Kein Rad-Ausflug ohne Werkzeug – sonst kann die Runde schnell zu Ende sein! Ein Fahrrad-Multitool sollte zur Basisausstattung jedes Radlers gehören, sei es in der Satteltasche, im Trikot oder im Rucksack. Das Mini- oder Pocket-Tool ist ein Universalwerkzeug für unterwegs, das in kompakter Form wichtige Werkzeuge bereithält.
Mit dem Multitool kann man das Rad für den Transport im Auto vorbereiten (Vorderrad ausbauen, Sattel nach unten), auf Tour eine Panne beheben (etwa wenn die Kette gerissen ist) oder »on the road« notwendige Einstellungen vornehmen, etwa an Sattelstütze, Lenker, Schaltung oder Bremsen.
Wir haben 17 Fahrrad-Multitools getestet und Empfehlungen für verschiedene Einsatzzwecke gekürt.
Kurzübersicht
Lezyne Super SV 23

- 23 Werkzeuge
- drei Torx-Schlüssel
- vier Speichenschlüssel
- für seine Größe leicht
- integriertes Tubeless-Repair-Kit
- recht kantig
- vergleichsweise teuer
Das Lezyne Super SV 23 ist ein Super-Tool mit Edelstahl-Werkzeugen, Alu-Gehäuse, sieben Innensechskant-, drei Torx- und vier Speichenschlüsseln, Nieten- und Flaschenöffner, Tubeless-Reparatur-Kit und Platz für ein Kettenglied samt Nieten. Dazu kommen beste Verarbeitung und eine schöne Optik: Trotz des vergleichsweise hohen Preises landet das Lezyne Super SV 23 ganz oben auf unserem Test-Podium.
Topeak Alien 2
Das Topeak Alien 2 ist zweigeteilt. Einige Funktionen kann man nur in Zusammenarbeit beider Teile nutzen. Das Reifenheber-Paar etwa oder den Kettennieter, der mit dem Innensechskantschlüssel des zweiten Tool-Teils bedient wird. Aber auch sonst ist das Tool gut bestückt, beispielsweise mit Elementen für Tubeless-Reparatur oder einem Pedalschlüssel. Statt nur Touren-Equipment gibt es hier auch einiges für die Zeit zwischen den Fahrten – wie den unersetzlichen Flaschenöffner.
Contec F22 Stealth

- 21 Werkzeuge
- klein
- leicht
- vier Torx-Schlüssel
- Durch kompakte Bauweise schlechte Hebelwirkung
Ein kompaktes, leichtes Mini-Tool mit 21 Werkzeugen, ideal für die Trikottasche und für Besitzer von Rädern mit vielen verschiedenen Torx-Schrauben: Das Contec F22 Stealth hat vier Torx-Schlüssel an Bord, dazu sieben Innensechskantschlüssel und vier Schraubenzieher, zwei Speichen- und einen Gabelschlüssel. Der Preis der Kompaktheit sind ziemlich kurze Einzel-Tools, die bei fest sitzenden Schrauben viel Handkraft erfordern.
Acid Husk 24

- 24 Funktionen
- drei Torx-Bits
- zwei große Reifenheber
- Tubeless-Repair-Kit
- Bit-Halter und Reifenheber auf 16 cm verlängerbar
- nur für gerade Lenker
- Befestigung extra
- teuer
Beim Acid Husk 24 stecken die Tools in zwei Alu-Rohren, die in den Lenkerenden oder alternativ am Rahmen unterkommen. Das Fahrrad-Multitool hat nicht weniger als 24 Funktionen, dafür gab es 2023 den German Design Award Gold. Fast genial: Das Röhrchen mit dem Nietenöffner kann als Verlängerung an den Bit-Halter aufgeschraubt werden. So entsteht ein Hebel mit rund 16 cm Länge. Damit sind selbst richtig fest sitzende Schrauben kein echtes Problem mehr.
M-Wave Pocket F6

- Hohe Werkzeugqualität
- Klein
- einfache Bedienung
- gute Hebelwirkung
- Etwas glatte Griff-Oberfläche
- sehr begrenzte Werkzeugfunktionen
Das M-Wave Pocket F6 liegt gut in kleiner wie großer Hand und lässt sich dank langem Griff sehr effizient nutzen. Unter der Eigenmarke des deutschen Zubehörherstellers Messingschlager ist ein Werkzeug auf dem Markt, das mancher langweilig finden mag. Andere erkennen an, dass es bei einem sehr geringen Preis einfach gut und zuverlässig genau das macht, was es soll, und dank begrenztem Werkzeugsatz wirklich noch in jede Tasche hineinpasst.
Vergleichstabelle
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- 23 Werkzeuge
- drei Torx-Schlüssel
- vier Speichenschlüssel
- für seine Größe leicht
- integriertes Tubeless-Repair-Kit
- recht kantig
- vergleichsweise teuer

- 31 Werkzeuge
- mit Messer/Säge, Kettennieter und Tubeless-Tools
- sehr durchdachtes Konzept
- hohe Werkzeugqualität
- Robuste Ausführung
- Schwer
- etwas fummelig
- Reifenheber nur bedingt verwendbar

- 21 Werkzeuge
- klein
- leicht
- vier Torx-Schlüssel
- Durch kompakte Bauweise schlechte Hebelwirkung

- 24 Funktionen
- drei Torx-Bits
- zwei große Reifenheber
- Tubeless-Repair-Kit
- Bit-Halter und Reifenheber auf 16 cm verlängerbar
- nur für gerade Lenker
- Befestigung extra
- teuer

- Hohe Werkzeugqualität
- Klein
- einfache Bedienung
- gute Hebelwirkung
- Etwas glatte Griff-Oberfläche
- sehr begrenzte Werkzeugfunktionen

- drei Torx-Schlüssel
- beweglicher Bit-Einsatz
- Magnet-Bit-Halter
- Hohe Werkzeugqualität
- auch für Rennlenker
- Herausziehen nicht ganz leicht
- sehr teuer

- L-Tool mit langem Hebel
- acht magnetische Bits
- Tubeless-Repair-Kit mit Schere
- »Strap Clip« für Pumpe etc.
- leicht
- nur ein Reifenheber
- teuer

- gute Werkzeug-Auswahl
- zwei Torx-Schlüssel
- mit aufsteckbarem Tubeless-Repair-Kit
- lebenslange Garantie
- schwer

- 30 Werkzeuge
- tubeless-Tools
- Kettennieter
- hohe Werkzeugqualität
- klein
- schlechte Hebelwirkung
- Etwas fummelig

- 21 Werkzeuge
- zwei große Reifenheber
- zwei Torx-Schlüssel
- robuster Werkzeugstahl
- lebenslange Garantie
- schwer

- 16 Werkzeuge
- klein
- Neopren-Tasche
- Reifenheber aus Metall (Kratzgefahr)

- zwei Torx-Schlüssel
- zwei Speichenschlüssel als eigenes Werkzeug
- zwei Kreuzschlitz-Schraubenzieher
- durch kompakte Bauweise etwas kurze Hebel

- 21 Werkzeuge
- zwei Torx-Schlüssel
- lange Hebel
- Silikon-Cover
- groß
- schwer

- effizienter Kettennieter
- Einfache Bedienung
- gute Hebelwirkung
- günstig
- Kettennieter klappt von selbst auf

- kompakt
- gut handhabbarer Nietenöffner
- nur ein Torx-Schlüssel
- kein Kreuzschlitz-Schraubenzieher

