Läuft das Wasser in der Dusche nicht ab, muss ein Kabel durch einen Schacht gezogen werden oder man will eine schwer zugängliche Stelle am Auto begutachten, stößt man mit seinem menschlichen Körper schnell an seine Grenzen. In solchen Situationen ist eine Endoskop-Kamera eine große Hilfe, denn mit ihrem flexiblen Kamera-Schlauch kommt man fast überallhin.
Ursprünglich für medizinische Anwendungen entwickelt, sind Endoskop-Kameras heute auch im Handwerk nicht mehr wegzudenken. Auch abseits vom professionellen Einsatz lassen die langen Endoskop-Schläuche Einblicke an allen möglichen interessanten Orten zu, beispielsweise in einem Vogelhaus zum unaufdringlichen Beobachten der Tiere.
Für den gelegentlichen Einsatz zu Hause reicht ein günstiges Modell, Profis, die regelmäßig eine Endoskop-Kamera benutzen, sollten mehr investieren. In unserem Test finden sich sowohl Endoskop-Kameras mit äußerst langen Kamera-Schläuchen als auch solche mit kürzeren – einige Endoskope besitzen einen eigenen Bildschirm, andere nutzen den Bildschirm eines Smartphones oder PCs.
Wir haben 29 Endoskop-Kameras mit Preisen zwischen 25 und über 300 Euro getestet. 13 davon sind aktuell noch verfügbar. Welche für wen die richtige ist, hängt vom Einsatzzweck ab. Hier sind unsere Empfehlungen in der Kurzübersicht.
Kurzübersicht
Depstech DS660

- Sehr gute Verarbeitung
- Beweglicher Kamerakopf
- Splitscreen möglich
- Praktische Bedienung
- Mit Koffer
- Teuer
- Kabel relativ kurz
- Kein Haken oder Magnet
Die Depstech DS660 ist für uns eine konsequente Weiterentwicklung früherer Empfehlungen: Saubere Verarbeitung, gute Software und ein beweglicher Kamerakopf mit verlässlicher Auflösung werden durch eine zweite Kamera mit Splitscreen-Funktion ergänzt. Das ist ungemein und funktioniert sehr gut. Insbesondere die smarte Belegung der Tasten und die dadurch praktische Steuerung heben die Depstech von ihrer Konkurrenz ab.
Ralcam N505

- Gute Verarbeitung
- Beweglicher Kamerakopf
- Sehr dünner Kamerakopf
- Mit Koffer
- Teuer
- Kein Haken oder Magnet
- Nur eine Kamera
- Kabel relativ kurz
Die Ralcam N505 ist eine solide Endoskop-Kamera, die in puncto Verarbeitung, Bildqualität und Bedienung bereits im vorderen Drittel unseres Testfelds zu verorten wäre. Eine Empfehlung erhält sie wegen ihres extrem schmalen Kamerakopfs, dank dessen man Stellen inspizieren kann, an denen viele andere Kameras scheitern würden.
Bosch Professional GIC 12V-5-27 C
Die Bosch Professional GIC 12V-5-27 C stellt in jeder Hinsicht eine Verbesserung zur Bosch Professional GIC 120 C dar und ist daher unsere Empfehlung für Profis. Dank »AutoUp«-Funktion verliert man nie die Orientierung und durch die hervorragende Verarbeitung, und durchgängig gute Bildqualität erarbeitet sich die Bosch ihren Stand als Profi-Equipment – das macht sich auch im Preis bemerkbar.
Depstech DEDS620

- Gute Verarbeitung
- Seitenkamera
- Langes Kabel
- günstig
- Kein Handgriff
- Speicherkarte nicht inklusive
- mittelmäßiger Bildschirm
- Auflösung nur in Ordnung
Die Depstech DEDS620 kostet weniger als die Hälfte unseres Testsiegers. Das allein qualifiziert sie nicht zum Preistipp. Auch wenn man Abstriche in Sachen Bildqualität machen muss, erhält man hier von Debstech eine solide verarbeitete und funktionale Endoskop-Kamera, die mit sinnvollen Features aufwartet – inklusive zweiter Kamera-Linse.
Vergleichstabelle
Bis zu 10 Produkte auswählen und direkt gegenüberstellen.














- Sehr gute Verarbeitung
- Beweglicher Kamerakopf
- Splitscreen möglich
- Praktische Bedienung
- Mit Koffer
- Teuer
- Kabel relativ kurz
- Kein Haken oder Magnet

- Gute Verarbeitung
- Beweglicher Kamerakopf
- Sehr dünner Kamerakopf
- Mit Koffer
- Teuer
- Kein Haken oder Magnet
- Nur eine Kamera
- Kabel relativ kurz

- Hervorragende Verarbeitung
- Sehr gutes Bild
- Automatische Ausrichtung des Kamerabildes (»AutoUp«)
- Sehr teuer
- Nur eine Kamera
- Kabel relativ kurz
- Akku separat erhältlich

- Gute Verarbeitung
- Seitenkamera
- Langes Kabel
- günstig
- Kein Handgriff
- Speicherkarte nicht inklusive
- mittelmäßiger Bildschirm
- Auflösung nur in Ordnung

- Rundum beweglicher Kamerakopf
- Seitenkamera
- Splitscreen möglich
- Sehr dünner Kamerakopf
- Mit Koffer
- Sehr teuer
- Kabel kurz

- Hervorragende Verarbeitung
- Sehr gutes Bild
- Beweglicher Kamerakopf
- Angenehmes Gewicht
- Mit Koffer
- Teuer
- Kein Haken oder Magnet
- Kabel relativ kurz

- Gute Verarbeitung
- Beweglicher Kamerakopf
- Angenehmes Gewicht
- Kein Haken oder Magnet
- Nur eine Kamera

- Sehr gute Verarbeitung
- Hervorragendes Kabel
- Automatische Ausrichtung des Kamerabildes (»Up-is-up«)
- Sehr Teuer
- Kabel kurz
- Geringe Auflösung

- Sehr gute Verarbeitung
- Stabiles Kabel
- Kompaktes Design
- Schwarz-Weiß-Modus
- Kein Handgriff
- Keine Videoaufnahmen
- Nur eine Kamera

- Sehr günstig
- Stabiles Kabel
- Schlechte Verarbeitung
- Kein Handgriff
- mangelhafte Auflösung

- Seitenkamera
- Langes Kabel
- Mit Tasche
- Sehr günstig
- Kein Handgriff
- mittelmäßiger Bildschirm
- mangelhafte Auflösung

- Tasche inklusive
- Sehr günstig
- Schlechte Verarbeitung
- mangelhafte Auflösung

