Kaum ein Fahrradzubehör ist so unscheinbar und gleichzeitig so wichtig wie die Satteltasche. Fahrrad-Satteltaschen verschwinden fast unter dem Sattel und bieten Platz für das unverzichtbare Pannenkit wie ein Multitool und den Ersatzschlauch. Kleine Satteltaschen beeinflussen das Fahrverhalten kaum und retten dann doch die ein oder andere Tour. Schließlich hat man einen platten Reifen oder ein schleifendes Schutzblech meist genau dann, wenn man es nicht gebrauchen kann.
Damit die Satteltasche ein Held bleibt und nicht durch eine wackelige Befestigung oder umständliche Bedienung zum Bösewicht wird, haben wir 11 Fahrrad-Satteltaschen für das Stadtrad, Mountainbike und Rennrad getestet. Drei davon können wir besonders empfehlen.
Kurzübersicht
Cube Acid Satteltasche Pro 0,8

- Gute Verarbeitung
- Reflektoren
- Mit Innenfach
- Wasserdicht
- Leicht zu reinigen
Für nahezu jedes Fahrrad eignet sich die Cube Acid Satteltasche Pro 0,8. Die wasserdichte Satteltasche besitzt reflektierende Elemente, ein praktisches Innenfach und einen Rolltopverschluss. Dadurch kann man das Packvolumen flexibler anpassen. Dazu sitzt die Befestigung mit Klettverschlüssen an Sattelstrebe und -stange bombenfest, egal ob Mountainbike, Rennrad oder Stadtrad.
Vaude Race Light XL
Die Vaude Race Light XL ist unsere Empfehlung für alle, die eine kleine Stofftasche für den Alltag suchen, die dauerhaft am Fahrrad montiert bleiben kann. Reflektierende Elemente sorgen für mehr Sicherheit, das Rücklicht kann direkt an der Tasche befestigt werden. Der Taschendeckel lässt sich ganz öffnen – mit dem Innenfach ist Ordnung garantiert. Die Stofftasche ist nicht wasserdicht und eignet sich somit nur für trockene Fahrten.
Rovativ Werkzeugtasche

- Minimalistisches Design
- Drei Fächer
- Sehr leicht
- Leicht zu reinigen
Die Rovativ Werkzeugtasche ist mit rund 50 Gramm die leichteste und kleinste Satteltasche im Test – einmal montiert, sitzt die Tasche bombenfest, auch wenn man sie kaum sieht. Das Werkzeugmäppchen mit drei Fächern eignet sich jedoch nur für das allernötigste Pannenkit – mehr Platz gibt es nicht. Spritzwasser oder Schlamm gelangen kaum in die Tasche, wobei die auch schnell gereinigt ist. Somit eignet sich die Rovativ für jedes Fahrrad.
Vergleichstabelle
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- Gute Verarbeitung
- Reflektoren
- Mit Innenfach
- Wasserdicht
- Leicht zu reinigen

- Rücklicht kann an der Tasche befestigt werden
- Formstabil
- Drei Innenfächer
- Gute Kompression
- Nicht wasserdicht

- Minimalistisches Design
- Drei Fächer
- Sehr leicht
- Leicht zu reinigen

- Sehr gute Verarbeitung
- Wasserdicht
- Praktisches Adaptersystem
- Rolltop etwas kurz

- Sehr gute Verarbeitung
- Sehr leicht
- Ganzer Deckel öffnet sich
- Waschbar
- Nicht wasserdicht

- Gute Verarbeitung
- Praktisches Adaptersystem
- Rücklicht kann an der Tasche befestigt werden
- Reflektoren
- Inhalt wackelt, wenn nicht perfekt beladen

- Stauraum erweiterbar
- Sehr leicht
- Reflektoren
- Waschbar
- Verarbeitung des Klettverschluss mäßig
- Nicht wasserdicht

- Gute Verarbeitung
- Gute Kompression
- Mit Innenfach
- Rücklicht kann an der Tasche befestigt werden
- Sehr klobig
- Schwer

- Minimalistisches Design
- Gute Verarbeitung
- Praktisches Adaptersystem
- Rücklicht kann an der Tasche befestigt werden
- Sehr teuer
- Inhalt wackelt, wenn nicht perfekt beladen

