Während man in den 1960er- und 1970er-Jahren jeden Sommerurlaub mit reichlich Öl auf der Haut in der Sonne verbracht hat, um möglichst viel Bräune abzubekommen, sieht das heute glücklicherweise anders aus.
Das Bewusstsein für die schädlichen Wirkungen der Sonne ist höher: Sonnenbrand, vorzeitige Hautalterung, Fehlpigmentierungen, Sonnenflecken und ein erhöhtes Hautkrebsrisiko – die Liste der Risiken ist lang.
Sonnenöle gibt es nach wie vor, doch heute liefern sie dementsprechend auch einen effektiven Lichtschutzfaktor, der am besten 50+ betragen sollte. Dennoch: Durch die ölige Textur werden die Auftragsmengen bei Sonnenölen regelmäßig deutlich unterschätzt. Deshalb erklären wir in unserem Testbericht unter anderem, worauf es beim Einölen ankommt.
Welche der 19 getesteten Sonnenöle uns überzeugen konnten, lesen Sie hier zunächst in der Kurzübersicht.
Kurzübersicht
Caudalie High Protection Glow Oil SPF 50

- Moderne Filter
- Angenehmes Hautgefühl
- Einfache Handhabung
- Enthält keinen Alkohol
- Teuer
- Enthält Parfüm
Das Caudalie High Protection Glow Oil SPF 50 ist ein Apothekenprodukt mit solidem Preis-Leistungs-Verhältnis, das mit einem effektiven Breitbandschutz, Wasserfestigkeit und vergleichsweise leichtem Hautgefühl überzeugt.
Beyer & Söhne Dayshade SPF 50+

- Moderne Filter
- Starke Antioxidantien-Kombination
- Enthält keinen Alkohol
- Teuer
- Wenig Volumen
- Öliges Finish
Eine duftstofffreie, reizarme Formulierung des Beyer & Söhne Dayshade SPF 50+ mit Ceramiden für die Hautbarriere: Wer empfindlich auf Parfüm oder bestimmte UV-Filter reagiert, findet hier die verträglichste Option im gesamten Testfeld. Dafür ist das Öl, das sich perfekt für die Nutzung im Gesicht eignet, aber auch nicht günstig.
Nuxe Sun Tanning Sun Oil SPF 50

- Einfache Handhabung
- Angenehmes Hautgefühl
- Enthält keinen Alkohol
- Teuer
- Enthält Parfüm und Duftstoffe
Das Nuxe Sun Tanning Sun Oil SPF 50 bietet hohen UV-Schutz (SPF 50) und zieht gut ein. Dabei ist das Hautgefühl sehr weich und angenehm. Hier haben wir trotz des Namens zwar keinen echten Selbstbräuner, aber ein solides Sonnenöl.
Vichy Capital Soleil Cell Protect Invisible Oil SPF 50+
Mit Mexoryl XL findet sich im Vichy Capital Soleil Cell Protect Invisible Oil SPF 50+ ein besonders moderner und verträglicher UV-Filter, den es so nur in Produkten der L’Oréal-Gruppe gibt. Daher ist das eine echte Besonderheit im Testumfeld. Was das Produkt jedoch weniger besonders macht, ist das Hautgefühl, das sich auch über längere Zeit kaum merklich setzt.
Vergleichstabelle
Bis zu 10 Produkte auswählen und direkt gegenüberstellen.















- Moderne Filter
- Angenehmes Hautgefühl
- Einfache Handhabung
- Enthält keinen Alkohol
- Teuer
- Enthält Parfüm

- Moderne Filter
- Starke Antioxidantien-Kombination
- Enthält keinen Alkohol
- Teuer
- Wenig Volumen
- Öliges Finish

- Einfache Handhabung
- Angenehmes Hautgefühl
- Enthält keinen Alkohol
- Teuer
- Enthält Parfüm und Duftstoffe

- Moderne Filterkombination
- Viel Inhalt
- Zieht schlecht ein
- Hinterlässt starken, öligen Film
- Enthält Parfüm

- Zieht schnell ein und gibt nur wenig Öl ab
- Angenehmes Hautgefühl
- Enthält keinen Alkohol
- Teuer
- Enthält Parfüm und Duftstoffe

- Deckel sitzt fest
- Viel Inhalt
- Riecht zunächst stark nach Alkohol
- Enthält Parfüm

- Zieht schnell ein und gibt nur wenig Öl ab
- Angenehmes Hautgefühl
- Deckel sitzt fest
- Viel Inhalt
- Geringer Lichtschutzfaktor
- Enthält Parfüm und Duftstoffe

- Angenehmes Hautgefühl
- Enthält keinen Alkohol
- Schmiert sehr beim Dosieren
- Teuer
- Enthält Parfüm

- Dezenter Duft
- Geringer Lichtschutzfaktor
- Gibt sehr lange Öl von der Haut ab
- Schwierige Handhabung
- Enthält Parfüm und Duftstoffe

- Angenehmes Hautgefühl
- Günstig
- Enthält keinen Alkohol
- Läuft aus
- Schmiert beim Dosieren
- Enthält Parfüm

- Lässt sich gut verteilen
- günstig
- Geringer Lichtschutzfaktor
- Mit Homosalate
- Deckel recht locker
- Enthält Parfüm

- Leichtes Hautgefühl
- Geringer Lichtschutzfaktor
- Formulierung potenziell irritierend
- Starke Beduftung
- Enthält Parfüm

- Moderne Filter
- Enthält keinen Alkohol
- Sehr teuer
- Sehr ölig
- Phasentrennung
- Enthält Duftstoffe

- Zieht schnell ein
- Viel Inhalt
- Mit Homosalate, Benzophenone 3
- Deckel sitzt recht locker
- Enthält Parfüm
Cocoglycerides, Dibutyl Adipate, Octocrylene, Ethylhexyl Salicylate, Butyl
Methoxydibenzoylmethane, Ethylhexyl Triazone, Dicaprylyl Carbonate, Vp/hexadecene Copolymer, Ethylcellulose, Bis-ethylhexyloxyphenol Methoxyphenyl Triazine, Sorbitan Sesquioleate, Tocopherol, Glycerin, Parfum, Citrullus Lanatus Fruit Extract, Aqua, Glycine Soja Oil, Citric Acid.
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Schutz für zwischendurch: Sonnenöle im Test
Dass Sonnenöle nicht als genauso zuverlässig wie Sonnencremes gelten, hat guten Grund: Zunächst kommen Sonnenöle oftmals mit sehr niedrigem LSF (am sichersten ist immer 50/50+).
Sonnenöle mit Lichtschutzfaktor sind im Grunde ein Sonnenschutzmittel wie jedes andere – nur mit einer anderen Textur. Während Cremes oder Lotionen mit Sonnenschutz allerdings beim Auftragen recht deutlich zeigen, wo schon überall Produkt auf der Haut ist, sieht es bei Sonnenölen anders aus: Sie gleiten schnell über die Haut, verteilen sich leicht und machen den Anschein, alle Körperstellen schnell und gut benetzt zu haben. Was jedoch ein Trugschluss ist, denn tendenziell wird bei Sonnenölen zu wenig Produkt verwendet.
Sonnenöle ohne Lichtschutzfaktor sind keine Sonnenschutzprodukte! Wer seine Haut ungeschützt der Sonne aussetzt, riskiert nicht nur akute Verbrennungen, sondern auch langfristige Hautschäden, vorzeitige Hautalterung, Pigmentstörungen und erhöht das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken.
Zwar gibt es auch sogenannte »Trockenöle«, doch diese kommen oftmals mit einem hohen Alkoholanteil im Gepäck, was bei empfindlicher oder irritierter Haut nicht die beste Wahl ist.

