Von O bis O heißt es. Gemeint ist damit der Wechsel von Sommer- auf Winterräder und umgekehrt. Im Oktober sollte das Auto die Winterschuhe anziehen, und ab Ostern sollte wieder auf Sommerschlappen gewechselt werden. Eine Arbeit, die man gern selbst erledigen kann – sofern man einige Dinge beachtet. Ein wichtiger Punkt ist dabei das richtige Anzugsmoment. Und dafür braucht man das richtige Werkzeug.
Wir haben 27 Drehmomentschlüssel für den Reifenwechsel beim Auto mit Preisen zwischen 25 und 150 Euro getestet. Vier davon können wir besonders empfehlen, auch ein günstiges Modell ist mit dabei.
Kurzübersicht
KS Tools Ergotorque Precision

- Genauigkeit ± 3%
- Links-/Rechtsgewinde
- Leicht zu bedienen
- Perfekte Verpackung
- Mit Prüfprotokoll
Unsere Testsieger bieten in den meisten Fällen ein tolles Gesamtpaket, auch wenn man vereinzelt ein paar kleine Abstriche machen muss. Beim Ergotorque Precision von KS Tools ist das ein wenig anders. Es gibt keine Minuspunkte. Hier stimmt einfach alles – von der Verpackung über die Qualität bis zur Handhabung.
Gedore Red R68900200
Auch der Gedore Red R68900200 kommt als super Gesamtpaket, bei dem es weder an den Einstellungen, noch an der Ablesbarkeit oder der Qualität der Messergebnisse etwas auszusetzen gibt. Unseren Testsieger konnte er nur nicht schlagen, weil die Verpackung nicht ganz so praktisch ist und auch keine Stecknüsse beiliegen.
Hazet 5122-3CT

- Genauigkeit ± 3%
- Leicht
- Schlanke Bauform
- Sehr hohe Verarbeitungsqualität
- Mit Prüfprotokoll
- Sperre kann Wert verstellen
Mit der richtigen Qualität können selbst stabile Werkzeuge filigraner und leichter ausfallen. Das beweist der Hazet 5122-3CT. Er gehört zu den etwas längeren Drehmomentschlüsseln, was die eigenen Kräfte ein wenig schont, und trotzdem ist er stabil und der leichteste Kandidat in unserem Test.
Unitec 20809

- Koffer mit Stecknüssen
- Werte sehr deutlich ablesbar
- Mit Prüfprotokoll
- Kurze Hebellänge
- Grobe Einstellung
- Sperre nicht sicher
Der Unitec 20809 ist der günstigste Drehmomentschlüssel im Test und unterscheidet sich auf den ersten Blick kaum von anderen in dieser Preisklasse. Sieht man aber genauer hin, ist er in vielen Punkten etwas besser. Die Einstellwerte sind besser ablesbar, es gibt eine Genauigkeitsangabe von ± 4 Prozent und es liegt sogar ein Prüfprotokoll bei. Das ist in dieser Preisklasse schon etwas Besonderes.
Vergleichstabelle
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- Genauigkeit ± 3%
- Links-/Rechtsgewinde
- Leicht zu bedienen
- Perfekte Verpackung
- Mit Prüfprotokoll

- Genauigkeit 3%
- Links-/Rechtsgewinde
- Gut einstellbar
- Einrastende Sperre
- Mit Prüfprotokoll
- Unpraktische Aufbewahrung

- Genauigkeit ± 3%
- Leicht
- Schlanke Bauform
- Sehr hohe Verarbeitungsqualität
- Mit Prüfprotokoll
- Sperre kann Wert verstellen

- Koffer mit Stecknüssen
- Werte sehr deutlich ablesbar
- Mit Prüfprotokoll
- Kurze Hebellänge
- Grobe Einstellung
- Sperre nicht sicher
- Sehr genau
- Gut einstellbar
- Langer Hebelarm
- Mit Koffer
- Prüfprotokoll und Seriennummer
- Sehr schwer

- Mit Koffer und Zubehör
- Sehr ungenau
- Etwas umständlich einstellbar
- Einstellung schwergängig
- Sperre unpraktisch
- Sehr genau
- Perfekt einstellbar
- Gut abzulesen
- Prüfprotokoll und Seriennummer
- Unpraktische Verpackung

- Genauigkeit ± 3%
- Mit Nussauswurf
- Mit Prüfprotokoll
- Einstellung schwer abzulesen
- Sperre kann Wert verstellen

- Prüfprotokoll und Seriennummer
- Mit Koffer
- Raster 1,5 Nm
- Etwas umständlich einstellbar

- Prüfprotokoll und Seriennummer
- Mit Koffer und Zubehör
- Feine Ratsche
- Raster 1,5 Nm
- Etwas umständlich einstellbar

- Sehr schnell einstellbar
- Mit Prüfprotokoll
- Gute Aufbewahrung
- Muss nicht entspannt werden
- Sperre rastet automatisch
- Schwer exakt einstellbar
- Sehr teuer

- Prüfprotokoll und Seriennummer
- Mit Koffer und Zubehör
- Gut einstellbar
- Keine Ratsche
- Angaben stimmen nicht

- Prüfprotokoll und Seriennummer
- Mit Koffer und Zubehör
- Sehr feine Ratsche
- Arbeitet genau
- Extrem ungenau
- Etwas umständlich einstellbar

- Mit Prüfprotokoll
- Große Hebelwirkung
- Mäßige Qualität
- Sperre viel zu schwergängig
- Anzeige nicht stimmig

- Mit Prüfprotokoll
- 0,5-Schritte einstellbar
- Werte leicht einstellbar
- Unpraktische Aufbewahrung
- Werte mäßig ablesbar
- Sperre kann Wert verstellen

- Mit Prüfprotokoll
- Koffer mit Stecknüssen
- Große Hebelwirkung
- Skala nicht stimmig
- Wert schwer abzulesen
- Sperre löst zu leicht

- Prüfprotokoll und Seriennummer
- Mit Koffer und Zubehör
- Feine Ratsche
- Ungenau
- Schwer ablesbar
- Drehgriff schleift

- Sperre hält gut
- Kein Prüfprotokoll
- Schwer ablesbar
- Bis 50 Nm ungenau
- Schlecht lackiert

- Gute Prüfergebnisse
- Keine Genauigkeitsangabe
- Chromschicht löst sich
- Schwer einstellbar
- Schlecht ablesbar
- Spiel trotz Sperre

- Koffer mit Stecknüssen
- Keine Toleranzangabe
- Kein Prüfprotokoll
- Kleine Hebelwirkung
- Ungleichmäßige Testergebnisse

- Mit Prüfprotokoll
- Sehr grobe Einstellung
- Sperre nicht sicher
- Ungleichmäßige Prüfergebnisse

- Gut griffig
- Keine Genauigkeitsangabe
- Schwer einzustellen
- Schwer ablesbar
- Spiel trotz Sperre
- Prüfergebnisse schwanken

- Koffer mit Stecknüssen
- Keine Toleranzangabe
- Kein Prüfprotokoll
- Kleine Hebelwirkung
- Ungleichmäßige Testergebnisse

- Koffer mit Stecknüssen
- Kein Prüfprotokoll
- Einstellung schwer abzulesen
- Sperre löst zu leicht
- Kleine Hebelwirkung
- Ungleichmäßige Testergebnisse

- Koffer
- Keine Toleranzangabe
- Kein Prüfprotokoll
- Kleine Hebelwirkung
- Skala in ft.-lb
Verlängerung
6 Stecknüsse
3 Alu-Felgennüsse
Verlängerung
2 Stecknüsse
3 Stecknüsse
kl. Verlängerung
19 Stecknüsse
Adapter 1/2 auf 3/8
Adapter Bit auf 1/2
1/2 Verlängerung
1/2 Kreuzgelenk
Verlängerung
3 Stecknüsse
Knebel
3 Stecknüsse
4 Stecknüsse
kl. Verlängerung
Adapter 1/2 – 3/8
Verlängerung
2 Stecknüsse
Verlängerung
3 Stecknüsse
3 Stecknüsse
kurze Verlängerung
Adapter 1/2 auf 3/8 Zoll
Verlängerung
3 Stecknüsse
Handschuhe
Verlängerung
2 Stecknüsse
Verlängerung
3 Stecknüsse
Verlängerung
Adapter 1/2″ auf 3/8″
3 Alu-Felgennüsse
Verlängerung
3 Stecknüsse
3 Stecknüsse lang schlagfest
Verlängerung
Adapter 1/2″ auf 3/8″
3 Stecknüsse
Verlängerung
3 Stecknüsse
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Alle Infos zum Thema
Der richtige Dreh für Schrauben: Drehmomentschlüssel im Test
Das Drehmoment: Genau genommen reden wir hier vom Anziehdrehmoment, da es um die Kraft geht, mit der Schrauben angezogen werden. Angegeben wird das Anziehdrehmoment in Newtonmeter (Nm), was die Kraft (F in Newton) und die Länge (l in Meter) beinhaltet. 1 Nm steht für das Anzugsmoment, das mit einem Hebel von einem Meter Länge und einer Kraft von einem Newton erreicht wird.

