wann eine Überweisung sinnvoll ist
Eine Überweisung auf die Kreditkarte kann unterschiedliche Zwecke haben. Man kann damit eine Prepaid-Karte aufladen, einen offenen Saldo ausgleichen, Sollzinsen vermeiden oder vorübergehend den finanziellen Spielraum erhöhen, etwa vor einer Reise oder einer größeren Anschaffung. Ob das funktioniert, hängt vom Kartentyp ab:
- Prepaid-Karte: Bei aufladbaren Prepaid-Karten ist die Überweisung fester Bestandteil des Konzepts. Ohne vorherige Aufladung ist die Karte nicht einsatzbereit.
- Charge-Karte: Das ist in Deutschland die klassische Form der Kreditkarte mit einem Verfügungsrahmen. Umsätze werden gesammelt und meist einmal im Monat in einer Summe abgerechnet. Eine zusätzliche Überweisung kann sinnvoll sein, wenn man vorübergehend mehr finanziellen Spielraum benötigt, etwa für eine Hotelkaution. Voraussetzung ist, dass der Anbieter Guthaben auf der Karte erlaubt. Ob das möglich ist, entscheidet der Anbieter. Ist das nicht der Fall, können Einzahlungen nur offene Beträge ausgleichen oder sie sind generell nicht möglich.
- Revolving-Karte: Revolving-Karten haben, ebenso wie die Charge-Karte, einen festen Kreditrahmen, erlauben jedoch die Rückzahlung in flexiblen Monatsraten. Auf nicht beglichene Beträge fallen oft hohe Zinsen an. Eine Überweisung auf die Revolving-Karte kann helfen, offene Beträge schneller auszugleichen und Sollzinsen zu reduzieren oder ganz zu vermeiden.
- Debit-Kreditkarte: Bei Debit-Kreditkarten wird jede Zahlung direkt vom verknüpften Girokonto abgebucht. Eine separate Aufladung ist in der Regel nicht vorgesehen – wer mehr Spielraum braucht, muss das Girokonto ausreichend decken.
Kostet es etwas, Geld auf die Kreditkarte zu überweisen?
Eine normale SEPA-Überweisung in Euro ist bei vielen Kontomodellen kostenlos oder bereits im Kontopreis enthalten. Die Konditionen können je nach Anbieter variieren. Entscheidend ist das Preis- und Leistungsverzeichnis der eigenen Bank.
Kosten können vor allem dann entstehen, wenn die Überweisung nicht online, sondern in der Filiale oder telefonisch beauftragt wird. Auch bei Überweisungen aus dem Ausland, außerhalb des SEPA-Raums oder in Fremdwährungen, können zusätzliche Gebühren und Wechselkurskosten anfallen.
Wer Guthaben später wieder auf das Girokonto zurückbuchen möchte, sollte wissen, dass auch das je nach Anbieter Kosten verursachen kann. Die Details stehen hierzu ebenfalls im Preis- und Leistungsverzeichnis der Bank.
So unterschiedlich handhaben es große Anbieter
Ein Blick auf einzelne Banken zeigt, dass es keine allgemeingültige Regel für Überweisungen auf Kreditkarten gibt. Die Praxis bei den Instituten variiert stark:
Commerzbank
Die Überweisung auf die Kreditkarte ist laut der Commerzbank über die App, das Online-Banking oder den Bankautomaten möglich. In der App wählt man „An eigenes Konto überweisen“ und die Kreditkarte als Ziel aus. Verwendungszweck muss die 16-stellige Kreditkartennummer sein.
Volksbanken und Raiffeisenbanken
Das Kreditkartenkonto hat bei vielen Volksbanken und Raiffeisenbanken eine eigene IBAN, die auf der Abrechnung oder im Online-Banking zu finden ist. Die Kreditkartennummer dient als Verwendungszweck. Teilweise ist sogar die Bareinzahlung am Automaten direkt auf das Kartenkonto möglich.
