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Wasalauf in Schweden : Ein Marathon voller schrulliger Traditionen

Noch zwei Jahre – dann wird der Wasalauf hundert Jahre alt. Bild: Reuters

Jahr für Jahr quälen sich Tausende Sportler neunzig Kilometer durch die Einöde Schwedens beim weltberühmten Wasalauf. Und ein ganzes Volk schaut ihnen dabei zu. Dabei entsteht manche schöne Geschichte.

          4 Min.

          Wer Skilanglauf liebt, der schwärmt gewöhnlich von der Stille im Schnee, von der meditativen Einsamkeit der Loipe. Und von einem schwedischen Großereignis, bei dem all das nur eine untergeordnete Rolle spielt. Der Wasalauf ist nicht nur für Winter-Breitensportler das Traumziel, er ist auch für Profis eine Herausforderung: Neunzig Kilometer bergauf, bergab durch die schwedische Einöde im Landesinneren, im klassischen Stil von der winzigen Siedlung Sälen durch die Wälder und über die Heide zum Dörfchen Mora, zusammen mit knapp 16.000 anderen Langläufern, die extra aus aller Welt angereist sind. Der Wasalauf bringt die Teilnehmer an die Grenzen der Belastbarkeit und steckt gleichzeitig voller schrulliger Traditionen.

          Sebastian Balzter

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          An diesem Sonntag fällt um 8.00 Uhr das Signal zum Massenstart in Sälen. Dann beginnt die 96. Ausgabe des Ski-Marathons. Seit 1922 gibt es den Wasalauf, ein Zeitungsredakteur aus Mora rief ihn damals ins Leben. Zur ersten Auflage traten 119 Langläufer an. Heute sind im Startfeld fünfzig Parallel-Loipen gespurt, um alle 16.000 Läufer aufzunehmen. Rund vier Stunden brauchen die Schnellsten für die Strecke. Die bisherige Bestzeit liegt bei 3:38 Stunden. Aber auch sechs, acht oder zehn Stunden sind eine respektable Leistung.

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