Dass eine Laufjacke im Laden passt, ist die eine Sache. Ob man beim Kauf wirklich die richtige Wahl getroffen hat, merkt man aber oft erst nach vielen gelaufenen Kilometern. Wenn man den ersten längeren Lauf im Regen macht und sich denkt: „Eine Kapuze wäre vielleicht doch gut gewesen.“ Daher lohnt es durchaus, vor dem Kauf kurz in sich zu gehen und sich zu fragen: Welche Ansprüche habe ich? Was muss meine Jacke für mich leisten können?
Manche Jacken schützen vor Kälte und Wind, andere vor Regen, manche können beides. Einige haben einen hohen Kragen und Isolationsschichten, andere setzen mit viel Mesh-Einsatz auf maximale Belüftung. Ob man abends nach der Arbeit eine Runde um den Block läuft oder am Wochenende stundenlang durch die Berge springt, macht ebenfalls einen großen Unterschied. Wer bei Regen nicht vor die Tür geht, der muss sich nicht für Wassersäulen interessieren.
Viele Laufjacken sind inzwischen sehr gewichtsreduziert und haben ein kleines Packmaß. Das ist immer dann praktisch, wenn man sie gar nicht braucht und irgendwo in der Laufweste oder im Rucksack verstaut. Wenn dann ein unerwarteter Regenschauer kommt oder man auf dem Berg steht und im kalten Höhenwind Pause machen will, ist man froh über die wenigen Gramm optimierten Outdoor-Stoffs.
Wir haben 56 sehr unterschiedliche Modelle getestet, 29 sind noch verfügbar. Vom federleichten Windjäckchen bis hin zur vollausgestatteten Laufjacke für jede Jahreszeit war alles dabei. Hier sind unsere Empfehlungen in der Kurzübersicht:
Kurzübersicht
Decathlon Kiprun Run 900

- Allrounder
- Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
- Gute Belüftung
- Guter Regenschutz
- Gute Sichtbarkeit
- Teuer
Leicht, bequem, winddicht und wasserabweisend. Kleines Packmaß, gute Sichtbarkeit bei Nacht dank Reflektoren und verstellbare Ärmelöffnungen. Atmungsaktives Material und ein Knopfverschluss, falls man den Reißverschluss offen lassen möchte für wirklich maximale Luftzufuhr. Was will man mehr? Wir könnten’s nicht sagen! Die Decathlon Kiprun Run 900 hat alles, was man zum Laufen braucht. Und Alltagstauglichkeit können wir der Jacke obendrein bestätigen. Mit diesem Gesamtpaket dürfte sie die meisten Läufer sehr glücklich machen.
CEP Core Run Windbreaker 2.0

- Gute Belüftung an den Seiten
- Körpernahe Passform
- Gute Wärmeleistung
- Windschutz
- Teuer
- Keine Kapuze
Wer gerne komfortabel läuft, aufgepasst: Die CEP Core Run Windbreaker 2.0 hält auch bei starkem Wind spürbar warm. Eng und bequem schmiegt sich die Jacke an den Körper, das großzügige Mesh an den Seiten belüftet ausgiebig, während das Hauptmaterial Wind und Wetter abhält und gleichzeitig wärmt. Wer in der Übergangszeit läuft oder auch sonst schnell mal friert, kann sich hier einen großen Gefallen tun.
Montane Men’s Featherlite Nano

- Extrem leicht
- Minimales Packmaß
- Strapazierfähig
- Hochwertig
- Winddicht
- Bei Nässe von innen etwas klebrig auf Haut
- Keine Kapuze
Wer beim Trailrunning maximal gewichtsreduziert unterwegs sein will und eine Jacke für alle Fälle sucht, ist mit der Montane Men’s Featherlite Nano mehrfach gut beraten: Die Jacke ist extrem leicht, im Packmaß verschwindend gering und dennoch winddicht und strapazierfähig. Der federleichte Name ist bei nur 54 Gramm nicht übertrieben.
Scott Endurance SL WP

- Guter Regenschutz
- Sehr gute Belüftung
- Komfortable Passform
- Recco-Reflektor
- Teuer
Ja, der Preis ist vergleichsweise hoch, aber dafür kann die Scott Endurance SL auch einiges: Wind und Wasser perlen an der Jacke ab, die Belüftungsschlitze sind sehr durchdacht gesetzt und der etwas luftigere Schnitt im Hüftbereich geht Hand in Hand mit der ansonsten recht athletischen Passform: Wer viel und gerne läuft, kann hier gut investieren. Denn mit dieser Jacke ist man auf jedes Wetter vorbereitet – Recco-Reflektor inklusive, falls man tatsächlich mal verloren geht.
Vergleichstabelle
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- Allrounder
- Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
- Gute Belüftung
- Guter Regenschutz
- Gute Sichtbarkeit
- Teuer

- Gute Belüftung an den Seiten
- Körpernahe Passform
- Gute Wärmeleistung
- Windschutz
- Teuer
- Keine Kapuze

- Extrem leicht
- Minimales Packmaß
- Strapazierfähig
- Hochwertig
- Winddicht
- Bei Nässe von innen etwas klebrig auf Haut
- Keine Kapuze

- Guter Regenschutz
- Sehr gute Belüftung
- Komfortable Passform
- Recco-Reflektor
- Teuer

- Hoher Tragekomfort
- Gute Wärmeleistung
- Geruchsmindernde Eigenschaften
- Tolles Feuchtigkeitsmanagement
- Teuer
- Schwer

- Reflektierende Elemente
- Kordelzug in Hüftsaum und Kapuze
- Urbaner Look
- Filigran wirkendes Material

- Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
- Primaloft-Fütterung
- Daumenschlaufen
- Schnitt könnte etwas athletischer sein
- Schwer

- Winddicht
- Wasserabweisend
- Wärmende Isolation
- Raffiniertes Lüftungssystem am Rücken
- Daumenschlaufen
- teuer

- Leicht
- Sehr kleines Packmaß
- Stretchiges Material
- Wasserabweisend
- Vielseitig einsetzbar
- teuer

- 100 % Recyclingmaterial
- Winddicht
- Sehr leicht
- Viele reflektierende Elemente
- Etwas filigranes Material

- Leicht und luftig
- Wasserabweisend
- Regulierbare Kapuze
- Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

- Allrounder
- Alltagstauglich
- Sehr leicht
- Reißverschluss schnell wasserdurchlässig

- Tolle Wärmeleistung
- Daumenschlaufen
- Durchdachtes Bodymapping
- Thermolite-Isolierung
- teuer
- Etwas schwer

- Bewegungsfreundlicher Schnitt
- Kuscheliges Innenmaterial
- Im Rumpfbereich isoliert
- teuer
- Im Rumpfbereich zu wenig atmungsaktiv

- Sehr flexibles, anschmiegsames Material
- Tolle Wärmeleistung
- Athletischer, bewegungsfreundlicher Schnitt
- Teuer

- Leicht
- Kleines Packmaß
- Zuverlässig wasserdicht
- Schön verarbeitet
- Teuer
- Keine Taschen
- Labbriges Bündchen

- Kleines Packmaß
- Wasserdicht
- Sehr leicht
- Relativ kurz geschnittene Ärmel

- Sehr leicht
- Kleines Packmaß
- Etwas filigran
- Keine Tasche

- Umweltfreundliche Herstellung
- Sehr schöne Verarbeitung
- Überzeugende Detaillösungen
- Teuer

- Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
- Sehr leicht
- Kleines Packmaß
- Athletischer Schnitt
- Relativ dünn und empfindlich

- Sehr leicht
- Minimales Packmaß
- Atmungsaktiv
- Etwa weit geschnitten
- Tasche nicht wirklich brauchbar

- Kleines Packmaß
- Wasserabweisendes Obermaterial
- Angenehm dezentes Design
- Detailarme Ausstattung

- Legere Passform
- Leicht stretchiges Material
- Relativ schwer

- Modisches Design
- Keine regulierbare Kapuze und Armabschlüsse
- Zu lockerer Schnitt

- Anständiger Regenschutz
- Kastenartiger Schnitt
- Etwas lieblos gefertigt

- Funktionale Ausstattung
- Regulierbare Kapuze
- Material saugt sich voll

- Überzeugende Funktionalität
- Stretchige Daumenschlaufen
- Gutes Klimakonzept
- Teuer