- Langes und sehr flexibles Kabel
- Direkte Übertragung auf Computer
- Kabel ist nicht starr
- geringe Auflösung
- Nur eine Kamera
Gerät: –
Gerät: –
Gerät: IP54
Gerät: –
Gerät: –
Gerät: –
Gerät: –
Gerät: –
Gerät: –
Gerät: –
Gerät: –
Gerät: –
Gerät: –
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Alle Infos zum Thema
Die lange Video-Schlange: Endoskop-Kameras im Test
Endoskop-Kameras ermöglichen Einblicke in Hohlräume oder andere Orte, die mit bloßem Auge nicht zugänglich sind. Ursprünglich wurden Endoskope für den medizinischen Einsatz entwickelt, inzwischen werden sie auch für viele technische Anwendungen und immer mehr in Privathaushalten eingesetzt, zum Beispiel, um Abflussrohre zu inspizieren oder in Schächte hineinzublicken. Auch bei der Inspektion von Motoren und Maschinen sind sie nützlich. Der Hauptvorteil: Es muss meist nichts demontiert werden, um Verschleißteile oder Problemzonen visuell zu überprüfen.
Es gibt also eine Vielfalt von Einsatzzwecken für Endoskop-Kameras – und entsprechend spezialisierte Modelle. Vor dem Kauf sollte man daher wissen, wofür man das Endoskop überwiegend einsetzen möchte. Will man ein langes Abflussrohr inspizieren, sollte die Endoskop-Kamera wasserfest und lang genug sein. Für Schächte oder Geräte benötigt man hingegen einen starren Schlauch, der möglichst dünn ist.
Der Haken an der Sache
Endoskope können noch andere praktische Funktionen übernehmen. Üblicherweise findet man Zubehör im Lieferumfang, wie Haken oder Magneten. Spätestens, wenn man einen Schlüssel in einen Abfluss, eine Schraube in einen Schacht fallen lässt oder der Ehering in den Siphon geflutscht ist, sind sie eine wertvolle Hilfe.
Haken, Magnet und Spiegel helfen in Notlagen
Um Endoskope möglichst vielfältig einsetzbar zu machen, liegt häufig auch ein Spiegelaufsatz bei, mit dem das Kamerabild um 90 Grad abgelenkt wird – man schaut damit also zur Seite und nicht nach vorn, was in vielen Situationen hilfreich ist. Bei manchen Endoskop-Kameras erübrigt sich der Spiegelaufsatz, da sie über eine zweite Linse an der Seite verfügen. Bei einigen anderen Geräten lässt sich der Kamerakopf hingegen per Joystick oder Hebel bewegen.
Die Kabelschläuche der Kameras unterscheiden sich hinsichtlich Stabilität und Länge teilweise stark: Einige sind kurz, andere lang – manche können nach Belieben verformt werden, andere verhalten sich eher widerspenstig. Für den jeweiligen Einsatzbereich spielen auch die Dicke des Schlauchs und des Kamerakopfes eine Rolle, weshalb wir diese in den Produktdetails festgehalten haben.
Gewappnet gegen Wasser, Hitze und Co.
Wer eine Endoskop-Kamera nutzen will, um Motoren und Maschinen zu warten, sollte darauf achten, dass das Gerät hitzebeständig ist. Einige Kameras haben zu diesem Zweck Thermometer im Kamerakopf verbaut und zeigen die Temperatur auch während der Aufnahme an. Auch das allgemein bekannte IP-Rating sollte beim Kauf beachtet werden. Kamera und Schlauch sollten mindestens längeres Eintauchen in Flüssigkeiten aushalten, das Gerät inklusive Bildschirm zumindest spritzwassergeschützt sein. Einige professionelle Kameras sind auch gegen Öl oder saure Lösungen geschützt. Hier sollte man nicht am falschen Ende sparen, da man sonst doppelt kauft.
Mit eigenem Bildschirm, extra Griff oder fürs Smartphone?
Endoskope gibt es in beinahe allen Farben und Formen. Die Hauptunterschiede sind, ob ein Bildschirm integriert ist und wie viele Kameras verbaut wurden. Bei Modellen ohne eigenen Bildschirm wird ein Smartphone oder ein Computer zur Wiedergabe des Videobilds benötigt. Die Verbindung zu Smartphones wird in der Regel über WLAN hergestellt. Das geht einfach und schnell, allerdings gibt es hier oft eine leichte Verzögerung des Videobilds (Latenz). Seltener wird ein USB-Anschluss verwendet, um die Verbindung zum Smartphone oder Laptop herzustellen.
Bei Geräten mit eigenem Display ergibt sich als eigener Unterschied noch, ob ein Griff verbaut ist oder nicht. Ein zentraler Griff erleichtert dabei vor allem das beidseitige Handling und ist für Linkshänder ein entscheidender Vorteil. Ist mehr als eine Kamera verbaut, sorgt das für bessere Orientierung und größere Übersicht, doch meist liefert die zweite oder sogar dritte Kamera nicht die gleiche Bildqualität.
Besitzt die Endoskop-Kamera einen eigenen Bildschirm, ist das Gerät blitzschnell einsatzbereit, schließlich muss man nicht erst sein Smartphone oder einen Laptop hervorkramen und eine Verbindung herstellen. Immerhin können einige Endoskop-Kameras das Smartphone in einer Haltevorrichtung einspannen. Meist sind Endoskop-Kameras mit Bildschirm teurer, dafür aber nicht von einem weiteren Stück Software wie einer Smartphone-App abhängig. Ob ein Endoskop mit oder ohne eigenen Bildschirm besser ist, hängt aber nicht zuletzt auch vom Einsatzzweck und den eigenen Vorlieben ab. Wir haben anfangs noch einige Geräte ohne eigenen Bildschirm getestet, mittlerweile finden sich aber fast keines der Geräte mehr im Test. Die Produkte sind oft zu kurz verfügbar und verlassen den Handel schnell wieder.
Unser Favorit
Depstech DS660

