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Wie erkläre ich’s meinem Kind? : Was bei einer Rezession passiert

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Sonst wird hier in der Frühlingssonne viel Geld verdient und ausgegeben: Vor einem Café am Hackeschen Markt in Berlin stapeln sich die Stühle. Bild: Picture-Alliance

Seit ein paar Tagen kann man überall lesen, dass es der Wirtschaft in Deutschland nicht gutgeht und eine Rezession droht. Was das eigentlich ist und warum das so schlecht ist.

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          Unser Essen, was wir anziehen, Autos oder Fahrräder, Computer und Bücher: Alles kostet Geld, und Geld bekommen die allermeisten Menschen nicht geschenkt, sondern sie müssen es sich durch Arbeit verdienen. Das macht – genauso wie die Schule – nicht immer Spaß. Es ist aber wichtig, damit man alles hat, was man zum Leben braucht, damit man sich Wünsche erfüllen kann, und damit man etwas tut, was auch anderen etwas bringt – indem man etwas macht oder im besten Fall vielleicht sogar erfindet und verkauft, wodurch das Leben von allen leichter und schöner wird.

          Niklas Záboji

          Redakteur in der Wirtschaft.

          So etwas nennen wir Fortschritt oder Wachstum. Die Waschmaschine war zum Beispiel eine großartige Erfindung, weil Menschen vorher viel Zeit damit verbringen mussten, mühsam per Hand ihre Kleidungsstücke zu reinigen. Dass wir abends auch nach Sonnenuntergang auf der Couch lesen können, verdanken wir wiederum der Erfindung der Glühbirne. Dass uns dabei anders als Generationen von Menschen nicht mehr kalt wird, liegt an der Erfindung von Heizungen. Auch Eisenbahn und Auto haben unser Leben erleichtert, da wir mit ihnen viel mehr von der Welt sehen können als mit langsamen Pferdekutschen.

          In Deutschland wird viel gearbeitet und viel erfunden. Weil in vielen Ländern der Welt deutsche Maschinen gekauft werden, tragen wir zum Fortschritt kräftig bei. Das macht uns wirtschaftlich zu einem erfolgreichen und reichen Land, in dem die meisten Menschen zufrieden zur Arbeit gehen und dabei so viel verdienen, dass ihr Geld nicht nur für das Lebensnotwendigste wie Brot, Wasser und Strom reicht.

          Auch der Staat kann nur begrenzt helfen

          Auch unsere sehr gute medizinische Versorgung verdanken wir diesem Reichtum. Die Ausbreitung des Coronavirus hat nun aber ganz plötzlich ganz viel verändert. Die Menschen würden gerne weiter arbeiten und Geld verdienen, dürfen es aber nicht mehr wie gewohnt, weil der Kontakt mit anderen ihre Gesundheit gefährdet.

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          Wirtschaftlich richtet diese Maßnahme große Schäden an. Denn wie bei einer Reihe von Dominosteinen wirft ein umgefallener Stein den nächsten um. Das muss man sich wie folgt vorstellen: Wenn Person A kein Geld verdient, kann sie auch nicht mehr ins Restaurant gehen, wie viele andere mit ihr auch, sodass der Restaurantbesitzer, Person B, mit seinem Restaurant weniger Geld verdient, als er dafür ausgeben muss – für die Miete, für die Lebensmittel, für Köche und Kellner. Wenn das eine Weile so bleibt, muss er seinen Laden schließen und wird mit seinen Mitarbeitern arbeitslos. Und weder Person A und alle, denen es geht wie ihr, noch Leute wie Person B und ihre Mitarbeiter können sich noch ein neues Auto kaufen, sodass Autoproduzent C und seine Mitarbeiter im schlimmsten Fall auch arbeitslos werden. Es wird von den Menschen insgesamt also weniger gearbeitet, weniger Geld verdient – und weniger erfunden und entwickelt, was man zukünftig produzieren und verkaufen könnte.

          So eine Phase nennen wir Wirtschaftskrise oder Rezession. Sie ist schlecht, weil sich Menschen um ihre Zukunft sorgen und Fortschritt und Wachstum gebremst werden. Politiker versuchen aus diesem Grund zu helfen. Wem ein Unternehmen gehört, der bekommt jetzt Geld vom Staat, das er erst nach der Krise wieder zurückgeben muss. Mit diesem Geld kann er zum Beispiel seine Mitarbeiter bezahlen, und diese verlieren nicht ihre Arbeit. Das Problem: Auch der Staat hat nicht unendlich viel Geld und kann nur für ein paar Monate helfen. Wenn die Kontakteinschränkungen also noch länger als der Sommer dauern, droht sich die Krise zu verschlimmern. Das ist sehr gefährlich. Denn in der Geschichte waren es ziemlich oft wirtschaftliche Turbulenzen, Rezessionen, die politische Unruhen nach sich zogen.

          Nicht nur aus medizinischen Gründen müssen wir also hoffen, dass so wenig Menschen wie möglich sich mit dem Coronavirus anstecken – sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen. Wenn alles gut läuft, werden nicht viele Menschen in Deutschland arbeitslos. Nach Ende des Kontaktverbots werden sie wieder Klamotten, Essen und Maschinen produzieren und kaufen. Urlaubsreisen werden sie sogar ganz viele unternehmen, nachdem sie wochenlang zuhause sitzen mussten. All das kann dazu führen, dass die Rezession schnell überwunden ist und die deutsche Wirtschaft wieder wächst.

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          Eine illustrierte Auswahl von Beiträgen unserer Kolumne „Wie erkläre ich’s meinem Kind?“ ist bei Reclam erschienen.

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