- Leicht
- Zweifelhafte Materialeigenschaften

- Gute Wärmeleistung
- Kuscheliges Innenmaterial
- Schwer
- Zu unflexibel
- Keine Atmungsaktivität
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Auf allen Wegen: Herren-Laufjacken im Test
Eine gute Laufjacke für Männer sollte wasserundurchlässig und atmungsaktiv sein. Die Wasserdichtigkeit beginnt bei Textilien irgendwo zwischen 1.000 und 4.000 Millimetern Wassersäule, die besten Membranen am Markt halten etwa 30.000 Millimeter aus. Im Test waren alle Kategorien vertreten – von nicht wasserdichter Laufjacke bis hin zur wetterfesten und wasserdichten Joggingjacke.
Von atmungsaktiv spricht man ab einem MVTR (Moisture Vapour Transmission Rate)-Wert ab 10.000 Gramm pro Quadratmeter in 24 Stunden, die Spitzenwerte liegen bei 40.000. Der Wert gibt die Menge der verdunsteten Flüssigkeit pro Quadratmeter in 24 Stunden an. Auch in Bezug auf diesen Faktor gab es im Test große Unterschiede: vom Atmungswunder bis hin zum Schwitzkasten.
Material und Reißverschlüsse
Was die Materialien angeht, herrschte im Test eines vor: Polyester. Es gibt sogar Laufjacken, die zu 100 Prozent aus Polyester bestehen. Einzelne Hersteller mischen ihren Laufjacken Polyamid bei, andere Baumwolle – Kunststoff ist jedoch nach wie vor das Material der Wahl bei der Fertigung von Funktionslaufjacken für Herren.
Bei den Reißverschlüssen geben sich die Hersteller keine Blöße: Qualität, wo man hinsieht, und eine Marke, die hervorsticht: YKK. Der Weltmarktführer aus Japan beherrscht auch das Laufjacken-Testfeld. Allerdings greifen einzelne Hersteller zu anderen Reißverschlüssen. Adidas zum Beispiel verwendet Modelle der Marke »Ideal«. Leider war es uns im Test nicht möglich, die Haltbarkeit der Reißverschlüsse zu testen. Sollten sich im Nachhinein frühzeitige Verschleißerscheinungen zeigen, werden wir das an passender Stelle nachtragen.
Unser Favorit
Decathlon Kiprun Run 900

- Allrounder
- Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
- Gute Belüftung
- Guter Regenschutz
- Gute Sichtbarkeit
- Teuer
Die Decathlon Kiprun Run 900 ist unser verdienter Testsieger und das hat viele Gründe. Die Jacke ist athletisch geschnitten, bleibt dabei aber luftig genug, um beim Laufen nicht einzuengen. Sie ist hochwertig verarbeitet und bietet mehr Qualität, als man bei dem Preis erst vermuten würde. Die Nähte und Reißverschlüsse sind sauber verarbeitet und halten bei anhaltendem Regen länger dicht als viele Konkurrenzprodukte.
Auf der Jacke selbst perlt der Regen zuverlässig ab und die Kapuze hält den Kopf trocken – auch wenn sie nicht individuell verstellbar ist. Das macht aber nichts, denn wenn man den Reißverschluss am Kragen bis nach oben verschließt, dann bleibt die Kapuze ohnehin an Ort und Stelle.
Maximale Belüftung
Gerade bei schlechtem Wetter hat uns die Jacke überzeugt: Die Belüftungsöffnungen sind geschickt platziert und verhindern Hitzestau, wenn man durch den Regen sprintet. Kleines, aber sehr feines Detail: Die Vorderseite der Jacke lässt sich mit einem Steckknopf zusammenknöpfen, so sitzt die Jacke auch bei maximaler Belüftung von vorne gut. Die Ärmel sind per Klettsystem einstellbar, auch hier kommt keine Feuchtigkeit ins Innere.
Die beiden Seitentaschen sind groß genug für alles, was man braucht. Vollbepackt mit Handy, Schlüssel, Taschentüchern etc. ändert sich nichts am guten Sitz der Kiprun Run 900. Die knallige Farbe unseres Testmodells („Anisgrün“, wie die Farbdesigner es nennen) hat uns besonders gefallen, da man bei schlechtem Wetter und Dämmerung sehr sichtbar ist. Aber auch die Varianten in anderen Farben sind diesbezüglich empfehlenswert, da an den wichtigen Stellen zusätzlich Reflektoren angebracht sind.
Besonders gut getan haben uns die Belüftungsöffnungen unter den Achseln. Wind- und Regenschutz ist schön und gut, aber man will halt auch nicht anfangen zu schwitzen, weil man so gut isoliert ist. Hier punktet die Kiprun Run 900 besonders. Wenn man im schnellen Lauf ab und an die Arme ausstreckt oder kreisen lässt, spürt man den Luftaustausch förmlich. Wir haben nichts zum Meckern gefunden. Stattdessen haben wir uns erwischt, wie wir die Jacke auch immer wieder im Schlechtwetteralltag benutzt haben – ganz ohne Lauf.
Decathlon Kiprun Run 900 im Testspiegel
Der Outdoor-Blog Auffi muas i bewertet die Decathlon Kiprun Run 900 ebenfalls positiv und stellt fest, dass sich die Jacke nicht hinter anderen namhaften Konkurrenten verstecken muss:
Die Kiprun Laufjacke Run 900 wasserdicht ist eine supergünstige und funktionelle Regenjacke, die wirklich positiv überrascht und mit deutlich teureren Jacken mithalten kann.
Weitere Empfehlungen
CEP Core Run Windbreaker 2.0

- Gute Belüftung an den Seiten
- Körpernahe Passform
- Gute Wärmeleistung
- Windschutz
- Teuer
- Keine Kapuze
Die CEP Core Run Windbreaker 2.0 sitzt deutlich enger und athletischer als alle anderen Kandidaten im Test – fast schon wie eine Umarmung. Dieses Komfort-Gefühl vermittelt uns die Jacke auch im weiteren Testverlauf. Das geht schon damit los, dass die Reißverschlüsse der beiden Brusttaschen und der Jacke selbst beinahe wie von selbst laufen. Die Taschen sitzen genau richtig, auch vollbepackt wackelt hier nichts und der Laufkomfort wird nicht eingeschränkt. Für ein Smartphone ist die Brusttasche genau richtig dimensioniert.
Der Name sagt es ja schon, bei Wind macht der Jacke keiner was vor. Hier zeigt sich die Core Run Windbreaker 2.0 von ihrer besten Seite. Wo andere Jacken „nur“ den Luftzug abhalten, hält die Jacke spürbar warm.
Am Grundmaterial perlt das Wasser zuverlässig ab, der Reißverschluss kommt allerdings irgendwann an seine Grenzen. An den seitlichen Mesh-Einsätzen kommt Wasser allerdings direkt durch. Für die Belüftung sind diese Stellen aber top, denn sie sorgen für ausreichenden Luftaustausch bei gleichzeitiger Windabwehr. Das gefällt uns, denn auch bei längeren Laufeinheiten können wir vermeiden, dass sich Hitze staut. Oder anders formuliert: Obwohl wir im Test überpaced haben, schwitzen wir kaum.
Die Jacke ist fürs Windigsein gemacht, nicht fürs Nasswerden. Dafür spricht auch, dass die Jacke keine Kapuze hat. Läufer, die öfter durch den Regen rennen, sind mit anderen Modellen besser beraten. Nieselregen kann die Core Run Windbreaker 2.0 gut wegstecken. Wer also eine Jacke sucht, die einen zuverlässig beim täglichen Lauf begleitet — gerade auch in den Übergangszeiten —, findet hier eine sehr bequeme Lösung.
Montane Men’s Featherlite Nano