- Sehr gute Verarbeitung
- Beweglicher Kamerakopf
- Splitscreen möglich
- Praktische Bedienung
- Mit Koffer
- Teuer
- Kabel relativ kurz
- Kein Haken oder Magnet
Debstech stellt eine ganze Reihe von Endoskop-Kameras her – für große und kleine Geldbeutel. Das Modell Depstech DS660 konnte uns im Test besonders überzeugen, auch wenn es sich auf den ersten Blick nicht von vielen anderen Kameras im Test abhebt. Die T-Konstruktion aus länglichem Griff und aufgesetztem Bildschirm hat sich bewährt und ermöglicht eine gute Steuerung mit beiden Händen. Auch sind die Bedienelemente der Depstech DS660 sinnvoll angeordnet. Die Bildqualität ist gut bis sehr gut, was auf beide Kameras im beweglichen Kamerakopf zutrifft. Die Splitscreen-Funktion und gute Bildqualität runden das Gesamtpaket ab.
Das Gerät wird zwar nicht mit übermäßigem Zubehör geliefert, weiß aber auch alleinstehend zu gefallen. Zur Kamera erhält man einen Transportkoffer, ein USB-C-Ladekabel (ohne Steckdosenadapter) und eine No-Name-Micro-SD-Karte mit 32 GB Speicherplatz. Das entspricht dem Lieferumfang vieler Modelle im Test. Der Koffer ist gut gelungen. Das steife Kabel der Depstech kann hier problemlos eingefädelt werden und der Bildschirm inklusive Griff wird sicher in der Mitte verstaut.
Beste Bedienbarkeit
Wer mithilfe der Kamera seinen Ehering aus dem Abfluss retten will, vermisst mit Sicherheit einen aufschraubbaren Haken. Der Schlauch ist aber dünn genug, um ein separates Werkzeug zu nutzen, und die sekundäre Kamera sorgt dafür, dass man nicht die Übersicht verliert. Die Bedienelemente sind praktisch platziert und ermöglichen den meisten Personen, die Kamera einhändig zu bedienen. Dabei hilft auch die smarte Doppelbelegung der Tasten: Ein Drücken auf die Pfeiltaste dreht das Kamerabild, das Halten wechselt die Kamera; ein Drücken speichert ein Bild, längeres Drücken startet eine Videoaufnahme. Gerade das Wechseln zwischen Bild- und Videomodus passiert bei anderen Geräten teilweise umständlich im Menü oder über eine separate Taste – das ist hinderlich und unpraktisch. Hier weiß die DS660 besonders zu überzeugen.
Die DS660 liefert klassische Funktionen, wie wir sie auch von anderen Kameras kennen – wie das Bild um 180 Grad drehen zu können. Besonders gut finden wir, dass man sich das Bild beider Kameras gleichzeitig anzeigen lassen kann. Leider ist es bei der Depstech nicht möglich, die Einstellungen während einer laufenden Videoaufnahme vorzunehmen – das geht aber bei keiner Kamera im Test. Die Helligkeit der verbauten LEDs lässt sich regulieren und auch komplett abschalten. Insgesamt ist die Haptik gut und die Tasten haben einen angenehmen Druckpunkt.
Die DS660 im Praxistest
Der Kameraschlauch ist kurz, eine Kamerafahrt über mehrere Meter in den Abfluss oder einen Schacht kann man also nicht unternehmen. Die Depstech DS660 ist eher dafür ausgelegt, Maschinen, Motoren oder schwer erreichbare Ecken im und um das Eigenheim herum zu durchleuchten. Laut Hersteller ist sie trotzdem mit einem Schutz-Rating von IP67 gegen zeitweises Untertauchen in Wasser geschützt. Der Fokusbereich ist auf die nächste Nähe ausgelegt. Der stabile Schlauch behält seine Form, ist aber trotzdem flexibel genug, um die Kamera steuern zu können.
Vorsicht vor scharfen Kanten
Die beiden Kameras in Verbindung mit dem beweglichen Kamerakopf sorgen für eine gute Orientierung und Steuerung, die mit etwas Übung gut von der Hand geht. Über den Schieberegler lässt sich der Kopf recht präzise steuern. Leider waren wir bei einer Testfahrt in einem Kabelschacht etwas unvorsichtig und blieben beim Herausziehen mit dem Schlauch an einer Kante im Mauerwerk hängen. Dabei wurde die äußere Gummihülle des Schlauchs in Mitleidenschaft gezogen. Diese sieht jetzt unschön aus, technisch ist die Kamera jedoch noch komplett in Ordnung.
Die Bildqualität ist mehr als ordentlich und wird nur von deutlich teureren Geräten im Test übertroffen. Die installierte Software funktioniert reibungslos und lässt keine Wünsche offen, einzig die kleineren Übersetzungsfehler bei deutscher Spracheinstellung finden wir störend. Das kommt bei fast allen Produkten von chinesischen Herstellern vor. Die Helligkeitsstufen der LEDs könnten nuancierter sein, sind aber in jedem Fall nicht zu dunkel.
Die Depstech DS660 ist sicherlich nicht die Kamera mit der besten Auflösung und Aufnahmequalität, liefert aber genug Leistung, um auch professionellen Anwendern zu genügen. Was die Kamera von der Konkurrenz deutlich abhebt, ist ihre innovative Bedienung, die stressfreies Nutzen verspricht. Zusammen mit dem fairen Preispunkt erhält man hier eine sauber verarbeitete Endoskop-Kamera, die wenig Wünsche offenlässt.
Depstech DS660 im Testspiegel
Bisher haben wir keine seriösen Tests der Depstech DS660 finden können. Sollte sich das ändern, tragen wir die Ergebnisse hier schnellstmöglich nach.
Weitere Empfehlungen
Ralcam N505

