https://www.faz.net/-gmg-u5v3

Energiesparen (3) : Das Auto

  • Aktualisiert am

Nicht übermäßig auf die Tube drücken Bild: picture-alliance/ dpa

Eine zurückhaltende Fahrweise, das Auto auch mal stehen lassen und Spritschlucker gar nicht erst kaufen. Auch als Autofahrer lässt sich einiges zum Klimaschutz beisteuern. Vielleicht sogar mehr, als so mancher sich denken mag.

          Eine zurückhaltende Fahrweise, das Auto auch mal stehen lassen und Spritschlucker gar nicht erst kaufen. Auch als Autofahrer lässt sich einiges zum Klimaschutz beisteuern. Vielleicht sogar mehr, als so mancher sich denken mag.

          Gemäßigt fahren

          Ohne Geld zu investieren, lässt sich schon durch eine zurückhaltendere Fahrweise Gutes fürs Klima tun. Nach Berechnungen des ADAC lassen sich allein dadurch zehn bis zwanzig Prozent Sprit einsparen. Wer eine Tankfüllung im Monat braucht und dafür 700 Euro im Jahr ausgibt, kann also bis zu 140 Euro mehr im Jahr im eigenen Geldbeutel behalten. Dem Klima hat er damit 1,4 Tonnen CO2 erspart. Zum Vergleich: Eine neue Heizung kann gut mehr als zwei Tonnen im Jahr einsparen. Spritsparend fährt, wer frühzeitig hochschaltet - mehr als 2000 Umdrehungen sollte der Motor nicht erreichen - und wer spät zurückschaltet, am besten erst kurz bevor das Auto ruckelt. Auch gut: vor Ampeln den Wagen langsam ausrollen lassen, statt scharf zu bremsen, und dabei den Gang nicht herausnehmen.

          Auch mal den Zug nehmen

          Weniger fahren

          Der Briefkasten ist 500 Meter entfernt, der Bäcker einen Kilometer. Viele steigen da ins Auto, es ist ja so bequem. Das ist besonders umweltschädlich. Denn auf den ersten ein bis zwei Kilometern verbraucht der Motor, da er noch kalt ist, besonders viel Sprit - bis zu 30 Liter auf 100 Kilometer. Das sind 70 Kilo CO2. Und wenn man trotzdem nicht einige Wege zu Fuß gehen oder aufs Fahrrad umsteigen will, dann bitte Motor aus, wenn man an einer Ampel oder in einem Stau länger als 20 Sekunden stehen muss. Denn auch im Leerlauf verbraucht der Motor ungefähr einen Liter je Stunde. Das sind alle 60 Minuten 2,3 bis 2,7 Kilo CO2 für die Klimaerwärmung.

          Bahn statt Auto benutzen

          Wer das Klima schützen will, sollte manchmal das Auto stehen lassen und andere Verkehrsmittel benutzen. Denn das Auto ist, mit nur einer Person besetzt, das umweltschädlichste Fortbewegungsmittel. Auf 100 Kilometern erzeugt es bei einem Verbrauch von 7 Litern 19 Kilo CO2. Ein Flugzeug bläst pro Passagier nur 15,7 Kilo aus - in allerdings deutlich sensibleren Höhen. Neue Flugzeuge verbrauchen nur noch knapp 3 Liter je 100 Kilometer, bei der - relativ jungen - Flotte der Lufthansa sind es 4,4 Liter. Die Bahn ist deutlich besser als das durchschnittliche Flugzeug. Da sind es lediglich 5,4 Kilo Kohlendioxid je Fahrgast, und der Bus erzeugt gar nur 3,3 Kilo. Besser sieht die Bilanz allerdings für das Auto aus, wenn mehrere Leute mitfahren. Zu zweit ist es schon klimaschonender als das Flugzeug, zu viert schlägt es sogar die Bahn, bei einem spritsparenden Auto auch schon deutlich früher.