Hier im Bild: einige unserer in der Vergangenheit getesteten Sonnenöle mit verschieden starkem LSF. Wir raten grundsätzlich zu LSF 50 oder 50+.
Wie viel Sonnenöl braucht man wirklich?
Damit ein Sonnenschutzmittel den auf der Verpackung angegebenen Lichtschutzfaktor tatsächlich erreicht, muss es in einer definierten Menge aufgetragen werden: 2 Milligramm pro Quadratzentimeter Haut. Das ist die Menge, mit der der Lichtschutzfaktor in standardisierten Labortests ermittelt wird (nach der internationalen ISO-Norm 24444).
Die richtige Menge ist entscheidend für den Sonnenschutz
Zugegeben, diese Angabe ist wenig greifbar für die Praxis. Daher hier ein etwas bildlicherer Vergleich: Für den gesamten Körper eines Erwachsenen entspricht diese Menge etwa 30 bis 40 Millilitern, was etwa sechs bis acht Teelöffel sind. Wer weniger als diese Mengen aufträgt, erreicht lediglich einen Schutz, der erheblich geringer ausfällt als der auf der Packung ausgelobte Lichtschutzfaktor. Dabei sei betont, dass der Lichtschutzfaktor nicht linear zur aufgetragenen Menge sinkt, sondern überproportional. Das bedeutet, dass halb so viel Sonnenschutzprodukt beispielsweise nicht LSF 25 statt 50 ergibt, sondern durchaus auch noch deutlich niedriger ausfallen kann.
Daher gilt für alle Sonnenschutzprodukte, vor allem bei der speziellen Textur von Sonnenölen: großzügig auftragen, gleichmäßig verteilen und nach dem Baden oder Schwitzen regelmäßig nachlegen. Denn auch ein Sonnenöl mit LSF 50 schützt die Haut nur dann zuverlässig, wenn auch die entsprechende Menge aufgetragen wird.
Was bedeutet »wasserfest« bei Sonnenölen eigentlich?
Wer „wasserfest« auf einer Sonnenöl-Verpackung liest, kann sich sicher sein, dass dieser Begriff nicht ohne entsprechende Prüfung und Vorgaben ausgelobt wird. Der Begriff ist reguliert. So darf in der EU ein Sonnenschutzmittel nur dann als wasserfest bezeichnet werden, wenn der Lichtschutzfaktor nach genormten Bedingungen auch nach Wasserkontakt noch nachweisbar ist. Konkret bedeutet das: Das Produkt wird aufgetragen, der Proband geht zweimal je 20 Minuten ins Wasser, und anschließend wird der verbleibende Lichtschutzfaktor gemessen. Nur wenn das Produkt mindestens 50 % seines ursprünglichen Lichtschutzfaktors behält, darf es als wasserfest deklariert werden.
Was diese Regel nicht berücksichtigt: Schwitzen, Sand, Abreiben mit dem Handtuch. All das kann den Schutz zusätzlich reduzieren, unabhängig davon, ob ein Produkt das Wasserfest-Siegel trägt oder nicht. Auch die Testbedingungen im Labor bilden echte Strandsituationen nur bedingt ab: Stillstehendes Wasser ist nicht dasselbe wie Wellengang, Salzwasser oder ein Pool mit Chlor.
Daher ist die praktische Konsequenz: Nach jedem Bad, nach dem Abtrocknen und nach intensivem Schwitzen sollte Sonnenöl neu aufgetragen werden, auch wenn „wasserfest« auf der Flasche steht.
Korallenfreundlichkeit: Wie wichtig ist dieses Kriterium bei Sonnenschutzprodukten?
Sicher haben wir alle schon diese Sonnenschutzprodukte in der Hand gehabt, die über eine Kennzeichnung als “korallenfreundlich” oder “reef-save” verfügen. Was hier automatisch passiert: Es wird der Eindruck vermittelt, dass Sonnencremes schädlich für Korallen sind und die Wahl der Sonnencreme entscheidend für die Korallengesundheit ist.
Doch tatsächlich bleibt die Hauptursache für das weltweite Korallensterben die Erwärmung der Ozeane durch den menschengemachten Klimawandel. Einzelne Inhaltsstoffe bzw. UV-Filter in Sonnenschutzmitteln haben wissenschaftlich betrachtet nicht annähernd diesen Einfluss. Die Diskussion um UV-Filter wie Oxybenzon, Octinoxat, Octocrylene oder 4-Methylbenzylidene Camphor, bezieht sich vor allem auf lokale Effekte in bestimmten Küstenregionen, die zusätzlich stark vom Klimawandel betroffen sind.
Die meisten Sonnenschutzprodukte in der EU, die auf moderne und verträgliche UV-Filter setzen, fallen nicht unter diese potenziell “korallenunfreundlichen” UV-Filter. Daher ist das Label “korallenfreundlich” zwar eine nett gemeinte Idee, fällt aber in den meisten Fällen in die Kategorie “Marketing-Claim” ohne relevanten Mehrwert.
Kritische Inhaltsstoffe in Sonnenölen
Gerade bei Produkten, die großflächig auf die Haut aufgetragen werden, kann sich ein Blick auf potenzielle Reizstoffe lohnen: Hautreizender Alkohol, deklarationspflichtige Duftstoffe, Parfüm oder ätherische Öle können sensibilisierend oder irritierend wirken. Was die aktuell oftmals in der Kritik stehenden UV-Filter angeht, so fanden sich im Test Produkte mit Octocrylen oder auch die synthetische Verbindung Homosalate. Verboten sind diese UV-Filter nicht, ihre maximalen Einsatzkonzentrationen werden zudem von der EU-Kosmetikverordnung streng reguliert und kontinuierlich reevaluiert. Dennoch bleibt es sicherlich eine persönliche Entscheidung, auf welche Inhaltsstoffe bzw. UV-Filter man individuell verzichten möchte.
In der Regel gilt: Sonnenöle setzen auf organische UV-Filter. So enthielt beispielsweise keines der getesteten Produkte die anorganischen Filter Zinkoxid oder Titandioxid. Denn diese beiden Filtertypen lassen sich oftmals nicht sinnvoll in Form von Sonnenölen formulieren. Wer dennoch lieber anorganische UV-Filter nutzen möchte, sollte zu einer klassischen Sonnencreme greifen.
Im Anschluss lesen Sie alles über in Sonnenöl vorkommende Inhaltsstoffe und unsere diesbezügliche Einschätzung.
Octocrylen
Octocrylen ist ein häufig eingesetzter UV-Filter und Photostabilisator in Sonnencremes und anderen Kosmetika. Der Stoff wurde in der EU neu bewertet, weil mögliche hormonelle Effekte diskutiert wurden. Das Ergebnis war kein Verbot, sondern eine differenzierte Freigabe: Bis zu 10 Prozent gelten in üblichen Kosmetikformaten als sicher. Damit hat sich der Grenzwert nicht geändert, der vorher schon galt. Bei Treibgassprays ist die Lage enger und die sichere Obergrenze bei 9%. Kritisch bleibt lediglich, dass Octocrylen im Produkt zu Benzophenon beitragen kann, einer problematischeren Begleitsubstanz, deren Gehalt bei alten Produkten zunehmen kann. Hinzu kommen seltene Fälle von Photoallergien, besonders bei Personen mit Ketoprofen-Vorgeschichte. Als Faustregel gilt: Frische Sonnenschutzcremes mit Octocrylen sind in Ordnung. Problematischer sind alte Restbestände aus dem letzten Sommer und Treibgassprays, hier lohnt es sich, genauer hinzusehen oder auf Alternativen auszuweichen.
Duftstoffe
Natürliche und synthetische Duftstoffe sind allgegenwärtig in Parfüms, Kosmetika, Reinigern, Raumdüften und Wäschezusätzen. „Natürlich“ ist nicht automatisch milder, „synthetisch“ nicht automatisch kritischer; sie können je nach Stoff, Dosis, Kontaktzeit und Hautzustand häufig Allergien auslösen und bei empfindlichen Personen Hautausschläge, Juckreiz oder Atemwegsreizungen hervorrufen.
Zu den bekannten allergenen Substanzen zählen sowohl natürliche Inhaltsstoffe (z. B. Zitronenöl-Komponenten wie Citral oder Limonen, Lavendel-Inhaltsstoffe wie Linalool sowie Eugenol aus Nelkenöl) als auch synthetische Duftstoffe (z.B. bestimmte Moschusverbindungen). Eine ausführliche Liste der deklarierungspflichtigen Duftstoffe gibt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit heraus.
Auch für die Umwelt sind Duftstoffe und ätherische Öle in Kosmetika, Putzmitteln oder Raumdüften eine Belastung, da viele davon persistent sind und sich sowohl in der Luft als auch in den Gewässern anreichern und Wasserorganismen schaden können. Zudem können Raum- und Wäscheparfüms mit mikroverkapselten Düften zusätzlichen Partikeleinsatz bedeuten.
Im Alltag lässt sich das Gesundheitsrisiko mindern, indem man parfümfreie oder duftstoffarme Produkte wählt. Dies gilt vor allem für Kinder, Allergiker oder Asthmatiker sowie Menschen mit empfindlicher oder vorbelasteter Haut. Produktreste gehören in den Hausmüll, nicht in den Ausguss.
Unsere Devise in Bezug auf Duftstoffe lautet: so viel wie nötig, so wenig wie möglich – und da Duftstoffe in vielen Produkten schlicht unnötig sind, bevorzugen wir Produkte ohne Duftstoffe.
Mikroplastik
Mikroplastik ist nahezu überall zu finden – vom Tiefseeboden bis in arktisches Eis – und reichert sich in Lebewesen und Nahrungsketten an. Tiere leiden unter verschlucktem Plastik, das zu inneren Verletzungen und Verhungern führen kann, und Organismen zeigen verringerte Wachstums- und Fortpflanzungsraten sowie Zellschäden durch Mikroplastik.
Auch im menschlichen Körper wurden Mikroplastikpartikel nachgewiesen. Bislang gibt es allerdings keine belastbaren Belege für akute Gesundheitsschäden durch Mikroplastik beim Menschen, was auch Gesundheitsorganisationen wie die WHO und das Bundesinstitut für Risikobewertung bestätigen. In Kosmetika ist Mikroplastik nach heutigem Wissensstand unbedenklich, da es über intakte Haut praktisch nicht vom Körper aufgenommen werden kann.
In Zellkultur- und Tierstudien wurden zwar durch Mikroplastik-Exposition verschiedene gesundheitliche Effekte beobachtet, diese Studien beruhen jedoch überwiegend auf Modellorganismen und hohen Testdosen. Bisher gibt es keine epidemiologischen Studien, die Mikroplastikbelastung direkt mit Erkrankungen in Verbindung bringen. Die WHO betont allerdings die bislang unzureichende Datenlage und fordert weitere Forschung, da offen ist, in welchem Maß Mikroplastik im Körper als Träger für Schadstoffe wie Weichmacher, Bisphenol A oder PFAS wirkt.
Benzophenone-3
