Outdoor-Wassersport boomt im Sommer. Sobald die Wetterbedingungen passen, stürmen Kajak- und Kanu-Fahrer, Stand-up-Paddler oder Kite-Surfer die Seen und Küstengewässer. Die meisten achten hier penibel auf hochwertige Ausstattung und Kleidung – jedoch eines wird dabei oft vergessen: eine Schwimm- oder, für noch mehr Sicherheit, eine Rettungsweste.
Dabei sollte man wissen, dass beim Sturz vom Board oder Boot ins Wasser oft nicht die mangelnde Fitness des Sportlers das Problem ist. Stattdessen kann es an der plötzlichen Kälte des Gewässers oder Stößen und Verletzungen beim Stürzen liegen. Zudem lassen starke oder plötzliche Wellenbewegungen, wie zum Beispiel von einem vorbeifahrenden Boot oder starkem Wind, auch geübte Schwimmer schnell ermüden.
Eine Schwimmweste sorgt für mehr Sicherheit, ist jedoch kein Freifahrtschein für ungeeignete Gewässer oder mangelnde Kondition.
Und, selbst wenn man nicht in einen Notfall gerät, darf man den Komfort nicht vergessen. Wer schon einmal sein Board oder seinen Kite durchs Wasser gezogen hat oder bei starkem Wellengang versucht hat, ins Kanu zu kraxeln, weiß, wie anstrengend das ist. Da ist eine Auftriebsweste echt angenehm, da man viel Kraft beim Schwimmen spart.
Die gute Nachricht ist: Gerade für aktive Wassersportler haben die Sportausstatter in den letzten Jahren funktionale Westen entwickelt, die einem maximale Bewegungsfreiheit bieten. Für unseren Quickcheck haben wir 5 Modelle getestet.
Wasser Marsch: Schwimmwesten für Erwachsene im Test
Im Test kontrollieren wir zunächst Material, Verarbeitung und Verschlüsse. Dann beurteilen wir, wie schnell sich die Auftriebsweste anziehen lässt und wie gut wir sie anpassen können.
Wir überprüfen Passform und Bewegungsfreiheit auf einem SUP-Board und schauen, wie sicher die Westen beim Sprung ins Wasser sitzen. Im See schwimmen wir eine Runde und bewerten, ob die Auftriebsweste uns stört, ob sie nach oben rutscht und wie viel Wasser zwischen Weste und Körper durchströmt.
Natürlich untersuchen wir auch die Stärke des Auftriebs. Zuletzt müssen die Schwimmwesten zeigen, wie hilfreich sie beim Ziehen des Stand-up-Paddle-Boards im Wasser sind.
Secumar Jump

- Guter Auftrieb
- Gute Passform
- Angenehmes Material
- Praktische Brusttasche
- Reflektoren
- Dauert etwas länger beim Anziehen
Die Secumar Jump unterscheidet sich im Design etwas von den anderen Testmodellen. Diese Wassersportweste wird über den Kopf angezogen und hat einen seitlichen Reißverschluss. Zusätzlich wird sie mit einer Kordel, einer Klickschnalle und einem doppelseitigen Klett-Taillengurt zugemacht. Zugegeben, das ist etwas umständlich und dauert länger als bei Westen mit Frontreißverschluss, dafür sitzt die Schwimmweste aber wirklich optimal.
Ein weiteres tolles Extra ist die Reißverschlusstasche an der Brust. Die ist besonders beim Paddeln oder Segeln sehr praktisch. Pluspunkte gibt es auch für die großen Reflektoren.
Beim Paddeln auf dem SUP-Board trägt sich die Weste sehr angenehm. Das Mesh-Obermaterial aus Polyethylen auf der Innenseite reibt nicht auf der Haut, und die Weste lässt uns viel Bewegungsfreiheit. Beim Sprung in den See macht die Secumar Jump ihrem Namen alle Ehre. Sie sitzt fest und verrutscht nicht.
Sogar kurze Schwimmeinheiten funktionieren prima und die Weste schmiegt sich gut an. Auch als wir unser SUP-Board durch das Wasser ziehen, ist die Auftriebsweste eine gute Unterstützung. Für längere Schwimmstrecken halten wir sie jedoch für weniger geeignet, da wir den Auftrieb von 50 N hierfür als zu stark empfinden.
Die Secumar Jump ist eine vielseitige Schwimmweste für Wassersportler jeden Niveaus. Sie hat einen optimalen Sitz und praktische Extras. Allerdings ist sie etwas dicker als die meisten unserer Testmodelle.
Owntop Schwimmhilfe Erwachsene