- gute Werkzeugauswahl
- Drehmoment-Funktion
- nur ein Torx-Schlüssel
- Drehmoment-Funktion nicht sehr praktikabel

- gute Hebelwirkung
- Einfache Bedienung
- Nur verzinkter Stahl
- teils schlechte Passung
- wenig robuste Kunststoffverkleidung
- nichts für kleine Hände
- schwer
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Werkstatt für unterwegs: Fahrrad-Multitools im Test
Bei der Auswahl eines Fahrrad-Multitools sollte man nach Einsatzbereich unterscheiden: Wer oft in einer Gruppe unterwegs ist, nimmt ein Tool mit mindestens 20 Funktionen mit. Warum? Bei mehreren Teilnehmern ist die Wahrscheinlichkeit einer (möglicherweise komplizierteren) Panne naturgemäß höher. Wer dann einem Mitfahrer aus der Patsche helfen kann, etwa mit einem Kettennietenöffner oder einem Flaschenöffner, der sammelt Pluspunkte und verdient sich vielleicht in der Pause ein kühles Radler.
Ein größeres Multitool ist auch dann empfehlenswert, wenn man auf einer längeren Tour oder mehrere Tage unterwegs ist. Wer dagegen alleine auf einer kurzen Feierabend-Runde und in der Nähe seiner »Homebase« fährt, der begnügt sich mit einem kompakteren, leichten Tool, das sich gut in der Trikot-Tasche verstauen lässt und die wesentlichen Werkzeuge umfasst.
Welches Werkzeug für welches Rad?
Ein weiterer wichtiger Punkt: Wer ein Trekking- oder Citybike sein Eigen nennt, braucht anderes Werkzeug als ein Rennradler, ein Gravel- oder ein Mountainbiker. Vor dem Kauf eines Multitools sollte man also prüfen, welche Werkzeuge man unterwegs benötigen könnte. Dazu sollte man sämtliche Verschraubungen am Rad und ihre Art und Größe festhalten. Nach dieser Liste kann man nach einem passenden Multitool suchen.
Ungenauer, aber breiter einsetzbar: Wer ein oder mehrere moderne Räder hat, der sollte als Minimalausstattung folgende Werkzeuge am Tool haben: drei, besser vier Innensechskantschlüssel zwischen zwei und acht Millimetern, Torx-Schlüssel T25, Kreuzschlitz-Schraubenzieher, Kettennieter, Speichenschlüssel/Nippelspanner. Bei älteren Rädern ist ein flacher Schraubenzieher empfehlenswert. Bei neueren Rennrädern sowie Gravel- und Mountainbikes sind mehrere Torx-Größen besser (T10, T25, T30), da diese Schraubenart hier mittlerweile recht verbreitet ist.
Wer sein Tool in der Sattel- oder Trikottasche transportiert, wird mehr Wert darauf legen, dass es klein und leicht ist. Dann muss man allerdings Abstriche bei der Ausstattung machen und sollte sich recht genau überlegen, was an Werkzeugen unterwegs wirklich nötig ist. Eine Alternative für Minimalisten sind Tool-Kits, die in den Lenkerenden untergebracht sind. Aber auch hier ist nicht alles dran, was für alle Fälle nötig ist. Zudem sind diese Kits deutlich teurer als Pocket-Tools. Weiterer Nachteil: Wer mehrere Räder nutzt, muss immer ummontieren (was jedoch kein großer Aufwand ist).
Tubeless-Fahrer benötigen bei größeren Löchern, die die Milch nicht mehr abdichten kann, ein spezielles Reparatur-Tool mit einer Reibahle (um das Loch zu säubern) und einer Klemmnadel, um das Dicht-Würstchen (Plug) einzudrücken. Praktisch ist ein kleines Fach am Multitool, in dem drei bis fünf dieser Plugs unterkommen. Einige der von uns getesteten Tools haben die Tubeless-Repair-Kits permanent integriert. Wie man es von Gummiflicken für die Standard-Schlauchreparatur kennt, sollte man am Tool oder separat ein Fach oder Täschchen mit einigen dieser Plugs haben. Perfektionisten finden auch Tools mit einem Fach für Kettennieten. Der Hintergrund: Bereits demontierte Bolzen sollte man nicht nochmals benutzen, da sie meist an den Rändern schon etwas beschädigt sind.
Viele Minitools enthalten auch Speichenschlüssel bzw. Nippelspanner. Allerdings gibt es Speichennippel je nach Hersteller in vielen verschiedenen Größen, sodass man mit den üblichen zwei Spannern (meist 3,2 und 3,5 mm) unter Umständen nicht weiterkommt. Also vor dem Kauf am Rad nachsehen, was man denn braucht, denn lockere Speichen kommen auf Tour immer wieder mal vor, vor allem auf anspruchsvollen MTB-Runden. Daher ist es durchaus sinnvoll, einen passenden Spanner dabei zu haben.
Wichtig auch bei Minitools: Ergonomie
Natürlich steht die Ergonomie bei den »Minis« nicht im Mittelpunkt, andere Aspekte wie Werkzeuganzahl und -auswahl sowie Robustheit sind entscheidender. Trotzdem muss auch ein Pocket-Tool gut handhabbar sein. Erster Aspekt ist hier die Qualität: Scharfe Kanten stören, sehr glatte Oberflächen machen das Werkzeug rutschig, vor allem mit verschwitzten Händen. Zudem sollten sich die einzelnen Werkzeuge leicht und ohne großes Gefummel ausklappen lassen.
Kurze Werkzeugschlüssel können ein Handicap sein. Beim Drehen können die Finger am Rahmen oder dort anstoßen, wo die bearbeitete Schraube sitzt.
Die Werkzeuge dürfen nicht zu kurz sein
Nicht weniger wichtig: Die Tools selbst dürfen nicht zu kurz sein, um beim Arbeiten (vor allem beim Öffnen von fest sitzenden Schraubverbindungen) eine bessere Hebelwirkung zu bieten. Hier sind sehr kleine Werkzeugrahmen als Griffe bauartbedingt im Nachteil. Wer das nicht selbst durch höhere Handkraft ausgleichen kann, der sollte auf jeden Fall ein größeres Tool wählen.
Ähnliches gilt für integrierte Reifenheber: Nur für sehr leicht sitzende Reifen bieten die kurzen Sticks wirklich gute Unterstützung. Für die meisten Fälle kommt man mit klassischen Reifenhebern deutlich sicherer und komfortabler weg. Sie haben einen längeren Hebelarm und lassen sich damit besser greifen.
Nicht vergessen: die Pflege
Das beste Multitool nützt wenig, wenn es irgendwann wegen Verschmutzung und/oder Korrosion die Arbeit verweigert. Daher ist es sinnvoll, die Werkzeuge regelmäßig nach Nutzung zu reinigen und zu pflegen. Das Minimum: Schmutz mit Wasser abspülen, verbliebene Reste (Kettenfett u. Ä.) mit einer Bürste entfernen, mit einem weichen Tuch abtrocknen, dann auf alle Gelenke und beweglichen Verbindungen Universal-Öl träufeln oder sprühen.
Ganz wichtig ist außerdem, die Achsen der Werkzeuge regelmäßig nachzuziehen. Viele Tools leiden darunter, dass sich die einzelnen Schlüssel irgendwann lockern. Sie kippen dann je nach Handhaltung nach unten und erschweren die Nutzung des Tools. Aber Achtung: Nicht so fest zudrehen, dass sich die Schlüssel im Ernstfall nur schwer und umständlich ausklappen lassen!
Grundsätzlich sollte man aber eines im Kopf haben: Auch hochwertige Minitools ersetzen nie gute Werkzeuge aus der stationären Werkstatt. Sie sind immer ein Kompromiss zwischen Größe & Gewicht, Nutzungseffizienz, Robustheit und praktischem Nutzen – aber eben immer dabei, wenn man sie braucht.
Unser Favorit
Lezyne Super SV 23