Benzophenone-3, auch Oxybenzone genannt, ist ein UV-Filter, der mittlerweile nur noch in wenigen Sonnenschutzmitteln und manchen Kosmetika eingesetzt wird, etwa in Parfums als Farbschutz. Der Stoff kann nach dem Auftragen messbar in den Körper aufgenommen werden, bisher ist daraus aber kein klar belegtes Gesundheitsproblem bei üblicher Anwendung abgeleitet worden. Wegen möglicher hormoneller Effekte wurde Benzophenone-3 in der EU stärker beschränkt, bleibt aber in begrenzten Konzentrationen zugelassen. (SCCS)
Kritik wird besonders umweltseitig erwähnt, besonders in tropischen Badegebieten mit Korallenriffen. Wer vorsorglich handeln möchte, kann auf der INCI-Liste nach „Benzophenone-3“ oder „Oxybenzone“ schauen und bei gleichwertigen Produkten Alternativen ohne diesen Stoff wählen. Wichtig bleibt aber: Nicht auf Sonnenschutz verzichten, sondern einen besser passenden Sonnenschutz wählen.
Benzophenone-1
Benzophenon-1 ist ein UV-Absorber und Lichtstabilisator, der vor allem dazu dient, Inhaltsstoffe wie Duftstoffe oder Farbstoffe vor dem Abbau durch Sonnenlicht zu schützen. Eingesetzt wurde er daher eher in Produkten wie Parfüm, Seifen oder Cremes zum Produktschutz und nicht als eigentlicher Sonnenschutz für die Haut. Aktuelle Bewertungen von EU-Expert:innen sehen jedoch ein mögliches Risiko, unter anderem wegen Hinweisen auf hormonähnliche Effekte und mögliche Veränderungen im Erbgut. Eine sichere Verwendung in Kosmetika konnte bisher nicht eindeutig belegt werden. Wenn „Benzophenon-1“ in der INCI-Liste auftaucht, ist es sinnvoll, auf Alternativen auszuweichen. Wichtig ist aber auch: Verunsicherung über einzelne Stoffe sollte nicht dazu führen, ganz auf Sonnenschutz zu verzichten.
Die von uns bereitgestellten Informationen zu Inhaltsstoffen basieren auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft sowie den Einschätzungen von Fachbehörden. Sie dienen ausschließlich der allgemeinen Information und Verbraucheraufklärung. Unsere Inhalte ersetzen keine medizinische, therapeutische oder rechtliche Beratung. Trotz sorgfältiger Recherche übernehmen wir keine Haftung für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der Angaben.
Wird man durch Sonnenöl schneller braun?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal bejahen, aber sie wirft eine viel wichtigere Frage auf: Sollte das Bräunen überhaupt ein Ziel sein?
»Gesunde« Bräune gibt es nicht
Zur Einordnung: UV-Strahlung stimuliert die Melaninproduktion in der Haut. Melanin ist das hauteigene Pigment, das unsere Haut bräunt. Es ist eine Schutzreaktion, wirkt aber nicht präventiv vor weiterer Schädigung, sondern ist viel mehr eine Reaktion auf eine stattgefundene Schädigung. Wann immer die Haut durch UV-Strahlung (unsichtbar und sichtbar) Schaden genommen hat, beginnt der Körper, Melanin zu bilden. Eine Bräunung ist deshalb kein Zeichen gesunder und geschützter Haut, sondern ein sichtbares Indiz einer stattgefundenen Schädigung. Somit ist auch der Terminus »gesunde Bräune« ein Widerspruch in sich. Denn eine gesunde Bräune, die in Reaktion auf UV-Strahlung entsteht, gibt es aus dermatologischer Sicht nicht. Auch wenn dieses Ideal noch immer in unserer Alltagssprache präsent ist.
Die meisten Öle können die Reflexion von Sonnenlicht auf der Haut verstärken und so die Wirkung der UV-Strahlen erhöhen, was letztlich zu mehr Schäden und damit zu mehr Bräunung führt. Abgesehen von diesem rein physikalischen Effekt enthalten viele Sonnenöle zudem sogenannte »Tanning Booster«, Inhaltsstoffe, die die Melaninproduktion gezielt anregen sollen: Tyrosin oder Beta-Carotin. Eine rein chemische Reaktion, die nichts mit Melanin oder einer Schädigung der Haut zu tun hat, sind hingegen Selbstbräuner wie Erythrulose oder Dihydroxyaceton. Diese beiden Wirkstoffe reagieren oberflächlich mit der Haut und das Ergebnis dieser chemischen Reaktion ist eine Färbung, die sich als leichte Bräunung der Haut zeigt – ganz ohne UV-Exposition.
Leider ist es nicht immer ersichtlich, wie genau die unterschiedlichen Marken den versprochenen Bräunungseffekt herbeiführen möchten. Oftmals ist nur die Rede von einer „Technologie, die die Melanin-Produktion anregt“. Oder von einem „Wirkstoff-Komplex, der für schnelleres Bräunen“ sorgt. Doch es gibt tatsächlich einige Inhaltsstoffe, die faktisch für eine schnellere, intensivere Bräune sorgen. Etwa folgende:
Tyrosin: Tyrosin ist eine Aminosäure, die eine wichtige Rolle bei der Produktion von Melanin spielt. Einige Sonnenöle enthalten synthetisches Tyrosin, um die Melaninproduktion in der Haut zu steigern und so die Bräunung zu beschleunigen.
DHA (Dihydroxyaceton): DHA ist eine chemische Verbindung, die in einigen Selbstbräunungsprodukten enthalten ist. Es reagiert mit den Aminosäuren in der obersten Schicht der Haut, um eine temporäre Bräunung zu erzeugen.
Erythrulose: Ebenfalls eine chemische Verbindung, die in Selbstbräunern enthalten ist. Es reagiert mit den Aminosäuren in der obersten Schicht der Haut, um eine temporäre Bräunung zu erzeugen.
Beta-Carotin: Beta-Carotin ist ein Carotinoid, das in einigen Sonnenölen enthalten sein kann. Es ist ein Vorläufer von Vitamin A und kann die Haut leicht bräunen, wenn es regelmäßig angewendet wird.
Kokosnussöl/Arganöl: Es wird behauptet, diese Öle beschleunigen den Bräunungsprozess. Wissenschaftliche Belege gibt es hierfür jedoch nicht.
Sonnenschutz: Wichtige Begriffe
UVB-Strahlung: Wenn auf einem Sonnenöl oder Sonnenschutzprodukt ein Lichtschutzfaktor (LSF) oder synonym ein Sun Protection Factor (SPF) angegeben ist, dann bezieht sich diese Angabe auf den Schutz vor UVB-Strahlung. Diese Strahlung ist hauptverantwortlich für Sonnenbrand. UVB-Strahlung schädigt die Hautzellen und spielt langfristig betrachtet eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Hautkrebs. Die UVB-Intensität variiert stark: Mittags ist sie höher als morgens und abends, im Sommer höher als im Winter, in großen Höhen intensiver als auf Meeresniveau.
UVA-Strahlung: Wird auf einem Sonnenschutzprodukt ein UVA-Kreis abgebildet, so ist das ein Hinweis darauf, dass der UVA-Schutz mindestens einem Drittel des UVB-Schutzes entspricht (bei SPF 30 liegt der UVA-Schutz also bei mind. 10). Manche Hersteller loben inzwischen auch genau UVA-Werte aus, aber das bleibt leider noch die Seltenheit. Dabei ist der Schutz vor UVA-Strahlung sehr relevant: UVA-Strahlen dringen tiefer in die Haut ein und sind die Hauptursache für lichtbedingte Hautalterung: Falten, Elastizitätsverlust, Pigmentflecken. UVA trägt ebenfalls zur Entstehung von Hautkrebs bei. Die Intensität von UVA-Strahlen ist den Tag über fast durchgehend konstant. Sie durchdringen auch Fensterglas sowie leichte Bewölkung.
UVC-Strahlung: Diese Strahlung wird größtenteils von der Ozonschicht in der Atmosphäre absorbiert und erreicht normalerweise die Erdoberfläche nicht in signifikanten Mengen, als dass es für die Haut von Relevanz wäre.
UV-induzierte Bräunung: UV-Strahlen stimulieren die Produktion von Melanin, dem Pigment, das für die Bräunung der Haut verantwortlich ist. Das ist eine Schutzreaktion des Körpers auf eine stattgefundene Schädigung der Haut durch UV-Strahlen. Gebräunte Haut hat übrigens keinen relevanten Lichtschutzfaktor, daher ist auch das »Vorbräunen« der Haut als vermeintliche Maßnahme vor einem Sommerurlaub keine sinnvolle Art des Sonnenschutzes.
Sonnenbrand: Eine zu lange oder intensive Zeit, in der Ihre Haut UVB-Strahlen ausgesetzt ist, kann zu Sonnenbrand führen. Er äußert sich durch Rötung, Schwellung, Schmerzen und manchmal Blasenbildung.
Vorzeitige Hautalterung: UVA-Strahlen können zur Bildung von freien Radikalen führen. Diese können die Hautzellen schädigen und somit zur vorzeitigen Hautalterung beitragen. Die Folgen: Falten, Elastizitätsverlust und Pigmentflecken. Vorzeitige Hautalterung betrifft selbst junge Menschen. So kann ein unverantwortlicher Umgang mit der Sonne und fehlender Sonnenschutz selbst in jungen Jahren zu lichtbedingter Hautalterung führen.
Hautkrebs: Regelmäßiger ungeschützter Aufenthalt in der Sonne erhöht das Risiko für Hautkrebs, einschließlich Melanom, Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom. UV-Strahlung ist kumulativ, das heißt, ihr Effekt sammelt sich im Laufe der Jahre kontinuierlich an. Hautkrebs entsteht nicht über Nacht, sondern über Jahre hinweg. Kontinuierliche Schäden der Haut oder Sonnenbrände in der Jugend mögen vielleicht nicht akut ihre Risiken zeigen, aber Jahre später können sie maßgeblich dafür verantwortlich sein, wie unsere Haut aussieht und ob (krankhafte) Veränderungen auftreten.
Für wen eignet sich Sonnenöl?
Sonnenöl ist kein Ersatz für einen soliden Sonnenschutz, z. B. in Form einer Creme, die morgens als Basis aufgetragen wird. Wer nach dem Baden, Schwitzen oder zwischendurch den Schutz unkompliziert auffrischen möchte, tut sich mit einem Sonnenöl oft leichter. Es verteilt sich einfacher auf der Haut und lässt sich schnell verteilen.
Sonnenöl eignet sich nicht für jeden Hauttyp
Als alleinigen Schutz würden wir ein Sonnenöl nicht empfehlen. Der Grund sind nicht die UV-Filter, sondern die Anwendungsrealität, die wir weiter oben bereits beschrieben haben.
Sonnenöle eignen sich am besten bei unkomplizierter, normaler Haut. Wenn die Formulierung intensiv, fett- und ölhaltig ist oder der Alkohol-, Parfüm- oder Duftstoffanteil hoch ausfällt, sind Sonnenöle für viele Menschen, deren Haut zu Unreinheiten neigt oder die sensibel oder empfindlich reagiert, keine geeignete Option. Auch Babys und Kinder sollten nicht mit einem Sonnenöl geschützt werden – Eltern sollten die Sonne bestmöglich meiden, textilen Sonnenschutz nutzen oder zu Sonnencremes mit milden Formulierungen greifen.
Unser Favorit
Caudalie High Protection Glow Oil SPF 50

