TestSport & Outdoor FahrradLenkerband-Test

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Lenkerband Test: Lenkerband Aufmacher Fahrrad Foto: Ergon Bike Ergonomics

Das beste Lenkerband

Aktualisiert:
Letztes Update: 4. September 2026

Wir haben fünf Lenkerbänder getestet. Das Ergon BT Gravel 3,5 mm ist unser neuer Gravel-Tipp. Die bisherige Gravel-Empfehlung, das Supacaz Super Sticky Kush Gravel 3,2 mm, sowie die vier weiteren Neuzugänge finden Sie unter „Außerdem getestet“.

8. Januar 2026

Wir haben den Test überprüft und die Verfügbarkeit einzelner Produkte aktualisiert. Unsere Empfehlungen sind weiterhin aktuell.

Weitere Updates

Das richtige Lenkerband ist entscheidend für den Komfort beim Fahrradfahren – schließlich ist der Lenker neben Sattel und Pedalen einer der nur drei Kontaktpunkte zwischen Mensch und Rad. Neben Komfort und Grip spielt das Lenkerband aber auch bei der Optik des Fahrrads eine große Rolle. Wer hier vom Standard zu einem nach seinen Bedürfnissen ausgewählten Band wechselt, der kann sein Bike schnell und kostengünstig deutlich aufwerten.

Lenkerbänder kommen ausschließlich an Rennlenkern (englisch dropbar) und den flachen, sogenannten Trainingsbügeln zum Einsatz. Touren- und Stadträder sowie Mountainbikes werden mit Griffen ausgerüstet. Während die Lenkerbänder früher aus Kork oder Stoff bestanden, sind sie heute meist aus ein bis drei Lagen verschiedener Kunststoff-Mischungen.

Wir haben 18 Lenkerbänder mit Preisen zwischen rund 10 und 70 Euro getestet, aus unterschiedlichen Materialien und in verschiedenen Stärken. Los geht’s mit unseren Empfehlungen in der Kurzübersicht.

Kurzübersicht

Testsieger

Lizard Skins DSP V2 2,5 mm

Das Lizard Skins DSP V2 hat uns von allen Lenkerbändern im Test am meisten überzeugt – für die Stadt, Touren und ausgedehnte Radreisen.
Test Lenkerband: Lizard Skins  DSP V2
  • Sehr komfortabel
  • Angenehmer Grip, auch nass
  • Lange Lebensdauer
  • Leichte Reinigung
  • Wickeln erfordert Gefühl

Der hohe Komfort und der hervorragende Grip, auch bei Nässe, machen das Lizard Skins DSP V2 2,5 mm zum verdienten Testsieger. Es eignet sich für die Stadt, für Touren, für Reisen, aber auch für Rennen. Der höhere Preis wird durch die lange Lebensdauer aufgewogen. Außerdem ist das DSP V2 in vielen verschiedenen Farben verfügbar, da ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Auch gut

Seido Tab 3,8 mm

Das Tab ist ein griffiges, gut dämpfendes Lenkerband mit Silikon-Tabs für einen fairen Preis.
Lenkerband Test: Seido19238010222 1
  • Komfortabel
  • Atmungsaktive Mikrofaser
  • Griffige Silikon-Tabs
  • Top Preis-Leistung
  • Wenig elastisch beim Wickeln

Das Seido Tab 3,8 mm mit bestem Grip und guter Atmungsaktivität ist eine gelungene Alternative zu unserem Testsieger. Es bietet hohen Komfort auch bei langen Touren und Nässe, unter anderem durch seine einzigartigen Silikon-Auflagen.

Gravel-Tipp

Ergon BT Gravel 3,5 mm

Das Ergon BT Gravel verbindet sehr gute Dämpfung mit sicherem Grip, der bei Nässe sogar noch stärker wird.
Test : Ergon BT Gravel 3,5 mm
  • Sehr komfortabel
  • Guter Grip, auch nass
  • Sehr gute Dämpfung
  • Leichte Reinigung
  • Wenig elastisch beim Wickeln

Das Ergon BT Gravel ist unser Gravel-Tipp. Das 3,5 Millimeter dicke Lenkerband bietet eine starke Dämpfung und überzeugt im Test vor allem mit seinem hervorragenden Grip. Selbst bei Nässe bleibt es ausgesprochen sicher in der Hand. Trotz der üppigen Polsterung lässt es sich vergleichsweise unkompliziert wickeln.

Design-Tipp

BTP Woven 3 mm

So viele unterschiedliche Designs gibt es bei keinem anderen Lenkerband im Test, der Komfort und Grip stimmen ebenfalls.
Test Lenkerband: BTP  Candy Crush Woven
  • Komfortabel
  • Weicher Grip
  • Über 40 Designs
  • Wenig elastisch beim Wickeln

Alle Fans von schicken, individuellen Fahrrädern werden mit dem BTP Woven 3 mm glücklich. Das Lenkerband ist in über 40 Designs erhältlich, da sind echte Hingucker dabei. Komfort und Grip stimmen ebenfalls.