- 23 Werkzeuge
- drei Torx-Schlüssel
- vier Speichenschlüssel
- für seine Größe leicht
- integriertes Tubeless-Repair-Kit
- recht kantig
- vergleichsweise teuer
Das Lezyne Super SV 23 trägt das »Super« in seinem Namen völlig zu Recht: Werkzeuge aus Edelstahl, CNC-gefräste Alu-Seitenwangen, »QuickLink«-Kettenschloss-Halter, integriertes Tubeless-Reparatur-Kit, viele Torx- und Speichenschlüssel, für seine Größe recht leicht (154 g), nahezu perfekte Verarbeitung, prima Optik – da gibt’s nix zu meckern. Obwohl das SV 23 nicht ganz ohne Tadel (siehe »Nachteile«) und vergleichsweise teuer ist, landet es verdientermaßen ganz oben auf unserem Test-Podium.
Die Ausstattung lässt mit sieben Innensechskant- und drei Torx-Schlüsseln, vier Speichenschlüsseln, zwei Gabelschlüsseln, Kolbendrücker, Nieten- und Flaschenöffner kaum Wünsche offen. Den nicht vorhandenen Flach-Schraubenzieher werden nur Besitzer älterer Fahrräder vermissen, an neueren Rädern kommen einfache Schlitzschrauben praktisch nicht mehr vor. Dafür freuen sich Tubeless-Fahrer über ein im Tool verbautes Reparatur-Kit (nicht aufgesetzt wie bei den meisten anderen), bestehend aus zwei Plugs und einer Applikations-Nadel mit Ahle zum sauberen Ausreiben des Lochs im Mantel.
Wer noch klassisch mit Schlauch fährt und auch in Zukunft nicht auf tubeless wechseln will, der bekommt das Lezyne Super auch ohne Tubeless-Reparatur-Kit. Es nennt sich dann Super SV 22, ist sieben Millimeter schmaler, ein paar Gramm leichter und kostet meist etwas weniger.
An beiden Versionen lässt sich außen rechts und links jeweils ein »halbes« QuickLink-Kettenschloss anbringen – praktisch bei einem Kettenriss. Allerdings ist der Platz für die Niete auf der Seite des Kettennietenöffners etwas knapp, sodass selbige dort außen etwas hervorsteht. Achtung: Wer die Niete zu weit eindrückt, beschädigt das Gewinde des Öffners.
Nachteile?
In der Handhabung ist das Lezyne Super SV 23 etwas kantig und daher für empfindliche Hände teilweise nicht so angenehm. Der Nietenöffner sitzt eingeklappt relativ locker und wird durch ein eigenes Band in Zaum gehalten. Zudem ist der Preis vergleichsweise hoch.
Lezyne Super SV 23 im Testspiegel
Das Magazin Radfahren.de hat das SV 23 im Herbst 2024 getestet, im Rahmen eines Minitool-Tests mit 19 Kandidaten. Das Resümee:
Lezyne ist für perfekte Verarbeitung und edle Optik bekannt. Das Super SV 23 begeistert mit einer sehr guten Werkzeugauswahl, auch für sportive und Tourenfahrer. Abzüge gibt es für die unhandliche Breite und die Kanten.
Auch das Online-Fahrrad-Portal Velomotion hat im Frühjahr 2024 Multitools getestet, darunter das Lezyne Super SV 23. Das Fazit:
Das Design und die Werkzeugauswahl wissen absolut zu begeistern. Positiv hervorzuheben sind bei den Werkzeugen besonders das TL-Reifenstopfen-Kit, das Disc-Richtwerkzeug sowie der Bremsbelagspreizer. Damit hebt sich das Super SV-23 (…) von vielen anderen Minitools in unserer Testreihe ab. (…) Der viel zu weiche Torx T10 Schlüssel zieht die Gesamtwertung des Tools deutlich nach unten. Auch die Haptik gibt Grund zur Kritik. Ein schönes Tool, das leider einige Schwächen aufweist.
Das britische Rad-Portal Cyclist hatte das Lezyne bereits im Herbst 2023 im Einzel-Test. Das Ergebnis:
There’s very little to moan about with the Lezyne SV23, it’s a sturdy feeling multitool that packs a good array of useful tools. However, it is larger than similarly feature packed tools and carries a premium price.
Weitere Empfehlungen
Topeak Alien 2
Das Topeak Alien 2 ist ein Zweiteiler, der bei vielen Begierde weckt. Ein »cooles« Tool. Nirgendwo sonst fanden wir so viele Werkzeuge so sinnvoll und relativ praktikabel integriert. Dabei wirkt der Alien vor allem auf der Seite des Kettennieters eher unförmig.
Zunächst einmal ist Teilen angesagt: Die zwei Hälften des Topeak Alien 2 lassen sich einfach per Druckknopf auseinanderschieben. Die Grundplatten der zwei Reifenheber sind dann die Griffbasis für die jeweiligen Werkzeuge. Das System ist genau ausgetüftelt. Auf der einen Seite gibt es Gabel- beziehungsweise Ringschlüssel von 8 bis 10, diverse Speichenschlüssel, den Kettennieter sowie zwei kleine Innensechskantschlüssel inklusive dem massiv ausgeführten 8er. Er dient als Verlängerung des Sechskantschlüssel-Blechs, das sogar einen 15er führt. Auf dieser Seite können alle ausgeklappten Werkzeuge arretiert werden. Das ist vor allem für den Schlitzschraubendreher und das Messer sehr sinnvoll.
Das kleine Messer ist mit besonderer Sorgfalt zu behandeln: Es ist relativ schwer auszuklappen, sodass eine Testerin daran fast gescheitert wäre. Es steht aber ausgeklappt und eingerastet absolut sicher und verträgt dann Einiges an Krafteinwirkung. Das Topeak Alien 2 führt aber neben dem Messer auch einen sehr stabilen Kettennieter.
Der Werkzeugteil lässt sich relativ gut halten, auf dem anderen Teil sitzt der passende 5er-Innensechskantschlüssel, mit dem der Nietbolzen des Werkzeugs gedreht wird. Auf dem Kettennieter-Werkzeug sitzt auch die „Dritte Hand“. Das ist ein Drahtstück, das die beiden Kettenenden zuverlässig hält. So kann man sich die losen Enden ganz entspannt zurechtlegen, um den Bolzen durchzudrücken.
Wer die klassischen Reifenheber zuhause lassen will, sollte prüfen, ob er mit dem Alien-Reifenheber seine Pneus wirklich von der und wieder auf die Felge bekommt: Die Heber sind sehr kurz, verlangen also nach starken Händen. Außerdem ist eine Alien-Hälfte kein ergonomisch geformter Griff. Wir empfehlen, nur bei leicht montierbaren Pneus mit den Hebern zu arbeiten.
Praktisch ist, dass die Achsen der Werkzeuge mit einem Schlüssel des jeweils anderen Alien-Teils nachgeschraubt werden können. In unserem Test war das allerdings nicht nötig, die Werkzeuge lockerten sich nicht. Zur Belegung der zweiten Alien-Hälfte: Hier sitzen die meisten Innensechskantschlüssel sowie ein mittlerer Kreuzschlitz- und der 25er Torx-Schlüssel.
Trotz der begrenzten ergonomischen und teils komplexen Bedienung bekommt der Topeak Alien 2 seine Empfehlung: Er bietet hochwertige Werkzeuge (größtenteils in Chrom-Vanadium-Qualität) und ist sehr durchdacht organisiert. Zudem kann er mit Messer, Flaschenöffner, den Ringschlüsseln und Co. auch den Bikepacker auf langen Touren unterstützen, auch wenn es mal um die Fahrrad-Peripherie wie einen Anhänger oder Ähnliches geht. Der Preis ist für diesen Funktionsumfang mehr als in Ordnung.
Contec F22 Stealth