Warum ist das Drehmoment bei Schrauben so wichtig?
Je nach Größe und Material besitzen Schrauben eine unterschiedliche Zugfestigkeit und Streckgrenze. Das heißt, sie brauchen zwar einen gewissen Anzug, damit die Verschraubung sicher hält, man darf es aber auch nicht übertreiben, da die Materialien ansonsten beschädigt werden können. Wird eine Schraube beispielsweise über die Streckgrenze hinaus beansprucht, verformt sie sich plastisch und die Zugkraft geht verloren. Wie bei einem Draht oder Blech – biegt man es leicht, federt es in die Ursprungsform zurück. Wird es jedoch mehr gebogen, verformt es sich und federt nicht zurück.
Was macht ein Drehmomentschlüssel?
Drehmomentschlüssel können auf unterschiedliche Weisen arbeiten. Da gibt es beispielsweise die Knack-Schlüssel. In ihnen steckt ein kleiner Klapphebel, der durch eine Feder gespannt wird. Dieser Hebel hängt an einer kleinen Nase und rutscht bei zunehmender Kraft irgendwann über. Schlägt er dann gegen die Wandung, wird das bekannte Knack-Geräusch erzeugt. Mit der Verstellung im Griff kann die Kraft, die den Klapphebel hält, verändert und damit der auslösende Punkt verstellt werden.
Sogenannte »Slipper« arbeiten dagegen wie eine Ratsche. Ein Mitnehmer überträgt die Bewegung so lange auf den Schraubenantrieb, bis das eingestellte Drehmoment erreicht ist. Dann rutscht der Antrieb einfach durch. Diese Form der Drehmomenteinstellung wird beispielsweise bei Akkuschraubern genutzt.
Klar im Vorteil sind die Slipper-Drehmomentschlüssel, da hier beim Erreichen des gewünschten Drehmoments keine Kraftübertragung mehr stattfindet. Bei Knack-Schlüsseln muss man hingegen auf das Knacken achten und sofort den Druck wegnehmen. Ansonsten wird die Schraube immer fester angezogen und der Drehmomentschlüssel verliert seine Wirkung.

Anzeigende Drehmomentschlüssel
Der einfachste Aufbau eines Drehmomentschlüssels ist, zwei Rohre am Schlüssel zu befestigen und mit nur einem davon die Kraft zu übertragen. Dieses biegt sich unter der Belastung, während das andere gerade bleibt. Anhand der Differenz lässt sich das Drehmoment bestimmen.
Digitale Drehmomentschlüssel sind einfacher einzustellen
Im Gebrauch besteht ein solcher Drehmomentschlüssel aus einem langen Hebel zur Kraftübertragung und einem geraden Stab, der auf einer Skala das Drehmoment anzeigt. Praktischer und einfacher sind dagegen digitale Drehmomentschlüssel. Das Ablesen ist einfacher und je nach Ausstattung können diese auch einen Signalton beim Erreichen des voreingestellten Drehmoments abgeben.

Worauf man beim Kauf achten sollte
In den meisten Fällen soll der Drehmomentschlüssel für das richtige Drehmoment beim Radwechsel sorgen. Welches Drehmoment für den Reifenwechsel genau benötigt wird, ist in den Fahrzeugunterlagen oder den Papieren der Felgen (Alu-Felgen) zu finden. Gängig sind Werte zwischen 60 und 200 Nm. Beim Motorrad oder Fahrrad werden die Muttern oder Bauteile nicht so fest angezogen, hier ist der Autoschlüssel meist schon überdimensioniert.
Ehe man also einen Drehmomentschlüssel kauft, lohnt sich ein Blick in die Fahrzeug- oder Felgenbeschreibung, welcher Wert wichtig ist. Alle hier getesteten Modelle decken mindestens den Bereich zwischen 60 und 200 Nm ab.
Ein weiteres Auswahlkriterium sollte der Antrieb sein, wobei alle hier getesteten Drehmomentschlüssel mit einem 1/2-Zoll-Vierkant ausgestattet sind. Wer dennoch auf Nummer sicher gehen will, dass die benötigten Stecknüsse zum Drehmomentschlüssel passen, sollte zu einem Gerät greifen, dem bereits Steckschlüssel in Standardgrößen beiliegen. Das hat in den meisten Fällen sogar den Vorteil, dass diese in derselben Verpackung untergebracht sind. Die kleineren Aufsätze mit 1/4 oder 3/8 Zoll passen hier nicht.
Eine Ummantelung kann sinnvoll sein
Dennoch ist etwas Vorsicht oder ein gutes Auge geboten. Normale Steckschlüssel können gerade an Alu-Felgen mitunter Spuren hinterlassen. Daher legen einige Hersteller ihren Drehmomentschlüsseln Spezial-Steckschlüssel bei, die mit Kunststoff ummantelt sind.

Präzision hat ihren Preis
Drehmomentschlüssel arbeiten im Inneren rein mechanisch und auf sie wirken große Kräfte ein. Trotzdem sollen sie möglichst genau arbeiten. Um das zu garantieren, legen einige Hersteller ihren Drehmomentschlüsseln ein Prüfprotokoll bei. Damit versprechen sie nicht nur eine Genauigkeit von 3 Prozent oder 4 Prozent, sondern testen das auch vor dem Verkauf noch einmal.
Erst die Seriennummer garantiert, dass das Prüfprotokoll auch zum Drehmomentschlüssel gehört.
Damit man sich auf dieses Prüfprotokoll verlassen kann, erhalten die Drehmomentschlüssel eine eigene Seriennummer, die ebenfalls auf dem Prüfprotokoll eingetragen wird. So soll gewährleistet werden, dass das Protokoll auch tatsächlich zu diesem einen Drehmomentschlüssel gehört.
Eine solche Vorgehensweise kostet natürlich Zeit und Geld, und so ist es auch verständlich, dass es vorrangig zu den hochpreisigen Geräten eine eigene Seriennummer und ein Prüfprotokoll gibt.
Anziehen und Lösen mit dem Drehmomentschlüssel?
Alle unsere Drehmomentschlüssel im Test bringen einen mehr oder weniger langen Hebel zur besseren Kraftübertragung mit. Daher ist es natürlich verlockend, den Drehmomentschlüssel für den gesamten Radwechsel zu nutzen. Das kann jedoch teuer werden.
Auf die Drehrichtung achten!
Die meisten mechanischen Drehmomentschlüssel sind nur zum Anziehen von Rechtsgewinden geeignet. Werden sie zum Anziehen einer Schraube mit Linksgewinde genutzt oder zum Lösen einer Schraube mit Rechtsgewinde (also bei einer Linksdrehung), können sie danach unbrauchbar sein.
Eine besondere Alternative bilden Drehmomentschlüssel, bei denen sich der Kopf (die Aufnahme der Stecknuss) umdrehen lässt. Dann ist dieser Drehmomentschlüssel zum Anziehen und Lösen beider Gewinderichtungen geeignet. Bietet ein Drehmomentschlüssel eine solche Möglichkeit, weisen wir explizit darauf hin.
Einstellen und Ablesen leicht gemacht
Dem ist leider nicht immer so. Im Test der Drehmomentschlüssel sind wir auf drei verschiedene Varianten gestoßen. Die einfachste und zeitgleich leider auch ungenaueste Ablesemöglichkeit stellt ein Zahlenband dar. Wie bei einem Maßband, ist in einem kleinen Fenster die Zahlenfolge des einzustellenden Drehmoments zu sehen. Die Zahl, die zu sehen ist, ist das eingestellte Drehmoment. Einzelne Unterteilungen durch Striche oder anderweitige Markierungen gibt es leider nicht. Das macht das Ablesen zwar sehr einfach, aber auch ungenau.
Jeder Drehmomentschlüssel sollte über eine Verriegelung verfügen, die den eingestellten Wert fixiert.
Die zweite Variante ist zweiteilig und besteht aus einer Skala, an der sich die aktuelle Einstellung meist in Zehnerschritten ablesen lässt, und einem Drehring am Griff, der die Skala abermals in 1er-Schritte unterteilt. Wie genau die Skala durch den Drehgriff unterteilt wird, hängt von der Steigung des Gewindes im Griff ab. Bei einigen Drehmomentschlüsseln verstellt sich die Einstellung bei jeder Griffumdrehung um 10 Nm. Bei anderen mit einem gröberen Gewinde kann eine Umdrehung für bis zu 28 Nm stehen.

