Auch wenn der Begriff Ultrakurzdistanz-Beamer etwas sperrig erscheint, so sind es die so bezeichneten Geräte keinesfalls. Nicht umsonst werden sie oft auch als Laser-TV bezeichnet, und in der Tat kann man sie als vollkommenen Ersatz für den herkömmlichen Fernseher betrachten. Mehr als das: In den meisten Fällen ist sogar eine veritable Soundbar integriert. Sie bringen also bei ähnlichem Platzbedarf ein größeres Bild als die meisten TV-Geräte und liefern den passenden Sound gleich mit. Ein echtes Smart-TV-System ist meistens integriert, mitunter verfügen sie sogar über ein TV-Empfangsteil.
Wir haben 11 Ultrakurzdistanz-Beamer getestet. Davon sind 8 aktuell noch verfügbar.
Kurzübersicht
Epson EH-LS650

- Helles, UHD-kompatibles Bild
- Hervorragende Audioqualität
- Streamingfähig dank Android-TV-Oberfläche
Der Epson EH-LS650 kann quasi direkt vor der Leinwand positioniert werden und trotzdem ein Bild mit zwei Metern Diagonale projizieren. Dank Android als Smart-TV-System ist der Epson absolut streamingfähig und damit eine gute Alternative zum TV-Gerät. Beim Sound ist er mit der integrierten Soundbar den meisten Fernsehern sogar überlegen.
LG CineBeam S
Mit dem CineBeam S hat LG einen besonders mobilen Ultrakurzdistanz-Beamer im Programm. Er lässt sich aufgrund seiner kompakten Abmessungen und des geringen Gewichts fast überall einsetzen. Der Autofokus sorgt im Handumdrehen für ein scharfes Bild, die automatische Trapezkorrektur sorgt für die richtige Geometrie. Dank entsprechender USB-C-Schnittstelle lässt sich der Beamer sogar mit einer Powerbank komplett unabhängig von der Steckdose betreiben, ein SmartTV-System rundet die Ausstattung ab.
Leica Cine 1 100″

- Sehr gutes, farbtreues Bild
- Sehr gute HDR-Performance
- Hochwertige Verarbeitung
- Integrierter Kombi-Tuner
- Teuer
Der Leica Cine 1 100″ ist aus einer Kooperation zwischen Leica und den TV-Experten von Hisense entstanden. Vor allem die Verarbeitung und die optischen Qualitäten des Ultrakurzdistanz-Beamers entsprechen den hohen Ansprüchen von Leica, wohingegen Hisense vor allem für das installierte Smart-TV-System sowie den integrierten Multituner für den TV-Empfang verantwortlich ist. Der Leica Cine 1 100″ ist einer der wenigen Beamer überhaupt, die über ein entsprechendes TV-Empfangsteil verfügen.
Vergleichstabelle
Bis zu 10 Produkte auswählen und direkt gegenüberstellen.









- Helles, UHD-kompatibles Bild
- Hervorragende Audioqualität
- Streamingfähig dank Android-TV-Oberfläche

- Sehr gutes, farbtreues Bild
- Kompakte Abmessungen
- Smart-TV-Installation
- Akkubetrieb möglich (mit optionaler Powerbank)

- Sehr gutes, farbtreues Bild
- Sehr gute HDR-Performance
- Hochwertige Verarbeitung
- Integrierter Kombi-Tuner
- Teuer

- Sehr helles, farbtreues Bild
- Hervorragende Audioqualität
- Dank Android-TV-Installation vielseitig einsetzbar
- Durchdachte Kabelführung

- Sehr helles, kontrastreiches Bild
- Hochwertige Verarbeitung
- Viele Schnittstellen
- Teuer

- Hohe Farbtreue
- Hochwertige Verarbeitung
- 32 GB interner Speicher
- Android TV integriert

- Sehr helles, UHD-kompatibles Bild
- Fire TV Stick inklusive
- Menüs teilweise missverständlich übersetzt

- Hervorragendes Bild
- Hervorragende Audioqualität
- UHD- und HDR-kompatibel
- USB-Stick mit Android TV inklusive
Auch interessant
Alle Infos zum Thema
Kinogefühl im Wohnzimmer: Ultrakurzdistanz-Beamer im Test
Jede der Einsatzmöglichkeiten eines Beamers setzt andere Rahmenbedingungen, an die die Geräte angepasst werden. Eine der wichtigsten Rahmenbedingungen stellt die Beleuchtung im Raum dar. Während sich das Heimkino sehr gut abdunkeln lässt, kann man selbst im Wohnzimmer mithilfe von Vorhängen zumindest eine Atmosphäre schaffen, die dem Kinoerlebnis möglichst nahekommt.
Weitere Modelle finden Sie in unseren Testberichten zu Mini-Beamern und Präsentations-Beamern sowie in der Beamer-Übersicht.
Damit das Bild vom Beamer auch bei sogenanntem Streulicht noch brillant und kontrastreich erscheint, liegt der Schwerpunkt bei solchen Beamern auf einer besonders hohen Lichtausbeute. Auch die mögliche Distanz zur Leinwand spielt eine große Rolle.
Bildgröße und Geometrie
Ultrakurzdistanz-Beamer benötigen eine besondere Weitwinkeloptik, die zudem oft noch mit einer zusätzlichen Spiegelumlenkung versehen ist, um aus möglichst kurzer Distanz nicht nur große, sondern auch geometrisch unverzerrte Bilder projizieren zu können. Ein optischer Zoom zur Anpassung der Bildgröße an die Leinwand würde den Aufwand und damit den Preis stark in die Höhe treiben, deshalb haben solche Geräte selten einen optischen Zoom. Das brauchen sie für gewöhnlich auch gar nicht, da sich die Bildgröße allein durch Verschiebung des Abstandes um wenige Millimeter schon um mehrere Zentimeter ändern lässt. Auch der Lensshift, mit dem man üblicherweise einen großen Teil der Bildgeometrie korrigiert, entfällt. Dafür lassen sich meistens zwei oder gleich alle vier Standfüße in der Höhe verstellen, um den Beamer und damit das Bild korrekt in die Waage zu bringen.
