Ein unerwartetes Telefonat, ein Klingeln an der Haustür oder einfach Stress – und die Pfanne mit heißem Öl auf dem Herd ist schnell vergessen. Auch ein auf der eingeschalteten Kochplatte abgelegtes Geschirrtuch oder Küchenpapier entzündet sich schnell, Kunststoff dagegen verursacht gefährliche Brandgase. Das alles passiert bei Jung und Alt. Der Herd ist entsprechend eine der häufigsten Brandursachen im häuslichen Umfeld.
Zwar besitzen moderne elektrische Kochfelder eine eingebaute Sicherheitsabschaltung, wenn die Platte zu lange ohne Bedienung eingeschaltet ist, doch die greift erst nach Stunden – für die meisten brenzligen Fälle viel zu spät. Nur wenige, neuere Kochfelder der renommierten Hersteller besitzen eine Timer-Funktion. Darüber lässt sich vor jedem Kochvorgang einstellen, wie viele Minuten die Herdplatte eingeschaltet bleiben soll. Hier braucht es aber Disziplin, um damit zu arbeiten.
Für mehr Sicherheit sorgt ein Herdwächter. Der ist nicht nur sinnvoll bei älteren Menschen, die sich alleine zu Hause versorgen, sondern auch in Haushalten mit Kindern, die selbst schon kochen dürfen und wollen, aber die Sicherheit dabei noch nicht verinnerlicht haben. Unabhängig davon kann sich ein solcher Aufpasser als echter Lebensretter erweisen. Mittels Sensoren soll er mögliche Gefahren frühzeitig erkennen und bestenfalls neutralisieren, bevor sie Schaden anrichten.
Herdwächter im Test
Wir haben exemplarisch für diese Produktgruppe drei Herdwächter unter die Lupe genommen. Zwei arbeiten mit Bewegungsmeldern, der dritte mit einem Wandtaster. Alle lassen sich ein-, zwei- oder dreiphasig an einen Elektroherd anschließen. Zum Testen haben wir die Geräte nach Rücksprache mit dem Hersteller einphasig mit einer Schuko-Steckdose als Stromquelle und einer Lampe als Kontrollelement verbunden.
Im Praxistest montierten wir die Geräte wie vom Hersteller vorgeschrieben, durchliefen bei den Modellen mit Bewegungsmelder verschiedene Einstellungen für Empfindlichkeit sowie Zeitintervalle und untersuchten die Zuverlässigkeit der Präsenzerkennung mit mehreren Metern Abstand zwischen Sensor und Testperson bei geöffneter beziehungsweise geschlossener Küchentür. Das funktionierte bei allen Geräten im Test einwandfrei. Nicht ganz so problemlos lief es dagegen bei der technischen Sicherheit.
GSE-tech Herdwächter 3SLT

- Günstig
- Zuverlässiger Radarsensor
- Sensor im Schrank versteckbar
- Sehr kompakt
- »All-in-one«-Gerät
- Einstellungen nur durch Öffnen des Gerätes möglich
Der GSE-tech Herdwächter 3SLT geht als klarer Sieger aus diesem Quickcheck hervor. Zu einem sehr moderaten Preis bekommt der Käufer ein durchdachtes und ausgereiftes Gerät, das die Sicherheit im Haushalt beim Kochen deutlich verbessert – und das, ohne bei der Bedienung darauf achten oder etwas in seiner Kochroutine ändern zu müssen.
Der Herdwächter von GSE-tech ist ein »All-in-one«-Gerät, das heißt, Abschalteinheit und Sensor sitzen in einem einzigen, kompakten Gehäuse ohne äußere Bedienelemente. Der verbaute Sensor erkennt die Anwesenheit einer Person in der Küche über einen radarbasierten Bewegungsmelder, der schwache Mikrowellen ausstrahlt.
Die Elektronik im Gehäuse hinterlässt einen aufgeräumten und robusten Eindruck. Auch außen am Gehäuse ist alles vorbildlich und eindeutig auf Deutsch beschriftet. So ist auf einen Blick klar ersichtlich, welches Kabel mit dem Starkstromanschluss verbunden wird, welches zum Herd geht und in welche Richtung das Gehäuse zur Küche installiert werden muss.
