Rennradfahren ist im Trend – das schnelle Dahingleiten auf der Straße macht nicht nur Spaß, es verbessert auch die Fitness und man lernt auf seinen Touren schöne Landschaften kennen. Dass die Sicherheit dabei nicht zu kurz kommen darf, versteht sich von selbst: Wer ein Rennrad kauft, sollte dazu immer auch einen Helm anschaffen.
Wer Rennrad und Helm schon hat, darf nicht vergessen: Ein Radhelm hält nicht ewig. Je nachdem, wie viel man fährt und wie lange das gute Stück dabei der Sonne bzw. der UV-Strahlung ausgesetzt ist (das lässt die Kunststoffe stärker altern), sollte der Helm spätestens fünf bis sieben Jahre nach dem Kauf gegen einen neuen getauscht werden. Nach einem Sturz selbstverständlich sofort.
Wer sich auf dem Markt umsieht, dem fällt auf, wie stark die Preise für Rennradhelme variieren – je nach Marke, Modell und Funktionen. Gute Einsteiger-Helme sind bereits ab 50 Euro zu haben, High-End-Modelle können mehrere hundert Euro kosten. Damit auch Ihr Kopf ganz leicht seinen »Deckel« findet, haben wir 32 Rennradhelme getestet. Hier sind unsere Favoriten in der Kurzübersicht.
Kurzübersicht
Uvex Surge Aero Mips

- Hoher Tragekomfort
- Abnehmbares Aero-Cover
- Angenehme Polsterung
- Reflektoren am Heck
- nicht besonders leicht
Uvex präsentiert mit dem Surge Aero Mips einen auf Geschwindigkeit getrimmten Rennradhelm, der mit einem abnehmbaren Aero-Cover, einem klassischen Look und hohem Tragekomfort überzeugt. Das 3D-IAS-Pro-System sorgt für eine schnelle, unkomplizierte Größenanpassung, die Reflektoren am Heck für zusätzliche Sicherheit. Dafür muss man etwas tiefer in den Geldbeutel greifen. So richtet sich der Surge Aero Mips an ambitionierte Rennradfahrer, die einen Helm sowohl für schnelle Touren als auch für heißere Tage suchen.
POC Ventral Air Mips

- Sehr leicht
- Tolle Belüftung
- Mips
- Auffälliges Design
- Teuer
Der POC Ventral Air Mips ist ein sehr schicker, auffälliger Helm mit guter Passform und einem einfachen Einstellsystem. POC war vor rund 20 Jahren Pionier in Sachen Mips, hier ist das Sicherheitssystem ins Polster integriert. Der Ventral Air ist sehr gut belüftet, auch bei niedrigen Geschwindigkeiten wie etwa auf langen Anstiegen. Ein schönes Stück Design, das man gerne aufsetzt und das auch auf langen Strecken keine Probleme bereitet.
Giro Eclipse Pro

- Hoher Tragekomfort
- Für einen Aero-Helm sehr gute Belüftung
- Mips Spherical
- Crash Replacement
- Teuer
Der Giro Eclipse Pro ist ein echter Profi-Aero-Helm, gefahren von mehreren Tour-de-France-Siegern. Er kommt mit gutem Komfort, effektiver Belüftung auch bei niedrigeren Geschwindigkeiten, dem Hi-End-Sicherheitssystem Mips Spherical, geringem Gewicht und ansprechendem Design. Das alles hat seinen Preis – im Fall des Eclipse nach unserer Meinung allerdings durchaus gerechtfertigt. Damit richtet sich der Helm an ambitionierte Rennradfahrer, die selbst das eine oder andere Rennen fahren wollen.
Endura FS260 Pro II Mips

- Hoher Tragekomfort
- Gute Belüftung
- Leicht
- Mips
- Crash Replacement
- fummelige Bänder-Anpassung
Der Endura FS260 Pro II Mips ist ein leichter und günstiger Helm für Hobby-Rennradfahrer und -Gravelbiker, mit Fokus auf guter Belüftung, hoher Sicherheit und viel Komfort. Zu einem sehr attraktiven Preis gibt’s zudem das Sicherheitssystem Mips und im Fall eines Unfalls einen »Crash-Replacement«-Service mit 50 Prozent Rabatt. Wer auf Mips verzichten kann, bekommt den FS260 Pro in ansonsten identischer Ausführung nochmal günstiger.
Vergleichstabelle
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- Hoher Tragekomfort
- Abnehmbares Aero-Cover
- Angenehme Polsterung
- Reflektoren am Heck
- nicht besonders leicht

- Sehr leicht
- Tolle Belüftung
- Mips
- Auffälliges Design
- Teuer

- Hoher Tragekomfort
- Für einen Aero-Helm sehr gute Belüftung
- Mips Spherical
- Crash Replacement
- Teuer

- Hoher Tragekomfort
- Gute Belüftung
- Leicht
- Mips
- Crash Replacement
- fummelige Bänder-Anpassung

- Hoher Tragekomfort
- Hohe Sicherheit (Waben + Mips)
- Schale hinten tief heruntergezogen
- Crash Replacement
- Brillen-Unterbringung nicht ideal

- Hoher Tragekomfort
- Sehr gute Belüftung
- Leicht
- Mit Transportbeutel
- Crash Replacement
- Teuer

- Hoher Tragekomfort
- Leicht
- Gute Anpassung
- Mips
- Crash Replacement
- langer Kinnriemen
- Brillen-Unterbringung nicht ideal

- Auch für größere Köpfe geeignet
- Integriertes Rücklicht
- Tolle Aerodynamik
- Mips
- Schwer
- teuer

- Hoher Tragekomfort
- Gute Belüftung
- Leicht
- Sehr gute Größenanpassung
- Magnetverschluss
- kein Rotationssystem

- Hoher Tragekomfort
- Gute Belüftung
- Gute Passform
- Mips
- Teuer

- Top Aerodynamik
- Ausgezeichnete Polsterung
- Fein justierbar
- Mips
- gutes Verstellsystem (IAS)
- Teuer

- Gute Belüftung
- schnelle Anpassung durch »HiBar«
- Mips
- gute Brillen-Garage
- mit Transportbeutel
- Teuer
- »HiBar« etwas starr

- Gute Anpassung
- Rotationssystem
- mit Transportbeutel
- Crash Replacement
- Brillen-Unterbringung nicht ideal
- Schwer
- teuer

- Hoher Tragekomfort
- Gute Belüftung
- Crash Replacement
- Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
- kein Rotationssystem

- Hoher Tragekomfort
- Gute Belüftung
- Mips
- nicht besonders leicht

- Hochwertige Verarbeitung
- Aero-Cover
- Magnetverschluss
- Mips
- Crash Replacement
- Schwer
- Teuer

- Hochwertige Verarbeitung
- Gute Belüftung
- Sehr leicht
- Crash Replacement
- Ohrenriemen nicht verstellbar
- Teuer

- Guter Schutz für den Hinterkopf
- Gute Belüftung
- Unkomplizierter Ratschenverschluss
- Etwas klobig

- Toller Sitz
- Geringer Luftwiderstand
- Mips
- kompatibel für Sturz-Sensor (ANGi)
- Crash Replacement
- Sehr teuer

- Sehr gute Größenanpassung
- Großflächige Reflektoren
- integrierter digitaler Notfallausweis
- Mips
- Crash Replacement
- Schwer
- Teuer

- Verstellsystem mit Seilzug
- Komfortable Polsterung
- Crash Replacement
- Günstig
- Kein Fliegengewicht

- Hoher Tragekomfort
- Transport-Box
- optionales Visier
- Crash Replacement
- Anpassung fummelig
- Riemen am Ohr nicht einstellbar
- höheres Gewicht

- Hoher Tragekomfort
- Mips
- Insektengitter
- Crash Replacement
- nur eine Größe
- Riemen am Ohr nicht einstellbar

- Angenehme Polsterung
- Mips
- Günstig
- Schwer

- Gute Verarbeitung
- Leicht
- Crash Replacement
- Günstig
- Ohrriemen nicht einstellbar
- Etwas klobiges Design

- Hochwertige Verarbeitung
- Mips
- Packsack
- Günstig
- Schwer

- Sehr leicht
- Verstellsystem mit Seilzug
- Umfangreich verstellbarer Kinnriemen
- Crash Replacement
- Teuer

- Hoher Tragekomfort
- Sicherer Halt
- Gute Aerodynamik
- Crash Replacement
- Belüftung könnte besser sein
- Schwer
- Teuer

- Ansprechende Verarbeitung
- Nicht nur für Rennrad geeignet
- Mips
- Günstig
- Drückt seitlich
- Schwer