- Sehr gute Verarbeitung
- Sehr gute Kompression
- Reflektoren
- Waschbar
- Kompressionsriemen schleift teilweise am Bein
- Rolltop unförmig

- Zwei Innenfächer
- Rücklicht kann an der Tasche befestigt werden
- Praktisches Adaptersystem
- Leicht zu reinigen
- Reißverschluss hakt
- Sehr klobig und unförmig
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Gepäck am Gesäß: Fahrrad-Satteltaschen im Test
Mit dem Fahrrad ist es nicht anders als mit der Wohnung: Jeder freie Raum muss effizient genutzt werden. Der Platz unter dem Fahrradsattel eignet sich dafür wunderbar: Die Tasche stört nicht beim Treten und ist unkompliziert an der Sattelstange montiert. Dafür sind ganz bequem Kleinteile wie Werkzeug oder ein Pannenset bei jeder Tour dabei und schnell griffbereit.
Klein oder groß: Arten von Satteltaschen
Klassische Untersatteltaschen haben ein Volumen von bis zu zwei Litern und sind dauerhaft am City- oder Trekkingrad montiert. Da sie besonders klein und leicht sind, beeinflussen sie den Schwerpunkt des Fahrrads kaum – man muss sich also keine Sorgen um das Fahrverhalten machen.
An Rennrädern sieht man oft noch minimalistischere Satteltaschen, die sehr eng und schmal an der Sattelstütze anliegen. Dadurch bieten sie weniger Windangriffsfläche und eine bessere Aerodynamik.

Ganz anders sind Satteltaschen für das Bikepacking. Die länglichen Taschen, die unter dem Sattel nach hinten ragen – liebevoll auch Arschraketen genannt – haben ein Volumen von fünf bis zu 15 Litern. Sie sind für mehrtägige Bikepacking-Touren gedacht. Oft haben diese einen Rolltop: Damit kann man die Tasche bei Bedarf besser vergrößern oder verkleinern und Wasser dringt schlechter ein als bei einem Reißverschluss.
Bikepacking-Satteltaschen haben durch ihre Größe und die schwere Beladung einen stärkeren Einfluss auf das Fahrverhalten. Sie werden vor allem ergänzend zum Bikepacking-Setup mit Rahmen- und Lenkertasche genutzt.
In unserem Satteltaschen-Test konzentrieren wir uns zunächst auf kleine Satteltaschen für den Alltag, das Touren- und Rennrad sowie das Mountainbike.
Klett oder Riemen: Verschiedene Befestigungen
Damit die Satteltasche beim Fahren nicht stört oder sich im Laufe der Tour auf eigene Reisen begibt, muss sie fest am Sattel sitzen. Dabei sollte sie auf keinen Fall am Hinterrad schleifen oder sich etwa durch Nässe lösen. Je ruppiger der Untergrund ist, etwa beim Mountainbiken, desto sicherer muss die Befestigung sein.

Die meisten Satteltaschen werden mithilfe von Klett- oder Schnallenverschlüssen an der Stange bzw. Stütze direkt unter dem Sattel befestigt. Oft gibt es noch eine weitere Sicherung an der Sattelstrebe.
Manche Satteltaschen nutzen ein Adaptersystem: An den Sattelstreben wird eine Schiene befestigt, in der die Tasche einrastet. Dadurch kann man die Satteltasche schneller und unkomplizierter abnehmen – etwa wenn man Kleingeld oder Wertgegenstände darin transportiert und nicht draußen stehen lassen will. Dafür kann man die Satteltasche nicht ganz so flexibel an mehreren Fahrrädern nutzen.
Bei Mountainbikes mit Vario-Sattelstützen muss man darauf achten, Satteltaschen zu wählen, die nur an der Sattelstrebe montiert werden. Da die Sattelstützen ein- und ausgefahren werden, ist ein sicherer Halt an der Sattelstange bzw. Sattelstütze nicht möglich.
Materialien und Verarbeitung
Fahrrad-Satteltaschen bekommen beim Fahren immer das Schlimmste ab – nämlich dreckiges Spritzwasser und gegebenenfalls sogar Schlamm. Daher spielen die Materialqualität und die Verarbeitung eine große Rolle. Robuste Stoffe, saubere Nähte und belastbare Reißverschlüsse sorgen für eine längere Lebensdauer.
Häufig kommen Nylon oder Polyester zum Einsatz
Häufig kommen Kunstfasern wie Nylon oder Polyester zum Einsatz. Nylon gilt als besonders reißfest und widerstandsfähig gegen Abrieb, während Polyester formstabil ist und Feuchtigkeit weniger stark aufnimmt. TPU, thermoplastisches Polyurethan, wird hingegen als Beschichtung verwendet, um die Taschen strapazierfähig und wetterfest zu machen. Daneben gibt es noch PU-, also Polyurethan-Beschichtungen. Die verbessern ebenfalls den Schutz vor Nässe, sind aber weniger robust als TPU-Lösungen.
Stofftaschen sind hingegen leichter und flexibler, aber nicht immer wasserdicht. Hier kommt es auf die Materialstärke und gegebenenfalls die Beschichtung an.
Wer häufig bei schlechtem Wetter fährt, sollte auf wasserdichte und abriebfeste Materialien achten. Andere, die ihr Fahrrad im Alltag ohnehin nur bei gutem Wetter nutzen, können auch eine wasserdurchlässige Stofftasche kaufen. Die kann man im Zweifel auch mal im Schonprogramm in die Waschmaschine stecken.
Unser Favorit
Cube Acid Satteltasche Pro 0,8