- Moderne Filter
- Angenehmes Hautgefühl
- Einfache Handhabung
- Enthält keinen Alkohol
- Teuer
- Enthält Parfüm
Was am Caudalie High Protection Glow Oil SPF 50 direkt auffällt und sich auch im Gebrauch positiv zeigt: Die schlanke Flasche mit leichter Haptik liegt gut in der Hand und lässt sich selbst mit ölbedeckten Händen weiterhin gut verwenden. Die Dosierung bleibt aber, wie bei Sonnenölen typisch, eine Herausforderung: Wie viel Produkt tatsächlich auf der Haut landet und ob der angegebene Schutz erreicht wird, lässt sich nur schwer abschätzen (siehe Abschnitt zur Auftragsmenge).
Auf der Haut zeigt sich das Glow Oil mit einer für Sonnenöle vergleichsweise leichten Konsistenz. Es lässt sich auch auf großen Körperflächen gut verteilen, ohne sofort von der Haut zu gleiten. Wer dem Öl 20–30 min Zeit gibt, einzuziehen, bekommt ein angenehm gepflegtes Hautgefühl ohne übermäßig aufliegenden Fettfilm. Die Haut sieht schimmernd gepflegt aus, nicht ölig glänzend. Nach weiteren 30 min hat sich das Produkt angenehm mit der Haut verbunden und zeigt ein Finish, das sich im Test von den schwereren Ölen deutlich abhebt.
Die verwendete Filterkombination ist übrigens identisch mit der des ebenfalls getesteten St. Barth Roucou Tanning Oil, jedoch erhält man das Caudalie-Öl zu einem Bruchteil des Preises. Die UV-Filter Bis-Ethylhexyloxyphenol Methoxyphenyl Triazine (Tinosorb S), Diethylamino Hydroxybenzoyl Hexyl Benzoate und Ethylhexyl Triazone bilden einen modernen, verträglichen und photostabilen Breitbandschutz.
Wasserfestigkeit ist vom Hersteller angegeben, womit die gesetzlichen Anforderungen an dieses Siegel gelten (siehe Abschnitt zur Wasserfestigkeit). Nachlegen bei starkem Schwitzen, Wasserkontakt oder Abtrocknen aber dennoch nicht vergessen!
Bei den pflegenden Inhaltsstoffen setzt Caudalie auf das markentypische Traubenkernöl (Vitis Vinifera Seed Oil): Reich an Linolsäure und Polyphenolen, die antioxidativ wirken und oxidativen Stress nach UV-Exposition abpuffern können. Die Pflegebasis ist insgesamt überschaubar, aber stimmig. Gleichzeitig ist zwar Parfüm enthalten, aber keine deklarationspflichtigen Duftstoffe: Der Duft ist leicht süßlich und cremig, angenehm sommerlich und nicht aufdringlich. Bei empfindlicher oder akut beanspruchter Haut sollte der Parfümanteil im Hinterkopf behalten werden.
Noch ein Gedanke zur Produktkommunikation: Das Öl wird unter anderem mit dem Versprechen „strahlende Bräune« beworben. Aus dermatologischer Sicht ist diese Formulierung kritisch zu sehen: Jede UV-bedingte Bräunung ist ein Zeichen für stattgefundene Zellschädigung. Eine gesunde Bräune gibt es genaugenommen nicht, denn die Produktion von Melanin (braunem Hautfarbstoff) ist immer eine Schutzreaktion der Haut auf eine vorangegangene UV-Belastung und kein erstrebenswertes Ziel – auch wenn uns natürlich bewusst ist, dass das für viele noch immer zum Sommer gehört.
Würde man das Wording aktiv nutzen, lässt sich dieses Sonnenöl sicherlich als “korallenfreundlich” beurteilen, doch der Hersteller verzichtet auf diese Auslobung – nur konsequent, denn die moderne UV-Filterkombination ist ohnehin ökologisch unbedenklich.
Fazit: Das Caudalie High Protection Glow Oil SPF 50 ist für uns der Testsieger. Zwar ist es beduftet, aber es überzeugt mit einer alkoholfreien Formulierung, einem angenehmen Finish und einer effektiven Filterkombination. Der Preis ist nicht im Drogeriesegment angesiedelt. Doch ein Sonnenöl, das sich angenehm tragen lässt, ohne den Einsatz von Alkohol auskommt sowie eine moderne UV-Filterkombination bietet, hebt sich von den anderen Testkandidaten positiv ab. Für unkomplizierte Haut, die bereits einen Basisschutz aufgetragen hat und diesen im Laufe des Tages auffrischen möchte, ist dieses Sonnenöl eine gute Wahl.
Caudalie High Protection Glow Oil SPF 50 im Testspiegel
Bisher gibt es noch keine weiteren seriösen Testberichte über unseren Testsieger. Sollte sich das ändern, tragen wir es an dieser Stelle für Sie nach.
Weitere Empfehlungen
Beyer & Söhne Dayshade SPF 50+