- Hochwertige Verarbeitung
- Crash-Sensor
- Gute Passform
- Unkomplizierter Ratschenverschluss
- Etwas klobiges Design
- Nicht ganz leicht
- Belüftung könnte besser sein
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Schnittiger Schutz: Rennradhelme im Test
Rennradfahren gehört zu den Königsdisziplinen im Radsport. Rennräder sind flink, schlank, leicht und oft sehr hochwertig. Und die Geschwindigkeiten, die beim Rennradfahren erreicht werden, kommen beim alltäglichen Radfahren kaum vor: 40, 60 km/h oder sogar mehr sind keine Ausnahmen. Da gilt natürlich: Safety first – niemals ohne Helm fahren! Aber was unterscheidet einen Rennradhelm von anderen Radhelmen, etwa für Mountainbiking oder den Alltag?
Rennradhelme müssen in erster Linie Sicherheit bieten, auch bei höheren Geschwindigkeiten. Rennradler haben aber noch weitere Anforderungen an ihren Helm: Er soll möglichst leicht sein, und die Belüftung darf nicht zu kurz kommen. Auf dem Rennrad kommt man schließlich recht schnell ordentlich ins Schwitzen.
Welche Helmarten gibt es?
Mountainbike-Helme sind vorne in der Regel mit einem Schirm ausgestattet, um den Fahrer besser vor Sonne, Schmutz oder kleinen Steinen zu schützen – auf Trails geht es schließlich öfter mal rustikaler zu. Auch hier ist gute Belüftung wichtig, gerade wenn man längere Bergauf-Passagen fährt. Wer hingegen häufiger auf rasanten Downhill-Trails oder im Bikepark unterwegs ist, sollte über einen Fullface-Helm (mit zusätzlichem Kinnbügel) nachdenken, der das Gesicht besser schützt.
Für Pendler, Wochenendausflügler und Citybiker reicht ein normaler Fahrradhelm. Sie sind weniger sportlich abgestimmt und verzichten daher oft auf High-Tech im Hinblick auf Belüftung oder Aerodynamik. Stattdessen liegt der Fokus eher auf einem guten Tragekomfort und einem schicken, urbanen Look. Sinnvoll sind hier Extras wie Reflektoren oder sogar ein Rücklicht, damit man im Verkehr besser gesehen wird. Auch für E-Biker sind solche Helme ideal.
Alle Fahrradhelme auf dem europäischen Markt müssen ein CE-Prüfzeichen haben und der Sicherheitsnorm DIN EN 1078 entsprechen. Das heißt aber noch nicht, dass jeder Helm absolut sicher ist. Für die Erfüllung der Norm werden Helme nämlich nicht bei den hohen Geschwindigkeiten getestet, die man auf dem Rennrad ja durchaus erreicht. Wer sich besonders für das Thema Sicherheit interessiert, sollte sich die Netzseiten des Virginia-Tech-Instituts anschauen, dessen Helmtests von vielen Experten als Goldstandard angesehen werden.
Welche Rolle spielt die Aerodynamik?
Ein Kriterium, das auch viele Freizeit-Rennradler bei Helmen mittlerweile für bedeutsam halten, ist die Aerodynamik. Bei den Profis seit längerem unverzichtbar, hat sich das Thema Aero inzwischen nicht nur bei Amateur-Rennradlern, sondern auch am Markt verbreitet. Mit dem Label Aero verkaufen sich Rennräder, Helme, Bekleidung und sogar Socken offensichtlich recht gut.
Welche Rolle spielt die Aerodynamik bei Rennradhelmen nun wirklich? Hier kommt es sehr darauf an, wie ambitioniert man ist, oder besser gesagt: wie schnell man fährt. Unter 25 km/h hat der Luftwiderstand nur einen geringen Anteil am Energieverbrauch. Ein Aero-Helm bringt im unteren Geschwindigkeitsbereich daher im Vergleich zu einem »normalen« nur wenige Watt an Einsparung. Interessant wird es ab 30 km/h, dann muss der Fahrer bereits rund drei Viertel der eingesetzten Leistung nur zum Überwinden des Luftwiderstands verwenden. Der steigt nämlich quadratisch zur Geschwindigkeit: Wird sie verdoppelt, vervierfacht sich der Luftwiderstand.
Bei 50 km/h spart ein Aero-Helm rund 25 Watt
Je schneller man also fährt, umso mehr Leistung kann man mit einem guten Aero-Helm einsparen, wie Windkanal-Versuche (z. B. von CyclingNews oder RennRad) gezeigt haben: Bei 30 km/h um fünf Watt, bei 40 km/h bis zu zehn Watt, bei 50 km/h bis zu 17 Watt. In Zeit umgerechnet kann ein Aero-Helm dann über eine (flache) Strecke von 50 Kilometern den Fahrer um bis zu 35 Sekunden schneller machen – bei konstant 50 km/h, wohlgemerkt. Kleine Info am Rande: Eine stärker aerodynamisch ausgerichtete Sitzposition – Hände am Unterlenker, Oberkörper tiefer, Beine und Ellbogen enger – kann bei 50 km/h bis zu 150 Watt sparen (je nach Größe und Statur).
Zurück zu den Aero-Helmen selbst: Hier sind zu viele Lüftungskanäle negativ, weil sie den Luftwiderstand erhöhen. Ein Aero-Helm ist also weniger gut belüftet als die meisten klassischen Helme – bei Hitze wird das schnell relevant. Gleichzeitig prädestiniert diese Eigenschaft aerodynamische Helme aus unserer Sicht für die kühle Übergangszeit im Frühjahr und Herbst: Weniger Lüftungsöffnungen lassen weniger kalte Luft an den Kopf.
Aber es gibt auch beide Welten in einem Helm – gute Belüftung und mehr Aerodynamik. Einige Hersteller bieten Helme mit großen Lüftungsschlitzen an, die bei Bedarf mit einem eigenen Aero-Cover abgedeckt werden können, etwa in unserem Test der Uvex Surge Aero Mips und der Sweet Protection Falconer Aero 2Vi Mips.

Was genau ist eigentlich »Mips«?
Immer mehr Helme (auch in unserem Test) tragen den Zusatz »Mips« im Namen. Das steht für »Multi-Directional Impact Protection System« – ein Schutzsystem in der Helm-Innenschale, das den Fahrer vor allem bei einem schrägen Aufprall des Kopfes besser schützen soll. Das System wurde von Ingenieuren und Neurochirurgen des KTH Royal Institute of Technology an der Universität Stockholm entwickelt. Daraus entstand ein eigenes Unternehmen, das mittlerweile die Helme von über 150 Herstellern weltweit mit Mips ausstattet.
In Crash-Tests dominieren
Helme mit Mips
Wie funktioniert Mips? Ausgangspunkt waren die Erkenntnisse der Neurochirurgen im schwedischen Entwickler-Team, dass vor allem Gehirnerschütterungen durch Drehbewegungen des Gehirns im Schädel entstehen. Die zusätzliche, leicht bewegliche Mips-Innenschale im Helm soll die Krafteinwirkung auf das Gehirn verringern, die bei einem plötzlichen Stopp einer Rotationsbewegung auftritt, also bei einem Aufprall infolge eines Sturzes. Das Konzept scheint auch in der Praxis zu funktionieren: In den Tests des oben genannten Virginia Tech Institute finden sich unter den 51 aktuell mit fünf Sternen bewerteten Helmen nur fünf ohne Mips.
Im Jahr 2020 präsentierten Mips und Giro eine erste, flächig in die Polsterung integrierte Version des Systems, genannt Air. Zusammen mit Scott wurde dann Mips Integra entwickelt, wo sich das System direkt im EPS-Schaum des Polsters befindet. Aktuell letzte Ausbaustufe des Schutzsystems ist Air Node, derzeit in Helmen von Giro (Eclipse Pro) und Canyon (Disruptr) verbaut (mehr dazu in den ausführlichen Produktbesprechungen). Hier ist die Gleitschicht durch kleine, klettartige Verbindungen (Nodes) mit dem Polster verbunden. Die lösen sich beim Aufprall, dadurch kann sich das Polster verschieben.
Manche Produzenten haben ähnliche eigene Sicherheitssysteme entwickelt. Beispiele sind KinetiCore des belgischen Herstellers Lazer und WaveCel bei Helmen der amerikanischen Marken Trek und Bontrager.
Worauf muss man bei Größe und Passform achten?
Leider gibt es auch bei Rennradhelmen keine wirklich einheitlichen Größen. Wem bei einem Hersteller M passt, der benötigt bei einem anderen Helm vielleicht L. Daher sollte man beim Kauf nicht nur auf die Größen XS bis XL achten, sondern immer auch die zugehörigen Zentimeterangaben anschauen. Die beschreiben den Kopfumfang und liegen bei Fahrradhelmen für Erwachsene in der Regel zwischen 48 und 62 Zentimetern.
Nicht jeder Rennradhelm passt zu jedem Kopf – auch wenn man die richtige Größe hat. Daher sollte man einen Helm immer zur Probe tragen, am besten nicht nur für ein paar Minuten, sondern über einen längeren Zeitraum. Beim Online-Kauf wichtig: Darauf achten, dass man ihn gegebenenfalls zurückschicken kann (in OVP und mit allen Etiketten).
Um den Kopfumfang herauszufinden, setzt man ein Maßband (oder auch eine Schnur) etwas oberhalb der Ohren an. Es soll knapp über den Augenbrauen verlaufen und auch am Hinterkopf immer auf der gleichen Höhe bleiben.
Jeder Helm hat Einstellmöglichkeiten, damit er wirklich perfekt sitzt: In der Regel Schnallen an den Gurtbändern und ein Drehrad am Hinterkopf. Mit dem Letzteren kann man den Helm etwas weiter oder enger machen, bis er den Kopf sicher umschließt, ohne dabei zu drücken. Der Helm sollte, wenn man den Kopf bewegt, nicht verrutschen, auch mit offenem Kinnriemen.
Ist das der Fall, schließt man die Gurtbänder unter dem Kinn und zieht das rechte Band so weit an, dass die Bänder gut anliegen, aber nicht zu straff. Wichtig: Der Kinnriemen darf sich nicht über das Kinn ziehen lassen. Anderenfalls ist er zu locker, der Helm kann bei einem Sturz unter Umständen vom Kopf gerissen werden.
Und noch ein kleiner Tipp am Rande: Vielleicht ist Ihnen auch schon mal aufgefallen, dass Rad-Profis ihre Brillen immer mit den Bügeln über den Helmbändern tragen. Warum? Im Fall eines (bei den Profis leider nicht seltenen) Sturzes fliegt die Brille weg und kann so beim Aufprall nicht am Kopf zersplittern und zu Verletzungen führen.
Schutz vor Regen, Sonne und Kälte
Zum Sitz des Helms: Die Oberkante sollte sich einen guten Finger breit über den Augenbrauen befinden, damit auch die Stirn ausreichend geschützt ist. Insgesamt muss der Helm möglichst waagerecht auf dem Kopf sitzen. Bei einem gut passenden Rennradhelm bilden sich auch auf einer mehrstündigen Ausfahrt keine Druckstellen am Kopf. Denn mit Radhelmen ist es wie mit Kleidungsstücken: Wenn sie nicht bequem sitzen, zieht man sie nicht an. Daher ist guter Tragekomfort essenziell wichtig.
Unser Favorit
Uvex Surge Aero Mips

