Gerade beim Camping kann Kälte gnadenlos sein: Kommt man nach einer langen Winterwanderung zurück ins Wohnmobil oder in den Wohnwagen, sind Polster, Matratzen und Decken meist unangenehm klamm. Abhilfe versprechen Wärmedecken, die entweder mit einem Stecker für den 12-Volt-Zigarettenanzünder oder einem USB-Kabel ausgerüstet sind. So kann man sie auch im mobilen Zuhause oder mit einer Powerbank unterwegs einfach aufladen.
Die USB-Modelle haben einen weiteren Vorteil, denn sie können uns auch zu Hause wunderbar wärmen, vor allem wenn sie ausreichend groß sind. Eine Wärmedecke leistet also auch dann gute Dienste, wenn in der Wohnung mal die Heizung streikt oder man einfach das Bedürfnis nach mehr Wärme hat. Dafür sollte sie es allerdings schaffen, mehr als nur die Hauttemperatur zu erreichen. Wir haben 10 Wärmedecken fürs Camping getestet, damit Sie auch bei eisigen Temperaturen schnell wieder warm werden. Wunder bei der Wärmeentwicklung darf man jedoch leider nicht erwarten.
Kurzübersicht
Thermrup HD612

- wird großflächig warm
- hochwertige Verarbeitung
- angenehmes Material
- Anschluss per Zigarettenanzünder oder 230 Volt
- relativ schwer
- eher klein
- starres Material
Die Thermrup HD612 ist eine Wärmedecke, die diesen Namen auch verdient, weil sie wirklich warm wird. Allerdings ist sie keine Heizdecke im klassischen Sinn, sondern eher ein Wärmeunterbett. Als einziges Modell wurde diese Wärmedecke im Test großflächig spürbar warm und konnte sich auf diese Weise den Testsieg sichern.
Medisana OL 800
Die Medisana OL800 ist eine kuschelige Sitzunterlage, die mit ihren Infrarot-Wärmepads angenehm einheizt. Auch wenn sie sich eher wie eine Heizdecke anfühlt, ist ihre längliche Form als Sitzauflage prädestiniert. Die flauschige Innenseite vermittelt auch dann ein warmes Gefühl, wenn die innen vernähte Heizfunktion gar nicht aktiviert wird.
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- wird großflächig warm
- hochwertige Verarbeitung
- angenehmes Material
- Anschluss per Zigarettenanzünder oder 230 Volt
- relativ schwer
- eher klein
- starres Material

- erreicht fast 40 Grad
- sehr gut verarbeitet
- kuscheliges Teddymaterial
- wird nur punktuell warm
- nur als Sitzunterlage geeignet
- keine Powerbank enthalten

- sehr anschmiegsam
- weiches Material
- wird an einer Stelle relativ warm
- seltsames angenähtes Kissen