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Vergleichstabelle

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Testsieger
Test Lenkerband: Lizard Skins  DSP V2
Lizard Skins DSP V2 2,5 mm
Auch gut
Lenkerband Test: Seido19238010222 1
Seido Tab 3,8 mm
Gravel-Tipp
Test : Ergon BT Gravel 3,5 mm
Ergon BT Gravel 3,5 mm
Design-Tipp
Test Lenkerband: BTP  Candy Crush Woven
BTP Woven 3 mm
Test Lenkerband: Supacaz  Super Sticky Kush Gravel
Supacaz Super Sticky Kush Gravel 3,2 mm
Test : Ergon BT OrthoCell 3 mm
Ergon BT OrthoCell 3 mm
Test : Ritchey WCS Race Bar Tape
Ritchey WCS Race Bar Tape 1,8 mm
Test : Wolf Tooth Supple Bar Tape
Wolf Tooth Supple Bar Tape 5 mm
Test Lenkerband: Sram SuperCork
Sram SuperCork 3 mm
Test Lenkerband: Urban Zweirad  Basic
Urban Zweirad Basic Lenkerband 3 mm
Lenkerband Test: Corium
Repente Corium 2,5 mm
Test Lenkerband: BBB  RaceRibbon BHT-01
BBB RaceRibbon BHT-01 2,5 mm
Test Lenkerband: Gusti Leder Fausto C
Gusti Leder Fausto C Echtleder 1,2 mm
Lenkerband Test: Edr Schwarz Van Rysel Decathlon
Van Rysel Lenkerband EDR
Test Lenkerband: Fizik Tempo Microtex Classic
Fizik Tempo Microtex Classic 2 mm
Test Lenkerband: SQ Lab  712
SQ Lab 712 2,7 mm
Test Lenkerband: Brooks  Lenkerband Baumwolle-Kork
Brooks Lenkerband Baumwolle-Kork 2 mm
Test : Cinelli Classic Road Cork 2,5 mm
Cinelli Classic Road Cork 2,5 mm
Testsieger
Lizard Skins DSP V2 2,5 mm
Test Lenkerband: Lizard Skins  DSP V2
  • Sehr komfortabel
  • Angenehmer Grip, auch nass
  • Lange Lebensdauer
  • Leichte Reinigung
  • Wickeln erfordert Gefühl
Auch gut
Seido Tab 3,8 mm
Lenkerband Test: Seido19238010222 1
  • Komfortabel
  • Atmungsaktive Mikrofaser
  • Griffige Silikon-Tabs
  • Top Preis-Leistung
  • Wenig elastisch beim Wickeln
Gravel-Tipp
Ergon BT Gravel 3,5 mm
Test : Ergon BT Gravel 3,5 mm
  • Sehr komfortabel
  • Guter Grip, auch nass
  • Sehr gute Dämpfung
  • Leichte Reinigung
  • Wenig elastisch beim Wickeln
Design-Tipp
BTP Woven 3 mm
Test Lenkerband: BTP  Candy Crush Woven
  • Komfortabel
  • Weicher Grip
  • Über 40 Designs
  • Wenig elastisch beim Wickeln
Supacaz Super Sticky Kush Gravel 3,2 mm
Test Lenkerband: Supacaz  Super Sticky Kush Gravel
  • Sehr komfortabel
  • Guter Grip, auch nass
  • Lange Lebensdauer
  • Leichte Reinigung
  • Wenig elastisch beim Wickeln
Ergon BT OrthoCell 3 mm
Test : Ergon BT OrthoCell 3 mm
  • Sehr komfortabel
  • Guter Grip, auch nass
  • Gut zu wickeln
  • Leichte Reinigung
  • Klebeschicht könnte stärker halten
Ritchey WCS Race Bar Tape 1,8 mm
Test : Ritchey WCS Race Bar Tape
  • Direktes Lenkergefühl
  • Guter Grip, wenn trocken
  • Gut zu wickeln
  • Sehr leicht
  • Bei Nässe weniger Grip
  • Wenig Dämpfung auf unebenem Grund
Wolf Tooth Supple Bar Tape 5 mm
Test : Wolf Tooth Supple Bar Tape
  • Sehr komfortabel
  • Starke Dämpfung
  • Funktioniert ohne Kleber
  • Sehr leicht neu anzusetzen
  • Sehr dicker Griff
  • Wenig direktes Lenkergefühl
  • Bei starker Nässe rutschiger
  • Hohes Gewicht
Sram SuperCork 3 mm
Test Lenkerband: Sram SuperCork
  • Komfortabel
  • Guter Grip, wenn trocken
  • Gut zu wickeln
  • Reflektierende Lenkerstopfen
  • Ohne Handschuhe bei Nässe rutschig
Urban Zweirad Basic Lenkerband 3 mm
Test Lenkerband: Urban Zweirad  Basic
  • Komfortabel
  • Gut zu wickeln
  • Geschraubte Endkappen
  • Günstig
  • Ohne Handschuhe bei Nässe etwas rutschig
Repente Corium 2,5 mm
Lenkerband Test: Corium
  • Abriebfest
  • Leichte Reinigung
  • Gut zu wickeln
  • Schraub-Endkappen
  • Nicht atmungsaktiv
  • Bei Feuchtigkeit/ Nässe rutschig
BBB RaceRibbon BHT-01 2,5 mm
Test Lenkerband: BBB  RaceRibbon BHT-01
  • Komfortabel
  • Guter Grip, wenn trocken
  • Günstig
  • Ohne Handschuhe bei Nässe rutschig
Gusti Leder Fausto C Echtleder 1,2 mm
Test Lenkerband: Gusti Leder Fausto C
  • Guter Grip
  • Finish mit Öl + Wachs
  • Relativ dünn
  • Witterungsempfindlich
Van Rysel Lenkerband EDR
Lenkerband Test: Edr Schwarz Van Rysel Decathlon
  • Komfort ordentlich
  • Guter Grip, wenn trocken
  • Abschnitte für Bremsgriffe
  • Relativ dünn
Fizik Tempo Microtex Classic 2 mm
Test Lenkerband: Fizik Tempo Microtex Classic
  • Komfortabel
  • Guter Grip
  • Wenig elastisch beim Wickeln
SQ Lab 712 2,7 mm
Test Lenkerband: SQ Lab  712
  • Definierbare Dämpfung
  • Guter Grip
  • Klemmstopfen
Brooks Lenkerband Baumwolle-Kork 2 mm
Test Lenkerband: Brooks  Lenkerband Baumwolle-Kork
  • Gutes Griff-Gefühl
  • Außen laminierte Baumwolle
  • Innen Natur-Kork
  • Endstopfen aus Holz + Kork
  • Relativ dünn
  • Teuer
  • Wenig elastisch beim Wickeln
  • Witterungsempfindlich
Cinelli Classic Road Cork 2,5 mm
Test : Cinelli Classic Road Cork 2,5 mm
  • Gut zu wickeln
  • Guter Grip, wenn trocken
  • Günstiger Preis
  • Geringe Dämpfung
  • Ohne Handschuhe bei Nässe rutschig
  • Reinigung aufwender
Material
»DuraSoft«-Polymer
Microfaser, Silikon
Ethylen-Vinyl-Acetat
Polyester gewebt, EVA-Schaum
»HydroActiv«-Polyurethan
Ethylen-Vinyl-Acetat
Polyurethan
Silikon
Ethylen-Vinyl-Acetat
Ethylen-Vinyl-Acetat
Polyurethan, Mikrofaser, EVA
Ethylen-Vinyl-Acetat
Büffelleder
Ethylen-Vinyl-Acetat
Polymer-Schaum, »Microtex«
Elastomer
14 % Baumwolle, 60 % Kork, 26 % Polyester
EVA-Schaum, Kork
Verfügbare Stärken
1,8, 2,5, 3,2 und 4,6 mm
3,8 mm
3,5 mm
3 mm
3,2 mm
3 mm
1,8 mm
5 mm
3 mm
3 mm
2,5 mm
2,5 mm
1,2 mm
2 mm
2 mm
2,7 mm
2 mm
2,5 mm
Länge
208 cm
230 cm
250 cm
220 cm
220 cm
250 cm
200 cm
152 cm
200 cm
200 cm
216 cm
200 cm
200 cm
210 cm
235 cm
200 cm
235 cm
200 cm

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Alle Infos zum Thema

Komfortabler radeln: Lenkerbänder im Test

Die ersten Rennräder Ende des 19. Jahrhunderts hatten Lenker, die wie die damals modischen imposanten Schnurrbärte aussahen, mit Griffen an den Enden. Doch schon Anfang des 20. Jahrhunderts hat man erkannt, dass Aerodynamik eine wichtige Rolle im Rennen spielt, und die Lenker wurden immer tiefer, den heutigen Rennlenkern zunehmend ähnlicher. Da man jedoch etwa in Anstiegen nicht in der tiefen Position fährt, wickelte man Textilbänder um den ganzen Lenker – und hatte eine Vielzahl an möglichen Griff-Varianten zur Verfügung.

Was kann ein Lenkerband?

Ein Lenkerband sorgt durch seine Dämpfung für mehr Komfort, vor allem bei langen Ausfahrten und auf schlechten Untergründen. Hände und Handgelenke, selbst Arme und Schultern werden spürbar entlastet und ermüden später.

 Lenkerbänder sorgen
für mehr Komfort und Grip

Kaum weniger wichtig, vor allem für Styler: Mit einem schicken Lenkerband kann man das Aussehen des Rads in einem sehr sichtbaren Bereich ohne großen Aufwand und mit geringen Kosten deutlich aufwerten. Wer statt des üblichen Schwarz ein farbiges oder gar bunt gestaltetes Band um seinen Lenker wickelt, der wird unterwegs oder auch am Eiscafé und im Biergarten viele Blicke auf sein Bike ziehen. Relevant für Sicherheits-Freunde: Reflektierende Lenkerbänder und/oder Endstopfen sorgen bei Nachtfahrten für mehr Sichtbarkeit.