- Hoher Tragekomfort
- Abnehmbares Aero-Cover
- Angenehme Polsterung
- Reflektoren am Heck
- nicht besonders leicht
Der Uvex Surge Aero Mips richtet sich an ambitionierte Freizeit-Rennradler und (Halb-)Profis, das macht schon die UVP von rund 230 Euro klar. Getestet haben wir den in Weiß ausgelieferten Helm während eines Radrennens mit 115 Kilometern und 2350 Höhenmetern – perfekte Testverhältnisse für den windschnittigen Aero-Helm!
Apropos windschnittig: Der Surge Aero wird mit einem Cover ausgeliefert, das sich mit wenigen Handgriffen abnehmen lässt. Der Helm verwandelt sich so vom mit rund 390 Gramm relativ schweren, aerodynamisch gestalteten Helm im Nu zu einem nun gut 300 Gramm leichten, sehr gut belüfteten Rennrad-Allrounder für heißere Tage.
Nach unserem Rennen können wir sagen: Wir haben uns sicher und wohl gefühlt! Nach dem Anstieg bis auf knapp 1.700 Meter hinauf (und damit bis zur an diesem Tag sehr niedrig liegenden Schneegrenze) waren wir froh, für die kühle Abfahrt das Helm-Cover montieren zu können.
Dass Uvex den Helm, wie das Unternehmen auf seiner Website schreibt, zusammen mit Profi-Teams entworfen hat, merkt man ihm an. Der Surge macht einen überaus soliden und dabei angenehm unprätentiösen Eindruck. Positiv hervorzuheben ist zudem die kratzunempfindliche, matte Oberfläche. Wer seine Ausrüstung nicht immer mit Samthandschuhen anfassen mag, findet im Surge Aero Mips jedenfalls einen sehr soliden, langlebigen Begleiter für neue Bestzeiten.
Uvex Surge Aero Mips im Testspiegel
Das Radsport-Portal veloMotion hat den Surge Aero getestet – und war sehr angetan von der Sicherheit, dem Komfort und von der variablen Aerodynamik:
The Uvex Surge Aero Mips is a well-designed racing bike helmet that meets high standards in terms of safety, comfort and aerodynamics. With its flexible 2-in-1 concept thanks to the aero cover and the reliable Mips system, it offers an excellent solution for ambitious racing cyclists. Although the weight is a little higher (…) this is more than compensated for by the outstanding fit and the versatile application options.
Auch das britische Portal CyclingNews hatte den Surge im Test. Der Tester Josh Croxton mochte die sehr gute Belüftung, den Komfort und das »Dual-Use«-Konzept mit dem Aero-Cover, vor allem bei Kälte. Weniger begeistert war er vom Gewicht.
A comfortable and stylish road helmet that’s extremely well-vented, with the add-on aero shell helping in cold weather. A really nice helmet to wear but (…) quite heavy with aero shell.
Die Stiftung Warentest hat bisher keine Rennradhelme getestet. Sollten weitere interessante Testberichte erscheinen, werden wir die Ergebnisse an dieser Stelle nachtragen.
Weitere Empfehlungen
POC Ventral Air Mips

- Sehr leicht
- Tolle Belüftung
- Mips
- Auffälliges Design
- Teuer
Schon beim ersten Blick macht der Ventral Air Mips von POC deutlich: Hier kommt etwas Besonderes. Unser Testhelm wird in »Fluorescent Orange AVIP« geliefert, einem so leuchtenden Orange, dass es (fast) nicht mehr leuchtender geht. AVIP steht übrigens für »Attention, Visibility, Interaction und Protection« – Aufmerksamkeit ist garantiert.
Der POC Ventral Air Mips ist jedoch nicht nur auffällig, sondern auch sehr luftig konstruiert – im Gegensatz zu vielen anderen Rennradhelmen verfügt er über eine große Anzahl an Lüftungsschlitzen, die auch während langer Anstiege bei hohen Temperaturen für angenehmen Luftzug sorgen. So soll die Luftzufuhr, wie POC schreibt, bei hohen als auch bei niedrigen Geschwindigkeiten gesteuert und eine »hervorragende Kühlwirkung« am Kopf erreicht werden.
Was den Luftwiderstand insgesamt angeht, soll der Helm durch eine »optimierte Abströmkante« Turbulenzen vermeiden. Die Beurteilung, ob das tatsächlich Auswirkungen auf die Fahrgeschwindigkeit hat, überlassen wir den Profis. An dieser Stelle nur soviel: Sitzt man auf dem Rad, fühlt sich der Helm verdammt schnell an!
Auffällig ist die »vollständig ummantelte einteilige Schalenkonstruktion«, die dem Helm ein uniformes Aussehen und einen klaren Look verleiht. Die gutmütige Passform sollte mit den meisten Kopfformen harmonieren, das auf das Wesentliche reduzierte Verstellsystem macht den Helm mit wenigen Handgriffen einsatzbereit. »No Nonsense«, wie man auf Neudeutsch so schön sagt.
Das Sicherheitssystem Mips wurde mit POC übrigens groß, die Bekanntheit von Mips ist ohne den Erfolg des schwedischen Helmherstellers schwer vorstellbar. Bleibt zum Schluss zu betonen, dass der Ventral Air Mips schlichtweg ein schönes Stück Design ist: Man setzt ihn gerne auf und wird, jedenfalls in der von uns getesteten Variante, auch sehr gut damit gesehen.
Giro Eclipse Pro

- Hoher Tragekomfort
- Für einen Aero-Helm sehr gute Belüftung
- Mips Spherical
- Crash Replacement
- Teuer
Der Giro Eclipse Pro ist ein echter Profi-Aero-Helm. Er wird aktuell vom WorldTour-Team Visma-Lease-a-Bike gefahren, mit dem Tour-de-France-Sieger Jonas Vingegaard oder Wout van Aert, dieses Jahr Gewinner des Kopfsteinpflaster-Klassikers Paris–Roubaix. Im vergangenen Herbst wurde die zweite Generation des Eclipse vorgestellt. Das Design wurde mithilfe von »Computational Fluid Dynamics«-Modellierung (wie bewegt sich die Luft um ein Objekt), iterativen Ton-Formen und Validierung im Windkanal entwickelt und mit dem Profi-Team abgestimmt.
Der neue Eclipse soll 17 Prozent schneller sein als der Vorgänger. Das konnten wir leider nicht prüfen. Die Redaktion von CyclingNews hat in ihrem Test immerhin eine Einsparung von fünf Watt bei 50 km/h gemessen. Für Profis ist das durchaus relevant, für Freizeitfahrer eher weniger. Sehr relevant auch für Hobby-Rennradler ist allerdings die gute Belüftung des Eclipse, obwohl er lediglich 15 Öffnungen hat, davon nur fünf vorn. Im Test zeigte sich die effektive Durchlüftung vor allem bei niedrigeren Geschwindigkeiten – untypisch für Aero-Helme, die gerade bei langsamerem bis mittlerem Tempo im Hinblick auf Belüftung oft eher schwach performen.
Interessant für Mips-Fans: Der Eclipse Pro kommt mit der Hi-End-Version dieser Technologie, genannt Mips Spherical. Die Rotation wird dabei nicht über eine Gleitschicht, sondern über zwei gegeneinander bewegliche Schalen umgesetzt. Der Helm besteht aus einer äußeren und einer inneren Schale, die wie ein Kugelgelenk verbunden sind. Bei einem Aufprall kann sich die äußere Schale um die innere drehen, die Rotationskräfte werden so abgeleitet.
In unserem Praxistest hat sich gezeigt, dass die Innenschale mit dem Spherical-System voll auf hohen Komfort und bessere Belüftung getrimmt werden kann, ohne wie bei anderen Mips-Versionen auf die Details Rücksicht nehmen zu müssen. Der Eclipse Pro ist daher der bequemste hier getestete Helm mit Mips. Erwähnt werden soll auch das Innenpolster an der Vorderseite, das sehr effektiv Schweiß von der Stirn aufnimmt und schon bei kurzen Pausen recht flott trockener wird.
Ebenfalls positiv ist das für einen Aero-Helm geringe Gewicht von 284 Gramm (Gr. M). Nicht optimal ist die Unterbringung einer Brille in den beiden vorderen Belüftungsöffnungen, die Bügel kratzen leicht am Kopf. Dieses Problem haben allerdings viele Helme, nicht zuletzt wegen der großen Zahl an unterschiedlichen Brillen-Modellen. Zudem wollen die meisten Hersteller ihr Design nicht davon abhängig machen, alle möglichen Brillen bestens am Helm verstauen zu können.
Nicht unbedingt ein Kaufargument ist der hohe Preis des Eclipse Pro, auch im Vergleich zur Konkurrenz in diesem Bereich. Zusammengefasst ist der Giro aber auf jeden Fall einer der besten Helme in diesem Test, ganz besonders in Sachen Komfort und Belüftung. Und schick designt ist der Giro Eclipse Pro auch noch – Schönheit hat eben ihren Preis.
Endura FS260 Pro II Mips