Beste Voraussetzungen für ein optimales Sounderlebnis
Anders als andere Beamer bieten Ultrakurzdistanz-Beamer deutlich bessere Voraussetzungen für ein adäquates Audio-Erlebnis. Die wichtigste Voraussetzung ist sicher die Position des Beamers. Der steht nämlich direkt vor der Leinwand, sodass die internen Lautsprecher den Sound ebenfalls aus Richtung der Leinwand und damit des Bildes abgeben, anders als bei anderen Beamern.
Darüber hinaus bietet gerade das große Gehäuse der meisten Ultrakurzdistanz-Beamer den eingebauten Lautsprechern das notwendige Volumen zur Entfaltung ihres Klangpotentials. Ein weiterer Vorteil: Es können problemlos mehr oder auch größere Lautsprecher eingesetzt werden als beispielsweise im TV-Gerät. Auf diese Weise kann man sogar eine veritable Soundbar in den Ultrakurzdistanz-Beamer integrieren.
Spezialleinwand für mehr Kontrast
Die Auswahl der Leinwand ermöglicht zusätzliches Potenzial zur Verbesserung des Kontrastes. Eine Schlüsselposition nehmen hier die sogenannten ALR-Leinwände ein (Ambient Light Reflecting). Um ausschließlich das Licht vom Beamer gezielt reflektieren zu können, sind diese mit einer Schicht versehen, die wie ein Filter wirkt. Während das Licht vom Beamer optimal in Richtung Sitzplatz reflektiert wird, wird das unerwünschte Streulicht, von Lichtquellen oder von Fenstern, die man nicht komplett verdunkeln kann, weitgehend geschluckt.
Das verbessert den Schwarzwert des projizierten Bildes ohne großen Helligkeitsverlust und gibt dem Bild gerade bei Hochkontrast-Inhalten (HDR), aber auch in helleren Räumen, zusätzlichen Kontrastumfang. Weil der Einfallwinkel des Lichts von enormer Bedeutung und je nach Beamer unterschiedlich ist, gibt es diese Leinwände für fast alle Projektionsarten, sowohl Normal- als auch Kurz- oder Ultrakurzdistanz. ALR-Leinwände sind gut daran zu erkennen, dass die Oberfläche nicht weiß, sondern eher silbrig oder grau ist.
Unser Favorit
Epson EH-LS650

- Helles, UHD-kompatibles Bild
- Hervorragende Audioqualität
- Streamingfähig dank Android-TV-Oberfläche
Epson hat den EH-LS650 nicht nur mit einer Smart-TV-Installation auf Android-Basis ausgestattet, er setzt darüber hinaus auch 4K- und HDR-Inhalte entsprechend um, was sein Vorgänger, der Epson EH-LS300B, in diesem Umfang noch nicht leisten konnte.
Als Lichtquelle fungiert auch beim EH-LS650 ein langlebiger Laser, der für ausreichend Helligkeit sorgt, um sich selbst im hellen Wohnzimmer durchzusetzen. Den Epson gibt es wie gewohnt in schwarzem und weißem Gehäuse, letzterer heißt EH-LS650W, der schwarze trägt ein »B« für Black in der Typenbezeichnung.
Wie bei den meisten Ultrakurzdistanz-Beamern gibt es auch beim EH-LS650 weder einen optischen Zoom noch einen Lensshift. Die Bilddiagonale lässt sich nur über die Distanz zur Leinwand und über den digitalen Zoom variieren. Der Zoom geht allerdings immer auch auf Kosten der Auflösung und sollte nach Möglichkeit gar nicht oder nur sparsam eingesetzt werden. Bei einem Abstand von etwa 50 Zentimetern zwischen Optik und Leinwand schafft der EH-LS650 eine Bilddiagonale von gut zwei Metern.
Optimal ausgerichtet mit App-Unterstützung
Mit den leicht zu drehenden Füßen an der Rückseite lässt sich die Neigung zur Leinwand optimieren, mit dem Fokus-Steller, der seitlich unter einer Abdeckung zu finden ist, wird das Bild schließlich scharfgestellt. Fürs abschließende Feintuning kann man dann die sogenannte Point-&-Arc-Korrektur bemühen. Hier werden vier Eckpunkte in einem Testbild markiert, um sie dann Schritt für Schritt in die gewünschte Richtung zu verschieben. Die Einstellung der Bildgeometrie lässt sich allerdings auch mithilfe der Epson-Setting-Assistant-App per Smartphone vornehmen.
Nachdem der Epson korrekt zur Leinwand ausgerichtet ist, geht es an die Einstellung von Farbe, Kontrast und anderen Parametern. Mit Hilfe von Pixel-Shifting kann der Epson sogar Inhalte in 4K-Auflösung an die Leinwand bringen. Die HDR-Performance wurde gegenüber dem 300er nochmal verbessert: Im Menü gibt es nun wahlweise eine 16-stufige HDR-Einstellung oder man aktiviert das dynamische Tone-Mapping, sodass der Kontrast je nach Bildinhalt automatisch angepasst wird.
Direkt nach dem Auspacken steht der Farbmodus des Beamers auf »Lebendig«, die Laserhelligkeit ist dagegen leicht reduziert, sodass der Lüfter sehr leise ist. Dennoch erreicht das Bild eine enorme Helligkeit, ist aber sichtbar leicht blaustichig. Aus Erfahrung wissen wir, dass bei Epson der Farbmodus »Natürlich« stets zu normgerechter Farbwiedergabe führt. So ist es auch beim EH-LS650, wobei die Lichtausbeute bei hohen 2.700 Lumen bleibt, weswegen wir auch die Laserhelligkeit bei dem niedrigeren Wert belassen können.