Darauf sollten Sie beim Kauf achten

Ein gutes Lenkerband sollte komfortabel sein und guten Grip haben. Ein weiteres wichtiges Kriterium, auch in unserem Test: Das Band sollte sich gut wickeln lassen, denn die meisten Käufer übernehmen das selbst. Zentral ist jedoch, dass die Bänder für gute Dämpfung und damit Komfort ausreichend dick sind. Dünne Lenkerbänder um 1,5 bis 2 mm bieten ein besonders direktes Fahrgefühl und eignen sich vor allem für sportliche Rennradfahrer. Rund 2,5 mm sind ein guter Allrounder-Kompromiss. Ab etwa 3 mm steigt meist die Dämpfung auf rauem Untergrund, allerdings wird dabei dann auch der Griffumfang größer. Die Oberfläche muss griffig sein, um den Lenker unter allen Bedingungen und bei jedem Wetter sicher halten zu können.

Ein Punkt, den nicht alle Lenkerbänder im Test erfüllen konnten: Da viele Gravelbikes breitere Lenker haben, ist es wichtig, dass die Bänder lang genug sind, um auch den Oberlenker ausreichend weit umwickeln zu können. Die Standardlänge 200 cm kann bei Gravel-Lenkern je nach Breite und gewünschter Dämpfung nicht ausreichend sein. Besser sind 220 oder 230 cm, manche Hersteller bieten sogar 250 cm lange Bänder an. Das Wolf Tooth Supple Bar Tape hat aber auch gezeigt, dass die Länge allein nicht entscheidend ist. Das Band ist nur 152 cm lang, dafür aber 40 mm breit. Besonders breite Lenkerbänder benötigen bei gleicher Überlappung weniger Wicklungen und können daher auch mit kürzeren Rollen auskommen.

Ein gern übersehener, aber wichtiger Punkt ist der Sitz der Lenker-Endstopfen: Bei den günstigeren Lenkerbändern kommen in der Regel einfache Klemmstopfen aus Plastik zum Einsatz. Schraubbare Endstopfen bieten dagegen meist zusätzliche Sicherheit, insbesondere auf ruppigem Untergrund. Gut passende Klemmstopfen können allerdings ebenfalls zuverlässig halten. Entscheidend ist deshalb vor allem, wie fest sich die Stopfen einsetzen lassen und ob sie während der Fahrt sicher sitzen.

Ein Lenkerband muss also verschiedene Aufgaben erfüllen: Komfort, Fahrgefühl, Stil, Aufmerksamkeit, Griffigkeit (nass und trocken), Haltbarkeit und etliches mehr. Für die richtige Wahl ist es wichtig, zu überlegen, worauf man besonderen Wert legt.

  • Wer oft auf langen Strecken, ruppigem Untergrund oder meist ohne Radhandschuhe unterwegs ist, nimmt ein dickeres Band (ab 3 mm), das Vibrationen besser absorbiert.
  • Wer gerne Vollgas gibt und auch enge Kurven schnell fährt, wird ein dünneres, griffiges Band bevorzugen, das (subjektiv) mehr Fahrgefühl bietet. Standard, auch bei Profis, sind hier um die zwei Millimeter.
  • Wer das ganze Jahr über fährt, sollte ein einfacheres, langlebiges Lenkerband wählen, das zudem widerstandsfähig und witterungsbeständig ist. Außerdem sollte man dann Bänder mit dem Zusatz »sticky« oder »tacky« wählen. Sie bestehen meist aus Polyurethan (PU) und sind mit einer klebrigen Oberfläche versehen. Damit ist der Grip auch unter nassen Bedingungen gewährleistet.
  • Wer Retro-Ästhetik will, nimmt ein Lenkerband aus Baumwolle, Kork oder Leder.
  • Wer sein Rad aufpeppen möchte, wählt ein buntes Kunststoffband, das in vielen Farben und Designs zu haben ist.

Die Materialien

Lenkerbänder bestehen heute meist aus synthetischen Kunststoffen wie Ethylen-Vinyl-Acetat (EVA), Polyurethan (PU) oder Mikrofaser, ergänzt mit Silikon und/oder Gel. Daneben gibt es aber auch Lenkerbänder, die vollständig aus Silikon sind. Sie benötigen teilweise keinen klassischen Klebestreifen, lassen sich dadurch beim Wickeln besonders leicht korrigieren und können erneut verwendet werden. Silikon bietet zudem eine hohe Dämpfung, kann bei sehr dicken Bändern allerdings den Griffumfang deutlich vergrößern.

Die Oberfläche besteht bei den meisten Modellen aus einem griffigen, gut haltbaren Kunststoff, ein Elastomer (rückformbarer Schaumstoff) darunter sorgt für die Dämpfung. Lenkerbänder mit Gel-Einsätzen haben eine besonders gute Druckverteilung, was den Komfort spürbar erhöht. Dem Trend zur Umweltverträglichkeit folgend, setzen einige Hersteller auch recycelte Materialien ein.

Wickeln: Schief ist obligatorisch

Damit ein Lenkerband seine Eigenschaften voll zur Geltung bringen kann, muss es gut gewickelt sein – übrigens immer schief. Das ist mit ein wenig Übung auch für Einsteiger zu schaffen. Wer noch wenig Erfahrung mit dem Wickeln hat, sollte zu einem Band ohne selbstklebende Rückseite oder mit Silikon als Haftschicht greifen: Das lässt sich bei Wickel-Fehlern besser wieder abziehen und erneut aufbringen. Klebe-Bänder haften zwar besser, bergen aber die Gefahr, dass sie beschädigt werden, wenn man sie (nach Fehlern) neu wickeln muss.

Üblicherweise lässt man das Band beim Wickeln zu etwa einem Drittel überlappen, meist wird das erreicht, wenn man die Klebeschicht direkt neben die vorige Wicklung platziert. Wer mehr Dämpfung will, kann mehr überlappen; bei 50 Prozent steigt der Komfort spürbar. Wenn das Band selbst schon dicker ist (mehr als 2,5 mm), vergrößert sich dann jedoch auch der Lenkerumfang – nicht unbedingt wünschenswert, etwa mit kleineren Händen.

Die richtige Pflege

Lenkerbänder sind Verschleißteile: Der Druck der Hände ermüdet das Material, die Dämpfung lässt nach und die Wicklung verrutscht und bekommt Lücken. Auch Sonne, Schweiß und Stürze setzen dem Band zu. Wenn es sich nicht mehr komfortabel anfühlt oder nicht mehr griffig ist, sollte es getauscht werden. Mit ein wenig Pflege kann man die Lebensdauer eines Lenkerbands jedoch teilweise deutlich erhöhen.

Zudem lassen Schweiß und Schmutz vor allem helle Farben schnell alt aussehen. Wer sein Band immer wieder mal mit mildem Seifenwasser und einer nicht zu harten Bürste reinigt (Lauge nicht zu lange einwirken lassen, gut mit Wasser abspülen, mit einem saugfähigen Tuch trocknen), hat länger Freude daran: Die Oberfläche ist dann nicht nur sauber, sondern auch wieder griffiger.

Unser Favorit

Testsieger

Lizard Skins DSP V2 2,5 mm

Das Lizard Skins DSP V2 hat uns von allen Lenkerbändern im Test am meisten überzeugt – für die Stadt, Touren und ausgedehnte Radreisen.
Test Lenkerband: Lizard Skins  DSP V2
  • Sehr komfortabel
  • Angenehmer Grip, auch nass
  • Lange Lebensdauer
  • Leichte Reinigung
  • Wickeln erfordert Gefühl

Das Lizard Skins DSP V2 2,5 mm ist ein Klassiker für ambitionierte Rennradler, mittlerweile in der zweiten Generation am Markt. Das DSP V2 besteht aus dem sehr griffigen Dura-Soft-Polymer, daher die Bezeichnung DSP. Bei der neuen Version wurde das Polymer verbessert, was den Komfort erhöhen soll. Und in der Tat ist die Dämpfung beim getesteten 2,5-mm-Tape gefühlt besser als bei allen anderen Bändern der gleichen Stärke in unserem Test. Das DSP V2 greift sich zudem sehr angenehm, es hat eine leicht gummiartige, gut strukturierte Oberfläche.