- 21 Werkzeuge
- klein
- leicht
- vier Torx-Schlüssel
- Durch kompakte Bauweise schlechte Hebelwirkung
Das Contec F22 Stealth gefällt durch kompakte Abmessungen und geringes Gewicht – und das mit 21 Werkzeugen. Der Preis dafür sind allerdings ziemlich kurze Einzel-Tools, die bei fest sitzenden Schrauben recht hohe Handkräfte erfordern. Wer die aufbringen kann und zudem ein Rad mit vielen unterschiedlich großen Torx-Schrauben sein Eigen nennt (vor allem bei neueren Rennrädern, Gravel- und Mountainbikes beliebt), der trifft mit dem F22 eine gute Wahl: Vier Torx-Schlüssel sind an Bord (T25, T27, T30, T40), dazu sieben Innensechskantschlüssel und vier Schraubenzieher (zwei Kreuzschlitz, zwei flach).
Am Nietenöffner finden sich ein Kolbenspreizer (um die Bremsbacken nach einem Tausch der Beläge auseinanderzudrücken oder falls die Bremse beim Transport ohne Vorderrad versehentlich betätigt wurde), ein 10-mm-Gabelschlüssel, drei Speichenschlüssel (3,2 mm / 3,5 mm / 5,65 mm) und der unvermeidliche Flaschenöffner. Der Nietenöffner erfordert durch den kurzen Hebel viel Kraft, funktioniert aber gut. Alle Innensechskantschlüssel bieten bauartbedingt wenig Hebelweg. Bei den Schraubenziehern wirkt sich dagegen die Breite des Tools positiv aus, wenn mehr Krafteinsatz gefragt ist.
Kleiner Kritikpunkt zur Werkzeugausstattung: Statt des dicken Torx T40 wäre ein kleiner T10 besser. Zudem liegt der Nietenöffner etwas locker auf dem Tool und klappt gern mal raus. Da könnte ein Gummiband helfen.
Das F22 kommt im coolen Mattschwarz (daher wohl der Zusatz »Stealth«) und mit aufgelaserten Werkzeugbezeichnungen: Das erspart einem die nervige Sucherei nach dem passenden Werkzeug – wenn man die passende Größe kennt. Zudem ist das Contec F22 Stealth noch leichter als vom Hersteller angegeben: Die Waage zeigte 142 Gramm an, nicht 157. Unser Tipp, wenn ein kompaktes und günstiges Trikot-Tool mit vielen Torx-Schlüsseln gesucht ist.
Acid Husk 24

- 24 Funktionen
- drei Torx-Bits
- zwei große Reifenheber
- Tubeless-Repair-Kit
- Bit-Halter und Reifenheber auf 16 cm verlängerbar
- nur für gerade Lenker
- Befestigung extra
- teuer
Das Husk 24 von Acid, der Eigenmarke des oberpfälzer Radherstellers Cube, steht für ein anderes Konzept in Sachen Multitools: Zwei Alu-Rohre kommen in den Lenkerenden unter. Zudem gibt es die Option, die beiden Tool-Röhrchen mit speziellen Adaptern am Rahmen oder am Flaschenhalter anzubringen. Das Acid hat 2023 den German Design Award Gold bekommen, und es bringt nicht weniger als 24 Funktionen in den beiden 15,7 cm langen Rohren unter. Dazu gehören sieben Innensechskant- und drei Torx-Bits und zwei Schraubenzieher (Kreuz, flach), alles in einem Magnethalter. Weiter gibt es drei Speichen- und einen Ventilschlüssel, zwei auf die Rohre aufgeschraubte, große Reifenheber, einen Kettennietenöffner, ein Kettenschloss mit Magnethalterung und ein Tubeless-Reparatur-Set mit fünf Plugs. Zum vollkommenen Radler-Glück fehlt nur der Flaschenöffner …
Leider ist das Acid Husk 24 ausschließlich für gerade Lenker geeignet. Es müssen zudem 157 wirklich gerade Millimeter sein, sonst passen die Alu-Röhrchen nicht hinein. Für die Lenker-Befestigung ist (für rund zehn Euro) ein eigenes »GiLink«-Set mit Gummiringen für drei verschiedene Lenker-Durchmesser zu erstehen. Damit lassen sich die Rohre recht klappersicher im Lenker unterbringen – aber Achtung: Der darf nicht weniger als 17,5 mm Durchmesser haben. Die »GiLink«-Stopfen passen am besten in die »Acid«-Lenkergriffe, da lassen sie sich mit einer Drehung fixieren. Bei anderen Griffen werden sie einfach nur reingesteckt – nicht ganz so perfekt, funktioniert aber auch.
Die einzelnen Bits sind aus hochwertigem, rostfreiem Stahl und funktionieren gut. Allerdings sitzen sie nicht ganz spielfrei im Halter, was in der Anwendung aber keine dramatischen Folgen hat. Etwas fummelig ist die Unterbringung bzw. das Herausnehmen der Bits (vor allem der dickeren) aus dem magnetischen Sammelhalter. Zudem bildet die glatte Lackierung der Röhrchen mit nassen Händen nicht die ideale Werkzeug-Oberfläche.
Fast genial dagegen ist die Idee bzw. die Möglichkeit, das Röhrchen mit dem Nietenöffner als Verlängerung an den Bit-Halter aufzuschrauben. So hat man einen Hebel mit über 15 cm Länge und bekommt selbst richtig fest sitzende Schrauben ohne allzu großen Kraftaufwand auf. Auch ein Reifenheber lässt sich so verlängern – bei den meist sehr fest in der Felge sitzenden »Tubeless ready«- und Tubeless-Reifen sehr hilfreich. Das Acid Husk 24 ist daher unser Tipp für alle, die beim Werkeln nicht so viel Kraft aufbringen können und gut verstautes Werkzeug schätzen. Das muss ihnen dann aber auch einiges wert sein, denn der Preis ist hoch.
M-Wave Pocket F6

- Hohe Werkzeugqualität
- Klein
- einfache Bedienung
- gute Hebelwirkung
- Etwas glatte Griff-Oberfläche
- sehr begrenzte Werkzeugfunktionen
Klar: Im »Höher, schneller, weiter«-Rennen kann das M-Wave Pocket F6 sicher nicht überzeugen. Manche Tools bieten das Fünffache an einzelnen Werkzeugen. Aber manchmal zählt eben eher das „Wie“. Außerdem ist der Preis rekordverdächtig.
Das kleine Tool hat einen der längsten Griff-Rahmen im Test und lässt sich damit nicht nur perfekt halten, sondern es arbeitet dadurch auch sehr effizient. Der lange, schmale Griff bietet ein optimales Hebelverhältnis. Damit bekommt man auch Schrauben auf, für die man sonst den großen Schlüssel aus dem Werkzeugkasten holt.
Die Werkzeugachsen erwiesen sich bei unserem Test als steif genug, dass man damit auch richtig Kraft aufwenden kann. Die Länge der Werkzeuge unterstützt dabei, Schraubbolzen ganz entspannt zu öffnen, ohne mit den Fingerknöcheln anzuschlagen.