- Extrem leicht
- Minimales Packmaß
- Strapazierfähig
- Hochwertig
- Winddicht
- Bei Nässe von innen etwas klebrig auf Haut
- Keine Kapuze
Die Montane Men’s Featherlite Nano ist mit 52 Gramm in Größe M die mit Abstand leichteste Jacke im gesamten Testfeld. Das merkt man ihr auch an und zwar dadurch, dass man sie kaum bemerkt. Das Packmaß der Jacke ist minimal, sie lässt sich wirklich überall verstauen. Am Körper spürt man die Jacke ebenfalls kaum. Wer vor allem das Gewicht beim Laufen optimieren will, hat mit dieser Jacke sehr viel Spaß.
Der Schnitt ist athletisch und bequem, dazu kommt der auffällig hohe Kragen, der zusätzlich Schutz bietet. Obwohl das Material wirklich nur hauchdünn ist, ist es erstaunlich strapazierfähig und durchdacht. Anhaltenden Regen hält die Jacke lange, aber nicht dauerhaft ab. Nach einiger Zeit schleicht sich die Nässe dann doch durch den Reißverschluss nach innen. Für Schauer zwischendurch ist die Jacke dafür perfekt.
Kapuze gibt es keine, sonst wäre die Jacke ja auch nicht ganz so leicht. Trailrunner sind meist aber ohnehin jegliches (Un-)Wetter gewöhnt, daher reicht es vollkommen, wenn die Jacke sich auf den Körperkern konzentriert. Genau das macht die Featherlite Nano sehr gut.
Genug vom Regen, her mit Wind! Der wird zuverlässig abgewehrt bei gleichzeitiger Atmungsaktivität. Am besten gefallen haben uns die Momente, wenn man einen Berg hochläuft und oben angekommen ist. Man ist erschöpft, will die Aussicht genießen, aber der Wind pfeift um die Ohren und um den Oberkörper. Genau jetzt kann man die Jacke aus der Laufweste kramen und anziehen und schon wird’s warm.
Ein Detail am Rande, das uns aufgefallen ist: Wenn die Haut schon nass ist, bevor man die Montane Men’s Featherlite Nano anzieht – sei es von Schweiß oder Regen –, tut man sich etwas schwer, in die Ärmel zu schlüpfen, denn das Material klebt dann etwas unangenehm auf der Haut. Kein Beinbruch, aber für Vielschwitzer vielleicht ein Thema.
Scott Endurance SL WP