- sehr leicht
- kaum fühlbare Erwärmung
- schlechte Verarbeitung
- billiges Material
- kein Schalter
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Der Kälte trotzen: Wärmedecke fürs Camping im Test
Camping muss nicht immer im Sommer stattfinden. Auch wenn im Winter das Zelt zu Hause bleibt, kann man mit Wohnwagen oder Wohnmobil einen schönen Urlaub machen. Wintercamper lieben entweder die Reise in den Schnee oder machen sich auf den Weg in den Süden. Egal, wohin sie fahren: Eine Heizdecke kann beim Camping im Winter gute Dienste leisten. Sie sorgt schnell wieder für warme Füße oder wärmt klammes Bettzeug vor dem Schlafengehen.
Wichtig für alle, die abseits von Campingplätzen unterwegs sind, ist bei einer Wärmedecke die autarke Stromversorgung. Sie findet üblicherweise entweder über einen 12-Volt-Zigarettenanzünder oder einfach per USB-Anschluss statt. Alternativ kann auch eine starke Powerbank als Stromspender dienen. Klar ist, dass solche Heizdecken für unterwegs aufgrund der schwächeren Stromversorgung weniger Wärme spenden als Modelle, die für den Einsatz an der heimischen Steckdose gemacht sind. Trotz allem ist eine solche zusätzliche Wärmequelle ein sinnvolles Upgrade für alle, die es wohlig warm mögen. Während Modelle für zuhause bis zu 60 Grad warm werden können, sind bei der mobilen Version normalerweise nicht mehr als 40 Grad drin.
So funktionieren die mobilen Wärmespender
Klassische Heizdecken sind mit Heizdrähten ausgestattet, die bei Stromzufuhr warm werden. Über den Drähten befindet sich in der Regel eine kuschelige Schicht aus Fleece oder einem anderen wärmenden Material, sodass die Decke natürlich auch einfach so als Decke funktioniert. In unserem Test gibt es auch Wärmeunterbetten, die genauso aufgebaut sind, aber aus einem anderen Material bestehen und eben nicht zum Zudecken gedacht sind.
Speziell gemacht für den Einsatz mit Powerbanks oder am USB-Anschluss sind Heizdecken, die mehr oder weniger große Infrarot-Pads enthalten. Sie erzeugen Strahlungswärme, die vom Körper als wärmer empfunden wird, als sie tatsächlich ist. Diese Pads benötigen für eine angenehm empfundene Wärme weniger Energie als klassische Heizdrähte und sind deshalb bei Wärmedecken mit 12-Volt- oder USB-Anschluss eine gute Wahl. Allerdings sind in solchen Wärmedecken oft nur wenige dieser Pads integriert, sodass sie nur punktuell warm werden. Diese punktuelle Wärme wird aber vom Körper allgemein als angenehm und besonders wohltuend empfunden.
Ausreißer im Test ist ein Produkt mit einem sogenannten Ferninfrarot-Element. Hier hat man Infrarotzellen in ein Gummielement eingebettet, das bei Stromzufuhr auf der gesamten Fläche Strahlungswärme abgibt. Anders als bei den anderen Infrarot-Heizdecken wird diese Heizmatte tatsächlich ganzflächig warm und nicht nur punktuell. Diese Technologie ist patentiert und kommt deshalb bisher nur bei einem einzigen Hersteller zum Einsatz. Infrarot erwärmt nicht die Luft, sondern erzeugt durch Strahlungsenergie Wärme direkt auf der Haut.
Lassen Sie Ihre Decke nicht unbeaufsichtigt
Egal ob Heizdraht, Infrarot-Pads oder Ferninfrarot-Matte, sie alle sollten gerade beim Camping nicht unkontrolliert und nur bei ausreichend vorhandenem Bordstrom eingesetzt werden, sonst geht schnell die Versorgungsbatterie in die Knie. Deshalb sollten Modelle ohne Schalter entweder nur während der Fahrt genutzt werden oder vor dem Einschlafen ausgeschaltet werden. Sonst könnten sie während der Nacht für Strom-Notstand sorgen. Eine Alternative können Wärmedecken sein, die per starker Powerbank versorgt werden. Ist die Powerbank leer, schalten sie sich automatisch ab.
Unser Favorit
Thermrup HD612

- wird großflächig warm
- hochwertige Verarbeitung
- angenehmes Material
- Anschluss per Zigarettenanzünder oder 230 Volt
- relativ schwer
- eher klein
- starres Material
Die Thermrup HD612 ist zwar das teuerste Produkt im Test, aber ihr Geld wert. Sie ist keine echte Heizdecke, sondern eine wärmende Unterlage, die hält, was sie verspricht, denn sie wird auf der ganzen Fläche durchgängig warm. Die Strahlungswärme des sogenannten Ferninfrarot-Heizelements ist sehr angenehm. Mit fast 40°C erwärmt sich diese Wärmedecke auf einen guten Wert und das ganz ohne spürbare Heizdrähte oder nur punktuell erwärmte Heizpads.