- Gute Verarbeitung
- Beweglicher Kamerakopf
- Sehr dünner Kamerakopf
- Mit Koffer
- Teuer
- Kein Haken oder Magnet
- Nur eine Kamera
- Kabel relativ kurz
Auch die Ralcam N505 wirkt auf den ersten Blick wie viele andere Endoskop-Kameras im Test, verfügt allerdings über einige Besonderheiten, die uns aufhorchen lassen. Statt eines starren Kabels ist hier ein eher flexibler Schlauch verbaut. An der Spitze des Schlauchs finden wir die schmalste Kamera des Tests. Das alleine wäre noch kein Grund, der Ralcam eine Empfehlung auszusprechen, jedoch sind Verarbeitung und Bildqualität ebenfalls gut und der Preis fair.
Mit dabei ist eine Tasche, in der die Kamera inklusive Griff sicher verstaut werden kann. Außer einem Ladekabel finden wir hier nichts, der Kameraschlauch ist jedoch auch zu dünn, um Aufsätze wie Haken, Magnete oder Spiegel zu halten. Die Ralcam N505 hebt sich in ihrer Bedienung etwas von anderen Geräten mit beweglichen Kameraköpfen im Test ab, denn bei ihr wird der Kopf über ein Rad gesteuert. Im Grunde funktioniert die Steuerung ähnlich wie bei Kameras mit Hebel oder Schieberegler. Praktisch ist, dass man das Rad dank Aussparung auch auf der Rückseite mit dem Zeigefinger bewegen kann.
Natürlich lässt sich die Kamera wegen des schlaffen Kameraschlauchs nicht präzise steuern, wie ein festeres Kabel. Das sollte man vor der Anschaffung im Kopf behalten. Dafür ist die Ralcam besonders praktisch, wenn es darum geht, Rohre oder Schächte zu erkunden.
Der kleine Kamerakopf ist der größte Vorteil der Ralcam, bietet aber einen eklatanten Nachteil: Hier ist kein Platz für eine zweite Kamera. Umso wichtiger ist es, dass die Steuerung des Kamerakops präzise funktioniert. Wir hatten hier keine Probleme: Die Haptik ist angenehm und die einhändige Steuerung ist möglich.
Die Videoqualität ist gut, wenn auch nicht so hochauflösend wie bei teureren Modellen. Leider ist die winzige Kamera anfällig für Staub auf der Linse, was die Aufnahmen weniger scharf macht. Auch die Software funktioniert gut und ist im Grunde ähnlich wie bei vielen anderen Kameras im Test, und die Menüführung ist selbsterklärend. Natürlich finden wir auch hier grundlegende Funktionen, wie die Möglichkeit, das Bild der Kamera um 180 Grad zu drehen oder die LEDs zu dimmen.
Wem 8 mm Kameradurchmesser zu viel sind und eine sehr dünne Alternative braucht, kommt um die Ralcam N505 nicht herum. Da das Gesamtpaket jedoch stimmig ist, muss man keine Bauchschmerzen haben. Im Hinblick auf Verarbeitung und Bildqualität muss man hier, wenn überhaupt, nur kleine Abstriche machen.
Bosch Professional GIC 12V-5-27 C
Wer täglich mit einem Werkzeug arbeitet oder sogar sein Geld mit dieser Arbeit verdient, stellt andere Ansprüche als ein Laie. Diesen Ansprüchen wird die Bosch Professional GIC 12V-5-27 C gerecht. Bereits zuvor war unsere Profi-Empfehlung aus dem Hause Bosch, doch die Bosch Professional GIC 120 C ist mittlerweile über zehn Jahre alt und muss für das neuere Modell weichen.
Im Standard-Lieferumfang der Bosch-Kamera finden wir abseits vom Kamera-Schlauch inkl. Zubehör ein USB-C-Kabel, eine 32-Gigabyte-SanDisk-Speicherkarte und die vier nötigen AA-Batterien – ein passender Akku kann separat erworben werden. Für die Nutzung der Kamera sind anklickbare Helferchen beigelegt: ein Spiegel, ein Haken sowie ein Magnet. Die Kamera selbst ist vom Bildschirm trennbar.
Bosch trumpft hier vor allem mit erstklassiger Verarbeitung auf. Im Gegensatz zu einigen anderen Kameras im Test verfügt hier nicht nur die Kamera selbst über ein gutes Wasser- und Staubschutzrating. Die Bedienung der Kamera ist größtenteils innovativ und dank der sinnvoll platzierten Bedienelemente und des Griffs beidhändig möglich.
Auch vor Benzin geschützt
Im Beispielvideo wird schnell klar, dass die Kamera von Bosch visuell das mitunter beste Ergebnis liefert. Fokusbereich, Schärfe und auch Bildschirmdarstellung sind anderen Kameras im Test meilenweit voraus. Der Kameraschlauch ist angenehm zu führen und auch in voller Länge noch kontrollierbar. Bosch wirbt damit, dass die Kamera sogar dem Eintauchen in Benzin oder salzhaltige Lösungen widersteht – zumindest zeitweise. Etwas störend empfanden wir, dass der Start einer Videoaufnahme nicht etwa über das längere Halten des Auslösers geschieht, sondern durch das Wechseln des Modus im Menü.
Alleinstellungsmerkmal und größter Gesprächspunkt ist die Funktion »AutoUp«. Diese gab es in ähnlicher Form bereits bei der Bosch Professional GIC 120 C – nur hieß die Funktion hier noch »Up is Up«. Am Prinzip hat sich nichts geändert: Bei eingeschalteter Funktion erkennt das Gerät die Ausrichtung der Kamera und richtet sie automatisch so aus, dass oben und unten »richtig« dargestellt werden. Andere Kameras verfügen zumindest über die Funktion, das Bild manuell um 180 Grad zu drehen, die Bosch übernimmt diese Arbeit autonom. Das finden wir im ersten Moment super, leider kommt »AutoUp« mit einem eingebauten Nachteil: Durch die automatische Drehung bricht die Bildrate auf weniger als ein Drittel der normalen Rate ein – von 25 auf sieben Frames in der Sekunde. In unserem Beispielvideo sieht man den Unterschied deutlich. Praktisch ist die Funktion jedoch allemal und da sie zu einhundert Prozent optional ist, sehen wir hier keinen Nachteil.
Alles in allem ist die Bosch genau das, was sie verspricht: eine Endoskop-Kamera für Profis. Gelegenheitsschrauber finden sicherlich auch Gefallen an »AutoUp« und der hervorragenden Verarbeitung, kommen jedoch auch mit anderen Kameras im Test gut aus. Wir verstehen darüber hinaus auch die Idee, das Gerät ohne Akku anzubieten, da es durchaus sein kann, dass einige Handwerker bereits einen passenden Bosch-Akku besitzen. Die allermeisten Geräte im Test haben einen festverbauten Akku, der nicht einfach ausgetauscht werden kann, wenn die Ladeleistung nachlässt.
Welche Variante man bevorzugt, liegt schlussendlich beim Käufer. Kurzum: Wer bereit ist, den hohen Preis zu bezahlen, bekommt mit der Bosch Professional GIC 12V-5-27 C ordentlich Qualität für sein Geld.
Depstech DEDS620