- Moderne Filter
- Starke Antioxidantien-Kombination
- Enthält keinen Alkohol
- Teuer
- Wenig Volumen
- Öliges Finish
Direkt auf den ersten Blick fällt auf: Das Dayshade SPF 50+ von Beyer & Söhne ist nicht unbedingt ein Sonnenöl für den Körper. Die kleine Glasflasche mit Pumpspender enthält gerade mal 30 Milliliter, das legt die Anwendung für das Gesicht nahe. Das kompakte Format liegt gut in der Hand, der Pumpspender funktioniert gut auch bei ölbedeckten Fingern, kleckert jedoch nach einiger Zeit den Auslass voll. Beim Dosieren gilt ähnliches wie für die meisten Sonnenöle: Durch die Art der Anwendung und die Textur fällt es schwer, die korrekte Auftragsmenge abzuschätzen (siehe Infoteil zur Auftragsmenge).
Das Dayshade zeigt sich auf der Haut ölig-seidig und lässt sich leicht verteilen. Nach ca. 10–20 min hat sich das Öl gesetzt, ohne übermäßig auf der Haut aufzuliegen. Bei korrekter Auftragsmenge zum Erreichen des Lichtschutzfaktors 50+ ist aber – wie für Sonnenöle typisch – trotzdem mit einem wahrnehmbaren Film zu rechnen. Weiterer wichtiger Hinweis: Die rötliche Eigenfarbe des Produktes kann zudem auf helle Kleidung abfärben.
Wenn man sich rein auf die Effektivität des Sonnenschutzes beziehen möchte, dann lässt sich sehr zusammenfassen, dass die Filterkombination des Dayshade SPF 50+ zu den durchdachtesten im ganzen Test gehört: Bis-Ethylhexyloxyphenol Methoxyphenyl Triazine (Tinosorb S), Diethylamino Hydroxybenzoyl Hexyl Benzoate, Diethylhexyl Butamido Triazone und Ethylhexyl Triazone – vier photostabile, gut verträgliche Filter, die einen zuverlässigen Breitbandschutz liefern. Besonders bemerkenswert ist der UVA-Wert von 40, der deutlich höher liegt als die EU-Mindestanforderung von einem Drittel des SPFs (bei SPF 50 wären das rund 17 für den UVA-Wert). Die Wirkung von UVA-Strahlung: vorzeitige Hautalterung, Verlust von Spannkraft und Elastizität und Pigmentstörungen. Hier schließt sich der Kreis zu einem Produkt, das vor allem im Bereich des Gesichtes adressiert wird.
Auch bei der Wasserfestigkeit ist der Hersteller sehr konkret: »Nach 20 Minuten im Wasserbad beträgt der UV-Schutz noch mehr als 50 %.« Diese Formulierung spiegelt nahezu wörtlich die EU-Testmethodik wider, nach der ein Produkt überhaupt als wasserfest deklariert werden darf (siehe Infoteil zu Wasserfestigkeit).
Das Dayshade SPF 50+ ist klar als hochpreisig einzustufen. Doch mit Blick auf die Formulierung und Positionierung des Produktes lässt sich zumindest nachvollziehen, woher der Preis kommt: Sonnenblumenöl liefert Linolsäure für die Hautbarriere, Reiskleieöl (Oryza Sativa Bran Oil) und zudem Squalan, ein hautidentisches Lipid, das bekannt dafür ist, leicht einzuziehen und ein samtiges, nicht beschwerendes Hautgefühl zu bieten. Die Hautbarriere wird auf mehreren Ebenen gestützt: Ceramide NP, Glycolipids und Glycosphingolipids sind Lipide, die natürlicherweise in der Hautbarriere vorkommen und gemeinsam deren Schutzfunktion stärken.
Die Kombination der Antioxidantien ist ungewöhnlich umfassend: Tocopherol, Tocotrienole und Tocopheryl Linoleate/Oleate liefern gleich drei verschiedene Vitamin-E-Varianten. Tetrahexyldecyl Ascorbate ist eine öllösliche und besonders stabile, gleichzeitig sehr wirksame Form von Vitamin C – in Sonnenschutzprodukten sehr sinnvoll, da es antioxidativ wirkt. Es findet sich noch eine Reihe weiterer Antioxidantien, von denen wir noch Astaxanthin hervorheben möchten. Ein Pflanzenfarbstoff mit einer der höchsten bekannten antioxidativen Kapazitäten. Insgesamt erfüllen alle Antioxidantien in diesem Produkt wichtige Aufgaben im Schutz vor UV-bedingtem oxidativem Stress, der für die Hautstruktur schädigend sein kann.
Noch ein paar Worte zu Duft und Verträglichkeit: Das Dayshade ist komplett unparfümiert und enthält keine deklarationspflichtigen Duftstoffe. Es finden sich ebenso keine als irritativ bekannten Inhaltsstoffe.
Fazit: Mit nur 30 Millilitern ist das Dayshade für eine Ganzkörperanwendung schlicht zu wenig. Als Sonnenschutz für das Gesicht mit einem explizit schützenden Pflegeanspruch ist das Volumen hingegen nachvollziehbarer. Wer eine durchdachte Formulierung mit klarem Fokus auf Photostabilität, Hautbarriere und Antioxidantien sucht und dafür bereit ist, mehr zu zahlen, findet hier ein Produkt, das diesen Anspruch einlöst. Für trockene, lipidarme Haut, die zudem empfindlich auf Duftstoffe oder bestimmte UV-Filter reagiert, ist das Öl eine durchdachte Option.
Nuxe Sun Tanning Sun Oil SPF 50