Der Grip ist mit oder ohne Handschuhe bestens. Wer üblicherweise mit Radhandschuhen unterwegs ist, für den ist die 1,8-mm-Version ausreichend komfortabel. Das Tape dämpft in den dickeren Versionen Vibrationen zunehmend stärker und nimmt härteren Schlägen ein wenig den Schrecken. Auch nass wird das Band nicht rutschig, der Grip bleibt hoch.

1 von 3
Lenkerband Test: Lizardp1420323
Das DSP V2 greift sich sehr angenehm, es hat eine gummiartige, strukturierte Oberfläche.
Lenkerband Test: Lizardp1420324
Die Lenkerendstopfen haben eine Schraubklemmung.
Lenkerband Test: Lizardp1420328
In den Biegungen des Lenkers muss das Band exakt gewickelt werden.

Das DSP V2 ist in vier Stärken zu haben: 1,8, 2,5, 3,2 und 4,6 mm. Zudem gibt es viele Designs: zahlreiche Uni-Farben, einige Camo-Designs und leuchtende zweifarbige Versionen.

Das 2,5 mm starke Lenkerband im Test ist ein guter Kompromiss aus effektiver Dämpfung und direktem Griffgefühl. Bei helleren Farben schmutzt das Band durch die griffige Oberfläche schneller, es lässt sich aber gut reinigen. Nicht zuletzt erfreulich: die geschraubten Lenkerstopfen (in dieser Preisklasse allerdings üblich) und die zwei kurzen Streifen, die man zum Wickeln an den Bremsgriffen benötigt.

Nachteile?

Beim Montieren sollte man darauf achten, das Band nicht zu stramm zu wickeln (darauf wird auch auf der Packung hingewiesen). Dann wird es zu stark gedehnt und verliert einen Teil seines Dämpfungseffekts. Wickelt man es aber nicht fest genug, wird es in den Biegungen des Lenkers etwas »bucklig«. Das Band kann dann zudem im Laufe der Zeit verrutschen, vor allem an den Stellen, wo man es am häufigsten greift. Hier ist also beim Wickeln Gefühl gefragt, etwas Erfahrung schadet auch nicht.

Lizard Skins DSP V2 im Testspiegel

Das englische Rad-Portal Cycling News hat das Lizard Skins DSP V2 ebenfalls getestet. Sie empfehlen es speziell Fahrern, die keine Radhandschuhe tragen wollen. Im Fazit heißt es (freie Übersetzung durch den Autor):

Der Komfort wird durch ein verbessertes Durasoft-Polymer erreicht, das für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Gefühl und Kontrolle sorgt, und wird durch eine gummiartige, strukturierte Oberfläche abgerundet, die den Grip mit oder ohne Handschuhen verbessert.

Die Stiftung Warentest hat bisher keine Lenkerbänder getestet. Sollten weitere interessante Testberichte erscheinen, tragen wir sie hier nach.

Weitere Empfehlungen

Auch gut

Seido Tab 3,8 mm

Das Tab ist ein griffiges, gut dämpfendes Lenkerband mit Silikon-Tabs für einen fairen Preis.
Lenkerband Test: Seido19238010222 1
  • Komfortabel
  • Atmungsaktive Mikrofaser
  • Griffige Silikon-Tabs
  • Top Preis-Leistung
  • Wenig elastisch beim Wickeln

Seido ist die »Off-Road«-Marke des Kölner Rad- und Komponenten-Herstellers Bombtrack. Das Lenkerband Seido Tab 3,8 mm haben die ambitionierten kölschen Jungs speziell für Gravel-Fahrer entwickelt, die nicht nur gute Dämpfung, sondern auch guten Grip wollen. Die Oberfläche besteht daher aus Mikrofaser, die mit griffigem Silikon ergänzt wurde. Das Band ist allerdings wenig elastisch, was Genauigkeit beim Wickeln erfordert, und zu minimalen Kanten führt – die zwar sichtbar, jedoch nicht spürbar sind. Der Vorteil von Mikrofaser ist die Atmungsaktivität, vor allem, wenn man ohne Handschuhe fährt.

1 von 3
Lenkerband Test: Seidop1420294
Die Silikon-Tabs machen das Band sowohl mit Handschuhen als auch mit bloßen Händen sehr griffig, ob nass oder trocken.
Lenkerband Test: Seidop1420238
Das »Tab Gravel« in seinerVerpackung
Lenkerband Test: Seidop1420239
Die Endstopfen sind geschraubt.

Das Tab ist ausschließlich in Schwarz lieferbar, neben der getesteten Gravel-Version mit einer Dicke von 3,8 mm ist es auch mit 2,5 mm zu haben. Die Länge ist mit 230 cm über den üblichen Maßen. Das ist wichtig bei Gravel-Lenkern, die oft deutlich breiter als »normale« Rennlenker sind. Der Klebestreifen für den Abschluss der Wicklung am Oberlenker könnte etwas länger sein; hier lässt sich aber problemlos (wie früher üblich) mit Elektro-Isolierband Abhilfe schaffen. Die Lenkerenden haben eine Schraubklemmung.

Bei einem Gravel-Lenkerband ist Komfort der wichtigste Faktor, und das Tab bietet hier viel: Es ist nicht zu dick, aber sehr effektiv bei der Dämpfung von Vibrationen. Typisch sind die Silikon-Tabs, die ihm wohl den Namen gegeben haben: Sie machen das Band sowohl mit Handschuhen als auch mit bloßen Händen sehr griffig, ob unter nassen oder trockenen Bedingungen. Trotz des Silikon-Anteils trocknet es schnell.

Gravel-Tipp

Ergon BT Gravel 3,5 mm

Das Ergon BT Gravel verbindet sehr gute Dämpfung mit sicherem Grip, der bei Nässe sogar noch stärker wird.
Test : Ergon BT Gravel 3,5 mm
  • Sehr komfortabel
  • Guter Grip, auch nass
  • Sehr gute Dämpfung
  • Leichte Reinigung
  • Wenig elastisch beim Wickeln

Das Ergon BT Gravel 3,5 mm ist speziell für Gravelbikes und Fahrten auf rauem Untergrund ausgelegt. Mit einer Stärke von 3,5 Millimetern gehört es zu den dickeren Lenkerbändern im Test. Entsprechend hoch ist aber auch der Komfort: Vibrationen und Unebenheiten werden sehr wirkungsvoll gedämpft, auch auf schlechtem Asphalt bleibt das Griffgefühl angenehm. Für kleinere Hände kann der dadurch größere Lenkerumfang allerdings schon etwas üppig ausfallen.

Besonders überzeugt hat uns der Grip. Schon bei trockenen Händen liegt das BT Gravel mit seiner strukturierten Oberfläche sehr sicher in der Hand. Seine größte Stärke zeigt es dann aber bei Nässe. Im Test wird das Band nicht rutschiger, sondern vermittelte sogar noch mehr Halt. Auch bei schwitzigen oder feuchten Händen bleibt das Sicherheitsgefühl entsprechend hoch. Damit eignet es sich besonders für Gravel-Touren und Fahrten bei wechselnden Wetterbedingungen.

1 von 3
Test: Ergon Bt Gravel
Das Ergon BT Gravel bietet trocken wie auch nass optimalen Grip.
Test: Ergon Bt Gravel Verpackung
Noch vor dem Öffnen gibt es auf der Verpackung einen kleinen Teststreifen des Tapes.
Test: Ergon Bt Gravel Lieferumfang
Im Lieferumfang enthalten sind zwei Lenkerbänder, Abschlussbänder und die Endstopfen.