Möchte man es weniger warm, lässt sich die Temperatur in fünf Stufen regeln. Dazu kommt, dass man mit dem Bedienelement die Heizdauer per Timer begrenzen kann. Das ist gerade beim Camping wichtig, weil Energie zum Beispiel im Wohnmobil nicht unendlich zur Verfügung steht. Die Thermrup HD612 kann mit ihrem 12-Volt-Zigarettenanzünderanschluss nicht nur unterwegs gute Dienste leisten, sondern auch zu Hause per Standard-Netzteil über die Steckdose betrieben werden.
Die Verarbeitung der Heizunterlage ist tadellos: Saubere Nähte und ein sehr robuster Baumwollstoff machen einen haltbaren Eindruck. Obwohl der Bezug auf dem Gummi-Heizelement nicht abnehmbar ist, kann man die Wärmedecke ohne Bedienteil in der Waschmaschine oder per Hand bei maximal 45 Grad waschen.
Verstauen kann man die Heizunterlage in einer mitgelieferten kleinen Reißverschluss-Tasche. So kann man sie auch im Sommer sauber und geschützt unterbringen. Ein mobiler Einsatz außerhalb des Campers ohne stationäre Stromversorgung ist bei der Thermrup HD612 nicht vorgesehen.

Insgesamt bietet die Thermrup HD612 aus unserer Sicht das beste Gesamtpaket, das bei der schwachen 12-Volt-Stromversorgung möglich ist, denn anders als andere Modelle wird sie wirklich spürbar warm. Dazu fühlt sie sich angenehm auf der Haut an und macht einen wertigen Eindruck. Als Heizdecke im eigentlichen Sinn taugt sie allerdings nicht. Dafür ist das gummiartige Innenleben zu starr und auch zu schwer. Kalte Füße wärmt sie jedoch zuverlässig und sie leistet ebenfalls gute Dienste als Vorwärmer unter der Bettdecke oder im Schlafsack.
Thermrup HD612 im Testspiegel
Bisher gibt es keine weiteren Testberichte zu unserem Favoriten. Die Stiftung Warentest hat bisher keine Camping-Wärmedecken getestet. Sollten interessante Testberichte erscheinen, so tragen wir sie hier nach.
Weitere Empfehlungen
Medisana OL 800
Die Medisana OL 800 ist keine klassische Heizdecke, sondern eher eine kuschelige Sitzunterlage. In ihrem Inneren verbirgt sie zwei größere Infrarot-Heizpads, die richtig warm werden. Rücken- und Sitzfläche bestehen aus wärmendem und sehr angenehmem Teddy-Fleece. Sie lässt sich entweder direkt per USB an ein Ladegerät anschließen oder mobil per Powerbank betreiben. Eine Powerbank ist leider nicht im Lieferumfang enthalten.
Mit ihren zwei Heizstufen kann man sie flexibel nutzen und bei Bedarf ihre Akkulaufzeit verlängern. Die Decke ist länglich geformt und mit ihrem Format von 135 x 45 cm optimal für einen Stuhl oder Sessel geeignet. Je ein Heizpad wärmt die Rücken- und die Sitzfläche. Weil hier Infrarot-Technik zum Einsatz kommt, strahlt die Wärme direkt auf das jeweilige Körperteil aus. Die Medisana wird sogar punktuell wärmer als der Testsieger, aber eben nicht auf ihrer gesamten Fläche. Sie ist erste Wahl beim gemütlichen Draußensitzen vor dem Zelt oder Camper und könnte auch im Stadion gute Dienste leisten.