Natürlich passt das M-Wave Pocket F6 nicht zu jedem Fahrrad: Wir sehen das Tool vor allem als Begleiter des Rennrads. Dort gibt es nämlich kaum weiteren Bedarf als nach den fünf Innensechskantschlüsseln.
von 2 bis 6 Millimetern und dem 25er Torx. Letzterer ist hilfreich, möchte man den Scheibenbremsen das Schleifen abgewöhnen.
Innensechskantschlüssel dagegen helfen bei fast allen anderen Komponenten weiter, sei es ein Vorbau mit Spiel oder eine falsch eingestellte Sattelstützenklemme. Auch auf die Standardausführung der Rennrad-Steckachsen hat das Tool Zugriff. Lediglich für die Pedalachsen benötigt man ein separates Werkzeug. Was nicht schlimm ist, denn hier ist meist eine Kraft vonnöten, die ein Minitool überfordert. Was das fehlende Kettentool anbelangt: Eine Kette reißt meist aus Gründen fehlender Pflege. Rennräder gehören aber sicher zu den am besten gepflegten Bikes.
Noch ein Vorteil der Einfachheit des M-Wave Pocket F6: Die einzelnen Werkzeuge sind unkompliziert auszuschwenken. Sie lockerten sich bei unserem Test auch nicht. Und zu dem Ganzen kommt noch eine sehr unaufdringliche Optik. In Relation zur Anzahl der Werkzeuge ist das Tool bei Weitem nicht das Günstigste. Doch darum geht es nicht. Sondern darum, wie gut und sinnvoll es seinen Bereich abdeckt. Das klappt hier bestens, und zwar zu einem unerreichbaren Preis.
Außerdem getestet
Rockbros 16-in-1 Fahrrad Multitool
Beim Rockbros 16-in-1 Fahrrad Multitool fühlt sich der Tool-Einsteiger zuhause. So sieht ein klassisches mobiles Werkzeug aus. Es führt die wichtigsten Werkzeuge mit und ist schlicht wie ein Taschenmesser zu bedienen.
Dabei hat man die wichtigsten Innensechskantschlüssel, einen Schlitz- und einen Kreuzschlitzschraubendreher und sogar Sechskantschlüssel. Da sind 8er, 10er und 15er auf einem Werkzeugblech (hier findet man auch einen 1,4er Speichenschlüssel) und Ringaufsätze in den Größen 8, 9 und 10. Dass sich die Werkzeuge teils doppeln, dürfte daran liegen, dass sie auf dem Blech nicht sehr praktikabel sind. Es lässt sich nicht arretieren und hat stattdessen nur einen Anschlagpunkt. Dadurch klappt das Werkzeug bei Belastung einfach ein, man muss also per zweiter Hand gegenhalten. Außerdem erlaubt der voluminöse Griff des Tools an vielen Stellen am Fahrrad nur sehr kurze Schraubbewegungen, bevor er anstößt.
Der Tool-Body ist ergonomisch nicht besonders sinnvoll. Kleine und teils auch normal große Hände empfinden den breiten und dicken Rahmen des Rockbros als wenig passend. Dabei hat es durch die beiden Deckschalen eine glatte, ergonomisch geformte Oberfläche. Es ist nur eben etwas zu groß.
Die Werkzeuge sind aus verzinktem Stahl. Das ist von deutlich minderer Werkzeugqualität als Chrom-Vanadium. Für ein nur gelegentlich auf Tour genutztes Werkzeug ist das aber vertretbar. Allerdings ist die Verarbeitungsqualität und Passgenauigkeit nicht sehr hoch, wie schon der Aufnehmer für die Ringaufsätze zeigt. Er hat bei allen Schlüsselköpfen starkes Spiel. Aber wie viel Perfektion verlangt man schon von solch einem Einsteiger-Tool, das von seiner Werkzeugbelegung her für ältere Fahrräder gedacht ist?
Es fehlt beispielsweise der Torx 25 für die Einstellung der Scheibenbremse. Der Speichenschlüssel ist für die alten Standard-Speichen mit 14 Gauge (Nippelstärke ca. 3,4 mm) gedacht. Mit den Ringschlüssel-Köpfen lässt sich an älteren Bikes sicher noch die eine oder andere Mutter nachziehen. Mit den aus dem Blech gestanzten Sechskant-Formen ist das schwieriger, da das Tool selbst dabei immer wieder im Weg sein dürfte. Trotzdem: Wer ein älteres Fahrrad fährt, an dem auch diese Schraubengrößen noch vorkommen, ist mit dem Rockbros 16-in-1 Fahrrad Minitool auf der Tour deutlich besser dran als ohne Tool.
Topeak Mini PT30
Alles drin, alles dran am Topeak Mini PT30. 30 Werkzeuge muss man auf so wenig Platz erst einmal unterbringen. Die wichtigsten acht Innensechskantschlüssel, drei Torx-Werkzeuge, ein mittlerer Schlitz- und ein Kreuzschlitzschraubendreher sind an Bord. Dazu kommen per Federspange fest arretierbar ein kleines Messer und ein Plug-Einstecher für Tubeless.
Spitze oder scharfe Werkzeuge (Messer, Plug-Einstecher für Tubeless-Plug) sind mit einer separaten Sicherung verankert, sodass sie bei Nutzung nicht wegklappen können. Dazu kommt das Kettennieter-Tool, das per Schraubbolzen am Rahmenkörper befestigt ist. Über den Kettennieter geklemmt ist außerdem eine Transportsicherung für Scheibenbremsen. Gute Idee: Bei ausgebautem Laufrad – etwa zum Reifenflicken oder zum Transport des Rads – verhindert die Sicherung, dass die Bremsbeläge durch versehentliches Bremseziehen zusammengedrückt werden.
Das separate Kettenwerkzeug des Topeak Mini PT30 liegt gut in der Hand, oder besser: zwischen den Fingern. Der Bolzendrücker wird dabei mit dem 4er-Innensechskantschlüssel am Tool bedient. Es braucht allerdings geübte Hände, um mit dem kurzen Kraftarm des gut vier Zentimeter langen Werkzeugs die Kettennieten ein- oder auszudrücken. Andererseits: Wer keine Erfahrung mit Kettennieten hat, wird sich wohl kaum auf der Tour damit beschäftigen. Tipp: vorher üben.
Das Messer und der Plug-Einstecher sind für den Tubeless-Gebrauch vonnöten und funktionieren einwandfrei. Etwas Finger(nagel)-Spitzengefühl braucht es, möchte man die Werkzeuge wieder wegklappen. Dann muss die unter Spannung stehende Sicherungsfeder aus der Rasterung gebogen werden.
Die Werkzeuge am Topack Mini PT30 sind durchgängig von einer hohen Materialqualität, oft aus Chrom-Vanadium. Das Konzept ist schlüssig. Kritik verdient die etwas unsichere Anbringung der »Dritten Hand« am Kettennieter. Das ist ein kurzer, an den Enden gebogener Stahldraht, der die beiden Kettenenden zum Vernieten festhalten kann. Lösung: Die Dritte Hand direkt ins mitgelieferte Tool-Täschchen stecken und nur herausnehmen, wenn man sie braucht.