- Guter Regenschutz
- Sehr gute Belüftung
- Komfortable Passform
- Recco-Reflektor
- Teuer
Die Scott Endurance SL Waterproof ist eine der teureren Jacken im Test. Dass das Geld gut investiert ist, merkt man spätestens dann, wenn der leichte Schauer unerwartet zum Gewitter wird und einem das Wasser von allen Richtungen entgegenfliegt. Die Schuhe saugen sich voll, die Hose klebt an den Beinen, aber obenrum? Alles trocken, alles bestens. Die Endurance hält durch.
(Wasser-)dicht heißt dicht
Es ist ja immer so eine Sache mit den Begriffen. Die Scott Endurance SL WP behauptet jedenfalls, „wasserdicht“ zu sein, und begnügt sich nicht mit dem bescheidenen „wasserabweisend“ wie viele Konkurrenzprodukte. Klar soll man mit der Jacke jetzt nicht schwimmen gehen, aber wie wasserdicht kann eine Jacke wirklich sein? Als wir beim abklingenden Gewitter eine überlaufende Dachrinne entdecken, wollen wir’s wissen. Der kleine Wasserfall plätschert auf Kopf und Schultern. Unter der Jacke bleibt alles trocken. Interessant dabei war, dass es sich so anfühlte, als würde Wasser eindringen. Das war aber nur das Tragegefühl bei starker Nässe. Dicht heißt dicht.
Der erweiterbare Rücken- und Brustbereich erlaubt es, die Jacke auch über einer Laufweste zu tragen, ohne dass es eng wird. Das ist gut, weil die Jacke selbst keine Taschen hat – was wiederum zur Wasserdichtigkeit verhilft, wenn man potentielle Reißverschluss-Schwachstellen gar nicht erst verbaut. An den Öffnungen liegt die Jacke eng und angenehm an, dazwischen hat man Platz und Luft, was gerade auch bei schnelleren Laufeinheiten sehr angenehm ist.
Pluspunkte gibt’s für den integrierten Recco-Reflektor. Wer also gerne auch einmal abseits vom Schuss Laufkilometer sammelt, hat hier noch einen zusätzlichen Sicherheitsbonus. Wichtig: Die Scott Endurance SL Waterproof fällt klein aus, unbedingt eine Nummer größer kaufen.
Außerdem getestet
Hoka SkyFlow Windjacke
Der Schnitt der Hoka SkyFlow Windjacke ist athletisch bis normal, an manchen Stellen fast schon leger. Genau das macht sie zu einem unkomplizierten Begleiter, den man auch mal spontan überzieht, ohne sich wie im Renneinsatz zu fühlen.
Verarbeitet ist die Jacke aus 100 % Nylon, an sich hochwertig, obgleich dieser leicht alltagstaugliche Charakter nie ganz verschwindet. Im positiven wie im negativen Sinne. Wind und Wasser werden zuverlässig abgehalten. Dank des verwendeten Materials bleibt man dabei auch angenehm trocken von innen. Wäre da nicht der Reißverschluss: Der wird bei Nässe erstaunlich schnell durchlässig, deutlich früher als bei den meisten anderen Modellen im Test. Erstaunlich schnell heißt in diesem Fall leider: sofort.
Ein Detail, das uns gefallen hat: Die Kapuze schmiegt sich sehr eng über den Kopf, was bei stärkerem Wind spürbar mehr Schutz bietet als eine klassische, offene Kapuze. Über elastische Bänder (in der Brusttasche) lässt sich die Jacke außerdem locker ums Handgelenk binden, praktisch, wenn man sie zwischendurch mal auszieht, ohne sie extra zu verstauen. Die Brusttasche sitzt gut auf der linken Seite, hat einen angenehmen Reißverschluss und ist genau richtig für ein Smartphone ausgelegt. Dort lässt sich bei Bedarf eben auch die ganze Jacke verstauen.
Insgesamt eine solide, unaufgeregte Windjacke für alle, die mehr Alltagstauglichkeit als Renneinsatz suchen. Als Laufjacke sind andere Modelle aus unserer Sicht aber besser geeignet, weshalb es nicht ganz für eine Empfehlung reicht.
Craft Hypervent Light Wind Jacket
Die Craft Hypervent Light Wind Jacket ist mit 93 Gramm in Größe M eine der leichteren Jacken im Test. Der Schnitt fällt allerdings spürbar luftiger und weiter aus als beispielsweise bei der Montane Men’s Featherlite Nano aus unseren Empfehlungen. An manchen Stellen flattert das Material regelrecht im Wind. Wer es körpernah mag, wird hier nicht ganz glücklich. Verarbeitet ist sie aus 100 % recyceltem Polyamid im Ripstop-Gewebe: Das ist hochwertig, stabil und atmungsaktiv.
Beim Wetter zeigt sich ein bekanntes Muster: Wind wird gut abgehalten, Wasser perlt bei normalem Regen zuverlässig ab, nur bei Dauerregen wird der Reißverschluss zur Schwachstelle. Die Atmungsaktivität ist gut, wer aber schnell schwitzt, sammelt auf längeren Läufen etwas Feuchtigkeit im Inneren. Nichts Dramatisches, aber merklich, wenn die Jacke auf der Haut klebt.
Ein Detail, das wir nicht ganz verstanden haben: Die Rückentasche ist sehr großzügig dimensioniert, zu großzügig eigentlich. Weil die Jacke selbst so leicht ist, zieht das Gewicht der verstauten Sachen die Tasche schnell nach unten, was oben am Hals unangenehm zieht. Mit nur einem Schlüssel und zwei Gels drin geht es gerade noch, für mehr ist die Tasche eigentlich zu groß ausgelegt. Zum Verstauen der Jacke selbst eignet sie sich dagegen gut. Für das Smartphone muss man sich aber was anderes überlegen.
Puma Run Cloudspun WRMLBL Jacket
Die Puma Cloudspun WRMLBL Jacket liefert Wärme, wenn die Temperaturen beim Laufen so richtig in den Keller purzeln. Die in dezentem Schwarz gehaltene Jacke verfügt im Brustbereich über eine Isolationsschicht aus Polyester, die auch dann noch Wärme spendet, wenn sie leicht feucht wird. An den Ärmeln und am Rücken ist die Jacke hingegen atmungsaktiv und lässt Feuchtigkeit entweichen. Sehr gut gefallen hat uns das Cloudspun-Gewebe, von dem die Jacke ihren Namen hat. Es liegt sehr weich auf der Haut und sorgt bei kalten Temperaturen für den gewissen Wohlfühlfaktor.
Was die weiteren Features angeht, nimmt Puma von zu viel Schnickschnack Abstand. Zwei seitliche Eingrifftaschen sorgen für ausreichend Platz für Accessoires, der kuschelige Stehkragen hält Zugluft ab. Schön ist auch zu sehen, dass das Puma-Logo und weitere Bedruckungen reflektieren – so bietet das Cloudspun WRMLBL im Dämmerlicht etwas mehr Sicherheit bzw. Sichtbarkeit.
Wir testeten die Größe L – bei unserem Tester eigentlich eine bewährte Größe. In diesem Fall war die Jacke jedoch ein wenig zu groß. Wir würden Puma eine etwas athletischere Passform empfehlen. Speziell im Hüftbereich war uns die Jacke ein wenig zu weit. Auch was das Gewicht angeht, könnte Puma noch ein bisschen abspecken – mit 442 Gramm (bei Größe L) gehört die Jacke nicht gerade zu den Leichtgewichten. Dafür ist der Preis recht interessant – im Netz geht die Jacke schon für deutlich unter 100 Euro weg.
Asics Road Winter Jacket
Bei der Asics Road Winter Jacket ist so ziemlich alles vorhanden, was man sich als Winterläufer nur wünschen kann. Alle Funktionen aufzuzählen, ist müßig, daher beschränken wir uns auf die wichtigsten: An Brust und Kragen ist die Jacke gefüttert, Ärmel und Rücken bestehen aus winddichtem Softshell-Material. Die Ärmel verfügen darüber hinaus über Daumenschlaufen und sogar über ein Smartwatch-Fenster.
Beim ersten Blick auf die Rückseite der Jacke kratzten wir uns zunächst am Kopf: Was sollen die beiden „Reißleinen“? Doch das Rätsel ist schnell gelöst – mit ihnen kann man über zwei Reißverschlüsse eine große „Belüftungsklappe“ ansteuern, die im Falle eines Hitzestaus für prompte Luftzufuhr sorgt.
Im Test sind wir richtig fies und tragen die Jacke nach einem ersten kurzen Testlauf auf einer Tour mit dem Gravelbike. Dabei überfordern wir die Jacke eigentlich, da wir a) deutlich schneller unterwegs sind als beim Laufen und b) extrem schweißtreibende Passagen einbauen. Trotz der Zweckentfremdung kann die Jacke punkten, vor allem, was die Winddichtigkeit angeht. Die Isolation sorgt für angenehme Wärme, an Rücken und Ärmeln wandert die Feuchtigkeit schnell nach außen.
Wir dürfen sogar noch mehr Lob verteilen, denn auch die Taschenauswahl ist gelungen. Asics kombiniert zwei geräumige seitliche Reißverschlusstaschen mit zwei Stretch-Rückentaschen. Es ist also Platz genug für Handschuhe, Smartphone und Snacks.
Die UVP von 175 Euro ist kein Schnäppchenpreis, im Netz ist die Jacke teilweise etwas günstiger zu haben. Angesichts des Detailreichtums wären wir aber sogar bereit, für diese bis ins kleinste Detail durchdachte, schön verarbeitete Jacke den vollen Preis zu zahlen.
Smartwool Smartloft Insulated Jacket