- Hoher Tragekomfort
- Gute Belüftung
- Leicht
- Mips
- Crash Replacement
- fummelige Bänder-Anpassung
Der Endura FS260 Pro II Mips ist ein leichter Helm für Rennrad- und Gravelbike-Fahrer, mit Fokus auf guter Belüftung, hoher Sicherheit und viel Komfort. Die aktuelle Version II kombiniert eine sportliche Passform, moderne Mips-Technologie und große Belüftungsöffnungen, die für ein angenehm kühles Klima am Kopf sorgen. Mit gut 270 Gramm (Größe M) ist der Endura recht leicht, vor allem in seiner Preisklasse. Die Polycarbonat-Schale ist sehr gut verarbeitet, das matte Finish des Oberteils kontrastiert sehr schön mit dem farbigen, glänzenden Unterteil.
Für eine präzise Anpassung hat der Helm ein Mikro-Einstellrad hinten, das sich gut mit einer Hand bedienen lässt. Die Bänder sind unter den Ohren einstellbar, wenn auch mit etwas Gefummel. Zudem gibt es die Option, die Höhe der Innenschale hinten in vier Stufen einzustellen – praktisch, wenn man mehr Belüftung will oder mehr Platz braucht für einen dicken Pferdeschwanz. Die herausnehmbaren Polster sind bequem und trocknen relativ schnell.
Die Mips-Innenschale kommt hier in der einfachsten Version, allerdings gut an die Belüftungsöffnungen angepasst. Weiter positiv: Im Fall eines Unfalls kann der Crash-Replacement-Service der Schotten in Anspruch genommen werden. Bis zu drei Jahre nach dem Kauf gibt’s nach einem Sturz einen neuen Endura-Helm 50 Prozent billiger. Die meisten Hersteller bieten hier maximal 30 Prozent (sofern überhaupt ein Ersatz angeboten wird). Den FS260 Pro II gibt es auch ohne Mips. Wer auf dieses Feature verzichten kann, spart 30 Euro. Der Helm ist ansonsten identisch.
Wir empfehlen den Endura FS260 Pro II Mips allen Hobbyrennradfahrern, die einen günstigen, aber gut ausgestatteten Rennradhelm suchen.
Außerdem getestet
Rudy Project Nytron
Der Rudy Project Nytron ist ein Profi-Aero-Helm in unserem Test. Seit fünf Jahren wird er vom WorldTour-Team Bahrain Victorious mit den deutschen Fahrern Phil Bauhaus und Nikias Arndt getragen. Die Italiener haben den Helm zusammen mit den Schweizer Aero-Spezialisten SwissSide entwickelt. Er nutzt den sogenannten Venturi-Effekt: Luft wird in einen engen Kanal geleitet, wodurch sie sich beschleunigt und Unterdruck entsteht. Damit wird weitere Luft aus der Umgebung des Helms angesaugt und nach hinten geleitet, was Turbulenzen verringern soll. Soweit die Theorie.
Zur Praxis: Der Nytron hat eine große Belüftungsöffnung oben an der Stirn, darunter vier kleinere Frontöffnungen. Innen ist alles in etliche recht tiefe Kanäle unterteilt, welche die Luft, die auch noch durch zwei Seitenbelüftungen kommt, auf eine große und vier kleinere Abluftöffnungen am Hinterkopf leiten. In diversen Tests hat sich allerdings gezeigt, dass der Helm trotz dieser Besonderheit nicht sehr aerodynamisch ist: CyclingNews etwa hat im Herbst 2024 25 Aero-Helme bei 40 km/h im Windkanal getestet und der Rudy Project landete auf Platz 21 – zwar immer noch um 5,5 Watt schneller als der langsamste, aber eben auch 7,2 Watt langsamer als der beste.
Nun kann man streiten, ob ein Freizeitfahrer einen Aero-Helm braucht (mehr dazu unter »Alle Infos zum Thema«). Empfehlenswert ist der Nytron dennoch: Auch wenn der Venturi-Effekt nicht viel zur Aerodynamik beiträgt, so macht er den Helm fast zu einem Belüftungswunder. Selbst bei niedrigeren Geschwindigkeiten fließt die Luft spürbar durch die Kanäle. Und wer einen schnellen Frischluft-Flash will, muss nur den Kopf senken, und mehr Luft dringt durch die große obere Öffnung ein.
Kurz: ein trotz seiner Aero-Ambitionen sehr gut belüfteter, mit 269 Gramm recht leichter Helm, zudem komfortabel. Einziger Nachteil: Er ist nur in zwei Größen zu haben. Die Anpassung sowohl der Innenschale via Mikro-Rad und sechsfacher Höhenverstellung als auch der Bänder funktioniert jedoch gut. Und der Rudy Project Nytron hat auch ohne Mips den »WG11 Rotational Impact Test« bestanden, ein Helm-Prüfverfahren für Rotationskräfte bei Stürzen, entwickelt von einer Arbeitsgruppe des europäischen Normungs-Komitees CEN.
Julbo Fast Lane
Dass ein prima ausgestatteter Rennradhelm nicht viel kosten muss, zeigt Julbo mit dem Fast Lane. Im Test war er unser sprichwörtlicher Wolf im Schafspelz: Er gibt Bescheidenheit vor, hat aber echten Biss – in Form einiger sehr interessanter Features.
So ist die Verwendung eines Magnetverschlusses von Fidlock in dieser Preisklasse eher selten. Hat man den Bogen nach kurzer Einübung raus, möchte man den Magneten am Verschluss nicht missen. Er vereinfacht das Handling ungemein, das kann jeder bestätigen, der mal versucht hat, eine Standard-Schnalle mit nur einer Hand zu schließen. Mit dem Fidlock ist das kein Problem.
Der Fast Lane hat kein Mips – wir wollen ihm das jedoch nicht allzu sehr ankreiden. Zwar entwickelt sich das Multi-Directional Impact Protection System seit einiger Zeit zum Standard, noch ist es unserer Meinung nach aber nicht gerechtfertigt, einen Helm abzuwerten, weil er dieses Sicherheitssystem nicht hat.
Der Fast Lane hat andere Vorteile: Der Unisex-Helm lässt sich auch von Pferdeschwanz-Trägerinnen (und -Trägern!) nutzen. Gut gefallen haben uns auch die unkompliziert in der Höhe per Klapp-Schnalle justierbaren Seitenriemen und die gute Belüftung. Außerdem ist der Helm in sechs verschiedenen Farben erhältlich, passend zu jedem Outfit. Und wer die Fahrradbrille gerade nicht benötigt, kann sie oben am Helm befestigen. Nicht zuletzt: Der Julbo Fast Lane hat ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Canyon Disruptr CFR
Den Disruptr CFR hat Canyon (wie das Aero-Modell Stingr) ebenfalls zusammen mit Swiss Side entwickelt, für »noch bessere Belüftung und Effizienz«, so der Koblenzer Rad-Hersteller. Auffälligstes Merkmal der neuen CFR-Helme ist jedoch das HighBar-Befestigungssystem: Anstelle von Gurtbändern und eines Schnapp- oder Ratschenverschlusses gibt es hier flexible Kunststoffarme und einen Drehverschluss. Entwickelt wurde das System vom kalifornischen Start-up HighBar und vorgestellt vor zwei Jahren. Am Markt ist HighBar aktuell nur bei drei Canyon-Helmen zu haben.
Hauptvorteil des Systems laut HighBar: Das Risiko einer fehlerhaften Einstellung wird verringert. Damit der Helm bei einem Sturz sicher am Kopf sitzt, ist es wichtig, den Kinnriemen richtig einzustellen und festzuziehen. Bei Gurtbändern muss man dazu die Länge und oft auch den Sitz um die Ohren herum anpassen. Zwar ist das in der Regel nur einmal einzustellen – aber nicht jeder bekommt das richtig hin, und dann sind Sicherheit wie Komfort beeinträchtigt.
In der Praxis funktioniert die Einstellung in der Tat schnell und problemlos, ohne Gefummel an Bändern etc. Allerdings ist das Tragegefühl durch die relativ starren Kunststoffarme weniger komfortabel als bei (hochwertigen, weichen) Gurtbändern – vor allem bei längerem Tragen drücken die Arme am Kiefer. Für Gewichts-Freaks relevant ist wohl auch das etwas höhere Gewicht des Systems: Bänder und Schnalle wiegen zwischen 15 und 25 Gramm, das HiBar-System je nach Helmgröße um 50 Gramm. Das zeigt sich auch im Gesamtgewicht des Disruptr: Mit 272 Gramm (Gr. M) gehört er nicht zu den leichtesten Helmen im Test, vor allem nicht in dieser Preisklasse.
Unser Test-Fazit: Der Disruptr ist ein prima Helm mit guter Belüftung, komfortablem Sitz und schlauen Details wie den Gummipolstern an der Brillengarage, die Sonnenbrillen sicher halten. Das neue Mips Air Node ist nicht spürbar – anders als der HighBar-Bügel. Dessen Vorteile erschließen sich nicht so ganz. Und auch warum Canyon das gut integrierte magnetische LED-Rücklicht nur gegen Aufpreis anbietet, ist bei einem Helm der oberen Preisklasse nicht nachvollziehbar.
Giro Isode Mips II
Der Isode Mips II ist der Nachfolger des Isode von Giro, der in unserer ersten Testrunde als Preistipp ausgezeichnet wurde. Dieses Mal musste er sich jedoch dem Endura FS260-Pro Mips II geschlagen geben (mehr dazu dort). Trotzdem bleibt der Isode II eine gute Alternative für preisbewusste Rennradfahrer: günstig, komfortabel und up to date in Sachen Sicherheit, denn er ist mit der Mips-Technologie ausgestattet. Zudem eignet er sich nicht nur fürs Rennradeln, sondern auch für den Alltagseinsatz. Giro empfiehlt ihn zudem für Skateboarder und Rollerblader/Rollschuhfahrer.
Der Isode II kommt wie sein Vorgänger in nur einer Größe (Universal Fit), passend für Kopfumfänge von 54 bis 61 Zentimeter. Er lässt sich durch das praktische Roc-Loc-Sport-System einfach einstellen. Dieser Ratschenverschluss ist außerdem einhändig zu öffnen. Allerdings sind die Riemen unterhalb des Ohrs vernäht und daher nicht verstellbar. Wer hier also Anpass-Probleme hat, muss zu einem anderen Helm greifen.
Der Giro trug sich sehr bequem und gehört mit 275 Gramm zu den leichteren Exemplaren im Test. Die vorderen drei der 19 Belüftungsöffnungen sind mit einem Gitter gegen Insekten geschützt. Die Öffnungen sind nicht allzu groß, der Helm eignet sich daher auch gut für kältere Tage im Frühjahr und Herbst. Wird es sehr heiß, ist die Belüftung bei geringeren Geschwindigkeiten allerdings etwas eingeschränkt. In den äußeren Öffnungen vorne kann eine Sonnenbrille verstaut werden.