Die Messung ergibt eine Farbtemperatur von knapp unterhalb der geforderten 6.500 Kelvin sowie eine Abdeckung des Normfarbraumes wie aus dem Lehrbuch. Daran ändert sich bei der Wiedergabe von HDR-Inhalten wenig, nur dass der nunmehr erforderliche, erweiterte Farbraum DCI P3 immerhin zu über 80 Prozent abgedeckt wird.

Bei der Audio-Abteilung setzt Epson nach wie vor auf die Expertise der Spezialisten von Yamaha: Ein komplettes 2.1-Soundsystem, das mit insgesamt 20 Watt befeuert wird, sitzt hinter dem Frontgitter. Ein Blick ins Ton-Menü zeigt außerdem, dass auch das ausgeklügelte Sound-Processing von Yamaha zum Einsatz kommt. Der EH-LS650 verfügt außer über mehrere Surround-Modi auch über diverse Voreinstellungen, mit denen der Sound wahlweise im Theater, Stadion, Studio oder schlicht dem TV-Sound nachempfunden werden kann. Die Dialogverständlichkeit lässt sich optimieren, eine Bassanhebung und eine stufenlose Anpassung der Audio-Latenz für eine lippensynchrone Übereinstimmung zwischen Bild und Ton runden schließlich das Paket ab. Via Bluetooth agiert der Epson auf Wunsch quasi als Bluetooth-Lautsprecher fürs Smartphone.
Der EH-LS650 ist eine echte Alternative zum Großbild-Fernseher, denn der kostet mit annähernd gleich großem Bild aktuell noch ein Vielfaches. Zudem kann der Epson das Filmvergnügen mit angemessenem Sound unterstützen, was den meisten Fernsehern dann doch abgeht. Die eingebaute Laser-Lichtquelle hält nicht nur sehr lange, sie liefert auch während ihrer gesamten Lebensdauer eine besonders konstante Farbdarstellung.
Nachteile?
Wer den Epson EH-LS650 als TV-Ersatz nutzen möchte, muss in ein zusätzliches Empfangsgerät – einen Receiver – investieren, der Epson hat nämlich keinen TV-Tuner, wie übrigens die meisten Konkurrenten auch nicht.
Epson EH-LS650 im Testspiegel
Im Test auf Audiovision.de erreichte der Epson ein »gutes« Ergebnis mit 74 von 100 Punkten. Tester Michael Rehders fasst das Ergebnis folgendermaßen zusammen:
Der Epson EH-LS650B ist ein leiser 4K-Ultrakurzdistanz-Projektor, der mit seiner hohen Lichtausbeute, dem dynamischen Tone Mapping und der langlebigen Laserlicht-Quelle ein tolles XXL-Großbilderlebnis im Wohnzimmer erzeugt. Allenfalls im komplett dunklen Heimkino wäre ein besserer Schwarzwert wünschenswert.
Auf hifitest.de erschien der Test des Epson bereits im November 2023 und erhielt in der Spitzenklasse 4 von 5 möglichen Sternen:
Wenn TV-Ersatz, dann sollte es der Epson EH-LS650 sein, Streaming- Dienste sind Dank Smart TV bereits integriert, ebenso wie eine Soundbar. Er brilliert mit besonders hellem Bild bei gleichzeitig hohen Kontrasten und natürlicher Farbwiedergabe.
Im AV-Magazin wurde der Beamer ebenfalls im November 2023 getestet. Das Ergebnis war »sehr gut – überragend« in der Spitzenklasse, außerdem ergatterte der Beamer noch das Prädikat »Highlight«:
Epson hat dem EH-LS650 neben der Wiedergabe der höheren 4K-Auflösung auch eine hervorragende HDR-Performance spendiert. Dank seiner umfassenden Streaming-Fähigkeiten kann man die meisten Blockbuster sogar ohne Peripherie-Geräte nutzen. Die hervorragend arbeitende Tonabteilung kennen wir bereits von anderen Epson-Beamern, ist aber dennoch erwähnenswert, weil qualitativ nahezu jedem TV-Gerät überlegen.
Weitere Empfehlungen
LG CineBeam S
Der LG CineBeam S ist unseres Wissens nach einer der ersten Ultrakurzdistanz-Beamer im transportablen Mini-Format. Er ist mit einem langlebigen Laser als Lichtquelle ausgestattet und benötigt für eine Projektion mit einer Bilddiagonalen von etwa 80 Zoll lediglich einen Abstand von wenigen Zentimetern zur Leinwand. Mit seiner Stellfläche von 11 × 16 Zentimetern und dem geringen Gewicht von weniger als zwei Kilo lässt er sich quasi überall mit hinnehmen und flexibel platzieren. Das Stativgewinde im Boden sowie die Möglichkeit, ihn mit einer Powerbank zu versorgen, erweitern die Einsatzmöglichkeiten enorm. Für den Outdoor-Einsatz oder auf rauem Untergrund liegen dem CineBeam S sogar kleine Gummifüßchen bei, die über die Ecken gesteckt werden können, als Schutz oder Rutschsicherung.
Der CineBeam S hat mit WebOS 24 das gleiche Smart-TV-System wie die aktuellen Fernsehgeräte von LG. Auch wenn die Oberfläche an die von Geräten mit Android TV oder Google TV erinnert, merkt man schnell den Unterschied, denn nur selten gelingt die Anbindung an die jeweilige Hardware, ob Fernseher oder Beamer, so nahtlos. Gleich nach der Einbindung ins WLAN erscheint dann auch der bekannte Homescreen mit den Icons der wichtigsten Dienste. Für Netflix, Prime Video und Disney+ gibt es sogar jeweils eine Direkttaste auf der mitgelieferten Fernbedienung. Dort findet sich außerdem je eine Taste für Rakuten TV und die LG Channels, einen Dienst von LG, der mittlerweile mehr als 50 Kanäle zur Verfügung stellt, fein säuberlich nach Genre sortiert und größtenteils kostenlos.