- Einfache Handhabung
- Angenehmes Hautgefühl
- Enthält keinen Alkohol
- Teuer
- Enthält Parfüm und Duftstoffe
Eine etwas teurere Anschaffung, aber eine, die zuverlässig vor UV-Strahlen schützt: Das Nuxe Sun Tanning Sun Oil SPF 50 nutzt 3 moderne, photostabile UV-Filter und bietet einen SPF von 50, inklusive UVA-Siegel. Die Formulierung enthält zudem ein filmbildendes synthetisches Polymer, relevant für die deklarierte Wasserfestigkeit, ökologisch aber nicht ohne Vorbehalt.
Das Sonnenöl von Nuxe ist abgefüllt in eine schmale Kunststoff-Sprühflasche. Dabei lässt sich der Sprühkopf auf- und zudrehen, was im Test einwandfrei funktionierte. Selbst bei kräftigem Schütteln blieb die Flasche dicht. Auch beim Auftragen und auf der Haut zeigt sich das Öl angenehm: leicht, gut verteilbar, mit einem seidig-glänzenden Finish. Es liegt zu Beginn deutlich wahrnehmbar auf der Haut auf, setzt sich nach 30 min aber weitestgehend. Dafür sorgt die Basis aus leichten Basisölen.
Beim Duft ist Zurückhaltung Fehlanzeige, er fällt sofort auf. Laut Nuxe ist er „exotisch“, für unsere Nase stark parfümiert und süßlich. Die INCI listet Parfum sowie vier deklarationspflichtige Duftstoffe: Für duftempfindliche oder sensible Haut sowie bei akuter Sonnenreizung sicherlich nicht der passende Kandidat.
Aus unserer Sicht ist die Produktkommunikation kritisch zu sehen. Der Hersteller bewirbt das Sonnenöl mit »gesunder Bräune«. Dabei sei erneut erwähnt, dass eine UV-B-bedingte Bräunung der Haut immer ein Zeichen einer stattgefundenen Zellschädigung ist. Eine gesunde Bräune gibt es demnach nach Sonneneinstrahlung nicht.
Nuxe nennt sein Produkt Tanning Sun Oil (zu Deutsch etwa Bräunungs-Sonnenöl), was suggeriert, dass hier sehr effektive und aktiv bräunende Wirkstoffe verarbeitet sind. Wir konnten diese auf der Liste der Inhaltsstoffe nicht finden.
Fazit: Das Nuxe Sun Tanning Sun Oil SPF 50 ist ein angenehm zu tragendes und anzuwendendes Sonnenöl mit moderner Filterbasis und schönem Hautgefühl. Auch wenn die Marketingversprechen etwas selbstbewusst formuliert sind.
Vichy Capital Soleil Cell Protect Invisible Oil SPF 50+
Was das Hautgefühl angeht, so hatten wir angenehmere Sonnenöle im Test. Die Filterkombination des Vichy Capital Soleil Cell Protect Invisible Oilist dafür umso überzeugender: Ethylhexyl Triazone als photostabiler UVB-Filter, Tinosorb S als photostabiler Breitbandfilter, Avobenzon als UVA-Filter mit der breitesten Abdeckung im UVA-Bereich und Drometrizole Trisiloxane, bekannt als Mexoryl XL. Letzterer ist eine echte Besonderheit: Dieser Breitbandfilter wurde von der L’Oréal-Gruppe entwickelt und findet sich daher ausschließlich in deren Produkten, so auch hier beim Vichy-Sonnenöl. Breitbandschutz ist gegeben, das UVA-Siegel ist auf der Verpackung deklariert.
Wer sich allerdings mit dem Sonnenöl den Körper eincremt, weiß schnell, was die Schwachstellen dieser Verpackung sind: Mit öligen Händen lässt sich die Flasche kaum noch einhändig halten und gleichzeitig sprühen. Das und die tendenziell niedrigere Auftragsmenge bei Sonnenölen werden die korrekte Dosierung weiterhin einschränken.
Aber auch das Hautgefühl wird manch einen dazu verleiten, das Sonnenöl dosiert zu nutzen, denn sobald man mehr Produkt nutzt, stellt man fest: Invisible ist hier wenig. Zwar ist es durchsichtig, lässt sich sehr leicht auftragen und hinterlässt keinen Schleier, doch es liegt spürbar und sichtbar auf – die Haut glänzt stark ölig, sie fühlt sich glitschig an und dieser Effekt setzt sich selbst eine Stunde nach dem Auftragen nicht merklich. Trotz des enthaltenen Alkohols, der in Ölformulierungen normalerweise für schnelleres Einziehen und ein trockeneres Finish sorgt, bleibt der gewünschte Effekt aus.
Die pflegende Wirkung des Sonnenschutzes fällt dünn aus, der Schwerpunkt liegt nun mal in der Formulierung der UV-Filter und einem stabilen Produkt. Für empfindliche Haut relevante Informationen: Parfüm und Alkohol können bei empfindlicher, trockener oder vorgeschädigter Haut reizend wirken. Wer zu Sonnenallergie, Mallorca-Akne oder Kontaktreaktionen neigt, sollte diese Kombination im Hinterkopf behalten.
Zur Wasserfestigkeit gibt der Hersteller „very water-resistant« an, gereicht hätte “water-resistant”, denn mit Blick auf die EU-Testmethodik gilt ein Produkt als wasserfest, wenn es nach zweimaligem 20-minütigem Baden noch mindestens 50 Prozent seines Lichtschutzfaktors behält (siehe Infobox zur Wasserfestigkeit).
Fazit: Das Vichy Capital Soleil Cell Protect Invisible Oil punktet mit einer Filterkombination inklusive der Besonderheit Mexoryl XL. Außerdem bietet es ein großzügiges Volumen von 200 Millilitern, was diesem Sonnenöl insgesamt eine Empfehlung einbringt. Was es nicht hält, ist sein eigenes Versprechen: „Invisible« ist das Öl nicht. Es liegt deutlich auf der Haut, zieht nicht merklich ein und hinterlässt über Stunden ein ölig-glitschiges Gefühl. Für unkomplizierte Haut, die den Basisschutz tagsüber auffrischen möchte, ist dieses Öl einen Blick wert.
Außerdem getestet
Lancaster Sun Beauty Satin Dry Oil LSF 50
Das Lancaster Sun Beauty Satin Dry Oil LSF 50 verbindet den Wunsch nach »Bräune« und gleichzeitig einem hohen Sonnenschutz: Es liefert einen Lichtschutzfaktor von 50 und präsentiert in seiner Formulierung einen „Tan Activator Komplex“, also einen bräunungsaktivierenden Komplex.
Wer eine reizarme, hautverträgliche Formulierung mit moderner Filterkombination sucht, der fährt mit unserer Empfehlung, dem Caudalie High Protection Glow Oil SPF 50, besser. Denn in der Rezeptur des Lancaster Sonnenöls finden sich eine sehr komplexe Duftmischung aus Parfum sowie 16 deklarationspflichtige Duftstoffe. Für sensible Haut oder Haut, die zu Sonnenallergie oder Mallorca-Akne neigt, sicher nicht die sinnvollste Wahl. Dennoch eine gute Nachricht: Die UV-Filter liefern einen hohen UV-Breitbandschutz, der UVA-Kreis ist angegeben.
Lancaster wirbt mit einer »schnellen, tiefen, makellosen Bräune«, die – so hoffen wir – nicht durch den Einfluss der UV-Strahlung zustande kommen sollte, sondern durch den beigefügten „Tan Activator Komplex aus natürlichen Inhaltsstoffen“. Was genau darin enthalten ist und wie effektiv dieser wirkt, bleibt Markengeheimnis. Was wir aus der Liste der Inhaltsstoffe herauslesen können, ist eine Mischung aus Beta-Carotene, Bixa Orellana Seed Extract und Maiskeimöl. Ob es wirklich diese Wirkstoffe sind, die sich im Komplex verbinden? All diese Inhaltsstoffe können die Bräune theoretisch intensivieren, allen voran Beta-Carotin.
Das Sonnenöl wird auf die Haut gesprüht. Der Deckel sitzt übrigens recht fest und sollte sich auch beim Transport nicht von allein lösen. Das Öl selbst ist leicht orange, vermutlich aufgrund des enthaltenen Beta-Carotins. Beim Aufsprühen sind die Tropfen eher dickflüssiger. Der Duft ist sehr intensiv, frisch und zitrisch – wir erinnern uns an den komplexen Cocktail aus Parfüm und Duftstoffen. Typisch für ein Sonnenöl lässt sich auch dieses Produkt gut auf der Haut verteilen. Allerdings bleibt ein lange glänzender Film zurück. Die Haut fühlt sich weich, samtig und gepflegt an.
St Barth Solaire Roucou Tanning Oil SPF 50+
St. Barth positioniert das Roucou Tanning Oil klar im Luxussegment. Das schlägt sich jedoch vor allem im Preis, nicht etwa in der Auswahl besonders exklusiver Inhaltsstoffe nieder.
Die kleine Sprühflasche liegt gut in der Hand, mit der Zeit wird der Sprühkopf jedoch ölig, was sich bei Ölprodukten kaum vermeiden lässt. Schwierig wird es bei der Dosierung: Wie bei den meisten Ölen lässt sich kaum abschätzen, wie viel Produkt man tatsächlich aufträgt.
Das Roucou Tanning Oil ist ein ölig-schweres Produkt, das sich akzeptabel auf der Haut verteilen lässt, im Vergleich zu anderen Ölen aber etwas zäher ist. Wer die für den deklarierten Lichtschutzfaktor von SPF 50+ benötigte Menge auftragen möchte (siehe Infoteil zur Auftragsmenge), muss mit einem deutlich öligen, speckigen Hautgefühl zurechtkommen: Das Öl zieht kaum ein und hinterlässt einen sichtbaren, stark glänzenden Film. Das enthaltene Roucou-Öl färbt leicht orange ab, was sich nicht nur auf der Haut, sondern gegebenenfalls auch auf hellen Stoffen zeigen kann.
Die Kombination der UV-Filter ist modern und kombiniert: Bis-Ethylhexyloxyphenol Methoxyphenyl Triazine (Tinosorb S), Diethylamino Hydroxybenzoyl Hexyl Benzoate (DHHB) und Ethylhexyl Triazone. Drei photostabile, gut untersuchte Filter ohne Verdacht auf hormonelle Aktivität. Breitbandschutz ist gegeben, das UVA-Siegel ist auf der Verpackung deklariert. Diese Filterkombination findet sich identisch auch im Testsieger von Caudalie. Wer also dieselbe Filtertechnologie bei einem deutlich angenehmeren Hautgefühl und einem Bruchteil des Preises sucht, wird dort fündig.
Schutz ist das eine, Pflege das andere. Wir prüfen, ob der Pflegeeffekt das hochpreisige Sonnenöl rechtfertigt. Die solide Basis aus Sonnenblumenöl und Mandelöl wird durch das eher ungewöhnliche Luffa-Samenöl ergänzt, das reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist. Hinzu kommen Ethyl Ferulate und Vitamin E als Antioxidantien sowie Bisabolol und Ringelblumenextrakt mit beruhigenden Eigenschaften. Das namensgebende Roucou-Öl (Bixa Orellana Seed) ist das Alleinstellungsmerkmal des Produkts – reich an Beta-Carotin, dem auch eine bräunungsfördernde Wirkung zugeschrieben wird. Hier sei jedoch angemerkt: Eine durch UV-Strahlung hervorgerufene Bräunung ist immer ein Zeichen eines stattgefundenen Zellschadens und eine »gesunde Bräune« gibt es nicht.