- Reflektoren
- Abnehmbare Schrittgurte
- An Schulter anpassbar
- Schaumstoff entnehmbar
- Etwas umständlich anzuziehen
Die Owntop Schwimmhilfe Erwachsene ist das einzige unserer Testmodelle mit Schrittgurt. Der hat seine Vor- und Nachteile. Super ist, dass mit der zusätzlichen Befestigung zwischen den Beinen die Weste wirklich sitzt und nicht rutscht. Die Gurte sind verstellbar, jedoch sehr lang, so dass die Enden immer irgendwo herumbaumeln. Das stört uns etwas. Auch das Anziehen mit zwei Beinschlaufen gelingt nicht so schnell wie bei den anderen getesteten Schwimmwesten. Letztlich kann hier aber jeder selbst entscheiden, ob mit oder ohne Schrittgurt, denn man kann ihn ganz einfach abschnallen. Dafür gibt es von uns Punkte.
Ebenso darf sich dieses Modell völlig zu Recht »Schwimmhilfe« nennen. Die Weste hat einen Auftrieb von 50 Newton. Man kann jedoch von den jeweils drei Schaumstoffteilen an Brust und Rücken Elemente entfernen und so den Auftrieb individuell steuern. Das ist sinnvoll für Schwimmanfänger, die sich im See noch unsicher fühlen und so etwas Unterstützung bekommen, ohne zu viel Auftrieb zu haben.
Unter den Armen und am Bund hat die Schwimmweste einen Gummizug. Dennoch ist sie in Größe M/L an den Seiten recht weit und der Stoff schlägt Falten, wenn wir den Gurt zuziehen. Das stört uns jedoch kaum, da nichts reibt. Sehr praktisch ist, dass man die Auftriebsweste auch an den Schultern mit Gurten anpassen kann. Wir starten den Praxistest auf dem SUP-Board. Die Weste sitzt optimal und verrutscht nicht, und auch das Material trägt sich angenehm.
Wir wagen den Sprung ins kalte Seewasser und die Weste sitzt dank Schrittgurt wirklich fest. Nachdem wir einige Schaumstoffelemente entfernt haben, klappt das Schwimmen recht gut. Im Wasser empfinden wir die herumhängenden Schrittgurtenden auch nicht mehr so nervig. Wir ziehen unser SUP-Board einige Meter durch das Wasser. Die Weste bietet optimalen Auftrieb, und wir sind auch im Nu wieder auf das Brett gestiegen.
Die Owntop Schwimmhilfe Erwachsene punktet durch den abnehmbaren Schrittgurt und die herausnehmbaren Schaumstoffteile. Gerade für Schwimmanfänger ist dieses Modell eine gute und hochwertige Unterstützung.
Mesle Auftriebsweste Sportsman

- Angenehmes Material
- Guter Auftrieb
- Vordere Kanten überlappen sich leicht
Die Mesle Auftriebsweste Sportsman gibt es in drei Farbvarianten. Wir entscheiden uns für das Modell in Türkis und Hellgrün und freuen uns über das frische Design. Die Schwimmweste ist sehr gut verarbeitet und das Obermaterial aus Nylon trägt sich angenehm.
Die Auftriebsweste ist schnell angelegt und wird mit drei Schnallen befestigt. Die Gurte kann man individuell anpassen. Da es keinen Reißverschluss gibt, überlappen sich jedoch bei uns die vorderen Mitten etwas. Das drückt nicht, aber die Passform ist bei anderen Modellen besser.
Beim Stand-up-Paddling bietet die Schwimmweste ausreichend Bewegungsfreiheit. Ein Vorteil sind die offenen Seiten, da man so weniger schwitzt. Den Sprung ins Wasser bewältigt die Auftriebsweste ohne großes Verrutschen. Schwimmen klappt ganz gut, aber auch hier gibt es Modelle, die besser sitzen und weniger Wasser zwischen Körper und Weste durchströmen lassen.
Die Mesle Auftriebsweste Sportsman ist eine solide Wassersportweste mit gutem Auftrieb, die uns allerdings von der Passform nicht ganz überzeugt hat. Zudem vermissen wir Reflektoren.
Noard Schwimmweste Black Edition