- Gute Verarbeitung
- Reflektoren
- Mit Innenfach
- Wasserdicht
- Leicht zu reinigen
Kompakt, wasserdicht und hochwertig: Die Cube Acid Satteltasche Pro 0,8 ist unser Testsieger. Die schwarze Satteltasche eignet sich für das Stadt-, Trekking- und Rennrad und bietet großzügig Platz für das Pannenkit, bestehend aus Schlauch, Multitool, Minipumpe und Reifenheber.
Die minimalistisch designte Pro 0,8 ist hervorragend verarbeitet. Die verschweißten Nähte verhindern, dass der Inhalt nass wird. Die Tasche besteht aus TPU, das für seine abriebfesten und elastischen Eigenschaften bekannt ist. Die Satteltasche wirkt dementsprechend auch sehr robust. Außerdem kann man das Material leicht abwischen, wenn Schlamm und Spritzwasser unschöne Flecken hinterlassen.
Die Befestigung am Sattel ist kinderleicht, aber auch bombenfest: Die Pro 0,8 wird mit zwei Klettverschlüssen an der Sattelstrebe sowie an der Sattelstange befestigt. Einmal dran, lösen sich die Klettverschlüsse auch nach langen Fahrten nicht. Uns fällt direkt auf, wie schick und minimalistisch die Satteltasche aussieht – nicht so, als hätten wir einen Klotz hinter uns.
Die Pro 0,8 besitzt einen Rolltop-Verschluss. So kann man die Satteltasche bequem packen, weil man schön reingreifen kann. Das zusätzliche Innenfach sorgt dafür, dass nichts klappert. Durch den Rolltop sieht man den Inhalt nicht gut – da die Satteltasche jedoch nicht besonders groß ist, erwarten wir beim Reinfassen auch keine großen Überraschungen.
Im Fahrtest gefällt uns besonders, dass die formstabile Tasche nie überladen aussieht. Dank des Rolltops hat man außerdem etwas Spiel, wie voll man die Tasche packen möchte. Wir haben beim Rennradfahren neben dem Pannenkit sogar eine leichte Windjacke verstauen können.
Ein zusätzlicher Pluspunkt sind die reflektierenden Streifen, die für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen. Schade ist nur, dass es keine Ösen gibt, an denen man die Rückleuchte direkt an der Tasche befestigen kann. Da die Cube Acid jedoch sehr klein und kompakt ist, bietet die Sattelstange darunter noch genug Platz für das Rücklicht.
Mit hervorragender Verarbeitung, kompakt-schickem Design und Rolltop ist die Cube Acid Satteltasche Pro 0,8 für fast jedes Fahrrad geeignet. Dank der einfachen, aber sicheren Befestigung kann man die Satteltasche beliebig anbringen und hat immer das Nötigste dabei.
Cube Acid Satteltasche Pro 0,8 im Testspiegel
Weitere Empfehlungen
Vaude Race Light XL
Eine Satteltasche, wie sie im Bilderbuch zu sehen ist: Die Vaude Race Light XL ist eine klassische Satteltasche aus Stoff, wie sie schon seit Jahrzehnten gefahren wird. Wir empfehlen sie allen, die eine kleine Satteltasche für das nötige Pannenkit suchen und nur an trockenen Tagen unterwegs sind.
Die Vaude Race Light XL ist im Vergleich zu anderen Stofftaschen im Test ziemlich formstabil, da oben und unten ein Inlay vernäht ist. Die Verarbeitung ist sehr gut. Mittels Klettverschluss wird die Tasche an Sattelstrebe und Sattelstange befestigt.
Wir wollen die Satteltasche mit unserem Pannenkit bepacken, bevor wir sie am Rad montieren. Den Reißverschluss kann man jedoch nur gut öffnen und schließen, wenn die Tasche unter Spannung steht und montiert ist – typisch für Satteltaschen aus Stoff. Kein Problem, also andersherum: Nach kinderleichter Montage öffnet sich der gesamte Taschendeckel. So enthüllen sich ganze drei praktische Innenfächer – Chaos und Unordnung gibt es hier nicht.
Voll beladen fällt die Vaude beim Fahren kaum ins Gewicht, da sie auch ohne Beladung nur 113 Gramm wiegt. Im Fahrtest bleibt alles an Ort und Stelle und dank Innenfächern klappert hier nichts. Besonders gut ist der Kompressionsriemen um die Satteltasche. So ist die Tasche nie unförmig und sitzt stramm.
Wer möchte, kann das Rücklicht direkt an der Satteltasche befestigen. Dazu gibt es auch reflektierende Elemente für mehr Sicherheit. Sobald es regnet und die Straßen nass sind, wird jedoch auch der Inhalt feucht.
Pluspunkt für alle grünen Fahrradfahrer: Die Race Light XL besteht zu hundert Prozent aus recyceltem Polyester, genauer aus recycelten PET-Flaschen. Dazu hat das Unternehmen seit 2015 das Fair-Wear-Leader-Siegel und steht laut eigenen Angaben für faire und klimaneutrale Produktion in Baden-Württemberg.
Stadt- und Tourenfahrer treffen mit der Vaude Race Light XL eine gute Wahl, solange es nicht stört, dass der Inhalt nass werden könnte. Dank praktischer Innenfächer und guter Kompression nutzt man die Vaude sehr gerne.
Rovativ Werkzeugtasche