Perfekter Partner für eiskalte Läufe – die Smartwool Smartloft Insulated Jacket ist eine Jacke, wie man sie nur einmal findet – der Tragekomfort und die Wärmeleistung dieser, zu einem Großteil aus Merinowolle bestehenden Jacke suchen ihresgleichen.
Smartwool setzt auf cleveres Bodymapping, bestimmte Stellen der Jacke sind also dicker isoliert als andere. Die Jacke »verfügt über eine Isolierung aus 50 % recycelter Wolle mit zwei verschiedenen Isolierungszonen: 60 g und 40 g. Das weiche Merino-Futter auf der Innenseite sorgt für Wärme und Komfort.« In Bereichen, wo Wärme besonders notwendig ist, wie beispielsweise an der Brust, ist die Jacke stärker gefüttert. An den Flanken, an der Innenseite des Ellenbogens und an einem Streifen entlang des Rückens kommt die dünnere Isolierung zum Einsatz. Dazu kommt, dass die Jacke zum Großteil über eine DWR-imprägnierte »Außenhaut« aus recyceltem Polyamid verfügt, die kürzere Regenschauer zuverlässig abwehrt.
Wir holen die Jacke immer dann aus dem Kleiderschrank, wenn es so richtig kalt wird und auch andere gefütterte Winter-Laufjacken an ihre Grenzen stoßen. Durch die Daumenschlaufen bleiben die Ärmel stets an Ort und Stelle, zwei Seitentaschen und eine Brusttasche bieten Platz für Kleinkram. Auch hier gilt: Die Jacke ist ein Multitalent und lässt sich perfekt auch bei Berg- oder Wandertouren einsetzen. Dass diese Jacke keine Empfehlung bekommt, liegt im Endeffekt am Preis – obwohl wir aus eigener Erfahrung sagen können, dass diese Jacke durchaus ihr Geld wert ist.
Adidas Own The Run Jacket
Die Adidas Own The Run Jacket hat uns auf Anhieb sehr gut gefallen. Angenehm luftiger, wasserabweisender und atmungsaktiver Stoff, noch dazu aus recyceltem Material, durchdachte Features – und das alles für einen für Adidas-Verhältnisse fairen Preis.
Als Läufer will man in den meisten Fällen nur eines: eine gut funktionierende, einfach bedienbare, winddichte und athletisch geschnittene Jacke, die idealerweise nicht allzu viel kostet. All dies bringt das Adidas Own The Run Jacket mit.
Schön zu sehen: Adidas hat die Jacke entgegen der direkten, testinternen Konkurrenz von Nike mit einem Kordelzug im Hüftsaum versehen – damit schlackert sie nicht ganz so herum wie die Jacke des amerikanischen Herstellers. Überhaupt ist sie perfekt auf mitteleuropäische Verhältnisse abgestimmt – die Kapuze lässt sich gut verzurren, auch windige Lauftage machen mit dieser Jacke Spaß. Rückt man mal im Winter aus, auch kein Problem – langen Baselayer und ein Longsleeve druntergezogen und los geht’s!
Wer gerne im Dunkeln trainiert bzw. beim Laufen in die Dämmerung gerät, wird sich über die großen Reflexionsstreifen freuen – mit dem Adidas Own The Run Jacket fällt man auch bei wenig Licht auf. Mit ihren mageren 206 Gramm und einem kleinen Packmaß gibt es auch auf Reisen keine Ausrede, die Jacke nicht mitzunehmen. Auch das Material der Jacke hat uns beeindruckt – es fasst sich flexibel und seidig an, macht alle Bewegungen klaglos mit und lässt kleinere Regenschauer abperlen.
Beim Test ist die Jacke angenehm unauffällig – genau so, wie sich eine Laufjacke verhalten soll. Einfach draufloslaufen lautet das Motto! Gut gefallen hat uns insbesondere das Design – es ist dezent, die Reflektoren fügen sich nahtlos ein. Schön sind auch weitere Details wie die schweißresistente Brusttasche, in der Schlüssel oder Kleingeld schnell Platz finden. Das Gesamtpaket stimmt beim Adidas Own The Run Jacket einfach.
X-Bionic Men’s Mid Layer Jacket
Wenn X-Bionic eines nicht ist, dann innovationsmüde. Das merkt man auch der Energizer Mid Layer Jacket an, die allein schon durch ihr Gewebe Aufmerksamkeit auf sich zieht. Auf X-Bionic-Deutsch heißt das dann »3D BIONIC SPHERE® SYSTEM MIT THERMOSYPHON® TECHNOLOGIE«. Natürlich alles in Versalien. Alles klar?
Die bereits genannten Technologien sind bei Weitem nicht die einzigen, die X-Bionic anführt. Doch wir lassen mal die Vorurteile beiseite und führen die Energizer Mid Layer Jacket auf eine 25 Kilometer lange Trailrunning-Runde mit 1.350 Höhenmetern aus.
Es ist erstaunlich, was die Jacke zu leisten imstande ist. Zunächst kommen wir trotz einer Temperatur von nicht einmal zehn Grad ohne Überjacke aus. Erst später, als wir uns weit über der 1.000-Meter-Marke bewegen, ziehen wir eine Jacke darüber.
Hier fällt auf – Wärmestau mag die X-Bionic nicht so gerne, da sammelt sich schnell die Feuchtigkeit im Gewebe. Man sollte der Laufjacke also, wenn möglich, genug »Atemluft« geben, damit Nässe auch entweichen kann. Wenn dies gewährleistet ist, kann man sich jedoch über ein sehr komfortables, anschmiegsames und flexibles Multitalent freuen.
Mizuno Aero Jacket
Geht’s noch leichter als die Mizuno Aero Jacket? Eher unwahrscheinlich. 68 Gramm Gewicht sind schon eine echte Ansage an die Konkurrenz. Um dieses leichte Gewicht zu erreichen, muss allerdings auf einiges verzichtet werden – eine Tasche hat die Jacke ebenso wenig wie einen Kordelzug. Allein ein paar gelaserte Belüftungslöcher hat sie spendiert bekommen, dazu kommen geheimnisvoll bunt schillernde Reflektoren und Stretchbündchen an Armabschlüssen und Hüfte.
Trotz der sehr überschaubaren Ausstattung hat uns die Jacke sehr gut behagt und wurde während des Testzeitraums mehrmals und mit Vorfreude aus dem Schrank gezogen – bevorzugt für anspruchsvolle, höhenmeterreiche Trailruns, auf denen man so wenig Gewicht wie möglich mit sich herumschleppen möchte. Die Aero Jacket lässt sich auch in kleinen Taschen verstauen und ist schnell zur Hand, wenn der Wind zu wehen beginnt und es unangenehm zugig wird.
Zwar sind die 100 Euro UVP, die der Hersteller für die Laufjacke abruft, kein Pappenstiel, online ist die Jacke aber teilweise deutlich günstiger erhältlich. Daher gehört sie klar zu den »haben will«-Accessoires leistungsorientierter Läufer, deren Ziel die Optimierung ihrer Bekleidungsauswahl ist.
Black Diamond Alpine Start Hoody
Der Alpine Start Hoodie von Black Diamond hat uns von Beginn an begeistert. Die nicht günstige, aber hochfunktionale Jacke hat vieles an Bord, was man sich von einer Laufjacke wünscht: Flexibilität, gute Packbarkeit, ausgezeichneten Feuchtigkeitstransport und viel Bewegungsfreiheit. Das Beste daran: Die Jacke ist nicht nur für das Laufen konstruiert worden, sondern lässt sich auch für viele andere Outdoorsport-Spielarten einsetzen.
Black Diamond setzt auf ein flexibles, atmungsaktives und wasserabweisendes Material aus dem Hause Schoeller – unter Textil-Experten ein alter Bekannter. Schoeller ist seit jeher ein Garant für funktionale, strapazierfähige Gewebe. Auch die Verarbeitung der Black Diamond macht einen guten Eindruck. Sie dürfte auch »grobmotorischen« Läufern, die beim Trailrunning auch mal anecken, für längere Zeit Freude bereiten.
Muss man sie mal wegpacken, findet die Jacke in ihrer eigenen Brusttasche Platz. Unter der Kapuze findet sogar ein Kletter- (oder Fahrradhelm) Platz, diese lässt sich zudem verstellen. Auf weitere Kordeln verzichtet Black Diamond, doch die elastisch eingefassten Armbündchen, der Kapuzenrand und der Hüftsaum vermeiden auch so unangenehmen Luftzug. Damit ist das Alpine Start Hoodie ein schön gemachtes Stück Textil, das man einfach gerne zur Hand nimmt, wenn es um alle Arten von Outdoorsport geht!
Odlo POW Zeroweight Laufjacke
Die Odlo POW Zeroweight Laufjacke besteht zu 100 Prozent aus recyceltem Polyester – allein damit hat sie sich schon eine positive Bewertung verdient. Doch auch darüber hinaus weiß die Jacke durch ihr geringes Gewicht und ihr flexibles, anschmiegsames Material zu überzeugen. Im Test muss sie es unmittelbar mit der Mizuno Aero Jacket aufnehmen, die uns in Hinblick auf Gewicht und Optik etwas besser gefallen hat. Mizuno kann zwar nicht mit dem Nachhaltigkeitsfaktor der Odlo aufwarten, zieht das Thema Gewichtsreduktion aber bis Ultimo durch.
Doch auch das POW Zeroweight Jacket wird seine Zielgruppe erreichen – wir haben es speziell für Läufe bei morgendlicher Kühle sehr gerne angezogen. Auch direkt auf der Haut trägt es sich sehr angenehm und ist klein genug packbar, um in einer kleineren Laufjacken-Tasche Platz zu finden. Wo man den Schwerpunkt legt, also bei Gewicht oder beim Öko-Faktor, muss jeder Läufer am Ende selbst entscheiden.
Brooks All Altitude Jacket
