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Wie erkläre ich’s meinem Kind? : Was das Weltkulturerbe der Menschheit ist

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Über Jahrhunderte gewachsen, in kürzester Zeit verschandelt: Das Dresdner Elbufer gehörte vor dem Bau der Waldschlösschenbrücke zum Weltkulturerbe. Bild: AP

Weltkulturerbe, das klingt toll. Wer sich um diesen Titel bewirbt, gibt ein Versprechen – und verspricht sich etwas davon. Warum so viele Stätten dazugehören wollen und eine Stadt nicht mehr dazugehört.

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          Am Anfang war der Dom von Aachen. Nicht die Pyramiden von Gizeh, nicht die Tempelanlage Angkor Wat, nicht die Inka-Stadt Machu Picchu. Als die Unesco im Herbst vor vierzig Jahren ihre erste Welterbeliste veröffentlichte, fanden sich darauf gerade einmal zwölf Stätten aus sieben Ländern. Aber es war ja nur ein erster Schritt, dem inzwischen jährlich weitere Schritte folgen, so dass es mittlerweile mehr als tausend Welterbestätten gibt, von denen mehr als 800 als Kultur- und knapp über 200 als Naturerbe geführt werden.

          Wenn wir in den Ferien verreisen, stehen also die Chancen nicht schlecht, dass wir in die Nähe solcher Orten kommen. Wer sich für Kultur interessiert, achtet vielleicht sogar darauf, dass er sich unterwegs eine der vielen Welterbestätte anschauen kann.

          Am Samstag werden es noch mehr. Einmal im Jahr treffen sich wieder diejenigen, die bei der Unesco entscheiden, was auf diese Liste gehört. Jedes Land, das mitmachen möchte, darf zwei Kandidaten benennen und erklären, was an ihnen so bedeutend ist, dass sie auf die Liste gehören. Und dann wird es spannend. Deutschland hat sich in diesem Jahr mit der Wikingersiedlung Haithabu bei Schleswig beworben und mit dem Naumburger Dom.

          Mit etwas Glück prangen bald hier wie dort die typischen Plaketten der Unesco, die Stätten werden noch bekannter als sie es schon sind, und Leute, die vorher noch nichts davon gehört hatten oder vielleicht auch nur nicht wussten, wie bedeutend sie sind, kommen sie dann besuchen. Das ist, was sich die Stätten selbst davon versprechen: Anerkennung, Bekanntheit und Besucher. Aber sie müssen natürlich auch versprechen, sich besonders darum kümmern.

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          Die Unesco ist die Organisation der Vereinten Nationen, die sich um Bildung, Wissenschaft und Kultur kümmert, nicht mehr und nicht weniger. Sie selbst kann die Welterbestätten nicht beschützen, das können nur die Länder selbst, in denen die Stätten zu finden sind. Dass sie beschützt werden müssen – vor dem Verfall oder vor Beschädigung – ist eigentlich selbstverständlich. Und oft gar nicht so einfach. Mehr als fünfzig Welterbestätten sind gerade in Gefahr, beschädigt oder vielleicht sogar ganz zerstört zu werden. Manchmal, wenn es Unruhen in Ländern gibt, greifen Menschen sogar ganz bewusst Welterbestätten an. Um zu zeigen, wie egal ihnen deren Bedeutung für die ganze Welt ist, wenn sie nicht ins eigene Weltbild passen. In Bamiyan in Afghanistan zum Beispiel sind vor siebzehn Jahren riesengroße Buddha-Statuen von radikalen Muslimen zerstört worden, die für diese Kunstwerke einer anderen Religion nur Verachtung übrig hatten.

          Es ist sogar schon vorgekommen, dass die Unesco einer Welterbestätte den Titel wieder abnehmen musste. Weil einer Stadt einfach nicht wichtig war, dass eine neue Brücke das Bild ihres Flussufers so verschandeln würde, dass man es dann nicht mehr Weltkulturerbe nennen könnte. Das ist nicht in irgendeinem armen Land in einer umkämpften Gegend passiert, sondern hier in Deutschland, in Dresden.

          Noch mehr Antworten auf neugierige Kinderfragen
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          Eine illustrierte Auswahl von Beiträgen unserer Kolumne „Wie erkläre ich’s meinem Kind?“ ist bei Reclam erschienen.

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