Mit dem Topeak Mini PT30 kann man viel erreichen. Das kleine Format und die vielen Funktionen auf geringem Raum machen die Arbeit damit aber etwas unkomfortabel. So hat man etwa bei der Bremssattelschraube wie an vielen anderen Stellen nur einen sehr geringen Winkel, in dem man drehen kann, was vor allem am kurzen Werkzeugarm liegt. Trotzdem leistet das Topeak Mini PT30 mehr als viele andere Werkzeuge – wenn man sich mit der Größe arrangiert hat.
Rose T-13 Miniwerkzeug
Das Rose T-13 Miniwerkzeug wirkt auf den ersten Blick wie ein Me-too-Produkt. Doch das Tool ist ernst zu nehmen. Mit fünf Schlüsseln wird im Torx-Bereich alles abgedeckt. Der Innensechskant-Reigen geht mit sieben Werkzeugen bis Größe 8, ein Kreuzschlitzschraubendreher ist vorhanden. Lediglich der Schlitzschraubendreher fehlt. Die meisten Nutzer dürften das aber verschmerzen können, da diese Schraubengattung am Fahrrad selten anzutreffen ist.
Besondere Aufmerksamkeit verdient das Kettenwerkzeug: Die hier vernietete Verbindung zwischen dem Nietkörper und einem kleinen Halteblech wirkt eher billig. Im Test stellte sich dieses Werkzeug aber als durchaus brauchbar heraus. Mit dem Tool in einer Hand hat man einen guten Krafthebel zum Aus- oder Eindrücken des Nietbolzens. Das Halteblech für die zweite Hand ist zwar schmal, aber ausreichend lang, um das Werkzeug bedienen zu können.
Überraschung: Wer den Stahl-Stick genauer ansieht, erkennt, dass er auch als Reifenheber gedacht ist. Unsere Demontageversuche waren aber nur bei sehr leicht sitzenden Pneus erfolgreich. Das Konstrukt mit dem Tool als Haltegriff und einem nur locker sitzenden Reifenheber-Stick geht nicht ganz auf. Mit Kratzern auf der Felge muss man rechnen. Nichts für Carbon-Laufräder!
Das Gehäuse des Rose T-13 ist wie bei vielen anderen Tools aus Aluminium, also hochwertiger Standard. Mit zwei 3er-Innensechskantschlüsseln kann man die Leichtgängigkeit der Werkzeugachsen einstellen. Gelockert haben sich Achsen über die Testdauer nicht.
Ein Manko: Nimmt man das Rose T-13 Miniwerkzeugs in die Hand, schwenkt der Körper des Kettennieters aus dem restlichen Tool oft von selbst heraus und klappt auf. Das kann nerven. Ansonsten hat man mit dem Rose-Tool ein belastbares und großteils relativ angenehm anwendbares Tool für die Tour. Dank des Reifenhebers mit 14, nicht 13 Werkzeugen.
MilKit Hassle’off
Die Schweizer gehen Probleme ja gern etwas anders an, und so hat der Tubeless-Spezialist MilKit aus Zürich sein Multitool völlig neu konstruiert. Soviel vorab: Wer alle Features des Hassle’off (stilecht mit »Baywatch«-Rettungsschwimmer-Boje auf der Verpackung) genannten Tools nutzen will, der sollte auch tubeless unterwegs sein – denn dafür wurde es von Firmengründer Pius Kobler entwickelt. Neben drei Plugs und der Applikationsnadel zum Stopfen größerer Löcher in Tubeless-Reifen enthält es auch eine kleine Schere, um einen Plug auf die passende Länge zuzuschneiden. Das ist praktisch, weil die Enden der Reparatur-Würstchen sonst bei nicht so großen Löchern ziemlich weit herausstehen – zwar kein echtes Problem, aber doch störend.
Als Werkzeug gibt’s zunächst einen »Daysaver« genannten, großen, L-förmigen Tool aus rostfreiem Stahl mit sieben ineinandergesteckten Innensechskant-Einsätzen und einem Torx-Einsatz – alles magnetisch, damit die guten Stücke nicht so leicht verloren gehen. Demselben Zweck dient ein Magnet oben an der Box: Da finden gerade nicht benötigte Bits ihren sicheren Platz. Durch das Stecken sind die einzelnen Einsätze allerdings nicht ganz verwindungssteif, ein Nachteil bei sehr fest sitzenden Schrauben.
Der Kettennietenöffner ist samt eingebautem Nippelspanner in den Korpus integriert. Letzterer dient auch als Reifenheber und enthält zwei magnetische Aufbewahrungsplätze für jeweils ein halbes Kettenglied. Falls man bei einer Reifenpanne mit den Plugs nicht weiterkommt, wird jedoch nur ein Reifenheber bei den sehr fest auf der Felge sitzenden Tubeless-Reifen nicht wirklich weiterhelfen. Wenn man überhaupt einen Schlauch dabei hat, um ihn dann einzuziehen. Allerdings sind so große Pannen erfahrungsgemäß doch eher selten.
Das Hassle’off wird auf vorhandenen Gewindeösen am Fahrradrahmen befestigt. Räder, die auf Bikepacking ausgelegt sind, haben eine Vielzahl von Ösen und damit möglichen Positionen für das Tool. Üblich ist der Platz am Unterrohr für den Flaschenhalter, der dann darübergeschraubt wird. Wer mag, kann noch den »Strap Clip« an der Seite des Kits anschrauben, um etwa eine Mini-Pumpe per Klettband zu befestigen.
Alles in allem ist das MilKit-Tool eine sehr praktische Problemlösung für Tubeless-Fahrer, die dem Schweizer Taschenmesser schon sehr nahekommt – allerdings zu einem stolzen Preis. Nachteil gegenüber den »normalen« Minitools: Es ist am Rad fixiert und muss bei Bedarf ummontiert werden. Zudem gibt’s keine Schraubenzieher – an einem modernen Rad allerdings meist kein Problem.
Park Tool IB-3 I-Beam
Das IB-3 kommt vom Kult-Werkzeugmacher Park Tool aus Minnesota/USA, der bekannt und gerühmt ist für qualitativ hochwertige und durchdachte Fahrrad-Werkzeuge, die vor allem bei Profi-Mechanikern beliebt sind. Das IB-3 macht in Sachen Qualität keine Ausnahme und ist dabei durchaus günstig (da »Made in China«). Das eigenwillige »I-Beam«-Design von Park Tool baut die Werkzeuge anders als üblich rund um einen großen Aluminium-Körper, an dessen Seiten sie angebracht sind. Der Reifenheber ist aufgesteckt und verfügt über zwei integrierte Speichenspanner und einen 8er-Ringschlüssel. Dieser Heber dient zudem als Drehknauf für den Nietenöffner. Das gut neun Zentimeter lange Tool liegt prima in der Hand, ist mit 175 Gramm Gewicht aber nur im Mittelfeld unserer getesteten Multitools.
Die einzelnen Werkzeuge, insgesamt 15, darunter acht Innensechskant- und nur ein Torx-Schlüssel, sind lang genug für eine ausreichende Hebelwirkung. Bei sehr fest sitzenden Schrauben ist aber auch mit dem IB-3 mehr Kraft nötig. Das gilt vor allem für die kleinen Innensechskant-Schlüssel (1,5 / 2 / 3), die recht kurz ausfallen. Zudem erstaunlich für einen Radwerkzeug-Profi: Es findet sich kein Kreuzschlitz-, sondern ein Flachschraubenzieher am Tool. Besser wäre auch ein Innensechskantschlüssel weniger und dafür ein weiterer Torx.