All Altitude Jacket – wir nehmen den Namen dieser Brooks-Laufjacke gleich mal beim Wort und laufen eines kühlen Sommermorgens hinauf auf einen unserer Hausberge. Das Wetter sieht nicht gerade zuverlässig aus – perfekt, um eine vom Hersteller als »wasserabweisend« beschriebene Jacke zu testen. Bergauf laufen wir noch ohne Wetterschutz, es ist warm genug. Klein verpackt findet die 116-Gramm-Jacke unkompliziert Platz in unserer Hüfttasche.
Am Gipfelrücken beginnt der Wind aufzufrischen, und so holen wir das All Altitude Jacket hervor – praktisch sind hierbei die beiden hinter dem Frontreißverschluss angebrachten Knöpfe, mit deren Hilfe sich die Jacke an der Frontseite verschließen lässt, ohne dass man Abstriche bei der Luftzufuhr in Kauf nehmen müsste.
Oben angekommen, beginnt es tatsächlich zu regnen, auch der Wind frischt weiter auf. Unser Eindruck: Kleinere Schauer auf einer 10-km-Runde oder auf dem Long Run wehrt die Jacke ab, bei längeren Regenphasen ist sie überfordert, aber dafür empfiehlt sie Brooks auch gar nicht. Allerdings hat sich auf der Website-Beschreibung das Wörtchen »wasserdicht« eingemogelt, was nicht stimmt – wasserabweisend passt eher. Ideal ist die Jacke in unseren Augen, um sie im Zwiebelprinzip einzusetzen – also zum Beispiel im Frühjahr oder Herbst, wenn es etwas kälter ist, über ein Lauf-Longsleeve anzuziehen.
Zwar hätten die Ärmel unserer Meinung nach etwas länger ausfallen können, dafür hat Brooks die Jacke mit Bündchen an Hüfte, Armabschlüssen und der Kapuze versehen, die unangenehmen Luftzug verhindern. Und eine Anmerkung zum Schluss: Auch zum Rennradfahren eignet sich die Jacke ganz gut, wenn man, beispielsweise auf einer langen Passabfahrt, etwas mehr Windschutz benötigt.
H&M Wasserabweisende Laufjacke in Loose Fit
Gar nicht übel, was der schwedische Mode-Riese H&M mit seiner wasserabweisenden Laufjacke in Loose Fit aus seiner Move-Sportkollektion geschneidert hat. Der Stoff fühlt sich weich an und ist sehr flexibel, fast schon ein bisschen zu filigran. Die Jacke sitzt, wie der Name schon sagt, locker und leger. Damit ist die Jacke etwas für Läufer, bei denen eine athletische Passform nicht zu den Prioritäten gehört.
Gut hat uns das kleine Packmaß gefallen. Zwar gibt es keine Packtasche per se, man kann die Jacke aber ganz gut in der Kapuze einrollen und anschließend per Kordelzug verzurren. Die beiden Seitentaschen bieten angenehm viel Platz, am Rücken sorgt ein breiter Belüftungsschlitz für ein angenehmes Klimamanagement. Dazu kommen reflektierende Elemente wie zum Beispiel die Kordeln, in die reflektierende Fäden eingewoben sind, sowie reflektierende Schriftzüge.
Was uns etwas gefehlt hat, ist die Raffinesse in der Verarbeitung. Zugegeben, für 60 Euro darf man nicht die Welt erwarten. Trotzdem haben andere Hersteller zum Beispiel hinsichtlich verschweißter Nähte, Abnäher, Bodymapping oder Abklebungen an stärker beanspruchten Stellen die Nase vorn. Viel fehlt aber nicht, und H&M kann sich über einen Platz weiter vorne in der Rangliste freuen.
Montane Sirocco Lite Insulated Jacket
Komfortabel ist die Montane Sirocco Light Jacket gleich von Beginn an. Der Schnitt ist athletisch, aber nicht zu eng, der anschmiegsame Fleece an den Ärmeln leicht stretchig. Am Rumpf ist die Jacke mit recyceltem Polyester gefüttert.
Toll sind die Allround-Qualitäten der Jacke. Wir ziehen sie im Rahmen des Tests zum Trailrunning, Radfahren und Bergsteigen an. Die Jacke hält besonders im Rumpfbereich angenehm warm, an den Ärmeln lässt sie Feuchtigkeit hingegen schnell entweichen. Das wird der Jacke allerdings auch ein wenig zum Verhängnis, da das luftige Ärmelmaterial kälterem Wind unserer Meinung nach nicht ausreichend Paroli bieten kann.
Das heißt noch lange nicht, dass die Jacke für Laufeinheiten im Winter oder den Übergangszeiten ungeeignet wäre – es gibt eben nur etwas besser auf das Laufen abgestimmte Jackenmodelle, die der ansonsten sehr schön gemachten Montane den Rang ablaufen. Wer einen vielseitig einsetzbaren und angenehm wärmenden Begleiter auf allen möglichen Outdoor-Unternehmungen sucht, der macht mit der Montane Sirocco Light Jacket aber sicher nichts falsch.
Odlo Essential Light Jacket
Es dürfte ruhig mehrere Laufjacken wie die Odlo Essential Light Jacket geben – sie ist so wunderbar luftig und leicht, dass es eine Freude ist, sie überzustreifen. Wie wenige andere Marken hat sich Odlo voll und ganz dem Thema Sportbekleidung verschrieben – entsprechend wurden die jeweiligen Bekleidungsstücke auch auf ihren sportlichen Einsatzbereich optimiert. So auch das Odlo Essential Light Jacket.
Gut hat uns zunächst einmal das Preisniveau gefallen: Für rund 50 Euro bekommt man eine nur 166 Gramm schwere, sehr klein packbare, wind- und wasserabweisende Laufjacke, die man alleine über einem Laufshirt oder auch über einem Midlayer tragen kann. Der Style der Jacke ist geradlinig und ohne Schnörkel, die Details auf das Wesentliche reduziert. So hat Odlo die Jacke mit zwei seitlichen Eingrifftaschen ausgestattet. Hüftbund und Armabschlüsse sind mit Stretcheinfassungen versehen. Am Rücken verfügt die Jacke über eine Perforation – die kleinen Lüftungslöcher lassen Feuchtigkeit schnell entweichen.
Gerät man in einen Regenschauer, lässt das Obermaterial Tröpfchen zuverlässig abperlen. Gut gefallen haben uns die Trocknungseigenschaften. Nach kurzer Zeit auf dem Wäscheständer ist die Jacke nach einem Regenguss wieder einsatzbereit. Für längere Regenphasen ist die Jacke natürlich nichts – aber das behauptet Odlo auch gar nicht. Die athletisch geschnittene Essential Light Jacket wendet sich an einen breiten Käuferkreis. Schön ist auch zu sehen, dass Odlo sie in mehreren Styles und vielen Größen anbietet.
Brooks Shield Hybrid Jacket 3.0
Die Brooks Shield Hybrid Jacket 3.0 ist ein Fall für die ganz kalten Tage oder für Läufer, denen schnell kalt wird und die nicht gleich an der Leistungsgrenze trainieren. Die Thermolite-Füllung sorgt sehr schnell für Wärme, wozu auch die elastischen Armabschlüsse mit Daumenschlaufen und der recht hoch abschließende Kragen beitragen. Diese verhindern bei Kälte unangenehmen Luftzug.
Doch schon beim ersten Lauf fällt auf – die Jacke ist relativ schwer. Ihre knapp über 500 Gramm merkt man einfach bei jedem Schritt, bei jedem Tritt – besonders wenn es bergauf geht. Das Verhältnis von Wärmeleistung zu Gewicht haben andere Hersteller etwas besser im Griff. Dazu kommt: Der Schnitt ist für eine Laufjacke unserer Meinung nach nicht athletisch genug. Das mag daran liegen, dass Brooks genug Platz für darunter getragene Bekleidungsstücke, die im Zwiebelprinzip getragen werden, bieten möchte. Wir hätten uns indes einen etwas sportlicheren Schnitt gewünscht.
Eines muss man Brooks hingegen zugutehalten: Beim Material wurden einige Register gezogen. Kommt an der Vorderseite die bereits erwähnte Thermolite-Füllung zum Einsatz, ist das in den Armhöhlen verwendete Textil sehr dünn, um eine bessere Luftzirkulation zu ermöglichen. Wenn es wärmer wird, lässt sich der Frontreißverschluss öffnen. Statt des Reißverschlusses wird die Jackenfront durch kleine, geknöpfte Querstege fixiert und so ebenfalls für Luftzufuhr gesorgt.
Trotzdem: Empfehlen können wir die Jacke nur an Nutzer, die moderat und in eher flachem Umfeld trainieren (oder die Jacke wie wir im Allround-Sporteinsatz tragen, zum Radfahren eignet sie sich ganz ausgezeichnet!). Für alle, deren Laufrunden den ein- oder anderen Höhenmeter beinhalten, ist sie etwas zu voluminös und schwer.
Bleed Clothing Econyl Ultra Light Jacket
Die Bleed Econyl Ultralight Jacke hat einen stolzen Preis, dennoch sollte man sie deswegen nicht so schnell beiseite wischen, denn was die Marke aus Franken hier auf die Beine gestellt hat, ist einen genaueren Blick wert.
Zunächst einmal – dieser Stoff! Das von Bleed »Econyl« getaufte Material fasst sich angenehm weich an, ist dabei wunderbar flexibel und relativ dünn. Der Look der Jacke geht dabei Richtung Lifestyle, jedenfalls kommt man nicht gleich auf die Idee, die Econyl Ultralight Jacke zum Laufen zu verwenden. Doch Bleed beschreibt die Jacke nicht umsonst als »genau die richtige Mischung aus stylischem Design und sportlicher Funktion«, und so nehmen wir sie auf verschiedene Outdoor-Aktivitäten von Laufen bis Wandern mit, vom Einsatz im Alltag ganz zu schweigen.