Im Vergleich zu den höherpreisigen getesteten Modellen der Marken Scott, Uvex oder POC ist der Isode II eher durchschnittlich in der Verarbeitung. Bei kleineren Köpfen wirkt er durch das One-Size-Konzept zudem etwas klobig. Für Freizeit-Radler, die verschiedene Fahrradtypen nutzen, ist auch der Isode II jedoch eine lohnenswerte Alternative, die hauptsächlich mit ihrem attraktiven Preis punktet.
Lazer Vento KinetiCore
Mit dem Lazer Vento KinetiCore haben wir einen weiteren Profi-Aero-Helm im Test, aktuell getragen vom niederländischen WorldTour-Team Picnic – PostNL, mit dem deutschen Klassiker-Sieger und Grand-Tour-Etappen-Gewinner John Degenkolb. Auch das Women’s-WorldTour-Team FDJ-Suez ist mit dem Vento unterwegs. Entwickelt haben ihn die Belgier selbst, zusammen mit dem WT-Team Jumbo Visma (das ihn allerdings seit zwei Jahren nicht mehr fährt). Lazer ist übrigens der älteste noch existierende Helm-Hersteller weltweit, 1919 gegründet.
Kennzeichnend für den Helm ist Lazers eigene KinetiCore-Technologie: Vier EPS-Schaumstoffblöcke sind innen im Helm platziert, ein großes, langes Element in der Mitte, je eines rechts und links daneben sowie eines an der Stirnseite. KinetiCore soll wie Mips Rotationskräfte am Kopf absorbieren, um bei einem Sturz Verletzungen des Gehirns zu vermeiden.
Ebenfalls charakteristisch ist das ScrollSys-Anpassungssystem, eine Weiterentwicklung des Lazer-eigenen RollSys. Mit einem fünf cm langen und 1,5 cm breiten, auf der Rückseite in die Schale integrierten Gummistreifen wird die Innenschale angepasst. Vorteil soll die leichtere Bedienung sein, vor allem mit Handschuhen, so Lazer. In der Praxis erschließt sich allerdings nicht so richtig, was daran nun besser sein soll als an einem konventionellen Drehrad – zumal Rennrad-Handschuhe in der Regel keine Finger haben. Hinten lässt sich die Höhe in zehn Positionen einstellen, um etwa einen Pferdeschwanz unterzubringen. Das funktioniert aber nur sehr schwergängig, hier gibt es deutlich bessere Systeme.
Typisch für einen Aero-Helm hat der Vento vergleichsweise kleine Belüftungsöffnungen. Das macht das Unterbringen einer Brille an den vorderen Öffnungen schwierig: Zwar finden sich dort zwei Schaumstoff-Elemente, um den Bügeln besseren Halt zu geben. Allerdings liegen die Öffnungen weit auseinander, sodass die Bügel der Brille recht weit nach außen gebogen werden. Ob das auf die Dauer vorteilhaft für das Gestell ist, kann bezweifelt werden.
Ebenfalls typisch Aero ist das höhere Gewicht des Vento: Mit 315 Gramm liegt der im Mittelfeld der Aero-Klasse. Auch im Hinblick auf Belüftung zeichnet sich der Lazer nicht besonders aus. Erst bei höheren Geschwindigkeiten wird’s vor allem bei Wärme ausreichend luftig. Der Preis ist dagegen Oberklasse: Die Lizenzgebühren, die Lazer dank KinetiCore nicht mehr an Mips abführen muss, gehen offensichtlich in die Firmenkasse – beim Endpreis macht sich die Einsparung jedenfalls nicht bemerkbar.
Casco SpeedAiro Core
Casco ist ein Helm-Hersteller aus Sachsen, spezialisiert auf Fahrrad-, Ski- und Reithelme. Daneben werden Helme für Feuerwehr und Rettungsdienste produziert, in erster Linie in einem eigenen Werk in Rumänien. Der SpeedAiro Core ist ein Helm aus der Aero-Linie von Casco, und er hat einige Charakteristika, die ihn deutlich von anderen Radhelmen unterscheiden.
Als Erstes zu nennen ist das AirFit-System, ein Netz im Inneren, wodurch der Kopf nicht mehr direkt mit dem Helm verbunden ist. Das soll zum einen – ähnlich wie Mips – die Energie eines Sturzes besser abfangen und zum anderen die Belüftung verbessern. Die Passform wird mit einem Drehrad eingestellt. Das muss sich den Raum hinten allerdings mit der Befestigung der Gurtbänder teilen, was das Einstellen mit einer Hand unnötig erschwert. Die Bänder sind unter den Ohren fest vernäht, hier gilt: Wenn sie nicht passen, kann nichts verstellt werden – ungewöhnlich für einen Helm dieser Preisklasse.
Ungewöhnlich ist auch der Verschluss der Gurtbänder: Ein kleiner Haken wird in einen Ring gehängt. Zum Öffnen zieht man an einem Zipfel am Haken, schräg nach unten. Das funktioniert mit ein wenig Übung, aber nicht immer beim ersten Versuch. Der Vorteil dieses CascoLoc genannten Systems wäre wohl das geringe Gewicht. Bei einem in Größe M immerhin 341 Gramm schweren Helm erschließt sich die Notwendigkeit aber nicht so ganz.
Die interessanteste der Casco-Eigenheiten (vor allem für Brillenträger) ist die Option, den Core mit einem Visier auszustatten. Die Sachsen bieten dabei eine ganze Reihe von Ausführungen, in verschiedenen Farben, bis hin zu einem phototropen Visier, das sich automatisch an die Lichtverhältnisse anpasst.
Nicht zuletzt positiv: Casco ist einer der wenigen Helmhersteller, die beim Crash-Replacement 50 Prozent Rabatt anbieten – allerdings nur ein Jahr lang nach dem Kauf und nur für »vergleichbare« Modelle. Ebenfalls attraktiv ist die geräumige, stabile Kunststoff-Box, die für Transport und Aufbewahrung mitgeliefert wird.
Met Rivale Mips
Der Met Rivale Mips ist ein sehr komfortabler Allrounder, gut einstellbar und ziemlich leicht. Das von dem italienischen Helm-Spezialisten mehrfach angesprochene »aggressive Erscheinungsbild« kommt aus unserer Sicht nicht wirklich rüber. Vor allem in der getesteten komplett weißen Sonder-Edition (selbst der EPS-Innenschaum ist hier weiß) wirkt das Design eher rund und ziemlich unauffällig – und das ist positiv gemeint: Sehr gut gelungen!
Auf der Straße hinterlässt der Rivale trotzdem »einen bleibenden Eindruck«, so wie Met sich das wünscht. Wenn auch aus anderen Gründen: Der Helm sitzt trotz reduzierter Innenpolster sehr bequem, lässt sich per Mikro-Einstellrad gut anpassen, wie auch die Bänder unter den Ohren. Einziger Kritikpunkt: Der Kinnriemen ist auf der rechten Seite recht lang. Bei korrekter Einstellung hängt ein ganzes Stück davon frei herum und flattert bei höherer Geschwindigkeit etwas nervig im Fahrtwind. Dauerhaft Abhilfe schafft hier wohl nur Abschneiden (nicht vergessen: Die Schnittkanten dann vorsichtig mit einer Flamme versiegeln, sonst fasern sie aus).
Viel mehr gibt es am Rivale nicht zu kritisieren, vielleicht noch die Unterbringung für Brillen, die nicht für jedes Modell passt. Das ist allerdings bei vielen anderen Helmen (auch den hier getesteten) nicht wesentlich besser. Positiv ist die neue Mips-Evolve-Core-Technologie, im weißen Sondermodell in durchsichtiger Ausführung verbaut. So sieht man, dass die Sicherheits-Innenschale an nur vier Punkten elastisch mit dem EPS der Helmschale verbunden ist. Das ermöglicht die Beweglichkeit, mit der beim Sturz Rotationskräfte reduziert werden.
Weitere Pluspunkte sind die gute Belüftung über 18 Öffnungen, die auch bei niedrigeren Geschwindigkeiten durchaus effektiv ist, und das recht geringe Gewicht von 270 Gramm (Gr. L). Im Hinblick auf Preis (bzw. Preis-Leistungs-Verhältnis) landet der Rivale in unserem Test allerdings nur im Mittelfeld, andernfalls hätte er durchaus eine Empfehlung werden können.
Smith Triad Mips
Bob Smith, Kieferorthopäde und leidenschaftlicher Skifahrer aus Utah, erfand 1966 die erste beschlagfreie Skibrille mit Doppelscheibe und wurde mit seinem Unternehmen schnell einer der Marktführer bei Sportbrillen. Anfang der 90er verkaufte Smith seine Firma an einen großen italienischen Brillenhersteller, der dann auch begann, Fahrradhelme zu entwickeln und zu produzieren.
Der Smith Triad Mips ist ein moderner Road- und Gravel-Helm mit Stärken bei Sicherheit, Komfort und Belüftung. Wie fast alle Smith-Helme setzt auch der Triad auf das Material Koroyd, dessen wabenartige Struktur die Energie eines Sturzes besonders effizient absorbieren soll, dabei aber sehr leicht ist. Ergänzt werden die Waben durch eine Mips-Innenschale.
Auf der Straße zeigt sich der Smith auch auf längeren Strecken als recht komfortabel und trotz der vertikalen Waben-Strukturen in den vorderen Öffnungen als gut belüftet. Nachteilig wirken sich die Waben lediglich auf die Brillen-Unterbringung aus: Sie lassen nur ganz außen Platz für die Bügel, die sich zudem nur recht hakelig und weit gespreizt einstecken lassen. Auf Dauer ist das dem Gestell-Material wohl nicht besonders zuträglich. Laut Hersteller wirkt das allgemein recht effektive AirEvac-Belüftungssystem mit Smith-Brillen zusammen und hält die Scheiben beschlagfrei.
Weiter positiv: Die Helmschale ist hinten etwas weiter heruntergezogen als bei vielen anderen Straßenhelmen – was mehr Sicherheit bei Stürzen auf den Hinterkopf bringt. Erstaunlicherweise wirkt sich das zusätzliche Material, auch zusammen mit den Koroyd-Waben, kaum auf das Gewicht aus: Mit 295 Gramm (Gr. M) bleibt der Triad unter der 300-Gramm-Grenze und gehört damit zur leichteren Hälfte unseres Testfelds.
Rudy Project Skudo
Mit dem Skudo hat Rudy Project ein gelungenes Allround-Talent im Sortiment. Der nicht mal 280 Gramm schwere Helm eignet sich nicht nur für Rennradler, sondern auch für andere Radsportarten, was sein im Vergleich zu reinen Rennradhelmen etwas entspannteres Design unterstreicht.
