Das Laufen im Gelände – auf Englisch Trailrunning – hat sich mit den Jahren längst als eigene Sportart etabliert. Nichts rückt dabei so sehr in den Fokus wie der passende Schuh, denn im Gelände ist man den Elementen noch stärker ausgesetzt als auf der Straße.
Um mehrere Spielarten des Trailrunnings abzudecken und für Einsteiger wie Fortgeschrittene den besten Schuh zu finden, haben wir 47 Trailrunning-Schuhe aus den verschiedensten Sparten ausgewählt und gründlich getestet.
Kurzübersicht
Brooks Cascadia 20

- Gutmütige Passform
- Tolle Dämpfung
- Gutes Abrollverhalten
- Angenehme Belüftung
Der Brooks Cascadia bleibt auch in seiner inzwischen zwanzigsten Ausgabe ein überaus komfortabler Allround-Trailrunner. Besonders wohlfühlt er sich auf moderat technischen Langstrecken, doch auch auf der Feierabendrunde im Park oder Wald macht der gutmütige Schuh richtig Spaß.
Scott Kinabalu Trail GTX
Der Scott Kinabalu Trail GTX ist unser Tipp für mieses Wetter. Doch auch bei eitel Sonnenschein performt der vergleichsweise leichte Schuh ganz ausgezeichnet. Gut gefallen hat uns das aufgeweckte Design und die recht straffe Abstimmung. Mit dem Schuh richtet sich Scott nicht nur an Hardcore-Trailrunner, auch bei Schlechtwetterläufen im Stadtpark fühlt sich der Kinabalu Trail GTX gut aufgehoben.
Saucony Peregrine 16

- Leicht
- Gutes Gefühl für den Untergrund
- Auch für Wettkämpfe geeignet
- Wenig Dämpfung
Mit dem Peregrine 16 hat Saucony einen tollen Mittelweg zwischen Gewicht und Komfort gefunden. Mit unter 600 Gramm Paargewicht bei Größe EUR 44.5 gehört er zu den leichteren Schuhen im Testfeld und ist durchaus wettkampftauglich. Trotzdem bietet er noch ausreichend Stabilität, um auch gewichtsbewusste Alltags-Geländeläufer zufrieden zu stellen.
Salomon Genesis 2

- Gutes Abrollverhalten
- Schnellschnürung
- Tolle Dämpfung
- Für Einsteiger geeignet
Der Salomon Genesis 2 ist ein optisch wie haptisch ansprechender Allround-Trailrunner mit einem sehr komfortablen Fußbett und flexiblem Strick-Obermaterial. In Kombination mit der Schnellschnürung ist er schnell einsatzbereit und eignet sich für Läufe aller Art. Mit wenig mehr als 600 Gramm Paargewicht (bei Größe EUR 44,5) ist er auch noch angenehm leicht.
Vergleichstabelle
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- Gutmütige Passform
- Tolle Dämpfung
- Gutes Abrollverhalten
- Angenehme Belüftung

- Vielseitig einsetzbar
- Wasserdicht
- Schöne Verarbeitung
- Profil könnte etwas bissiger sein

- Leicht
- Gutes Gefühl für den Untergrund
- Auch für Wettkämpfe geeignet
- Wenig Dämpfung

- Gutes Abrollverhalten
- Schnellschnürung
- Tolle Dämpfung
- Für Einsteiger geeignet

- Gutes Abrollverhalten
- Vielseitig einsetzbar
- Für Einsteiger geeignet
- Schöne Verarbeitung

- Gutes Abrollverhalten
- Guter Grip auf allen Untergründen
- Vielseitig einsetzbar

- Ausgezeichneter Tragekomfort
- Integrierte Gamasche
- »Geborgenheitsgefühl«
- Hohe Flexibilität
- Grip an der Ferse nicht optimal
- Teuer

- Ausgezeichnetes Abrollverhalten
- Ausgewogene Dämpfung
- Guter Grip auf allen Untergründen
- Sehr schöne Verarbeitung
- Teuer

- BOA-Schnellschnürung
- Vibram-Sohle mit ausgezeichnetem Grip
- Gute Dämpfung
- Ausgezeichnete Verarbeitung
- Teuer

- Tolles Gefühl für den Untergrund
- Für breite Füße gut geeignet

- Guter Grip
- Schöne Verarbeitung
- Abrollverhalten könnte dynamischer sein

- Für einen GTX-Schuh sehr leicht
- Griffige Vibram-Sohle
- Sehr schöne Verarbeitung
- teuer

- Sehr komfortabel
- Wasserdicht
- Ausgezeichneter Grip
- Vielseitig einsetzbar
- Schwer
- teuer

- Leicht
- Toller Antritt
- Relativ dünne Innenpolsterung

- Sehr leicht
- Gutes Abrollverhalten
- Guter Grip auf allen Untergründen
- Direkter Antritt
- Wenig Innenpolsterung

- Leicht
- Ausgezeichneter Grip
- Schöne Verarbeitung
- Etwas niedriger Schaft

- Toller Grip auf allen Untergründen
- Gute Dämpfung
- Gutmütige Passform
- Robuste Verarbeitung
- Schnelle Abnutzungserscheinungen

- Leicht
- Gute Kippstabilität
- Für viele Fußformen geeignet
- Für grobes Terrain etwas zu flaches Profil

- Sehr komfortabel
- Wasserdicht dank Gore-Tex
- Griffige Gummisohle
- Allround-tauglich (auch Wandern und Alltag)
- Relativ schwer

- Ausgezeichneter Grip in grobem Gelände
- Robust
- Guter Sitz
- Vergleichsweise schmaler Einsatzbereich

- Griffiges Profil
- Gutmütige Passform
- Hoher Anteil an Recyclingmaterialien
- Verschmutzt leicht

- Griffige Graphene-Grip-Sohle
- Ausgezeichneter Tragekomfort
- Gute Dämpfung
- Gut für schwerere Läufer geeignet
- Schöne Verarbeitung
- Teuer

- Komfortabel
- Griffige Sohle
- Gute Belüftung
- Etwas schwammig

- Komfortabel
- Gute Dämpfung
- Gute Belüftung
- Sehr schwammig

- Dynamisches Laufgefühl
- Auch für Teer geeignet
- Für grobes Gelände ungeeignet

- Breite Zehenbox
- Barfuß-Gefühl beim Laufen
- Etwas unpräziser Antritt

- Gute Dämpfung
- Gute Passform
- Nur für leichtere Trailruns
- Neigt in technischerem Terrain zum Wegkippen

- Tolles Abrollverhalten
- Schöne Verarbeitung
- Gute Dämpfung
- Etwas schwammig
- Außensohle schnell abgenutzt

- Komfortables Fußbett
- Gute Dämpfung
- Etwas weiche Sohle

- Komfortabler, sockenähnlicher Sitz
- Toller Grip auch bei Nässe
- Robuste Verarbeitung
- Vergleichsweise hart gedämpft
- Kein Leichtgewicht

- Schöne Verarbeitung
- Guter Grip
- Überzeugendes Abrollverhalten
- Oberschuh im Vorderfußbereich etwas unflexibel
- Verklebung löst sich vorne
- Labbrige Innensohle

- Leicht
- Angenehme, unkomplizierte Passform
- Fersenpartie für schwere Läufer zu weich

- Luftdurchlässiges Obermaterial
- Geradliniges Design
- Griffige Sohle
- Gutes Abrollverhalten
- Angenehme Dämpfung
- Fällt etwas klein aus
- Sohle bedingt griffig
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Beste Performance im Gelände: Trailrunning-Schuhe für Herren im Test
Trailrunning-Schuhe sind das entscheidende Bindeglied zwischen Fuß und Untergrund. Eignet sich die Sohle für den jeweiligen Untergrund? Hat der Schuh die richtige Passform? Ist die Schnürung leichtgängig und macht der Schuh schon beim Anziehen Spaß? Diese und andere Fragen gilt es, beim Kauf zu beachten.
An dieser Stelle auch der Hinweis, dass es Unterschiede zwischen Herren- und Damen-Trailrunningschuhen gibt, weswegen wir einen eigenen Test von Trailrunningschuhen für Damen aufgesetzt haben. Die Dämpfung und der Leisten fallen anders aus, dazu ist auch die Schnürung bei einzelnen Modellen anders geführt.
Dämpfung
Das Thema Dämpfung spielt beim Trailrunning ebenso wie beim Straßenlauf eine große Rolle. Dabei ist die Dämpfung des Schuhs zu einem guten Teil Geschmackssache. Anfänger kommen mit einem moderat gedämpften Schuh zur Eingewöhnung in der Regel am besten zurecht. Wer schon etwas mehr Lauferfahrung hat, hat die Qual der Wahl: Marken wie Hoka bieten stark gedämpfte Schuhe an, die sich speziell an Langstreckenläufer richten. Andere Hersteller wie zum Beispiel Salomon oder Inov-8 haben hingegen auch minimalistisch gedämpfte Schuhe im Sortiment, die für eine ausgezeichnete Kraftübertragung sorgen.
Obermaterial
Beim Obermaterial stehen die Schuh-Entwickler ihren Oberbekleidungs-Kollegen in nichts nach. Gewebearten und -zusammensetzungen, Nahtführung, Abnäher und Applikationen – der Kreativität sind hier kaum Grenzen gesetzt. Allerdings gibt es bei Trailrunningschuhen in der Regel einen großen Unterschied zur Straßenlaufschuh-Konkurrenz: Die Materialien sind in den meisten Fällen robuster sowie abrieb- und wetterfester, um die auch im rauen Hochgebirge bzw. auf nassen Trails zu schützen und trocken zu halten.
Atmungsaktivität
Eng damit verbunden ist das Thema Atmungsaktivität. Geht es auf dem Trail heiß her, ist man für eine gesteigerte Luftzufuhr dankbar. Die Hersteller gehen das Thema unterschiedlich an. So sorgen bei einigen Modellen gelaserte Belüftungslöcher für direkte Luftzufuhr, andere Hersteller wiederum integrieren mesh-artige Gewebestrukturen. Gestrickte (Knit-)Obermaterialien sind angenehm luftdurchlässig und finden auch bei Geländeschuhmodellen zunehmend Verwendung.
Protektion
Der Facettenreichtum im Trailrunning ist immens. Sorgt bei den einen schon der Wiesenpfad auf dem nächsten Feld für Glücksgefühle, kann es bei den anderen nicht extrem genug zugehen. Die Schuhe machen dabei einiges mit – vom leichten Wurzelkontakt auf dem Haustrail bis zum gnadenlosen Fels-Geschrubbe im Hochgebirge.
Entsprechend gut sollten Trailrunningschuhe auch gegen Felsen und Geröll geschützt sein. Viele Hersteller statten ihre Zöglinge daher mit einem Geröllschutz aus, in der Regel in Form von Verstärkungen im Zehenbereich und an der Seite aus robustem Textil. Auch »Rockplates« kommen zur Verwendung, also Inserts zwischen Außen- und Zwischensohle, die scharfen Steinen, die man überläuft, den Schrecken nehmen. Nicht zuletzt kommen hin und wieder in den Schuh integrierte Gaiter (Gamaschen) zum Einsatz, die das Eindringen von kleinen Steinchen (oder auch Schnee) verhindern.
Sprengung
Mit dem Begriff »Sprengung« bezeichnet man den Höhenunterschied zwischen Ferse und Vorderfuß, also gewissermaßen den Niveauunterschied zwischen Heck und Front eines Schuhs. Je nach Trainingsgrad und Trailrunning-Vorlieben wählen gut trainierte Läufer Schuhe mit wenig bis keiner Sprengung (kleiner als 4 Millimeter), moderater Sprengung (4–8 Millimeter) oder hoher Sprengung (ab 8 Millimeter).
Größe
Bei Laufschuhen gilt: besser ein bisschen zu groß als zu klein. Das ist bei Trailrunning-Schuhen nicht anders als bei Straßenlaufschuhen. Lieber den Zehen etwas zu viel Raum bieten, als beim ersten Laufen anzustoßen und sich die Zehen zu malträtieren. Ist man sich nicht sicher, orientiert man sich bei der Größe am bequemsten Alltagsschuh, den man im Regal stehen hat.
Profil
Läuft man primär auf Kieswegen, reicht ein moderat profilierter Schuh aus. Ist der ein oder andere Wurzel-Trail dabei, sollte das Profil etwas bissiger sein. Ist man bereits versierter Trail-Läufer und gehören auch Ausflüge ins alpine Gelände zum läuferischen Repertoire, ist ein Schuh mit gröberen Stollen gefragt. Diese Kategorisierung ist jedoch sehr volatil. Am Ende kocht beim Profil jeder Hersteller sein eigenes Süppchen und wir waren oftmals verblüfft, wie gut auch auf den ersten Blick minimalistische Profile auf technischeren Trails performen.
Unser Favorit
Brooks Cascadia 20