- Gute Verarbeitung
- Seitenkamera
- Langes Kabel
- günstig
- Kein Handgriff
- Speicherkarte nicht inklusive
- mittelmäßiger Bildschirm
- Auflösung nur in Ordnung
Auf den ersten Blick hebt sich die Depstech DEDS620 nur marginal von anderen günstigeren Kameras im Test ab. Der zweite Blick offenbart jedoch eine passende Inspektionskamera für den gelegentlichen Einsatz. Ausstattung und Lieferumfang der Kamera sind solide: Man bekommt ein fest verbautes fünf Meter langes Kabel mit zwei Kameras, ein USB-C-Kabel, eine Aufbewahrungstasche sowie einen Haken- und einen Magnetaufsatz für die Kamera. Hier stört uns lediglich, dass keine Speicherkarte mitgeliefert wird, denn diese ist nötig, um Aufnahmen sichern zu können.
Für Linkshänder suboptimal
Die Haptik des Gehäuses gefällt uns gut. An der rechten Seite ist ein Griff angebracht, der das Halten des Geräts deutlich angenehmer macht – auch wenn wir uns für Linkshänder einen zweiten Griff gewünscht hätten. Die Bedienelemente der Depstech sind gummiert und haben einen angenehmen Druckpunkt. Das Gerät hat ein Wasser- und Staubschutz-Rating von IP67.
Im Praxistest zeigte die Depstech ein gutes Handling, aber auch Schwächen in Sachen Aufnahme- und Bildschirmqualität. In Relation zum Preis und den anderen Geräten im Test ist beides jedoch solide. Als zusätzliche Orientierungshilfe kann man das Bild der Kamera auf Knopfdruck um 180 Grad auf den Kopf stellen. Leider kann man bei laufender Aufnahme nicht zwischen den beiden Kameras hin- und herschalten. Fairerweise konnte das bisher keine Dual- oder Triple-Kamera im Test.
Für den täglichen Gebrauch oder sogar die professionelle Arbeit mit dem Gerät reicht es bei der Depstech DEDS620 nicht. Für gelegentliche Reparaturen, DIY-Projekte oder den einen oder anderen neugierigen Blick hinter die Kulissen jedoch schon, denn Depstech liefert bessere Arbeit als die meisten anderen günstigen Hersteller im Testfeld und verdient sich damit unsere Empfehlung.
Außerdem getestet
Ralcam F606BD-S1.5M
Mit der F606BD-S1.5M von Ralcam haben wir ein hochpreisiges Gerät mit einem Twist getestet. Die Kamera wird in einem Hartplastik-Koffer geliefert, in dem das Gerät geschützt und gepolstert aufbewahrt werden kann. Die erste Besonderheit: Bei der F606BD-S1.5M werden Bildschirm und Griff voneinander getrennt. Nur so passt das Gerät in den Koffer. Der Grund für die besondere Griffform ist die Steuerung des beweglichen Kamerakopfs. Während man bei anderen Kameras den Kopf mithilfe eines Schiebereglers nur in zwei Richtungen bewegen kann, ist die Kamera der Ralcam über einen Joystick in wesentlich mehr Richtungen steuerbar – Ralcam behauptet, es wären 360 Grad, in Wahrheit ist die Kamera jedoch in einigen Richtungen eingeschränkt. Beeindruckend ist die Flexibilität natürlich trotzdem.
Der restliche Lieferumfang ist spärlich: Lediglich eine 32 Gigabyte große Micro-SD-Karte liegt dem Gerät bei. Haken, Magnete oder Ähnliches sucht man hier vergeblich. Die Kamera ist also mehr darauf ausgelegt, zu beobachten, als Schlüssel aus Abflüssen zu ziehen. Dafür spricht auch der dünne Kamerakopf, der mit 6,5 mm rund 1,5 bis 2 mm dünner ist, als die meisten anderen Geräte im Test. Umso beeindruckender ist es, dass im schmalen Kopf sogar zwei Kameras verbaut sind. Das hilft Handwerkern, wenn es auf jeden Millimeter ankommt.
Die Verarbeitung ist hochwertig, uns stört lediglich, dass die Micro-SD-Karte offenliegt und damit leicht verloren gehen kann und auch nicht vor Wasser geschützt ist. Der Griff liegt gut in der Hand, eine einhändige Bedienung ist aufgrund des Abstands zu den Bedienelementen des Bildschirms fast unmöglich.
Im Praxistest liefert die Kamera ein gutes Bild, die kleine Linse ist etwas staubanfällig, was die Orientierung und Bildqualität zeitweise mindert. Ansonsten ist das Video scharf und die Beleuchtung hell. Das Kabel hat eine gute Haptik und der Kopf kann durch den Joystick angenehm gesteuert werden, auch wenn durch das System keine hochpräzisen Bewegungen möglich sind.
Unter dem Strich ist die F606BD-S1.5M eine gute, aber auch teure Endoskop-Kamera. Auch wenn die Steuerung per Joystick interessant ist, rechtfertigen die restliche Verarbeitung und Ausstattung nicht den hohen Preis. Man bekommt für weniger Geld, gleichwertige oder bessere Geräte.
Acoath Industrie-Endoskop
Das Acoath Industrie-Endoskop ist eine günstige Endoskop-Kamera, wie wir sie schon öfter im Test hatten. Der Bildschirm hat keinen separaten Griff, sondern lediglich eine Griffmulde an der rechten Seite. Die ist ergonomisch okay, für Linkshänder jedoch unpraktisch. Auch für Rechtshänder sind die Bedienelemente unbefriedigend angeordnet: Hält man das Gerät in der einen Hand und führt die Kamera mit der anderen, kann man die unteren schwarzen Knöpfe mit seinem Daumen nicht drücken. Versucht man es doch, gleitet einem das Gerät aus der Hand. Das ist schade, denn eigentlich ist die Steuerung dank smarter Doppelbelegung der Tasten einfach.
Das lange Kamerakabel hat eine brauchbare Biegsamkeit und wird mit den bekannten Aufsätzen Spiegel, Haken und Magnet geliefert. Das Gerät selbst kommt in einer praktischen, aber wenig hochwertigen Tasche. Die beiden Kameras haben eine brauchbare Auflösung. Das Bild verschwimmt in der Bewegung jedoch stark. Benötigt man wirklich detailreiche Aufnahmen, sollte man zu einer hochwertigeren Kamera greifen. Für einen kurzen prüfenden Blick ist die Kamera von Acoath jedoch okay, vor allem für den wirklich sehr niedrigen Preis.
Teslong TD450S
Die Teslong TD450S ist eine Endoskop-Kamera, die auch professionellen Ansprüchen genügt. Das liegt nicht nur an sinnvollen Features und handlichem Design, sondern in erster Linie auch an der Qualität der Verarbeitung. Da stört es auch nicht, dass Teslong vergleichsweise wenig Zubehör mitliefert. Dafür kommt die Kamera serienmäßig in einem Koffer, der auf uns einen mehr als brauchbaren Eindruck macht. In diesem ist das Gerät an sich mittig verstaut und das fest verbaute Kabel wird außen herum gefädelt und ist so bruchsicher gelagert. Teslong legt darüber hinaus zwei Feuchttücher zur Reinigung des Bildschirms bei.
Design und Haptik sind erstklassig. Der gummierte Griff liegt super in der Hand und ist gut verarbeitet: Hier gibt es keine unschönen Angusspunkte oder überstehende Gummireste. Die Bedienelemente auf der Vorderseite sind jederzeit gut erreichbar und haben einen angenehmen Druckpunkt. Die TD450S wartet hier mit zwei Highlights auf: Zum einen der mittig platzierte Hebel an der Vorderseite, mit dem der Kamerakopf 90 Grad in die eine und die entgegengesetzte Richtung gekippt werden kann – das ist praktisch für schwer einsehbare Bereiche und funktioniert verlässlicher als eine zweite oder gar dritte Kamera im Kopf. Das zweite Highlight ist für uns die Platzierung des Kameraauslösers, denn dieser ist auf der Rückseite des Geräts angebracht und damit beidhändig gleich gut bedienbar.
In der Praxis hat sich der kippbare Kamerakopf direkt als zentrales Feature hervorgetan. Dank diesem fällt einem nicht nur die Orientierung bei der Nutzung leichter, man kann während Filmaufnahmen auch den Fokus schnell und unkompliziert auf andere Bereiche oder Besonderheiten lenken, ohne die Aufnahme unterbrechen zu müssen, wie es bei einem Gerät mit zweiter Kamera der Fall wäre. Der Schlauch ist für uns dabei die richtige Mischung aus starr und immer noch so biegsam genug, dass er einfach geführt werden kann. Im Kopf des Geräts ist zusätzlich ein Thermometer verbaut: praktisch für die Arbeit an Motoren oder Maschinen.
Wir machen es kurz: Bild- und Videoaufnahmen mit der Teslong TD450S überzeugen auf ganzer Linie. Auch die Wiedergabe der Medien auf dem verbauten Bildschirm funktioniert hervorragend und klar. Der digitale Zoom auf bis zu eineinhalbfache Größe ist praktisch und dank der grundlegend guten Auflösung auch gut nutzbar – bei billigeren Kameras mit diesem Feature wird das Bild nach dem Zoom meistens zu pixelig.
Das Kabel ist insgesamt »nur« knapp eineinhalb Meter lang und damit nicht geeignet, um in die letzten Untiefen von Abflussrohren vorzudringen, jedoch stabil genug, um im erreichbaren Rahmen hervorragend steuerbar zu sein. Auch die aufgespielte Software funktioniert gut und lässt keine Wünsche offen. Video- und Bilddateien werden auf der mitgelieferten Micro-SD-Karte gespeichert. Diese ist leider ein »No-Name«-Produkt und nur 32 Gigabyte groß. Für die meisten Vorhaben ist das ausreichend.
Wir sind von Teslong bereits aus vorangegangenen Testrunden sehr gute Ergebnisse gewohnt, mit der TD450S liefert der Hersteller jedoch sein bisher bestes Stück ab. Ambitionierte Heimwerker, aber auch Profis werden an diesem Gerät ihre Freude haben. Für kleinere und größere Geldbeutel lohnt sich ein Blick auf unsere Empfehlungen.
Vevor Triple Lens Endoscope Camera
Vevor hat sich mit erschwinglichen Produkten in einer ganzen Reihe von Kategorien einen Namen gemacht. Nicht immer mit Erfolg. Das spürt man auch bei der Triple Lens Endoscope Camera, denn die hat einige Schwächen, die der zugegebenermaßen sehr niedrige Preis nicht ausgleichen kann.
Positiv ist, dass die Vevor Triple Lens Endoscope Camera gut in der Hand liegt. Der Grund ist die Form des Geräts, die an einen Videospiel-Controller erinnert. Dieser hat den zusätzlichen Vorteil, dass man die Kamera sowohl mit links als auch mit rechts gut halten kann – das ist bei anderen Kameras, die keinen separaten Griff haben, ein Problem. Da die Bedienelemente der Vevor alle rechts angebracht sind, ist dieser Vorteil nicht zu 100 Prozent gegeben. Gleiches gilt für den Ständer, denn dieser ist zwar grundsätzlich begrüßenswert, in seiner Verarbeitung so billig und das Plastik so dünn, dass er keinen langlebigen Eindruck auf uns macht. Die gesamte Verarbeitung der Endoskop-Kamera ist im besten Fall zweckmäßig.
Natürlich muss man diese Kritikpunkte immer in den Kontext des niedrigen Preises setzen. Besonders überraschend ist hierbei, dass die Vevor Triple Lens Endoscope Camera, wie ihr Name bereits verrät, über drei Kameras verfügt. Eine an der Spitze des Kabels, zwei auf gegenüberliegenden Seiten. Diese liefern jedoch alle ein ähnlich ruckeliges und unscharfes Bild. Gepaart mit dem zwar sehr langen, aber nicht gerade gut bedienbaren Kabel ergeben sich so nicht wirklich ansehnliche Aufnahmen. Da helfen auch die drei Helligkeitsstufen der LEDs nichts.
Schade finden wir auch, dass man während einer laufenden Aufnahme nicht die Kameras wechseln kann. Der verbaute Bildschirm ist okay. Die Software der Kamera ist billig eingekauft, aber so weit in Ordnung. Kurzum: Um schnelle prüfende Blicke in sonst nicht zu erreichende Orte zu werfen, ist die Vevor Triple Lens Endoscope Camera in Ordnung. Wer aber ernsthaft mit einer Endoskopkamera arbeiten will, spart sich mit mehr Geld einiges an Ärgernis.
Daxiongmao LERS-01
Die Daxiongmao LERS-01 fällt aus einem einfachen Grund aus der Reihe: Sie speichert keine Bilder oder Videos. Mit dieser Kamera kann man lediglich inspizieren, nicht aber filmen oder fotografieren. Kurz gesagt: Wer seine Kamerafahrt im Nachgang analysieren möchte, schaut buchstäblich in die Röhre. Geräte wie diese haben durchaus ihre Daseinsberechtigung, denn oft reicht ein momentaner Blick in ein Rohr, eine Zwischendecke oder einen Motorblock, um die Informationen zu erhalten, die man braucht.
Positiv wollen wir hier den Griff der Kamera erwähnen, der beidhändige Bedienung ermöglicht. Wir können darüber hinaus per Knopfdruck das Bild um 180 Grad drehen oder auf Schwarz-Weiß umschalten. Der Kontrast lässt sich in drei Stufen regulieren. Im besten Fall müsste die Daxiongmao nun noch ein scharfes Bild liefern. Leider ist die verbaute Linse nicht gut genug. Dass die eingesetzte Technik nicht sonderlich hochwertig sein kann, merkt man bereits an Gewicht und Haptik des Geräts. Auch der verbaute Bildschirm sowie die eingesetzte Software sind höchstens im Notfall zu gebrauchen.
Wer eine Inspektions-/Endoskop-Kamera zur reinen Betrachtung sucht, ist mit der Bosch UniversalInspect wesentlich besser dran oder greift gleich zu einem besseren Gerät, das auch Bewegtbild aufzeichnen kann.
Bosch Professional GIC 120 C
Für Handwerker, die eine Endoskop-Kamera regelmäßig an wechselnden Einsatzorten verwenden, ist die Bosch Professional GIC 120 C die beste Wahl. Zum einen wird sie in einer stapelbaren L-Box geliefert, in der neben der Endoskop-Kamera selbst nicht nur ein Akku und ein Ladegerät Platz finden, sondern auch noch ein weiteres Werkzeug wie ein Akku-Bohrschrauber. Vor allem aber überzeugt das Endoskop auch qualitativ hinsichtlich Funktionalität und Verarbeitung und hat einige Tricks und Kniffe auf Lager, die andere Endoskop-Kameras nicht bieten.
Wer schon einmal mit einem Endoskop gearbeitet hat, weiß, wie nervig es ist, wenn man beim Einführen des Endoskopschlauchs in einem engen Hohlraum die Orientierung verliert und nicht mehr weiß, wo oben und wo unten ist. Für dieses Problem hält die GIC 120 C eine ausgeklügelte Lösung parat: Ein Knopfdruck genügt – und das Bild richtet sich von selbst korrekt neu aus. Der Schlauch muss also nicht auf gut Glück gedreht werden, hier übernimmt die Endoskop-Kamera selbst das Ruder und zeigt oben auch oben an, egal in welchem Winkel sich die Linse befindet.
Diese sogenannte »Up is up«-Funktion funktioniert manchmal gut, manchmal weniger gut. Das Bild erscheint manchmal richtig – und gelegentlich auch völlig falsch. Will heißen: In einigen Situationen hilft die Funktion weiter, in anderen womöglich nicht. So oder so: Oft ist man damit besser dran als ohne. Und zur Not kann man die Funktion auch abschalten.

