Wie teuer eine private Krankenversicherung ist, hängt von vielen Faktoren ab. Neben Alter, Gesundheitszustand und den gewünschten Leistungen spielt der berufliche Status eine wichtige Rolle: Angestellte, Selbstständige und Beamte zahlen ganz unterschiedliche Beiträge. Wir erklären, wie teuer eine PKV ist und was Sie gegen hohe Kosten tun können.
Das Wichtigste in Kürze
- Leistungen, Alter und Gesundheit sind entscheidend: Die Beiträge einer PKV richten sich vor allem nach den gewünschten Leistungen, dem Alter sowie dem Gesundheitszustand bei Abschluss.
- Beiträge steigen langfristig: Die Kosten einer privaten Krankenversicherung steigen im Laufe der Zeit. Sie sollten sie sich daher dauerhaft leisten können.
- Abhilfe bei hohen Kosten: Werden die Beiträge der Versicherung zu hoch, sind ein Tarifwechsel, der Verzicht auf Leistungen oder ein Wechsel in den Basistarif mögliche Optionen.
Wovon hängen die Kosten einer PKV ab?
Wie hoch die Beiträge einer privaten Krankenversicherung sind, hängt zunächst vom Umfang der gewünschten Leistungen ab. Wer in allen Bereichen möglichst gut abgesichert sein möchte, muss dafür auch höhere Beiträge zahlen.
Die Höhe der Beiträge hängt aber auch von anderen Faktoren ab:
- Leistungsumfang
- Eintrittsalter
- Gesundheitszustand
- Selbstbeteiligung
Leistungsumfang
Sie können bei einer privaten Krankenversicherung entscheiden, welche Leistungen Sie versichern möchten. Die Bandbreite reicht von Billig-Tarifen, die mitunter weniger Leistungen als die Krankenkasse bieten, bis hin zu Premium-Tarifen. Solche Tarife erstatten etwa die Kosten für eine Behandlung durch den Chefarzt oder einen Spezialisten, Anschlussheilbehandlungen nach einer OP oder zahlen hohe Zuschüsse für Zahnersatz.
Eintrittsalter
In welchem Alter Sie eine Versicherung abschließen, hat langfristig Auswirkungen auf die Beiträge. Denn bei der PKV spart man in jungen Jahren Alterungsrückstellungen – kurz: Altersrückstellungen – an. Diese sollen den Anstieg der Beiträge im Alter eindämmen. Je später man in die PKV wechselt, umso weniger Zeit bleibt für diese Ansparphase. Wir empfehlen daher, in die private Krankenversicherung spätestens mit 35 bis 40 Jahren zu wechseln. Ansonsten steigen die Beiträge im Alter zu stark.
Gesundheitszustand
Vor dem Abschluss einer privaten Krankenversicherung müssen Sie eine Gesundheitsprüfung durchlaufen. Dabei fragen die Versicherer nach bestehenden Vorerkrankungen oder Allergien. Bei gesundheitlichen Problemen verlangen die Gesellschaften häufig Risikozuschläge – diese erhöhen den Beitrag.
Selbstbeteiligung
Bei einer PKV können Sie eine Selbstbeteiligung vereinbaren. Dann bezahlen Sie eine festgelegte Summe – beispielsweise 500 Euro – jedes Jahr selbst. Erst wenn Sie in einem Jahr die 500 Euro aus eigener Tasche bezahlt haben, können Sie alle weiteren Rechnungen einreichen. Eine Selbstbeteiligung senkt den Beitrag. Für Angestellte, bei denen der Arbeitgeber bis zu 50 Prozent des Beitrags übernimmt, lohnt sich eine Selbstbeteiligung meist nicht. Auf keinen Fall sollten Sie eine zu hohe Selbstbeteiligung vereinbaren.
Wie teuer ist die private Krankenversicherung?
Da der Beitrag von individuellen Faktoren abhängt, lässt sich die Frage nach den Kosten einer Versicherung nicht pauschal beantworten.
Die PKV kostet im Schnitt 623 Euro
Der PKV-Verband beziffert die durchschnittlichen Kosten einer privaten Krankenversicherung für das Jahr 2025 mit 623 Euro monatlich. Doch der durchschnittliche Beitrag allein ist nicht sehr aussagekräftig.
Für drei Beispielfälle (Angestellter, Selbstständiger sowie Beamter) haben wir die Preisspanne bei dem Vergleichsportal Check24 abgefragt. Der Online-Makler berücksichtigt dabei für seinen Vergleich nach eigenen Angaben 74 Prozent der Gesellschaften, die eine PKV anbieten.
Beispiele: Preisspanne bei der PKV
| Versicherter | Preisspanne (von bis) |
| Selbstständige/-r, 30 Jahre | 490 € – 1.128 € |
| Angestellte/-r, 30 Jahre | 228 € – 569 € |
| Beamter/Beamtin, 30 Jahre | 303 € – 469 € |
Selbstständige/-r: kein Selbstbehalt, 100 € Krankentagegeld ab dem 43. Tag. Angestellte/-r: Beitragsanteil des Angestellten, kein Selbstbehalt, 100 € Krankentagegeld ab dem 43. Tag. Beamter: Beihilfesatz von 50 %, Quelle: Online-Vergleich von Check24. Stand: Mai 2026.
Am teuersten ist eine private Krankenversicherung für Selbstständige, die ihren Beitrag komplett selbst aufbringen müssen.
Bei einem Angestellten übernimmt der Arbeitgeber 50 Prozent des Beitrags – bis zur Hälfte des Höchstbeitrags in der gesetzlichen Krankenversicherung. Das sind derzeit 508,59 Euro monatlich (Stand: 2026).