Eine dritte Variante verbindet die Skala mit dem Drehgriff. Das heißt, der Griff selbst dreht sich rein und raus und bildet zeitgleich die Markierung auf der Skala.
Viele Heimwerker kennen diese Methode sicher von Bügelmessschrauben. Ganz einfach ist das Ablesen allerdings nicht. Erst recht nicht, wenn eine Umdrehung den Wert um 28 Nm verstellt.
Unser Favorit
KS Tools Ergotorque Precision

- Genauigkeit ± 3%
- Links-/Rechtsgewinde
- Leicht zu bedienen
- Perfekte Verpackung
- Mit Prüfprotokoll
Gibt es den perfekten Drehmomentschlüssel? Für uns schon, und das ist der KS Tools Ergotorque Precision. Egal in welchem Punkt, er leistet sich einfach keine Schwächen. Er ist leicht einzustellen, bringt das perfekte Zubehör mit und eignet sich sogar für Rechts- und Linksgewinde.
Um Testprodukte besser vergleichen zu können, kann man für verschiedene Kriterien Noten vergeben. Die erste 1 verdient sich der Ergotorque Precision dabei bereits beim Auspacken. Die Box ist zwar etwas größer als bei anderen Drehmomentschlüsseln, dafür beinhaltet sie aber auch alles, was man für den richtigen Einsatz benötigt.
Das perfekte Zubehör
Die nächste Bestnote gibt es für das Zubehör. Während anderen Drehmomentschlüsseln lediglich zwei bis drei Steckeinsätze und vielleicht noch eine Verlängerung beiliegen, gibt es zum Ergotorque Precision sechs Stück, die von 10 bis 24 mm reichen. Zusätzlich enthält die Box noch drei weitere Steckschlüssel, die sich speziell für Alu-Felgen gut eignen. Sie sind deutlich länger und besitzen einen Kunststoffmantel, der Beschädigungen an der Felge vermeidet.
Auch bei der Einstellung und Ablesbarkeit geht man mit dem KS Tools Ergotorque Precision keine Kompromisse ein. Wie bei vielen Drehmomentschlüsseln besteht die Einstellung aus zwei Teilen. Die obere Skala dient den Zehnerschritten, und durch das Drehen des Griffstückes können die einzelnen Newtonmeter punktgenau eingestellt werden. Beide Anzeigen sind sehr gut ablesbar und durch eine klare Abdeckung geschützt.
Sicherer Halt ohne zu verdrehen
Verriegelt wird mit einer Art Druckknopf unterhalb des Griffstückes. Zum Lösen wird dieser herausgezogen und nach der Einstellung wieder eingedrückt. Da man diesen dabei nicht verdrehen muss, kann es auch nicht passieren, dass dabei der Wert verstellt wird. Zusätzlich gibt es eine Rastfunktion, die nur auf sauber eingestellte Werte einrastet und das Verdrehen verhindert.
Die Genauigkeit mit einer Abweichung von ± 3 Prozent wird vom Hersteller garantiert und zusätzlich mit einem Prüfprotokoll und einer eingravierten Seriennummer bestätigt. Auch bei den mehrfach wiederholten Tests mit einem digitalen Drehmomentschlüssel konnten wir keine Abweichungen feststellen. Im Gegensatz zu manch anderen Drehmomentschlüsseln lagen hier die Messergebnisse auffallend dicht beieinander und wichen zwischen jeweils drei Messungen mit 50, 100 und 150 Nm um maximal 0,8 Nm voneinander ab. Das konnte von keinem anderen Drehmomentschlüssel unterboten werden.
Für Links- und Rechtsgewinde geeignet
Die meisten Drehmomentschlüssel besitzen eine Umschaltknarre, was sicher seine Vorzüge hat. Beim KS Tools Ergotorque Precision vermisst man diese – oder auch nicht. Eine Ratschenfunktion gibt es trotzdem, und für Drehbewegungen ohne großen Kraftaufwand kann die 1/2″-Steckaufnahme auch schnell von Hand am gerändelten Ring gedreht werden.
Betätigt man den Auswurfknopf für die Steckeinsätze, kann zeitgleich der gesamte Einsatz entnommen werden. Dieser lässt sich anschließend von der Rückseite wieder einführen und dreht somit die gesamte Funktion des Drehmomentschlüssels um. Jetzt können auch Linksgewinde mit dem richtigen Drehmoment angezogen werden.
KS Tools Ergotorque Precision im Testspiegel
Über den KS Tools Ergotorque Precision gibt es aktuell keine aussagekräftigen Testberichte. Auch Stiftung Warentest und Ökotest haben noch keine Drehmomentschlüssel getestet. Sollte sich das ändern, tragen wir die Testergebnisse hier für Sie nach.
Weitere Empfehlungen
Gedore Red R68900200
Fast gleichauf mit unserem Testsieger ist der Gedore Red R68900200. Er lässt sich ebenso leicht und perfekt einstellen und eignet sich ebenso für Links- und Rechtsgewinde sowie zum Lösen und Anziehen. Er ist lediglich nicht ganz so gut verpackt und bringt auch kein Zubehör mit.
Der Gedore Red R68900200 kommt recht einfach in einer Kunststoffbox, die eher für den Verkauf als zur dauerhaften Aufbewahrung gedacht ist. Dafür ist sie leider etwas unpraktisch und gefällt uns nicht ganz so gut. Sie bringt auch den Nachteil mit sich, dass kein weiteres Zubehör seinen Platz findet.
Aber das ist nur der erste Eindruck und sagt nichts über den Inhalt aus. Denn der beeindruckt gewaltig. Im typischen Rot (Gedore Red) wirkt der Drehmomentschlüssel nicht nur hochwertig, er ist ebenso perfekt verarbeitet und liegt gut in der Hand.
Das Beste am R68900200 ist aber ganz sicher die Art, ihn auf das gewünschte Drehmoment einzustellen. Dazu wird als Erstes die Sperre gelöst, indem man das Griffende etwas herauszieht. Wird das Ende später wieder nach innen geschoben, rastet es nur auf volle Newtonmeter ein. Ein Verspannen oder Ähnliches ist nicht nötig.
Ebenso super ist die Anzeige der eingestellten Newtonmeter. Im Fenster oberhalb ist die Skala (schwarz auf weiß) perfekt zu sehen und ein feiner roter Strich zeigt den eingestellten Wert in Teilstrichen von 10 Nm an. In Nullstellung liegt die rote Markierung exakt auf dem Teilstrich.
Zur Verstellung wird wie üblich der Griff gedreht, an dem sich ebenfalls ein kleines Sichtfenster befindet. Hier werden die Einerschritte mit deutlichen Zahlen (Weiß auf Schwarz) angezeigt. Eine Umdrehung ändert den Wert um 10 Nm und in Kombination beider Anzeigen ist klar und deutlich zu erkennen, welcher Wert eingestellt wurde.
Bei den meisten Drehmomentschlüsseln beschränkt sich die Angabe »für Rechts- und Linksgewinde« darauf, dass es eine umschaltbare Ratsche gibt. Das heißt aber noch lange nicht, dass auch der Drehmomentschlüssel in beide Richtungen funktioniert. Das ist leider ein Trugschluss.
Fast alle Drehmomentschlüssel haben funktionsbedingt nur eine Arbeitsrichtung. Eine Umkehr ist im Grunde nur möglich, wenn der gesamte Schlüssel umgedreht wird. Wie bei unserem Testsieger von KS Tools ist das auch beim Gedore Red R68900200 möglich.
Dazu wird einfach der 1/2″-Vierkant herausgezogen und andersherum wieder eingeführt. Jetzt funktionieren Ratsche und auch Drehmomenteinstellung ebenso für Linksgewinde. Da die Arbeitsrichtung des Drehmomentschlüssels dabei gleich bleibt, ist auch nur so eine absolut identische Arbeitsweise garantiert.
Und die Qualität der Arbeitsweise konnte sich im Test absolut sehen lassen. Lediglich beim Test mit der Einstellung von 150 Nm gab es einen Ausrutscher, der »erst« bei 152,7 Nm (+1,8 Prozent) auslöste. Alle anderen Tests wichen maximal um 1 Prozent ab. Der Hersteller verspricht eine Genauigkeit von ± 3 Prozent, was damit deutlich unterboten wurde.
Der Gedore Red R68900200 ist ein sehr genauer und perfekt zu bedienender Drehmomentschlüssel. Dass es nicht zum Testsieg gereicht hat, liegt lediglich an Verpackung und Zubehör. Der Schlüssel selbst ist unserem Testsieger ebenbürtig.
Hazet 5122-3CT