Sparkasse
Häufig wird bei den Sparkassen ein Sammelkonto genutzt. Die Kreditkartennummer dient als Verwendungszweck: So kann die Sparkasse den überwiesenen Betrag der Karte zuordnen.
Deutsche Bank
Eine Guthabenüberweisung auf die Kreditkarte ist laut der Website der Deutschen Bank nicht vorgesehen. Alle Umsätze werden am 25. des Monats per Lastschrift vom Referenzkonto abgebucht.
Neobanken wie N26, Revolut oder Vivid
Echte Kreditkarten mit monatlicher Abrechnung und Kreditrahmen sind bei Neobanken wie z. B. N26, Revolutoder Vivideher die Ausnahme und meist ein separates Zusatzprodukt. Diese Anbieter geben in Deutschland häufig nur Debit- oder Prepaidkarten aus. Eine Überweisung auf die Karte im klassischen Sinne ist bei Debitkarten in der Regel nicht vorgesehen. Stattdessen wird das verknüpfte Konto direkt belastet oder Guthaben vorab in der App eingezahlt.
Beim Buchen von Hotels oder Mietwagen kann es zu Problemen kommen, weil manche Anbieter Debitkarten nicht akzeptieren. Welche IBAN, welche Auflademethode und welche Limits gelten, steht direkt in der jeweiligen App.
Geld auf die Kreditkarte überweisen: Schritt für Schritt
Die einfachste Variante, um Geld auf eine Kreditkarte zu überweisen, ist die Überweisung per Online-Banking oder per Banking-App. Wer kein Online-Banking nutzt, kann die Überweisung alternativ am Bankautomaten oder am Schalter einer Filiale tätigen.
- Machbarkeit prüfen: Zuerst prüft man, ob die eigene Karte überhaupt aufgeladen werden kann – das steht in der App, im Online-Banking oder in den Vertragsunterlagen. Manche Karten akzeptieren nur Einzahlungen zum Ausgleich offener Beträge, andere gar keine.
- Empfängerdaten ermitteln: Hat die Karte eine eigene IBAN, überweist man direkt auf dieses Kartenkonto. Nutzt die Bank ein Sammelkonto, findet man die passende IBAN auf der Kreditkartenabrechnung oder im Online-Banking. Wichtig: Die 16-stellige Kartennummer auf der Karte ist keine IBAN.
- Verwendungszweck korrekt angeben: Bei Sammelkonten muss die 16-stellige Kreditkartennummer ohne Leerzeichen als Verwendungszweck eingetragen werden. Fehlt die Angabe oder ist sie fehlerhaft, kann die Bank die Zahlung nicht zuordnen – die Gutschrift verzögert sich dann um mehrere Bankarbeitstage oder die Zahlung wird zurückgebucht.
- Die Überweisung ausführen: Die Überweisung läuft wie gewohnt im Online-Banking oder in der App ab und wird mit der üblichen Authentifizierungsmethode bestätigt.
- Gutschrift prüfen: Nach der Überweisung sollte man prüfen, ob der verfügbare Betrag auf dem Kartenkonto erhöht wurde. Bei Überweisungen innerhalb derselben Bank ist das Geld oft noch am selben Tag sichtbar, bei Fremdbanken sollte man zwei Bankarbeitstage einplanen.
Was tun, wenn das Geld nicht ankommt?
Eine SEPA-Überweisung sollte spätestens am nächsten Bankarbeitstag eingehen. Ist das Geld nach zwei Bankarbeitstagen noch nicht auf dem Kreditkartenkonto sichtbar, sollte man zunächst die IBAN und den Verwendungszweck prüfen. Folgende Szenarien kommen dann als Gründe für den ausbleibenden Geldeingang infrage:
Ungültige IBAN: Bei einer ungültigen IBAN wird die Überweisung in der Regel gar nicht erst ausgeführt. Im Online-Banking erscheint meist sofort eine Fehlermeldung. Das Geld bleibt auf dem Senderkonto.