Möchte man die Medisana OL 800 auf einen winterlichen Ausflug mitnehmen, verstaut man sie aufgerollt im mitgelieferten Transportsack, den man sich einfach über die Schulter hängt. Weil sie sehr leicht ist, muss man nicht lange überlegen, ob man sie wirklich mitnehmen soll. Das macht sie zu einem praktischen Allrounder.
Außerdem getestet
PartyKindom Elektrische Heizdecke 12V
Die Heizdecke von PartyKindom wirkt auf den ersten Blick billig. Sie ist zweilagig aus einer Art Frottee-Fleece mit einer Schicht aus Heizdrähten dazwischen. Die erwärmen sich kaum spürbar auf magere 23 Grad. Leider ist die Decke auch mit keinem An-/Ausschalter ausgestattet, sodass sie im Extremfall bei wenig Leistung trotzdem die Energiereserven eines Campingfahrzeugs ungewollt belasten könnte.
Ukcoco USB Beheizbare Wärmedecke
Die Ukcoco Wärmedecke wird mit gut 32 Grad Celsius relativ warm, aber leider nur an einer einzigen Stelle. Möchte man sich nur am Rücken oder Bauch wärmen, kann sie eine gute Wahl sein. Auf einer Seite ist ein kleines Kissen angenäht, unter dem sich das eher sehr kleine Wärme-Pad befindet. Was an dieser Wärmedecke mit USB-Stecker positiv auffällt, ist das sehr angenehme und anschmiegsame Material und die schöne Streifenoptik.
So haben wir getestet
Dass eine Wärmedecke fürs Camping warm werden sollte, liegt auf der Hand. Um das zu testen, messen wir die Temperatur mit einer Wärmebildkamera, und zwar nach 30 Minuten Erwärmung. Wärmeunterbetten legen wir auf eine Matratze, und darauf noch eine Bettdecke. Decken mit einem Regler beheizen wir mit der maximalen Einstellung, die anderen werden einfach nur mit Strom versorgt.

Beim Camping ist es wichtig, dass eine Heizdecke oder ein Wärmeunterbett sich selbst abschaltet, weil sie ansonsten die Stromreserven leert, wenn man einschläft. Deshalb bewerten wir, ob sich die Heizzeit per Schalter begrenzen lässt. Modelle, die einfach nur in den Zigarettenanzünder-Anschluss gesteckt werden, können entweder die Versorgungsbatterie leeren oder im schlimmsten Fall sogar einen Brand verursachen. USB-Modelle könnten wenigstens für diesen Fall an einer Powerbank betrieben werden und sind dadurch weniger gefährlich.
Wir bewerten außerdem, wie sich die verschiedenen Wärmedecken anfühlen und ob sie gut verarbeitet sind. Auch die Länge des mitgelieferten Kabels kann in vielen Fahrzeugen eine Rolle spielen, denn nicht überall sind Anschlussdosen verfügbar.
Die wichtigsten Fragen
Welche Camping-Wärmedecke ist die beste?
Die beste Wärmedecke ist die Thermrup HD612. Sie wird ganzflächig warm und hat eine gute Größe, ist allerdings keine Decke im klassischen Sinn, sondern eine Wärmeunterlage. Die Thermrup ist aus hochwertigem und waschbarem Material gemacht, lässt sich in mehreren Stufen nutzen und hat neben dem 12-Volt-Stecker auch einen klassischen Netzstecker. Das macht sie auch zu einem guten Wärmespender für zu Hause.
Wie kann man eine Camping-Wärmedecke anschließen?
Beim Camping steht normalerweise kein „Landstrom“, also eine Versorgung mit 230 Volt wie zu Hause, zur Verfügung. Praktisch sind deshalb Wärmedecken mit USB-Stecker, die sich per Adapter oder mit einer Powerbank nutzen lassen. Die Alternative ist ein 12-Volt-Stecker für den Zigarettenanzünder, mit dem man die Decke im Fahrzeug über die Versorgungsbatterie mit Strom versorgen kann.
Ist eine Heizdecke für zu Hause für Camping geeignet?
Nein, eine Heizdecke mit einem Haushaltsstecker ist für den Einsatz beim Camping nicht geeignet. Sie verbraucht zu viel Strom und zwingt dadurch die Versorgungsbatterie schnell in die Knie. Wer auf dem Campingplatz an den Strom angeschlossen ist, kann jedoch eine Heizdecke von zu Hause nutzen.
Was ist besser: Heizdecke oder Heizunterlage?
Diese Frage lässt sich nur schwer beantworten. Es kommt darauf an, was man erreichen möchte. Eine Heizunterlage ist dann besonders gut, wenn man etwa ein Bett oder einen Schlafsack von innen vorwärmen möchte, und leistet auch dann gute Dienste, wenn man darauf liegt. Eine Wärmedecke dagegen eignet sich besser für diejenigen, die sich darin im Sitzen einkuscheln möchten.
































