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: Es könnte die Perle der Karibik sein - aber es

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Als Kolumbus am Weihnachtsmorgen des Jahres 1492 die Nordküste von Hispaniola betrat, tat er es nicht, um die Insel für die spanische Krone in Besitz zu nehmen. Er war vielmehr in höchster Not. Das Flaggschiff seiner ersten Reise ...

          Als Kolumbus am Weihnachtsmorgen des Jahres 1492 die Nordküste von Hispaniola betrat, tat er es nicht, um die Insel für die spanische Krone in Besitz zu nehmen. Er war vielmehr in höchster Not. Das Flaggschiff seiner ersten Reise in die Neue Welt, die nur 21 Meter lange Karacke "Santa Maria", war auf ein Riff gelaufen und irreparabel leckgeschlagen. Ihre Besatzung fand aber für die Rückfahrt nach Spanien keinen Platz auf der "Niña", dem zweiten, kleineren Schiff der Flotilla. So verhandelte Kolumbus an diesem Weihnachtstag mit den indigenen Einwohnern und erhielt die Erlaubnis, 39 Mann auf der Insel zurücklassen zu dürfen. Aus den Trümmern der "Santa Maria" baute die Mannschaft notdürftig das Fort La Navidad - die erste Siedlung von Europäern in Amerika. Bevor er auf der "Niña" in Richtung Heimat in See stach, versprach Kolumbus seinen Männern, so schnell wie möglich zurückzukehren und sie abzuholen. Als er dann elf Monate später tatsächlich wiederkam, lag das Fort in Schutt und Asche, und er fand die Leichen von elf seiner Männer in einem flachen Grab. Von den anderen fehlte jede Spur. La Navidad lag im heutigen Haiti, unweit der Hafenstadt Cap-Haïtien.

          Auf den ersten Blick scheint der westliche Teil Hispaniolas wie dazu geschaffen, die Perle der Karibik zu sein. Der Nordostpassat sorgt dafür, dass das Klima in weiten Teilen des Landes das ganze Jahr über warm und angenehm ist. Die Landschaft mit ihren flachen Ebenen ist äußerst fruchtbar, hier können Zuckerrohr und Baumwolle gedeihen. An den Berghängen lassen sich Kaffee und Kakao anbauen, in größeren Höhen sollte tropischer Regenwald üppig gedeihen. Während der französischen Kolonialherrschaft exportierten die großen Plantagen auch tatsächlich viele tropische Produkte nach Europa. Mit der Unabhängigkeit im Jahre 1804 ging aber auch eine Landreform einher. Die Ländereien der Franzosen wurden parzelliert und an die einstigen schwarzen Sklaven verteilt. Diese produzierten hauptsächlich nur noch für den Eigenbedarf. Die Erbfolge sorgte dann dafür, dass die Parzellen immer noch kleiner wurden.

          Wer mehr Land wollte, begann den Regenwald abzuholzen, aber ohne Dünger und intensive Pflege gaben die dadurch gewonnenen Agrarflächen bald auch nichts mehr her. Die zum Teil recht starken Tropenregen haben inzwischen allen Boden auf den Höhenzügen unwiederbringlich weggespült. Das führte auch zu starker Erosion auf den landwirtschaftlichen Anbauflächen an den unteren Berghängen, was den Ackerbau dort nahezu unmöglich machte. Heute geht kaum noch jemand auf die Felder. Für eine grundlegende Landreform fehlte in den ständigen politischen Wirren, in deren Strudel das Land seit seiner Unabhängigkeit steckt, jedoch der politische Wille.

          Wegen der fehlenden Wälder führt heute fast jeder Starkregen zu schweren Überschwemmungen, nach Hurrikanen versinken oft ganze Städte. So starben im Jahr 2004 bei Überflutungen mehr als 2000 Menschen, knapp eine Viertelmillion Einwohner wurden obdachlos. Gewiss führen Beben der Magnitude 7 auch anderswo zu erheblichen Schäden. So starben im Oktober 1989 bei einem Erdbeben dieser Stärke im Großraum San Francisco 63 Menschen, an fast 15 000 Wohn- und Geschäftshäusern gab es zum Teil erhebliche Schäden. In der japanischen Hafenstadt Kobe kamen im Jahre 1995 bei einem ähnlich starken Beben 6000 Menschen um, und die Höhe der Sachschäden wurde mit 100 Milliarden Dollar angegeben.

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