- Minimalistisches Design
- Drei Fächer
- Sehr leicht
- Leicht zu reinigen
Minimalistischer geht’s nicht: Die Rovativ Werkzeugtasche fällt auf den ersten und zweiten Blick nicht am Sattel auf und rettet im Zweifelsfall dennoch die ein oder andere Fahrradtour. Die Satteltasche besitzt nur drei Fächer für das Allerwichtigste und eignet sich für alle, die die Satteltasche nur an der Sattelstrebe montieren möchten – etwa Mountainbikefahrer mit Vario-Sattelstützen.
Die Rovativ Werkzeugtasche erinnert an eine Stoff- oder Mäppchenrolle zur Aufbewahrung von Pinseln und Stiften. So funktioniert sie auch: In die drei Hauptfächer wird das Pannenkit aufgeteilt, die Tasche wird zusammengefaltet und dann mittels Klettverschluss an der Sattelstrebe befestigt.
An den Rändern sind noch leichte Klebereste zu erkennen. Die drei Fächer sowie der Klettverschluss sind wiederum sehr gut verarbeitet. Ein Vorteil der minimalistischen Konstruktion ist das Gewicht: Mit rund 50 Gramm ist die Rovativ federleicht und eignet sich somit auch für Rennradfahrer, die auf jedes Gramm achten. Natürlich muss man sich im Klaren sein, dass das Packvolumen der Werkzeugtasche damit sehr limitiert ist: Multitool, Minipumpe und Reifenheber finden Platz, dann ist aber auch Schluss.
Im Fahrtest sitzt die Rovativ Werkzeugtasche klapper- und wackelfrei – auch auf Trails über Stock und Stein. Schlamm und Spritzwasser kann man vom TPU einfach abwischen. Da die Tasche gefaltet wird, können bei starkem Regen durchaus ein paar Tropfen in die Zwischenlagen eindringen. Wen es nicht stört, dass das Multitool und der Reifenheber mal nass werden, der kann sie auch bei stürmischem Fahrradwetter oder bei schlammigen Trails nutzen.
Der aufgerufene Preis ist für die Satteltasche in Ordnung, vor allem, da hier nicht wie bei einem Reißverschluss etwas kaputtgehen kann. Wir haben die Werkzeugtasche sehr voll beladen, die Fächer sind dennoch nicht ausgeleiert und auch der Klettverschluss macht einen hochwertigen Eindruck.
Wir empfehlen die Rovativ Werkzeugtasche allen, die eine einfache und minimalistische Satteltasche suchen, die man dauerhaft am Sattel lassen kann und die nur an der Sattelstrebe montiert wird.
Außerdem getestet
Rhinowalk Satteltasche 1,5
Die Rhinowalk Satteltasche ist in drei Größen erhältlich, wir haben das kleinste Modell mit 1,5 Liter Volumen getestet. Die formstabile Tasche ist gut verarbeitet, besitzt verschweißte Nähte und macht einen sehr robusten Eindruck. Per Klettverschluss wird die Rhinowalk an Sattelstrebe und Sattelstange befestigt.
Die Rhinowalk wirkt selbst unbeladen ziemlich klobig. Das liegt einerseits am Rolltop und andererseits an den vielen Klickverschlüssen an den Seiten. Ganze 218 Gramm bringt die Rhinowalk ohne Inhalt auf die Waage.
Durch den Rolltop kann man den Inhalt nicht gut von außen sehen. Dafür kann man aber auch gut reingreifen und es gibt ein separates Innenfach. Die Kompression funktioniert durch Klickverschlüsse an den Seiten einwandfrei. Positiv ist auch der Klemmverschluss am Klickverschluss: So kann man den Kompressionsriemen an verschiedene Inhalte anpassen, ohne den Klickverschluss ganz zu öffnen.