Trotz seiner kompakten Abmessungen kann der LG mit einer erstaunlichen Vorstellung glänzen, auch wenn man natürlich seitens der Helligkeit einige Einschränkungen in Kauf nehmen muss. An der Leinwand landen von den 500 Lumen, die er rausgeben soll, immerhin noch gut 340 Lumen im Kino-Modus mit natürlichen Farben und einem Bild von 1,5 Metern Breite, im hellen Standard-Modus erreicht er bei gleicher Bildbreite sogar 410 Lumen. Der Raum sollte nach Möglichkeit abgedunkelt sein, umso brillanter und kontrastreicher wird das Bild. Versorgt man den Beamer per USB-C-Buchse von einer Powerbank, orientiert sich die Spieldauer natürlich an deren Kapazität.
Darüber hinaus ist es den Entwicklern gelungen, insgesamt zwei Lautsprecher in den kompakten Beamer einzubauen. Diese werden mit einer Leistung von je vier Watt angetrieben, womit dem Beamer nicht nur eine angemessene Audio-Unterstützung für das große Bild gelingt, er kommt sogar mit Dolby Atmos zurecht. Zwar kann auch der CineBeam S keinen echten 3D-Sound hervorzaubern, dennoch liefert er eine gute Vorstellung ab, woran die Aufstellung des Beamers in Bildnähe sicher einen großen Anteil hat. So passt der Ton perfekt zum Bild, weil er aus der gleichen Richtung kommt.
Wer einen TV-Ersatz sucht, den man problemlos mit ins Wochenendhäuschen oder in die Ferienwohnung nehmen kann, ist mit dem LG CineBeam S bestens bedient. Anders als bei herkömmlichen Beamern kann hier niemand durchs Bild huschen und den Filmgenuss unterbrechen. Mit seiner kurzen Latenz und den entsprechenden Einstellungen ist er sogar fürs Gaming geeignet. Für den kompakten Beamer lässt sich immer ein passendes Plätzchen finden, von dem aus er riesige Bilder in bester Farbtreue projizieren kann. Im Zweifel wird dafür nicht mal eine Steckdose benötigt, und für den angemessenen Sound sorgt der Kleine ebenfalls selbst.
Leica Cine 1 100″

- Sehr gutes, farbtreues Bild
- Sehr gute HDR-Performance
- Hochwertige Verarbeitung
- Integrierter Kombi-Tuner
- Teuer
Den Leica Cine 1 gibt es in drei Ausführungen, und zwar mit jeweils angepasster Optik für die Bildgrößen von 80, 100 oder 120 Zoll. Mit dem Leica Cine 1 100″ haben wir das mittlere Modell zum Preis von etwa 8.500 Euro getestet, die beiden anderen Modelle liegen jeweils um etwa 500 Euro darüber beziehungsweise darunter. Wer sein Wohnzimmer nicht so sehr abdunkeln will oder kann, legt sich für etwa 1.300 Euro noch eine passende Leinwand mit sogenannter ALR-Beschichtung zu, die ebenfalls von Leica angeboten wird, die es aber auch von anderen Herstellern gibt. Durch die ALR-Beschichtung wird gezielt das Licht aus dem Beamer reflektiert, wohingegen das unerwünschte Streulicht aus der Umgebung fast vollkommen geschluckt wird. Das sorgt nochmal für deutlich besseren Kontrast, auch weil die Oberfläche nicht weiß, sondern grau erscheint, wenn kein Licht auf sie fällt, sodass schwarze Bildbereiche ebenfalls dunkler sind.
Nicht nur deshalb ist der Leica Cine 1 eine echte Alternative zum Fernsehgerät; als einer der wenigen Ultrakurzdistanz-Beamer verfügt er zudem über einen Kombituner für Sat- und Kabel- beziehungsweise terrestrischen Empfang. Darüber hinaus gibt es auch einen CI+-Slot zum Entschlüsseln entsprechender Sender. Ein 50-Watt-Soundsystem rundet die wohnzimmerfreundliche Ausstattung ab, da es das Gehäuse des Beamers wie eine Soundbar nutzt. Der Vorteil dieser Konstruktionsweise liegt auf der Hand, denn anders als bei konventionellen Beamern kommt der Sound tatsächlich aus der gleichen Richtung wie das Bild, und das ganz ohne zusätzliches Equipment.
Das installierte Smart-TV-System namens VIDAA stammt, wie ein großer Teil der übrigen Technik, von Hisense, während Leica hauptsächlich Expertise aus der Optik einbringt. Auch die hochwertige Verarbeitung des Gehäuses erinnert stark an die berühmten Kameras aus dem Hause Leica. Das trifft außer auf die optische auch auf die haptische Verarbeitungsqualität zu. Schaltet man den Cine 1 ein, fährt sanft eine Abdeckung zurück und gibt die aufwändige Spiegeloptik frei, die für eine Ultrakurzdistanz unabdingbar ist. Der Cine 1 100″ schafft mit einem Abstand von 50 Zentimetern zur Leinwand ein Bild mit 100 Zoll Diagonale, was etwa zweieinhalb Metern entspricht!
Nur zur Erinnerung: Fernseher mit der gleichen Bildgröße sind nicht nur rar und teuer, sie sind auch schwieriger ins heimische Wohnzimmer zu transportieren und zudem sperriger bei der Aufstellung. Beim Cine 1 reicht eine Person für den Transport und die anschließende Installation vollkommen aus.
Kaum korrekt aufgestellt und auf die Leinwand ausgerichtet, wobei sich die automatische Trapezkorrektur und der Autofokus als äußerst praktisch erweisen, verhält sich der Cine 1 100″ wie ein ganz normaler Fernseher, allerdings mit eingebauter Soundbar. Nach dem Anschluss an die Antennenanlage kann man den Sendersuchlauf starten. Mit der Anbindung an Netzwerk und Internet lassen sich die Streamingdienste einrichten. Direkttasten für YouTube, Netflix, Disney+ und Amazons Prime Video finden sich bereits auf der hochwertigen Fernbedienung, dort müssen nur noch die entsprechenden Accounts eingerichtet werden.