- Genauigkeit ± 3%
- Leicht
- Schlanke Bauform
- Sehr hohe Verarbeitungsqualität
- Mit Prüfprotokoll
- Sperre kann Wert verstellen
Darf es etwas schlanker und leichter sein? Dann könnte die Wahl auf den Hazet 5122-3CT fallen. Mit 1.165 Gramm ist er der leichteste Drehmomentschlüssel im Test.
Eine Skala hinter einer durchsichtigen Kunststoffabdeckung hat sicher ihre Vorzüge. Man muss jedoch etwas vorsichtiger damit umgehen, um diese nicht zu beschädigen. Das ist im professionellen Bereich nicht immer möglich. Da muss es schnell gehen und das benötigte Werkzeug für den robusten Einsatz ausgelegt sein.
Hazet verzichtet bei seinem Drehmomentschlüssel auf jegliche Schnörkel und Kunststoffabdeckungen. Das reduziert das Gewicht, und der Drehmomentschlüssel nimmt es einem nicht so schnell übel, wenn er mal etwas unsanft in der Werkzeugkiste landet. Zusätzlich schafft es Hazet damit, den leichtesten Drehmomentschlüssel ins Rennen zu schicken, der trotzdem mit zu den längsten gehört.
Die Skala des Hazet 5122-3CT ist eingefräst, dunkel hinterlegt und lässt sich auch bei mäßigen Lichtverhältnissen gut ablesen. Von Vorteil ist dabei, dass eine Griffdrehung das Drehmoment um lediglich 10 Nm verstellt. Dadurch liegen die Teilstriche nicht zu eng beieinander und lassen sich gut einstellen. Zusätzlich sorgt eine leicht spürbare Rastfunktion dafür, dass die Werte stets exakt eingestellt werden.
Zur Verriegelung des eingestellten Wertes muss ein größerer Ring am Griffstück verdreht werden. Das hält zwar sicher, allerdings muss man beim Verriegeln darauf achten, den Griff gut festzuhalten. Macht man das nicht, kann es passieren, dass sich der Wert ungewollt verstellt.
Nicht ganz nachvollziehbar ist allerdings, warum Hazet am Ratschenkopf auf eine Auswurffunktion verzichtet. Und auch die Verpackung gefällt uns nur bedingt. Mit einer durchsichtigen Kunststoffröhre lässt sich der Drehmomentschlüssel zwar gut aufhängen, bietet aber keinen Platz für weiteres Zubehör, wie häufig genutzte Steckeinsätze. Ein Zeichen, dass der Hazet 5122-3CT für den professionellen Einsatz gedacht ist?
Während der Privatanwender hier und da ein paar Stecknüsse passend zum Werkzeug hat, wird im professionellen Bereich eher auf gut ausgerüstete Werkstattwagen mit kompletten Schlüsselsätzen geachtet. Der Drehmomentschlüssel benötigt daher keine weiteren.
Der Hazet 5122-3CT ist nicht ganz so günstig und setzt mit seiner einfacheren Bauweise auf den professionellen Einsatz, wo es nicht immer so zaghaft zugeht. Trotzdem arbeitet er sehr genau und ist der leichteste Drehmomentschlüssel im Test.
Unitec 20809