Die Bedienung ist denkbar einfach gehalten. Man kann zwischen dem Foto- und Videomodus wechseln, Aufnahmen dank der im Gerät mitgelieferten Micro-SD-Speicherkarte mit 16 Gigabyte direkt speichern und ansehen sowie die Helligkeit der LED-Lampen an der Kamera oder den Zoom bis zur zweifachen Vergrößerung einstellen. Die Auflösung kann allerdings nicht verändert werden, sie bleibt unabhängig vom Modus auf eher mageren 320 × 240 Pixeln. Das sieht auf einem 4K-Monitor am Computer ziemlich mickrig aus, betrachtet man Aufnahmen aber auf dem integrierten 3,5-Zoll-Bildschirm, genügt die Auflösung durchaus.
Der Schlauch selbst kann gebogen werden und bleibt dennoch fest – kaum ein anderer Endoskop-Schlauch im Test verfügt über eine so hohe Stabilität. Damit lassen sich ohne Probleme auch überhängende Schächte oder Geräte inspizieren, da einem die Schwerkraft keinen Strich durch die Rechnung macht. Weniger gut: Der Schlauch ist nur 1,2 Meter lang – das reicht nicht, wenn man längere Rohre oder Schächte untersuchen möchte. Für kürzere Einsätze, zum Beispiel am Auto oder in der Nähe von Öffnungen, reicht die Länge aber. Haken, Magnet und Spiegel sind als solide Helferlein auch dabei.
Das Bosch Professional GIC 120 C kann mit einem standardmäßigen 12-V-Lithium-Ionen-Akku der Bosch Professional Serie betrieben werden, wie er auch bei anderen Geräten von Bosch Professional zum Einsatz kommt. Alternativ kann das Endoskop aber auch über den beiliegenden Batterieadapter mit vier AA-Batterien genutzt werden.
Die Bosch Professional GIC 120 C ist klar als Profigerät konzipiert und entsprechend solide und hochwertig verarbeitet. Sie arbeitet äußerst zuverlässig und bietet mit der »Up is up«-Funktion ein interessantes Zusatz-Feature. Allerdings ist die Endoskop-Kamera von Bosch auch preislich eher was für Profis.
Ralcam H408B
Die Ralcam H408B hat einiges mit der F408A gemeinsam: Der Schlauch ist angenehm und die Sonde lässt sich mittels eines Drehknaufs auf der Seite verkrümmen. Im Unterschied zur F408A hat die H408B aber einen eigenen Bildschirm und läuft ohne App. Somit fällt aber auch die Dokumentation und die automatische Ausgabe von PDFs im Vergleich leider weg.
Normalerweise gefällt uns ein eigener Bildschirm sehr gut, aber Ralcam hat die Ausnahme zur Regel gemacht. Die App und die Klammer zur Befestigung des Smartphones sind so ausgeklügelt, dass uns das F408A besser gefallen hat als das H408B. Erstere ist außerdem günstiger, was natürlich auch eine Rolle spielt, dafür ist Letztere wasserdicht.
Die Bildqualität der Aufnahmen ist sehr gut – die Farben und die Beleuchtung stimmen. Dank der hohen Framerate verliert man nicht die Orientierung. Verdreht sich die Sonde, gibt es natürlich einen Knopf, mit dem man das Bild drehen kann. Sonst geht die H408B aber nicht über Standardfunktionen hinaus, denn auch die automatische Abschaltung bei Hitze ist nicht dabei. Dafür ist die H408B wasserdicht.