- Gutmütige Passform
- Tolle Dämpfung
- Gutes Abrollverhalten
- Angenehme Belüftung
Wohltat Brooks – so ließe sich unser erster Eindruck des Cascadia 20 kurz und knapp zusammenfassen. Doch halt, von Beginn an. Wir geben zu, dass uns mit Brooks schon eine lange »Beziehung« verbindet. Unsere ersten Cascadia hatten wir bereits vor rund 15 Jahren an den Füßen. Wir haben sozusagen einen Brooks-Fuß und dass den nicht jeder hat, ist klar. Trotzdem spricht vieles für den Schuh, was für eine möglichst breite Läuferschaft gilt.
Als allererstes wäre hier die gutmütige Passform zu nennen. Mit dem Brooks »kann jeder« sozusagen. Allein Fans schmalerer Schnitte bzw. Leisten werden den Cascadia vielleicht zu breit finden. Zum zweiten ist die sehr ausgewogene Dämpfung zu nennen. Der Schuh richtet sich an Läufer jedes Terrains – vom »Parkläufer« bis zu ersten alpinen Ausflügen. Der Schuh ist sich auch für gelegentlichen Felskontakt nicht zu schade.
Natürlich merkt man ihm dabei seine Herkunft an. Der Schuh wurde von Scott Jurek mitentwickelt, einem der profiliertesten amerikanischen Langstreckenläufer. Der Cascadia fühlt sich also besonders auf moderat technischen, langen, welligen Läufen wohl – wellig im Sinne von »nicht zu vielen Höhenmetern auf einmal«. Ein 1200-HM-Skyrace ist eher nicht die Welt dieses Schuhs.
Im Test nehmen wir ihn auf mehrere unserer Standardrunden mit und fühlen uns von unserem ersten Eindruck bestätigt: Der Brooks Cascadia 20 bleibt auch in seiner zwanzigsten Ausgabe ein Komfortwunder durch und durch und richtet sich an Trailrunning-Greenhorns wie Profis gleichermaßen.
Brooks Cascadia im Testspiegel
Die Plattform laufschuhkauf.de urteilt zum Brooks Cascadia:
Leichte bis nicht zu schwere Läuferinnen mit neutralem Abrollverhalten und Supiniererinnen, die einem komfortablen, vielseitigen Geländelaufschuh suchen, sollten den Brooks Cascadia 20 in die engere Wahl nehmen. Auch für Vor- und Mittelfußläufer*innen ist er dank der reduzierten Sprengung eine Empfehlung.
Weitere Empfehlungen
Scott Kinabalu Trail GTX
Scott hat mit der aktuellen Version des Kinabalu Trail GTX einen Schuh im Programm, der mit nahezu jedem Gelände zurechtkommt. In Kombination mit der langlebigen Verarbeitung und Gore-Tex ergibt sich ein Begleiter für alle Arten von Trails, der auch bei miesem Wetter nicht klein beigibt.
Schon beim Auspacken gefällt uns das technische Design des Kinabalu Trail GTX. Er hebt sich schon rein farblich von der Masse an Schuhen ab – bunt ist besser! Doch vom Außen darf man nicht auf das Innen schließen, und so nehmen wir den Schuh gleich mal an einigen verschneiten Januartagen genauer unter die Lupe und siehe da, der Schuh macht nicht nur beim Anschauen, sondern auch beim Laufen Spaß. Beim Abrollverhalten gehört er definitiv zum oberen Testdrittel, die Dämpfung ist straff, aber durchaus noch vorhanden. Kurzum: Einsteiger als auch Fortgeschrittene sind beim Kinabalu Trail GTX gut aufgehoben.
Im Laufe des Tests verwenden wir den Kinabalu Trail GTX nicht nur auf Feldwegen und Wurzeltrails im Flachland, sondern führen ihn auch ins Hochgebirge aus. Der Untergrund ist rau, die Felsen sind es auch – es geht dem Schuh ganz ordentlich an den Kragen. Dabei nehmen wir verblüfft zur Kenntnis, dass sich zwar irgendwann die recht großflächige Print-Beschriftung zu lösen beginnt, der Schuh selbst aber mitnichten aufzulösen beginnt. Hier hat Scott ganze Arbeit geleistet!
Nicht zuletzt kommt das Thema Gore-Tex ins Spiel. »Nicht nötig bei einem Trailrunningschuh!« mögen die einen proklamieren, doch wir sind und bleiben klarer Fan der Membran. Zwar wird sie den Fuß kaum auch bei extremen Witterungsbedingungen trocken halten, kann ihre Stärken jedoch bei z. B. nassem Untergrund oder leichtem Regen voll ausspielen. Das alles liefert Scott zu einem Preis ab, dem noch keine Star-Allüren anzumerken sind.
Saucony Peregrine 16

- Leicht
- Gutes Gefühl für den Untergrund
- Auch für Wettkämpfe geeignet
- Wenig Dämpfung
Der Saucony Peregrine ist bereits in die 16. Saison gegangen und damit einer der absoluten Trailrunning-Klassiker. Die Erfahrung, die die Produktentwickler mitbringen, merkt man dem Schuh auch an – er ist geradezu perfekt auf seinen Einsatzbereich abgestimmt.
Dabei fühlt sich der Peregrine 16 nicht nur im moderaten, sondern insbesondere auch auf etwas technischeren Trails wohl. Mit einem Paargewicht von weniger als 600 Gramm hat man nicht allzu viel Ballast an den Füßen, zudem verfügt der Peregrine über einen guten Geröllschutz und eine gut verklebte Außensohle. Wo diese bei vielen Konkurrenten bereits Ablösungserscheinungen zeigte, tat sich beim Peregrine 16 noch rein gar nichts.
Mit einer Sprengung von 4 mm ist der Schuh nichts für Komfortliebhaber und richtet sich an den schon etwas trainierten Fuß. Wir verwenden den Schuh auf den verschiedensten Läufen bis über die 2000-Meter-Marke und gewinnen ihn schnell lieb – vor allem die sehr griffige Vibram-Sohle macht Spaß und bietet in gerölligem Gelände genauso viel Grip wie auf Fels oder regennassen Trails.
Bleibt hervorzuheben, dass wir beim Saucony Peregrine 16 auch ein gutes Gefühl haben, was seine Langlebigkeit angeht. An den Verklebungen tut sich auch nach rund 200 Test-Laufkilometern wenig, die Sohle zeigt wenig Abnutzung und auch die Schnürung bzw. Schnürsenkel sind von der haltbareren Sorte.
Salomon Genesis 2