- Koffer mit Stecknüssen
- Werte sehr deutlich ablesbar
- Mit Prüfprotokoll
- Kurze Hebellänge
- Grobe Einstellung
- Sperre nicht sicher
Wer nur seine Sommer- und Winterräder wechseln und dabei das richtige Drehmoment anwenden möchte, muss nicht viel investieren. Auch unter den günstigen Drehmomentschlüsseln gibt es durchaus gute Werkzeuge, wie der Unitec 20809 beweist.
Der Unitec 20809 ist der günstigste Drehmomentschlüssel im Test und trotzdem in vielen Punkten besser als seine fast baugleichen Konkurrenten in diesem Preissegment.
Zugegeben, ein hochglanzverchromtes Werkzeug wirkt auf den ersten Blick edel und hochwertiger. Tatsächlich sagt es aber nichts über die Qualität oder Genauigkeit aus. Trotzdem gefällt der Unitec auf den ersten Blick – zumindest gegenüber den anderen Modellen dieser Preisklasse.
Es gibt eine praktische Box zur Aufbewahrung, und auch eine Verlängerung und zwei Steckschlüssel liegen bei. Ein Dritter hätte noch Platz, aber um diesen muss man sich doch selbst kümmern. Dafür befindet sich in der Box ein Prüfprotokoll, was man in dieser Preisklasse sicher nicht erwartet hätte. Die dazugehörige Seriennummer ist ebenfalls auf dem Drehmomentschlüssel zu finden.
Angegeben wird laut Hersteller eine Genauigkeit von ± 4 Prozent und auch unsere Tests zeigten keine großen Abweichungen. Allerdings lagen die Werte bei wiederholenden Messungen nicht ganz so dicht beieinander wie bei KS Tools oder Hazet. Der eingestellte Wert von 50 Nm wurde beispielsweise mit 51,3 Nm gemessen und im nächsten Versuch mit 49,4 Nm. Aber alles in der Toleranz und für den Privatanwender mehr als ausreichend.
Positiv gegenüber den günstigen Mitbewerbern fiel besonders die Einstellung des Drehmoments auf. Anders als bei baugleichen Modellen, bei denen eine Umdrehung 28 Nm entspricht, setzt Unitec auf ein feineres Gewinde und ein Verhältnis von 1/20. Dadurch lassen sich die Werte besser einstellen und auf der Skala sind nur glatte 10er-Werte zu finden.
Bei der Verriegelung mittels Spannschraube gibt es jedoch keine Unterschiede. Wie bei allen Drehmomentschlüsseln dieser Bauform dreht sich die Spannschraube mitunter mit und klemmt schon bei der Einstellung. Gleichfalls kann es passieren, dass sich die Einstellung trotz gespannter Schraube verstellt.
Der Unitec 20809 ist kein technisches Wunderwerk und unterscheidet sich auf den ersten Blick kaum von anderen günstigen Modellen. Jedoch gibt es dazu eine Toleranzangabe des Herstellers sowie ein Prüfprotokoll und die Einstellung des Drehmoments wurde besser umgesetzt. Wer also ein zuverlässiges Werkzeug zu einem guten Preis rein für den Reifenwechsel zweimal im Jahr sucht, ist hier gut aufgehoben.
Außerdem getestet
Proxxon 23353
Beim Proxxon 23353 kann man sagen, dass er nahezu perfekt ist. Er deckt den Bereich von 40 bis 200 Nm ab und bringt eine praktische Aufbewahrung in Form eines langen Kunststoffkoffers mit.
Dass der Koffer oder vielleicht eher die Box lang ist, liegt daran, dass auch der Drehmomentschlüssel mit 555 mm eine stattliche Länge mitbringt. Das verbessert natürlich die Hebelwirkung bei großen Anzugsmomenten, wirkt sich aber auch negativ auf das Gewicht aus. Mit etwa 1,8 kg ist der Proxxon mit Abstand der bisher schwerste Drehmomentschlüssel im Test.
Sehr gut gefällt die Art der Drehmomentdarstellung, die über eine sich seitlich drehende Skala in einem kleinen Sichtfenster erfolgt. In diesem lässt sich das eingestellte Drehmoment in Teilstrichen von 5 Nm ablesen. Genauer wird es im unteren Sichtfenster über dem Einstellrad. Hier sind die einzelnen Newtonmeter ablesbar. Nicht so schön ist, dass es je Newtonmeter mehrere Rastpunkte der Sperre gibt, jedoch nicht erkennbar ist, wo der Wert genau liegt.
Insgesamt gefällt uns der Proxxon 23353 aber sehr gut und glänzt auch bei der Überprüfung des eingestellten Wertes. Dass es nicht zu einer Auszeichnung gereicht hat, liegt lediglich daran, dass auch andere Drehmomentschlüssel sehr gut gefallen, diese aber vielleicht noch Zubehör mitbringen oder für Rechts- und Linksgewinde geeignet sind. Der Proxxon leider nicht.
S&R 70-170 Nm SET
Der S&R 465.012.170 verfolgt ein anderes und auch interessantes Konzept. Statt eines Ratschenkopfes setzt er auf einen Quer- oder Gleitgriff, wie man ihn aus Werkzeug- und Nusskästen kennt. Die Stecknuss kann aufgesteckt und auf dem Drehmomentschlüssel hin- und hergeschoben werden. Bei mittiger Position hat man also die Form eines Radkreuzes.
Auf der einen Seite ist das sicher eine gute Idee, und gut gefällt uns daran, dass die Steckaufnahme gleich eine kleine Verlängerung und einen Gegengriff mitbringt. Nicht so gut ist dagegen, dass der Aufbau auf eine Ratschenfunktion verzichtet. Gerade wenn es um kraftvolles, aber dennoch gefühlvolles Anziehen von Schrauben geht, ist die Griffposition wichtig – ohne Umschaltknarre ist man da nicht sehr flexibel.
Und dann ist uns da leider noch etwas aufgefallen. Wir testen das eingestellte Drehmoment mit einem digitalen Drehmomentmesser gegen. Sicher hat auch der Drehmomentmesser seine Toleranzen, aber wenn die Testergebnisse bei fast allen anderen Testkandidaten nur ein paar Newtonmeter zur Einstellung abweichen und sie beim S&R um bis zu 20 Nm abweichen, macht einen das schon stutzig.
Hairich CD065
Die Masse an günstigen Drehmomentschlüsseln in den bekannten Online-Shops ist groß, und mit vielen macht man nichts verkehrt. Auch der Hairich CD065 funktioniert, und auch wenn er bei unseren Messungen bis zu 8 Nm zu wenig angezeigt hat, ist das bei privaten Anwendungen meist nicht so tragisch.
Gut gefällt uns, dass er einen ordentlichen Koffer mitbringt, in dem auch die kleine Verlängerung, drei Stecknüsse und ein Adapter auf 3/8 Zoll untergebracht sind. Überraschend gut ist auch die Fixierung, die einrastet und nicht wie bei vielen günstigen Drehmomentschlüsseln angezogen werden muss.
Aber spätestens beim Ablesen des eingestellten Drehmomentes sind wir wieder im Billigsektor. Man erkennt die typische Ableseskala, wie man sie von einer Messschraube kennt. Oder man erkennt sie eher nicht, denn sie ist sehr blass und die Schleifspuren der Hülse werden bald dafür sorgen, dass noch weniger oder gar nichts mehr abzulesen ist.
Aus diesem Grund sollte man vielleicht doch nicht zu den günstigen Angeboten greifen. Wer allerdings nur zweimal im Jahr die Räder am Auto wechselt und die Schrauben einigermaßen korrekt anziehen möchte, kommt damit sicher besser zurecht, als mit »nach Gefühl« angezogenen Schrauben.
Wera Click-Torque C 3
Am Wera Click-Torque C 3 gibt es grundlegend absolut nichts auszusetzen, und er gefällt uns richtig gut. Neben dem typischen »Wera-Design« sticht sofort eine Gummimanschette ins Auge, die den Schaft umschließt und eine sichere Ablage gewährt – ein kleines, aber sehr sinnvolles Detail, das aber auch abgenommen werden kann.
Diese Manschette sorgte für einen weiteren Pluspunkt, da sie die kleine gravierte Seriennummer verdeckt hat, die zum beiliegenden Prüfprotokoll nötig ist. Bei der Suche nach der Nummer sollte der Support helfen, und es hat nicht einmal eine Minute gedauert, bis ein freundlicher Mitarbeiter am Telefon war und sofort helfen konnte. So geht Service!
Besonders gut gefällt auch die Einstellung des Drehmomentschlüssels. Erst am unteren Griffende ziehen, um die Sperre zu entriegeln und dann den Griff drehen, wobei leichte Rastpunkte je Newtonmeter zu spüren sind. Eine Umdrehung des Griffes steht für die Verstellung von 10 Newtonmeter.
Der eingestellte Wert lässt sich in zwei kleinen Fenstern ablesen. Im oberen ist eine Skala mit einem feinen Strich, der die Zehnerschritte visualisiert. Im Fenster darunter sind klar und deutlich mit Zahlen von Null bis Neun die Einerschritte zu sehen. Drückt man die Sperre am Griff wieder rein, rastet sie bei jedem einzelnen Newtonmeter ein und verriegelt die Einstellung.
Auch an unseren Stichproben zum eingestellten Wert gibt es nichts zu kritisieren und unsere Prüfwerte bleiben absolut in der Toleranz. Wobei wir auch nicht das Prüfprotokoll des Herstellers anfechten wollen, sondern vielmehr auf zu große Abweichungen achten.
Der Wera Click-Torque C 3 wäre damit eigentlich eine Kaufempfehlung. Dass es bei uns nicht dazu gereicht hat, liegt nur daran, dass er sich ausschließlich zum Rechtsanzug eignet, was sicher die gebräuchlichste Anwendung ist. Es gibt aber ebenso gute Drehmomentschlüssel, mit denen beide Richtungen möglich sind, und in dem Punkt muss er sich geschlagen geben.
Anpuds AP019
Mit einem einstellbaren Drehmomentbereich von 50 bis 350 Newtonmeter fällt der Anpuds AP019 in unserem Test etwas aus der Reihe. Für die meisten privaten Anwender sind schließlich bereits 200 Nm mehr als ausreichend. Dennoch macht es durchaus Sinn, sich auch die etwas Größeren anzusehen.
Nicht etwa, weil man das höhere Drehmoment bräuchte, vielmehr weil sie oft etwas länger sind und damit die Hebelwirkung verbessern. Die meisten Drehmomentschlüssel bieten eine Länge von etwa 450 mm – der Anpuds kommt immerhin auf 570 mm. Das verringert die benötigte Kraft zum Erreichen des eingestellten Drehmoments nicht unerheblich.
Etwas anstrengender ist dagegen schon das Einstellen. Zum einen kommt eine Verriegelung zum Einsatz, die während der gesamten Verstellung zurückgezogen und festgehalten werden muss. Zum anderen rastet sie nur alle 1,5 Newtonmeter ein, was nicht alle gewünschten Werte ermöglicht.
Die 1,5-mm-Rastmutter zieht aber noch einen weiteren Nachteil mit sich, da eine Umdrehung des Griffes eine Verstellung von 15 mm bewirkt. Da kann das Ablesen der Skala und Verrechnen des Wertes am Drehring schon etwas verwirrend sein. Dazu kommt, dass die Teilstriche der Skala sehr eng beieinanderliegen.
Ansonsten gefällt uns der Anpuds AP019 in seinem extravaganten Schwarz/Gold recht gut und auch mit Kontrollmessungen des eingestellten Drehmomentes kann man recht zufrieden sein. Größtenteils blieben auch wir bei der vom Hersteller versprochenen Abweichung von unter 3 Prozent.
Fourrobber Drehmomentschlüssel
Es ist wirklich schade, denn der erste Eindruck des Fourrobber Drehmomentschlüssel war richtig gut. Die Verarbeitungsqualität passt, es gibt nirgends Grat und nichts weist auf eine günstige Produktion hin. Dazu liegt ein Prüfprotokoll bei und die eingetragene Seriennummer passt auch zur Gravur auf dem Drehmomentschlüssel.
Recht gut gefällt auch die Möglichkeit zur Einstellung. Diese erfolgt nach dem typischen Prinzip von Messschrauben mit einer Skala auf dem Schaft und Markierungen auf dem drehbaren Griff. Das Positive daran ist, dass eine Umdrehung genau 10 Newtonmeter entspricht und bei jedem Newtonmeter einrastet. Das erleichtert das Ablesen der Skala erheblich.
Nicht ganz so praktisch ist die Sperre, die als Ring oberhalb des Griffes zurückgezogen und beim Verdrehen auch so gehalten werden muss. Aber daran kann man sich gewöhnen, und so oft verstellt man einen Drehmomentschlüssel schließlich nicht.
Der große Haken kam dann aber beim Test der Drehmomenteinstellungen. Bei 50 lag der Messwert noch rund 3 Newtonmeter drüber, bei 100 waren es 5-6 Newtonmeter und bei 150 dann sogar über 10 Newtonmeter. Das ist weit über dem Versprechen des Herstellers und wirft Fragen zum Prüfprotokoll auf.
Tecpo 300333
Der Tecpo 30033 fällt in die Kategorie »Kann man schon machen, sollte man aber nicht.« Das soll nicht heißen, dass der Schlüssel extrem schlecht ist und ein völlig falsches Drehmoment signalisiert, es kann jedoch sein, dass wir mit unserem Testgerät einfach nur Glück hatten. Darauf verlassen sollte man sich nicht.
So kurios es auch klingt, schuld an dieser Meinung ist die Tatsache, dass ein Prüfprotokoll beiliegt. Das ist grundlegend etwas Gutes, nur sollte darauf auch die Seriennummer des Schlüssels stehen, der wiederum gar keine besitzt – weder als Aufkleber noch graviert oder eingeschlagen.
Dazu kommt der Hinweis auf dem Prüfprotokoll, dass man seinen Drehmomentschlüssel nach einem Jahr erneut prüfen lassen sollte. Das wäre dann vor 2 Monaten nötig gewesen, denn das Prüfprotokoll ist bereits über ein Jahr alt.
Aber Prüfprotokoll oder nicht, unsere Messwerte fallen gar nicht so schlecht aus. Die jeweils drei Messungen mit 50, 100 und 150 Nm zeigten eine Abweichung von maximal 5,5 Prozent und blieben im Schnitt noch im Versprechen des Herstellers unter 4 Prozent, also für den Privatgebrauch und zum Anziehen von Radbolzen noch ausreichend.
Dennoch macht sich beim günstigen Preis auch die nicht so komfortable Bedienung bemerkbar. Der Aufbau ist identisch zu vielen Drehmomentschlüsseln der Preisklasse und weist dieselben Mankos der Schwergängigkeit oder sehr unpraktischen Bremse auf, die sich schon mal ungewollt anziehen kann.
Stahlwille 721QR/20/3/1 Quick
Kein Drehmomentschlüssel im bisherigen Test ließ sich so schnell einstellen wie der Stahlwille 721QR/20/3/1 Quick. Daher sicher auch das »Quick« im Namen. Dazu kommt, dass der Auslösemechanismus nicht mit einer Spiralfeder, sondern mit einem Biegestab arbeitet. Das erspart das »Entspannen« nach der Arbeit und der eingestellte Wert kann bleiben.
Die Einstellung erfolgt recht einfach und damit extrem schnell. Am Griffende wird mit dem Daumen eine kleine Platte gedrückt, die die Bremse löst. Dann lässt sich der Schieber auf den gewünschten Wert einstellen. Daumen runter von der Bremse und der eingestellte Wert ist gesichert.
Das geht zügig, hat aber auch seine Nachteile. Zum einen braucht man schon etwas Kraft, um die Bremse mit dem Daumen zu lösen. Zum anderen muss der eingestellte Wert etwas geschätzt werden. Feine Spitzen zeigen nur auf den eingestellten Wert, es gibt keine Teilstriche, die genau übereinanderliegen, und auch die Bremse rastet auf keinen fixen Wert ein. Es gibt lediglich Teilstriche alle 10 Nm.
Dazu kommt, dass sich die Abstände der Werte ändern. Im unteren Bereich liegen 10 Nm noch 2,6 mm auseinander, ab 120 Nm sind es nur noch 1,8 mm. Da braucht man zur Einstellung schon etwas Fingerspitzengefühl.
Wahrscheinlich gibt Stahlwille darum auch keine Genauigkeit an, sondern nur eine Anzeigeabweichung von 4 Prozent. Im Test gelang es aber recht gut und die Abweichungen zwischen gewünschter Einstellung und gemessenem Drehmoment lagen bei rund 1 Prozent. Damit waren wir sogar genauer als das Prüfprotokoll.
Masko Drehmomentschlüssel
Wer seine Werkstatt optisch aufpeppen oder anpassen möchte, wird den Masko Drehmomentschlüssel bestimmt interessant finden. Den gibt es nämlich in unterschiedlichen Farben wie Chrom, Schwarz, Blau oder Rot.
Eine nette Idee, die beim schwarzen Testgerät aber schon fast schlampig umgesetzt wurde. Stellenweise fehlt bereits Farbe am Griff und teilweise ist sie auf Stellen gelaufen, wo eigentlich keine Farbe sein sollte. Die Verarbeitung der Knarre ist also nicht perfekt.
Dazu kommt, dass sich daraus eine sehr schlechte Ablesbarkeit ergibt. Alle Teilstriche und Zahlen der Skala sind nur geprägt, was das Ablesen schon erschwert. Kommt dann noch Farbe drüber, reduziert das die Prägung weiter und das Ablesen wird teilweise zur Schätzung. Das scheint auch bei den Teilstrichen so zu sein. Zwischen 9 und 0 ist der Abstand nur noch halb so groß wie zwischen allen anderen.
Auch im praktischen Test konnte der Masko nur teilweise überzeugen. Im unteren Drehmomentbereich bei 50 Nm wichen die Messergebnisse bis zu 8 Prozent ab. Im höheren Drehmomentbereich bei 100 Nm und 150 Nm reduzierten sich die Abweichungen dann auf maximal 3,6 Prozent.
AGT Professional NX9568-944
Der erste Eindruck kann entscheidend sein, und den hat der Drehmomentschlüssel AGT Professional NX9568-944 leider vergeigt. Bereits beim Auspacken krümelt uns etwas entgegen und schnell zeigt sich, woher die Krümel kommen. Es ist die Chromschicht, die sich auflöst und den Drehmomentschlüssel eigentlich vor Rost schützen sollte. Der Schutz ist dann wohl leider nicht mehr gegeben.
Ansonsten unterscheidet sich der AGT kaum von anderen günstigen Drehmomentschlüsseln. Die Seriennummer ist lediglich als Aufkleber vorhanden, aber das ist eigentlich belanglos, da es eh kein Prüfprotokoll gibt und auch keine spezielle Genauigkeit versprochen wird.
Versprochen wird dagegen ein einstellbarer Rechts- und Linkslauf, nur sollte man da vorsichtig sein. Die Ratsche erlaubt zwar eine Umstellung, die Drehmomenteinstellung funktioniert jedoch nur beim Anziehen von Schrauben mit Rechtsgewinde. Das ist jedoch bei fast allen Drehmomentschlüsseln so und daher weisen wir in unserer Tabellenübersicht darauf hin.
Ebenso identisch zu vielen Drehmomentschlüsseln ist die Einstellung des gewünschten Drehmoments. Der Griff lässt sich drehen und der eingestellte Wert kann am Schaft und der Skala auf dem Drehgriff ablesen werden. Bei einer Verstellung von 28 Nm pro Umdrehung ist das etwas gewöhnungsbedürftig, aber nicht unüblich und machbar. Zumindest sind die Teilstriche und Zahlen gut ablesbar.
Der zweite Blick oder besser gesagt der praktische Test des AGT Professional NX9568-944 fällt deutlich besser aus. Auch ohne Prüfprotokoll oder angegebene Toleranz sind die Prüfergebnisse richtig gut. Bei 50 Nm gibt es im Schnitt Abweichungen von 2,8 Prozent und bis 150 Nm reduzieren sich diese auf durchschnittlich 1 Prozent. Für einen günstigen Drehmomentschlüssel ein richtig gutes Ergebnis.
Haskyy DSS-19
Auf den ersten Blick kann der Haskyy DSS-19 überzeugen. Der Koffer ist etwas größer als bei vielen anderen und bringt neben Verlängerung und drei Stecknüssen auch noch drei schlagfeste und lange Stecknüsse mit Kunststoffmantel mit. Das gefällt uns natürlich.
Nicht gefällt uns dagegen, dass dem Schlüssel kein Prüfprotokoll beiliegt und es auch keine Seriennummer gibt. Ebenso gibt es vom Hersteller keine Angabe zur Toleranz. Auch der versprochene Rechts-/Linkslauf bezieht sich ausschließlich auf die Umschaltknarre und nicht die Drehmomenteinstellung. Die funktioniert nur bei Rechtsdrehung.
Beim zweiten Blick zeigt der Haskyy leider einige Schwächen. Das fängt bereits beim Einstellen des Drehmoments an. Teilstriche und Zahlen sind zwar einigermaßen gut zu lesen, stimmen aber nicht überein. Bei Nullstellung am Griff steht dieser zwischen zwei Teilstrichen und es ist nicht zu erkennen, welcher gemeint ist. Dazu kommt, dass sich der Griff nur schwer drehen lässt. Bei höheren Werten ist eine Drehung kaum noch möglich.
Offensichtlich unterscheidet sich der Haskyy DSS-19 lediglich in der Ausstattung vom bereits getesteten Haskyy CDS-15. Der Drehmomentschlüssel hinterlässt den gleichen (nicht so guten) Eindruck und die beigelegten schlagfesten Stecknüsse werten das Gesamtpaket auch nicht wirklich auf.
BGS 2805
Der BGS 2805 kommt in einer runden Verpackung, was uns nicht ganz so gut gefällt. Sie muss komplett auf- oder zugeschraubt werden, was seine Zeit braucht, und bietet auch keinen Platz für Steckeinsätze.
Aber die inneren Werte zählen, und da passt beim BGS fast alles. Es gibt die umschaltbare Knarrenfunktion mit 48 Zähnen und einen extra großen Auswurfknopf. Das Einstellen des Drehmomentes ist recht einfach und nutzerfreundlich gehalten.
Wie auf einem Maßband sind die eingestellten Maße direkt in einem kleinen Fenster abzulesen. Dank des hellen Hintergrunds geht das auch, wenn die Lichtverhältnisse mal nicht ganz so gut sind. Das kann in der Garage beim Reifenwechsel schon mal vorkommen.
Möglich sind dabei sogar Einstellungen in 0,5er-Schritten. Allerdings rutscht die Anzeige dann zwischen zwei Zahlen und zeigt das eingestellte Drehmoment nicht an.
Nicht ganz so gut am BGS 2805 gefällt die Sperre, die sich am Ende des Griffes als kleines Drehrad befindet. Es ist sehr schmal und daher schwer zu greifen, und beim Spannen oder Lösen kann es passieren, dass der eingestellte Wert verdreht wird. Ansonsten hinterlässt der Drehmomentschlüssel von BGS mit seiner gut geschützten Anzeige und dem Umstand, dass sich sogar die Ratscheneinheit als Ersatzteil austauschen lässt, einen guten Eindruck.
S&R 465.112.210
Von der Idee und dem Aufbau her bietet der S&R 465.112.210 ein echt tolles Konzept. Mit 560 Millimeter ist er außergewöhnlich lang, und leicht erreicht man damit die benötigte Kraft. Die Toleranzangabe von ± 4 Prozent ist im Privatgebrauch absolut ausreichend und auch der Koffer inklusive Steckeinsätze und Verlängerung ist nahezu perfekt.
Sehr gut könnte auch die Einstellung und Sperre sein, aber da leistet er sich dann doch ein paar kleine Patzer. Die obere Skala ist mit weißer Schrift auf schwarzem Hintergrund perfekt abzulesen, der Einerwert allerdings nicht. Eine kleine Lupe soll den Ablesewert vergrößern, was aber für eine etwas verzerrte Darstellung sorgt. Stimmen dann die Lichtverhältnisse nicht, wird es schwer, den Wert zu erkennen.
Die Verriegelung, die mit dem Griff eingerastet wird, gefällt uns eigentlich richtig gut. Da der Griff nur rausgezogen oder eingeschoben und nicht gedreht werden muss, kann es auch nicht passieren, dass dabei der Einstellwert verdreht wird. Leider löst sich die Arretierung etwas zu leicht und mitunter auch unbeabsichtigt. Ein wenig schwergängiger und es wäre perfekt.
Mit dem 465.112.210 haben sich S&R etwas Tolles einfallen lassen. Er bietet eine gute Kraftübertragung und kommt inklusive Zubehör im passenden Koffer. Nur an das Ablesen des Einstellwertes und der zu leichtgängigen Arretierung muss man sich erst gewöhnen. Ansonsten bietet der S&R ein gutes und nicht zu teures Gesamtpaket.
Stier 902851
Mit 500 Millimeter besitzt der Stier 902851 eine gute Länge, um große Kräfte einfacher zu übertragen. Dabei bietet er eine hohe Genauigkeit, die der Hersteller mit ± 3 Prozent angibt – ein Wert, der anderen Herstellern deutlich mehr Geld wert ist.
Beim Einstellen des Drehmoments leistet sich der Stier jedoch eine kleine Schwäche. Die Zehnerwerte sind auf der hellen Skala noch perfekt abzulegen, die Einer mit grau auf schwarzem Hintergrund machen es einem dagegen schon schwerer. Passt die Beleuchtung mal nicht oder kommt mit der Zeit Schmutz dazu, kann es schwer werden, hier den exakten Wert abzulesen.
Beim Arretieren des eingestellten Wertes sollte man ein wenig aufpassen und den Griff festhalten. Der Drehring zum Arretieren lässt sich zwar leicht drehen und rastet sehr gut ein, es kann aber passieren, dass man dabei den eingestellten Wert ein wenig verdreht. Das passiert jedoch nur, wenn die Markierung des Einstellwertes nicht genau mittig steht.
Gegenüber unserem Testsieger ist der Stier 902851 deutlich günstiger und bietet dennoch dieselbe Genauigkeit. In kleinen Punkten, wie der Ablesbarkeit oder dem fehlenden Zubehör, muss man dafür aber auch ein paar Abstriche machen. Trotzdem ist der Stier ein toller Drehmomentschlüssel und leistet sich keine echten Schwächen.
Famex 10886-3N-KS
Mit 470 Millimeter ist der Famex 10886-3N-KS nicht sehr lang, und es gehört schon einiges an Kraft dazu, die maximal angegebenen 210 Nm zu erreichen. Dabei kann es dann leider auch passieren, dass sich das eingestellte Drehmoment verstellt.
Gerade die günstigeren Drehmomentschlüssel nutzen zum Einstellen des Drehmoments eine einfache Skala, auf der der Drehgriff gleichzeitig die Anzeige übernimmt. Die groben Stufen werden auf der Skala angezeigt und die genaueren am Drehgriff. Ungünstig ist hierbei eine sehr grobe Gewindesteigung, bei der eine Umdrehung 28 Nm entspricht. Daraus ergibt sich dann auch die etwas wirre Skala in 28er-Schritten. Für 50 Nm muss man beispielsweise die 42-Nm-Markierung auf der Skala anwählen und dann den Griff um 8 Nm weiterdrehen.
Ebenso hauptsächlich bei den günstigeren Schlüsseln ist die Spannschraube am unteren Ende zu finden. Sie klemmt die Gewindeverstellung, was mehr oder weniger gut funktioniert. So kann es beim Verstellen des Drehmomentbereichs passieren, dass sich die Spannschraube von allein anzieht oder auch bei kräftiger Arbeit löst.
In puncto Genauigkeit hebt sich der Famex 10886-3N-KS aber dann doch von den günstigen Modellen in identischer Bauform ab. Es liegen vom Hersteller eine Genauigkeitsangabe von ± 4 Prozent und das dazugehörige Prüfprotokoll vor – auch wenn die Seriennummer auf dem Drehmomentschlüssel nur als Aufkleber angebracht ist.
Amazon Basics DS-DTW-4
Auch der Amazon Basics DS-DTW-4 reiht sich zwischen den günstigen Drehmomentschlüsseln ein und hat mit den üblichen Problemen zu kämpfen.
Trotzdem erhält der Amazon Basics keine Kaufempfehlung, was einen recht banalen Grund hat: Optisch und technisch unterscheidet er sich nicht von einem Belko oder Haskyy und auch die Messwerte sind ähnlich. Allerdings wurde der Amazon Basics offenbar nicht für den deutschen Markt gebaut. Während alle anderen Drehmomentschlüssel auf Newtonmeter ausgelegt sind und nur als Bonus auch foot-pound (ft·lb) anzeigen, ist es beim Amazon Basics umgedreht.
Das hat einen Haken, da 1 ft.lb = 1,3558 Nm entspricht. Die Skala in food-pound zeigt ganze Zahlen und lässt sich relativ gut einstellen. Die Anzeige in Nm hat dagegen Kommastellen, und eine Umdrehung entspricht 27,116 Nm. Das erschwert die Einstellung in Newtonmeter unnötig.
Der Amazon Basics DS-DTW-4 ist zwar nicht schlechter als andere Drehmomentschlüssel in dieser Preisklasse, bietet jedoch keine Nüsse oder anderes Zubehör und hat eine schwer abzulesende Skala. Daher sollte man lieber zu einem anderen Werkzeug greifen, um am Auto, Motorrad oder Fahrrad zu schrauben.
Haskyy CDS-15
Auch der Haskyy CDS-15 reiht sich bei den günstigen Drehmomentschlüsseln ein und setzt auf eine identische Bauweise, die mehr oder weniger überzeugt.
Die Box bietet, wie bei anderen Modellen, neben dem Drehmomentschlüssel auch eine Verlängerung und drei Nüsse, was uns gut gefällt. Ein Prüfprotokoll gibt es allerdings nicht und daher auch keine Seriennummer. Gegenüber den anderen Modellen fallen hier die Kontrollmessungen nicht ganz so gut aus. Sie sind alle etwas kleiner als eingestellt und weichen bis zu 5 Prozent ab. Für den Preis und im Heimgebrauch ist das allerdings kein Drama.
Positiv wirkt auf den ersten Blick der gummierte Griff, der deutlich besser in der Hand liegt. Allerdings halten die Spannschrauben der Arretierung generell nicht so gut und durch den Gummiüberzug übertragen sich Bewegungen der Hand noch besser auf die Drehmomenteinstellung. Es kann daher noch leichter passieren, dass der Wert verstellt wird.
Der Haskyy CDS-15 mit 1/2-Zoll-Aufnahme ist günstig, funktioniert aber mit einigen Nachteilen. Allerdings gibt es ebenso günstige Drehmomentschlüssel, die mehr Freude beim Schrauben am Auto oder Motorrad machen.
Belko Drehmomentschlüssel
Dem Monzana sehr ähnlich ist der Belko Drehmomentschlüssel. Er wird ebenfalls in einer Box mit Verlängerung und drei Nüssen geliefert und nutzt den identischen Aufbau. Aber optisch ähnlich ist noch lange nicht gleich, und in einigen Punkten reicht der Belko nicht an Monzana heran.
Da wäre zum Beispiel die Spannschraube am unteren Ende, die deutlich kleiner und nur sehr schwer zu greifen ist. Wirklich sicher halten diese eh nicht, und wenn sie dann auch noch zu klein sind, um sie möglichst fest anzuziehen, kann es schon etwas fummelig werden.
Gleiches gilt für das Einstellen des Drehmoments. Die Skala ist noch schwächer geprägt und auch die Abstände zwischen den Teilstrichen sind kleiner. Hinzu kommt, dass beim Belko eine Umdrehung das Drehmoment um 28 Nm verstellt. Da ist genaues Hinsehen und Mitzählen gefragt. Es gibt eine Richtungsumschaltung am Knarrenkopf, aber keinen Auswurfknopf für die Nüsse.
Für den günstigen Preis kann man vom Belko Drehmomentschlüssel sicher keine technischen Highlights erwarten. Er funktioniert, man kann damit am Auto oder Motorrad arbeiten und die Messergebnisse sehen gut aus. Allerdings bekommt man für denselben niedrigen Preis auch etwas bessere 1/2-Zoll-Drehmomentschlüssel.
Monzana MZD500
Der Name Monzana tauchte bereits in unserem Test der Werkzeugkoffer auf und ist auch auf vielen anderen Handwerkzeugen und anderen Geräten aus Werkstatt und Haushalt zu finden. Vermutlich handelt es sich um einen Importeur, der Produkten nur seinen Namen aufprägt. Das muss nichts heißen, und auch der Monzana MZD500 ist nicht unbedingt schlecht.
Er ist ein Drehmomentschlüssel mit einer 1/2-Zoll-Aufnahme für Stecknüsse, wie ihn viele andere »Namenlose« ebenfalls sehr günstig anbieten. Der Drehmomentbereich ist umfangreich: 40–210 Nm. Es gibt kein Prüfprotokoll, keine Toleranzangabe und die Technik ist einfach. Aber sie funktioniert (der Preisklasse entsprechend), und die Messergebnisse passen.
Gegenüber anderen günstigen Modellen hebt sich der Monzana aber zumindest mit einer etwas feineren Einstellung ab. Eine Griffumdrehung steht hier nicht für 28 Nm, sondern für 20 Nm, was auch das Ablesen deutlich vereinfacht.
Wer zweimal im Jahr die Reifen wechselt und sie mit dem richtigen Drehmoment anziehen möchte, kann durchaus zum Monzana MZD500 greifen. Er macht seine Arbeit, aber für kleines Geld darf man halt auch keine großen Sachen erwarten.
Goodyear 75522
Der Goodyear 75522 ist dem Drehmomentschlüssel von S&R auf den ersten Blick absolut identisch. Allerdings liegen der Box nur zwei statt drei Steckeinsätze bei. Rechtfertigt das den etwas höheren Preis des S&R 465.112.210? Nein, ganz sicher nicht. Aber die Qualität macht einen nicht unerheblichen Unterschied. Dieser wird bereits beim Ratschenkopf sichtbar, der nicht so sauber überarbeitet wurde wie bei S&R.
Fast schon katastrophal war der erste Eindruck der Einstellungsmöglichkeit und Arretierung. Die rote Markierung der oberen Skala liegt etwas zu hoch und die einzelnen Newtonmeter sind im Schaufenster kaum zu erkennen. Das liegt vor allem daran, dass sich die Anzeige mit dem Rausziehen und Eindrücken des Griffs zur Arretierung mitverschiebt. Jeder Zahlenwert steht daher zweimal übereinander. Die Sperre funktioniert allerdings nicht so richtig, und dadurch ist auch die angezeigte Zahl etwas verschoben.
Dass die Arretierung überhaupt funktioniert, ist nur einem kräftigen Schlag mit dem Handballen zu verdanken. Anfänglich ließ sich der Drehmomentschlüssel gar nicht arretieren. Gut ist auf den Bildern auch der Grat am Griffstück zu sehen, der offenbar auch im Inneren der Einstellung hängt. Es gibt eine Richtungsumschaltung am Knarrenkopf, aber keinen Auswurfknopf für die Nüsse.
Am Aufbau des Goodyear 75522 1/2-Zoll-Schlüssels ist prinzipiell nichts auszusetzen. Allerdings sorgt die qualitative Umsetzung für wenig Begeisterung. Da fragt man sich, wie das Prüfprotokoll angefertigt wurde. Warum wurden die Mängel dabei nicht bemerkt? Eine Arretierung des eingestellten Wertes war bei Lieferung nicht möglich.
So haben wir getestet
Um zu entscheiden, wie man einen Drehmomentschlüssel testet, sollte man als erstes betrachten, wofür ihn die meisten in der heimischen Werkstatt benutzen. Das dürfte das Wechseln der Sommer- und Winterräder sein.
Unter diesem Aspekt haben wir uns im Test für Drehmomentschlüssel bis etwa 200 Nm entschieden. Da Radmuttern am Pkw meist mit einem Drehmoment von 60 bis 200 Nm angezogen werden, wird dieser Bereich bestens abgedeckt.