Die Klickverschlüsse sind fest vernäht, man hat also kein Spiel, wie eng man den Rolltop einnäht oder die Tasche befüllt. Das funktioniert bei anderen Rolltop-Satteltaschen im Test besser.
Während der Fahrt wackelt nichts, die Satteltasche sitzt sicher am Fahrrad. Positiv ist die Vorrichtung, um das Rücklicht direkt an der Tasche zu befestigen. Im Regentest blieb der Inhalt weitgehend trocken.
SKS Germany Explorer Click 800
Die SKS Germany Explorer Click 800 besitzt einen praktischen Adapter, der dauerhaft an der Sattelstrebe montiert wird. So wird die Satteltasche selbst einfach an- und ausgeklickt.
Uns fällt direkt auf, wie robust und gut verarbeitet die Tasche ist. Die formstabile Explorer Click besteht aus gummiertem und wasserabweisendem Gewebe. Der Hersteller empfiehlt die Tasche daher auch Mountainbikern – also ab zum nächsten Trail im Münchner Süden.
Wir bepacken die SKS für unsere Testfahrt. Es gibt zwar vier Einzelfächer, die jedoch so eng und klein sind, dass man nicht wirklich etwas reinpacken kann. Unser Testkit bleibt also im geräumigen Innenfach. Während der Fahrt wird das zum Nachteil – ist die Tasche nicht perfekt ausgefüllt, klappert der Inhalt während der Fahrt laut. Gerade beim Mountainbiken, wo man unebenes Gelände und viele Schläge am Fahrrad abbekommt, ist das ziemlich unpraktisch.
Die Tasche selbst wackelt minimal an der Vorrichtung. Im Regentest wird der Inhalt leicht nass. Dafür kann man das gummiartige Material jedoch einfach nach der Tour abwischen.
Rockbros Satteltasche kratzfest
Mit der Rockbros Satteltasche kratzfest fühlt es sich an, als ob man einen kleinen Koffer am Sattel montiert hat. Das Material und die Nähte sind gut verarbeitet, dazu ist die Satteltasche durch PU-Beschichtung und EVA-Gewebe in der Tat kratzfest. Der Reißverschluss ist jedoch sehr hakelig und lässt sich nur mit Mühe auf- und zuziehen.
Die Befestigungsvorrichtung wird dauerhaft an die Sattelstrebe geklemmt. Zusätzlich kann man die Tasche um die Sattelstange mit einem Klettverschluss befestigen. Die Tasche wird dann einfach in die Vorrichtung geschoben, das funktioniert im Test gut. Im Fahrtest ist die Tasche stabil am Sattel, auch wenn die Vorrichtung minimal wackelt.
Leider sind wir mit der Bedienung der Rockbros nicht zufrieden: Obwohl die Tasche ein recht großes Volumen von 1,5 Litern hat, kann man den seitlichen Deckel nicht ganz öffnen. Da die Tasche so stabil und starr ist, muss man ganz schön ziehen, um den Inhalt gut zu sehen. Dafür gibt es immerhin zwei Innenfächer und eine Vorrichtung, um das Rücklicht direkt an der Tasche zu befestigen.
Die diamantförmige Rockbros sieht am Stadtrad ziemlich klobig aus. Der Hersteller empfiehlt sie auch fürs Mountainbiken – wobei der Inhalt im Regentest leicht nass wurde. Dafür kann man die Tasche leicht reinigen und abwischen.
CamelBak Mule 1
Die CamelBak Mule 1 hat keinen klassischen Rolltop, sondern eher eine Segeltuchkonstruktion, wie der Hersteller beschreibt. Die CamelBak Mule 1 richtet sich an Tourenfahrer. Die Verarbeitung ist solide, dazu ist die Tasche angenehm formstabil. Mit einem Klettverschluss wird die Mule an der Sattelstange befestigt und mit einem weiteren Gummi-Strap an der Sattelstrebe. Letzterer dient auch zur Kompression der Satteltasche, worauf wir gleich näher zu sprechen kommen.