- Reflektoren
- Trocknet schnell
- Guter Auftrieb
- Leicht
- Passform nicht optimal
- Rutscht beim Schwimmen nach oben
Die Noard Schwimmweste Black Edition ist mit nur 280 g (Testmodell Gr. M) extrem leicht, und das Obermaterial aus Polyester fühlt sich angenehm an. Die Schwimmweste verfügt über zwei rechteckige Reflektoren an der Schulter für mehr Sichtbarkeit im Dunkeln. Wir verschließen die Weste mit einem Front-Reißverschluss, zwei Kordeln und einem verstellbaren Taillengurt mit Schnalle. Die Gurtenden lassen sich gut in den Schlaufen verstauen, sodass sie nicht stören.
Bei Größe M – empfohlen für ein Gewicht zwischen 50 und 70 Kilogramm – ist die Auftriebsweste unserer normalgewichtigen Autorin trotz Gürtel etwas zu weit. Das merkt man beim Paddeln, da sie nicht optimal sitzt und uns der Tragekomfort nicht überzeugt.
Auch im See punktet diese Schwimmweste bei uns nicht. Sie rutscht nach oben und lässt viel Wasser zwischen Körper und Weste durchströmen. Definitiv kein geeigneter Kandidat zum Schwimmen. Der Auftrieb ist mit 45 Newton etwas geringer als bei anderen Modellen, aber wir empfinden ihn als ausreichend und er entspricht der DIN-Norm. Punkte sammelt die Schwimmweste am Ufer, denn sie trocknet sehr schnell.
Dennoch hat uns die Schwimmweste Black Edition von Noard im Gesamtergebnis nicht ganz überzeugt, da andere Testmodelle einfach eine bessere Passform haben und mehr Bewegungsfreiheit bieten.
Leader Accessories Schwimmhilfe Erwachsene

- Reflektoren
- Trocknet schnell
- Leicht
- Günstig
- Passform nicht optimal
- Rutscht beim Schwimmen nach oben
- Reflektoren sind aufgeklebt
Die Leader Accessories Schwimmhilfe Erwachsene hat mit 45 Newton bei Größe M einen etwas geringeren Auftrieb als die meisten unserer anderen Testmodelle. Positiv bewerten wir die zwei großen Reflektoren auf der Schulter.
Die Weste lässt sich dank des Frontreißverschlusses schnell anziehen. Allerdings finden wir das Verknoten der Kordeln an Brust und Hüfte etwas umständlich. Zuletzt gibt es noch einen Taillengurt mit Schnalle zum Anpassen.
Dennoch: Die Schwimmweste sitzt nicht optimal und ist zu weit. Beim Paddeln auf dem SUP-Board fühlt sie sich sperrig an. Als wir ins Wasser springen, sitzt sie nicht fest, und beim Schwimmen rutscht sie uns zu den Ohren. Zumindest fällt unserer Autorin die etwas geringere Auftriebskraft beim Praxistest nicht auf.
Die Schwimmhilfe von Leader Accessories gehört zwar zu den günstigeren Testmodellen, aber insgesamt haben uns die anderen Schwimmwesten besser gefallen.
Fazit
Ob See, Fluss oder Meer – Wasser ist unberechenbar und die Wetterbedingungen können sich schnell ändern. Daher macht eine Wassersportweste beim Paddeln, Kajak- und Kanufahren sowie Stand-up-Paddling durchaus Sinn. Sie gibt mehr Sicherheit und unterstützt beim Schwimmen, wenn man ins Wasser stürzt. Dafür finden wir die Securmar Jump am besten geeignet. Sie ist zwar etwas umständlich anzuziehen, sitzt aber dank der vielen Verschlüsse wirklich gut und gibt ausreichend Bewegungsfreiheit.
Wer in erster Linie eine Schwimmunterstützung sucht, trifft mit der Owntop Schwimmhilfe eine gute Wahl. Bei diesem Modell sind einzelne Schaumstoffteile herausnehmbar. So kann man den Auftrieb nach und nach verringern und sich langsam an das freie Schwimmen herantasten. Zudem verrutscht die Schwimmweste dank der Schrittgurte nicht.

Wer es unter den Armen etwas luftiger mag, der sollte sich die Mesle Auftriebsweste Sportsman genauer anschauen. Sie ist seitlich offen, Vorder- und Rückenteil werden durch die drei Gurte verbunden. Die Schwimmhilfe von Leader Accessories und die Noard Schwimmweste Black Edition finden wir sehr ähnlich – optisch wie in der Anwendung, obwohl die Noard 25 Gramm leichter ist und etwas hochwertiger verarbeitet. Beide Modelle tragen sich angenehm, haben aber keine optimale Passform, da die Auftriebswesten im Wasser stark nach oben rutschen.
Egal, für welches Modell man sich entscheidet: Jede Schwimmweste ist besser als keine. Ebenso ist eine Auftriebsweste super, wenn man als Schwimmer nicht so geübt ist und ein paar Züge im See schwimmen will. So ermüdet man anfangs nicht so schnell und bekommt schrittweise mehr Sicherheit.
Wer als Erwachsener eine Unterstützung sucht, um schwimmen zu lernen, sollte unserer Ansicht nach auf ein anderes Hilfsmittel zurückgreifen. Hier ist der Name „Schwimmweste“ etwas trügerisch, denn zum wirklichen Schwimmen eignet sich von unseren getesteten Modellen allenfalls die Owntop Schwimmhilfe. Bei allen anderen zieht es den Oberkörper unserer normalgewichtigen Autorin zu weit nach oben, was eine optimale Körperhaltung beim Schwimmen verhindert.
Vergleichstabelle
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- Guter Auftrieb
- Gute Passform
- Angenehmes Material
- Praktische Brusttasche
- Reflektoren
- Dauert etwas länger beim Anziehen