Dank der Mikrowellen, die auch Holz und dünne Wände durchdringen, muss der Herdwächter nicht offen sichtbar an der Küchenwand montiert werden. Beispielsweise kann er sich in einem Küchenschrank verstecken – dort lässt er sich gut mit ein paar Schrauben im Holz flach fixieren. Falls vor Ort umsetzbar, ist eine Platzierung hinter der Sockelleiste eine noch bessere Lösung. Hier ist das Gehäuse unsichtbar und nimmt keinen Platz weg. Damit es nicht verrutscht, kann man es mit einem doppelseitigen Klebeband am Boden fixieren.
Wir hatten zum Testen das Modell 3SLT. Es schaltet bei fehlender Präsenz in der Küche Herd und Backofen aus. Besitzt der Ofen eine Uhr, wird die bei jedem Ausschalten natürlich auf Null gesetzt beziehungsweise bleibt stehen. Ist das nicht gewünscht, bietet GSE-tech das Modell 2SLT an. Es schaltet bei Abwesenheit nur den Herd aus, Backofen und Uhr bleiben weiterhin mit Strom versorgt. Auch ein bereits gekauftes 3SLT lässt sich nachträglich zu einem 2SLT umbauen. Dafür verschickt der Hersteller kostenlos die Anleitung, die dann allerdings von einem Elektriker umgesetzt werden muss.
Praktisch: Für auf dem Tisch oder der Arbeitsplatte stehende Einzel- oder Doppelkochplatten mit Anschluss direkt an eine Steckdose gibt es von GSE-tech außerdem das Modell Schuko LT. Es wird einfach zwischen Kochfeld und Steckdose gesteckt – hierfür ist kein Elektriker notwendig.
PIC-TEC HA-2

- Robustes Gerät
- Zuverlässiger Radarsensor
- Sensor im Schrank versteckbar
- Einfacher Zugang
- Zugentlastung nicht VDE-konform
- Teuer
- Externer Sensor mit Kabel
Der PIC-TEC HA-2 tut sich leider selbst schwer dabei, an unserem Favoriten heranzukommen. Das beginnt schon beim doppelt so hohen Preis. Tatsächlich haben wir den Eindruck, dass beim PIC-TEC robuste und hochwertige Materialien verbaut werden. Auch der HA-2 verwendet Mikrowellen, um Bewegung und Personen in der Küche zu erfassen. Allerdings ist der Sensor extern über ein Kabel mit der Abschalteinheit verbunden. Er muss zudem vertikal stehen, um die Küche optimal zu erfassen.
Dafür kann man ihn sichtbar an die Küchenwand neben dem Herd montieren. Alternativ funktioniert es auch unsichtbar hinter der Sockelleiste oder im Küchenschrank, hier ist die vertikale Installation aber komplizierter. Die Abschalteinheit selbst wird am besten seitlich vom Herd in einem der unteren Küchenschränke an der Wand montiert, sodass man gut drankommt.
In unserem Praxistest funktionierte der HA-2 genauso gut und zuverlässig wie der 3SLT von GSE-tech. Die Empfindlichkeit des Radarsensors und die Zeitspanne, nach der der Herdwächter den Herd vom Strom nimmt, werden über den externen Sensor eingestellt. Im Betrieb haben wir bei der Abschalteinheit ein leichtes Brummen bemerkt, das bei absoluter Stille in der Küche sehr empfindliche Personen stören könnte. Eine spezielle Version des HA-2 für nur zweiphasigen Anschluss gibt es nicht.
Was uns überhaupt nicht gefallen hat: Die Zugentlastung der netzspannungsführenden Anschluss- und Abgangsleitung ist unzureichend und entspricht unseres Erachtens nicht der VDE-Norm. So sollte das Gerät nicht verkauft werden. Wir hätten die Leitungen ohne Weiteres aus dem Gehäuse herausziehen können, da sie jeweils nur mit einer Gummimanschette und innen provisorisch mit einem Kabelbinder gesichert sind. Dadurch hätten sich innen die Leiter von Klemmen oder Lötstellen lösen können. So könnte ein vermeintlich schützendes Gerät, das eigentlich Brände verhindern soll, selbst zum Sicherheitsrisiko werden. Wir haben den Hersteller darüber informiert.