Schnell sind wir vom Tragekomfort mehr als angetan, auch die Passform der mit Stretchbündchen ausgestatteten Jacke ist komfortabel. Die Jacke gehört nicht zu den athletischsten Kleidungsstücken, dafür lässt sie sich aber auch breiter einsetzen: Zum Abendessen mit den Freunden joggen? Mit der Bleed kein Problem. Mit dem Bike noch in die Stadt flitzen, um die Freundin zu treffen? Geschenkt. Die Bleed Econyl Ultralight Jacket schafft den Spagat zwischen Sport- und Alltagseinsatz spielend.
Praktisch ist die Brusttasche für Geldscheine oder andere Wertsachen und die Bundtasche für Schlüssel oder andere kleinere Accessoires. Kommt zum Schluss noch der Ökofaktor: Die Jacke wird a) in Kroatien hergestellt, ist b) umweltfreundlich imprägniert und c) auch das Hauptmaterial Econyl stammt aus umweltfreundlicher Produktion. Da wird die Tatsache, dass die YKK-Reißverschlüsse chrom- und nickelfrei sind, (fast) zur Randnotiz.
Dynafit Alpine GTX Jacket
Mit der Alpine GTX Jacket von Dynafit haben wir es uns definitiv nicht leicht gemacht. Die schön verarbeitete Gore-Tex-Jacke gehört von der Optik her zu den Hinguckern unter den Laufjacken in unserem Test. Zusammen mit dem athletischen Schnitt hat die Jacke einen geradezu stromlinienförmigen Look.
Außerdem ist die Jacke durch Gore Tex Paclite zuverlässig wasserdicht – und lässt sich, der Name sagt es schon, sehr klein verpacken. Imponiert hat uns auch das geringe Gewicht – die Jacke bringt nur magere 260 Gramm auf die Waage. Die Passform ist Dynafit-typisch figurbetont, man sollte also ggf. eine Größe größer nehmen (im Test benötigten wir eine XL, normalerweise reicht uns eine L).
Bei allem Lob gibt es jedoch auch ein paar Fragezeichen. Warum, fragen wir uns, hat Dynafit der Jacke nicht eine einzige Tasche verpasst? Es soll Leute geben, die ohne Schlüssel, Müsliriegel, Taschentuch, Smartphone, Kreditkarte, Ausweis etc. unterwegs sind – wir würden aber so weit gehen, zu behaupten, dass diese in der Unterzahl sind. Manchmal hat man beim Trailrunning nur eine minimalistische Hüfttasche dabei und ist froh, wenn man zusätzlichen Stauraum hat – auch wenn es sich nur um eine kleine Tasche für den Hausschlüssel handelt.
Darüber hinaus vermissen wir bei der Alpine GTX Jacket einen regulierbaren Hüftabschluss und eine regulierbare Kapuze. Der Stretchbund an der Hüfte ist unserer Meinung nach etwas zu labbrig, der kleine Stretch-Einsatz an der Kapuze ist auch eher eine Verlegenheitslösung. Okay, ultra-gewichtsbewusste Trailrunner mögen darauf verzichten können. Im Test – besonders bei stürmischen Verhältnissen – haben wir diese Details aber vermisst und bei der Konkurrenz ist meist wenigstens eines dieser Features (Schlüsseltasche, Kordelzug …) vorhanden.
Bleibt am Ende noch der Blick auf den Preis. Bei dieser Höhe sollte bei einer Trailrunningjacke das Gesamtpaket absolut stimmen – da sollte Dynafit vielleicht noch einmal in sich gehen.
New Balance Athletics Packable Jacket
Keep it simple – das war New Balances Leitsatz bei der Entwicklung der Athletics Packable Jacket. Die sehr geradlinige, geradezu unauffällig gestaltete Jacke lässt sich in einer der beiden Seitentaschen klein verstauen und per integriertem Gurt umhängen oder um die Hüfte klipsen.
Schön ist auch die Tatsache, dass New Balance die Jacke zu hundert Prozent aus recycelten Materialien herstellt und dass sie darüber hinaus in der Lage ist, leichte Regenschauer abzuwehren. Die Jacke ist eben ein Basic-Teil, das sehr casual daherkommt und gar nicht unbedingt nach »hochperformanter« Laufjacke aussieht.
In dem Preissegment, in dem sich die Jacke befindet, gibt es – Hand aufs Herz – Laufjacken, die etwas mehr Funktion bzw. durchdachtere Details bieten. Daher reicht es für die Athletics Packable Jacket nicht ganz für eine Auszeichnung.
New Balance Stretch Woven Jacket
Die New Balance Stretch Woven Jacket hat uns nicht sonderlich überzeugt. Es scheint ein wenig mit der Zeit stehen geblieben zu sein und orientiert sich an der klassischen »Trainingsjacke« von Papa aus den späten 80er- und frühen 90er-Jahren. Das soll nun nicht überheblich klingen, denn auch diese Jacke hat ganz offenbar ihre Daseinsberechtigung, sonst würden wir sie nicht in den Händen halten.
Doch allein ihr Gewicht reißt heutzutage niemanden mehr vom Hocker – 368 Gramm sind einfach ein paar Gramm zu viel. Auch Details, die sie von der Masse an Jacken abheben würden, fehlen – zwei seitliche Eingrifftaschen sind auch schon die einzigen erwähnenswerten Features, vom Netzmaterial auf der Innenseite einmal abgesehen. Eine Kapuze ist ebenso wenig vorhanden wie Daumenschlaufen oder eine Packtasche, was wiederum das hohe Gewicht erklärt. Kurzum: Die Konkurrenz ist einfach zu gut für diese Jacke.
Under Armour Storm Laufjacke mit Kapuze
Die Under Armour Storm Laufjacke mit Kapuze hat uns durchaus gefallen – sie ist angenehm dezent gestaltet, verfügt über zwei seitliche Reißverschlusstaschen und eine abgedeckte Rückenpartie aus Mesh-Material, die für angenehme Belüftung bei wärmeren Temperaturen sorgt.
Das war es dann aber auch schon mit den Funktionen – was die Jacke zur spezifischen Laufjacke machen soll, bleibt etwas schleierhaft. Kapuze und Hüftsaum sind nicht regulierbar, an den Armabschlüssen sind keine Stretcheinsätze. Statt der beiden Einschubtaschen an der Seite hätten wir uns lieber eine kleine, stretchige Schlüsseltasche gewünscht.
Die Jacke bleibt so eher ein modisches Statement für Under-Armour-Fans als eine ernstzunehmende, funktionale und mit technischen Finessen ausgestattete Laufjacke. Da gibt es im Test schlichtweg Besseres.
Jako Herren Kapuzenjacke Run 2.0
Die nicht einmal 30 Euro teure Jako Kapuzenjacke Run 2.0 verblüfft durch ihre auf den ersten Blick leichte, luftige Konstruktion. Legt man sie auf die Waage, kommen dann aber doch mehr als 300 Gramm zusammen. Auf den zweiten Blick entpuppt sie sich als recht großzügig geschnittene Kunstfaser-Sportjacke, die uns jedoch gleich wegen ihres sackartigen Schnitts vom Sitz her etwas enttäuscht. Immerhin ist eine regulierbare Kapuze an Bord.
Beim Lauftest tragen wir sie als Midlayer unter einer wasserdichten Jacke – eine Rolle, die der Jacke nur bedingt behagt. Als es bei unserer Laufrunde schweißtreibend wird, saugt sich die Jako voll wie ein Schwamm. Okay, zugegebenermaßen herrscht beim Test eine Außentemperatur um die Null Grad. Durchaus herausfordernde Bedingungen also. Also nehmen wir die Jacke nochmals unter die Lupe – diesmal bei etwas moderateren Bedingungen und vor allem nicht unter einer wasserdichten Jacke. Hier zeigt sich die Jacke deutlich luftdurchlässiger. Um im Test jedoch ganz vorne mitspielen zu können, fehlt der Jako das gewisse Etwas, da gibt es schlichtweg bessere Kandidaten.
Tao Pero
Mit der Pero Jacket präsentiert Tao eine Jacke, die eine echte Wucht ist. Wucht ist hier durchaus auf das Material bezogen, denn die Softshelljacke fällt im Vergleich mit den anderen Modellen für Herren relativ voluminös aus – und das mit Recht. Sofort ist sie als vertrauenserweckende Allwetter-Laufjacke zu erkennen. Beim Test mussten erstmal die richtigen Temperaturbedingungen abgewartet werden, sprich: kaltes, windiges Wetter.
Sofort fällt auf, dass die Pero Jacket einen ausgezeichneten, laufspezifischen Sitz hat. Die Ärmel sind lang gezogen und mit Bündchen und Daumenschlaufen versehen, die Details sind auf ein Minimum reduziert. Eine Kapuze hat die Jacke absichtlich keine – die Lauf-Spezialisten von Tao kennen ihre Pappenheimer und gehen ganz automatisch davon aus, dass versierte Läufer solche Funktionsjacken eher mit Mütze oder Stirnband kombinieren.
Beim ersten Kurztest auf dem Rad zeigt sie eine ausgezeichnete Wärmeleistung – auf raffinierte Weise werden verschiedene Materialstärken miteinander kombiniert. Toll sind auch die elastischen Daumenschlaufen, die sich angenehm an der Hand anschmiegen und speziell bei etwas kälteren Temperaturen Sinn machen. Im Vergleich zu den anderen Laufjacken hat die Pero eine ausgezeichnete Wärmeleistung, lässt aber trotzdem Luft für ein angenehmes Tragegefühl.