- Gutes Abrollverhalten
- Schnellschnürung
- Tolle Dämpfung
- Für Einsteiger geeignet
Salomon is back on Trail! Streng genommen war die französische Marke auch nie weg, doch mit dem Genesis 2 hat das französische Unternehmen seit längerem auch mal wieder einen Schuh in unseren Top 5 platziert.
Ganz besonders gut haben uns die Allround-Eigenschaften des mit 610 Gramm Paargewicht angenehm leichten Schuhs gefallen. Egal ob Feierabendrunde auf dem Feldweg oder im Park, etwas technischerer Wurzeltrail als Trainingseinheit oder die ersten anspruchsvolleren Trailrunning-Runden am Wochenende – der Genesis 2 gleitet fast schon mit hohem Tragekomfort und gutem Grip über alles hinweg, was sich ihm in den Weg stellt.
Allein zu technisch sollte es nicht werden, für groberes Terrain ist der Schuh schlichtweg nicht ausgelegt. Soll bedeuten: Die hochalpinen Trails bleiben anderen Schuhmodellen vorbehalten. Im Test hat uns die für Salomon typische und mehrfach überarbeitete Schnellschnürung sehr gut gefallen, auch das »Matrix«-Obermaterial aus Strick trägt sich sehr angenehm. 8 Millimeter Sprengung bedeuten sehr viel Komfort bei gleichzeitig hoher Dämpfung.
Angesichts des (noch) fairen Preises richtet sich der Salomon Genesis 2 an Einsteiger und Fortgeschrittene gleichermaßen – wir werden ihn in Zukunft bevorzugt aus dem Schuhschrank ziehen.
Außerdem getestet
Helly Hansen Kestrel TR
Im Test nehmen wir den Helly Hansen Kestrel TR zunächst mit auf einen 10-km-Trailrun in Osttirol – von einer hochgelegenen Hütte geht es durch Geröll, über blanken Fels und Gletschervorfeld bis zum Gletscher selbst. Der Schuh performt auf allen Untergründen gut. Verblüfft sind wir auch über den guten Halt auf Fels, da können sich einige andere Hersteller eine Scheibe abschneiden. Der Schuh ist wasserabweisend, was aber nur für den »kleinen Morgentau« gilt. Soll bedeuten: Der Kestrel TR ist tendenziell ein Schuh für trockene Bedingungen.
Das Fußbett des Kestrel TR ist angenehm unauffällig – Läufer mit schmalen bis normal breiten Füßen werden sich wohlfühlen. Allein »Breitfüßer« sollten sich eventuell nach einem anderen Hersteller umsehen, dessen Schuh-Konstruktionen für breite Fußboxen bekannt sind. Wenn ein Wort in der Produktbeschreibung öfter fällt, ist es Recycling. Zwar ist der Schuh nicht zu hundert Prozent aus Recyclingmaterial, aber doch zu einem Großteil – auch beim Außen- und besonders beim Innenmaterial.
In einem zweiten Testdurchlauf konnten wir zudem feststellen, dass die im Vorderfußbereich eingebrachte Rockplate (also eine Platte aus härterem Material, die vor spitzen Steinen, die sich von unten in den Schuh bohren, schützen soll) sehr effektiv arbeitet. Sie ist zwar erstaunlich biegsam, lässt aber spitzen Bodenunebenheiten keine Chance. Zu guter Letzt nimmt es einem der Kestrel TR auch nicht übel, wenn man mit ihm länger auf Asphalt oder auf einem harten Fahrweg läuft. Ein gelungener Allrounder für eine breite Käuferschicht!
Asics Gel-Trabuco 13
Pi mal Daumen ist es 25 Jahre her, dass wir das erste Mal einen Asics Gel-Trabuco an den Füßen hatten. Schon damals gefiel uns das Crossover-Konzept dieses Modells. Das Beste aus mehreren Welten, heißt es nach wie vor – der Trabuco war und ist halb Straßen- und halb Geländelaufschuh.
In der Zwischenzeit hat sich der Fokus allerdings mehr auf das Gelände verschoben. Besonders gut gefällt uns die Sohle – hier hat Asics seine Hausaufgaben gemacht. Die Schuhe haben einen ausgewogenen Rocker Shape – nicht übertrieben und eben gerade so, dass man das durch die abgerundete Form verbesserte Abrollverhalten während des Laufens merkt.
Wir testen den Schuh auf einer moderaten Runde über Asphalt, Feldwege, Betonstraßen, wurzelige und matschige Trails. Auffällig ist der von Beginn an tolle Grip – auch auf taufeuchtem Untergrund. Der Asics »FF Blast Plus Foam« in der Zwischensohle sorgt dabei für eine homogene, nicht zu schwammige Dämpfung – der Schuh hat durchaus noch Antritt! Er ist außerdem für einen Allrounder schön leicht und bringt (nachgemessen, Paargewicht) nur 608 Gramm auf die Waage.
Was die Passform angeht, wendet sich der Schuh an eine breite Nutzerschaft. Er ist weder zu schmal noch zu breit – wir fühlen uns mit mittelbreiten Füßen in jedem Fall sehr wohl. Damit ist er gleichzeitig ein Schuh, mit dem Einsteiger wie Fortgeschrittene nichts falsch machen können. Allein Profis werden sich vielleicht einen etwas spezialisierteren Schuh suchen. Übrigens – den Asics Gel-Trabuco gibt es auch in einer Variante mit Gore-Tex und in einer hochschaftigen Variante mit einer integrierten Gamasche.
Arcteryx Sylan
Wir hatten lange keine Arcteryx-Trailrunning-Schuhe im Test und waren gespannt, was der Arcteryx Sylan zu leisten imstande ist. Da wären zunächst einmal die Optik und die Verarbeitung. Typisch für Arcteryx ist das windschnittige, schnörkellose Leading-Edge-Design. Mit weniger haben sich die Kanadier noch nie zufriedengegeben. In dezentem Schwarz trägt der Sylan jedenfalls keine Lorbeeren vor sich her, er ist auffällig unauffällig. Ein Schuh für Kenner.
Bei einem Blick auf die Sohle fällt dann aber doch etwas auf – sie ist stark gebogen, fast wie bei einem Schaukelpferd. Arcteryx spricht dann auch tatsächlich von einer »Rocker-Geometrie der Zwischensohle«. Ergebnis ist ein nahezu müheloses Abrollverhalten. Der Schuh will vorwärts!
Hervorzuheben ist auch der Sitz des Sylan. Er sitzt ausgezeichnet, ohne einzuengen. Statt auf eine großzügige Polsterung innen setzt Arcteryx auf einzelne gedämpfte Pads, zum Beispiel im Bereich des Knöchels. Das führt zum einen zu Gewichtsreduktion und zum anderen zu einer direkteren Kraftübertragung und Rückmeldung. Trotz der gut gedämpften Zwischensohle neigt der Sylan auch nicht zum Umknicken. Einziger Nachteil: Das Anziehen kann hier ein wenig dauern, da man in den Sylan wie in einen Neoprensocken hineinschlüpfen muss. Das anschließende Lauferlebnis darf einem die Qual aber durchaus wert sein.
Wie bei Arcteryx üblich, punktet auch der Sylan mit kleinen, aber feinen Details. Die Strickmanschette verleiht dem Schuh einen strumpfartigen Sitz und verhindert, dass Brösel und Steinchen nach innen wandern können. Außerdem sorgt sie für ein sattes, sicheres Tragegefühl. Dazu kommt ein kleines Stretchfach, in dem die Schnürsenkel verstaut werden können – versehentlich geöffnete Schuhbänder ade!
Das alles hat seinen Preis. Wer jedoch schon länger läuft und noch das i-Tüpfelchen in der Laufschuhkollektion sucht, ist hier bestens aufgehoben.
Hoka Tecton X3
Schon das Reinschlüpfen in den Tecton X3 von Hoka ist ein Genuss. Oder besser gesagt – ist man mal durch die strumpfartige Gamasche geschlüpft, bietet der Tecton X3 ein Tragegefühl, das sich wohl mit »Geborgenheit« am besten umschreiben lässt. Durch die bis über den Knöchel reichende, sehr elastische Gamasche fühlt sich der Schuh fast so an wie ein Hausschuh.
Auch beim ersten Ausflug ins Gelände stellt sich ein Lauf-Wohlgefühl ein, wie wir es noch nicht gekannt haben. Kleine Steinchen, Ästchen und andere Krümel gelangen gar nicht erst nach innen. Auch im Schnee macht der Schuh Spaß, er ist allerdings nicht wasserdicht. Ein kleines Manko ist die hinten abgerundete Sohle, die über einen »Kanal« in der Mitte verfügt. Beim Bergablaufen bietet sie nicht den besten Grip, vielleicht kann Hoka das bei einer der nächsten Versionen verbessern.
Was die Dämpfung angeht, bleibt der Schuh klar auf Hoka-Linie und ist ein Dämpfungsschuh durch und durch. Man sollte in unseren Augen schon einmal einen Hoka gelaufen sein, ehe man viel Geld in die Hand nimmt und zum Tecton 3 greift. Interessant sind die von Hoka integrierten Carbonfaserplatten, die, und wir zitieren, »stabilen Vorantrieb bei jedem Schritt« bieten sollen. Inwiefern das spürbar ist, wird sich im längeren Gebrauch zeigen – auf unseren ersten Läufen fielen sie weder positiv noch negativ auf.
Am Ende ist es unserer Meinung nach der überragende Komfort, der den Tecton 3 auszeichnet. Er ist zu einem »Hausschuh für die Hausberge« geworden und ist ein heißer Tipp für alle, die ihren Laufschuh-Fuhrpark um ein Modell erweitern wollen, in dem man sich auf Anhieb wohlfühlt. Ach ja, kleiner großer Wunsch noch am Ende an die Entwickler von Hoka: Packt doch bitte noch (optional) Gore-Tex mit drauf, dann werden auch die Schlechtwetterläufer (in gesteigertem Maß) mit abgeholt.
Icebug Arcus 2