Wir sind von der Segeltuchkonstruktion nicht ganz so überzeugt wie von den klassischen Rolltops im Test. Wenn man die CamelBak nicht perfekt ausfüllt und die Tasche schließen möchte, steht der aufgerollte Stoff links und rechts unförmig ab. Außerdem ist die Tasche sehr dick, so geht beim Einrollen des Segeltuchs viel Platz verloren. Das nimmt die Vorteile des Rolltops, bei dem man eigentlich etwas mehr Spielraum beim Bepacken hat.
Der blaue Gummi-Strap zur Kompression funktioniert wiederum sehr gut, die Tasche sitzt auch stabil am Sattel. Blöd ist nur, dass der Strap zu lang ist, wenn die Tasche nicht ganz ausgefüllt ist, und dann unangenehm am Bein schleift.
Die Mule 1 besitzt reflektierende Elemente. Laut Hersteller wird sie nach IPX5 als wasserdicht eingestuft, soll also gegen Strahlwasser aus jedem beliebigen Winkel geschützt sein. Im Praxistest wurde der Inhalt leicht nass.
Cyclite Nano 01
Minimalistisch, aber mit Höchstgeschwindigkeiten: Die Cyclite Nano 01 ist eine kleine Satteltasche für schnelle Touren mit wenig Windangriffsfläche. Die Nano ist hervorragend verarbeitet, das versteifte Material sorgt für eine stabile Eigenform. Dazu gibt es einen sehr guten Reißverschluss und verschweißte Nähte.
Laut Hersteller wird hier ein eigens entwickeltes Material namens LiteGrid-RN200T3 eingesetzt, bei dem zwei Nylonarten miteinander verarbeitet und verschweißt werden. Die Tasche macht einen durchaus robusten und langlebigen Eindruck. Dabei ist sie mit 76 Gramm Eigengewicht sehr leicht – perfekt für Rennradfahrer, die auf jedes Gramm achten.
Die Cyclite ist mit einem cleveren Adaptersystem ausgestattet. Die Vorrichtung wird per Gummis um die Sattelstange befestigt. Die Tasche wird dann mit einem Klick einfach draufgesetzt. Das funktioniert im Praxistest einwandfrei, auch wenn Vorrichtung oder Tasche nass sind.
Vor unserer ersten Fahrt wollen wir die Nano mit unserem Pannenkit beladen. Wir hätten uns gewünscht, dass der Reißverschluss etwas tiefer ist. Die Tasche lässt sich nicht ganz öffnen, da das Material so formstabil ist. Im Praxistest bemerken wir dann einen weiteren Nachteil: Packt man die Nano nicht perfekt und füllt das Innere ganz aus, klappern Multitool und Reifenheber schon mal nervig gegeneinander. Die Tasche selbst sitzt dabei jedoch sehr stabil an der Vorrichtung.
Unser Testmodell in Weiß hat einige unschöne dunkle Flecken bekommen, die sich nicht mehr reinigen ließen. Es gibt die Tasche aber auch in Schwarz.
Was Gewicht, Design und Verarbeitung angeht, kann man der Cyclite Nano 01 nichts vorwerfen. Für den sehr hohen Verkaufspreis hätten wir uns jedoch noch eine Innentasche oder einen Gummizug gewünscht, um die Beladung zu befestigen.
Evoc Satteltasche M
Die Evoc Satteltasche ist eine unscheinbare, kleine Fahrrad-Satteltasche, die sich besonders für Stadt- und Tourenräder eignet. Die Tasche ist in zwei Größen und drei Farben erhältlich – wir haben das Modell in M im sommerlichen Blau getestet.
