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: "Danke Deutschland für die Unterstützung"

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"Vor zehn Jahren erlebten die Vereinigten Staaten die tödlichste Attacke, die es auf amerikanischem Boden je gegeben hatte. Als amerikanischer Generalkonsul in Frankfurt, der ich damals war, begriff ich sehr schnell, dass wir dieser Tragödie nicht allein gegenüberstanden.

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          "Vor zehn Jahren erlebten die Vereinigten Staaten die tödlichste Attacke, die es auf amerikanischem Boden je gegeben hatte. Als amerikanischer Generalkonsul in Frankfurt, der ich damals war, begriff ich sehr schnell, dass wir dieser Tragödie nicht allein gegenüberstanden. Die überwältigende Unterstützung und Solidarität der Deutschen ließen mich die Bedeutung des Wortes "Beileid" erst richtig verstehen. Überall im Konsulargebiet - Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Saarland - waren die Menschen tief geschockt und brachten zu Tausenden ihre Anteilnahme zum Ausdruck. Meine Kollegen und ich waren tief bewegt und dankbar für diese unmittelbare und bleibende Bekundung von Mitgefühl und Unterstützung.

          In den vier Jahrzehnten, in denen ich als Student, Soldat, Diplomat und Geschäftsmann immer wieder in Deutschland war, habe ich erlebt, wie belastbar und tief die deutsch-amerikanische Freundschaft ist. Sie wurde mitunter auf harte Proben gestellt, am 11. September 2001 aber verblassten alle Meinungsverschiedenheiten.

          Über Nacht bekamen wir einen kleinen Berg von Blumen vor die Tore unseres Generalkonsulats an der Siesmeyerstraße im Frankfurter Westend gelegt. Und in den Wochen und Monaten nach der Tragödie brachten viele deutsche Politiker, Geschäftsleute und Personen des öffentlichen Lebens mit Briefen und persönlichen Besuchen ihre Anteilnahme zum Ausdruck. Viele Amerikaner berichteten davon, dass Deutsche auf den Straßen und in Geschäften auf sie zutraten, um ihr Mitgefühl auszudrücken. Feuerwehrleute und Polizisten in vielen Kommunen sammelten mehr als eine Million Dollar, die vom Generalkonsulat an die Familien der in New York getöteten Helfer weitergeleitet wurden. Ich bekam zahlreiche Kondolenzbücher mit Tausenden von Unterschriften von Bürgermeistern und Gemeindevertretern überreicht. Und auch in der deutschen Wirtschaft war der Geist der Unterstützung aufrichtig und tiefgreifend. Ganz im Stillen schufen Banken und Unternehmen einen Fonds, der es ermöglichte, die Familien der Terroropfer für zwei Wochen nach Deutschland zu bringen. Schon bald konnten wir am Frankfurter Flughafen die Angehörigen zu einem Besuch begrüßen, der ihnen in Zeiten der Trauer und des Verlustes ein wenig Freude und Fröhlichkeit geben sollte.

          Lassen Sie uns heute feierlich des Schicksals der vielen tausend Toten und des Schmerzes ihrer Familien und Freunde gedenken. Aber lassen Sie uns auch an die tiefe deutsch-amerikanische Freundschaft und das alte Sprichwort denken: In schweren Zeiten erkennst du schnell, wer deine wahren Freunde sind. Ich persönlich habe das in den Tagen nach dem 11. September 2001 überdeutlich gespürt. Im Namen aller Amerikaner, die vor zehn Jahren im Generalkonsulat in Frankfurt waren, sage ich: "Danke für Ihr Beileid."

          Edward O'Donnell war von 1999 bis 2002 Generalkonsul der Vereinigten Staaten in Frankfurt.

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