Trotz seiner Dicke lässt sich das Ergon BT Gravel 3,5 mm erstaunlich unkompliziert wickeln. Das Material ist ausreichend flexibel und lässt sich auch im Bereich der Brems- und Schalthebel sauber anbringen. Die Klebeschicht hält zuverlässig am Lenker, erschwert allerdings Korrekturen, wenn das Band noch einmal neu angesetzt werden muss. Die Endstopfen sitzen während unserer Testfahrten fest und machen keine Probleme.

Auch bei der Pflege hinterlässt das Band einen sehr guten Eindruck. Verschmutzungen lassen sich unkompliziert entfernen, nach der Reinigung sind keine Veränderungen am Material festzustellen. Mit seiner Kombination aus sehr guter Dämpfung, hervorragendem Nassgrip und vergleichsweise einfacher Montage ist das Ergon BT Gravel unsere Empfehlung für alle Gravelfahrer.

Design-Tipp

BTP Woven 3 mm

So viele unterschiedliche Designs gibt es bei keinem anderen Lenkerband im Test, der Komfort und Grip stimmen ebenfalls.
Test Lenkerband: BTP  Candy Crush Woven
  • Komfortabel
  • Weicher Grip
  • Über 40 Designs
  • Wenig elastisch beim Wickeln

Bar Tape Professional, kurz BTP, ist ein taiwanesischer Hersteller, der seit 2017 ausschließlich Lenkerbänder produziert. Mittlerweile sind über 120 Modelle im Programm, die meisten aus verschiedenen Kunststoffen, aber auch aus Leder (echt und synthetisch), Kork und Baumwolle, darunter 23 reflektierende Bänder, genannt »NightGuard«. Ebenfalls typisch für BTP ist die »Woven«-Serie, mit gewebten Bändern aus Baumwolle oder Kunststoff, meist recht bunt und immer schick. In der »Woven«-Reihe haben die Taiwanesen über 40 Muster im Angebot.

1 von 3
Lenkerband Test: P1420353neu
Die Woven-Serie von BTP kommt mit gewebten Bändern aus Baumwolle oder Kunststoff.
Lenkerband Test: Btpp1420340
Das »Candy Crush« ist von einem Computerspiel-Klassiker inspiriert.
Lenkerband Test: Btpp1420199 3
Der Lenkerstopfen wird gesteckt.

Wir haben das BTP Woven 3 mm mit Candy-Crush-Muster getestet; inspiriert von dem beliebten Computerspiel-Klassiker. Die Oberfläche wird aus Polyester gewebt, darunter folgt 2,5 mm EVA-Schaum für den Komfort. Die Gesamtstärke liegt bei gut drei Millimetern. Durch die gewebte erste Schicht ist das Band nicht wirklich elastisch, was Sorgfalt und ein wenig Erfahrung beim Wickeln erfordert.

Die Dämpfung ist jedoch ordentlich, ebenso das Griffgefühl: ohne Handschuhe weich, aber mit nicht allzu viel Grip, solange die Hände trocken sind. Werden die Hände und damit das Tape leicht feucht, ist der Grip deutlich besser. Trotzdem: Wer damit nicht nur den Boulevard rauf und runter rollt, sondern auch mal ins Gelände will, der sollte besser mit Radhandschuhen fahren, besonders bei »echter« Nässe. Wer cool rüberkommen will, muss halt auch Nachteile in Kauf nehmen.

Außerdem getestet

Supacaz Super Sticky Kush Gravel 3,2 mm

Supacaz ist eine bei Rad-Profis sehr beliebte Lenkerband-Marke. Firmengründer Anthony Sinyard kommt aus Kalifornien, dem Land der Styler, und bietet seine Lenkerbänder daher in nicht weniger als 37 Varianten an, egal ob einfarbig oder bunt mit Blumen-, Totenkopf- oder Cannabis-Mustern und etlichen anderen Motiven. Wir haben das meistverkaufte Band der Marke getestet, das Supacaz Super Sticky Kush in der Stärke 3,2 mm. Dazu ist es auch mit 2,55 mm Dicke erhältlich. Es ist angenehm griffig, auch bei Nässe oder starkem Schwitzen, dazu bietet es eine gute Dämpfung, auch auf schlechtem Untergrund und ohne Radhandschuhe.

Das Super Sticky Kush Gravel besteht aus einer Kunststoff-Mischung, die laut Hersteller sehr widerstandsfähig gegen UV-Einstrahlung und andere Wettereinflüsse ist und eine hohe Lebensdauer hat.

Das Band ist nicht sonderlich elastisch und damit in den Biegungen des Lenkers und an den Bremsgriffen nicht so einfach zu wickeln wie dehnbarere Lenkerbänder. Der Vorteil der geringeren Elastizität ist jedoch die deutlich höhere Lebensdauer, weil das Material beim Wickeln weniger gedehnt wird. Schön und

Ergon BT OrthoCell 3 mm

Das Ergon BT OrthoCell 3 mm ist etwas dünner als unser Gravel-Tipp Ergon BT Gravel, bietet aber trotzdem eine erstaunlich hohe Dämpfung. Der vergleichsweise feste OrthoCell-Schaum filtert bei unserer Testfahrt die Vibrationen auf unebenem Untergrund sehr gut heraus, ohne dass sich der Lenker auf Dauer zu weich anfühlt. Der Komfort ist definitiv mit dem dickeren BT Gravel vergleichbar. Gleichzeitig bleibt der Griffumfang etwas schlanker.

Auch beim Grip macht das BT OrthoCell eine gute Figur. Trocken liegt das Band angenehm und sicher in der Hand. Bei Nässe bleibt ausreichend Halt vorhanden und das Sicherheitsgefühl hoch.

Beim Wickeln ist etwas Erfahrung hilfreich. Das Material besitzt ein wenig Stretch und lässt sich angenehm um den Lenker führen. Neuansetzen und Korrigieren gelingt problemlos, der Klebestreifen ist allerdings nicht der Stärkste. Wird das Band während der Montage nicht ausreichend unter Spannung gehalten, kann es sich wieder etwas lösen. Die langen Endstopfen benötigen beim Einsetzen etwas Kraft, sitzen anschließend aber zuverlässig fest und bewegen sich danach keinen Millimeter mehr. Auch die Reinigung bereitet keine Probleme: Schmutz lässt sich mit Wasser und einem Lappen einfach entfernen, ohne dass sich das Material sichtbar verändert.

SQ Lab 712 2,7 mm

Das Lenkerband SQLab 712 2,7 mm besteht aus einer »speziellen Gummimischung« (so der Hersteller, aus nicht weiter spezifizierten Elastomeren) mit einer Dicke von 2,7 mm und einer stark strukturierten Oberfläche. Die Münchner Ergonomie-Spezialisten haben dabei ein recht schlaues System entwickelt, um die Dämpfung zu definieren, orientiert an der Wickeldicke. Die drei Noppenreihen in der Mitte des Bands dienen dabei als Referenz. Wer mag, kann zuvor mithilfe einer (auf der SQlab-Netzseite herunterzuladenden) Griffweiten-Schablone ermitteln, wie dick sein Lenker idealerweise sein sollte. In erster Linie hat das System der variablen Dicke jedoch Auswirkungen auf die Dämpfung und damit den Komfort.