Sogar die Bildeinstellungen erinnern stark an die Einstellungen eines Fernsehgeräts. Bei normalen HDTV-Inhalten stellen wir den Bildmodus »Kino« ein, den es je nach Rahmenbedingungen einmal als »Tag« und einmal als »Nacht« gibt. Das Bild weiß mit natürlichen Farben und sehr guten Kontrasten zu gefallen. Messtechnisch können wir dem Gerät eine komplette Abdeckung des HDTV-Normfarbraumes BT.709 attestieren sowie eine Einhaltung der erforderlichen Gammakurve für durchgängig guten Kontrast. Die Umschaltung der Bildparameter auf HDR-Inhalte erfolgt automatisch, ganz gleich, ob diese von einem der Streamingdienste zur Verfügung gestellt werden oder von einem Player via HDMI zugespielt werden.
Der Leica Cine 1 100″ schaltet sogleich auf den BT.2020-Normfarbraum um, was nicht bei jedem Beamer gegeben ist. Außerdem passt er noch die Gammakorrektur an die hohen Kontrastwerte an und folgt auch hier der steilen Normkurve fast bis aufs Pixel genau.
Keine Frage, der Leica Cine 1 100″ und seine beiden Geschwister stellen eine echte Alternative zum normalen TV-Gerät dar, mit Bilddiagonalen von 80, 100 oder sogar 120 Zoll. Daran gemessen relativiert sich sogar der recht hohe Preis, denn ein Fernseher dieser Größe kostet nicht viel weniger, sieht nur nicht so schön aus.
Außerdem getestet
Awol Vision Aetherion Max
Der Awol Vision Aetherion Max kommt in futuristischem Design, was zusätzlich durch eine dezent glimmende Lichtleiste an der Front unterstützt wird. Das prismenähnliche Gehäuse besteht nahezu komplett aus Metall. Nicht einmal die Front, hinter der sich die Lautsprecher befinden, hat eine Abdeckung aus Stoff, sondern ein Lochgitter aus Metall. Mit »Front« ist hier die dem Zuschauer zugewandte Seite gemeint, im Gegensatz zur Rückseite, die der Leinwand zugewandt ist und an der sich zudem die Anschlüsse befinden.
Davon hat der Aetherion Max viele – allein drei HDMI-Buchsen nehmen Signale von unterschiedlichen Zuspielern entgegen. Hinzu kommen zwei USB-Schnittstellen sowie eine A/V-Buchse für den Anschluss einer Quelle mit analogem Signal. Folgerichtig liegen ein HDMI-, ein USB- und ein analoges Anschlusskabel bei. Die Vernetzung erfolgt sowohl drahtlos, nämlich per Bluetooth und WLAN, als auch mithilfe einer LAN-Buchse. Als Oberfläche dient Google TV mit den gut integrierten Beamer-Einstellungen für Bild und Ton. In den Bildeinstellungen lässt sich neben den üblichen Presets wie Standard, Sport, Kino und andere auch der Filmmaker-Mode einschalten. Dieser garantiert eine Farbtemperatur von 6.500 Kelvin sowie eine optimale Abdeckung des Normfarbraums, wie er in der Produktion festgelegt wurde. Die meisten Bildverbesserungen werden deaktiviert, um das Bild genauso zu reproduzieren, wie es der Produzent vorgesehen hat.
Anders als viele Konkurrenten bietet der Aetherion Max zudem ein umfangreiches Farbmanagement. So lassen sich beispielsweise die Farbtemperatur und die Gammakorrektur im erweiterten Menü sehr differenziert einstellen. Das wird in den meisten Fällen jedoch nicht notwendig sein, denn wir können dem Aetherion Max bereits im Kino- und im Filmmaker-Modus eine hervorragende Farbwiedergabe attestieren.
Etwas anders sieht es dagegen beim Ton aus. Der Beamer bietet neben den Voreinstellungen wie Standard, Kino, Sport, Musik, Sprache, Nacht, Spiele und einem 7-Band-Equalizer zwar auch eine Einstellung für Dolby Atmos beziehungsweise DTS Virtual X, beides 3D-Tonformate. Das heißt aber nur, dass die entsprechenden Tonspuren irgendwie wiedergegeben werden – von 3D-Sound ist da jedoch nicht viel zu vernehmen.
Als Einzellösung bleibt der Awol Vision Aetherion Max deutlich hinter den Möglichkeiten anderer Ultrakurzdistanz-Beamer zurück. Wohl auch deshalb bietet der Hersteller mit dem Thunderbeat-4.2.2-Soundsystem eine Option an, den Beamer zumindest als Center-Lautsprecher zu integrieren. Das kostet etwa 1.500 Euro extra, und die Lautsprecher müssen auch aufgestellt werden, ein Kompromiss, den nicht jeder, der sich einen Ultrakurzdistanz-Beamer kauft, eingehen möchte. Eine lohnendere Investition könnte die Kombination mit einer speziellen, sogenannten ALR-Leinwand sein, die der Hersteller ebenfalls in unterschiedlichen Größen und Ausführungen ab etwa 1.000 Euro Aufpreis anbietet. Diese Spezialleinwände sorgen insbesondere bei der Projektion in hellen Räumen für deutlich mehr Kontrast.
Xgimi Aura 2
Der Xgimi Aura 2 ist ein Ultrakurzdistanz-Projektor, auch bekannt als Laser-TV, wobei sich das einmal auf die besonders kurze Distanz zur Leinwand bezieht und auf die genutzte Lichtquelle. Dennoch ist der Aura 2 ein Projektor, weil er eben keinen selbstleuchtenden Bildschirm hat, was eben ein TV-Gerät ausmacht. Auch bei der Laserlichtquelle stimmt das beim Aura 2 nicht ganz, denn der verfügt dank Dual Light 2.0 über eine kombinierte Laser-LED-Lichtquelle.