Die Verpackung sollte sinnvoll sein
Geht es tatsächlich darum, mit dem neuen Drehmomentschlüssel nur die Räder zu wechseln, sollte der Schlüssel die restliche Zeit gut untergebracht sein und optimalerweise auch die benötigten Steckschlüssel beinhalten. Praktisch ist also ein länglicher Werkzeugkoffer, in dem der Drehmomentschlüssel, zwei bis drei Steckeinsätze und vielleicht noch eine kurze Verlängerung Platz finden.
Große Unterschiede gibt es bei den Testkandidaten nicht. Die meisten werden in einer Kunststoffbox geliefert und die erforderlichen Steckschlüssel liegen auch gleich bei. Pluspunkte können hier die Kandidaten sammeln, die auch Steckschlüssel mit Kunststoffmantel (für Felgen aus Aluminium) zur Verfügung stellen.
Das Einstellen ist mitunter nicht so einfach
Bei allen Drehmomentschlüsseln muss zum Einstellen des gewünschten Drehmoments der Griff gedreht werden. Durch ein Gewinde dreht sich dieser rein oder raus und verändert den Druck auf den Klapphebel. Dieses Ein- und Ausdrehen wird bei fast allen gleichzeitig als Anzeige auf einer Skala genutzt. Eine zweite Anzeige am drehbaren Griff zeigt den eingestellten Wert zusätzlich auf den Newtonmeter genau an.
Leider achten dabei nicht alle Hersteller darauf, dass die Anzeige gut ablesbar ist. Bei einigen muss man schon sehr genau hinsehen, und im schummrigen Licht geht dann gar nichts mehr. Kompliziert wird es auch, wenn eine Umdrehung des Griffes nicht für einen glatten Wert steht. Mitunter ändert sich das Drehmoment pro Umdrehung auch um 28 Nm. Dann heißt es mitzählen und genau aufpassen.