Bei Größe S wird das Lenkerband so gewickelt, dass alle drei Noppenreihen sichtbar sind. Es überlappt dann kaum, die Dämpfung ist hier am geringsten. Bei Größe M bleiben jeweils zwei Noppenreihen sichtbar: mehr Dicke, mehr Komfort. Größe L soll die stärkste Dämpfung bieten: Das Lenkerband wird dabei so gewickelt, dass nur eine Noppenreihe sichtbar ist. Allerdings ist die Überlappung dann schon sehr stark, das Band wird ein wenig wellig. SQLab empfiehlt diese Wickeltechnik vor allem für den Unterlenker – aus unserer Sicht aber nicht wirklich nachvollziehbar, da man in dieser Position nicht so häufig unterwegs ist wie am Oberlenker oder auf den Bremsgriffen.

Aus unserer Testerfahrung ist die Zweier-Wicklung am besten. Dann erreicht man eine gleichmäßige Überlappung mit guter Dämpfung, und das Band reicht bis zum Oberlenker. Insgesamt ist das 712 sehr griffig, das Diamant-Muster haftet gut, unabhängig vom Wetter und Untergrund. Es bietet einen sicheren Griff, sowohl mit Handschuhen als auch mit bloßen Händen, es fühlt sich angenehm klebrig an.

Je nachdem, wie dick (also wie weit überlappend) bzw. komfortabel man das Band gerne hätte, und wie breit der Lenker ist, kann es jedoch vorkommen, dass das 200 cm lange »712« zu kurz ist, um auch am Oberlenker weit genug wickeln zu können. Weitere kleine Einschränkung: Bei einem Band dieser Preisklasse hätte man schraubbare Endstopfen erwartet, zudem sind die beigelegten Klemmstopfen nur mit Mühe und Seifenwasser in den Lenker zu bekommen.

Brooks Lenkerband Baumwolle-Kork 2 mm

Die Lenkerbänder von Brooks sind ideal für alle, die ihrem Rad einen Retro-Look verpassen wollen, oder die ein Bartape suchen, das zu ihrem Ledersattel passt. Das getestete Natur-Band Brooks Lenkerband Baumwolle-Kork 2 mm hat eine zweischichtige Konstruktion: außen laminierte Baumwolle, dazu ein Kern aus Naturkork. Das Baumwollgewebe sorgt für Griffigkeit und Langlebigkeit, der Naturkork für Vibrationsabsorption und Komfort. Die Zusammensetzung ist 60 % Kork, 26 % Polyester und 14 % Baumwolle. Die Schicht aus Baumwolle ist sehr widerstandsfähig, lässt sich allerdings kaum dehnen. Das führt – wie bei allen wenig elastischen Bändern – beim Wickeln zu Kanten, die im Griff durchaus spürbar sind. Zudem hat die Baumwolloberfläche ein eigenes, typisches und nicht besonders weiches Griffgefühl.

Das Band ist zwei Millimeter dick und mit Radhandschuhen angenehm zu fahren. Wer meist ohne Handschuhe unterwegs ist und daher eine stärkere Polsterung bevorzugt, sollte Gelpads am Oberlenker installieren. Das Brooks-Band ist sehr strapazierfähig und sollte länger halten als synthetische Tapes. Da es ein nur wenig behandeltes Naturprodukt ist, wird das Lenkerband mit der Zeit eine Patina entwickeln. Zudem macht die helle Farbe Schmutz schneller sichtbar; allerdings lässt sich das Band durchaus gut reinigen (mehr dazu im Absatz »Pflege«).

Bei Nässe saugt sich das Gewebe naturgemäß mit der Zeit voll. Trotzdem bleibt es relativ griffig, ist jedoch mit Handschuhen angenehmer zu fahren. Allerdings benötigt es dann einige Zeit, bis es wieder trocken ist. Die Lenkerendstopfen sind aus echtem Gummi und farblich abgestimmt, selbstklebende Stoffstreifen sorgen für den Abschluss. Auch hier liegen zwei fertige Streifen zur Unterlage an den Bremsgriffen bei. Passend zum »natürlichen« Auftritt besteht der Karton aus Recycling-Pappe, mit Hinweisen zur korrekten Entsorgung.

Ritchey WCS Race Bar Tape 1,8 mm

Mit nur 1,8 Millimetern ist das Ritchey WCS Race Bar Tape 1,8 mm eines der dünnsten Lenkerbänder in unserem Test. Entsprechend direkt fällt das Fahrgefühl aus. Gerade auf glattem Asphalt gefällt uns das sehr gut. Das Band liegt angenehm in der Hand und bietet trotz geringer Dicke einen guten Grip. Die perforierte Oberfläche mit Ritchey-Prägung fühlt sich hochwertig an und unterstreicht den sportlichen Charakter.

Auf rauem Untergrund zeigen sich dann allerdings die Grenzen des dünnen Lenkerbandes. Unebenheiten und Vibrationen kommen deutlich stärker an den Händen an als bei den dickeren Bändern. Auch bei Nässe nimmt der Grip spürbar ab, geht aber nicht vollständig verloren. Während unserer nassen Testfahrt löst sich außerdem ein Abschlussband.

Bei der Montage zeigt sich das Ritchey unkompliziert. Das Material ist zwar nicht besonders dehnbar, lässt sich dank seiner geringen Dicke aber sauber um den Lenker und insbesondere um die Bremsgriffe führen. Auch Korrekturen sind möglich, wobei die Klebekraft beim erneuten Ansetzen etwas nachlässt. Die Endstopfen lassen sich problemlos einsetzen und sitzen während der Fahrt sicher. Wer wenig Polsterung und dafür ein möglichst direktes Rennradgefühl bevorzugt, findet im Ritchey WCS Race Bar Tape 1,8 mm eine interessante Alternative.

Wolf Tooth Supple Bar Tape 5 mm

Das Wolf Tooth Supple Bar Tape 5 mm fällt schon beim Auspacken aus dem Rahmen. Es besteht vollständig aus Silikon, ist satte fünf Millimeter dick und kommt ohne klassischen Klebestreifen aus. Trotz des ungewöhnlich voluminösen Materials lässt es sich im Test überraschend einfach wickeln. Das Silikon ist sehr flexibel, passt sich gut an den Lenker an und kann beim Wickeln beliebig neu angesetzt werden. Auch das Silikon-Abschlussband lässt sich kurzzeitig wieder lösen und neu fixieren. Damit ist das Wolf Tooth Supple Bar Tape beim Korrigieren sehr fehlerverzeihend.

Während der Fahrt bietet das dicke Silikonband eine außergewöhnlich starke Dämpfung. Vor allem auf schlechtem Asphalt werden Vibrationen sehr effektiv von den Händen ferngehalten. Auf glattem Untergrund ist uns die Polsterung teilweise sogar zu ausgeprägt. Das sehr weiche Band nimmt dem Lenker etwas von seinem direkten Gefühl. Dazu kommt der deutlich größere Griffumfang, der gerade für kleinere Hände schnell zu viel sein kann. An dieser Stelle sei aber auch erwähnt, dass wir auf einem Rennrad getestet haben. In jedem Fall ist das Supple Bar Tape an einem Gravelbike-Lenker am besten aufgehoben.

Trocken bietet das Band einen sehr guten Grip, ohne dabei das griffigste Band im Test zu sein. Bei wirklich nassem Silikon wird die Oberfläche spürbar rutschiger. Sobald das Band etwas abtrocknet oder kurz abgewischt wird, stellt sich der gute Grip allerdings schnell wieder ein. Einen weiteren Pluspunkt sammelt es bei der Pflege. Schmutz lässt sich mit Wasser und einem Lappen besonders unkompliziert entfernen. Damit ist das Wolf Tooth Supple Bar Tape eine ungewöhnliche und sehr komfortable Alternative für Fahrer, die maximale Dämpfung und ein kleberloses Lenkerband suchen.