Der Icebug Arcus 2 geht – der Name sagt es – in die zweite Saison. Wir hatten auch die erste Version im Test, auch damals mit Gore-Tex. Heute wie einst fällt auf – die RB9X-Sohle gehört zu den besten im Test. Sie ist nicht nur eine der griffigsten, sondern auch eine der vielseitigsten. Sie ist hart genug, um im Fels ausreichend Halt zu bieten, und auch nicht zu schwammig, gibt also bei allen möglichen Arten von Untergrund ausreichend Feedback.
Nachdem sich bei unserer ersten Arcus-Version die Verklebung am Gummi-Geröllschutz an den Zehen löste (nur ein Vorserienproblem, Icebug hat das, wie wir selbst feststellen konnten, schnell in den Griff bekommen), warfen wir auf die Verklebung einen etwas schärferen Blick. Wir machen es kurz: Bei der aktuellen Version gibt es rein gar nichts zu bemängeln, der Schuh hält rundum bombenfest.
Der Icebug Arcus 2 ist kein Schuh für Skyrunner (auf Deutsch: Läufer, die möglichst zügig und steil nach oben wollen) – eher wendet er sich an Speedhiker, die auch mal in den Laufschritt verfallen. Mit 740 Gramm reiht er sich bei den Schwergewichten ein. Auch ist er nicht unbedingt der beste »Abroller« im Testvergleich – es gibt etwas dynamischere Schuhe. Beides Punkte, die ihm einen Platz unter den Empfehlungen verleiden – nichtsdestotrotz gehört er bei uns zu den gern getragenen Alltags- und Allroundschuhen, da er a) sehr komfortabel und b) recht robust ist. Daher auch an dieser Stelle der Tipp: Wer einen Speedhike-tauglichen Allrounder sucht, den man auch im Laufschritt nutzen kann – nur zu, hier ist er!
NNormal Tomir 2.0
NNormal ist eine junge Marke, die vom spanischen Trailrunning-Profi Kilian Jornet und Miguel Fluxa, dem CEO der Schuhmarke Camper, ins Leben gerufen wurde. In ihren jeweiligen Fachbereichen, dem Trailrunning und der Schuhfertigung, sind beide Vollprofis, was man dem Tomir 2.0 auch anmerkt.
Er kombiniert eine komfortable Passform, die den Schuh auch für Langstreckeneinsätze geeignet macht, und mit dem dezenten Design, für das Camper so bekannt ist. Die asymmetrische Schnürung gibt es inklusive. Der Schuh lässt sich durch die geradlinige Farbgebung durchaus auch im Alltag tragen.
Im Test fühlen wir dem Tomir 2.0 gnadenlos aufs Profil. Mehrere hochalpine Läufe mit viel Geröll und Schnee, Wasser, Felskontakt und Teer – der Schuh wird nicht geschont. Sogar bei einer mehrtägigen Hüttenwanderung in Osttirol, auf der wir mehrere Schneefelder queren müssen, haben wir ihn dabei. Besonders beeindruckt hat uns dabei der Halt. Der Schuh scheint förmlich auf den jeweiligen Untergründen zu kleben, sogar die Schneefelder hat er (in Kombination mit Grödeln) gemeistert.
Die Dämpfung des Tomir 2.0 ist ausgewogen und passt ins Gesamtkonzept. Man merkt, dass Jornet hier Hand angelegt hat, der Tomir 2.0 ist ein No-Nonsense-Schuh. Kein überflüssiger Extra-Gummispoiler hier, keine Hokuspokus-Dämpfung, die das Gewicht in die Höhe treibt, da – NNormal macht vielen etablierten Firmen vor, wie ein Laufschuh, der kompromisslos auf das Trailrunning zugeschnitten ist, auszusehen hat. Dürften wir uns am Ende des Tests etwas wünschen, wäre es ein zweites Paar Tomir 2.0 mit Gore-Tex – der Schuh ist uns einfach ans Herz gewachsen.
Mammut Aenergy TR BOA Mid Men
Gleich auf Anhieb hat uns der Mammut Aenergy TR BOA Mid vom Sitz her behagt. Hat man es sich einmal im Aenergy bequem gemacht, was dank des BOA-Schnellschnürsystems sehr schnell vonstattengeht, ist der Schuh nicht mehr zu bremsen. Zwar wiegt er in der von uns getesteten Größe 44 2/3 exakt 700 Gramm und gehört damit nicht zu den leichtesten Schuhen – im Test ist uns das aber nicht sonderlich negativ aufgefallen.
Was uns am Aenergy TR BOA Mid besonders imponiert hat, ist die Tatsache, dass man trotz der umfassenden Dämpfung ein gutes Gespür für den Untergrund behält. Die Vibram-Sohle punktet mit einem ausgezeichneten Grip, der Schuh neigt nicht dazu, in Kurven wegzuschmieren – ein Präzisionswerkzeug aus der Schweiz eben.
Hervorzuheben ist der sockenähnliche Schaft, der zum einen für einen tollen Sitz sorgt und zum anderen die Knöchel schützt – mit dem Aenergy TR BOA Mid kann man sich auch in felsiges, grobes Terrain wagen. An die sehr technische Optik des Schuhs muss man sich indes erst etwas gewöhnen – Futurismus pur, der im Test nur noch von UYN geschlagen wird.
Was den Mammut-Schuh zusätzlich auszeichnet, sind die Atmungsaktivität und die schöne Verarbeitung – der Aenergy TR BOA Mid Men macht einen langlebigen Eindruck.
La Sportiva Prodigio
Leicht und schnell – das sind die Kernkompetenzen des La Sportiva Prodigio. Mit seiner griffigen Sohle und einem Paargewicht von unter 600 Gramm lassen sich mit dem Prodigio die eigenen Leistungsgrenzen ausloten. Vom Konzept her wendet sich der Schuh an die Fast&Light-Fraktion unter den Trailrunnern.
Der Hersteller aus dem norditalienischen Val di Sole bietet den Prodigio in mehreren Varianten an – den von uns getesteten Prodigio ohne Namenszusatz, den Prodigio Pro und den Prodigio Max. Laut Beschreibung auf der La-Sportiva-Website ist »unser« Prodigio der am vielseitigsten einsetzbare Schuh – wir sehen ihn aufgrund des geringen Gewichts eher im Racemodus als im Allround-Einsatz, wofür auch die sehr dünne, minimal gepolsterte Zunge spricht.
Kernbestandteil der Schuhserie ist der XFlow-Schaumstoff. Dieser soll für »maximale Dämpfung und Energierückgabe« sorgen. Leidlich oft benutzte Begriffe, doch tatsächlich ist der Bouncing-Effekt des Schuhs erstaunlich – auch auf längeren Strecken und/oder bei Nässe sackt der Schuh nicht durch. In diesem Test schrammt er nur knapp an den Spitzenplätzen vorbei.
Adidas Terrex Agravic Speed
Schnell rauf und schnell wieder runter? Genau das ist das Metier des Adidas Terrex Agravic Speed. Der Schuh ist schon rein optisch eine Rakete und läuft sich auch so. Im Test nehmen wir ihn auf unserem Hausberg unter die Sohlen und sind schon beim ersten kleinen Anstieg begeistert. Adidas setzt auf eine Sohle von Continental, die sich, ohne schwammig zu wirken, sehr gut in den Untergrund beißt.
Recht gut hat uns auch das abriebfeste Obermaterial gefallen. Es macht einen haltbaren Eindruck, ohne das Gewicht zu sehr in die Höhe zu treiben. Schön ist auch die »Lightstrike«-Zwischensohle, die in unseren Augen einen schönen Kompromiss zwischen Dämpfung und Festigkeit darstellt. Somit punktet der Schuh mit einem überzeugenden Antritt, bügelt aber auf technischen Downhills Unebenheiten auch zuverlässig weg.
Für Komfortliebhaber ist der Schuh indes nichts – an die minimale Polsterung auf der Innenseite mussten auch wir uns erst gewöhnen. Schön zu sehen, dass Adidas angibt, den Schuh zu 20 Prozent aus recycelten Materialien herzustellen. Last not least besticht der Adidas Terrex Agravic Speed auch durch ein klassisches, schnörkelloses Design. An diesem Schuh ist eben nicht zu viel dran und nicht zu wenig.
Altra Lone Peak 9+
Per aspera ad Altra – nein, per aspera ad astra heißt es. Trotzdem soll auch der Lone Peak 9+ des amerikanischen Herstellers Altra durch seine Barfuß-Konstruktion den Fuß etwas mehr fordern als »herkömmliche« Schuhe.
Wir haben in der Vergangenheit bereits Altras empfohlen und sind von dem Konzept des Herstellers durchaus überzeugt, insbesondere auch von der etwas breiteren Bauform, die vor allem »Breitfüßer« überzeugen dürfte. So ist auch der Lone Peak 9+ ein etwas breiter geschnittenes Modell, das mit einem hohen Tragekomfort punkten kann und bei dem nicht nur, aber insbesondere Barfußschuh-Fans auf ihre Kosten kommen werden. »Nicht nur« deswegen, da der Schuh im Vergleich zu anderen Barfußschuhen und auch Altra-Modellen relativ stark gedämpft ist – als wir den Schuh auf einer unserer Standardrunden ausführen, sind wir direkt verblüfft, wie gut kleinere Bodenunebenheiten weggedämpft werden.
In der von uns getesteten »and wander«-Variante zeichnet übrigens die japanische Lifestyle-Outdoor-Marke and wander für das Design verantwortlich – man hat also sozusagen ein Stück Outdoor-Haute-Couture an den Füßen. Was die technische Ausstattung und den Detailreichtum angeht, haben unserer Meinung nach indes andere Hersteller leicht die Nase vorn.
Arcteryx Norvan LD 4 GTX
Der Arcteryx Norvan LD 4 GTX ist nach dem Sylan der zweite Arcteryx-Trailrunning-Schuh im Test. Wie sein “Bruder” ist auch der Norvan ganz ausgezeichnet verarbeitet. Bei der Verklebung gibt es rein gar nichts zu bemängeln, die Schnürung ist leichtgängig und effizient, die Sohle griffig auf allen Untergründen – insbesondere auch bei Nässe.
Damit kommen wir auch schon zum Alleinstellungsmerkmal des Schuhs. Uns ist noch kein mit Gore-Tex ausgestatteter Schuh untergekommen, der weniger als 600 Gramm wiegt. Da klappt einem tatsächlich ein wenig die Kinnlade herunter! Wasserdicht und leicht: Diese Kombination schließt sich in vielen Fällen (noch) aus. Durch den Matsch laufen macht mit dem Norvan LD4 GTX dann auch so richtig Spaß – so lange Matsch und Pfützen nicht zu tief sind, denn sonst läuft die Soße von oben hinein und bleibt anschließend auch zuverlässig drin.