Bosch UniversalInspect
Eine kompakte Endoskop-Kamera bietet Bosch mit der UniversalInspect, denn bei ihr lässt sich der Schlauch rund um das Gerät wickeln. Bei anderen Endoskop-Kameras läuft man manchmal Gefahr, einen Kabelsalat anzurichten, hier ist das praktisch unmöglich. Die Lösung ist praktisch zum Verstauen und Mitnehmen des Geräts. Für unterwegs kann die Einheit im mitgelieferten Case verstaut werden.
Einmal im Betrieb hat man die Wahl zwischen Farb- und Schwarz-Weiß-Aufnahmen bei den Fotos. Die farblose Variante sorgt nicht nur für einen hübschen Retro-Look, sondern erhöht auch den Kontrast, wie man auf unseren Bildern erkennen kann. Leider musste der Video-Modus dafür daran glauben, die UniversalInspect kann nur Fotos aufnehmen – schade. Eine Micro-SD-Speicherkarte liegt zwar nicht bei, hat man aber eine, können die Fotos auf ihr gespeichert und anschließend auf andere Geräte übertragen werden.
Die Auflösung von 720 × 480 Pixeln kann nicht variiert werden. Bei schlechten Lichtverhältnissen zeigt sich deutliches Rauschen, weshalb man für klaren Kontrast auf den Schwarz-Weiß-Modus angewiesen ist. Steht das Bild auf dem Kopf, kann man es durch Knopfdruck um 180 Grad drehen. Der Schlauch ist angenehm verformbar, aber mit 0,95 Metern ziemlich kurz, weshalb Inspektionen an langen Rohren nicht durchgeführt werden können. Für den Einsatz an Haushaltsgeräten oder Maschinen reicht die UniversalInspect aber durchaus.
Somikon PX1280-944
Die USB-Endoskop-Kamera von Somikon ist ein wahres Unikat in unserem Test. Trotzdem vertritt es eine Kategorie, die man nicht unerwähnt lassen möchte, nämlich USB-Endoskope. Hier besitzt die Kamera zwar keinen Bildschirm, verwendet aber auch kein WLAN, sondern einen USB-A-Anschluss für die Verbindung zu einem Computer. Über einen USB-C-Adapter kann man die Endoskop-Kamera angeblich auch mit Smartphones verbinden und sie dann über Kamera-Apps öffnen, in unserem Test mit dem Smartphone LG G7 ThinQ 7 hat das nicht geklappt.
Wer ein Laufwerk für Mini-CDs hat, kann die Software für die Endoskop-Kamera so installieren, sonst kann man sie einfach von der Somikon-Webseite herunterladen. Einmal angeschlossen, kann das Kamerabild nun aufgezeichnet werden. Die Auflösung ist mit 640 × 480 Pixeln nicht außerordentlich hoch. Auf integrierten Bildschirmen stört das vielleicht nicht allzu sehr, aber gerade auf Computern fällt es leider auf.