Der Preis ist zwar eine Ansage – uns hat die Jacke jedoch so gut gefallen, dass es direkt schwerfiel, sie nicht in den Favoritenkreis aufzunehmen. Am Ende sind andere Modelle von der technischen Ausstattung, speziell was die Wasserdichtigkeit angeht, einen Deut besser.
New Balance Accelerate Jacket
Der New Balance Accelerate Jacke hätten wir durchaus mehr zugetraut. Der Schnitt der immerhin rund 60 Euro teuren Jacke ist nicht sonderlich athletisch, die Verarbeitung liegt im Durchschnitt. Bei einer Jacke, die im New Balance-Webshop als »wind- und wasserabweisend« beschrieben wird, hätten wir uns wenigstens verschweißte Nähte gewünscht. Immerhin sind ein verstellbarer Kordelzug am Hüftsaum, Stretchbündchen und zwei seitliche Eingrifftaschen vorhanden.
Okay, wir wollen mal nicht so sein: Für den gelegentlichen Lauf bei Wind und leichtem Regen ist die mit Reflektorstreifen ausgestattete Jacke durchaus geeignet, doch die testinterne Konkurrenz schläft eben nicht und andere Jacken, die auf einem ähnlichen Preisniveau liegen, haben uns besser gefallen. Gäbe es eine Extra-Kategorie für Jacken, die anständige Funktion mit einem gewissen Coolness-Faktor (moderner, kastenartiger Schnitt …) verbinden – die New Balance hätte punkten können. So muss sie es sich jedoch auf einem hinteren Platz bequem machen.
Airtracks Fahrradjacke Laufjacke
Was haben wir denn hier noch Hübsches – ist das eine Tennisjacke aus den 90er Jahren? Nein, es handelt sich um die Fahrradjacke Laufjacke von Airtracks. So heißt das Ding tatsächlich auf Amazon. Eigentlich gleich ein Grund, sie nicht ganz ernst zu nehmen, denn eingefleischte Sportler wissen: Wer beim Marketing mehrere Disziplinen über einen Kamm schert, macht sich keine Freunde – das wäre ja so, als wenn Adidas eine »Fußballjacke Basketballjacke« im Shop stehen hätte. Undenkbar! Egal, wir schauen uns die Jacke trotzdem genauer an.
Okay – über Design lässt sich streiten. Die Airtracks hat, je nach Betrachtungsweise, Retro-Chic oder ist schlichtweg optisch angestaubt. Als Color-Blocking-Fans tendieren wir eher zu letzterem. Aber wir wollen mal nicht so gemein sein und nehmen die Jacke auf eine kleine Laufrunde mit. Der erste Eindruck – hm, da ist noch Luft nach oben.
Soll bedeuten: Der Airtracks fehlt das gewisse Etwas. Zwar ist sie sicher nicht schlecht – das Material fasst sich zum Beispiel ganz gut an, es gibt einen Kordelzug im Hüftsaum und zwei seitliche Eingrifftaschen. Vergleicht man sie aber mit den Jacken, die im Test ganz vorne mitspielen, ist sie für unsere Begriffe nicht »laufspezifisch« genug ausgestattet, sondern eher eine lockere, blousonartige Trainingsjacke für allen möglichen Sport. Und was die Materialeigenschaften angeht – leichter Wind wird abgehalten, bei Sprühregen gibt die Jacke aber schnell nach.
Normani Winddichte Funktionsjacke
Hübsche Jacke, die Normani – aber nicht fürs Laufen geeignet! Das ist das ehrliche Urteil, und damit ist eigentlich schon alles gesagt. Oftmals spült es bei Amazon Bekleidung in Bestsellerlisten, die dort nichts zu suchen hat. So auch dieser warm gefütterte Anorak mit Brust-RV, großer Front-Kängurutasche und seitlichen Eingrifftaschen.
Rein theoretisch kann man damit schon laufen gehen – wird dann aber schnell an die Grenzen der Atmungsaktivität stoßen, denn die Jacke wurde schlichtweg nicht für das Laufen entworfen, auch wenn Amazon das indirekt über die Listung in der Bestsellerliste behauptet. Problem: Läuft man damit etwas flotter los, läuft einem (sehr) schnell die Soße runter.
Fürs abendliche Gassigehen mit dem Hündchen ist die Normani deutlich besser geeignet – wir haben’s ausprobiert! Sie ist eine Lifestyle-Jacke, die für mollige Wärme sorgt. Besonders die Kapuze ist toll. Auf die Idee, darin Sport zu treiben, kommt nur, wer es nicht besser weiß. Wir lassen es daher lieber gar nicht erst drauf ankommen, nehmen die Jacke aus dem engeren Test raus und empfehlen sie maximal für Wellness-Läufer, die ein sehr langsames Tempo ansetzen und gar nicht erst ins Schwitzen geraten. Für ernsthaften Sport ist diese warme, mit einer regulierbaren Kapuze ausgestattete Jacke schlichtweg ungeeignet.
So haben wir getestet
Alle Laufjacken werden auf Laufrunden zwischen 8 und 30 Kilometern Länge getestet. Die Strecken führen durch kupiertes Gelände, auch Trailruns und Speedhikes in den Vorbergen und in den nördlichen Kalkalpen bis etwa 2500 Meter Höhe sind dabei.
Gleich nach dem Auspacken überprüfen wir die Verarbeitung und das Gewicht aller Herren-Laufjacken. Können die Jacken halten, was die Hersteller versprechen? Um dies zu bewerten, nehmen wir die Details der Jacke in Augenschein. Hat sie Kordelzüge, damit bei Wind und Regen nichts flattert? Gibt es Seitentaschen, kann man gar ein Handy verstauen? Darüber hinaus begutachten wir das Packmaß – speziell bei Trailrunnern ein nicht unerheblicher Faktor.
Natürlich achten wir auch darauf, inwiefern der Hersteller seine Produktbeschreibung und seine technischen Angaben in der Realität einhält: Ist die Jacke tatsächlich wind- und wasserdicht? Kann das Gewicht wirklich als »leicht« bezeichnet werden oder war hier der Wunsch Vater des Gedankens?
Darüber hinaus testen wir die Jacken im Alltag und teilweise auch auf dem Fahrrad. Dabei beurteilen wir nicht nur Passform und Tragekomfort, sondern auch die Atmungsaktivität sowie Haptik und Optik des Materials. Da wir wetterbedingt nicht immer alle Laufjacken im Regen testen können, müssen sie sich zum Teil auch einem Spritzwassertest mit dem Gartenschlauch stellen.
Am Ende steht die Qualitäts- und Preisbewertung. Ist die Jacke ihr Geld wert oder bestehen Zweifel? Kommen wir nicht sofort zu einem Ergebnis, werden einzelne Jacken mehrfachen Testläufen unterzogen, bis sich ein schlüssiges Gesamtbild ergibt.
Die wichtigsten Fragen
Welche Herren-Laufjacke ist die beste?
Die beste Laufjacke für die meisten Herren ist für uns die Decathlon Kiprun Run 900. Sie ist angenehm leicht und hält sowohl Wind als auch Wasser zuverlässig ab. Zudem ist sie mit einem cleveren Belüftungssystem ausgestattet. Aber auch andere Jacken konnten im Test überzeugen.
Was macht eine gute Laufjacke aus?
Eine gute Laufjacke ist wie ein eingespielter Trainingspartner. Sie unterstützt einen beim Lauf und schützt vor Wind und Wetter. Somit sollte sie im Idealfall wind- und wasserdicht bzw. wasserabweisend sein, schnelltrocknend und gleichzeitig atmungsaktiv. Die Passform sollte keinesfalls einengen und jede Bewegung uneingeschränkt mitmachen.
Ab wann ist eine Jacke wasserdicht?
Als wasserdicht gelten Textilien im DACH-Raum ab ca. 1.500 bis 4.000 Millimetern Wassersäule. Bei guter Outdoor-Bekleidung kann man fast immer mit einer Wassersäule ab circa 10.000 Millimetern rechnen. Hochwertigere Modelle können sogar mit fast 30.000 Millimetern trumpfen.
Welche ist die richtige Laufjacke für mich?
Bevor Sie eine Laufjacke kaufen, sollten Sie sich überlegen, welche Ansprüche Ihre Jacke unbedingt erfüllen muss. Laufen Sie oft im Dunkeln, sollte sie ein paar reflektierende Elemente besitzen, um von anderen Verkehrsteilnehmern frühzeitig erkannt zu werden. Sind sie mehr als nur ein „Schönwetterläufer“? Dann achten Sie auf einen guten Wetterschutz und eine Kapuze, die Sie vor Regen und Wind schützt. Für kühle Temperaturen sollte die Jacke an der Körperfront gefüttert und zumindest an den Schultern wasserabweisend sein. Der Rest ist sehr individuell. Benötigen Sie RV-Taschen für Wertsachen? Bevorzugen Sie Daumenschlaufen oder soll die Jacke einen integrierten Packsack besitzen?
Aus welchem Material bestehen Laufjacken?
Da Laufjacken leicht, strapazierfähig und gleichzeitig atmungsaktiv sein sollen, bestehen sie meistens aus robustem (recycelten) Polyester und/oder Polyamid-Mikrofasern, die kaum Feuchtigkeit aufnehmen. Diese trocknen auch schnell und sind in der Regel recht reißfest.
Wie viel darf eine gute Laufjacke kosten?
Beim Preis scheiden sich ja so manche Geister. Und wie überall gibt es hier enorme Unterschiede und nach oben hin so gut wie keine Grenzen. Im Schnitt bekommt man eine gute und bezahlbare Laufjacke, die für die meisten Läufe vollkommen ausreichend ist, ab ca. 80 bis 120 Euro.






















































