Die Passform ist unserem Empfinden nach etwas schmaler als beim Sylan, die Sohlenkonstruktion hat zudem keinen bzw. keinen so starken Rocker Shape wie der Sylan. Daher kommt der Norvan GTX zumindest in diesem Test nicht ganz an die Abroll- und Passform-Profis heran. Wer indes einen etwas schmaleren Fuß hat und einen sehr langlebigen, geradezu stromlinienförmig verarbeiteten und noch dazu wasserdichten Schuh sucht, findet im Arcteryx Norvan LD 4 GTX einen vielseitig einsetzbaren Begleiter für Trailruns aller Art. Wie bei Arcteryx üblich, setzt auch dieser Schuh ein großes Style-Ausrufezeichen. Man kann ihn auch im grauen Alltag anziehen – und ein paar sportliche Vibes in diesen hineintragen.
Hoka Speedgoat 6 Herren
Der Hoka Speedgoat 6 stellt die sechste Generation in Hokas Speedgoat-Reihe dar. Nicht ohne Grund erfreut sich der vom amerikanischen Ultraläufer Karl »Speedgoat« Meltzer mitentworfene Schuh einer anhaltend großen Beliebtheit. Der in unserer Größe (44 2/3) rund 625 Gramm (Paargewicht) schwere Schuh ist genauso wie sein Vorgänger ein Loslauf- und Wohlfühlschuh, mit dem man aufgrund seines ausgezeichneten Komforts die eigenen Grenzen ausloten kann.
Im Vergleich zum ebenfalls getesteten Speedgoat 5 setzt Hoka bei der sechsten Ausgabe noch eins drauf – insbesondere, was die Sohle angeht. Diese ist in einzelnen Bereichen seitlich ein wenig nach oben gezogen – Ergebnis ist ein besserer Schutz der Zwischensohle vor scharfen Steinen. Genau das war einer der Hauptkritikpunkte am Vorgängermodell.
Gut gefallen hat uns auch das Komfort-Konzept des Schuhs. Eine recht dünne Zunge trifft auf einen umfassend gepolsterten Innenschuh. Somit bietet der Speedgoat 6 Komfort, ohne dass die Kontrolle darunter leidet. Tatsächlich haben wir den Eindruck, dass die sechste Ausgabe des beliebten Schuhs sich noch mehr als »Arbeitstier« eignet als der Vorgänger. Er macht einen wertigeren, langlebigeren Eindruck, was auch am robuster wirkenden Obermaterial liegt. Was uns etwas irritiert, ist der niedrige Schaft. Vermutlich liegt das daran, dass wir vorher mehrere Schuhe mit integrierter Gamasche bzw. engem Schaftabschluss getestet haben. Würde sich Hoka hier noch an z. B. Arcteryx orientieren, würde der Speedgoat 6 auf dem Treppchen noch weiter nach oben klettern.
Im Test jagen wir den Speedgoat unter anderem über einen Trailrun-Rundkurs mit 14 Kilometern und 780 Höhenmetern, der dem Schuh alles abverlangt. Herrschen im Tal noch frostige Minusgrade, taut es aufgrund der Inversionswetterlage am Berg. Unten beweist der Speedgoat 6 auf durchfrorenem Boden guten Grip, weiter oben muss er sich auf lehmigen bis schlammigen Wiesen- und Waldpfaden beweisen. Zum Schluss folgt ein kompakter Downhill, mehrfach geht es über Eis und losen Schnee. Ergebnis: Der Schuh kann auf allen Oberflächen punkten. Der Hoka hätte das Zeug zum Treppchen gehabt, ist jedoch diesmal knapp daran vorbeigeschrammt – leider können nicht alle guten Schuhe gewinnen …
Salomon Sense Ride 5
Der Sense Ride 5 von Salomon spielt im Test ebenfalls ziemlich weit vorne mit. Der mit 624 Gramm Paargewicht angenehm leichte Schuh ist ein gelungener Allrounder, der sich insbesondere auch an Einsteiger richtet. Der Schuh geht schon für einen äußerst fairen Preis über die Ladentheke – ein klarer Pluspunkt für Läufer, die für einen Schuh nicht gleich mehr als 100 Euro ausgeben wollen.
Im Test setzen wir den Schuh gleich bei einem 8-km-Wettkampf ein. Schnell, kurz, heftig – so kann man den 250-Höhenmeter-Berglauf am besten umschreiben. Kurzum: Wir sind verblüfft, wie gut sich der Sense Ride 5 schlägt. Das Profil ist für die nicht sonderlich technische Strecke absolut ausreichend, der Antritt ist direkt und recht präzise, nur wenig Energie verpufft in der Dämpfung. Auch die Schlüsselstelle des Laufs – eine lange Bergabpassage, an der sich die Rangfolge beim Zieleinlauf entscheidet – meistert der Schuh mit Bravour. Er rollt gut ab und dämpft anständig.
Überzeugt hat uns auch die Vielseitigkeit des Schuhs. Ob längerer Wurzeltrail, lehmige Passagen oder Kiesweg, die Contagrip-Sohle greift auf den meisten Untergründen anständig. Allein wenn es sehr nass und schlammig wird, tut sich der Schuh etwas schwer – wie, so sei fairerweise gesagt, viele andere Schuhe auch.
Inov-8 Trailfly Ultra G280
Die englische Marke Inov-8 ist inzwischen schon ein alter Hase auf dem Trailrunning-Schuhmarkt. Beim Trailfly Ultra G280 hat man das Gefühl, dass die Engländer ihre gesamte Erfahrung aus den letzten Jahren in einen Schuh gegossen haben. Herausgekommen ist ein sehr komfortabler, gut gedämpfter, vielseitiger und robuster Schuh für eine breite Käuferschicht.
Die UVP des Trailfly G 280 liegt bei 189,95 Euro, der Schuh ist aber inzwischen für deutlich weniger Geld zu haben. Als einer der wenigen Schuhe jenseits der 150-Euro-Marke wäre er aber in unseren Augen auch die 189,95 Euro wert, was primär an seiner nahezu unkaputtbaren »Graphene Grip«-Sohle liegt. Wie der Name schon sagt, sorgt die Sohle nicht nur für einen ausgezeichneten Grip, sondern ist auch die langlebigste unter den bisher getesteten Schuhen. Schön ist auch die gummierte Schuhspitze, die das Obermaterial des Schuhs effektiv vor Geröll und Fels schützt.
Besonders gut hat uns auch der Tragekomfort des Schuhs gefallen. Der Oberschuh ist gestrickt und lässt Feuchtigkeit schnell entweichen, auch Fußbett und Dämpfung sind gutmütig und sehr breitentauglich. Wie Inov-8 selbst schon in der Produktbeschreibung festhält, gibt der Schuh ein erstaunliches Maß an Aufprallenergie zurück, ohne dass er sich zu nervös laufen würde.
Im Test mussten wir direkt aufpassen, dass wir zwischendrin noch andere Schuhe anzogen, so sehr begeisterte uns der Trailfly G 280 auf Untergründen aller Art – von Kieswegen über Lehm- und Schnee-Trails bis hin zu Teerabschnitten. Das mag auch daran liegen, dass der Schuh unser 85 Kilogramm »Wettkampfgewicht« locker wegdämpft – eine Aufgabe, bei der schlecht oder kaum gedämpfte Schuhe schnell versagen. Daher ist der Trailfly G 280 insbesondere für schwerere Läufer geeignet.
Was die Streckenlängen angeht, überlässt einem der Trailfly G 280 die Wahl, egal ob schneller Feierabend-Trailrun auf den Hausberg oder erster Ultramarathon: Der mit 660 Gramm bei Größe EUR 44,5 noch akzeptabel schwere Schuh ist ein Distanz-Multitool.
Merrell Agility Peak 6
Merrell macht mit seinem Agility Peak 6 sehr vieles richtig. Der Schuh gehört mit seinen 616 Gramm Paargewicht bei Größe EUR 44,5 zur »leichteren Mittelklasse« und trägt sich aufgrund der guten Belüftung von Beginn an luftig-locker. Die Schnürung mit Fixier-Strap lässt sich gut regulieren. Aufgrund der mittelhohen Zwischensohle (Sprengung: 6 mm) bügelt der Agility Peak 6 auch grobere Unebenheiten souverän weg, wie wir bei ersten kurzen Testläufen bemerken.
Bald geht es jedoch ans Eingemachte – wir nehmen den Schuh auf einen recht alpinen Trailrun in Tirol mit. Geht es die ersten rund 800 Höhenmeter noch über zum Teil fluffig-weichen Waldboden, geht unsere Route bald in einen schon etwas anspruchsvolleren Steig über, der schließlich jenseits der Vegetationsgrenze in plattiges Gelände führt, in dem der Weg zum Teil sogar leichte Klettereinlagen beinhaltet. Zugegeben: Wir fordern den Schuh nun richtig heraus. Alles in allem ist es aber maximal ein Viertel, eher nur ein Fünftel der Strecke, auf dem wir den Schuh über Gebühr strapazieren. Ein langer Downhill beschließt den Tag.
Für unsere Begriffe hat der Agility Peak 6 etwas zu viel Federn gelassen. Speziell die Zwischensohle sieht arg mitgenommen aus, da hat die Konkurrenz – wenn auch nicht alle Konkurrenten – die Nase etwas vorne. Man darf den Schuh schlichtweg nicht zu weit über seine Komfortzone hinaus bewegen, sonst fängt er schnell an zu leiden. In diesem Test muss er sich, wenn auch knapp, geschlagen geben.
Mizuno Neo Accera
Mizuno hat mit dem Neo Accera einen innovativen Schuh im Sortiment, der sich an die Komfortsucher unter den Trailrunnern richtet. Der Schuh ist mit einem griffigen Vibram-Profil ausgestattet, ist tendenziell etwas schmäler geschnitten und punktet mit einem luftigen Obermaterial.
