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HERZBLATT-GESCHICHTEN : When Harry met Pippa

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Was ist denn da wieder los? Fast alle Blätter haben diese Woche die britischen Royals auf dem Titel. Bei denen überschlagen sich nämlich die Ereignisse. "Prinz Harry & Kates Schwester - Ihr Liebes-Geheimnis", trompetet Das Neue ...

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          Was ist denn da wieder los? Fast alle Blätter haben diese Woche die britischen Royals auf dem Titel. Bei denen überschlagen sich nämlich die Ereignisse. "Prinz Harry & Kates Schwester - Ihr Liebes-Geheimnis", trompetet Das Neue Blatt und verspricht "Sensationelle Fotos! Pikante Details!" Da alle anderen Archivbilder sind, muss es sich bei den sensationellen Fotos um zwei Aufnahmen des Londoner Pubs "Troubadour" handeln, wo sich das Paar laut Neuem Blatt auf der Terrasse geküsst hat. Ein sehr kleines, sehr unscharfes Foto zeigt dann auch diese Terrasse, allerdings meinen wir an einem Tisch nur zwei blonde Frauen, am anderen ein älteres Paar zu erkennen. Ob sich Harry und Pippa wohl getarnt haben?

          Neue Welt aber weiß noch mehr: "Die Sensation aus England - Harry & Pippa - Hochzeit im nächsten Jahr", verkündet sie. Seltsam nur die Abwesenheit sämtlicher Quellen, die üblicherweise in solchen Fällen angeführt werden: der "Hofangestellte", der "Vertraute", der "beste Freund", alle stets namenlos. Da scheint die Story des Goldenen Blatts ungleich härter: "William & Kate - Hurra, ein Baby!" Hier taucht nicht nur das obligatorische royale Auto auf, das vor der Frauenarztpraxis parkt, sondern auch eine wichtige Zeugin: "Ihre Freundin" - hat Kate nur eine? - "erzählte: ,Ich darf nur so viel verraten: Catherine freut sich riesig auf ihr Mutterglück.'" Fast schon zu dick trägt das Blatt auf, indem es auch noch den Trumpf des Butlers ausspielt, der von einem Treffen Williams und Kates mit Charles und Camilla berichtet: "Ich hörte, wie Charles den Toast aussprach: ,Auf die werdende Mutter'", so der aufmerksame Angestellte. Der erlauschte Trinkspruch ist indes mit Vorsicht zu genießen: Womöglich war gar nicht Kate, sondern Camilla gemeint.

          Schon ein Kind bekommen, und zwar von Arnold Schwarzenegger, hat Patty Baena, 50, sein ehemaliges Hausmädchen, die in Bunte über ihre Strategie berichtet, Außenstehenden die Ähnlichkeit des Knaben mit ihrem Chef zu erklären: "Ich behauptete, ein österreichischer Freund Arnolds sei zu Besuch gewesen, und der sei der Vater." Heißt das, dass für Amerikaner, ähnlich wie für viele Westler die Asiaten, alle Österreicher gleich aussehen? Schwanger sein soll ja auch Fritz Weppers Freundin Susanne Kellermann, was Aktuelle-Leser André Seiffert veranlasst, allen Beteiligten mal ordentlich die Leviten zu lesen. Frau Kellermann sei ihm "überhaupt nicht sympathisch", Frau Wepper aber auch nicht: "Da lobe ich mir Uschi Glas, obwohl", natürlich, "ich sie nicht mag", aber "sie hat sofort die Konsequenzen gezogen". Frau Wepper schreibt Herr Seiffert noch ins Stammbuch: "Gegen die junge und attraktive Frau Kellermann kommen Sie nun mal nicht an." Doch auch ermunternde Worte hat er parat: "Wie wäre es mit einer sozialnützlichen Tätigkeit, dann kämen Sie auf andere Gedanken."

          Klare Worte übers weibliche Geschlecht findet auch Schauspieler Henning Baum, der auf die Bild-Frage "Sind Sie schon mal von einer Frau aufgefordert worden, sich die Brust zu rasieren?" entgegnet: "Wenn mich jemand so was fragt, haue ich ihm eine rein." Gut, dass Bild keine Frau zum Gespräch geschickt hat, sondern einen Mann.

          "Stephanie und Karl-Theodor zu Guttenberg - Wir stellen klar! Nicht getrennt!", meldet derweil Die Aktuelle auf ihrer Titelseite und dementiert damit eine Schlagzeile der - Aktuellen. "Stephanie zu Guttenberg - Glücklich getrennt!", hatte das Blatt jüngst gedichtet, weil Stephanie ab und an alleine (also "getrennt" vom Gatten) auftrat, und weil das grober Unfug war, stellen "wir" es nun klar. Wobei "wir" im Grunde heißt: Die Aktuelle, Guttenberg und sein Anwalt. Da scheint es sicherer, sich wie 7 Tage um älteren, längst dahingeschiedenen Adel zu kümmern. "Er wurde zwischen zwei Frauen zerrieben", schreibt das Heft über George III. von Großbritannien und Irland, und das scheint uns doch mal eine recht reizvolle Todesart zu sein.

          Was aber, Donna Karan, haben Sie nur angestellt, dass Sie auf dem Bunte-Foto mit 62 Jahren jünger aussehen als Ihre 36 Jahre alte Tochter? Wollen Sie etwa, dass das arme Kind Komplexe bekommt? Verdächtig faltenfrei ist auch Costa Cordalis (67). "Die beiden singen und bewegen sich schon zu meinem Hit ,Anita'. Sie sind sehr musikalisch", erzählt Cordalis dem Goldenen Blatt über seine Enkeltöchter. Das ist klasse, Cordalis, dass die Mädels mit sieben Monaten bereits singen können, andererseits deutet das Mitwippen bei "Anita" nicht unbedingt auf hohe Musikalität. Auf einem Foto, auf dem Costa mit Gitarre posiert (Bildtext: "Schön: Wenn Opa musiziert, dann freuen sich die Babys"), schaut eines der Kinder übrigens teilnahmslos, während das andere uns eher zu weinen als zu lachen scheint.

          Auch nicht besser als Opas Geschichten sind "Omas Tipps" im Goldenen Blatt. "Abfluss verstopft? Probieren Sie mal das: Kochend heißes Kartoffelwasser in den Abfluss gießen", lesen wir dort. Wir haben es ausprobiert, und nun ist der Abfluss verstopfter denn je. Wie kriegen wir bloß die blöde Kartoffel da wieder raus?

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