Repente Corium 2,5 mm

Corium heißt Leder auf Lateinisch – doch das hellbraune Lenkerband Repente Corium 2,5 mm besteht aus synthetischen Materialien. Der italienische Sattel-Spezialist will damit Radfahrer ansprechen, die am Lenker eine klassische, natürliche Anmutung suchen, aber die Nachteile von Naturprodukten aus Leder oder Kork (empfindlich bei Nässe etc.) nicht akzeptieren wollen. Das Corium ist eine Kombination dreier Materialien mit besonderen Eigenschaften: Polyurethan, hier umweltfreundlich auf Wasserbasis, ist griffig, die Mikrofaser bringt Festigkeit und Ethylen-Vinyl-Acetat (EVA) hohes Dämpfungsvermögen. Die Oberfläche des Bands ist abriebfest und abwaschbar – zwei der Hauptvorteile gegenüber Lederbändern. Das PU-Äußere ist jedoch im Hinblick auf das Griffgefühl nicht mit Leder vergleichbar, vor allem ohne Handschuhe und bei Hitze bzw. wenn man an den Händen schwitzt.

Die Dämpfung ist durch die 2,5-mm-EVA-Schicht gut. Im Hinblick auf Wickeln gehört das Corium zu den am einfachsten zu verarbeitenden Lenkerbändern in diesem Test. Die Standarddicke von 2,5 mm hilft dabei, das Band hat aber auch genug Stretch, um eine glatte, saubere Wicklung auch in den Biegungen des Lenkers und an den Bremsen zu erreichen. Die beiden Schraub-Endkappen spreizen sich fest in den Lenker, das schwarze Logo-Abschlussband haftet gut. Insgesamt ein hochwertiges, bequemes Band mit dem Look, aber nicht dem Feel von Leder. Wer sich die Wetterempfindlichkeit von Leder nicht antun will, fährt mit dem Corium jedoch gut.

Fizik Tempo Microtex Classic 2 mm

Das Lenkerband Fizik Tempo Microtex Classic 2 mm des italienischen Ergonomie-Spezialisten besteht aus drei Schichten: Bondcush, ein geschäumter Polymer-Schaum, absorbiert Vibrationen und sorgt für Fahrkomfort. Microtex, ein atmungsaktives Material als nächste Lage, kombiniert diesen Komfort mit Strapazierfähigkeit. Soft Touch als Oberfläche ist matt und feuchtigkeitsabsorbierend, mit einer angenehmen Haptik. Das angeraute Material verhindert das Rutschen der Hände bei Feuchtigkeit und Nässe, zudem ist es abwaschbar. Der Look ist vor allem durch die Perforation recht klassisch, zumal die Oberfläche ein wenig an Leder erinnert.

Die Gesamtstärke beträgt zwei Millimeter, der daraus resultierende Komfort ist erstaunlich hoch. Dabei ist der Grip für ein relativ weiches Band ziemlich gut, auch bei Nässe. Mit Handschuhen gefahren bietet es genug »Klebrigkeit« für gute Kontrolle. Das Band hat (wie die meisten anderen im Test auch) einen selbstklebenden Streifen in der Mitte. Bei der Montage ist das Tempo jedoch nicht sonderlich flexibel: Man muss es wirklich festziehen, vor allem um die Biegungen des Lenkers herum und an den Bremsgriffen, damit sich keine Lücken bilden – also nicht unbedingt ein Band für »Wickel-Einsteiger«.

Gusti Leder Fausto C Echtleder 1,2 mm

Gusti ist ein 2009 von dem deutschen Studenten Christian Pietsch gegründeter Importeur von Lederprodukten aus Indien, Pakistan und Italien. Gusti hat viel Fahrrad-Zubehör im Programm, neben Sätteln, Gepäckträger-, Rahmen-, Lenker- und Satteltaschen auch Griffe und Lenkerbänder. Das Gusti Fausto C Echtleder 1,2 mm ist ein chromgegerbtes Band aus Büffelleder, mit Öl und Wachs behandelt, und in vier Farben zu haben: neben Natur-Braun, Schwarz und Weiß auch in einem hellen Türkis. Das Band ist selbstklebend und perforiert, mit nur 1,2 mm Stärke allerdings recht dünn. Wer Komfort will, nimmt als erste Lage ein dünnes Schaumstoffband oder klebt am Oberlenker Gelpads darunter.

Leder hat ein wenig Elastizität, sodass sich das Band durchaus gut wickeln lässt. Gusti liefert zwei kurze Lederstreifen zum Wickeln an den Bremsgriffen mit. Die Abschlussstopfen sind aus Kork und Holz – passt zum »natürlichen« Auftritt, ist aber stärker witterungsempfindlich als Kunststoff. Im Vergleich zu anderen Lederbändern ist das Gusti recht preiswert, da Pietsch alle seine Produkte direkt ohne Zwischenhändler importiert. Achtung: »Fausto C« gibt es auch in 80 und 160 cm Länge; wer seinen Rennlenker bis zum Oberlenker umwickeln will, braucht die Version mit 200 cm.

Urban Zweirad Basic Lenkerband 3 mm

2016 haben der Hamburger Anthony Carstensen und sein Kumpel Mark Stolzenberg den Online-Shop »Urban Zweirad« gestartet, spezialisiert auf urbanes Rad-Zubehör wie coole Rucksäcke, schicke Wandhalterungen, Schlösser und Effekt-Spray in Dosen, um sein Bike neu zu gestalten. Das Lenkerband Urban Basic Lenkerband 3 mm  ist aus Ethylen-Vinyl-Acetat (EVA) und in zwölf Farben und fünf Camo-Versionen zu haben.

Es ist drei Millimeter stark und somit gut dämpfend, zudem sehr elastisch und daher gut zu wickeln. Allerdings haftet der Klebestreifen relativ stark, sodass man beim Ablösen nach einem Wickel-Fehler vorsichtig sein muss, um das Band nicht zu beschädigen. Wie bei allen EVA-Bändern ist der Grip ohne Handschuhe trocken gut, bei Nässe weniger – dann sind Handschuhe ratsam. Das Band kommt mit zwei Finishtapes und geschraubten Endkappen – eine absolute Ausnahme in der unteren Preisklasse; sogar der passende Innensechskantschlüssel ist dabei.

Sram SuperCork 3 mm

Das Sram SuperCork 3 mm ist ein komfortables, drei Millimeter dickes Lenkerband aus Ethylen-Vinyl-Acetat-Copolymer (so die genaue chemische Bezeichnung, kurz Evac) mit einer Beimischung von etwas Kork. Das Band des amerikanischen Fahrradkomponenten-Herstellers Sram ist zu haben in fünf Farben (schwarz, weiß, rosa, gelb, blau) und günstig. Es ist selbstklebend, reißfest und stabil beim Wickeln. Dabei ist es nicht zu stark haftend, sodass es sich bei Wickelfehlern wieder problemlos abziehen lässt.

Die drei Millimeter Stärke ergeben einen bequemen, dabei durchaus rutschsicheren Griff bei Trockenheit. Wird das Band nass, sind wie bei allen EVA-Lenkerbändern Handschuhe ratsam, vor allem wenn es sich bei längerer Nässe vollgesogen hat. Das Abschlussband ist etwas kurz, dafür legt Sram zwei fertig zugeschnittene Abschnitte zur Unterlage an den Schalt-Brems-Hebeln bei. Üblich ist das in dieser Preisklasse nicht, normalerweise schneidet man die benötigten Streifen (ca. zehn cm) selbst vom Band ab. Die Lenkerstopfen (bzw. das »S« darauf) sind reflektierend, sie werden allerdings gesteckt – bei Lenkerbändern dieses Preisbereichs jedoch üblich.