Im Test führen wir den Accera auf eine recht alpine 30-km-Runde im Allgäu aus und wissen seine Gutmütigkeit schnell zu schätzen. Unebenheiten aller Art bügelt der Schuh einfach weg. In technischem Gelände hätten wir uns hingegen einen etwas direkteren Antritt gewünscht. Auch auf Wurzeltrails ist die Dämpfung fast schon etwas zu viel des Guten, aber das ist und bleibt Geschmackssache.
Zu den High Performern gehört der Schuh hingegen in moderatem bis leichtem Gelände. Hier kann er seine Vorteile voll ausspielen – besonders das gute Abrollverhalten und den Vortrieb. Was uns am Ende nicht ganz so gut gefallen hat, sind erste Abnutzungserscheinungen – nach noch nicht einmal 50 Kilometern beginnt sich die Außensohle zu lösen. Hier sollte Mizuno bei diesem ansonsten sehr gelungenen Schuh nachbessern.
Lowa Amplux 2 GTX
Wanderschuh-Experte Lowa goes Trailrunning, heißt es seit geraumer Zeit. Der deutsche Hersteller hat gleich mehrere Geländelaufschuhe auf den Markt gebracht, unter anderem den Amplux 2 GTX, den wir zu testen die Ehre hatten. Das Modell ist ein schön verarbeiteter, dezent wirkender Schuh, der optisch nicht gleich mit der Tür ins Haus fällt.
Im Test tragen wir den Schuh auf mehreren winterlichen Trailruns, bei denen es technisch nicht unbedingt zur Sache geht, aber dafür über vereiste, schneebedeckte Straßen und Wege sowie anschließend durch laubbedeckten Wald – ein echter Parforceritt für die Schuhe des oberbayerischen Herstellers.
Ganz ausgezeichnet funktioniert wie erwartet der Wetterschutz. Nässe und Feuchtigkeit können den Schuhen rein gar nichts anhaben. Auch der Grip geht in Ordnung – durch die relativ weiche Gummimischung kommt der Amplux 2 GTX mit den unterschiedlichsten Temperaturen klar, egal ob Kiesweg an einem warmen Sommertag oder vereister Trail.
Für uns ist der Amplux 2 GTX eher ein Wanderschuh mit Trailrunning-Ambitionen als ein astreiner Trailrunner. Als Hybridschuh für Sportler, die mal wandern und mal auf den Trail abzweigen, können wir ihn in jedem Fall empfehlen!
Scarpa Spin Planet
Der Scarpa Spin Planet ist ein zukunftsweisender Schuh – und das nicht nur aufgrund des Nachhaltigkeitsaspekts (deswegen das »Planet« im Namen). Er trägt sich so komfortabel, dass er am Fuß fast nicht auffällt. Man hat wie bei wenigen anderen Schuhen im Test ganz einfach das Gefühl, dass sich hier nicht der Fuß dem Schuh, sondern tatsächlich der Schuh dem Fuß anpasst. Die moderate Sprengung von nur 4 Millimetern führt zu einem ausgewogenen, nicht zu sportlichen Laufgefühl. »Komfort auf Anhieb« schreibt Scarpa auf seiner Website, was unserer Meinung nach keine leeren Worte sind.
Im Test setzen wir den Spin Planet hauptsächlich auf moderaten Trails ein. Ins hochalpine Gelände entführen wir ihn (zunächst) nicht, obwohl er sicher auch dem gewachsen wäre, solange es nicht zu technisch wird. Was uns schnell auffällt, ist die recht hoch bauende Zwischensohle. Kleinere Unebenheiten bügelt der Spin Planet mühelos weg. Allerdings ist sie nicht zu weich – im Gegensatz zu manch anderen Schuhen haben auch schwerere Läufer Spaß mit dem Scarpa Spin Planet.
Was den Spin Planet neben seinen gutmütigen Laufeigenschaften auszeichnet, sind die Materialien, aus denen er hergestellt wird. So besteht das Obermaterial zu 100 Prozent aus recyceltem Material. Doch bei Zwischensohle und Sohle greift Scarpa in die Nachhaltigkeits-Trickkiste. Erstere besteht zu 45, zweitere zu 30 Prozent aus recycelten Materialien. Dass sich Scarpa die Umweltfreundlichkeit etwas kosten lässt, steht außer Frage: 160 Euro beträgt die UVP. Nachdem der Spin Planet jedoch bereits für deutlich weniger im Netz zu finden ist, ist er uns einen Kauftipp wert.
Craft Xplor M
Im Testvergleich bleiben die Craft Xplor M etwas farblos. Streng genommen müsste man, um die mit rund 650 Gramm weder leichten noch sonderlich schweren Schuhe ausreichend würdigen zu können, einen Hybridschuh-Test auf die Beine stellen. Denn die Xplor M sind weder astreine Trailrunner noch astreine Straßenschuhe – im »Graubereich« dazwischen können sie ihre Stärken voll ausspielen. Sie beherrschen den Wechsel vom Asphalt auf Kies spielend, wie wir auf unserer abwechslungsreichen Laufrunde feststellen.
Gut gefallen hat uns im Test das Rückfederverhalten – hier kommt der Xplor M an einen leistungsorientierten Straßenschuh heran. Auch die satte Dämpfung der Xplor M ist beeindruckend und sticht einem schon auf den ersten Blick ins Auge – der Schuh läuft sich jedenfalls auch für schwerere Läufer wie uns mit gut 85 Kilogramm »Kampfgewicht« sehr angenehm. Für den geländebegeisterten Trailrunner ist der Xplor M indes nicht die erste Wahl. Wer seine Laufrunden mal auf Asphalt, mal im Park und mal in leichtem Gelände absolvieren möchte, bekommt mit diesem Modell trotzdem ein probates Mittel zum Zweck an die Füße geliefert.
Icebug Arcus RB9X GTX
Der Icebug Arcus RB9X GTX strahlt sofort Verlässlichkeit aus. Er kommt in dezentem Schwarz aus der Packung, ist mit robustem Obermaterial ausgestattet und hat zudem einen recht robust wirkenden Zehenschutz sowie Gore-Tex, was ihn zu einem Allwetterprofi macht. Icebug kommt aus Schweden – und schwedische Firmen haben einen guten Ruf, was Sicherheit angeht. Das macht sich auch beim Arcus bemerkbar. So sind protektive Elemente ebenso vorhanden wie eine fehlerverzeihende Zwischensohle und reflektierende Applikationen. So ist man mit dem Schuh auch in der Dunkelheit sicher unterwegs.
Am besten hat uns die Allround-Tauglichkeit des Arcus gefallen. Er ist mit einem Paargewicht von 680 Gramm (bei Größe 45) noch leicht genug, um einen flotten Trailrun mitzumachen. Auch die sehr griffige Sohle möchte gerne ins Gelände. Auf der anderen Seite hat er einen ausreichend dezenten Look und punktet mit einer sehr kippstabilen Konstruktion, womit er sich auch für kleinere Wanderungen empfiehlt.
Im Test nehmen wir den schwarzen Schweden zunächst einmal auf einen Berglauf mit. 500 Höhenmeter über einfache Fahrwege bergauf, die gleiche Höhenmetersumme über zum Teil wurzelige, zum Teil vereiste Trails wieder bergab – eine Herausforderung für jeden Trail-Schuh. Und was sollen wir sagen? Der Arcus schlägt sich hervorragend. Besonders gut performt er auf lehmigen und leicht gerölligen Streckenabschnitten. Auf Flachpassagen fällt zudem seine Rocker-Zwischensohle positiv auf, die für runde Bewegungsabläufe sorgt.
Wie inzwischen auch einige andere Hersteller spielt Icebug auch beim Arcus die Nachhaltigkeitskarte – übrigens schon seit längerem, das Unternehmen aus der Nähe von Göteborg war hier früh mit dabei. Icebug gibt im Falle des Arcus RB9X an, 24 Prozent recyceltes Material bei der Herstellung zu verwenden, 10 Prozent seien gar biobasiert. Wer also einen dezenten Allrounder sucht, der sich im Alltag und auf Wanderungen genauso gut macht wie auf dem gelegentlichen Trailrun, sollte sich den Icebug Arcus RB9X einmal genauer ansehen.
Inov-8 Roclite 275 v2
Mit dem Roclite G275 v2 hat inov-8 einen seiner Klassiker neu aufgelegt. Viele Trailrunner dürften mit dem »alten« 295er zum ersten Mal mit inov-8 in Kontakt gekommen sein, so ging es auch uns. Der »alte« Roclite hatte noch einen entscheidenden Nachteil – seine kastenförmige Zehenbox, deren Komfort nicht unbedingt herausragend war und mit deren sehr steifem Rand man gerne mal an herausstehenden Wurzeln hängenblieb. Das ist mit der Neuversion Vergangenheit. Die Front des Trailrunning-Schuhs ist deutlich stromlinienförmiger und bietet, zumindest subjektiv, auch mehr Komfort.
Im Test nehmen wir den Roclite G275 v2 auf die unterschiedlichsten Laufrunden mit – von den gröbsten hochalpinen Laufrouten mit Schneefeldern und langen Felspassagen bis hin zur »zahmen« Hausrunde über Waldwege. Das, was den Roclite G275 v2 seit jeher auszeichnet, ist sein ausgezeichneter Grip in grobem, losem Terrain und im Schlamm. Die groben Stollen kennen einfach keine Gnade und beißen sich förmlich in den Untergrund. Je »zahmer« es wird, desto mehr langweilt sich der Schuh – auf Teer sollte man ihn nicht unbedingt länger laufen, die sechs Millimeter langen Stollen wollen sofort wieder ins Gelände.
Für den englischen Hersteller inov-8 spielt das Thema Technizität eine große Rolle. So sorgt das Boomerang Footbed für ein lebendiges Laufgefühl mit einem gewissen »Federeffekt« und die Rock Plate für mehr Schutz im Vorfußbereich. Auch behauptet inov-8, dass das Obermaterial etwa 25 Prozent robuster ausfällt als beim Vorgänger, was wir tatsächlich bestätigen können: Wir hatten den G275 v2 lange im Einsatz, Abnutzungen haben sich erst später gezeigt als beim »Urmodell«. Für Läufer, die einen relativ leichten, vielseitigen und geländelastigen Schuh suchen, der auch durchaus das Zeug hat, einen Langstreckenlauf in den Alpen mitzumachen, ist mit dem G275 v2 sehr gut beraten. Um weiter oben zu landen, ist er zu wenig »allroundfähig«.