          Spritsparende Autos kaufen

          Die größten Einspareffekte erzielen klimafreundliche Autofahrer sicher mit dem Kauf eines kraftstoffsparenden Autos. Allerdings sind damit auch die höchsten Kosten verbunden, denn solche Wagen sind bei der Anschaffung erst einmal teurer, rentieren sich dann aber nach einigen Jahren durch den geringeren Spritkonsum. Am einfachsten ist noch der Kauf eines Diesels statt eines Benziners. Denn der Diesel hat einen deutlich geringeren Verbrauch. Das kompensiert auch den höheren CO2-Ausstoß je Liter. Ein Liter Diesel verursacht etwa 2,7 Kilogramm Kohlendioxid, Benzin nur 2,3 Kilogramm. Besonders spritarm ist etwa ein Smart mit 3,4 Liter Verbrauch auf 100 Kilometer. Selbst die neuesten Modelle verbrauchen oft das Doppelte. Wer es gerne größer mag, kann auf den VW Passat Blue Motion oder den Volvo S40 1.6 D setzen, die durch eine neue Dieseltechnologie nur rund 5 Liter benötigen.

          Fahrgemeinschaften bilden

          Sie pendeln jeden Tag 50 Kilometer zur Arbeit? Ihr Nachbar oder ein Freund auch, mit dem gleichen Ziel? Dann kann eine Fahrgemeinschaft das Klima schützen. Lässt einer sein Auto stehen, hilft das auf Dauer kräftig, CO2 zu sparen. 100 Kilometer oder vielleicht 6 Liter weniger jeden Tag, das sind an 230 Arbeitstagen schon 1400 Liter oder 3,2 Tonnen CO2 weniger. Der Einbau einer Heizung spart da in der Regel auch nicht mehr. Und wenn sich beide die Spritkosten teilen, macht sich das auch im Geldbeutel positiv bemerkbar: In dem Beispiel sind es 840 Euro bei einem Spritpreis von 1,20 Euro.

          Klimaanlage abschalten

          Auch im Auto selbst lässt sich ein wenig Sprit sparen. Klima- und HiFi-Anlage oder Standheizung brauchen Strom, den der Motorgenerator erzeugt. Das erhöht den Kraftstoffverbrauch in der Summe auf mehr als einen Liter oder 2,3 Kilo CO2 je 100 Kilometer. Da man meist auf den Gebrauch nicht ganz verzichten will, sondern nur dann, wenn es wirklich nicht nötig ist, sind die Einspareffekte im Vergleich zu den anderen Maßnahmen eher gering. Auf langen Strecken macht sich das allerdings schon bemerkbar. Größere Effekte hat es, wenn man Dach- und Skiträger sofort nach Gebrauch abbaut. Denn die erhöhten Luftwiderstände schrauben den Benzinverbrauch um bis zu 20 Prozent nach oben. Mit Fahrrad oder Skiern sind es gar bis zu 50 Prozent. Mit Aufbauten sollte man nie mehr als 130 Stundenkilometer fahren, weil sonst die Aerodynamik besonders stark leidet.

          Topmeldungen

           Ein Flugzeug von Thomas Cook steht auf dem Rollfeld des Flughafens von Manchester.

          Sanierung gescheitert : Thomas Cook ist pleite

          In der Nacht wurde das Aus besiegelt: Der älteste Reisekonzern der Welt steht vor der Zwangsliquidation. Das betrifft auch Zehntausende deutsche Urlauber. Condor-Maschinen sollen zunächst weiter fliegen.

          TV-Kritik: Anne Will : Welche Zukunft hätten Sie gern?

          Wer Klimaschutzpolitik als Kampf zwischen den Generationen etikettieren will, ist schief gewickelt. Die Zahl besorgter Eltern und Großeltern, die vergangenen Freitag an der Seite von Kindern und Enkeln auf die Straße gingen, war beachtlich. Der ganzen Debatte fehlt es an Optimismus.