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Telekommunikation : Benq-Gespräche ergebnislos unterbrochen

  • Aktualisiert am

Gespräche mit dem Interessenten haben begonnen Bild: AP

Am Montag ist in Düsseldorf eine Gesprächsrunde mit einer deutsch-amerikanischen Investorengruppe für Benq Mobile ohne Ergebnis unterbrochen worden. Es sollen aber weitere Verhandlungen mit den Interessenten folgen.

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          Die Gespräche zu Rettungsmöglichkeiten für rund 800 Jobs des insolventen Handyherstellers Benq Mobile sind am Montag ohne endgültiges Ergebnis unterbrochen worden. Es sollen aber weitere Verhandlungen mit der deutsch-amerikanischen Investorengruppe folgen, die Interesse an einer Übernahme von Teilen des Unternehmens bekundet hatte, wie Matthias Jena von der IG Metall Bayern am Montag nach vierstündigen Diskussionen in Düsseldorf sagte.

          Es gebe noch eine kleine Hoffnung, die Rettung werde jedoch mit zunehmender Zeit schwieriger, sage Jena. Die Interessenten hätten ein Geschäftsmodell vorgestellt, in dem noch einige Punkte zu klären seien.

          Zurückhaltung von NRW und Bayern

          Nordrhein-Westfalen und Bayern hatten sich im Vorfeld der Gespräche mit Zusagen an potenzielle Investoren vorerst zurückgehalten. Allerdings sei eine kostenlose Beschäftigung der Mitarbeiter zur Rettung des Unternehmens „nicht vorstellbar“, sagte die nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerin Christa Thoben am Montag.

          Wer genau hinter der Interessentengruppe steht, war am Montag nachmittag weiterhin offen. Hansjörg Beha, Vertreter der SF Capital Partners, wollte sich nicht zu Details oder Mitgliedern der Gruppe äußern.

          Keine Festlegungen und Zusagen

          Sie habe bislang keine direkten Informationen von den Bietern erhalten und wisse über deren Pläne nur aus der Zeitung, sagte die CDU-Politikerin Thoben vor der Gesprächsrunde in der ARD. Daher habe sie die Investorengruppe zu einem Runden Tisch eingeladen, um deren Konzept für einen Einstieg bei Benq Mobile kennen zu lernen. Dann werde geprüft, „was machbar ist und was nicht“ und ob ein echtes Interesse einschließlich Finanzierungsmodell bestehe, betonte Thoben. Danach werde auch die Frage möglicher Landesbürgschaften geklärt.

          Voreilige Festlegungen oder Zusagen werde es nicht geben. Auch der bayerische Wirtschaftsminister Erwin Huber warnte die Investoren vor unrealistischen Forderungen. „Wenn einer mit null Kapital kommt und erwartet, dass die öffentliche Hand die Erhaltung finanziert, ist das außerhalb der Realität. Schnäppchenjäger, die schnell ein paar Gewinne machen, ausbeuten und ausschlachten wollen, haben keine Chance“, sagte der CSU-Politiker der „Abendzeitung“ (Montagausgabe).

          Investorengruppe noch immer anonym

          Medienberichten zufolge fordert die bislang anonyme Investorengruppe Bürgschaften über insgesamt 100 Millionen Euro. „Prinzipiell sind wir dazu bereit, die gesetzlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, wenn es in München zu einer Fortführung kommt“, fügte Huber hinzu. Die Länder fordern zudem, die Bieter sollen ihre Identität, ihr Finanzierungskonzept und ihr künftiges Geschäftsmodell offen legen.

          Verhandlungskreisen zufolge will die Interessentengruppe 800 ehemalige Angestellte der Firma für mehrere Monate an ihren Arbeitsplatz zurückholen. Gehälter wolle der neue Eigentümer so lange aber nicht zahlen. Die Mitarbeiter sollen demnach in dieser Zeit von der Auffanggesellschaft bezahlt werden, die vorwiegend von Siemens und der Bundesagentur für Arbeit finanziert wird. Eingeladen zu dem Gespräch bei Thoben sind Mitarbeiter der bayerischen Staatsregierung, die Investorengruppe und deren Finanzierungspartner, der Insolvenzverwalter, Arbeitnehmervertreter und Verantwortliche des einstigen Benq-Mobile-Besitzers Siemens.

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