Die Stofftasche ist schön formstabil, da sie sehr klein ist. Dafür wiegt sie auch nur 50 Gramm. Mit einem Klettverschluss wird die Evoc an Sattelstrebe und Sattelstange befestigt.
Befüllen sollte man die Evoc jedoch erst, wenn die Satteltasche befestigt ist. Sonst kann man den Reißverschluss nicht gut öffnen und schließen. Die Montage funktioniert kinderleicht, die Tasche sitzt auch sehr stabil während unserer langen Testfahrt auf dem Stadtrad. Dazu öffnet sich der ganze Deckel. So kann man komplett in die Tasche reingreifen und muss nicht im Dunkeln fischen.
Im Regentest wird der Inhalt leider komplett nass. Auch sonst sticht die Evoc nicht mit großen Besonderheiten oder Auffälligkeiten hervor. Wer eine simple und gut verarbeitete Satteltasche für das Stadtrad sucht, macht hier – auch bei dem aufgerufenen Preis – nichts falsch. Für eine Empfehlung fehlt uns jedoch ein Alleinstellungsmerkmal.
Ortlieb Micro-Bag
Die Ortlieb Micro-Bag wird vom Hersteller selbst mit dem Motto »Minimalism to the Max« beworben. Die kleine Satteltasche mit einem Volumen von 0,5 Litern macht in der Tat viel richtig. Die Verarbeitung ist ausgezeichnet.
Die Micro-Bag wird mit einer Vorrichtung geliefert, die dauerhaft an der Sattelstrebe befestigt wird. Die Satteltasche wird hier dann einfach eingerastet – das funktioniert im Test einwandfrei. Damit eignet sich die Micro-Bag auch für Mountainbikes mit Vario-Stützen, bei denen keine Befestigung an der Sattelstange möglich ist.
Wir bepacken die Ortlieb mit unserem Pannenkit und radeln los. Unterwegs möchten wir unseren Proteinriegel aus der Tasche holen. Der Rolltop wird mit zwei seitlichen Gummibändern befestigt. Die Gummibänder haben eine griffige Schnalle – so gestaltet sich das Haken und Lösen sehr einfach. Greift man in die Tasche, stößt man jedoch an das formgebende Inlay. Das ist etwas umständlich und nervig. Außerdem wäre es gut gewesen, wenn der Rolltop einen Tick länger wäre. So hätte man mehr Spielraum beim Bepacken der Tasche, je nachdem, wie lange die Tour ist.
Die Micro-Bag sitzt während der gesamten Testfahrt bombenfest am Sattel. Nach einem starken Regenschauer blieb der gesamte Inhalt der Tasche trocken. Das PU-beschichtete Nylon lässt sich außerdem einfach abwischen und macht einen robusten Eindruck. So haben wir die Micro-Bag auch an unserem Mountainbike gerne gefahren. Ortlieb weist darauf hin, dass die Micro-Bag nicht für Carbon-Sättel geeignet ist.
Deuter Bike Bag 1,1 + 0,3
Die Deuter Bike Bag 1,1 + 0,3 ist die einzige Satteltasche im Test, bei der man den Stauraum erweitern kann. Dafür wird der Reißverschluss unterhalb der Satteltasche geöffnet und tada – ganze 300 Milliliter Volumen gibt es mehr. Die Stofftasche ist nicht formstabil, dafür allerdings sehr leicht und kann bei Nichtbenutzung klein zusammengerollt werden. Außerdem gibt es Ösen, um das Rücklicht direkt an der Tasche zu befestigen.
Die Satteltasche selbst ist gut verarbeitet. Die Klettverschlüsse, mit denen man die Tasche an Sattelstrebe und Sattelstange befestigt, machen jedoch einen minderwertigen Eindruck. Sie rollen sich ständig ein und sind sehr labbrig.