- Reflektoren
- Abnehmbare Schrittgurte
- An Schulter anpassbar
- Schaumstoff entnehmbar
- Etwas umständlich anzuziehen

- Angenehmes Material
- Guter Auftrieb
- Vordere Kanten überlappen sich leicht

- Reflektoren
- Trocknet schnell
- Guter Auftrieb
- Leicht
- Passform nicht optimal
- Rutscht beim Schwimmen nach oben

- Reflektoren
- Trocknet schnell
- Leicht
- Günstig
- Passform nicht optimal
- Rutscht beim Schwimmen nach oben
- Reflektoren sind aufgeklebt
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Was ist der Unterschied zwischen einer Schwimm- und einer Rettungsweste?
Kurz gesagt: Die Schwimmweste unterstützt beim Schwimmen, die Rettungsweste rettet Leben. Eine Schwimmweste gibt dem Sportler im Wasser Auftrieb, während eine Rettungsweste im Notfall auch Nichtschwimmer vor dem Ertrinken schützt.
Dabei hat eine Schwimmweste meist einen Auftrieb von etwa 50 Newton, was die Person an der Oberfläche hält. Sie bietet Bewegungsfreiheit und eignet sich daher gut für Wassersportarten wie Kajak- und Kanufahren, Stand-up-Paddling oder Segeln in ruhigen Binnengewässern.
Eine Rettungsweste hat einen Auftrieb zwischen 100 und 275 Newton. Sie ist so konzipiert, dass man sich – selbst ohne Bewusstsein – automatisch in die Rückenlage dreht. Dadurch zeigt das Gesicht nach oben und man kann frei atmen. Zusätzlich sind Rettungswesten in der Regel mit einer Signalpfeife, einem Kragen und einer automatischen Aufblasfunktion ausgestattet.
Nach der internationalen Norm DIN EN ISO 12402 werden Schwimm- und Rettungswesten in vier Kategorien unterteilt:
- 50 Newton / Klasse 50: Schwimmweste für Schwimmer in geschützten Wasserbereichen, dreht den Körper nicht in Rückenlage, nicht ohnmachtssicher.
- 100 Newton / Klasse 100: Klassische Rettungsweste für Nichtschwimmer in ruhigem Gewässer, dreht den Körper in Rückenlage, bedingt ohnmachtssicher.
- 150 Newton / Klasse 150: Standard-Rettungsweste für Küstengewässer und Seen, dreht den Körper in Rückenlage, ohnmachtssicher.
- 275 Newton / Klasse 275: Hochsee- und Offshore-Weste für extreme Bedingungen, dreht den Körper in Rückenlage, ohnmachtssicher.
Woraus besteht eine Schwimmweste?
Man unterscheidet zwischen aufblasbaren Automatikwesten, bei denen eine Luftkammer den Auftrieb gibt, und Feststoffwesten, die mit einem wasserresistenten Schaum gefüllt sind. Beim Obermaterial werden meist Nylon, Neopren oder Polyester verwendet. Neopren hat den Vorteil, dass es wärmt und nah am Körper anliegt. Allerdings saugen sich Neoprenwesten auch mehr mit Wasser voll und brauchen länger zum Trocknen als die Modelle aus Nylon oder Polyester.
Worauf muss ich beim Kauf einer Schwimmweste achten?
Grundvoraussetzung für eine Schwimmweste ist, dass sie der internationalen DIN EN ISO 12402-5-Norm entspricht. Das heißt, Material und Funktion werden nach definierten Richtlinien geprüft und entsprechen den Mindestanforderungen, um eine Person beim Schwimmen unterstützen zu können.
Man sollte die Wassersportweste zudem vor dem Kauf unbedingt anprobieren und unterschiedliche Bewegungen ausführen. So sieht man, ob die Weste gut anliegt, irgendwo drückt oder in Aktion verrutscht. Hier sollte man sich Zeit nehmen, denn nichts nervt beim Paddeln oder Schwimmen mehr, als eine Weste, die nicht richtig sitzt.






