Im Test nehmen wir den Helm auf eine herausfordernde mehrtägige Gravel-Tour über rund 350 Kilometer mit und testen ihn auf Herz und Nieren. Die Belüftung des in Größe L getesteten Helms ist ausgezeichnet, ebenso die Polsterung. Der italienische Hersteller kombiniert diese mit einem integrierten Insektennetz, das das Eindringen lästiger Begleiter verhindert. Das Einstellsystem ist höhenverstellbar und recht filigran, drückt damit aber das Gewicht und ist gut bedienbar. Fährt man bei Dämmerlicht oder im Dunkeln, sorgen reflektierende Elemente dafür, dass man leichter erkannt wird.
Nicht zuletzt hat uns das dezente, italienische Design gefallen. Zwar gibt es den Helm auch in auffälligeren Farben, im von uns getesteten »teal shiny« hat der Helm jedoch einen angenehm zurückhaltenden Farbton. Wer also gerne auf dem Rennrad, Gravel- und Mountainbike unterwegs ist und über ein schmales Budget verfügt, wird mit dem Rudy Project Skudo garantiert glücklich.
Scott Cadence Plus
Meint man es ernst mit den neuen Bestzeiten und ist auch die Aerodynamik von gesteigerter Bedeutung, ist der Scott Cadence Plus einen genaueren Blick wert. Der Helm sitzt wie angegossen. Das ist bei einer etwas »eigenwilligen« Kopfform nicht selbstverständlich. Es ist also davon auszugehen, dass der in S, M und L erhältliche Helm bei etwas »homogener« geformten Köpfen umso besser sitzt. Man kann den Kopf sogar bei geöffnetem Helm weit vornüber neigen, ja den Kopf sogar hängen lassen, ohne dass der Helm herunterfällt – eine Seltenheit.
Der Helm ist zwar nicht ganz so »luftig« wie andere – das ist aber typisch für einen auf Aerodynamik getrimmten Helm. Unnötige Wirbel, die den cw-Wert verschlechtern könnten, sollten vermieden werden. Dafür ist die herausnehmbare, waschbare Polsterung umso besser, der Helm sitzt auch auf langen Ausfahrten bequem. Was die Bedienelemente angeht, ist der Helm auf schnelle, hektische Zugriffe ausgelegt, wie sie im Renneinsatz typisch sind. Das Verstellrädchen am Hinterkopf ist etwas breiter ausgeführt und lässt sich durch die Gummierung gut greifen, der Magnetverschluss am Kinn ist einfach bedienbar.
Ein Ass hat der Scott Cadence Plus noch im Ärmel – oder besser gesagt im Lüftungsschlitz: ein abnehmbares Rücklicht. Es ist ordentlich hell und lässt sich in verschiedenen Modi betreiben. Ein vollwertiges Plus an Sicherheit, das sich mit wenigen Handgriffen abnehmen lässt und per USB aufladbar ist.
Van Rysel RCR-R 900 Mips
Die Rennrad-Hausmarke von Decathlon, Van Rysel, präsentiert mit dem RCR-R 900 Mips einen attraktiven Rennradhelm, der in der Preisklasse unter 100 Euro einen beeindruckenden Benchmark setzt. Er punktet nicht nur mit einem aerodynamischen Design, sondern auch mit einem ausgezeichneten Sitz und einem angenehmen Tragegefühl. Dafür verantwortlich ist das höhenverstellbare Tragesystem mit Drehring-Verstellung, das sich mit teureren Helmen messen kann.
Was auffällt, ist die am Hinterkopf relativ weit nach unten gezogene Helmschale, die zwar die Bewegungsfreiheit etwas einschränkt, aber für etwas mehr Sicherheit bei Stürzen sorgen dürfte.
Der Helm richtet sich an Rennrad-Einsteiger wie auch Fortgeschrittene, die einen Helm suchen, der sozusagen mit ihren Fähigkeiten mitwächst. Egal, ob man ihn nur auf Feierabendrunden mit den Rennrad-Kumpels einsetzt oder schon erste Rennen plant – der RCR-R 900 Mips macht alles mit. Mit seinen 320 Gramm Eigengewicht ist er dabei auch noch nicht allzu schwer. Dass Van Rysel in den vergleichsweise günstigen Helm sogar Mips integriert, setzt der Helm-Ausstattung die Krone auf und sorgt für ein gutes Gefühl auf Tour.
Sweet Protection Falconer Aero 2Vi Mips
Der Sweet Protection Falconer Aero 2 Vi Mips ist haarscharf an einer Empfehlung vorbeigeschrammt. Der futuristische Look und die umfassende Ausstattung machen ihn zu einem auffälligen Helm. Wie auch bei anderen Rennradhelmen im Test lassen sich beim Falconer Belüftungsabdeckungen anbringen, wenn man eine bessere Aerodynamik haben möchte.
Allein der Komfort des Falconer lässt einen mit der Zunge schnalzen – fast fühlt es sich so an, als würde man eine Mütze aufsetzen. Dazu kommt ein sehr leichtgängiges, fein gerastertes Verstellsystem, das ihm einen guten Sitz verleiht. Am Kinn sorgt ein Fidlock-Schnellverschluss dafür, dass der Helm mit etwas Übung auch einhändig verschlossen werden kann.
Vom Aussehen und der Verarbeitung her hat Sweet Protection hier vieles richtig gemacht. Wer bereit ist, mehr Geld zu investieren, liegt mit dem Falconer absolut nicht daneben.
Oakley Aro5 Race I.C.E. Mips
Der Oakley Aro5 Race I.C.E. Mips hat von allen getesteten Helmen eine der detailverliebtesten Ausstattungen. Gleich zu Beginn des Tests setzen wir ihn auf einer Feierabendrunde auf den Kopf und sind verblüfft – der Tragekomfort und Halt des Helms überzeugen auf Anhieb.
Das liegt zum einen am im Nacken höhenverstellbaren Anpassungssystem und zum anderen an einem Streifen aus silikon-ähnlichem Material an der Stirn. Der verhindert nicht nur, dass der Helm verrutscht, sondern auch, dass Schweiß von der Stirn in die Augen geraten kann. Dazu kommt die vergleichsweise großzügige Polsterung. Alles in allem ist der Helm mit seinen 326 Gramm nicht der leichteste – dafür weiß man mit dem Aro5 Race I.C.E. Mips aber, was man (auf dem Kopf) hat!
Wie viele Helme in dieser Preisklasse verfügt der Aro5 Race über eine »Sonnenbrillengarage«. Zwei Gummieinsätze sorgen dafür, dass die Sonnenbrille an Ort und Stelle bleibt, wenn man sie absetzt. Der Helm verfügt darüber hinaus über eine große Anzahl an Lüftungsöffnungen – trotzdem dürfte er in Hinblick auf cw-Wert ganz gut mit dabei sein. Oakley setzt auf das BOA-Schnellverstellsystem, um die Anpassung des Helms an den Kopf so einfach wie möglich zu gestalten. Zwar fällt der Oakley Aro5 Race I.C.E. Mips etwas schmal aus, das dürfte aber nur bei besonders breiten Köpfen ins Gewicht fallen.
Ein Kernbestandteil des Helms ist das twICEme-Sicherheitssystem. Daten zu Allergien, vorherigen Verletzungen, Versicherungsdaten, Notfallkontakte und mehr können über die twICEme-App auf einem persönlichen Nutzerprofil gespeichert werden. Passiert ein Unfall, können Rettungskräfte die Daten (übrigens auch ohne, dass die twICEme-App auf deren Smartphones installiert ist) auslesen, falls der Verunfallte nicht ansprechbar und/oder schwer verletzt ist.
Dank der großflächigen, reflektierenden Bereiche fällt der Aro5 Race im Dunkeln sofort auf. In Kombination mit dem Mips-Schutzsystem birgt der Helm ein hohes Sicherheitspotenzial – erst recht in Kombination mit twICEme . Nicht zuletzt hat uns auch das Zubehör gefallen: Oakley legt dem Helm eine praktische Aufbewahrungs- bzw. Transporttasche bei.
Uvex Rise Pro Mips
Uvex‘ Rise Pro Mips ist zwar nicht der leichteste Rennradhelm im Testfeld, dafür ist der Helm im Falle eines Falles etwas besser geschützt als mit anderen Helmen, was hauptsächlich auf das integrierte Mips-Sicherheitssystem zurückzuführen ist.
Im Test setzen wir den Helm auf einer relativ langen Rennradtour über mehr als hundert Kilometer ein – und sind schon beim Aufsetzen positiv überrascht. Das herausnehmbare, waschbare Polster fällt im Vergleich zu anderen Helmen sehr großzügig aus, soll bedeuten: Uvex polstert den Helm auch an Stellen, an denen andere Hersteller darauf verzichten. Natürlich treibt das das Gewicht ein wenig in die Höhe, dafür fühlt man sich im Rise Pro Mips gut, komfortabel und sicher »behelmt«.
Ein weiterer Punkt ist die Aerodynamik. Der Hersteller verzichtet zugunsten eines geringen cW-Werts auf allzu verwinkelte Belüftungsöffnungen. Der neuen Bestzeit auf dem Strava-Segment steht mit diesem Helm also nichts im Wege! Auch Details sind schön gelöst, so verfügt der Helm über Gummierungen an der Innenseite der zweier Lüftungskanäle, damit die Sonnenbrille auch garantiert Halt findet.
Last but not least hat uns das IAS-Anpassungssystem sehr gut gefallen. Der »Uvex Wing« umschließt den Hinterkopf ausgezeichnet, der Drehverschluss ist fein gerastert und leichtgängig. An der Seite sind die Gurte höhenverstellbar. Zwar ist der Preis des Helms relativ hoch, dafür weiß man aber auch, was man am Uvex Rise Pro Mips hat.
Specialized Propero 4
Ein schönes Stück Technik ist der Specialized Propero 4 in jedem Fall – vor allem, was die Aerodynamik angeht, machen ihm nur wenige Helme etwas vor. So taten wir uns auch etwas schwer, den Helm nicht in die Empfehlungen zu »befördern«, denn auch er trägt sich ganz ausgezeichnet. Vielleicht kann man es so formulieren: Die Konkurrenz hat uns im Hinblick auf Detailverliebtheit etwas besser gefallen.
Specialized wendet sich mit dem Helm an »Neueinsteiger bis zu erfahrenen Hasen«, wie das Unternehmen selbst schreibt. Diesen breiten Anspruch sieht man dem Helm auch an, er spricht die gleiche Designsprache wie der ebenfalls getestete Specialized S-Works Evade 3 Mips. Der Hersteller gibt an, dass allein die aerodynamische Form des Helms zu einer beeindruckenden Zeitersparnis verantwortlich ist. Das mag sein, ist jedoch nur für Profi-Rennradler von Belang.
Im Test kommt es uns zwar auch auf Aerodynamik, aber mehr noch auf gute Belüftung an – hier gerät der Propero 4 ein wenig ins Hintertreffen. Gut hat uns wiederum das Tri-Fix-Riemensystem gefallen, das kaum aufträgt und trotzdem für einen sicheren Halt sorgt. Dazu kommt eine unauffällige, aber effektive Sonnenbrillengarage. Ergebnis ist ein designtechnisch gelungener Helm, dem die Konkurrenz – zumindest in diesem Test – nur knapp den Rang abläuft.