Das Produkt verzichtet auf Parfüm, enthält aber zwei deklarationspflichtige Duftstoffe. Insgesamt fällt die Beduftung dezent fruchtig bis ölig aus. Abgesehen von den Duftstoffen, die vermutlich auch den Eigengeruch der Öle überdecken, sind keine sonstigen bedenklichen Inhaltsstoffe enthalten.
Auf den ersten Blick hatte unser Testmuster einen festen Anteil, der optisch mindestens ungewohnt war. Auf Nachfrage erklärt der Hersteller, es handele sich um eine natürliche Phasentrennung, welche auf enthaltene Öle zurückzuführen sei, die bei Temperaturen unter 20 Grad fest sind und sich daher separieren. Man rät zu Schütteln oder Wärmeeinfluss, dies sollte das Produkt wieder verflüssigen.
Aus formulierungschemischer Sicht ist der letzte Hinweis kritisch zu sehen, denn Wärme kann die Formulierung und auch die Photostabilität von UV-Filtern beeinträchtigen.
Fazit: Wer die für den ausgelobten Schutz nötige Menge aufträgt, muss mit einem deutlich öligen, schwer einziehenden Hautgefühl und sichtbarem Glanz leben, inklusive leichter Färbung auf Haut und Kleidung. Die Filterkombination ist modern und verträglich, aber nicht so außergewöhnlich, dass man sie nicht auch in deutlich günstigeren Produkten bekommt. Realistisch eignet sich das Öl eher als gelegentliches Auffrischungsprodukt für trockene Haut, jedoch nicht als alleiniger Sonnenschutz, denn dafür würde in der Praxis schlicht zu wenig aufgetragen. Der hohe Preis lässt sich aus unserer Sicht aus den Inhaltsstoffen nicht plausibel nachvollziehen und scheint vor allem der Positionierung im Luxussegment zu dienen.
Hawaiian Tropic Glowing Protection Dry Oil SPF 30
Die kleine, taillierte Flasche des Hawaiian Tropic Glowing Protection Dry Oil liegt gut in der Hand und hat im Gegensatz zu vielen anderen Sonnenölen mal nicht den typischen Sprühkopf, sondern einen einfachen Auslass. Das macht die Entnahme einfach, die Dosierung bleibt aber auch hier ein Problem: Das Öl ist sehr dünnflüssig, fast wasserähnlich, so dass es sehr leicht durch die Finger rinnt. Wie viel dabei auf der Haut ankommt, lässt sich kaum kontrollieren. Bei einem Produkt, das ohnehin nur SPF 30 bietet, ist das ein relevanter Punkt (siehe Infoteil zur Auftragsmenge).
Im Namen bereits angekündigt, liefert das Glowing Protection Dry Oil auf der Haut direkt ab: Es verteilt sich mühelos, zieht schnell ein – begünstigt durch den hohen Alkoholgehalt (Alcohol Denat. steht an erster Stelle der INCI) – und hinterlässt keinen ölig-glänzenden Film. Stattdessen wirkt die Haut bereits nach dem Auftragen fast trocken, wenn auch sichtbar gepflegt. Das ist innerhalb dieser Produktkategorie tatsächlich selten und der deutlichste Pluspunkt im Test, wenn man bereit ist, den Alkoholanteil zu tolerieren bzw. diesen gut verträgt.
Leider fällt das Produkt aber spätestens bei den UV-Filtern aus dem Rahmen. Mit sechs Filtern enthält es zwar eine der umfangreichsten Kombinationen, erzielt aber trotzdem nur SPF 30. Breitbandschutz ist gegeben, das UVA-Siegel deklariert. Die Filterauswahl kombiniert mit Tinosorb S, DHHB und Ethylhexyl Triazone moderne UV-Filter mit eher älteren Kandidaten: Avobenzon ist zwar ein älterer Filter, deckt dafür aber zuverlässig den UVA-Bereich ab, weshalb er auch in modernen Sonnenschutzprodukten weiterhin seinen Platz findet. Octocrylene ist ein weiterer Filter der älteren Generation, der inzwischen aber zunehmend aus Sonnenschutzprodukten verschwindet. Grund ist, dass Octocrylene unter bestimmten Bedingungen zu Benzophenon umgewandelt werden kann, einem Stoff, der als potenziell krebserregend eingestuft wird. Wichtig dabei: Diese Umwandlung setzt eine sehr lange, intensive Wärmeexposition voraus – eher Wochen als Tage (mehr dazu im Infoteil).
Eine Flasche, wie sie es beim 75-Milliliter-Glowing-Protection-Dry-Oil ist, sollte bei ausreichender Anwendung ohnehin nur zwei bis drei Tage reichen. Daher ist von dem Octocrylene in diesem Produkt keine ernstzunehmende Gefahr zu erwarten. Und zuletzt sei mit Blick auf die UV-Filter noch zu sagen, dass ebenfalls Isoamyl p-Methoxycinnamate (Amiloxate) enthalten ist. Ein UVB-Filter aus der Zimtsäurefamilie, der als weniger photostabil gilt als die modernen UV-Filter und dessen Zerfallsprodukte für manche Haut irritierend sein können.
Zur Pflegewirkung können wir es beim Glowing Protection Dry Oil kurz machen, denn die Pflegekomponente fällt nahezu vollständig weg. Für normale und barrierestablie Haut durchaus tolerierbar, aber keine Formulierung, die bei sensibler oder trockener Haut dauerhaft angewendet werden sollte. Unter anderem auch aufgrund der zahlreichen Fruchtextrakte, die vermutlich primär dem tropischen Markenbild dienen, aber bei empfindlicher Haut eher irritierend wirken können. Ebenfalls potenziell irritierend: der intensiv tropisch-sommerliche Geruch, der durch den Einsatz von Parfüm, deklarationspflichtigen Duftstoffen und einem synthetischen Riechstoff zustande kommt. Die Duftstoffdichte sollte bei empfindlicher Haut berücksichtigt werden.
Fazit: Wer ein Sonnenöl sucht, das sich anfühlt wie kein typisches Öl und dabei einen intensiv sommerlichen Duft schätzt, wird hier kurzfristig begeistert sein. Für einen effektiven Sonnenschutz ist dieses Produkt jedoch eine schwache Option: Niedriger Lichtschutzfaktor, wenig moderne Filterkombination, starke Beduftung, kaum Pflege. Die 75 Milliliter reichen bei korrekter Anwendung für gerade 2–3 vollständige Ganzkörperanwendungen, was den günstigen Einstiegspreis relativiert.
Nivea Sun Schutz & Bräune LSF 30
Das Nivea Sun Schutz & Bräune LSF 30 verdient einen kritischen Blick. Direkt der Name »Schutz und Bräune« suggeriert, dass beides möglich und erstrebenswert ist. Da jede UV-induzierte Bräunung aus dermatologischer Sicht kritisch zu bewerten ist, hoffen wir, dass der bräunende Effekt auf das „Pro-Melanin-Extrakt“ zurückgeht. Es soll laut Herstellerangaben die hauteigene Melaninproduktion ankurbeln. Gerne würden wir fundierte und genaue Informationen zu dem bräunenden Effekt geben, doch Nivea hält sich bedeckt. Bleibt zu hoffen, dass der bräunende Effekt tatsächlich aus der Formulierung stammt und nicht UV-induziert ist.
Die eingesetzte Filterkombination im Nivea-Produkt ist solide, aber nicht durchweg auf dem modernsten Stand. Das muss kein Problem sein, wichtig ist, dass der angegebene Lichtschutzfaktor bei korrekter Auftragsmenge erreicht wird. Was darüberhinaus aber definitiv kritisch zu bewerten ist: Das enthaltene Citrus Aurantium Peel Oil ist ein ätherisches Öl aus der Bitterorangenschale und sollte in Sonnenschutzprodukten nicht formuliert werden. Denn Citrusöle enthalten Stoffe, die bei UV-Strahlung Reaktionen auslösen können – Rötungen, Hautreizungen und Pigmentierungen. Es bleibt fraglich, weshalb diese formulierungschemisch recht bekannte Tatsache in diesem Produkt ignoriert wurde – vielleicht liegt die Einsatzkonzentration sehr niedrig. Gleichzeitig enthält das Produkt mehrere deklarationspflichtige Duftstoffe und einen hohen Alkoholgehalt. Für sensible, empfindliche oder zu Sonnenallergie neigende Haut nicht die sinnvollste Wahl, normale Haut sollte damit aber gut zurechtkommen.
Das Sonnenöl von Nivea lässt sich gut aufsprühen und ebenso gut verteilen. Es gibt einen weiten, feinen Nebel ab (Achtung, Auftragsmenge beachten) und zieht schnell ein. Die Haut glänzt nur leicht und gibt schon nach kurzer Zeit nur noch wenig Öl ab. Die Haut fühlt sich angenehm und weich an. Eine vermeidliche Kleinigkeit, die uns positiv aufgefallen ist: Der Deckel sitzt fest. Ein Transport in der Strandtasche oder im Pool-Beutel sollte demnach kein Problem sein.
Eucerin Oil Control Sun Spray LSF 50+
Das Eucerin Oil Control Sun Spray LSF 50+ ist alles in allem absolut in Ordnung. Nach unserer Bewertung der Inhaltsstoffe bringt das Öl keinen besonderen Bräunungsfaktor mit sich. Das Sonnenöl wird über einen weiten und festen Sprühnebel aufgetragen. Den Flascheninhalt selbst empfinden wir im Vergleich zu anderen als recht wenig ölig. Tatsächlich fühlt sich das Öl leicht und nicht allzu reichhaltig an. Es zieht schnell ein und es bleibt auch nur ein sehr geringer öliger Film. Für Haut, die schnell zu Überfettung neigt, könnte das Sonnenöl demnach eine gute Wahl sein. Der Duft ist im ersten Moment wirklich unangenehm – Alkohol pur. Doch der verfliegt schnell. Zurück bleibt ein Aroma von Orange, das wir nicht sonderlich angenehm finden, aber das ist ja Geschmackssache.
Garnier Ambre Solaire Ideal Bronze Sonnenöl LSF 30
Beim Garnier Ambre Solaire Ideal Bronze Sonnenöl LSF 30 soll Kokosnussöl die Geheimformel für eine intensivere Bräune sein, deren Erreichen für uns eher ein fragwürdiges Ziel darstellt. Auch hier setzt sich das Kokosnussöl allerdings nicht im Geruch durch. Stattdessen duftet das Sonnenöl einfach parfümiert. Insgesamt ist der Duft aber recht dezent. Beim Auftragen haben wir erste große Probleme. Denn die Textur ist so ölig, dass sie beim Aufsprühen direkt auf der Haut zerläuft und überall hinfließt. Das Sonnenöl ist sehr ergiebig und bleibt noch sehr lange ölig und glänzend auf der Haut.