Zusätzlich sind die LEDs nicht sehr stark, weshalb das Bild aufgrund mangelnder Beleuchtung zu dunkel gerät. Der Schlauch ist nicht starr, weshalb er nur für Einsätze gedacht ist, die mit der Schwerkraft kooperieren. Für all jene, die nicht auf einen starren Schlauch angewiesen sind und eine USB-Endoskop-Kamera möchten, ist die Somikon-Endoskop-Kamera eine Überlegung wert, sonst würden wir aber eher WLAN-Endoskop-Kameras empfehlen.
So haben wir getestet
Endoskop-Kameras kommen überwiegend in dunklen Umgebungen wie Rohren, Schächten oder dem Inneren von Maschinen zum Einsatz. Daher berücksichtigen wir in unserem Test ausschließlich schwierige Lichtbedingungen.
Für die Bewertung in vorhergegangenen Testrunden platzierten wir einen Sticker im Schacht, den wir in den Testvideos anschließend gezielt suchten. Dabei analysierten wir den Übergang von Helligkeit zu Dunkelheit sowie die Bildschärfe und Auflösung, insbesondere wenn der Sticker in den Fokus rückte. Ab dem Update 2025 filmen wir nicht mehr die Suche nach einem spezifischen Sticker, sondern bewerten die Kamerafahrt an sich, genau wie die Bildqualität live wie bei einer Aufnahme sowie die Bedienbarkeit des Kabels und der Kamera. Dabei nutzen wir verschiedene Szenarien in unseren Büroräumen, wie Kabelschächte, Klimaanlagen und Zwischenwände. Auch optionale Bedienelemente und die Helligkeit der verbauten Leuchtmittel werden hierbei geprüft.
Zusätzlich bewerten wir die Verarbeitungsqualität, das Zubehör und spezielle Features der Kameras. Besonders relevant ist dabei die Qualität des Kameraschlauchs – seine Stabilität und Biegsamkeit stehen im Vordergrund. Die Länge des Schlauchs fließt nur eingeschränkt in die Bewertung ein, da sie je nach Anwendungszweck variieren kann. Wichtig sind auch die generelle Bedienbarkeit und die Qualität der Software. Besonderes Augenmerk legen wir darauf, ob das Gerät einhändig gut bedienbar ist. Abschließend berücksichtigen wir natürlich auch das Preis-Leistungs-Verhältnis.
Die wichtigsten Fragen
Welche Endoskop-Kamera ist die beste?
Die beste Endoskop-Kamera für die meisten ist die Depstech DS660. Sie überzeugt mit sauberer Verarbeitung, guter Bedienung und einem beweglichen Kamerakopf mit verlässlicher Auflösung. Dazu kommt eine zweite Kamera mit praktischer Splitscreen-Funktion. Aber auch andere Geräte wissen zu überzeugen.
Können Endoskop-Kameras unter Wasser eingesetzt werden?
Viele Endoskop-Kameras besitzen eine IP67- oder IP68-Zertifizierung. Diese Modelle können auch für kürzere Einsätze unter Wasser verwendet werden, dann darf man aber nur die Kamera und das Kabel eintauchen – die Elektronik-Einheit muss in aller Regel von Wasser ferngehalten werden. Wichtig: Einige Modelle besitzen keine Zertifizierung, weshalb man beim Kauf speziell darauf achten muss.
Ist eine Endoskop-Kamera ohne oder mit integriertem Bildschirm besser?
Wer ein Smartphone hat, braucht nicht unbedingt ein Modell mit integriertem Bildschirm. Vor allem die sehr günstigen WLAN-Modelle kommen unter anderem dank des fehlenden Bildschirms auf ihren Preis. Ein Bildschirm erhöht den Preis, und manchmal ist die Qualität nicht wirklich überzeugend. Ein integrierter Bildschirm erleichtert aber den Einsatz ungemein, was ein Vorteil ist, wenn man das Endoskop häufig verwendet.
Ist bei einer Endoskop-Kamera das Kabel austauschbar?
Gewisse Modelle erlauben es, das gesamte Kabel auszutauschen, wodurch Länge, Durchmesser sowie andere Eigenschaften den persönlichen Bedürfnissen angepasst werden können. Andere Modelle verbauen das Kabel fest, weshalb es nicht ausgetauscht werden kann. Auch bei fest angeschlossenen Kabeln gibt es aber manchmal die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Längen auszuwählen. Vor dem Kauf sollte man sich überlegen, für welchen Einsatz man die Endoskop-Kamera benötigt, damit man die entsprechende Länge und den richtigen Durchmesser auswählen kann.
































































