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Gleicher Lohn für alle : „So eine Art kategorischer Imperativ“

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Jeder kann und muss sich ausprobieren

Dafür ist Talentmix gefragt, jeder kann und muss sich ausprobieren. Die meisten Mitarbeiter bei CPP beherrschen zumindest zwei Arbeitsbereiche: Der Kameramann kann auch den Videoschnitt übernehmen, der Anwendungsprogrammierer kennt sich mit 3D- Grafiken aus. Peter Mielke, 48 Jahre alt, hat beispielsweise vor neun Jahren als Texter angefangen, dann Regie geführt, inzwischen sitzt er in der Verwaltung. Oliver Salzburg ist 24 Jahre alt, ehemaliger Fachinformatik-Azubi und derzeit Programmierer. Bei einem seiner ersten Events mit der Firma fehlte ein Kameramann. Da habe ihm einfach einer die Kamera in die Hand gedrückt und gesagt: "Das macht jetzt mal der Oli." Auch Mielke, der die Firma als "ganz eigenes Biotop" bezeichnet, weiß, dass er sich jederzeit in die Tontechnik einarbeiten darf, wenn er denn will: "Dadurch, dass solche Experimente unheimlich oft gut und fast nie schlecht ausgehen, verliert man im Lauf der Zeit die Berührungsängste. Man traut sich's einfach." Der gleiche Lohn ist für die beiden kein großes Thema ("über diese Frage habe ich jahrelang nicht nachgedacht"), sondern eher die angenehme Arbeitsatmosphäre.

Duz-Pflicht und keine festen Arbeitszeiten

In der Firma herrscht Duz-Pflicht. Wer das geräumige ehemalige Fabrikgebäude mit Klinkerwänden betritt, sieht als Erstes einen Billardtisch und die Küchenzeile. Ein paar Männer sitzen am Tisch und essen Nudeln. "Will einer Nachtisch?", fragt ihr Kollege und hält eine Packung Muffins hoch. Im Lager hängt ein Boxsack, daneben stehen Gitarren und Verstärker. Das virtuelle Studio mit dem blauen Halbrund ist gerade leer, in der Tontechnik lacht ein Mitarbeiter über die russische Synchronisation eines Werbevideos. Jeder Kollege, der gerade vorbeiläuft, muss kurz reinkommen und sich das ansehen. Im Großraumbüro, genannt "Kopfwerkstatt", stehen die Schreibtische dicht beieinander. Drei Mitarbeiter beugen sich über einen Flachbildschirm und begutachten eine Grafik, ein anderer flitzt mit einem Tretroller durch den langgestreckten Raum. Zwischen Grünpflanzen und Überraschungsei-Figuren herrscht ein gemütlich-kreatives Chaos. Die Chefs mittendrin; ein eigenes Büro hat keiner von ihnen. Feste Arbeitszeiten gibt es auch nicht: Von 11 bis 16 Uhr ist zwar "Kernzeit", aber auch daran halten sich längst nicht alle. Der Administrator sei ein Nachtmensch und komme selten vor 14 Uhr ins Büro, heißt es. Wenn eine wichtige Produktion ansteht, wird manchmal auch rund um die Uhr gearbeitet - das Klappbett im Kino steht dort nicht zur Dekoration.

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