Der mit 53 Zentimetern nicht allzu breite Beamer ist mit einer Art beigefarbenem Bezugsstoff überzogen, womit er viel besser ins Wohnzimmer passt als viele Konkurrenten. Mit seiner Tiefe von gut 37 Zentimetern passt er auf jedes Möbel, auf dem auch ein Fernsehgerät Platz findet. Damit auch der Netzstecker noch dazwischenpasst, sollte man noch etwa 17 Zentimeter hinzufügen, zumal das der Mindestabstand für eine 100 Zoll große Bilddiagonale ist. Bereits mit knapp 10 Zentimetern zusätzlichem Abstand vergrößert sich die Bilddiagonale auf enorme 120 Zoll.
Wie stets bietet es sich durch diese Konstruktionsweise an, den Beamer gleichzeitig als Soundbar zu nutzen. Xgimi hat sich dazu der Expertise von Harman-Kardon bedient, wie ein Logo auf dem Gehäuse kundtut. Man setzt auf ein 2.0-System, das allerdings insgesamt von vier Lautsprecher-Chassis gebildet wird, von denen jedes einzelne von einer 15-Watt-Verstärkerstufe befeuert wird. Deshalb entsteht der Surroundsound auch rein virtuell, was so viel heißt, dass die Lautsprecher mit Hilfe akustischer Tricks eine Art Raumklang erzeugen, der sich dem Atmos-Sound zumindest so weit annähert, dass Dolby nicht gezögert hat, dem Aura 2 die entsprechende Lizenz zu erteilen.
Wer mehr will, kann den XGimi problemlos mit einer externen Sound-Lösung verbinden. Die notwendigen Schnittstellen dafür sind alle vorhanden, angefangen beim Kopfhörer über analoge wie digitale Schnittstellen inklusive eARC-kompatibler HDMI-Buchse zum Anschluss etwa einer Soundbar bis hin zur drahtlosen Bluetooth-Verbindung. Die eARC-Schnittstelle gewährleistet eine Steuerung von Beamer und Soundbar über nur eine Fernbedienung. Auch diese Features erinnern stark an einen Fernseher.
Bei der Aufstellung vor der Leinwand hilft die hauseigene ISA-Technologie (Intelligent Screen Adaption). Ihr liegen insgesamt sechs Sensoren zugrunde, welche unter anderem die Entfernung zur Projektionsfläche, deren Farbe sowie die Größe und Geometrie der Projektion erfassen und die Optik entsprechend nachjustieren.
Nachjustieren sollte man auch die Farbwiedergabe, denn ab Werk steht der Beamer im hellsten Modus, mit deutlich sichtbarem Blaustich. Der schnell aktivierte Film-Modus schafft dann Abhilfe und sorgt für eine normgerechte Farbwiedergabe. Das macht er ebenso bei HDR-Inhalten, die er dann auch mit dem entsprechenden Kontrast wiedergibt.
Der Xgimi Aura 2 stellt einen veritablen Ersatz für einen Fernseher dar, mit wohnzimmertauglichem Erscheinungsbild und dezenter Zurückhaltung, wenn mal kein Programm läuft. Auch die Audioqualität dürfte die meisten TV-Geräte in den Schatten stellen, allerdings ist er aktuell noch deutlich teurer als unsere aktuelle Empfehlung in dieser Kategorie.
Epson EH-LS800
Der Epson EH-LS800 ist das aufgestockte Geschwister-Gerät zum EH-LS650. Beide sind Ultrakurzdistanz-Beamer mit langlebiger Laser-Lichtquelle und einer Smart-TV-Installation auf Android-Basis. Der EH-LS800 ist noch einmal heller als sein kleiner Bruder, auch ihn gibt es mit weißem und schwarzem Gehäuse. Die Typenbezeichnung endet dann auf W beziehungsweise auf B.
Außer dem Plus an Lichtausbeute punktet der EH-LS800 allerdings auch mit anderen Qualitäten. Sämtliche Anschlüsse, inklusive dem fürs Netzkabel, befinden sich in einer seitlichen Mulde unter einem Deckel. Sie sind ebenso wenig zu sehen wie der Einsteller für den Fokus, also die Bildschärfe, der ebenfalls unter dem Deckel verborgen ist. Der EH-LS800 gibt damit nicht nur ein aufgeräumtes Äußeres ab, er lässt sich mit dem Rücken sogar noch näher in Richtung Leinwand schieben, weil dort keine störenden Stecker und Kabel sind.
Wer es also gern etwas heller und vor allem luxuriöser im Wohnzimmer hat, ist mit dem Epson EH-LS800 auf dem richtigen Weg. Trotz Aufpreis gegenüber dem EH-LS650 ist er im Vergleich zu einem TV-Gerät mit ähnlich großem Bild immer noch konkurrenzfähig. Auch der EH-LS800 bringt mit dem eingebauten Yamaha-Ton die Soundbar quasi gleich mit.
Awol Vision LTV-3500 Pro
Der Awol Vision LTV-3500 Pro arbeitet ebenfalls nach dem Ultrakurzdistanz-Prinzip und erreicht mit minimalem Abstand zur Leinwand ein maximal großes Bild von 100 Zoll Diagonale und mehr. Die moderne Laser-Lichtquelle soll dabei für die enorme Lichtausbeute von bis zu 3.500 Lumen sorgen. Im farbkalibrierten Modus mit reduzierter Laser-Helligkeit erreichen wir tatsächlich immer noch weit über 2.000 Lumen, also mehr als genug selbst fürs helle Wohnzimmer.