Den eingestellten Wert sichern
Mit einem Drehmomentschlüssel wird gearbeitet. Damit sich das eingestellte Drehmoment trotzdem nicht verstellt, besitzen alle Drehmomentschlüssel eine Sperre oder Bremse. Bei den einfachsten Schlüsseln gibt es lediglich eine Spannschraube am unteren Ende. Diese bremst nur, und es kann durchaus passieren, dass der Griff sich dennoch verdrehen lässt.
Besser ist eine Verriegelung, aber auch hier gibt es zwei Varianten. Wird die Verriegelung durch eine Drehbewegung eingerastet, kann es vorkommen, dass dabei der eingestellte Wert verändert wird. Wird die Verriegelung jedoch mit einem Druckknopf gesichert, kann sich der Griff dabei nicht verdrehen.
Die Genauigkeit im Test
Wir haben kein Testlabor und es liegt uns auch fern, die Prüfprotokolle der Hersteller anzuzweifeln. Dennoch sollte das eingestellte Drehmoment der Drehmomentschlüssel überprüft werden.
Nicht um nachzuweisen, dass die versprochene Toleranz von 3 oder 4 Prozent nicht eingehalten wird, das ist mit einem digitalen Drehmomentschlüssel mit einer Toleranzangabe von 2 Prozent auch gar nicht möglich. Vielmehr sollen große Ausreißer entlarvt werden, deren Abweichungen sich deutlich von den anderen Testkandidaten abheben.