Ist die Deuter montiert, kann man den Reißverschluss auch angenehm öffnen und die Tasche befüllen. Innenfächer gibt es keine, dafür kann man den gesamten Deckel öffnen und hat den Inhalt gut im Blick. Die Kompression funktioniert leider nicht so gut, da die Klettverschlüsse zu flexibel sind. So sieht die Tasche bei voller Beladung eher unförmig aus.
Während der Fahrt sitzt die Satteltasche stabil am Sattel, die Befestigung funktioniert einwandfrei. Den Regentest hat die Deuter leider nicht überstanden, der gesamte Inhalt wurde nass.
Wer eine einfache Satteltasche für sein Stadt- oder Tourenrad sucht, kann durchaus auf die Deuter Bike Bag setzen. Der erweiterbare Stauraum ist sehr praktisch, wenn man doch mal eine längere Tour fahren und eine dünne Regenjacke einpacken möchte. Uns hat die Verarbeitung der Klettverschlüsse nicht überzeugt.
So haben wir getestet
Zunächst prüfen wir die Verarbeitung der Satteltasche und wiegen jedes Modell. Anschließend bewerten wir Extras wie verschiedene Befestigungsmöglichkeiten, Innenfächer, reflektierende Elemente oder auch Vorrichtungen, um die Rückleuchten direkt an der Satteltasche zu befestigen.
Bei der Montage unterscheidet man zwischen Adaptersystemen und Klettverschlüssen an der Sattelstrebe und Sattelstange. Hier bewerten wir, wie sicher die Tasche am Sattel sitzt und für welche Fahrräder sie geeignet ist.
Für den Fahrtest wird jede Fahrrad-Satteltasche mit demselben Inhalt beladen, bestehend aus Multitool, Minipumpe, Reifenheber, Taschentüchern und einer CO₂-Kartusche. Anschließend werden alle Fahrrad-Satteltaschen auf mehreren Touren getestet, wobei wir mit jeder Satteltasche mindestens zehn Kilometer fahren. Dazu befestigen wir die Satteltaschen je nach Einsatzzweck sowohl an einem Rennrad, Mountainbike und Citybike. Unsere Tour beinhaltet sowohl Gravel- als auch Stadtpassagen – so können wir den Halt auch bei starker Vibration bewerten.
Nach den Fahrtests werden alle Satteltaschen für fünf Minuten mit einem starken Wasserstrahl besprüht, um Spritzwasser und Regen zu simulieren und die Taschen auf Wasserdichtigkeit zu prüfen. Abschließend werden alle Satteltaschen im Hinblick auf ihre Qualität und den Preis miteinander verglichen.
Die wichtigsten Fragen
Welche Fahrrad-Satteltasche ist die beste?
Die beste Fahrrad-Satteltasche für die meisten ist die Cube Acid Satteltasche Pro 0,8. Die dezent gestaltete Satteltasche macht am Stadtrad eine genauso gute Figur wie am Rennrad. Dazu ist sie hochwertig verarbeitet, wasserdicht und hat reflektierende Elemente. Es gibt in unserem Test aber auch interessante Alternativen.
Wie werden Fahrrad-Satteltaschen befestigt?
Die meisten Satteltaschen werden mit Klettriemen an Sattelstrebe und Sattelstange befestigt. Es gibt jedoch auch Adaptersysteme, die dauerhaft am Sattel montiert werden. Die Satteltaschen werden dann einfach darauf eingeklickt.
Aus welchem Material sind Fahrrad-Satteltaschen?
Typische Satteltaschen für den Alltag und für Touren bestehen aus beschichtetem Stoff. Bei trockenem Wetter ist das auch kein Problem. Wer viel bei Regen oder auf dem Mountainbike auf schlammigen Wegen unterwegs ist, sollte lieber auf eine Satteltasche aus robustem und wasserdichtem Kunststoff setzen.























