Altra Timp 4
Altra hat sich in den vergangenen Jahren an den europäischen Markt herangepirscht und inzwischen eine wirklich schöne Kollektion auf die Beine gestellt. Allen Altras gemein ist die komfortable Passform: Sie sind die ideale Wahl für Breitfüßer, die an den Zehen etwas mehr Platz benötigen. Dazu kommt die Tatsache, dass Altra im Falle des Timp 4 nicht allzu viele Ansprüche an den Läufer stellt. Reinschlüpfen und Wohlfühlen lautet das Motto! Verantwortlich dafür ist Altras »Standard FootShape Fit« – im Gegensatz zu einigen anderen Schuhen, in denen man möglichst wenig Zeit verbringen möchte, will man aus den Timp 4 gar nicht mehr heraus.
Beim Timp 4 fällt gleich eines auf: der Tragekomfort. Der moderat profilierte Schuh eignet sich für Trail- und Teerläufe gleichermaßen, wobei der Einsatz im Gelände an erster Stelle steht. Sehr gut gefallen hat uns das Profil und die Maxtrac-Laufsohle – Altra hat diese überarbeitet, Ergebnis soll eine bessere Haltbarkeit sein. Der Grip ist auf allen möglichen Untergründen überzeugend, allerdings rubbelt es das Profil dann doch relativ schnell weg.
Sofort fällt auch das innovative Design auf – das Unternehmen aus Kalifornien weiß genau, wie man Käufern ein neues Produkt schmackhaft macht. Der mit 642 Gramm Paargewicht trotz seines vielseitigen Einsatzprofils recht leichte Schuh fällt von der Passform her normal aus: Unser Tester trägt in der Regel EUR 44,5, und den Altra muss man weder kleiner noch größer kaufen.
Im Test führen wir den Schuh, der von Altra als »Trail Cruiser« beworben wird, auf eine abwechslungsreiche Runde im Alpenvorland aus – für den Einstieg reichen uns erst einmal knapp elf Kilometer. Gleich bei den ersten Laufschritten fällt auf: Der dämpft gut was weg! Altra gelingt mit dem Timp 4 ein schöner Komfort-Wurf, der Einsteiger wie Fortgeschrittene anspricht – allein Profis und Fans knackiger Kraftübertragung werden den Schuh zu schwammig finden. Um dauerhaft unter den Empfehlungen zu landen, nutzt sich sein Profil am Ende leider zu schnell ab.
Scarpa Golden Gate Kima RT
Der Scarpa Golden Gate Kima RT ist kompromisslos auf alpines, schroffes Trailrunning getrimmt. Man merkt ihm seine Herkunft an: Scarpa kommt aus dem oberitalienischen Trentino, wo die Trails rau, trocken und hart sind. Der Schuh will hauptsächlich eines: hinauf, hinauf, hinauf! »Flache« Matsch-Trails langweilen ihn, Scarpa hat sich nicht umsonst ursprünglich einen Namen im Kletter- und Bergschuhbereich gemacht.
Aufgrund des groben Profils fühlt sich der vergleichsweise harte Schuh auf der Straße nur bedingt wohl – umso mehr Spaß macht es, anspruchsvolle Trails unter die Stollen zu nehmen. Dabei richtet sich der schön designte Italiener an trainierte Läufer, besonders viel »Puffer« hat der Schuh nicht. Scarpa hat beim Golden Gate Kima RT auch an die Details gedacht. Zum Beispiel verfügt der Schuh über ein hochgezogenes Heck mit Anziehschlaufe, was den Anziehvorgang zum Vergnügen macht. Auch die Schnürsenkel sitzen bombenfest.
Der Preis von rund 160 Euro für einen Schuh mit einem vergleichsweise schmalen Einsatzbereich ist kein Pappenstiel – der Scarpa geht schon Richtung Liebhaberobjekt. Zwar erhält man dafür die gewohnt hohe Qualität der Norditaliener. Ein Universalwerkzeug, wie beispielsweise den Inov-8 Parkclaw G 280, der sich auch auf langen Teerstrecken ganz gut läuft, ist der Scarpa in unseren Augen aber nicht.
Damit ist der Golden Gate Kima RT ein Schuh, der sich an ehrgeizige Trailrunner richtet, die ein Präzisionswerkzeug für die Umsetzung ihres nächsten ehrgeizigen Projekts suchen und nicht davor zurückschrecken, dafür auch ein paar Geldscheine mehr in die Hand zu nehmen.
Asics Gel Trabuco 10
Den Asics Gel Trabuco 10 haben wir bereits im ersten Durchlauf unseres Trailrunning-Schuh-Tests unter die Lupe genommen. Er bekam damals einen Kauftipp. Die beiden Schuhe unterscheiden sich nur im Detail – so fällt die Dämpfung beim 10er etwas dünner und die Protektion etwas schwächer aus. Was die Zielgruppe, den Laufkomfort und den Grip angeht, unterscheiden sich die beiden Schuhe in unseren Augen jedoch nur marginal. Nachdem die 10er-Ausgabe des Trabuco im Netz noch für günstiges Geld zu finden ist, lassen wir ihn im Test.
inov-8 Parkclaw G280
Hand aufs Herz: Straßenschuhe werden selten ausschließlich auf der Straße und Trailschuhe selten ausschließlich im Gelände gelaufen. Im Praxiseinsatz ergibt sich meist eine Mischung aus beidem. Für die, die eher Richtung Gelände tendieren, aber gerne auch auf der Straße ihre Runden drehen, hat Inov-8 mit dem Parkclaw G 280 den passenden Schuh entworfen.
Der Parkclaw G 280 ist ein Schuh für Läufer, die spontan entscheiden wollen, wohin die Reise geht. Der mit 636 Gramm (Paargewicht, Größe EUR 44,5) recht leichte Schuh hat uns im Test auf Anhieb gefallen. Sein mesh-durchsetztes Obermaterial lässt ausreichend Luft an den Fuß, auch das Abrollverhalten des Schuhs überzeugt.
Vielseitigkeit ist wohl das Wort, das den Parkclaw G 280 am besten beschreibt. Gut gefallen hat uns das Design, schließlich kauft auch das Auge mit. Der Schuh ist geradlinig gestaltet und es macht schlicht Spaß, mit ihm loszulegen. Im Test nehmen wir ihn auf unsere Standard-Hausrunde mit, die zur Hälfte auf Schotter- und zur Hälfte auf Teerstrecken verläuft. Sorgt der Inov-8 auf Schotter für eine tolle Traktion, kann man durchaus auch auf Teer ordentlich Gas geben.
Bei einer weiteren Testrunde absolvieren wir mit ihm unseren recht wurzeligen Standard-Trailrun auf einen Voralpenberg über rund 500 Höhenmeter. Hier fällt auf, dass sich der Parkclaw G 280 zwar auf schottrigen Trails und Ziehwegen ganz wohlfühlt, wird es hingegen wurzelig oder felsig, stößt das Profil an seine Grenzen. Je technischer es also wird, desto eher sollte man statt des Parkclaw 280 einen reinen Trailrunning-Schuh anziehen.
Im Rahmen dieses Tests haben wir bereits das Vorgängermodell Parkclaw G 240 getestet. Im Test kam der halbherzig konzipierte Schuh nicht so gut an. Weder war er beim Traillaufen sonderlich gut, noch konnte er auf der Straße überzeugen. Hier können wir nur sagen: Bravo, Inov-8! Was uns am 240er missfallen hat, ist beim 280er besser gelöst. Der Schuh ist straffer abgestimmt, hat mehr Grip und gefällt uns auch vom Schuhaufbau deutlich besser. Ganz am Schluss noch ein Mangel, der eigentlich kein echter Mangel ist: Der Parkclaw G 280 fällt etwas klein aus. Wer also auf Nummer sicher gehen will, sollte ihn eventuell eine halbe Größe größer wählen.
Craft Pure Trail M
Der Craft Pure Trail M hat uns zunächst sehr gut gefallen. Der Grip ist auf Untergründen aller Art ganz ausgezeichnet, wie wir bei einem spontanen ersten Testlauf feststellen. Dazu kommt ein relativ steifer Sohlenaufbau mit einem guten integrierten Geröllschutz.
Der schwedische Hersteller, der auch im Trailrunning-Sektor seit langem nicht nur mit Schuhen, sondern primär mit Bekleidung mitmischt, verkauft den Pure Trail M primär als Langstreckenschuh. Für konkret diesen Einsatzbereich hätten wir uns eine insgesamt etwas flexiblere Konstruktion gewünscht. Soll bedeuten: Der Schuh ist insgesamt recht steif und lässt dem Fuß wenig Spielraum, was für viele fortgeschrittene Läufer ein Vorteil sein kann, für Hobby-Trailrunner aber nicht unbedingt ein Kaufargument ist.
Technisch gibt sich der Pure Trail M garantiert keine Blöße – seine Cr-Foam-Zwischensohle ist nicht zu hart und nicht zu weich. Mit dieser Ausstattung gehört der Craft jedoch nicht zu den Leichtgewichten im Test – er bringt im Paar knapp 700 Gramm auf die Waage. Außerdem mussten wir feststellen, dass sich die Verklebung an der Front löst – obwohl wir den Schuh nicht länger als 100 Kilometer getragen haben. Hier muss Craft nochmal nachbessern.
Altra Lone Peak 8 Herren
Der Altra Lone Peak geht in die achte Saison – wenn das nicht Vorschusslorbeeren sind, was dann!? Der in dezenten, mit schwarz kontrastierenden Blautönen zugeschickte Testschuh fällt sofort durch seine breite Zehenbox auf – ein Alleinstellungsmerkmal vieler Altra-Schuhe. Besonders Besitzer breiterer Füße werden darüber erfreut sein, denn Bewegungsfreiheit gibt es hier reichlich!
Im Test laufen wir mit dem Lone Peak 8 auf unseren Hausberg. Auf einer relativ überschaubaren Strecke von rund 12 Kilometern hält er alle Untergründe bereit, die man sich vorstellen kann: Wurzel- und Waldtrails, Fahrwege, etwas Teer und lehmige Downhills. Sogar mit sandigen Wegabschnitten kann der Berg aufwarten. Der Lone Peak 8 schlägt sich im Grunde überall hervorragend, ohne dass uns ein Detail besonders negativ oder positiv auffallen würde. Die hauseigene MaxTrac-Außensohle bietet anständigen Grip in jeder Situation.
