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Werksschließung in Bochum : Nokia-Mitarbeiter können auf EU-Hilfen hoffen

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„Ich verstehe die Betroffenheit der Menschen in Bochum” Bild: AP

Die geplante Schließung des Bochumer Nokia-Werkes hat erste Auswirkungen: Die ersten der rund 1000 Leiharbeiter haben von ihren Firmen schon die Kündigung erhalten. EU-Kommissionspräsident Barroso hat unterdessen Hilfen aus dem Sozialfonds angekündigt, um Härten abzufedern.

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          Die von Arbeitslosigkeit bedrohten Beschäftigten des Bochumer Nokia-Werks können möglicherweise auf EU-Hilfen hoffen. Unterstützung mit Mitteln aus dem EU-Sozialfonds scheinen nach Aussage des EU-Kommissionspräsidenten Jose Manuel Barroso wahrscheinlich.

          „Ich verstehe die Betroffenheit der Menschen in Bochum“, sagte Barroso der Zeitschrift „Wirtschaftswoche“.„Gerade weil wir auch um die Härten von Veränderungsprozessen wissen, stehen unser Sozial- und unser Globalisierungsfonds in Fällen zur Verfügung, in denen die Mitgliedstaaten solche Veränderungen nicht allein auffangen können.“

          Erste Kündigungen

          Nach der angekündigten Schließung des Bochumer Nokia Werks hat es erste Kündigungen für in der Produktion beschäftigte Mitarbeiter von Zeitarbeitsfirmen gegeben. Das bestätigte eine Sprecherin der Zeitarbeitsfirma Randstadt am Samstag in Eschborn bei Frankfurt nach einem Bericht der „Westfälischen Rundschau“.

          Blicken in eine ungewisse Zukunft: Mitarbeiter des Nokia-Werkes in Bochum
          Blicken in eine ungewisse Zukunft: Mitarbeiter des Nokia-Werkes in Bochum : Bild: AP

          Dabei handele es sich bislang jedoch um Einzelfälle von Mitarbeitern, deren Verträge nach Auslaufen der Probezeit nicht verlängert worden seien, hieß es. Für die große Mehrheit der bei Nokia beschäftigten rund 550 Mitarbeiter des Unternehmens werde derzeit nach einer Alternative gesucht. „Wir versuchen alles, um die Mitarbeiter in anderen Unternehmen unterzubringen“, sagte die Sprecherin. Dabei werde auch geprüft, ob die Beschäftigten auch an anderen Orten als Bochum einsetzbar seien.

          Auch bei der Zeitarbeitsfirma Adecco, die nach eigenen Angaben rund 500 Mitarbeiter in dem Nokia-Werk beschäftigt, stehen in den kommenden Tagen erste Kündigungen bevor. Damit werde Anfang kommender Woche gerechnet, sagte eine Unternehmenssprecherin am Samstag in Fulda. Auch Adecco werde jedoch alles unternehmen, um möglichst viele der Betroffenen in anderen Unternehmen unterzubringen.

          Beck und Kuhn wollen Nokia boykottieren

          Nokia hatte am Dienstag mitgeteilt, seine Handyproduktion in Deutschland einzustellen und den Standort Bochum bis Mitte 2008 zu schließen. Rund 2300 Beschäftigte sind betroffen, zudem sind bis zu 2000 Stellen bei Zulieferern und Leiharbeitern in Gefahr.

          Unterdessen haben der SPD-Vorsitzende Kurt Beck und Grünen-Fraktionschef Fritz Kuhn indirekt zum Boykott des finnischen Handyherstellers aufgerufen. „Es ist nicht meine Art, zum Warenboykott aufzurufen. Aber für mich - und vielen Deutschen geht es sicher ähnlich - hat der Name Nokia seit dieser Woche keinen guten Klang mehr. Mir persönlich kommt kein Nokia-Handy mehr ins Haus“, sagte Beck der Zeitung „Bild am Sonntag“.

          Kuhn sagte im Bremer „Kurier am Sonntag“: „Jeder muss überlegen, ob er Produkte solcher Firmen noch kauft.“ Beck sagt, er wolle beim Telefonieren nicht ständig an dieses „unglaubliche Ärgernis“ erinnert werden. „Wir alle können gemeinsam deutlich machen, dass wir uns nicht vorführen lassen. Deutschland hat 82 Millionen Verbraucher.“ Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU) und SPD-Fraktionschef Peter Struck haben aus Protest gegen die Werksschließung ihre Nokia-Handys bereits abgegeben. (Siehe auch:Politiker wollen Nokia boykottieren)

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