Cube Heron
Knapp unterbietet der Cube Road Heron die 300-Gramm-Marke – »299« zeigt das Display unserer Küchenwaage an. Damit reiht sich der in neongrün ausgelieferte Helm unter den leichteren Rennradhelmen im Test ein.
Ganz ausgezeichnet gefällt uns das schnörkellose No-Nonsense-Design des Helms. Zum klassischen Look kommen großzügige Belüftungsöffnungen an der Front und eine komfortable Polsterung – ein Faktor, auf den übrigens immer mehr Hersteller Wert legen.
In der Preisklasse über 150 Euro muss sich der Road Heron mit anderen Top-Helmen messen. Hier hat er unserer Meinung nach zumindest in diesem Test knapp das Nachsehen, da ihm die Alleinstellungsmerkmale fehlen – das leichte Gewicht allein reicht nicht aus, um ihn weiter oder gar ganz nach oben zu katapultieren. Nichtsdestotrotz wird dieses schnörkellose Leichtgewicht all jene erfreuen, die genau das suchen: Ein schnittig designter Helm ganz ohne Schnickschnack!
Abus Airbreaker
Der deutsche Hersteller Abus hat beim Airbreaker ganze Arbeit geleistet und einen kompromisslos auf leichtes Gewicht frisierten Helm gebaut. Mit 216 Gramm ist der Helm einer der leichtesten im Test, was man schon beim ersten Aufsetzen merkt.
Was uns beim Airbreaker besonders gut gefallen hat, ist die Tatsache, dass Abus nach der Prämisse »No Nonsense« gearbeitet hat. Hier ist nicht zu viel und nicht zu wenig dran. So hat der Hersteller beispielsweise auf an den Schläfen verstellbare Kinnriemen verzichtet, die wir im Test jedoch nicht weiter vermisst haben, denn der Helm sitzt auch so ausgezeichnet. Die Riemchen selbst sind weich, flexibel und recht dünn, was das Gewicht drückt. Durch die raffinierte Aufhängung mit kleinen Metallstiften macht das Innenleben des Helms einen sehr aufgeräumten Eindruck.
Sehr gut gefallen hat uns auch die Belüftung, hier spielt der Helm in der ersten Liga. Auch bei heißen Passanstiegen bekommt man keinen Hitzkopf, was auch daran liegt, dass der Helm durch seine angenehme Polsterung und das bereits erwähnte geringe Gewicht fast so leicht wie eine Wolke auf dem Kopf liegt.
Ein Wermutstropfen: Der Airbreak muss ohne Mips oder eine andere Sicherheitstechnologie der zweiten Generation (wie Kineticore bei Lazer) auskommen. Wer auf Mips besteht, findet bei Abus indes andere Modelle, die diese Technologie an Bord haben. Eine kleine Kritik am Schluss darf noch sein: Abus, gebt doch eurem Logo einen frischen Anstrich!
Lazer Genesis
Mit seinem auf Anhieb hohen Tragekomfort und dem leichten Gewicht von nur 210 Gramm bei Größe M (Herstellerangabe: 200 Gramm) sorgt der Lazer Genesis schnell für Wohlgefühl auf dem Kopf, was im Test natürlich eines der wichtigsten Kriterien war. Der Genesis ist damit einer der leichtesten Helme im Test und überzeugt mit seinem innovativen Verstellsystem.
Besonders gut hat uns beim Genesis das schlüssige Gesamtkonzept gefallen, hier passt alles zusammen. Die gute Passform geht mit einer ausgezeichneten Belüftung einher, dazu kommt eine unkomplizierte Anpassung durch Lazers Advanced Rollsys-System. Lazer hat hier die Drehverstellung für den Helm auf der Oberseite des Helms positioniert. Wer also gewohnt ist, den Helm am Hinterkopf zu verstellen, muss sich etwas umgewöhnen, der Vorteil dieser Positionierung liegt jedoch auf der Hand: Am Hinterkopf ist weniger »Mechanik« untergebracht, der Helm fällt schlanker aus und die Bewegungsfreiheit wird nicht eingeschränkt.
Schön gelöst ist darüber hinaus der höhenverstellbare, sehr flexible »Käfig« auf der Rückseite des Helms, der dafür sorgt, dass dieser unterwegs nicht verrutscht. Gut hat uns auch der Kinnriemen gefallen – die Höhe, auf der sich die beiden Schläfenriemen unterhalb des Ohrs treffen, kann variiert werden.
Kurzum: Lazer wendet sich mit diesem schön designten, durchdachten und leichten Helm an eine große Zahl von Rennradfahrern, vom ambitionierten Einsteiger bis zum Halbprofi. Wir haben übrigens die Version ohne Mips getestet – optional ist der Lazer Genesis auch mit Mips erhältlich, kostet dann allerdings noch etwas mehr.
POC Octal Mips
POC hat seinen Dauerbrenner Octal mit dem Mips-Sicherheitssystem aufgewertet – und ihn somit flugs ein wenig moderner gemacht. Der Octal dürfte vielen Rennradfahrern bekannt sein, da er schon seit Jahren im Sortiment von POC ist. Mit dem zusätzlichen Mips-Schutz ist der Helm nun ein Quäntchen sicherer.
Was uns darüber hinaus noch gefällt, ist das unkomplizierte Einstellungssystem – der Helm ist wie sein »Bruder« Ventral Air Mips schnell einsatzbereit. Geschickt gelöst ist auch die Brillenhalterung, zwei kleine Gummischläufchen halten die Brille sicher an Ort und Stelle. Zwar kostet der Helm ein hübsches Sümmchen, dafür erhält man aber auch schwedische Sicherheitstechnik vom Feinsten. Verblüffend ist der trotz sporadisch positionierter Polster hohe Tragekomfort und die für POC typische, ausgezeichnete Belüftung.
Der Octal hätte auch in der neuesten Version noch das Zeug, unter die Empfehlungen zu rutschen – allerdings ist auch in diesem Test die Konkurrenz stark. So bleibt uns, diesem gelungenen Helm in Monococque-Bauweise eine würdige Position auf den hinteren Rängen zuzuweisen.
Specialized S-Works Evade 3 Mips
Der Specialized S-Works Evade 3 Mips bietet für seinen hohen Preis viel. Der Helm ist hervorragend verarbeitet und lässt sich unkompliziert einstellen – auch an seinem Tragekomfort gibt es wenig auszusetzen. Von allen bisher getesteten Rennradhelmen ist der S-Works (die S-Works-Serie ist sozusagen die »Profiserie« bei Specialized) der Helm, der am ehesten für den Renneinsatz konstruiert wurde, was man dem stromlinienförmigen Helm auch ansieht. Er ist einer der windschnittigsten Helme im Test und sollte vor allem Rennradprofis begeistern.
Der Helm ist darüber hinaus mit der Mips-Sicherheitstechnologie ausgestattet. Zusätzlich ist der Helm ANGi-kompatibel. Der dafür notwendige Sensor muss extra erworben werden und ist nicht im Lieferumfang enthalten, daher haben wir die App auch nicht getestet. Die Idee ist folgende: Der Sensor wird mit der Ride App gekoppelt und registriert während der Fahrt Kräfte, die bei einem Unfall auftreten. Im Falle eines Sturzes ertönt dann ein Alarm und ein Countdown startet. Ist man unverletzt, schaltet man den Alarm einfach aus. Braucht man Hilfe, sendet die Ride App automatisch eine Benachrichtigung inklusive Standort an ausgewählte Notfallkontakte.
Im Vergleich zu den beiden Vorgängermodellen verfügt der S-Works Evade 3 Mips laut Hersteller nun über eine noch bessere Belüftung. Mithilfe von Computersimulationen und Tests hat Specialized im Windkanal einen neuen Diffusor entwickelt, der den Luftwiderstand verringern und die Belüftung gleichzeitig verbessern soll. Zwar hatten wir im Test natürlich nicht den Vergleich zu den Vorgängermodellen, der Kopf fühlte sich aber stets ausreichend belüftet an. Kurzum: Der Specialized S-Works Evade 3 ist ein echtes Sahnestück unter den Rennradhelmen. In puncto Sicherheit und Komfort lässt er keine Wünsche offen. Nur das Gewicht von 273 Gramm, das aber beim Testen ehrlich gesagt nicht negativ auffiel, da er sich so bequem trägt, ist im Testvergleich etwas hoch.
Lazer Strada Kineticore
Der Lazer Strada Kineticore ist eine gute Wahl für alle, die häufig aufs Rennrad steigen, den Sport aber (noch) nicht auf Leistungsniveau betreiben. Er bringt alles mit, was ein guter Rennradhelm haben muss. Er ist hochwertig verarbeitet, komfortabel gepolstert und zeichnet sich durch ein innovatives Verstellsystem mittels eines Seilzugs aus.
Darüber hinaus überzeugt er in puncto Sicherheit mit der ausgeklügelten KinetiCore-Technologie mit kontrollierten Knautschzonen. Dass die KinetiCore-Sicherheitstechnologie tatsächlich einen hohen Sicherheitsstandard verspricht, beweist die Listung des Strada Kineticore bei den Virginia Tech Helmet Ratings. Dort werden nur Helme gelistet, die über den höchsten Sicherheitsstandard verfügen, da dieses Institut gerade in puncto Sicherheit und Schutz Produkte auf Herz und Nieren testet.
Gut gefällt uns auch das ScrollSys-Verstellsystem, das eine schnelle, individuelle Anpassung des Helms ermöglicht und über eine Rasterung auf der Rückseite des Helms reguliert werden kann. Zudem verfügt der Helm über ein gutes Belüftungssystem, das den Kopf in Kombination mit den vielen Belüftungsschlitzen auch an heißen Tagen stets kühl hält.
Die Ohrenriemen sind verstellbar und der Schnallenverschluss ist auch einhändig bedienbar. Ein weiteres nettes Gimmick des Strada Kineticore ist eine Sonnenbrillenaufnahme. Allerdings sind nur vier Klettpads inklusive – ein paar voluminösere Austauschpolster hätten wir uns schon gewünscht. Bis auf sein Gewicht von 294 Gramm, mit dem der Lazer Strada Kineticore im Mittelfeld aller getesteten Rennradhelme liegt, gibt es nichts zu bemängeln. Diesen kleinen Abstrich kann man mit Blick auf den attraktiven Preis jedoch in Kauf nehmen, wenn man nach einem allroundtauglichen Rennradhelm sucht.
Alpina Ravel