PIC-TEC HA-1

- Robustes Gerät
- Stabiler Tasten-Sensor
- Einfacher Zugang
- Zugentlastung nicht VDE-konform
- Teuer
- Externer Sensor mit Kabel
Der PIC-TEC HA-1 ist die klassische Variante eines Herdwächters. Statt eines Bewegungsmelders arbeitet das Modell mit einem Aufputz-Impulstaster. Der wird in die Nähe des Herdes an die Wand montiert und ist mit einem Kabel mit der Abschalteinheit verbunden. Die Abschalteinheit selbst wird unten neben dem Herd in einem der Küchenschränke an der Wand befestigt.
Über einen kleinen, nur mit dem Schraubenzieher bedienbaren Drehregler an der Abschalteinheit kann eingestellt werden, über welche Zeitspanne der Herdwächter den Herd mit Strom versorgt, sobald der Impulstaster einmal gedrückt wird. Die verfügbare Zeitspanne lässt sich jedoch nicht durch mehrfaches Betätigen des Impulstasters verlängern. Jede Betätigung startet lediglich die voreingestellte Zeitspanne neu. Im Praxistest funktionierte das absolut zuverlässig. Auch dieses Modell erzeugte im Betrieb ein leichtes Brummen.
Allerdings sollte unserer Meinung nach auch der HA-1 in der Form nicht verkauft werden, da er die gleichen sicherheitsrelevanten Mängel aufweist wie der HA-2 des gleichen Herstellers. Statt einer Zugentlastung, die Leiter, Klemmen und Lötstellen schützt, gibt es jeweils nur eine Manschette und einen Kabelbinder. Wir haben den Hersteller darüber informiert.
Fazit
In erster Linie hat uns der GSE-tech 3SLT davon überzeugt, dass zuverlässig funktionierende und gut konstruierte Herdwächter das Risiko beim Kochen vor einem Herdbrand deutlich reduzieren können. Das gilt nicht nur für ältere Menschen, die alleine zu Hause wohnen und sich selbst versorgen, und natürlich für deren Angehörige, sondern auch für Familien mit älteren Kindern, die das Kochen für sich entdeckt haben.

Vergleichstabelle
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- Günstig
- Zuverlässiger Radarsensor
- Sensor im Schrank versteckbar
- Sehr kompakt
- »All-in-one«-Gerät
- Einstellungen nur durch Öffnen des Gerätes möglich

- Robustes Gerät
- Zuverlässiger Radarsensor
- Sensor im Schrank versteckbar
- Einfacher Zugang
- Zugentlastung nicht VDE-konform
- Teuer
- Externer Sensor mit Kabel

- Robustes Gerät
- Stabiler Tasten-Sensor
- Einfacher Zugang
- Zugentlastung nicht VDE-konform
- Teuer
- Externer Sensor mit Kabel
Herdwächter bestehen meist aus zwei Komponenten. Der Kasten mit der Abschalteinheit muss von einem Elektriker zwischen Herd und Starkstromanschluss installiert werden (hier kommen also Arbeitskosten für etwa zwei Stunden in Höhe von ca. 200 bis 300 Euro dazu). Sie schaltet auf Befehl die Stromversorgung des Herdes ab. Ein Sensor, entweder bereits in die Abschalteinheit integriert oder extern, kontrolliert die Umgebung und weist bei bedenklichen Auffälligkeiten die Abschalteinheit an, den kompletten Herd vom Strom zu nehmen.
Der Herdwächter überwacht den Stromfluss
Die meisten Herdwächter arbeiten dabei mittlerweile mit Bewegungssensoren. Der eingeschaltete Herd wird nur so lange weiter mit Strom versorgt, wie der Sensor eine Person in der Küche registriert. Die darf den Raum auch für eine zuvor am Herdwächter einstellbare Zeitspanne verlassen, um beispielsweise zu telefonieren oder an die Haustür zu gehen, ohne dass sofort jedes Mal der Herd gleich abgeschaltet wird. Wird aber nach dieser Zeitspanne immer noch keine Präsenz gemessen, ist der Ofen aus.
Erst wenn jemand die Küche erneut betritt, schaltet der Herdwächter den Herd wieder frei. Bei Herdmodellen mit Drehknöpfen wird der Kochvorgang dann ohne weiteres Zutun und quasi unbemerkt auf der zuvor eingestellten Heizstufe fortgesetzt. Bei moderneren Herden mit Sensortasten fährt die Elektronik jedoch wieder komplett neu hoch, die Platte muss daher erst manuell wieder eingeschaltet und die Heizstufen eingestellt werden.