BBB RaceRibbon BHT-01 2,5 mm

BBB Cycling ist ein Rad-Komponenten-, Zubehör- und Bekleidungshersteller, den die niederländischen Profis Chris Koppert und Frank Moons nach Ende ihrer Radsport-Karrieren gegründet haben; viele ihrer Produkte werden in einer eigenen Entwicklungsabteilung konzipiert. Wir haben das RaceRibbon BHT-01 2,5 mm getestet.

Für unter zehn Euro erhält man ein solides, 2,5 mm starkes EVA-Band, gut zu wickeln, mit extra Abschnitten für die Bremsgriffe und simplen Plastik-Endstopfen. Die Dämpfung und damit der Komfort sind der Dicke entsprechend ordentlich, dito der Grip – allerdings nicht bei Nässe (wie bei allen EVA-Bändern ohne extra Außenschicht). Dann sind Radhandschuhe empfehlenswert; trocken geht’s durchaus gut ohne. Für Schönwetterfahrer ideal, im Hinblick auf Preis-Leistung eindeutig vorn.

Van Rysel Lenkerband EDR

Van Rysel nennt sich die Rennradmarke des französischen Sportfilialisten Decathlon. Dessen Eigenmarken sind bekannt für sehr niedrige Preise. Das Lenkerband aus der Reihe »EDR« ist ein sehr einfaches EVA-Tape, zwei Millimeter dick, zu haben in Schwarz oder Weiß. Das Van Rysel EDR ist mit 210 Zentimetern auch für breitere Lenker ausreichend lang, es kommt mit Plastik-Klemmstopfen und zwei Abschnitten für  die Bremsgriffe. Letzteres ist bei einem Preis von gerade mal zehn Euro eine Ausnahme. Das Schaumstoffband ist dick genug, um komfortabel zu sein. Bei Nässe ist der Grip materialbedingt allerdings nicht mehr besonders gut, besser geht’s dann mit Handschuhen. Ist es länger nass, saugt sich das Band recht voll und benötigt dann seine Zeit, um wieder zu trocknen. Der einfache Aufbau und der Preis prädestinieren das EDR dazu, als komfortbringende Unterlage für dünne Textil- oder Lederbänder zu dienen (etwa beim Gusti Fausto).

Cinelli Classic Road Cork 2,5 mm

Die italienische Fahrradmarke Cinelli setzt mit ihrem Cinelli Classic Road Cork 2 mm auf die klassische Kombination aus EVA-Schaum und Kork. Das matte, leicht strukturierte Material vermittelt ein traditionelles Lenkerbandgefühl und lässt sich insgesamt unkompliziert wickeln. Beim Neuansetzen kann das Band problemlos noch einmal korrigiert werden, allerdings verliert der Klebestreifen dabei etwas an Haftung. Im Bereich der Bremshebel lässt es sich trotz seiner Elastizität nicht ganz so sauber verarbeiten wie einige der moderneren Bänder im Test.

Auf trockenem Asphalt bietet das Cinelli Classic Road Cork einen ordentlichen Grip, bleibt im direkten Vergleich allerdings hinter der Konkurrenz zurück. Je nach Untergrund haben wir bei der Testfahrt gelegentlich das Gefühl, mit den Händen etwas nachgreifen zu müssen. Bei Nässe bleibt der Halt zwar bestehen, das griffige und leicht klebrige Gefühl moderner PU- oder Silikonoberflächen fehlt dem Korkband jedoch.

Auch bei der Dämpfung kann das Cinelli Classic Road Cork nicht mit den stärkeren Kandidaten mithalten. Auf glattem Asphalt ist der Komfort noch angenehm, Unebenheiten, Bodenwellen und Vibrationen werden aber vergleichsweise wenig abgedämpft. Damit liefert es bei der Dämpfung eines der schwächsten Ergebnisse im Test. Schmutz und Staub lassen sich zwar gut mit Wasser und einem Lappen entfernen, das Korkmaterial macht dabei jedoch einen empfindlicheren Eindruck als die synthetischen Oberflächen der Konkurrenz. Die Endstopfen lassen sich dagegen einfach einsetzen und sitzen während der Fahrt zuverlässig fest.

So haben wir getestet

Im Test bewerten wir zunächst Material, Qualität und Verarbeitung der Lenkerbänder, einschließlich der Lenkerstopfen und Abschlussbänder. Berücksichtigt werden dabei unter anderem Dicke, Haptik, ausreichende Bandlänge und Passform der Stopfen. Auch Umweltaspekte fließen in die Bewertung ein – etwa bei der Verpackung. Positiv bewerten wir die Verwendung von Recyclingmaterial und Hinweise zur Entsorgung.

 Test: Lenkerbaender Gruppenbild
Alle getesteten Lenkerbänder im Update 08/2026.

Im Anschluss erfolgt die Bewertung der Montage. Dabei prüfen wir, wie gut sich das Band wickeln lässt, wie gut es haftet und wie die Stopfen sitzen.

Abschließend testen wir alle Lenkerbänder in der Praxis – typischerweise auf längeren Fahrten, mit und ohne gepolsterte Radhandschuhe. Entscheidende Kriterien sind dabei Dämpfung, Komfort und Griffsicherheit – auch bei Nässe oder verschwitzten Händen.

1 von 4
Lenkerband Test: P1420374neu
Für einen direkten Vergleich wurden jeweils zwei Bänder auf einem Lenker gefahren.
Lenkerband Test: Wicklp1420283
Wie gut lässt sich das Band wickeln? Ein wichtiges Kriterium im Test.
Lenkerband Test: Nassp1420359neu
Auch der Grip bei Nässe wurde getestet.
Lenkerband Test: Brooks Stopfen
Sind die Lenkerstopfen gesteckt oder mit Schraubklemmung?

Der Nässetest erfolgt aus Sicherheitsgründen in zwei Etappen. Zum einen werden die Lenkerbänder noch vor Fahrtantritt mit einer Sprühflasche angefeuchtet, um den Grip im Stand zu testen und einen ersten Eindruck zu bekommen. Lässt die Haftung hier nicht schon vollkommen nach, folgt die zweite Etappe während der Fahrt. An dieser Stelle sei erwähnt, dass keines der getesteten Lenkerbänder bei Nässe so schlecht abschneidet, dass es nicht noch in der zweiten Etappe getestet wird. Hier wird das Band während der Testfahrt nass gemacht und erneut der Grip bei ebenem und unebenem Untergrund geprüft.

Die wichtigsten Fragen

Welches Lenkerband ist das beste?

Das beste Lenkerband für die meisten ist das Lizard Skins DSP V2 2,5 mm, mittlerweile in einer neuen Version mit einem weicheren Polymer am Markt. Es bietet hohen Komfort durch sehr gute Dämpfung, ist zudem sehr griffig und gut zu wickeln. Es gibt aber weitere empfehlenswerte Modelle in unserem Test.

Worauf sollte man bei einem Lenkerband achten?

Das Lenkerband ist mitentscheidend für Komfort, Fahrgefühl und Griffigkeit. Aber auch das Aussehen und der Stil spielen eine Rolle. Für die richtige Wahl ist es wichtig, zu überlegen, worauf man besonderen Wert legt. Wer oft auf langen Strecken, oft auf ruppigem Untergrund oder meist ohne Radhandschuhe unterwegs ist, nimmt ein dickeres Band (ab 3 mm), das besser Vibrationen absorbiert.

Wie wickelt man ein Lenkerband?

Ein Lenkerband wird von unten nach oben (also beginnend am Lenkerende) und von außen nach innen gewickelt. Einige Hersteller haben Anleitungen auf den Verpackungen abgedruckt, oder auch QR-Codes, die zu Videos zum Wickeln führen. Ein gutes Video des Rennrad-Magazins „Tour“ findet sich hier.

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