SKS Tom 18
Das SKS Tom 18 ist sehr kompakt, es kommt zudem in einer schützenden Neopren-Tasche – und zu einem ziemlich guten Preis. Unter den 16 Tools findet sich ein Kunststoff-Fach für zwei Kettennieten. Ob man das wirklich braucht, sei mal dahingestellt. Bei einem Schaden an der Kette sind meist die Glieder verbogen, die Nieten sind recht robust und werden selten beschädigt. Eher geht mal eine verloren, wenn man beim Öffnen nicht aufpasst. Dann ist so ein Fach bzw. sein Inhalt natürlich recht praktisch.
Ebenfalls dabei sind zwei Reifenheber, einer zum Abheben des Mantels und ein weiterer am Nietenöffner, um den Mantel komplett von der Felge zu hebeln. Beide sind im Vergleich zu »konventionellen«, eigenständigen Reifenhebern zu kurz und nicht wirklich gut zu handhaben. Zudem sind sie aus Metall – wer mit hochwertigeren Felgen, vor allem solchen aus Carbon, unterwegs ist, riskiert damit unschöne Kratzer. Wichtig beim »Après-Bike«: Ein Flaschenöffner ist dabei. Zusammen sind es 16 Werkzeuge, daher irritiert die Bezeichnung »Tom 18«. Trotzdem hat das SKS ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Es schneidet zudem in vielen anderen Tests gut ab.
Decathlon Multitool 920
Das Decathlon Multitool 920 ist kein echtes Mini-Tool: Es ist 12,5 Zentimeter lang, 6 cm breit und 243 Gramm schwer – und damit das größte und schwerste »Multi« in unserem Test. Allerdings liegt ihm ein anderes Konzept zugrunde, und das hat durchaus Vorteile: Die jeweiligen Werkzeuge werden nicht ausgeklappt, es finden sich sechs handelsübliche, normal lange Innensechskant-Schlüssel am Plastik-Körper des 920. Dazu kommen zwei Schraubenzieher (Kreuz, flach) und zwei Torx-Schlüssel, die mittels eines Adapters auf den größten Innensechskant-Schlüssel aufgesteckt werden. Damit hat man lange Hebelwege, selbst sehr fest sitzende Schrauben sind so kein echtes Problem. Gut für alle, die keine großen Handkräfte aufbringen können (oder wollen).
Weiter an Bord sind zwei ebenfalls normal große Reifenheber – nur wenige Tools, auch in unserem Test, können damit aufwarten. Erfahrungsgemäß fällt es mit zwei Hebern deutlich leichter, einen Reifen von der Felge zu bekommen. Für die wesentlich fester sitzenden »Tubeless ready«- bzw. Tubeless-Reifen sind zwei Heber sogar unverzichtbar. Als Abschluss am Korpus fungiert ein Stahlteil mit drei Maul- und zwei Speichenschlüsseln sowie einem (mittlerweile fast obligatorischen) Flaschenöffner.
Der Nietenöffner ist oben am Körper des Tools integriert. Er hat etwas Spiel, funktioniert mit dem zweitgrößten Innensechskant-Schlüssel als Hebel aber zuverlässig. Das ganze Multitool kommt in einer Silikonhülle mit Lasche zum Aufhängen in der Werkstatt. Das ist ein weiterer Vorteil dieses Kits: Man braucht kein Extra-Werkzeug für zuhause. Wer also in Sachen Bike-Tools nur gering ausgestattet ist, schlägt mit dem Btwin Multitool 920 zwei Fliegen mit einer Klappe – und das zu einem fast unschlagbaren Preis.
XLC Multi-Tool TO-M20
Das XLC Multi-Tool TO-M20 ist ein kompaktes, nicht allzu schweres Tool mit einem sehr günstigen Preis. Wie viele andere »Multis« ist es anfangs etwas schwergängig, das lässt sich jedoch mittels der Muttern an den Seitenwangen regulieren. An Bord sind ein Nietenöffner, mit dem sich auch Bremskolben auseinanderschieben lassen, sieben Innensechskant- und zwei Torx-Schlüssel, zwei Speichenschlüssel als eigenes Werkzeug (bei etlichen anderen Tools sind sie am Nietenöffner integriert, was nicht immer praktisch ist) sowie zwei Kreuz- und ein Flachschraubenzieher – insgesamt 16 Werkzeuge. Auch hier ist die Bezeichnung »TO-M20« daher etwas irritierend.
Die einzelnen Werkzeuge sind vernickelt und haben eine Anti-Rost-Beschichtung. Die Wangen des Tools sind mattiert, sodass man auch mit feuchten Händen kaum rutscht. Die Werkzeuge liegen gut in der Hand, sind vergleichsweise lang und bieten ordentlich Hebelwirkung, die durch den verwindungssteifen Rahmen unterstützt wird. Nur beim Nietenöffner wünscht man sich einen etwas längeren Hebel, zudem eine Sicherung gegen nicht beabsichtigtes Ausklappen. Prima Preis-Leistungs-Verhältnis.
Crankbrothers M20
Das Crankbrothers M20 ist das Tool für Styler: Neben dem üblichen Schwarz und Silber ist es auch in Gold oder Schwarz-Rot zu haben. Dabei gibt’s keine Einschränkungen in Sachen Funktionalität, im Gegenteil: Mit 20 Werkzeugen ist es im Test vorn dabei. Zur Ausstattung gehören sieben Innensechskant-Schlüssel, zwei Torx, drei Schraubenzieher, zwei Ventilschlüssel und ein Nietenöffner. Ob man die am Nietenöffner integrierte Richtlehre für die Bremsscheiben unterwegs braucht? Vielleicht nach einem Sturz, um festzustellen, ob die Scheibe noch gerade ist. Das merkt man allerdings auch, wenn sie beim Weiterfahren schleift …
Angenehm ist am M20, dass sich die einzelnen Werkzeuge vergleichsweise leicht ausklappen lassen und dass das Tool durch die Riffelung der Wangen gut in der Hand liegt. Für Tubeless-Fahrer ist eine aufsteckbare Box mit fünf Reparatur-Plugs für größere Löcher dabei. Die Nadel, um die Plugs zu applizieren, findet sich als eigenes Werkzeug. Wer nicht »tubeless« unterwegs ist, lässt die Box einfach zuhause. Eine Ausnahme im Testfeld ist die lebenslange Garantie für das M20, bei den meisten anderen Tools gibt’s nicht mehr als zwei Jahre.
Birzman M-Torque 10
Das Birzman M-Torque 10 beinhaltet eine Drehmoment-Funktion – dafür gab’s beim Erscheinen 2015 einen »EuroBike-Award«. Voreingestellt (und nicht veränderbar) ist ein Drehmoment von fünf Newtonmetern. Das ist nützlich für Fahrer, die ein Rad mit vielen Carbon-Teilen haben und etwa unterwegs die Sattelhöhe verstellen wollen: Dann sind 5 Nm oft ein richtiger Wert.
Allerdings muss man relativ viel Kraft aufwenden, um die Drehmoment-Funktion zu aktivieren. Dazu muss der Kopf oben am Tool gedrückt gehalten werden. Zieht man dann die Schraube fest, zeigt ein Klicken an, wenn 5 Nm erreicht sind. Am Werkzeug finden sich sieben Innensechskant-Schlüssel, zwei Schraubenzieher, aber leider nur ein Torx. Für moderne Carbon-Rennräder ist das eher zu wenig. Prima dagegen der Nietenöffner, der sich mit dem abziehbaren Innensechskant-Schlüssel gut bedienen lässt.
