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Depot eröffnen: So gelingt der Einstieg in Aktien und ETFs Test: Depot Eröffnen Aufmacher Finanzen Foto: Drobot Dean / Adobe Stock

Depot eröffnen: So gelingt der Einstieg in Aktien und ETFs

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Ein Wertpapierdepot zu eröffnen, dauert online meist nur wenige Minuten. Bis das Depot tatsächlich nutzbar ist, vergehen je nach Anbieter und Identifizierungsverfahren aber durchaus ein paar Werktage. Dieser Ratgeber zeigt, was Sie vor dem Antrag wissen müssen und wie der Eröffnungsprozess konkret abläuft.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Volljährigkeit und ein Wohnsitz in Deutschland sind die wichtigsten Voraussetzungen für die Eröffnung eines Wertpapierdepots. Wer minderjährig ist, kann nur über die Eltern ein Junior-Depot eröffnen.
  • Für den Antrag brauchen Sie Personalausweis oder Reisepass, Ihre Steuer-Identifikationsnummer und die IBAN eines Girokontos als Referenzkonto.
  • Online ist der Antrag in 15 bis 20 Minuten ausgefüllt, bis zum ersten Wertpapierkauf vergehen je nach Identifizierungsverfahren ein bis drei Werktage.

Voraussetzungen: Wer kann ein Depot eröffnen?

Vier Voraussetzungen müssen Sie erfüllen:

  • Volljährigkeit: Wer unter 18 Jahre alt ist, kann kein eigenes Depot eröffnen. Die Eltern können aber ein Junior- oder Kinderdepot auf den Namen ihres Kindes anlegen und es bis zur Volljährigkeit treuhänderisch verwalten.
  • Wohnsitz in Deutschland: Das ist bei den allermeisten Anbietern Voraussetzung. Einige Direktbanken und Neobroker akzeptieren auch andere EU-Staaten.
  • Steuer-Identifikationsnummer: Die Bank meldet später Kapitalerträge und einbehaltene Steuern ans Finanzamt. Ohne Steuer-ID geht das nicht.
  • Referenzkonto: Sie brauchen ein laufendes Girokonto, von dem aus Sie Geld auf das Verrechnungskonto Ihres Depots überweisen können. Das Referenzkonto kann, muss aber nicht bei derselben Bank liegen.

Ein häufiger Irrtum: Eine reine Depoteröffnung wird nicht bei der Schufa eingetragen und beeinflusst Ihre Kreditwürdigkeit nicht.

Wo kann man ein Depot eröffnen?

Drei Anbietertypen kommen für die Depoteröffnung in Frage. Für die Entscheidung beim Eröffnen sind diese Faustregeln hilfreich:

  • Filialbanken wie Sparkassen oder Volksbanken eignen sich, wenn Sie Wert auf persönliche Beratung legen und höhere Gebühren akzeptieren.
  • Direktbanken wie ING, Comdirect oder Consorsbank bieten ein breites Produktangebot zu moderaten Preisen und sind eine gute Wahl, wenn Sie Selbstentscheider sind und ein vollständiges Online-Banking erwarten.
  • Neobroker wie Trade Republic, Scalable Capital oder Finanzen.net Zero sind besonders günstig und auf »Mobile First« zugeschnitten. Wer überwiegend per Smartphone handelt und mit eingeschränkter Anbieterauswahl bei Handelsplätzen leben kann, fährt damit am preiswertesten.

Welcher Anbieter konkret zu Ihnen passt, hängt vom Anlagestil, der Handelsfrequenz und Ihrer Erwartung an den Service ab. Eine ausführliche Bewertung der einzelnen Anbieter finden Sie in unserem Vergleich der besten Online-Broker. Hintergründe zu Kosten, Sicherheit und Steuern lesen Sie im Ratgeber Wertpapierdepot: Grundlagen und Kosten.

Welche Unterlagen brauche ich?

Für die Depoteröffnung halten Sie am besten Folgendes bereit, bevor Sie den Antrag online ausfüllen:

  • Personalausweis oder Reisepass: bei Reisepass zusätzlich eine Meldebescheinigung
  • Steuer-Identifikationsnummer: steht auf jedem Steuerbescheid oder im Schreiben des Bundeszentralamts für Steuern
  • IBAN des Girokontos: Konto, das als Referenzkonto dienen soll
  • Smartphone oder Webcam mit Mikrofon: falls Sie sich per VideoIdent legitimieren möchten

In sechs Schritten zum eigenen Depot

Der Eröffnungsprozess läuft bei allen Online-Anbietern ähnlich ab. Im Wesentlichen geht es um diese sechs Schritte:

  1. Anbieter auswählen: Vergleichen Sie Konditionen wie Depotgebühren, Ordergebühren und das Sparplanangebot.
  2. Online-Antrag ausfüllen: Auf der Website des Anbieters starten Sie den Antrag mit einem Klick auf »Depot eröffnen«. Sie geben Ihren Namen, Ihre Adresse, das Geburtsdatum, die Steuer-ID und Ihre Bankverbindung für das Referenzkonto ein. Auch ob Sie ein Einzel- oder Gemeinschaftsdepot eröffnen wollen, legen Sie hier fest. Ein Gemeinschaftsdepot lohnt sich vor allem für Paare, die zusammen anlegen wollen; beide müssen sich allerdings später separat legitimieren.
  3. Selbstauskunft zur Wertpapiererfahrung: Seit Einführung der EU-Finanzmarktrichtlinie MiFID II sind Banken verpflichtet, die Anlageerfahrung ihrer Kunden zu erfragen. Sie beantworten Fragen dazu, mit welchen Produkten Sie bereits gehandelt haben und welche Anlageklassen Sie kennen. Wer zum ersten Mal anlegt, kann das auch so angeben. Die Bank kann Sie dann später bei bestimmten Produkten warnen oder den Handel damit einschränken.
  4. Identitätsprüfung: Banken sind gesetzlich verpflichtet, die Identität ihrer Kunden zu prüfen. Dafür stehen mehrere Verfahren bereit:
    • VideoIdent läuft per Videochat über Smartphone oder Webcam. Ein Mitarbeiter prüft Ihren Ausweis live. Der Vorgang dauert zehn bis fünfzehn Minuten.
    • E-Ident nutzt die Online-Ausweisfunktion des Personalausweises mit der AusweisApp. Das geht meist in wenigen Minuten und ohne Mitarbeitergespräch.
    • PostIdent bedeutet, dass Sie mit einem Coupon und Ihrem Ausweis in eine Postfiliale gehen, wo ein Mitarbeiter Ihre Identität prüft und das Ergebnis an die Bank schickt. Das dauert ein bis drei Werktage länger.
  5. Antrag absenden und auf Freischaltung warten: Nach erfolgreicher Identitätsprüfung erhalten Sie per E-Mail oder Post die Zugangsdaten zum Depot.
  6. Einzahlung aufs Verrechnungskonto und erster Kauf: Sobald das Depot freigeschaltet ist, überweisen Sie Geld von Ihrem Girokonto auf das Verrechnungskonto des Depots. Nach Gutschrift können Sie den ersten Wertpapierkauf platzieren oder einen Sparplan einrichten.

Nach der Eröffnung: Diese drei Punkte sollten Sie kennen

Mit dem ersten Kauf ist die Arbeit nicht ganz vorbei. Drei Aspekte gehören gleich zu Beginn auf die To-do-Liste.

Freistellungsauftrag erteilen

Jeder Anleger hat einen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Person und Jahr (bei zusammen veranlagten Paaren 2.000 Euro), bis zu dem Kapitalerträge steuerfrei bleiben. Damit die Bank diese Freigrenze automatisch berücksichtigt und nicht unnötig Steuern abführt, müssen Sie einen Freistellungsauftrag erteilen. Das geht in den meisten Fällen direkt im Online-Banking und dauert keine fünf Minuten.

Wer mehrere Depots oder Konten hat, kann den Freistellungsauftrag auf verschiedene Banken verteilen, insgesamt darf der Pauschbetrag aber nicht überschritten werden. Am Jahresende erhalten Sie von Ihrer Bank automatisch eine Jahressteuerbescheinigung; eine eigene Steuererklärung müssen Sie nur abgeben, wenn Sie etwa Verluste mit anderen Banken verrechnen oder ausländische Quellensteuern anrechnen lassen wollen.

Verrechnungskonto im Blick behalten

Auf dem Verrechnungskonto landen Verkaufserlöse, Dividenden und Zinsen. Wer das Konto nicht regelmäßig prüft, riskiert, dass Geld unverzinst herumliegt. Bei größeren Beträgen empfiehlt sich entweder ein neuer Kauf oder die Überweisung auf ein verzinstes Tagesgeldkonto.

Wechsel ist jederzeit möglich

Falls Sie später feststellen, dass ein anderer Anbieter besser passt, ist ein Depotwechsel unkompliziert und in der Regel kostenfrei.

Fazit: Gut vorbereitet ist das Depot schnell eröffnet

Die Eröffnung eines Wertpapierdepots ist heute online in wenigen Minuten erledigt, der eigentliche Aufwand steckt in der Vorbereitung. Wer die passenden Unterlagen bereithält, einen Anbieter mit klaren Konditionen wählt und sich auf die Identitätsprüfung einstellt, hat den ersten Kauf binnen weniger Tage hinter sich. Wichtig ist, das Depot nicht als isolierten Schritt zu betrachten: Erst mit dem Freistellungsauftrag und einem Blick auf das Verrechnungskonto wird daraus eine funktionierende Geldanlage.

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