Am günstigsten ist die PKV für Beamte. Sie müssen nur den Teil der Gesundheitskosten versichern, der von der Beihilfe ihres Dienstherrn nicht gedeckt ist. Die Beihilfe übernimmt bei einem ledigen Bundesbeamten beispielsweise 50 Prozent der Kosten. Der Beamte muss lediglich für die restlichen 50 Prozent eine private Krankenversicherung abschließen – eine sogenannte Restkostenversicherung.
Warum steigen die Beiträge in der PKV?
Die Beiträge einer PKV steigen langfristig aufgrund der Inflation, da sich die Preise für Medikamente oder Honorare für Ärzte und Pfleger regelmäßig erhöhen. Zudem treiben der medizinische Fortschritt sowie die steigende Lebenserwartung die Gesundheitskosten auf lange Sicht in die Höhe. Daher müssen die Versicherer ihre Beiträge regelmäßig anheben – seit 2006 im Schnitt um rund 3,4 Prozent pro Jahr.
Damit die Beiträge im Alter nicht zu stark steigen, sparen Privatversicherte Alterungsrückstellungen an. Dazu müssen Versicherte vom 21. bis zum 60. Lebensjahr einen gesetzlichen Zuschlag von mindestens 10 Prozent zahlen. Die verzinsten Rückstellungen werden genutzt, um die Beitragssteigerungen ab einem Alter von 65 Jahren zu dämpfen.
Trotzdem steigen die Beiträge im Alter weiter. Wer in die PKV wechselt, muss daher prüfen, ob er sich die höheren Kosten auch im Ruhestand leisten kann.
Nähere Informationen, warum die Beiträge einer PKV steigen, finden Sie in unserem Ratgeber zur privaten Krankenversicherung.
So funktioniert die Kostenerstattung bei der PKV
Anders als bei der GKV erhalten Sie als Privatversicherter von den Ärzten eine Rechnung und müssen diese beim Versicherer zur Erstattung einreichen. Dies ist häufig über eine App oder ein Online-Portal der Versicherung möglich. Sind die Leistungen vom Tarif abgedeckt, erstattet die PKV die Kosten.
Kliniken rechnen direkt ab
Nur Krankenhäuser rechnen ihre Leistungen in der Regel direkt mit dem Versicherer ab. Dazu müssen Sie in der Klinik lediglich Ihre Versichertenkarte vorzeigen, die Angaben zu Ihrem Versicherungsschutz enthält.
Hohe Kosten: Das können Sie tun
Sollten die Beiträge Ihrer privaten Krankenversicherung zu hoch werden, haben Sie mehrere Möglichkeiten.
Tarifwechsel
In der PKV haben Sie ein Anrecht darauf, bei Ihrer Gesellschaft in einen anderen, gleichartigen Tarif zu wechseln. Das können Sie dazu nutzen, um nach günstigeren Tarifen zu suchen, die einen vergleichbaren Schutz bieten. Unter Umständen gibt es auch Leistungen wie die Chefarztbehandlung, auf die Sie verzichten können. Das verringert die Kosten zusätzlich. Ihr Versicherer muss Sie zu einem solchen Tarifwechsel beraten. Sie können sich darüber aber auch bei einem Versicherungsberater oder Makler informieren.
Selbstbeteiligung erhöhen
Sie können überlegen, eine höhere Selbstbeteiligung (Selbstbehalt) zu vereinbaren, um Ihren Beitrag zu senken. Dann zahlen Sie einen höheren Betrag pro Jahr selbst. Sie sollten jedoch nur einen Betrag vereinbaren, den Sie auch langfristig aufbringen können. Spätestens im Alter müssen Privatversicherte damit rechnen, die Selbstbeteiligung jedes Jahr zahlen zu müssen.
Risikozuschläge prüfen lassen
Hatten Sie beim Abschluss der PKV gesundheitliche Probleme, die mittlerweile ausgeheilt sind, können Sie die Risikozuschläge dafür überprüfen lassen (§ 41 VVG). Sie müssen allerdings mit einem Attest belegen, dass die Erkrankung tatsächlich ausgeheilt ist. Will der Versicherer den Zuschlag nicht zurücknehmen, können Sie sich an den Ombudsmann der privaten Krankenversicherung wenden.
In Basistarif wechseln
Bei finanziellen Schwierigkeiten können ältere Versicherte ab einem Alter von 55 Jahren in den Basistarif der PKV wechseln. Er bietet den gleichen Leistungsumfang wie die GKV und kostet so viel wie der Höchstbeitrag für eine gesetzliche Krankenkasse inklusive des durchschnittlichen Zusatzbeitrags. Das sind derzeit 1.017,18 Euro monatlich (Stand: 2026).
Wer vor 2009 in die PKV gewechselt ist, kann häufig in den Standardtarif wechseln. Dieser ist noch günstiger, da hier die angesparten Altersrückstellungen dazu verwendet werden, den Beitrag zu verringern. Der Beitrag ist auf 848,62 Euro (Stand: 2026) begrenzt. Das ist der GKV-Höchstbeitrag ohne einen Zusatzbeitrag.
Notlagentarif
Wenn Sie Ihre PKV-Beiträge über längere Zeit nicht mehr zahlen, wird der Versicherer Sie in einen Notlagentarif umstufen. Dieser Tarif bietet jedoch sehr eingeschränkte Leistungen und leistet grundsätzlich nur bei akuten Erkrankungen oder Schwangerschaft und Mutterschaft.
Wechsel zur GKV
Können Sie sich die PKV dauerhaft nicht mehr leisten, können Sie versuchen, in die gesetzliche Krankenversicherung zurückzuwechseln. Das ist jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Vor allem für Ältere ist dies schwierig: Ab einem Alter von 55 Jahren ist ein Wechsel zurück in eine gesetzliche Krankenkasse nur noch in Ausnahmefällen möglich.