Wir merken dem Altra jedoch an, dass er aus den USA kommt. Er tritt sich bei technischen Anstiegen, wie man sie in den Alpen auf vielen Trailrunningrunden hat, für unseren Geschmack etwas zu unpräzise – der Lone Peak 8 fühlt sich auf welligen Trails ohne steile, felsige Anstiege, wo es aufs »Zehenspitzengefühl« ankommt, am wohlsten. So hat er es dann auch im Testfeld etwas schwer, was aber nicht darüber hinwegtäuschen soll, dass speziell Läufer, denen Lauf- und Trailrunning-Schuhe schnell zu schmal sind, im Lone Peak 8 einen komfortablen Begleiter für technisch moderate Trailruns aller Längen finden.
UYN Neuron
Der UYN Neuron sorgt bei uns erstmal für eines: jede Menge Aufmerksamkeit. Das Obermaterial des bunten Trailrunning-Schuhs besteht komplett aus Strick, was schon mal für einen permanenten Luftstrom sorgt. Dazu kommt eine auffällige Fersenpartie, die an einen Gummipuffer erinnert, und »H.A.L.O.«, wobei es sich nicht um eine künstliche Intelligenz handelt, sondern um eine Hartplastikspange, die den Fuß umfasst. Wir zitieren: »Der H.A.L.O. (Heel Active Ligament Outerframe) wurde speziell für plötzliche Richtungsänderungen beim Laufen entwickelt. Das H.A.L.O.-System stabilisiert die Ferse und lenkt den Fuß schon bei der ersten Abrollbewegung in eine neutrale Bahn.« Keine Frage, UYN will neue Wege gehen und der Innovationsdrang ist hoch.
Wer so auffällt – und wessen Schuhe sich derart vom Testfeld abheben –, muss sich auch einen harten Testdurchlauf gefallen lassen. So starten wir eines schönen Morgens im tirolerischen Scharnitz, um einmal quer durch das ganze Karwendelgebirge zu laufen – gut 40 Kilometer und knapp 1.500 Höhenmeter. Eine Distanz, die sich nach viel anhört, aber machbar sein sollte. Siehe da – wir fühlen uns recht wohl, die knubbelig wirkende Fersenpartie – von UYN »Freebound Heel« getauft – dämpft anständig. Die ersten 15 Kilometer laufen wir so vor uns hin, auch die Schnellschnürung muss nicht nachjustiert werden. Dann wird es ernst – auf relativ kurzer Strecke müssen rund 700 Höhenmeter überwunden werden. Zunächst auf einem schmalen, erdigen Pfad, später wieder auf Schotter. Auch hier können die Schuhe punkten – der Zehengrip ist erstaunlich gut, ebenso der Fersenhalt. Das stretchige Strick-Obermaterial umfasst den Fuß auf angenehme Weise.
Dann stehen wir oben am 1912 Meter hohen Überschalljoch – ab jetzt geht es mehr als 1300 Höhenmeter hinab ins Inntal, über zugewachsene Trails, Schotterebenen und Fahrwege. Kurze Kletterpassagen sind dabei, es müssen Bäche durchwatet werden. Ein echter Extremtest, um es kurz zu machen, der mit »harmlosem Trailrunning« auf gut laufbaren Wegen nur streckenweise etwas zu tun hat, mit dem aber ein regulär 180 Euro teurer Schuh durchaus zurechtkommen müsste.
Am Anfang performt der Neuron noch recht gut, doch dann bemerken wir, dass wir mit dem Fuß im Fersenbereich nicht mehr in Ideallinie, sondern leicht neben der Fersendämpfung aufkommen. Diese tendiert dazu, sich etwas zur Seite zu biegen. Kurzum – so ganz überzeugt sind wir von der Performance nicht, UYN sollte die Ferse nochmal überarbeiten. Unser 1.300-Höhenmeter-Downhill (und unser Eigengewicht von rund 85 Kilogramm) war ihr offenbar etwas zu viel.
Asics Fujispeed 2
Schnell schaut er aus, der Asics Fujispeed 2, und schnell will er auch sein: Mit wenig mehr als 500 Gramm Paargewicht ist er eines der ausgesprochenen Leichtgewichte im Test. Entsprechend mühelos beschleunigt man mit dem japanischen Gelände-Flitzer abseits der Straße, dank der integrierten Carbonplatte hat der Fujispeed 2 auch bergauf ordentlich Vortrieb. Unser erster Testlauf führt über alle möglichen Untergründe – vom festplanierten Fahrweg über Wurzeltrails bis zu kurzen Schlammpassagen ist alles dabei. Kurzum – der Fujispeed 2 meistert alle Herausforderungen mit Bravour, und gerne würden wir mit ihm auch auf längere Läufe starten, allerdings zeigt sich ein entscheidendes Manko.
Für unseren rund 85 Kilogramm schweren Testläufer ist das ansonsten sehr komfortable FF-Blast-Plus-Dämpfungssystem, das Asics in seiner Produktbeschreibung im Netz eigens hervorhebt, speziell am Innenbereich der Ferse zu weich. Uns knickt der Trailrunning-Schuh zu sehr nach innen ein, bietet hier schlicht zu wenig Widerstand. Auf einem kurzen Lauf fällt das nicht auf. Ist man länger unterwegs, geht einem das Einknicken im wahrsten Sinne des Wortes auf den Senkel.
Das mag durchaus daran liegen, dass der durchschnittliche Asics-Testläufer 10–15 Kilogramm weniger auf den Rippen hat als wir und den Trailrunning-Schuh damit nicht so belastet. Auf der anderen Seite haben wir uns gefragt, ob wir dem Fujispeed 2 auf unseren Testläufen in den bayerischen Voralpen zu viel zugemutet haben könnten … Wie dem auch sei – guten Gewissens können wir ihn nur leichten Läufern bis maximal 75 Kilogramm Gewicht empfehlen, denen das »Einknickproblem« nicht so zu schaffen macht wie uns.
So haben wir getestet
Egal ob kurze Trainingsrunde am Abend oder Wettkampf – alle 47 Trailrunning-Schuhe werden auf verschiedenen Streckenlängen zwischen 5 und 40 Kilometern getestet. Die Witterungsverhältnisse und Untergründe sind dabei sehr unterschiedlich – von trocken bis zu strömendem Regen, vom Kiesweg bis zum schroffen, alpinen Gelände mit scharfen Steinen. Die meisten Schuhe werden mehreren Testrunden unterzogen, um ein besseres Gesamtbild zu bekommen.
Der Fokus liegt dabei auf folgenden Kriterien: Wie ist die Verarbeitungsqualität? Wie sieht es mit der Passform aus? Sind die Schuhe wasserdicht oder zumindest wasserabweisend? Wie grobstollig und griffig ist das Profil? Ist die Schnürung leichtgängig und lassen sich die Schnürbänder gut festzurren? Zeigen sich nach den ersten Läufen bereits Abnutzungserscheinungen? Wie gut ist die Belüftung? Gibt es weitere Alleinstellungsmerkmale, die den Schuh von der Masse abheben?
Die wichtigsten Fragen
Welche Trailrunning-Schuhe sind die besten?
Der beste Trailrunning-Schuh für Herren ist für uns der Brooks Cascadia 20. Er hat eine tolle Passform und überzeugt mit einer guten Belüftung und Dämpfung.
Worauf sollte man bei Trailrunning-Schuhen achten?
Wie andere Laufschuhe auch sollten Trailrunning-Schuhe stets etwas größer gekauft werden, da der Fuß beim Laufen etwas Bewegungsfreiheit braucht und sich Blasen bilden, wenn man beispielsweise beim Bergablaufen mit den Zehen dauernd vorne am Schuh anstößt. Zudem sollte man sich vor dem Kauf überlegen, wofür man die Schuhe primär einsetzen will. Lockere Geländeläufe über Kieswege als Feierabendrunde oder anspruchsvolle Trailruns oder sogar Ultraläufe am Wochenende? Nicht zuletzt hängt die Schuhwahl davon ab, wie gut der Fuß trainiert ist. Im Zweifel hilft der Händler des Vertrauens – oder ein Orthopäde bzw. Sportmediziner.
Welche Arten von Trailrunning-Schuhen gibt es?
Genauso vielseitig wie die Vorlieben jedes einzelnen Läufers ist auch die Bandbreite der Trailrunning-Schuhe. Grob lassen sich die Schuhe in fünf Kategorien unterteilen, die auf der Art des Geländes sowie der Trainingsintensität basieren: Cross Running, Cross Trail, Cross Adventure, Cross Speed und Barfußschuhe.
Sollten Trailrunning-Schuhe wasserdicht sein?
In den seltensten Fällen ist es unbedingt notwendig, einen wasserdichten Trailrunning-Schuh zu kaufen. Erstens sind wasserdichte Schuhe schwerer als „herkömmliche“ Laufschuhe und zweitens bringt die wasserdichte Membran bei Laufschuhen oft nichts, da der Schuh bei stärkerem Regen so oder so von oben her vollläuft. Trotzdem bedeutet eine wasserdichte Membran einen Komfortvorteil, insbesondere bei halbhohen Trailrunning-Schuhen, wie sie inzwischen von einigen Herstellern angeboten werden.
Wie nützlich sind Schnellschnürsysteme bei Trailrunning-Schuhen?
Schnellschnürsysteme werden auch bei Trailrunning-Schuhen immer beliebter. Hersteller wie Salomon, Dynafit, Adidas, Altra oder Icebug setzen Schnellschnürungen zum Teil schon länger ein. Sie vereinfachen den Schnürvorgang – und, wie ihr Name schon sagt, beschleunigen diesen. Sie machen durchaus Sinn, denn Schnellschnürsysteme sorgen in der Regel für mehr Halt und Festigkeit. Es ist nicht zuletzt eine ästhetische Frage, ob man einen Schuh mit Schnellschnürsystem ausprobieren will – und eine finanzielle, denn diese Schuhe sind in der Regel etwas teurer.



























































