Mit dem Ravel ist Alpina ein schöner Gravel-Helm gelungen, der viele vorteilhafte Attribute aus der MTB- und Rennradwelt auf einen Nenner bringt. So ist er mit 290 Gramm (noch) angenehm leicht und auch die Belüftung des sowohl an den Schläfen als auch am Hinterkopf einstellbaren Helms hat uns imponiert. Am Kinnverschluss verfügt der Helm über einen Ratschenverschluss, was Geschmackssache ist – zumindest ist damit eine Schnellanpassung an zum Beispiel eine Helmmütze schneller möglich.
Am Hinterkopf hat Alpina den Ravel sehr weit nach unten gezogen – eine MTB-Helm-Anleihe. Der Hinterkopf ist dadurch gut geschützt – nicht unbedingt notwendig, wenn man mit dem Rennrad unterwegs ist. In einem anderen, womöglich reinen Gravelhelm-Test wäre Alpinas Ravel weiter oben gelandet, in diesem auf Rennradhelme spezialisierten Test spielt er bis zu einem bestimmten Grad eine Exotenrolle.
Abus PowerDome
Der Abus Powerdome erinnert uns vom Namen her an den legendären Song »Welcome to the Terrordome« von Public Enemy – also nichts wie ab mit dem Helm und eine Runde um die eigene »Hood« drehen! Allzu aggressiv ist der Helm nicht im Auftreten, gewichtssparende Features wie die filigranen Riemchen ohne Verstellung und das recht minimalistisches Dreh-Verstellsystem »Zoom Ace« sind vorhanden.
Die Verarbeitung macht in jedem Fall einen hochwertigen Eindruck. Zwar verfügt der Helm über kein Sicherheitssystem der neuesten Generation wie Mips, dafür ist das Preisniveau mit rund 90 Euro recht fair und das Gewicht siedelt sich mit rund 220 Gramm recht weit unten an. Eigentlich alles Gründe für einen guten »Listenplatz«, wenn da nicht das Design wäre, das uns nicht ganz so gut gefallen hat. Das große Abus-Logo sorgt in Kombination mit der am Hinterkopf geschlossenen Konstruktion für eine »Eierschalenoptik«, wobei das Aussehen natürlich Geschmackssache ist. Wie dem auch sei: In seiner Preisklasse haben uns testintern andere Helme etwas besser gefallen und bieten zu einem ähnlichen Preis etwas mehr Ausstattung.
Uvex Rise CC Tocsen
Beim Rise CC Tocsen von Uvex fällt auf Anhieb die hochwertige Verarbeitung auf. Das Besondere am Helm ist die Sturz- oder Unfall-App Tocsen, die via Bluetooth mit Sensoren im Helm kommunizieren kann. Im Falle eines Unfalls wird automatisch ein Signal zum Mobiltelefon des Verunglückten und eine Nachricht via App an eine Kontaktperson geschickt (die dieselbe App installiert haben muss).
Der ist mit einem Ratschenverschluss ausgestattet und sieht ein bisschen nach Crash Test Dummy und Technologieträger aus – die Optik erinnert uns ein wenig an einen Experimentalhelm.
Dass Uvex aber eine echte Hausnummer in Sachen Sicherheit ist, macht auch der Rise CC Tocsen klar – dem fast 300 Gramm schweren Helm schenkt man auf Anhieb Vertrauen. Dazu hat er eines der bequemsten Polster im Test, daher dürfte er sich speziell auch für Nutzer eignen, die bei anderen Helmen Passform-Probleme haben. Alles in allem sind das eigentlich gute Voraussetzungen, um im Test ganz oben zu landen.
Die Konkurrenz schläft jedoch nicht und gerade was das Design und das Gewicht angeht, haben uns andere Hersteller mehr überzeugt. Würde Uvex beim Rise CC Tocsen nochmal die Feile ansetzen und ihm beispielsweise ein weniger wulstiges Verstellrad und einen etwas filigraneren Oberbau verpassen und würde dadurch das Gewicht an die 250-Gramm-Marke rücken – der Weg nach oben wäre frei. Allerdings wären diese Maßnahmen womöglich nicht im Sinne von Uvex, denn jedes Gramm weniger geht womöglich zulasten der Sicherheit.
BBB BHE-10 Maestro Mips
Der BBB Maestro Mips ist ein gut belüfteter Allrounder der Mittelklasse, der sich nicht nur zum Rennradfahren, sondern auch für Citytouren und zum Graveln eignet. Insbesondere die Polsterung hat uns gut gefallen. Das Aufsetzen des Helms fühlt sich so an, als setze man sich in einen Sessel – angenehm weich und komfortabel. Durch die inzwischen bei vielen Herstellern übliche, recht fein gerasterte Drehverstellung am Nacken lässt sich der BBB schnell an die Kopfform anpassen.
Gut gefallen hat uns auch die Möglichkeit, das gesamte Verstellsystem über eine Rasterung in der Höhe zu verstellen – ein etwas kräftigerer Zug, und man hat ihn auf die richtige Höhe eingestellt.
Wo der BBB hingegen nicht so punkten kann, ist das Gewicht. Mit knapp über 380 Gramm reiht er sich im Test recht weit hinten ein. Vergleicht man ihn mit anderen Helmen der gleichen Preisklasse wie den sogar etwas günstigeren Rudy Project Skudo, lassen sich durchaus 100 Gramm einsparen. Man mag dem BBB zugutehalten, dass er beim Komfort ganz vorn landet. Viele Rennradfahrer werden indes eher auf das Gewicht schauen.
Empfehlen können wir den BBB daher nur Gravelbikern und Langstreckenradlern, bei denen nicht das Gewicht, sondern der Komfort an erster Stelle steht.
POC Omne Air Mips
Der POC Omne Air Mips hätte angesichts dessen, was er bietet, eigentlich eine Empfehlung verdient. Schon beim Auspacken macht er einen guten Eindruck und lässt die Herzen von Fans nordischen Designs höher schlagen. Er ähnelt ein wenig dem Uvex Rise CC Tocsen – will jedoch ganz anders eingesetzt werden. Er ist eher ein Helm für den urbanen Einsatz oder Touren, mit dem Rennradfahren hat er nur wenig am Hut. Wie bei POC nicht anders zu erwarten, lassen sowohl seine Verarbeitung als auch die Sicherheit kaum zu wünschen übrig. Er bringt das Sicherheitssystem Mips mit, das, nebenbei bemerkt, bei POC einst seine Premiere feierte, ehe es sich als eigenes Unternehmen etablierte.
In einem reinen Rennradhelm-Test hat es der POC jedoch schwer, schließlich wird er vom Hersteller auch für »morgendliches Pendeln« oder »lange Wochenendtouren« empfohlen. Der Helm ist also kein Rennradhelm per se, sondern eher ein Allrounder. Im Vergleich zu den reinen Rennradhelmen im Test ist er mit 320 Gramm dann auch ziemlich schwer. Empfehlen können wir ihn daher – zumindest in diesem Test – nicht.
So haben wir getestet
Im Test bewerten wir die Handhabung, den Tragekomfort, die Verarbeitung, das Gewicht und die Belüftung der Helme. Die Sicherheit spielt ebenfalls eine zentrale Rolle in der Beurteilung, auch wenn wir keine Crashtests durchführen konnten. Hier haben wir die Beurteilungen des Virginia Tech Institute einfließen lassen (soweit vorhanden), die in Sachen Helmprüfung als »Goldstandard« gelten.
Für integrierte Sicherheitstechnologien wie Mips vergeben wir Zusatzpunkte. Darüber hinaus prüfen wir Details wie die Anpassung, die Bedienbarkeit des Verschlusses (auch mit einer Hand), die Unterbringung von Brillen in den Belüftungsöffnungen und den Lieferumfang (etwa Ersatzpolster und Packbeutel).
Alle Helme testen wir auf Strecken zwischen 50 und 100 Kilometern Länge. Dazu zählen Schotter- und Kopfsteinpflaster-Passagen sowie längere Anstiege und Abfahrten, um insbesondere Tragekomfort und Belüftung unter alltäglichen Bedingungen zu beurteilen.
Die wichtigsten Fragen
Welcher Rennradhelm ist der beste?
Unser Testsieger ist der Uvex Surge Aero Mips. Der Helm punktet mit einem hohen Tragekomfort und hoher Sicherheit dank Mips und Reflektoren am Heck. Dazu besitzt er ein abnehmbares Aero-Cover – perfekt für alle, die einen vielseitigen Rennradhelm suchen.
Wie unterscheiden sich Rennradhelme, MTB-Helme und normale Fahrradhelme voneinander?
Bei einem Rennradhelm kommt es vor allem auf geringes Gewicht sowie eine möglichst gute Belüftung bei höheren Geschwindigkeiten in Kombination mit guter Aerodynamik an. Bei MTB-Helmen kann ein zusätzliches Visier sinnvoll sein, um die Augen vor Schmutz und Steinchen zu schützen. Auch sind MTB-Helme oft etwas tiefer in den Nacken gezogen oder, im Falle von Freeride- und Downhill-Helmen, gar mit Kinnbügel ausgestattet. City-Helme für Pendler oder Ausflügler wiederum brauchen keine allzu sportlichen Merkmale – hier sind Extras wie eine integrierte Rückleuchte oder Reflektoren wichtiger.
Wie ermittelt man die richtige Größe für einen Rennradhelm?
Dazu misst man seinen Kopfumfang, und zwar oberhalb der Ohren. Das Maßband sollte dabei über die Stirn gelegt sein. Beachten sollte man allerdings, dass nicht unbedingt jeder Helm zu jeder Kopfform passt. Daher sollte man einen Helm vor dem Kauf, wenn möglich, probetragen. Um letztendlich den perfekten Sitz zu garantieren, sollte man alle Einstellungsmöglichkeiten am Helm nutzen.
Schützt ein günstiger Rennradhelm so gut wie ein teurer?
In puncto Schutz müssen alle Helme ein CE-Prüfzeichen vorweisen, wenn sie auf dem deutschen Markt verkauft werden. Ebenso muss die DIN EN 1078, die Sicherheitsnorm für Radhelme, erfüllt sein. Das heißt: Einen gewissen Schutz bieten alle in Deutschland erhältlichen Fahrradhelme. Jedoch gibt es zahlreiche Punkte, die einen preiswerten von einem teuren Helm unterscheiden: Material, Gewicht, Verschlusstechnologien und das Innenleben des Helms.
Was bedeutet Mips bei Fahrradhelmen?
Mips steht für „Multi-Directional Impact Protection System“ und beschreibt damit ein spezielles Schutzsystem, mit dem mittlerweile Helme vieler Hersteller ausgestattet werden. Die Idee ist, den Fahrer gerade bei einem schrägen Aufprall besser zu schützen. Dafür wird eine zusätzliche Schale in den Helm eingesetzt. Sie minimiert die Krafteinwirkung, die bei einem plötzlichen Stopp einer Rotationsbewegung – also bei einem Aufprall in Folge eines Sturzes – auftritt.























































































































