Piz Buin Tan & Protect Sun Oil Spray LSF 30
Beim Piz Buin Tan & Protect Sun Oil Spray LSF 30 ist es ein wenig intransparent: Das Sonnenöl soll zwar die Bräunung unterstützen, doch wie genau das geht, wird nicht verraten. Die Marke selbst erklärt es über den eigenen Komplex:
„Durch die Steigerung der Produktion des Bräunungspigments der Haut um bis zu 70% beschleunigt Illumitone nachweislich die Geschwindigkeit des natürlichen Bräunungsprozesses.“
Den angesprochenen Nachweis bleibt uns der Hersteller aber schuldig, wobei Bräune sowieso nicht das Ziel darstellen sollte (siehe Infoteil). Wir können leider auch nach einem Blick auf die Inhaltsliste keine näheren Informationen geben. Vielleicht handelt es sich um eine Kombination aus den enthaltenen Wirkstoffen Sojaöl, Wasser und Vitamin E? Was wir aber auf der Liste entdeckt haben: Homosalate.
Das Sonnenöl wird aufgesprüht. Das klappt gut und es lässt sich auch gut verteilen. Der Duft ist stark parfümiert. Es bleibt ein Film auf der Haut zurück, der Öl abgibt.
Malibu Dry Oil Spray LSF 50
Leider ist das Malibu Dry Oil Spray LSF 50 das perfekte Beispiel dafür, dass bei einem Sonnenöl allzu oft Inhaltsstoffe zum Einsatz kommen, auf die wir gerne verzichten würden, darunter Benzophenone-3. Beinhaltet sind unter anderem auch Homosalate.
Der Sprühkopf der Flasche lässt sich recht schwer betätigen – herauskommt in vier von fünf Fällen auch kein kräftiger Strahl, sondern ein kläglicher, tropfender. Der Geruch ist schwer zu definieren. Süß, aufdringlich, unangenehm, finden wir. Das Öl zieht rasant ein und zurückbleibt nur ein leichter Ölfilm.
Balibody Watermelon Tanning Oil SPF 50
Das Balibody Watermelon Tanning Oil SPF50 bringt in jedem Fall einen hohen UV-Schutz mit sich – was wir immer gut finden. Bevor wir an dem Öl schnupperten, hatten wir uns einen frischen, fruchtigen Duft ausgemalt. Aber tatsächlich riecht das Sonnenöl eher süßlich, deutlich wahrnehmbar, wenn auch nicht maßlos aufdringlich.
Die kleine Flasche ist mit einem Klickverschluss versehen, der ausreichend dicht hält. Leider klappt das Dosieren nicht. Alles läuft an der Sonnenölflasche herunter und schmiert – lästig. Das Auftragen wiederum empfinden wir als sehr angenehm, genau wie das anschließende Hautgefühl.
Enthaltene Inhaltsstoffe wie Kokosnussöl, Traubenkernöl, Mandelöl und Sojaöl können dafür sorgen, dass die Bräune gleichmäßiger wird und außerdem länger anhält. Wünschenswert sollte das aber ohnehin nicht sein (siehe Infoteil).
Victoria Beauty Sun Kiss Sun Protection Oil SPF 50
Wenn ein Sonnenöl schon vor dem Gebrauch ausläuft, ist das schon mal ein schlechtes Zeichen. So geschehen beim Victoria Beauty Sun Kiss Sun Protection Oil SPF 50. Die Sprühflasche schmiert und klebt schon, während wir sie aus dem Postpaket holen. Das Problem zieht sich durch den gesamten praktischen Test. Auch beim Aufsprühen läuft das Öl überall hin, auch an den Sprühgriff.
Der Geruch ist gewöhnungsbedürftig, wir empfinden ihn als extrem süß. Gut gefallen uns hingegen der hohe UV-Schutz von 50 und das Hautgefühl. Außerdem zieht das Öl recht schnell ein, was wir besonders an den Händen, mit denen wir uns eingeölt haben, angenehm finden.
So haben wir getestet
Wir testen Sonnenöle aus der Drogerie, der Apotheke sowie von hochpreisigen Marken. Die getesteten Produkte umfassen Varianten mit und ohne Bräunungseffekt, wobei das nicht das ausschlaggebende Kriterium für die Bewertung ist.
Stattdessen legen wir besonderes Augenmerk auf die Zusammensetzung: Die Inhaltsstofflisten aller Produkte werden im theoretischen Teil sorgfältig analysiert. Dabei achten wir als Erstes auf den angegebenen Lichtschutzfaktor: Ab dem Update 08/26 führen wir nur noch Produkte ab LSF 30 im Testbericht, lieber sehen wir aber 50/50+. Negativ werten wir einen hohen Duftstoffgehalt und einen hohen Alkoholanteil: Verzichtet ein Produkt auf Alkohol, so werten wir das positiv, während es für Parfüm und Duftstoffe Punktabzug gibt. Wie genau wir einzelne Stoffe bewerten, lesen Sie im Infoteil, in welchem auch unser Glossar hinterlegt ist.
In den Produktdetails unterhalb der Vergleichstabelle geben wir weitere wichtige Eckdaten an, etwa, ob Inhaltsstoffe, die die Bräunung direkt (z. B. durch pigmentierende Wirkstoffe) oder indirekt (z. B. durch antioxidative Schutzwirkung) fördern, vorhanden sind, ob das jeweilige Produkt vegan ist und ob schwer abbaubare Polymere enthalten sind. Das führt nicht zur Abwertung, dient aber als Wegweiser für alle, die darauf achten wollen.
Im Praxistest begutachten wir zunächst die Verpackung. Uns ist wichtig, dass die Flasche auslaufsicher ist und dass der Deckel stabil sitzt und nicht verrutscht. Bei Sonnenöl sollte die Verpackung auch dann noch zu öffnen oder zu schließen sein, wenn man Produkt auf den Händen hat.
Anschließend überprüfen wir die Dosierung: Handelt es sich um ein Sonnenöl mit Sprühkopf, achten wir darauf, wie gleichmäßig sich der Sprühnebel verteilt. Ist das Produkt mit einem anderen Verschluss ausgestattet, sollte beim Ausgießen nichts an der Flasche herunterlaufen. Eine saubere, kleckerfreie Handhabung vermerken wir positiv.
Im nächsten Schritt beschreiben wir den Duft so gut wie möglich. Wir achten dabei auf Intensität, Duftnoten und eventuelle Parfumdominanz, wissend, dass die Wahrnehmung von Düften jedoch sehr subjektiv ist.
Anschließend beurteilen wir das Hautgefühl sowohl direkt nach dem Auftragen als auch über die Stunden danach. Dabei bewerten wir, ob sich die Öle leicht verteilen lassen und ob sie schnell einziehen. Wir prüfen zudem, ob es Ölrückstände gibt oder ein Fettfilm bestehen bleibt, was wir negativ werten. Positiv hingegen beurteilen wir gepflegtes Hautgefühl nach Nutzung des Sonnenöls.
Zu guter Letzt vergleichen wir die Preise aller Sonnenöle und heben sowohl besonders günstige als auch auffallend hochpreisige Produkte hervor. Am Ende entscheidet das in Kombination mit der Performance im Praxistest, den Inhaltsstoffen sowie der in einer Flasche enthaltenen Gesamtmenge über unsere Beurteilung des Preis-Leistungs-Verhältnisses.
Seit 08/2026 übernimmt eine neue Autorin das Testen und die Bewertung der neueren Kandidaten. Die Testerin hat normale und unkomplizierte Haut und trägt das jeweilige Öl in der für den deklarierten Schutz nötigen Menge auf die Haut auf. Das Hautgefühl wird direkt nach dem Auftragen sowie nach 10 und 30 min bewertet. Das Sonnenöl wird anschließend den gesamten Tag über getragen.
Die wichtigsten Fragen
Welches Sonnenöl ist das beste?
Das Caudalie High Protection Glow Oil SPF 50 ist für uns ein gelungenes Gesamtpaket: Moderne UV-Filter bieten einen hautverträglichen und hohen UV-Schutz und das Hautgefühl ist für ein Sonnenöl trotz Verzicht auf Alkohol vergleichsweise leicht und angenehm, mit einem schimmernden Finish ohne übermäßigen Fettglanz.
Welches Sonnenöl hat den besten Sonnenschutz?
Das Vichy Capital Soleil Cell Protect Invisible Oil bietet mit einem SPF 50+ nicht nur einen der höchsten Schutzwerte im Test, auch liefert dieses Produkt hinsichtlich seiner Filterkombination eine Besonderheit: Drometrizole Trisiloxane, bekannt als Mexoryl XL, ist ein moderner und gut verträglicher Breitbandfilter, der ausschließlich in Produkten der L’Oréal-Gruppe zu finden ist. Wichtig bleibt aber: Der beste Sonnenschutz ist nur dann effektiv, wenn ausreichend Produkt aufgetragen wird. Zumindest an der Menge muss man bei dem Vichy-Sonnenöl nicht sparen, kommt es doch in einem großzügigen Volumen zu fairem Preis daher.
Wie wird man schneller braun?
Kurz gesagt: Mehr UV-Strahlung auf der Haut sorgt stets auch für mehr Bräunung. Aber das ist keine Empfehlung für ungeschütztes oder übermäßiges Sonnenbaden, sondern lediglich eine Erklärung. Wenn sich die Haut aufgrund von UV-Strahlung bräunt, dann ist das stets ein Zeichen einer stattgefundenen Zellschädigung und die Produktion von Melanin lediglich eine verzögerte Reaktion. Eine gesunde Bräune durch die Sonne gibt es aus dermatologischer Sicht nicht. Sonnenöle mit sogenannten Tanning Boostern, z. B. Beta-Carotin oder Tyrosin-Derivaten, sollen die Melaninproduktion anregen und so die Bräunung unter UV-Exposition beschleunigen können. In der Praxis bleibt jedoch vor allem folgende Konsequenz: Die Beschleunigung der Bräunung durch Tanning Booster bleibt fraglich, gleichzeitig ist aber eine schnellere und intensivere Zellschädigung durch vermehrte UV-Exposition sicher. Wer seine Haut »gesund« bräunen möchte, nutzt lieber Selbstbräuner mit DHA (Dihydroxyaceton) oder Erythrulose.
Was ist besser, Sonnenöl oder Sonnencreme?
Sonnencreme ist für einen effektiven Schutz die zuverlässigere Wahl. Nicht, weil Sonnenöle schlecht formuliert sind, sondern weil man in der Praxis schnell dazu neigt, zu wenig Produkt aufzutragen. Die flüssige, ölige Textur täuscht und man hat schnell das Gefühl, ausreichend Produkt auf der Haut zu haben, obwohl objektiv zu wenig angekommen ist, um den deklarierten Schutz zu erreichen. Sonnenöle ergeben Sinn, wo sie unkompliziert einsetzbar sind: als schnelle Auffrischung und zum leichten Reapplizieren, z. B. nach dem Baden oder Abtrocknen. Für den Basisschutz am Morgen, der eine effektive Grundlage bieten sollte, bleibt eine Sonnencreme die zuverlässigere Alternative.


























