Anders als viele Wettbewerber setzt man beim LTV-3500 Pro nicht auf Android TV, sondern legt dem Beamer einen FireTV-Stick von Amazon bei. Der muss zusätzlich eingesetzt werden, was aber kein größeres Problem darstellt, da es auf der Rückseite ein Fach mit den Anschlüssen gibt. Dieses lässt sich anschließend wieder sauber mit einem Deckel abdecken. Nun muss man nur noch die ebenfalls mitgelieferte Fernbedienung koppeln und den Beamer ins Netz bringen.
Dabei tun sich dann allerdings schon die ersten Stolpersteine auf. Obwohl man als Menüsprache unter anderem auch Deutsch auswählen kann, zeigt sich schnell, dass nicht nur das WLAN-Installationsmenü, sondern auch sämtliche anderen Einstellungsmenüs ziemlich nachlässig bis missverständlich übersetzt wurden. Nicht selten muss man raten, was denn gemeint sein könnte.
Dieser Fauxpas ist normalerweise verschmerzbar, allerdings ist der Awol Vision LTV-3500 Pro aktuell für weit über 5.000 Euro gelistet, und dafür kann man mit mehr Benutzerfreundlichkeit rechnen. Die Bild- und Tonqualität ist zwar vergleichbar mit der der Konkurrenz, diese ist allerdings deutlich günstiger zu haben.
Viewsonic X1000-4K
Anders als die meisten Konkurrenten mit Ultrakurzdistanz-Beamern im Programm setzt Viewsonic beim X1000-4K keine Laser als Leuchtmittel ein – sondern LEDs. Ähnlich arbeiten – mit dem X10 und dem X100 – auch schon die kleineren Projektoren dieser Reihe.
Die Tonabteilung zeigt einmal mehr die Früchte der Zusammenarbeit von Viewsonic mit den Audiospezialisten von Harman-Kardon. So kommen insgesamt vier Lautsprecher-Chassis zum Einsatz – zwei Hochtöner und zwei Breitband-Lautsprecher bilden die solide Grundlage einer 2.0-Soundbar. Je Kanal stehen 20 Watt Leistung zur Verfügung, die für genug Power sorgen, um jedes normale Wohnzimmer zu beschallen. Bei Bedarf lässt sich der Tiefbass-Bereich mit einem extern angeschlossenen Subwoofer ausbauen, der Viewsonic verfügt jedenfalls über eine entsprechende Ausgangsbuchse.
Der geringe Abstand zur Leinwand fordert eine akkurate Ausrichtung des Beamers. Der X1000-4K hat hierzu zwei höhenverstellbare Füße integriert. Das funktioniert ganz ohne Fummelei mit zwei leicht erreichbaren Rändelschrauben. Darüber hinaus gibt es noch die übliche automatische Trapezkorrektur, die aber ebenso wie der automatische Fokus auch über einen manuellen Modus verfügt. Der Viewsonic lässt sich also ziemlich unkompliziert aufstellen und optimal auf die Leinwand ausrichten.
Seitens der Bildabstimmung hakte es dagegen zumindest bei unserem Modell im Beamer-Test noch etwas. So wird der X1000-4K zwar im besonders hellen TV-Modus ausgeliefert, allerdings passt die dort voreingestellte Farbtemperatur von 9.300 Kelvin zu keiner uns bekannten Norm. Das Bild ist viel zu kühl und sogar leicht blaustichig.
Zwar lässt sich die Farbtemperatur auch separat einstellen, nur die Umstellung auf die gewünschten 6.500 Kelvin blieb nahezu fruchtlos. Womöglich ist das nur ein Bug in der Software, schließlich konnten wir die gewünschte Farbtemperatur trotzdem einstellen. Dazu muss man nur etwas tiefer ins Farbmanagement eintauchen und die Werte von Rot, Grün und Blau einzeln einstellen.
Der X1000-4K verfügt über eine ganze Reihe Schnittstellen, verkabelte wie drahtlose gleichermaßen. So gibt es insgesamt drei HDMI-Eingänge, außerdem insgesamt vier USB-Buchsen, eine davon im praktischen USB-C-Formfaktor, sowie eine weitere unter einem Deckel auf der Rückseite. Das ist der ausgewiesene Steckplatz für den USB-Dongle aus dem Lieferumfang, der neben dem WLAN-Empfänger auch das Android-TV-Betriebssystem enthält.
Der Ausgang für einen Subwoofer, je ein Ein- und Ausgang für analoges Audio sowie ein digitaler Audioausgang bilden die Schnittstellen der Tonabteilung. Vom internen 16-Gigabyte-Speicher stehen zudem immerhin rund zwölf als Datenspeicher zur Verfügung.
Koordiniert wird das Ganze vom asiatischen Android-Abkömmling mit dem Namen Aptoide. Die Oberfläche unterscheidet sich zwar kaum von einer herkömmlichen Android-Installation, hat aber keinen Zugang zum Play Store.
Der Viewsonic X1000-4K gehört in seinem Bereich zwar nicht zu den besonders teuren Geräten, dennoch muss man die kleinen Fallstricke, wie etwa im Farbmanagement oder das Betriebssystem, nicht in Kauf nehmen – schließlich ist das hauptsächlich Software, die sich ja bekanntlich per Update verbessern lässt.
So haben wir getestet
Jede Anwendung stellt andere Anforderungen an einen Projektor: Während der Beamer im perfekt abgedunkelten Heimkino nicht gegen gefürchtete fremde Lichtquellen oder Streulicht anstrahlen muss, sieht das bei der Projektion im Wohnzimmer, Besprechungsraum oder gar im Freien ganz anders aus.
Wichtig ist also neben der Leuchtkraft auch die Fähigkeit, dunkle Partien auch dunkel, idealerweise schwarz darstellen zu können, und das möglichst gleichzeitig, da ein Bild ja auch meistens aus dunklen und hellen Teilen besteht.
Hierzu projizieren wir im Test ein Schachbrettmuster mit acht schwarzen und ebenso vielen weißen Flächen auf eine schwarze, lichtschluckende Leinwand und messen das aus Richtung der Beamer-Optik austretende Licht in jedem Quadrat. Die Leinwand muss das Licht schlucken, weil man ausschließlich das messen möchte, was aus dem Beamer kommt, ganz ohne Reflexionen und Streulicht von der normalerweise stark reflektierenden Leinwand.