Gültige IBAN, falscher Empfänger: Wurde die Überweisung mit einer gültigen, aber falschen IBAN abgeschickt, landet das Geld auf einem fremden Konto. In diesem Fall sollte man sofort die eigene Bank kontaktieren und einen Überweisungsrückruf beauftragen. Eine Rückbuchung ist möglich, aber nicht garantiert.
Falscher oder fehlender Verwendungszweck bei Sammelkonten: Fehlt die Kreditkartennummer als Verwendungszweck oder ist sie fehlerhaft, kann die Bank die Zahlung nicht automatisch zuordnen. Die Gutschrift verzögert sich dann um mehrere Bankarbeitstage. Wer das Guthaben dringend benötigt, etwa kurz vor einer Reise, sollte auch in diesem Fall direkt den Kundenservice der kartenausgebenden Bank kontaktieren und die Transaktionsdaten bereithalten. Denn schlimmstenfalls können verzögerte Einzahlungen Zinszahlungen zur Folge haben.
Kann man auch Geld von der Kreditkarte zurücküberweisen?
Wer mehr Geld auf die Kreditkarte überwiesen hat als nötig, kann das überschüssige Guthaben je nach Anbieter auf ein Girokonto zurückbuchen – häufig direkt über Online-Banking oder die App.
Davon zu unterscheiden ist die Auszahlung aus dem Kreditkartenlimit: Dabei wird die Kreditlinie belastet und der Betrag auf ein Konto überwiesen. Es fallen sofort Gebühren an, und Zinsen werden oft ab dem Buchungstag berechnet. Nicht alle Anbieter bieten diese Möglichkeit an.
Fazit: Erst prüfen, dann überweisen
Ob eine Überweisung auf die Kreditkarte klappt, hängt vor allem vom Kartentyp und dem Kartenherausgeber ab. Bei Prepaid-Karten gehört das Aufladen zum Konzept, bei Charge- und Revolving-Karten kommt es auf den Anbieter an. Bei Debit-Kreditkarten ist eine separate Aufladung meist nicht vorgesehen. Ein kurzer Blick in die App oder auf die Abrechnung zeigt, welche Kontodaten verlangt werden und ob die eigene Karte das überhaupt unterstützt.
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Die wichtigsten Fragen
Kann man von einem fremden Konto auf eine Kreditkarte überweisen?
Das hängt vom Anbieter ab. Hat die Kreditkarte eine eigene IBAN, ist eine Überweisung von einem fremden Konto möglich. Bei Sammelkonten ist der korrekte Verwendungszweck entscheidend. Manche Banken akzeptieren Einzahlungen aber nur vom hinterlegten Referenzkonto. Im Zweifel vorab in der App oder beim Kundenservice prüfen, ob Drittüberweisungen erlaubt sind.
Gibt es ein Limit für das Guthaben?
Ja, manche Institute begrenzen die Höhe des Guthabens auf dem Kreditkartenkonto. Überschreitet die Einzahlung diese Grenze, wird der Restbetrag zurückgebucht oder abgelehnt. Limits stehen in der App oder im Preisverzeichnis.
Wie schnell ist das Geld auf der Kreditkarte verfügbar?
Eine Inlandsüberweisung nimmt in der Regel einen Bankarbeitstag in Anspruch. Wer von einem Konto bei derselben Bank überweist – etwa vom Sparkassen-Girokonto auf die Sparkassen-Kreditkarte – bekommt den Betrag oft noch am selben Tag gutgeschrieben. Bei Überweisungen von Fremdbanken sollte man zur Sicherheit zwei Arbeitstage einplanen. Wer das Geld sofort benötigt, sollte prüfen, ob die eigene Bank SEPA-Echtzeitüberweisungen unterstützt, dann ist das Geld in Sekunden verfügbar. Diese sind jedoch nicht bei allen Kreditkartenkonten möglich.