Die wichtigsten Fragen
Welcher ist der beste Drehmomentschlüssel?
Nach unserem Test bietet der Ergotorque Precision von KS Tools das beste Gesamtpaket. Die Qualität ist super, die Einstellungen sind leicht vorzunehmen und die Arretierung ist die beste im Test. Auch die Genauigkeitsangabe von ± 3% wird vom Hersteller mit einem Prüfprotokoll bestätigt. Aber auch andere Drehmomentschlüssel aus unserem Test sind empfehlenswert.
Wie funktionieren Drehmomentschlüssel?
Namhafte Hersteller versprechen eine Genauigkeit von ± 3% oder ± 4% und bestätigen das auch mit einem Prüfprotokoll. Bei günstigeren Modell wird auf eine Angabe und auch auf das Prüfprotokoll verzichtet. Unser Test hat aber gezeigt, dass auch die günstigen Drehmomentschlüssel recht gut arbeiten und wir konnten keine großen Abweichungen feststellen.
Wie oft muss man einen Drehmomentschlüssel kalibrieren?
Laut Angaben der DEKRA sollte ein Drehmomentschlüssel nach etwa 5.000 Einsätzen oder spätestens nach einem Jahr neu kalibriert werden. Kommt der Drehmomentschlüssel jedoch lediglich beim Radwechsel zum Einsatz und wird die restliche Zeit sicher eingelagert, kann das Intervall im privaten Bereich auch größer ausfallen. Schließlich kostet eine solche Kalibrierung bis zu 50 Euro, und dafür gibt es bereits geprüfte Drehmomentschlüssel neu zu kaufen.
Mit welchem Drehmoment sollte man Räder anziehen?
Das lässt sich pauschal nicht sagen und hängt von den verwendeten Schrauben und Felgen ab. Angaben dazu befinden sich in der Gebrauchsanleitung des Fahrzeuges oder den Papieren der Alu-Felgen. Für den Reifenwechsel bietet sich generell einen Drehmomentbereich von 50–200 Nm an. Beim Fahrrad werden die Schraubverbindungen nicht ganz so fest gezogen, hier kommt man mit einem Drehmomentbereich bis 50 oder 60 Nm ganz gut klar. Beim Motorrad liegt der optimale Drehmomentbereich für Muttern und Schraubverbindungen zwischen dem von Auto und Fahrrad.
Was ist beim Kauf eines Drehmomentschlüssels zu beachten?
Wichtig ist in erster Linie, einen Drehmomentschlüssel für den richtigen Bereich zu kaufen. Während die Muttern bei Autoreifen mit bis zu 200 Nm angezogen werden, benötigen Zündkerzen ein deutlich geringeres Anzugsmoment.
Des Weiteren sollte dem Drehmomentschlüssel ein Prüfprotokoll beiliegen, das die angegebene Genauigkeit bestätigt. Das heißt, der Drehmomentschlüssel wurde kalibriert.
Die Bedienung, also das Einstellen und Sichern des Drehmoments, kann sehr unterschiedlich ausfallen. Wer damit jedoch nur seine Räder wechselt und den Drehmomentschlüssel zweimal im Jahr nutzt, wird sicher kein Problem damit haben, wenn die Einstellung nicht so leicht von der Hand geht.
Die Länge der Knarre spielt auch eine Rolle, mit einem längeren Werkzeug hat man einen größeren Hebel und tut sich insgesamt leichter beim Lösen oder Festziehen von Muttern und Schraubverbindungen.




























































