Pedros ICM 21
Das ICM 21 von Pedros, einem Fahrradwerkzeug- und Reinigungs-Spezialisten aus Boston/USA, ist aus robustem Werkzeugstahl mit einem Kunststoff-Körper gefertigt. Die fünf Innensechskant- und die zwei Torx-Schlüssel sowie der Kreuzschlitz- und der Flachschraubenzieher sind ausreichend lang und leicht ausklappbar. Das Tool liegt gut in der Hand, ist mit 220 Gramm jedoch eher schwer. Die beiden außen aufgesteckten Reifenheber sind stabil und funktionieren gut.
In der Vorgängerversion waren die vier Nippelspanner noch als eigenes Werkzeug auf den Körper geklemmt. Nun sind drei Größen am Nietenöffner integriert, ihr alter Platz bleibt leer. Praktischer war die frühere Ausgabe, da einfacher zu bedienen. Der 8-mm-Innensechskant fällt sehr kurz aus, wird aber eher selten benötigt. Der kurze, dicke Innensechskant für die Pedal-Montage ist allerdings gut zu handhaben, sofern das Pedal nicht zu fest sitzt. Angenehm ist die lebenslange Garantie – eine Seltenheit im Testfeld.
Wolf Tooth Bar Kit One
Das Wolf Tooth Bar Kit One bringt zwei Multi-Werkzeuge in den Lenkerenden unter. Puristen, die keine Satteltasche am Rad und keine Beulen in den Trikot-Taschen mögen, werden das zu schätzen wissen. Ein weiterer Vorteil: Das Tool ist immer dabei – allerdings immer am gleichen Rad. Wobei das Wechseln kein großer Aufwand ist, man muss halt nur dran denken …
Zum Tool: An Bord ist ein Kettennietenöffner, in den eine Plug-Gabel und fünf Flick-Würstchen integriert sind. Das zweite Werkzeug ist ein Bithalter mit beweglicher Spitze, für bessere Hebelwirkung und Erreichbarkeit. Im Gehäuse enthalten sind 14 Bits: sieben Innensechskantschlüssel, drei Torx, Kreuzschlitz- und Flachschraubenzieher, Speichen- und Ventilschlüssel. Gehalten werden sie mittels Magneten, zusätzlich gesichert durch zwei O-Ringe.
Beide Werkzeuge und die Lenkerstopfen sind aus Aluminium, CNC-gefräst und sehr angenehm zu greifen. Generell ist die Qualität des Bar Kit One sehr hoch, alles ist »Made in USA«. Die Hülsen für die beiden Tools sind aus Silikon. Sie passen (samt Inhalt) in alle Lenker ab 17,5 mm Innendurchmesser, egal ob gerader oder Rennrad-Lenker. Bei letzteren sollte der Unterlenker nicht kürzer als 124 mm sein, allerdings lassen sich die Hüllen durch die beweglichen Spitzen der Werkzeuge auch noch bei einer leichten Krümmung des Lenkers unterbringen.
Die Hüllen samt Tools sitzen sicher in den Lenkerenden, auch im heftigen Gelände bleiben sie am Platz und klappern nicht. Durch diesen festen Sitz ist das Herausziehen nicht ganz leicht, auch wenn eine Nut an den Stopfen das erleichtern soll. Ein Reifenheber leistet da gute Dienste. Der Bit-Halter ist sehr stabil und hat einen guten Hebel. Praktisch ist der Magnet am hinteren Ende, um kurzzeitig nicht benötigte Bits aufzunehmen. Zusammengefasst: ein tolles Tool ohne echte Schwächen, für Bike-Puristen, die bereit sind, einen hohen Preis zu zahlen.
So haben wir getestet
Im Test bewerten wir zunächst Material, Qualität und Verarbeitung der einzelnen Fahrrad-Minitools. In der Praxis geht es vor allem um die Handhabung: Alle Werkzeuge eines Tools werden benutzt, um zu sehen, ob die einzelnen Elemente gut zu greifen, leicht auszuklappen und sicher zu bedienen sind.
Dann werden ausgewählte Werkzeuge (je ein Innensechskant- und Torx-Schlüssel, ein Schraubenzieher, der Kettennietenöffner und ein Speichenschlüssel) an verschiedenen Rad-Typen (Trekking-, Gravel- und Mountainbike, Rennrad) getestet: Wie funktionieren sie, ist die Länge ausreichend, haben sie Spiel, zeigen sie schnell Abnutzung?
Alle Tools werden von mehreren Testern (männlich und weiblich, mit größeren und kleineren Händen) eingehend benutzt. Kriterien für unsere Urteile sind: Anzahl, Auswahl und Länge der Werkzeuge, Qualität der Materialien, Verarbeitung, Ergonomie, Handhabung, Größe und Gewicht, Preis und Preis-Leistungs-Verhältnis.
Die wichtigsten Fragen
Welches Fahrrad-Multitool ist das beste?
Das Lezyne Super SV 23 ist unser Favorit. Es hat Werkzeuge aus Edelstahl, ein Gehäuse aus Aluminium, sieben Innensechskant-, drei Torx- und vier Speichenschlüssel, Nieten- und Flaschenöffner, Platz für ein Kettenglied samt Nieten sowie einiges mehr. Dazu ist es bestens verarbeitet und schön designt. Einziger Wermutstropfen: der vergleichsweise hohe Preis.
Welche Werkzeuge muss ein Fahrrad-Multitool haben?
Bei der Auswahl eines Multitools sollte man je nach Einsatzbereich unterscheiden: Ist man meist auf langen Touren oder eher auf kurzen Runden unterwegs? Welches Rad habe ich? Wo will ich mein Tool unterbringen? Die Minimal-Ausstattung für ein modernes Rad: vier Innensechskantschlüssel zwischen zwei und acht Millimeter, Torx-Schlüssel T25, Kreuzschlitz-Schraubenzieher, Kettennieten-Drücker, Speichenschlüssel und für Tubeless-Fahrer zusätzlich ein Tubeless-Repair-Kit.
Kann man ein »normales« Multitool am Rad verwenden?
»Normale« Multitools eignen sich für kleine Reparaturen am Fahrrad, mit der Zange kann man schon einiges erledigen. Oft benötigt man jedoch Innensechskant- und Torx-Schlüssel, Kettennieter, Reifenheber und Ähnliches. Diese sind an den Universal-Tools meist nicht zu finden, daher sind für Radler Fahrrad-Multitools unersetzbar.
Wo bringe ich ein Rad-Tool am besten unter?
Das kommt in erster Linie darauf an, wie „minimalistisch“ man unterwegs ist. Rennradler wollen möglichst wenig Gewicht mitschleppen und verstauen ihr (möglichst kleines) Tool daher meist in einer Trikottasche, zusammen mit einer Mini-Pumpe. Touren-Radler haben oft Gepäckträgertaschen und Mountainbiker einen Rucksack dabei – da kann das Tool dann auch größer sein. Bike-Puristen mögen in den Lenkerenden unsichtbar untergebrachte Werkzeuge.


































