Kombination aus Licht, Schatten und perfekten Farben
Das Verhältnis aus weißen und schwarzen Flächen nennt man ANSI-Kontrast, die gemessenen Werte geben wir in der Tabelle an. Zu beachten ist, dass der ANSI-Kontrast lediglich eine Aussage über den Kontrast ist, nicht aber über den absoluten Schwarzwert. Den finden Sie ebenfalls in der Tabelle. Der ist besonders bei Beamern für den Gebrauch im Heimkino wichtig, da Sie bei Nachtszenen lieber die Sterne vor einem möglichst dunklen Hintergrund blinken sehen wollen als vor einem grauen.
Neben dem maximal erreichbaren Schwarzwert tragen wir auch die maximale Lichtausbeute ein, einmal als Herstellerangabe und einmal den von uns im Test gemessenen Wert im farbkalibrierten D65-ECO-Betrieb. Den ECO-Betrieb wählen wir aus, weil hier zumeist eine akkurate Farbwiedergabe vor möglichst hoher Lichtausbeute geht. Außerdem ist der Beamer dann leiser und die Lampe hält länger.
Auch die möglichst gleichmäßige Ausleuchtung der Leinwand ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Zur Messung werden in unseren Tests neun weiße Flächen gleichmäßig auf die Leinwand projiziert, um dann – ähnlich wie bei der ANSI-Messung – die Lichtstärke der einzelnen Punkte zu messen. Die Differenz gibt Auskunft über die mehr oder weniger gleichmäßige Ausleuchtung: 100 Prozent wären eine absolut gleichmäßige Helligkeitsverteilung über die gesamte Leinwand.
Neben dem möglichst kontrastreichen Verhältnis zwischen Licht und Schatten spielt die akkurate Farbdarstellung im Beamer-Test eine wichtige Rolle, insbesondere beim Anschauen von Filmen. Sämtliche Beamer verfügen über mehrere Voreinstellungen für die verschiedenen Anforderungen, die meisten sogar über einen Filmmodus. Dieser kann auch Cinema, Kino oder ähnlich heißen und bringt die Einstellungen, insbesondere der Farbwiedergabe, zumeist schon in die richtige Richtung.
Im Test stellen wir daher alle Beamer in den sparsamen, leiseren und auch etwas dunkleren ECO-Betrieb und trimmen sie zudem mit der entsprechenden Voreinstellung auf möglichst neutrale Farbwiedergabe. Beide Ergebnisse fotografieren wir für jeden Projektor von der Leinwand ab, und zwar immer mit den exakt gleichen Belichtungseinstellungen der Kamera. Daher sind einige Bilder dunkler als andere, wenn der Beamer nicht ganz so lichtstark ist.
So groß, wie das auf den Fotos wirkt, sind die Unterschiede aber in der Realität nicht. Diese Fotos dienen nur der Anschauung. Für annähernd nachvollziehbare Abbildungen müssten wir sowohl den Fotoapparat als auch das Display, über das Sie die Fotos betrachten, penibel aufeinander abstimmen. Wir notieren für Sie aber die Einstellungen der Beamer in der Bildunterschrift, falls Sie sie bei sich zu Hause mit dem einen oder anderen Beamer nachvollziehen möchten.
Die wichtigsten Fragen
Welcher Ultrakurzdistanz-Beamer ist der beste?
Für uns ist der beste Ultrakurzdistanz-Beamer der Epson EH-LS650. Er ist 4K-kompatibel und liefert eine akkurate Farbwiedergabe und tolle Kontraste, die passende Soundunterstützung bringt er gleich mit.
Braucht man für Beamer eine Leinwand oder tut es auch eine weiße Wand?
Eine weiß gestrichene Wand tut es notfalls auch, sie sollte nur entsprechend glatt sein. Außerdem sollten Sie bedenken, dass Weiß nicht gleich Weiß ist. Zudem reflektiert das Tuch der Leinwand viel besser, als es Wandfarbe im Allgemeinen tut. Für natürliche Farben und satte Kontraste ist eine Leinwand immer die bessere Lösung.
Wie groß muss die Entfernung des Beamers für eine 100-Zoll-Bilddiagonale sein?
Ein Ultrakurzdistanz-Beamer muss nur wenige Zentimeter vor der Leinwand stehen. Wir haben zur Orientierung die Abstände in der Tabelle eingetragen, die der Beamer benötigt, um eine Bildbreite von zwei Metern zu erreichen. Das entspricht etwa einem 90-Zoll-Fernseher.
Gibt es Beamer mit 8K-Auflösung?
Das wird noch eine Weile dauern. Schließlich sind die einzigen Beamer, die wirklich eine echte 4K-Auflösung an die Leinwand bringen, noch ziemlich teuer. Alle anderen rechnen die FullHD-Auflösung (1920 x 1080 Pixel) mit einiger technischer Raffinesse schlicht auf 4K hoch. Unter den Beamern mit nativer 4K-Auflösung gibt es einige sündhaft teure Sony-Beamer, die Filme in 8K-Auflösung zumindest wiedergeben können. Trotzdem haben selbst 8K-Fernseher mit einem Problem zu kämpfen: Die Bildgröße steht fest, und selbst bei einer 8K-Auflösung kann man bei einer bestimmten Entfernung die einzelnen Bildpunkte unterscheiden. Mit einem Beamer kann man die Bildgröße frei bestimmen, entweder durch den Projektionsabstand oder mit dem Zoom. Die Abgrenzung der einzelnen Pixel untereinander verschwindet allein schon durch die Reflexion von der Leinwand.



































