Sichere und praktische Installation
Obwohl es für den Hobbybastler machbar erscheinen mag: Einen Herdwächter darf nur der Elektriker anschließen. Immerhin liegen am Herdanschluss 230 beziehungsweise 400 Volt an, die beim Stromschlag lebensgefährlich sind. Werden Brücken falsch gesetzt, Schraubklemmen nicht richtig angezogen oder der Leitungsquerschnitt falsch eingeschätzt, kann es zu einem unbemerkten Schmorbrand in der Wand kommen oder der Herdwächter wird zerstört.
Die ursprüngliche Idee von Herdwächtern stammt übrigens aus Skandinavien, wo es viele Holzhäuser gibt. In 30 Jahren wurden die kleinen Geräte dort schon in zehntausenden Haushalten installiert.
Ein Elektriker kennt sich mit Anschlussplänen, Farben der Adern und Messung der Phasen aus. Und schließlich verlangt die Versicherung in einem Brandfall den Nachweis, dass Herd beziehungsweise Herdwächter fachgerecht angeschlossen wurden, sonst gibt es Probleme, die viel teurer sind als der Anschlusspreis vom Elektriker.
Im Prinzip eignet sich jeder Elektroherd für die Kombination mit einem Herdwächter. Moderne, dreiphasig betriebene Herde lassen sich damit genauso schützen wie ältere, zweiphasig angeschlossene Herde. Herdwächter funktionieren auch nur mit einer Phase und mit 230 Volt, sodass sich auch eine mobile Kochplatte oder ganz alte Kochherde damit schützen lassen. Bei der Installation kann man sich zudem entscheiden, ob auch der Backofen (und damit die eingebaute Herduhr) von der Stromabschaltung betroffen sein soll oder nur die Herdplatten. Auch in diesem Fall würde der Elektriker dann nur zweiphasig anschließen.
Präsenzmelder sind die komfortabelste Lösung
Dabei ist die komfortabelste Lösung ein Herdwächter mit einem Bewegungssensor, der in der Nähe des Herdes installiert wird. Dadurch wird der Herd automatisch mit Strom versorgt, sobald eine Person die Küche beziehungsweise den Kochbereich betritt beziehungsweise so lange, wie sie dort verweilt. Wird diese Zone für eine längere Zeitspanne verlassen als zuvor am Herdwächter eingestellt, kommt es automatisch zur Abschaltung.
Komplett unsichtbar bleiben Herdwächter mit Radarsensoren, die Bewegungen mit schwachen Mikrowellen erkennen, denn sie lassen sich auch versteckt, beispielsweise hinter der Sockelleiste oder in einem Küchenschrank, einbauen.
Zeitgesteuerte Alternative
Für einen zeitgesteuerten Herdwächter dagegen befestigt der Elektroinstallateur einen Taster an einer Wand beim Herd. An der Abschalteinheit lässt sich die Zeitspanne einstellen, die der Herd nach Betätigen des Tasters am Strom bleiben soll. Zehn Minuten haben sich in der Praxis als guter Wert erwiesen. Dauert der geplante Kochvorgang länger, muss spätestens nach Ablauf der Zeit die Taste erneut gedrückt werden.
Kombi aus Wärme und Präsenz
Einige Herdwächter bieten eine Kombination aus Präsenzmelder und Wärmesensor. Sie haben wir uns hier nicht näher angesehen. Die batteriebetriebene Sensoreinheit wird dabei unter der Dunstabzugshaube montiert und registriert Bewegung im Raum sowie zu hohe Hitze auf dem Kochfeld. Bei zu langer Abwesenheit oder zu hoher Temperatur löst sie einen Voralarm aus. Wird der nicht am Sensor binnen kurzer Zeit durch Knopfdruck entschärft, folgt als Nächstes die Herdabschaltung.
Keine App-Anbindung
Leider informiert keiner der Herdwächter auf dem Smartphone, dass der Strom abgeschaltet wurde. Das wäre besonders für Partner und Angehörige eine sinnvolle Ergänzung, kann doch ein Anspringen des Herdwächters durchaus auf einen häuslichen Unfall zurückgehen, wo Hilfe nötig ist.





























